{"id":591,"date":"2013-12-13T15:14:13","date_gmt":"2013-12-13T13:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=591"},"modified":"2015-03-22T19:53:49","modified_gmt":"2015-03-22T17:53:49","slug":"das-judentum-kindern-erklaert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/das-judentum-kindern-erklaert\/","title":{"rendered":"Das Judentum Kindern erkl\u00e4rt"},"content":{"rendered":"<p>Ganz am Anfang der Torah steht, da\u00df G\u2019tt den Menschen in Seinem Ebenbild erschaffen hat. Das aber bedeutet, da\u00df jeder Mensch, dem wir begegnen, uns das Antlitz G\u2019ttes zeigt, und wir in jedem Menschen etwas von G\u2019tt erkennen k\u00f6nnen. Wenn wir aber G\u2019tt im anderen Menschen erkennen, wird dieser uns nicht mehr fremd sein.  Wir werden ihn achten und lieben k\u00f6nnen so wie uns selbst. Denn auch wir tragen das Antlitz dieses G\u2019ttes, des Einzigen.<!--more--> Das bedeutet zugleich eine gro\u00dfe Aufgabe f\u00fcr uns. So, wie G\u2019tt uns erschaffen hat, tragen wir Sein Antlitz. Wir bewahren es nicht automatisch. Wenn wir unser Leben in einer Weise f\u00fchren, die nicht im Einklang mit G\u2019ttes Willen steht, verlieren wir Sein Antlitz zunehmend und werden h\u00e4\u00dflich, und. es besteht Gefahr, da\u00df wir unser Leben verfehlen. G\u2019tt hat uns aber die M\u00f6glichkeit gegeben Ihm Partner zu werden, das bedeutet, die Sch\u00f6pfung mit Ihm zusammen zu vollenden. Voraussetzung hierf\u00fcr ist nicht nur, da\u00df wir nach G\u2019ttes Willen fragen und bereit sind unser Leben danach auszurichten, sondern, da\u00df wir selbst uns Seiner Heiligkeit ann\u00e4hern indem wir uns und unser Leben heiligen. So ruft uns G\u2019tt in der Heiligen Schrift auf:<\/p>\n<p>    &#8222;Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin Ich, der Ewige, euer G\u2019tt.&#8220; (3. Buch Moses 19:2)<\/p>\n<p>Und dies ist es, was den j\u00fcdischen Menschen sein Leben lang bewegt und besch\u00e4ftigt. Er versucht sein Leben zu heiligen indem er all sein Tun in Beziehung zu G\u2019tt setzt und an Ihm mi\u00dft. Zweimal am Tag, und zum letzten Mal wenn er stirbt, ruft der Jude das Grundbekenntnis des Judentums aus, da\u00df es nur einen einzigen G\u2019tt gibt, und Er, der Ewige, unser G\u2019tt ist; da\u00df wir Ihn lieben sollen in jeder Situation unseres Daseins und unser Leben nach Ihm ausrichten sollen. Bei allem, was ein Jude tut, stellt er bewu\u00dft die Beziehung zu G\u2019tt her durch eine Segenssprechung (Brachah).<\/p>\n<p>Sei es, da\u00df er sich w\u00e4scht, da\u00df er eine Frucht i\u00dft, da\u00df er Brot b\u00e4ckt, da\u00df er ein sch\u00f6nes Erlebnis hat, da\u00df er den Verlust eines lieben Menschen erleidet, oder vieles andere mehr. Er bem\u00fcht sich die Reinheit, in der G\u2019tt ihn erschaffen hat, zu bewahren, indem er alles vermeidet, was ihn verunreinigen k\u00f6nnte, auch seine Speise danach ausrichtet. Ihr kennt sicherlich das Wort koscher, &#8211; das bedeutet tauglich und bezeichnet eine Speise, die nach den Reinheitsvorschriften zubereitet ist. So darf z.B. das Fleisch von &#8218;unreinen&#8216; Tieren, etwa vom Schwein oder von Raubtieren, die t\u00f6ten um sich zu ern\u00e4hren, nicht gegessen werden. Man darf kein Fleisch essen, in dem noch Blut enthalten ist, denn nach j\u00fcdischer Auffassung lebt im Blut die Seele, &#8211; und mit der Seele eines Tieres darf ein Mensch sich nicht verunreinigen. Ein weiteres Beispiel ist, da\u00df milchige Speisen und fleischige Speisen nicht zusammen gegessen werden, denn nie soll es geschehen, da\u00df man das Fleisch eines B\u00f6ckleins zusammen mit der Milch seiner Mutter i\u00dft, auch nicht versehentlich, &#8211; es w\u00e4re grausam!<\/p>\n<p>Aber: Wer sind eigentlich die Juden? Die Juden sind der \u00fcbriggebliebene Teil des Volkes Israel, dessen andere Teile verschollen sind. Man nennt sie auch Israeliten, &#8211; im Unterschied zu den Bewohnern des heutigen Staates Israel, den Israelis. Das Volk Israel war von jeher ein kleines Volk und lebte anfangs unter den \u00c4gyptern, die es in die Sklaverei gezwungen hatten und die es ausrotten wollten.