{"id":517,"date":"2013-12-12T23:35:11","date_gmt":"2013-12-12T21:35:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=517"},"modified":"2023-06-13T10:33:48","modified_gmt":"2023-06-13T08:33:48","slug":"kaschrut-die-juedischen-speisevorschriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/kaschrut-die-juedischen-speisevorschriften\/","title":{"rendered":"Kaschrut &#8211; Die j\u00fcdischen Speisevorschriften"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine Besonderheit des Judentums, die Au\u00dfenstehenden oft als Erstes auff\u00e4llt, sind die Speisevorschriften, die, wie vieles andere, dem Ziel dienen, ein Leben in ritueller Reinheit zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n<p>Das hebr\u00e4ische Wort \u201eKaschruth\u201c \u05db\u05b7\u05bc\u05e9\u05b0\u05c1\u05e8\u05d5\u05bc\u05ea bedeutet \u201erituelle Eignung\u201c und stammt von dem Wort \u201ekascher\u201c (jiddisch: \u201ekoscher\u201c \u05db\u05b8\u05bc\u05e9\u05b5\u05c1\u05e8), &#8211; \u201eerlaubt, tauglich, geeignet\u201c &#8211; , ab. In Bezug auf Speisen sind damit solche gemeint, die nach j\u00fcdisch-religi\u00f6sen Ma\u00dfst\u00e4ben zum Verzehr erlaubt sind. Die diesbez\u00fcglichen Gebote und Verbote stammen gr\u00f6\u00dftenteils direkt aus der Thorah, der am Sinai offenbarten g\u00f6ttlichen Lehre. Gem\u00e4\u00df der j\u00fcdischen Auffassung, dass der geistige und der k\u00f6rperliche Anteil des Menschen zusammengeh\u00f6ren, und der Mensch nur in dieser Einheit seiner Bestimmung folgen kann<sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_517\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_517-1\">1<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_517-1\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\">\u201eSiddur Sefath Emeth\u201c, Victor Goldschmidt Verlag, Basel, 1972;  hierin:\u201eElohaj, neschamah sche-nathatha bi \u2026\u201c (im Morgengebet, S. 5) (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/das-morgengebet-fuer-werktage\/\">hier online<\/a>), \u201eRachum we-chanun, chatathi \u2026\u201c (im Morgengebet, S. 54) und Psalm 115, V. 17 (im Hallel, S. 204)<\/span>, verfolgen die j\u00fcdischen Speisevorschriften das Ziel, die rituelle Reinheit des K\u00f6rpers zu bewahren und zu gew\u00e4hrleisten als Entsprechung f\u00fcr das Bem\u00fchen des Menschen, auch im geistigen Bereich rein zu sein, bzw. L\u00e4uterung zu erfahren. Dies ist die Antwort auf Gottes Gehei\u00df<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> \u201e\u2026 ihr sollt euch heilig halten, damit ihr heilig seid, denn Ich bin heilig \u2026 Ich bin der Ewige, der euch aus dem Lande \u00c4gypten gef\u00fchrt hat, um euer Gott zu sein; ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig.\u201c <\/p>\n<cite>(<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel11\">Lev 11, 44 und 45<\/a>)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Alles Gewaltt\u00e4tige, Brutale wird abgelehnt als dem Menschenziel abtr\u00e4glich. Die Vergeistigung, die sittliche Verfeinerung ist das Erziehungsideal, gem\u00e4\u00df dem Prophetenwort \u201eNicht durch Macht, nicht durch Kraft, allein durch Meinen Geist! \u2013 spricht der Herr der Heere.\u201c (Sach 4, 6)<sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"2\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_517\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_517-2\">2<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_517-2\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"2\"> Israel Me\u00efr Lau, \u201eWie Juden leben: Glaube, Alltag, Feste\u201c, G\u00fctersloher Verlagshaus, G\u00fctersloh, 1988; hierin: S. 75 und S. 76<\/span>. Und so lassen sich die j\u00fcdischen Speisegesetze, die manchen schwer verst\u00e4ndlich erscheinen, recht zwanglos hierdurch erkl\u00e4ren.