{"id":6069,"date":"2020-07-24T14:37:26","date_gmt":"2020-07-24T12:37:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=6069"},"modified":"2020-07-24T15:09:42","modified_gmt":"2020-07-24T13:09:42","slug":"pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-2\/","title":{"rendered":"Pirkej Awot mit dem Kommentar des Moses Maimonides > Kapitel 2"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die \u00dcbersetzung stammt von Me\u2019ir Rawicz.<\/em><\/p>\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Alle Kapitel<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-1\/\">Kapitel 1<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-2\/\">Kapitel 2<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-3\/\">Kapitel 3<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-4\/\">Kapitel 4<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-5\/\">Kapitel 5<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-6\/\">Kapitel 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"section\">\u00a7 1<\/h3>\n<p>Rabbi sagt: Welches ist der rechte Weg, den sich der Mensch w\u00e4hlen soll? Derjenige, der ruhmvoll ist f\u00fcr den, der ihn wandelt und der ihm Ruhm eintr\u00e4gt von den Menschen<a href=\"#fn1\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref1\" role=\"doc-noteref\"><sup>1<\/sup><\/a>. Gib acht auf das geringe (minder wichtige) Gebot<a href=\"#fn2\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref2\" role=\"doc-noteref\"><sup>2<\/sup><\/a> wie auf das schwerwiegende<a href=\"#fn3\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref3\" role=\"doc-noteref\"><sup>3<\/sup><\/a>, denn du kennst nicht die Entlohnung und Vergeltung der religi\u00f6sen Gebote<a href=\"#fn4\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref4\" role=\"doc-noteref\"><sup>4<\/sup><\/a>. Bedenke, welchen Verlust du bei der Aus\u00fcbung eines religi\u00f6sen Gebotes hast gegen den Lohn (der deiner wartet und der den Verlust bei weitem \u00fcbertrifft), und bedenke den (geringen) Gewinn, den du von einer S\u00fcnde hast gegen\u00fcber ihrem (gro\u00dfen) Nachteil (den sie im Gefolge hat). Bedenke drei Dinge und du wirst nie zu einer S\u00fcnde kommen. Wisse, was \u00fcber dir ist, n\u00e4mlich ein allsehendes Auge, ein allh\u00f6rendes Ohr und wisse, dass alle deine Taten in ein Buch eingeschrieben werden<a href=\"#fn5\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref5\" role=\"doc-noteref\"><sup>5<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"a\">\u00a7 2a<\/h3>\n<p>R. Gamaliel, der Sohn des R. Jehuda hanassi, sagt: Sch\u00f6n ist das Studium der Thora, wenn es mit Weltsitte (w. mit einer Besch\u00e4ftigung)<a href=\"#fn6\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref6\" role=\"doc-noteref\"><sup>6<\/sup><\/a> verbunden ist, denn das Sichabm\u00fchen mit beiden macht die S\u00fcnde vergessen (scheucht sie aus dem Sinn) und jedes Studium der Thora, das nicht mit einer Arbeit (einem Handwerk oder Gewerbe) verbunden ist, h\u00f6rt schlie\u00dflich auf (hat keinen Bestand) und zieht S\u00fcnde nach sich <a href=\"#fn7\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref7\" role=\"doc-noteref\"><sup>7<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"b\">\u00a7 2b<\/h3>\n<p>Alle, die sich mit gemeinn\u00fctzigen Angelegenheiten besch\u00e4ftigen (gew\u00f6hnlich hei\u00dft es: <strong>\u05d5\u05db\u05dc \u05d4\u05e2\u05d5\u05e1\u05e7\u05d9\u05dd),<\/strong> sollen sich des Himmels wegen damit abm\u00fchen (gew\u00f6hnlich hei\u00dft es: <strong>\u05d9\u05d4\u05d9\u05d5 \u05e2\u05d5\u05e1\u05e7\u05d9\u05dd \u05dc\u05e9&#8220;\u05e9,<\/strong> hier steht: <strong>\u05d9\u05d4\u05d9\u05d5 \u05e2\u05d9\u05de\u05dc\u05d9\u05dd \u05e2\u05de\u05d4\u05dd),<\/strong> denn das Verdienst ihrer V\u00e4ter hilft ihnen und ihre Tugend besteht ewiglich. Euch aber werde ich viel Lohn erteilen, als ob ihr es getan h\u00e4ttet<a href=\"#fn8\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref8\" role=\"doc-noteref\"><sup>8<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-1\">\u00a7 3<\/h3>\n<p>Seid gewarnt vor den Herren der Obrigkeit<a href=\"#fn9\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref9\" role=\"doc-noteref\"><sup>9<\/sup><\/a>, denn sie nehmen den Menschen nur zu ihrem eigenen Nutzen auf, sie erscheinen als Freunde, wenn sie von ihm einen Vorteil suchen, aber sie stehen dem Menschen in seiner Not nicht bei.