{"id":6,"date":"2013-09-14T23:35:17","date_gmt":"2013-09-14T21:35:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=6"},"modified":"2013-11-13T23:11:26","modified_gmt":"2013-11-13T21:11:26","slug":"der-schabbat-das-geschenk-der-liebe-g-ttes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/der-schabbat-das-geschenk-der-liebe-g-ttes\/","title":{"rendered":"Der Schabbat &#8211; Das Geschenk der Liebe G-ttes"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem er 17 Monate ohne Unterbrechung f\u00fcr seine Firma gearbeitet hatte, ohne einen freien Tag und mit Schlafpausen bis h\u00f6chstens zweieinhalb Stunden pro Tag, verstarb der junge Angestellte Ichiro Oshima 1991 in Tokio an &#8218;Tod durch \u00dcberarbeitung&#8216;. In der japanischen Sprache gibt es hierf\u00fcr ein eigenes Wort: Karoshi \u904e\u52b4\u6b7b. Tod durch \u00dcberarbeitung wurde fr\u00fcher \u00fcberall als schicksalsm\u00e4\u00dfig hingenommen und wird auch heute noch in einigen menschlichen Gesellschaften als zwangsl\u00e4ufiges Risiko des Broterwerbs gesehen, dem der Mensch &#8218;im Schwei\u00dfe seines Angesichts&#8216; nachgehen soll. <!--more--><\/p>\n<p>In der Geschichte der Menschheit haben Gewaltherrscher immer wieder die Methode &#8218;Vernichtung durch Arbeit&#8216; gezielt eingesetzt um verhasste Menschen durch pausenlosen Arbeitseinsatz nicht nur auszubeuten sondern zugleich zu ermorden. Auch Pharao hatte uns durch ununterbrochenen Arbeitseinsatz vernichten wllen und er wu\u00dfte sehr wohl, da\u00df es gen\u00fcgt um einen Menschen umzubringen, ihn daran zu hindern Atem zu sch\u00f6pfen, zu sich zu kommen, \u00fcber die eigene Situation nachzudenken, gar sie zu \u00e4ndern. Genau diese M\u00f6glichkeit, die G&#8217;tt am Ende der Weltsch\u00f6pfung selbst f\u00fcr sich beanspruchte, will Er jedoch auch jeder Kreatur gew\u00e4hrleisten, aufatmen zu k\u00f6nnen und so das Leben zu behalten. <\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Sechs Tage darfst du arbeiten und alle deine Werke verrichten. Aber der siebente Tag ist ein Schabbat dem Ewigen, deinem G&#8217;tt da sollst du keinerlei Werk verrichten , weder du noch dein Sohn oder deine Tochter, noch dein Knecht oder deine Magd,noch dein Vieh, noch der Fremde, der in deinen Toren ist.&#8216; <\/p>\n<p>2.Mosche 20,8-11;23:12; 31:12-17;34:21; 35:1-3, 3.Mosche 23:3;5.Mosche 5:12-15 <\/p><\/blockquote>\n<p>Die Einrichtung des Schabbat ist ein Geschenk, das G&#8217;tt \u00fcber Israel der Menschheit gab und das,noch vor dem Gebot der N\u00e4chstenliebe, eine ungeheure soziale Revolution bedingte: Nicht nur das Recht, sondern sogar die Verpflichtung zu sich zu kommen und sich zu erneuern. An sechs Tagen der Woche sind wir wie Lasttiere den Zw\u00e4ngen des Alltags ausgesetzt und unterworfen, sind nicht unser eigener Herr. Die Institution des Schabbat, auf deren Nichteinhaltung die Todesstrafe steht, befreit uns aus den Zw\u00e4ngen und gestattet uns jegliche Verpflichtung zur Arbeit, jegliches Ansinnen dazu, von uns zu weisen. Wir sind frei und erhalten unsere menschliche W\u00fcrde zur\u00fcck , k\u00f6nnen uns auf das besinnen, was unsere eigentliche Bestimmung ist, zu unserem Ursprung zur\u00fcckfinden und daraus neue Kraft sch\u00f6pfen, uns erneuern und zu einem neuen Dasein gelangen. Am Freitagabend, wenn die ersten drei Sterne am Himmel sichtbar sind, oder wenn man einen wei\u00dfen von einem schwarzen Faden in der Abendd\u00e4mmerung nicht mehr unterscheiden kann, beginnt der Schabbat. Die Frau entz\u00fcndet das Schabbat-Licht und segnet es. Diese heilige Handlung markiert den Beginn des Ruhetages. Der Mensch, nach dem Abstreifen seines Lasttier-Zustandes, ist wieder Mensch geworden. Er f\u00fchlt sich erhaben wie ein K\u00f6nig und hei\u00dft den Schabbat willkommen wie eine K\u00f6nigin, wie eine Braut, nach der er sich lange sehnte.