<br>Man kann bei diesen Gesetzen verschiedene Bereiche unterscheiden:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das unges\u00e4uerte Brot<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ab der Pessach-Nacht, in der die Befreiung aus der todbringenden Sklaverei in \u00c4gypten gefeiert wird, darf eine Woche lang nichts Ges\u00e4uertes gegessen werden. Alles Ges\u00e4uerte, das den alten, den versklavten Menschen darstellt, muss zuvor vernichtet werden. Nur unges\u00e4uertes Brot darf gegessen werden, ist kascher (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/schemot-das-buch-exodus\/#Kapitel12\">Ex 12, 15<\/a>). Das Unges\u00e4uerte ist ein Bild des neuen Zustandes nach der Befreiung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Krankes und Totes<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Essen vom Fleisch kranker oder verendeter Tiere (Aas) ist verboten. Jede Ber\u00fchrung mit Krankmachendem oder Totem bedingt rituelle Unreinheit, die \u00fcberwunden werden muss (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel11\">Lev 11, 24,27,31,39<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel13\">Lev 13<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel17\">Lev 17, 15-16<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel22\">Lev 22<\/a>, 17-25; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel14\">Deut 14, 21<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grausamkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn schon Tiere ihr Leben daf\u00fcr hergeben m\u00fcssen, dass der Mensch von ihrem Fleisch sich ern\u00e4hren kann (Gen 9, 2ff), so m\u00fcssen sie in einer Weise get\u00f6tet werden, die ihnen so wenig wie m\u00f6glich Leid verursacht, &#8211; das ist die Grundlage der j\u00fcdischen Schlachtmethode des Sch\u00e4chtens. Nur das Fleisch gesch\u00e4chteter Tiere darf gegessen werden. Das Fleisch gerissener, d.h. auf grausame Weise umgekommener Tiere ist verboten (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel17\">Lev 17, 15-16<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel14\">Deut 14, 21<\/a>). Der Begriff \u201eTrefah\u201c bedeutet \u201eGerissenes\u201c und wird im erweiterten Sinn f\u00fcr alles zum Verzehr ungeeignete Fleisch verwendet. Lebende Tiere oder Teile lebender Tiere d\u00fcrfen nicht gegessen werden (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/bereschit-das-buch-genesis\/#Kapitel9\">Gen 9, 4<\/a>). Muttertiere und ihre Jungen d\u00fcrfen nicht am selben Tag geschlachtet werden (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel22\">Lev 22, 28<\/a>; vgl. auch 2Makk 7, 4b). Jungtiere d\u00fcrfen nicht in der Milch ihrer Mutter gekocht werden (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/schemot-das-buch-exodus\/#Kapitel23\">Ex 23, 19<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel14\">Deut 14, 21<\/a>). Letztere Bestimmung f\u00fchrte zur generellen Trennung von Milchigem und Fleischigem, die bei einer Mahlzeit nicht zusammen gegessen werden d\u00fcrfen. Diesbez\u00fcglich \u201eneutrale\u201c Speisen, die also weder Milch noch Fleisch enthalten, werden als \u201eparwe\u201c bezeichnet. Das Fleisch der Fische, deren Junge aus Eiern schl\u00fcpfen und nicht ges\u00e4ugt werden, gilt als \u201eneutral\u201c und kann mit Milchigem oder Fleischigem kombiniert werden. Das Fleisch der V\u00f6gel, die ja ihre Jungen auch nicht s\u00e4ugen, wird dagegen dem S\u00e4ugetierfleisch gleichgesetzt, da die warmbl\u00fctigen V\u00f6gel eher als die kaltbl\u00fctigen Fische als seelisch leidf\u00e4hig angesehen werden<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-full wp-image-518\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"333\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/schaechten_15jhrdt.jpg?resize=500%2C333\" alt=\"Darstellung des Sch\u00e4chtens aus dem 15. Jahrhundert\" class=\"wp-image-518\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/schaechten_15jhrdt.jpg?w=500&amp;ssl=1 500w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/schaechten_15jhrdt.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/schaechten_15jhrdt.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Darstellung des Sch\u00e4chtens aus dem 15. Jahrhundert<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Blut<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Blut oder Fleisch, in dem noch Blut ist, darf nicht gegessen werden: \u201eIss nicht das Blut, denn das Blut ist die Seele, und du sollst nicht die Seele mit dem Fleische essen.