{"id":563,"date":"2013-12-13T14:52:28","date_gmt":"2013-12-13T12:52:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=563"},"modified":"2013-12-13T14:52:28","modified_gmt":"2013-12-13T12:52:28","slug":"nitzawim-wajelech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/nitzawim-wajelech\/","title":{"rendered":"Nitzawim-Wajelech"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche in der Tora (Dt. 29,9-31,30):<\/p>\n<p>Das ganze Volk am Bund mit G~tt beteiligt, nochmalige Ermahnung zur Einhaltung der Gebote, g\u00f6ttliches Versprechen, auch nach schwerer Strafung zu G~tt und Land zur\u00fcckzukehren. Moschehs 120. Geburtstag, moralische Unterst\u00fctzung f\u00fcr seinen Nachfolger, Jehoschua, Ausblick auf die Zukunft, Wohlstand wird zur Abwendung von G~tt und Strafe f\u00fchren.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Der Lohn der M\u00fche<\/strong><br \/>\nRav Iti&#8217;el Ari&#8217;el<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mich dieses Mal gerne \u00fcber ein heikles Thema auslassen, das in unserem Wochenabschnitt angesprochen wird: Welches ist die beste Weise, Kinder am Geschehen in der Synagoge zu beteiligen? Dem m\u00f6chte ich vorausschicken, da\u00df mich dieses Thema schon lange bei der Leitung meiner Gemeinde besch\u00e4ftigt, und, soweit mir bekannt ist, gibt es kaum eine Gemeinde, die sich noch nicht mit diesem Thema befassen mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Wir lernen in unserem Wochenabschnitt an mehreren Stellen, da\u00df die Verschmelzung zu einer \u00f6ffentlichen Gemeinschaft des Volkes Israel auch die Kleinkinder umfa\u00dft. Der Bund G~ttes mit dem Volk Israel schlie\u00dft die Kleinkinder ausdr\u00fccklich ein: &#8222;Eure H\u00e4upter, eure St\u00e4mme&#8230; eure Kinder&#8220; (Dt. 29,9-10), denn auch sie sind Mitglieder in der gro\u00dfen j\u00fcdischen Gemeinschaft auf Gegenseitigkeit. Ferner wird uns am Ende der Parscha versprochen: &#8222;..denn es wird nicht vergessen werden aus dem Munde seiner Nachkommen&#8220; (Dt. 31,21), da\u00df die Tora auf ewig im Volke Israel bewahrt werde, unter besonderer Betonung der Folgegenerationen, die ihr Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl von kleinauf erwerben.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt steht das Gebot der Volksversammlung, die in jedem Siebtjahr stattzufinden hat: &#8222;Versammle das Volk, die M\u00e4nner und die Frauen, und die Kinder&#8220; (Dt. 31,12). Dazu nahm bereits der Raschikommentar Stellung: &#8222;und die Kinder &#8211; warum sollten sie kommen? Um Lohn zu geben denen, die sie brachten&#8220;, doch diese Worte bed\u00fcrfen weiterer Erl\u00e4uterung. Stammt der Lohn vom Nutzen f\u00fcr das Kind und dessen Beteiligung an sich an diesem erhabenen Ereignis, oder von einem Nutzen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit?<\/p>\n<p>Nicht umsonst stellte Rabbiner Moscheh ben Nachman (&#8222;Nachmanides&#8220;) in seinem Torakommentar fest, da\u00df es sich um Kleinkinder handelt, die bereits ein minimales Verst\u00e4ndnis f\u00fcr erzieherische Ma\u00dfnahmen zeigen, weil nur dann ein erzieherischer Wert f\u00fcr die Beteiligung der Kinder am \u00f6ffentlichen Erhalt und Studium der Tora besteht. Auch wer nicht zu vollst\u00e4ndigem Verstehen des Erlernten gelangt, zieht dennoch einen gro\u00dfen erzieherischen Nutzen aus der Angelegenheit. Seine Neugier wird n\u00e4mlich erweckt, und mit den Jahren wird sich sein Wundern in klar umrissenen Fragen herauskristallisieren, f\u00fcr die er hoffentlich befriedigende Antworten erhalten wird (siehe Sfornokommentar).