<br \/>\nDies kommt in dem Lied &#8218;Lecha Dodi'(Sidur Sefat Emet,S.84,Victor Goldsschmidt Verlag Basel,1972) zum Ausdruck, das wir zu Schabbatbeginn singen und bei dem wir uns der Eingangst\u00fcre zuwenden. Im Abendgebet erinnern wir uns daran, da\u00df G&#8217;tt in sechs Tagen die Welt erschuf und am siebenten Tag ruhte und diesen Tag heiligte &#8217;nachdem Er das ganze Werk der Sch\u00f6pfung vollendet hatte, es fortzugestalten&#8216; (Thora\/1.Mosche 2:1-3;in der \u00dcbersetzung aus :Jakob J.Petuchowski,&#8217;G&#8217;ttesdienst des Herzens&#8216;,S.37,Verlag Herder Freiburg iBr.;1981). <\/p>\n<p>An dieses Geschehen erinnere der Schabbat als ein Zeichen f\u00fcr alle Zeiten zwischen G&#8217;tt und Israel, ein ewiger Bund, den einzuhalten Israel verpflichtet ist. Im Kreis der Familie erbitten die Eltern f\u00fcr ihre Kinder den Segen G&#8217;ttes. In einer Hymne aus den Spr\u00fcchen Salomos gedenkt der Ehemann der T\u00fcchtigkeit seiner Frau und all des Guten, das sie f\u00fcr ihn tut, seine Partnerin, die G&#8217;tt ihm gegeben hat( Eschet Chayil-Spr\u00fcche Salomos 31:10-31) . Nach dem Segen \u00fcber Wein, den Kelch des Heils, werden die Worte der Heiligung, das ist der Qiddusch, gesprochen. Wir verdeutlichen uns, da\u00df G&#8217;tt nach uns verlangte, uns f\u00fcr sich erw\u00e4hlte und uns heiligte , da\u00df Er den Schabbat, sein Heiligtum, an uns gab, in Liebe und mit festem Willen, zum Andenken an die Ereignisse des Urbeginnes. Nachdem uns G&#8217;tt in der Pessach-Nacht zum Leben errettet hatte, war der Schabbat das erste Geschenk, das Er uns gab, das erste und heiligste der Feste, ein Geschenk der Liebe, um uns dieses Leben nicht nur zu erhalten sondern seine Fortentwicklung uns zu erm\u00f6glichen. Nach dem Waschen der H\u00e4nde spricht man den Segen \u00fcber die Schabbat-Brote.<br \/>\nEs sind zwei Brote zum Gedenken an die doppelte Menge Himmelsbrot (Man), die unsere Vorfahren in der W\u00fcste am R\u00fcsttag zum Schabbat aufsammelten. Wir essen das Brot zusammen mit Salz, wie uns die Thora anweist: <\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Alle deine Speiseopfer sollst du mit Salz bestreuen; das Salz, das B\u00fcndnis mit deinem G&#8217;tt, darfst du&#8230;nicht fehlen lassen.&#8216;<br \/>\n3.Mosche 2:13, 4.Mosche 11:7-9 <\/p><\/blockquote>\n<p>Nach dem Essen und dem Tischgebet singt man Schabbat-Lieder. Man gibt sich der Mu\u00dfe hin, in Freude. Trauer wird vermieden. Dies kennzeichnet den Schabbat. Jegliche Arbeit, das Anz\u00fcnden von Feuer, jegliche T\u00e4tigkeit, die aktiv eine Zustandsver\u00e4nderung herbeif\u00fchrt, soll unterlassen werden. So wie das Samenkorn, die Frucht der alten Pflanze, erst einmal in der Erde ruhen mu\u00df, scheinbar ohne Ver\u00e4nderung, bevor eine neue Pflanze daraus erwachsen kann, so ruhen auch wir nach der vergangenen Woche, bevor die neue Woche beginnen kann. Wenn der Schabbat zu Ende gegangen ist entz\u00fcnden wir am Samstagabend erneut wieder Feuer, ein Licht, sprechen den Segen \u00fcber den Wein, den Segen \u00fcber die Gew\u00fcrze, deren Duft wir als eine Erinnerung an den Schabbat mit in die neue Woche nehmen wollen, sprechen des Segen \u00fcber das w\u00e4rmende Licht, das G&#8217;tt als erstes schuf, und ohne das wir nicht leben k\u00f6nnten, und wir lassen hierbei das Licht des neuen Feuers sich auf unseren Fingern\u00e4geln spiegeln. Schlie\u00dflich preisen wir G&#8217;tt f\u00fcr die Unterscheidung (Havdalah) zwischen Heiligem und Allt\u00e4glichem, zwischen Licht und Finsternis, zwischen dem Volk G&#8217;ttes und anderen V\u00f6lkern, zwischen dem siebenten Tag und den \u00fcbrigen Tagen des Sch\u00f6pfungswerkes. Wir w\u00fcnschen uns eine gute Woche und lassen die Schabbat-Ausgangsfeier ausklingen mit einem Lied vom Propheten Eliyahu, dem Vorboten des Maschiach (Messias). Denn es hei\u00dft, an dem Tag, an dem alle Menschen den Schabbat heiligen werden, wird der Maschiach kommen.<br \/>\nMit der Sehnsucht nach diesem Schabbat gehen wir in die neue Woche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schabbat, seine wichtigsten Merkmale, wie er begangen wird, wo er herkommt. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4,2],"tags":[152],"class_list":["post-6","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-feiertage-und-feste","category-schabbat","tag-schabbat"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6\/revisions\/73"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}