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/bereschit-das-buch-genesis\/#Kapitel9\">Gen 9, 4<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel17\">Lev 17, 10-14<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel12\">Deut 12, 23<\/a>). Der Respekt vor dem Tier, dessen Fleisch wir essen wollen, gebietet es, dass wie sein Blut, seine Seele an Gott zur\u00fcckgeben. Mit der Seele des Tieres sollen wir uns nicht vereinigen. Die Methode des Sch\u00e4chtens gew\u00e4hrleistet das st\u00e4rkstm\u00f6gliche Entbluten der geschlachteten Tiere. Fische werden nicht gesch\u00e4chtet; ihr Fleisch muss daher gew\u00e4ssert und gesalzen werden um das Blut zu entziehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Raubtiere und unreine Tiere<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Fleisch von Raubtieren, Raubv\u00f6geln, Raubfischen (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel11\">Lev 11, 9-19<\/a>), die ihrerseits sich ern\u00e4hren, indem sie andere Tiere fressen, also Tiere, die in ihrer Lebensart etwas f\u00fcr unsere Begriffe Grausames haben, darf nicht gegessen werden. Nur S\u00e4ugetiere, die sich ausschlie\u00dflich von Pflanzen ern\u00e4hren und \u201esanft\u201c sind, und zwar solche, die Wiederk\u00e4uer sind und zugleich ganz gespaltene Hufe haben (Rinder, Ziegen, Schafe, Rehe), zahme V\u00f6gel (z.B. Taube, Ente, Gans), sowie Fische mit Schuppen und Flossen (z.B. Karpfen, Hering) d\u00fcrfen gegessen werden (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel11\">Lev 11, 3ff<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel14\">Deut 14, 4,5<\/a>). Tiere, die diese Bedingungen nicht erf\u00fcllen, gelten als unrein; sie d\u00fcrfen nicht zur Nahrung dienen (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel11\">Lev 11, 4<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel11\">Lev 11, 20-25,29-31<\/a>; 41), insbesondere nicht das Schwein, Nagetiere, sogenannte \u201eMeeresfr\u00fcchte\u201c, Insekten (Ausnahme: bestimmte Heuschrecken-Arten; auch das Produkt der Bienen, Honig, ist erlaubt). Die erlaubten S\u00e4ugetiere und V\u00f6gel sind zugleich Tiere, die zur Zeit des Tempels als Opfertiere zugelassen waren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gottgeweihtes<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Erstlinge von Tieren und Pflanzen sind gottgeweiht (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/schemot-das-buch-exodus\/#Kapitel23\">Ex 23 ,19<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel23\">Lev 23, 10,14<\/a>) und mussten zur Zeit des Tempels geopfert oder ausgel\u00f6st werden. Wird Teig gemacht, muss ein kleiner Teil davon als Gabe an Gott abgetrennt werden (\u201eChallah\u201c; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel23\">Lev 23, 14<\/a>), &#8211; nur dann darf der \u00fcbrige Teig zu Speise verarbeitet werden. Gewisse Teile von Tieren, die zur Speise bestimmt sind, d\u00fcrfen nicht gegessen werden: Das Blut (siehe oben), das Bauchh\u00f6hlen- und Nierenfett (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel7\">Lev 7, 23<\/a>), &#8211; sie mussten zur Zeit des Tempels geopfert werden -, au\u00dferdem die H\u00fcftsehne (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/bereschit-das-buch-genesis\/#Kapitel32\">Gen 32, 33<\/a>), &#8211; letzteres in Erinnerung daran, dass Jakob im Kampf mit dem Engel Gottes von diesem an seiner H\u00fcftsehne verletzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Menschengewidmetes<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der zehnte Teil aller Ertr\u00e4ge ist den Leviten, die den Tempeldienst versahen und sonst keine Einnahmequellen hatten, au\u00dferdem den Armen und Bed\u00fcrftigen vorbehalten (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel27\">Lev 27, 30-32<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/bamidbar-das-buch-numeri\/#Kapitel18\">Num 18, 21<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel12\">Deut 12, 17<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel14\">Deut 14, 22<\/a> und 28-29). Ein Feld darf nicht vollst\u00e4ndig abgeerntet werden, &#8211; auf das Stehengebliebene, au\u00dferdem auf heruntergefallene \u00c4hren haben die Armen ein Anrecht (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel19\">Lev 19, 9-10<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel24\">Deut 24, 19<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gebote zugunsten von Pflanzen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die ersten Fr\u00fcchte eines Baumes sind drei Jahre lang f\u00fcr den Menschen zur Speise und sonstiger Verwertung verboten (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel19\">Lev 19, 23<\/a>). Der junge Baum ist, um lebenskr\u00e4ftig zu werden, auf die