<\/p>\n<h3 id=\"a-1\">\u00a7 4a<\/h3>\n<p>Derselbe (R. Gamaliel, der Sohn des R. Jehuda hanassi) sagte: Vollziehe seinen (Gottes) Willen, als wenn es dein eigener Wille w\u00e4re, damit er deinen Willen nach seinem Willen (wie er es f\u00fcr gut findet) tue. Entsage auch deinem Willen wegen seines Willens (unterdr\u00fccke deine Leidenschaft, wenn Gott den Genuss verboten hat), damit er den Willen anderer aufhebe wegen deines Willens.<\/p>\n<h3 id=\"b-1\">\u00a7 4b<\/h3>\n<p>Hillel sagte: Sondere dich nicht von einer (religi\u00f6sen) Gesamtheit ab<a href=\"#fn10\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref10\" role=\"doc-noteref\"><sup>10<\/sup><\/a> und glaube nicht an dich (traue dir selbst nicht) bis zum Tage deines Todes<a href=\"#fn11\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref11\" role=\"doc-noteref\"><sup>11<\/sup><\/a>. Richte nicht eher deinen N\u00e4chsten, bis du an seine Stelle gelangt bist. Sage nicht, das kann man unm\u00f6glich erfahren<a href=\"#fn12\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref12\" role=\"doc-noteref\"><sup>12<\/sup><\/a>, denn schlie\u00dflich wird es doch geh\u00f6rt (ein \u00e4hnlicher Gedanke wie Koheleth 10, 20). Sage ferner nicht: Wenn ich Musse haben werde, werde ich lernen, denn vielleicht wirst du gar keine Musse bekommen.<\/p>\n<h3 id=\"section-2\">\u00a7 5<\/h3>\n<p>Derselbe (Hillel) sagte: Ein Ungebildeter<a href=\"#fn13\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref13\" role=\"doc-noteref\"><sup>13<\/sup><\/a> ist nicht S\u00fcndenscheu, ein am ha arez, ein Idiot (jemand, der f\u00fcr die Erde, das Irdische lebt, namentlich \u00dcbertreter einzelner Satzungen, die der Chaber <strong>\u05d7\u05d1\u05e8<\/strong> streng befolgte) kann nicht wirklich fromm, ein Versch\u00e4mter (Sch\u00fcchterner) lernt nichts, ein J\u00e4hzorniger kann nicht lehren (unterrichten), nicht jeder, der viel Handel treibt, wird weise werden (weil ihm das Gesch\u00e4ft zu wenig Zeit zum Studium \u00fcbrig l\u00e4sst, <strong>\u05d9\u05ea\u05d7\u05db\u05dd = \u05de\u05d7\u05db\u05d9\u05dd<\/strong> intrns.) und an einem Orte, wo keine M\u00e4nner vorhanden sind (die die Gemeindeangelegenheiten in die Hand nehmen k\u00f6nnen), bestrebe dich<a href=\"#fn14\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref14\" role=\"doc-noteref\"><sup>14<\/sup><\/a>, ein Mann zu sein (und energisch aufzutreten).<\/p>\n<h3 id=\"section-3\">\u00a7 6<\/h3>\n<p>Er (Hillel) sah auch einst einen Sch\u00e4del, welcher auf dem Wasser schwamm, da sagte er zu ihm: Weil du ertr\u00e4nkt hast, haben sie dich ertr\u00e4nkt; schlie\u00dflich aber werden diejenigen, welche dich ertr\u00e4nkten, wieder ertrinken<a href=\"#fn15\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref15\" role=\"doc-noteref\"><sup>15<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"a-2\">\u00a7 7a<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Je mehr Fleisch (am K\u00f6rper), desto mehr Gew\u00fcrm (nagt am K\u00f6rper nach dem Tode), je mehr Verm\u00f6gen, desto mehr Sorge (dass man nichts davon verliert), je mehr Frauen, desto mehr Zauberei, je mehr Sklavinnen, desto mehr Unzucht, je mehr Sklaven, desto mehr Raub (Diebstahl), je mehr Thora aber, desto mehr Leben, je mehr Akademien (Lehrh\u00e4user), desto mehr Weisheit, je mehr Rat (man sich holt), desto mehr Einsicht (Klarheit kommt in eine Sache), je mehr Tugend, desto mehr Frieden. Wer sich einen guten Namen erworben, hat ihn f\u00fcr sich selbst erworben, wer Thorakenntnisse sich angeeignet, hat sich Anteil am Leben einer zuk\u00fcnftigen Welt erworben.<\/p>\n<h3 id=\"b-2\">\u00a7 7b<\/h3>\n<p>R. Jochanan b. Sakkai empfing (die \u00dcberlieferung) von Hillel und Samai. Er sagte: Wenn du viel Thora lerntest, so tue dir nichts darauf zu gute, denn dazu bist du gebildet (geschaffen) worden.