<\/p>\n<p>Von da heraus errettete G\u2019tt das Volk Israel und f\u00fchrte es durch das Meer hindurch auf einen langen Weg. Dieser Weg war beschwerlich. Auf ihm wurden die gedem\u00fctigten Sklaven jedoch allm\u00e4hlich zu freien Menschen, die bereit waren den Bund der Partnerschaft mit G\u2019tt auf sich zu nehmen. G\u2019tt f\u00fchrte sie an den Berg Sinai heran und gab ihnen die Torah, das ist die Weisung G\u2019ttes f\u00fcr den Lebensweg der Welt und des Menschen, die Heilige Schrift. All das, was uns heute so selbstverst\u00e4ndlich erscheint, ist darin enthalten, die Heiligung des Lebens, die N\u00e4chstenliebe, die F\u00fcrsorge, die Gerechtigkeit, die Achtung des Fremden, und vieles mehr.<\/p>\n<p>Israel aber erhielt diese Weisungen zu einer Zeit, als alle anderen V\u00f6lker von alledem nichts kannten, und es war auch f\u00fcr Israel schwer, diese Weisungen zu verinnerlichen, in sein Leben einzubauen. Und so mu\u00dfte Israel weiter wandern, noch einen langen Weg, bis G\u2019tt es schlie\u00dflich an das Ziel des Weges gelangen lie\u00df, in das versprochene, das Heilige Land. Dieser lange Weg war ein Entwicklungsweg nicht nur f\u00fcr das Volk Israel, sondern ist es f\u00fcr jeden einzelnen Menschen. So ist es unsere Pflicht, diesen Weg immer wieder neu nachzuvollziehen, so intensiv, als w\u00e4ren wir ihn selbst gegangen.<\/p>\n<p>Und so sind die Feste, die die Juden feiern, die Stationen dieses Weges. Leider ist die Zeit knapp, so da\u00df ich die einzelnen Feste, wie sie im Jahreskreis hintereinander kommen, nicht einzeln besprechen kann. Erz\u00e4hlen will ich aber vom wichtigsten der Feste, dem Schabbat, der nicht nur das erste Fest ist, das G\u2019tt uns nach dem Auszug aus \u00c4gypten gegeben hat, sondern das uns auch an die Anf\u00e4nge der Weltsch\u00f6pfung erinnert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die anderen Feste nur einmal im Jahr gefeiert werden, feiern wir den Schabbat jede Woche:<\/p>\n<p>An sechs Tagen der Woche erschuf G\u2019tt die Welt, am siebenten Tag ruhte Er aus von allem, was Er erschaffen hatte, um es hernach fortzugestalten.<\/p>\n<p>Dieser Ruhetag soll f\u00fcr die ganze Welt gelten, nicht nur f\u00fcr den Menschen auch f\u00fcr das Tier und die Erde. Jedes Wesen soll durch diesen Ruhetag die M\u00f6glichkeit erhalten nach einer anstrengenden Woche wieder zu sich zu finden, wieder neue Kraft zu sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Dieser Tag, es ist der Samstag, ist im Judentum ein heiliger ,Tag. Er beginnt am Freitag abend indem die Frau zu Hause mit einem Segensspruch Kerzen anz\u00fcndet. Der Kreis der Familie ist wie ein Tempel, ist ein Heiligtum. Sch\u00f6ne Lieder zum Empfang des Schabbat werden gesungen.<\/p>\n<p>Die Eltern segnen ihre Kinder mit G\u2019ttes Segen. Dann spricht der Vater Segensspr\u00fcche \u00fcber Wein und Brot, und jeder trinkt und i\u00dft davon. Es ist ein freudiges Fest, das man in Mu\u00dfe gemeinsam verbringt, und man ist traurig wenn es am Samstagabend zu Ende geht. Mit einer kleinen Feier beschlie\u00dft man den Schabbat, in der ein neues Licht entz\u00fcndet wird, und man versucht sich die Erinnerung an den Schabbat in die neue Woche mitzunehmen indem man den Duft wohlriechender Gew\u00fcrze in sich aufnimmt (Hawdalah).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz am Anfang der Torah steht, da\u00df G\u2019tt den Menschen in Seinem Ebenbild erschaffen hat. Das aber bedeutet, da\u00df jeder Mensch, dem wir begegnen, uns das Antlitz G\u2019ttes zeigt, und wir in jedem Menschen etwas von G\u2019tt erkennen k\u00f6nnen. Wenn wir aber G\u2019tt im anderen Menschen erkennen, wird dieser uns nicht mehr fremd sein. Wir werden ihn achten und lieben k\u00f6nnen so wie uns selbst. 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