<\/p>\n<p>Es scheint aber, da\u00df der Hauptnutzen nicht nur von der intellektuellen Ebene zu erwarten ist, sondern vor allem aus dem Bereiche des Erlebnisses, das von dem Kleinkind, selbst in j\u00fcngerem als dem erziehungsf\u00e4higem Alter, wahrgenommen wird. Himmelsfurcht wird nicht nur durcht abstrakte Vertiefung erworben, und zweifelsohne braucht das Kleinkind erlebnisorientierten Unterricht und nicht gelehrige Vortr\u00e4ge. Darum wurde uns geboten, es mit uns zu dieser h\u00f6chst erhabenen \u00f6ffentlichen Veranstaltung der Aufsichnahme der himmlischen K\u00f6nigsherrschaft zu bringen, denn dieses Erlebnis wird sich tief in seine Seele eingraben, und es gibt wohl kaum ein intensiveres Lernen als dieses.<\/p>\n<p>Dar\u00fcberhinaus genie\u00dft auch die \u00d6ffentlichkeit einen wichtigen Nutzen aus der Beteiligung der Kinder an dieser Veranstaltung, ebenfalls aus dem Bereich des Erlebnisses. Die Anwesenheit des Kindes in einer gemeinschaftlichen Veranstaltung gibt der Sehnsucht eines jeden Vaters und einer jeden Mutter nach erfolgreicher Erziehung ihrer Kinder zu Himmelsfurcht und religi\u00f6sem Leben einen besonderen Ausdruck, und man kann sich demnach wohl kaum ein gr\u00f6\u00dferes Gl\u00fccksgef\u00fchl vorstellen als die gemeinsame Aufsichnahme der Himmelsherrschaft eine Generation neben der anderen. Der Sfat Emet-Kommentar f\u00fcgt hinzu, da\u00df genau darin der Lohn besteht, n\u00e4mlich in der Hilfe G~ttes bei der Verwirklichung der erzieherischen Bestrebungen, f\u00fcr die sich die Eltern aufopfern, und er wird die Himmelsfurcht ins Herz der Kinder einpflanzen.<\/p>\n<p>Wenn nun darin das Ziel der Beteiligung unserer Kinder am \u00f6ffentlichen Gebet besteht &#8211; die Erzeugung eines gemeinsamen Erlebnisses der Aufsichname himmlischer K\u00f6nigsherrschaft &#8211; d\u00fcrfen wir es nicht auch nur um Haaresbreite verfehlen. Solange wir darauf achten, die Kinder nur f\u00fcr eine kurze Zeit zum Gebet zu bringen, die Zeitspanne n\u00e4mlich, in der sie zur Konzentration auf das Gebet f\u00e4hig sind, ist das n\u00fctzlich und bringt Segen. In diesem engen Rahmen lassen sich Ehrfurcht und Gef\u00fchlswallungen des Kindes durch seine Anwesenheit an sich an einem heiligen Ort bewahren, und auch wir f\u00fchlen eine h\u00f6here Verpflichtung, ein gutes Beispiel f\u00fcr w\u00fcrdiges Verhalten w\u00e4hrend des Gebetes abzugeben. Das Erlebnis, das seine Spuren auf der Seele des Kindes hinterlassen wird, ist eines von Heiligkeit, das noch von Gef\u00fchlen des Respektes f\u00fcr das Gebet und seinen Ort begleitet wird. Und wie es in vielen Gemeinden Israels \u00fcblich ist, wird das Kind diesen Ort nicht ohne einen s\u00fc\u00dfen Geschmack im Munde verlassen&#8230;<\/p>\n<p>Um dieses Erlebnis in all seiner Reinheit zu bewahren, kann man gar nicht oft genug die Warnung vor dem verbreiteten Irrtum wiederholen, die Synagoge sei dem Besuch der Kinder w\u00e4hrend der ganzen Dauer der Gebete zubestimmt, ob sie nun konzentriert dasitzen oder sich selbst und die anderen Anwesenden vom Gebet ablenken. Die Eltern m\u00fcssen wissen, da\u00df nicht nur ein positives Erlebnis in der Seele des Kindes seine Spuren hinterl\u00e4\u00dft, sondern auch ein negatives Erlebnis. In diesem Zusammenhang gibt es wohl kaum ein schlechteres Erlebnis als konstante St\u00f6rungen des Gebetes und Mi\u00dfachtung der Heiligkeit der Synagoge, wenn die Kinder wild herumlaufen und den berechtigten Zorn der Beter ausl\u00f6sen. Und dazu lie\u00dfe sich noch viel hinzuf\u00fcgen&#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche in der Tora (Dt. 29,9-31,30): Das ganze Volk am Bund mit G~tt beteiligt, nochmalige Ermahnung zur Einhaltung der Gebote, g\u00f6ttliches Versprechen, auch nach schwerer Strafung zu G~tt und Land zur\u00fcckzukehren. Moschehs 120. 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