Bildung von Humus angewiesen. Sowohl die im Herbst herab fallenden Fr\u00fcchte als auch der Bl\u00e4tterfall verhelfen ihm dazu<sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"3\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_517\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_517-3\">3<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_517-3\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"3\"> A.P. und A.H. H\u00fcttermann, \u201eAm Anfang war die \u00d6kologie. Naturverst\u00e4ndnis im Alten Testament\u201c, Verlag Antje Kunstmann, M\u00fcnchen, 2002.8<\/span>. Auf einem Feld d\u00fcrfen nicht zweierlei Pflanzen ges\u00e4t werden, &#8211; wenn doch geschehen, sind sie, bzw. ihre Fr\u00fcchte zur Ernte, und damit auch zur Speise verboten (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/wajikra-das-buch-leviticus\/#Kapitel19\">Lev 19, 19<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel22\">Deut 22, 9<\/a>). Verschiedene Pflanzen haben verschiedene Wachstumsbedingungen; werden sie gezwungen an gleicher Stelle zu wachsen, k\u00f6nnten sie sich m\u00f6glicherweise gegenseitig beeintr\u00e4chtigen. Eine zu intensive Bodennutzung w\u00fcrde au\u00dferdem zu seiner Auslaugung f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">G\u00f6tzenspeise<\/h2>\n\n\n\n<p>Wein und Speisen, die f\u00fcr G\u00f6tzendienst zubereitet wurden, sind verboten, da sie in falscher Gesinnung bereitet wurden (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/schemot-das-buch-exodus\/#Kapitel22\">Ex 22, 19<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/talmud-uebersetzung\/schabbat\/schabbat-kapitel-1\/#blatt-17b\">bTalmud, Schabbath 17b<\/a>).<br>Dies sind die unterscheidbaren Bereiche j\u00fcdischer Speisegesetze. Ihre Einhaltung hilft, ein gottgeweihtes und der Liebe zum N\u00e4chsten und zur Kreatur verpflichtetes Leben zu f\u00fchren. Es ist ein Angebot an alle Menschen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellenverzeichnis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>-\u201ePentateuch mit deutscher \u00dcbersetzung von J. Wohlgemuth und J. Bleichrode\u201c, Victor Goldschmidt Verlag, Basel, 1969<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8211; \u201eDie Bibel. Altes und Neues Testament. Einheits\u00fcbersetzung\u201c, Verlag Herder, Freiburg i.Br., 1980<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abk\u00fcrzungsverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<p>Gen = Genesis = I.B.M. = Buch Bereschith der Thorah<br>Ex = Exodus = II.B.M. = Buch Schemoth der Thorah<br>Lev = Leviticus = III.B.M. = Buch Wa-Yiqra\u2019 der Thorah<br>Num = Numeri = IV.B.M. = Buch Ba-Midbar der Thorah<br>Deut = Deuteronomium = V.B.M. = Buch Devarim der Thorah<br>Sach = Secharja = Buch des Propheten Zekharyah im TheNaKh<br>2Makk = 2. Makkab\u00e4erbuch<br>bTalmud = Babylonischer Talmud<\/p>\n<ul class=\"modern-footnotes-list \"><li><span>1<\/span><div>\u201eSiddur Sefath Emeth\u201c, Victor Goldschmidt Verlag, Basel, 1972;  hierin:\u201eElohaj, neschamah sche-nathatha bi \u2026\u201c (im Morgengebet, S. 5) (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/das-morgengebet-fuer-werktage\/\">hier online<\/a>), \u201eRachum we-chanun, chatathi \u2026\u201c (im Morgengebet, S. 54) und Psalm 115, V. 17 (im Hallel, S. 204)<\/div><\/li><li><span>2<\/span><div> Israel Me\u00efr Lau, \u201eWie Juden leben: Glaube, Alltag, Feste\u201c, G\u00fctersloher Verlagshaus, G\u00fctersloh, 1988; hierin: S. 75 und S. 76<\/div><\/li><li><span>3<\/span><div> A.P. und A.H. H\u00fcttermann, \u201eAm Anfang war die \u00d6kologie. Naturverst\u00e4ndnis im Alten Testament\u201c, Verlag Antje Kunstmann, M\u00fcnchen, 2002.8<\/div><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Besonderheit des Judentums, die Au\u00dfenstehenden oft als Erstes auff\u00e4llt, sind die Speisevorschriften, die, wie vieles andere, dem Ziel dienen, ein Leben in ritueller Reinheit zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-517","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kaschrut"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=517"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/517\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9588,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/517\/revisions\/9588"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}