<\/p>\n<h3 id=\"c\">\u00a7 7c<\/h3>\n<p>F\u00fcnf Sch\u00fcler hatte R. Jochanan b. Sakkai: R. Eli\u00ebser b. Horkanos, R. Josua b. Chananja, R. Jose der Kohen, R. Simon b. Nathana\u00ebl und R. Eleasar b. Arach. Er z\u00e4hlte einst ihre guten, lobenswerten Eigenschaften auf (und sagte): R. Eli\u00ebser b. Horkanos gleicht einer verkalkten Zisterne, die keinen Tropfen verdirbt<a href=\"#fn16\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref16\" role=\"doc-noteref\"><sup>16<\/sup><\/a>. Von R. Josua (sagte er): Heil der, die ihn geboren hat!<a href=\"#fn17\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref17\" role=\"doc-noteref\"><sup>17<\/sup><\/a> R. Jose ist ein frommer Mann<a href=\"#fn18\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref18\" role=\"doc-noteref\"><sup>18<\/sup><\/a>. R. Simon b. Nathana\u00ebl ist s\u00fcndenscheu<a href=\"#fn19\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref19\" role=\"doc-noteref\"><sup>19<\/sup><\/a>, und R. Eli\u00ebser b. Arach gleicht einer immer st\u00e4rker werdenden Quelle (so nimmt er immer mehr an Wissen zu)<a href=\"#fn20\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref20\" role=\"doc-noteref\"><sup>20<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"a-3\">\u00a7 8a<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Wenn alle Weisen Israels in der einen Wagschale liegen m\u00f6chten und R. Eli\u00ebser b. Horkanos in der andern, so w\u00fcrde er sie alle aufwiegen. Abba Saul sagte in seinem (des R. Jochanan b. Sakkai) Namen so: Wenn alle Weisen Israels in der einen Wagschale liegen w\u00fcrden und R.E.b.H. auch bei, ihnen, aber R. Eli\u00ebser b. Arach in der andern, so w\u00fcrde dieser sie alle aufwiegen.<\/p>\n<h3 id=\"b-3\">\u00a7 8b<\/h3>\n<p>Er (R. J. b. S.) sprach einst zu ihnen (seinen Sch\u00fclern): Gehet hinaus und sehet (\u00fcberleget), welches der rechte Weg (das Richtigste) sei, dem der Mensch sich anschlie\u00dfen soll. R. Eli\u00ebser sagte: Ein gutes Auge<a href=\"#fn21\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref21\" role=\"doc-noteref\"><sup>21<\/sup><\/a>. R. Jehoschua sagte: Ein guter Freund. R. Jose sagte: Ein guter Nachbar. R. Simon sagte: Wer das Zuk\u00fcnftige im voraus sieht<a href=\"#fn22\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref22\" role=\"doc-noteref\"><sup>22<\/sup><\/a>. R. Eleasar sagte: Ein gutes Herz. Darauf sagte er (R. Jochanan b. Sakkai) zu ihnen: Mir gef\u00e4llt das, was R. Eleasar sagte, denn in seinen Worten sind die eurigen mit enthalten. Er sagte zu ihnen: Jetzt gehet hinaus und \u00fcberleget, was das Schlechteste ist, wovon sich der Mensch fernhalten soll. R. Eleasar sagte: Ein missg\u00fcnstiges Auge, R. Josua, ein schlechter Genosse, R. Jose, ein schlechter Nachbar, R. Simon meinte, ein solcher, der sich leiht und nicht bezahlt<a href=\"#fn23\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref23\" role=\"doc-noteref\"><sup>23<\/sup><\/a>, sei es, dass man sich von Menschen oder von Gott leiht, wie (Ps. 37, 21) steht: \u201cEs borgt der Frevler und bezahlt nicht, aber der Gerechte ist mildt\u00e4tig und gibt\u201d<a href=\"#fn24\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref24\" role=\"doc-noteref\"><sup>24<\/sup><\/a>, R. Eli\u00ebser meint, ein b\u00f6ses Herz und sagte er zu ihnen: Mir gefallen<a href=\"#fn25\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref25\" role=\"doc-noteref\"><sup>25<\/sup><\/a> die Worte des R. Eli\u00ebser b. Arach, denn in seinen Worten sind die eurigen mit enthalten.<\/p>\n<h3 id=\"section-4\">\u00a7 9<\/h3>\n<p>Sie sagten drei Dinge: R. Eli\u00ebser sagte: Es sei die Ehre deines N\u00e4chsten dir so lieb, wie die deinige; sei nicht leicht zu erz\u00fcrnen<a href=\"#fn26\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref26\" role=\"doc-noteref\"><sup>26<\/sup><\/a>; kehre einen Tag vor deinem Tode (zu Gott) zur\u00fcck<a href=\"#fn27\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref27\" role=\"doc-noteref\"><sup>27<\/sup><\/a>, w\u00e4rme dich am Feuer der Weisen<a href=\"#fn28\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref28\" role=\"doc-noteref\"><sup>28<\/sup><\/a>, aber h\u00fcte dich vor ihrer Glut, dass du nicht versengst; denn ihr Biss ist der Biss des Schakals, ihr Stich der Stich des Skorpions, ihr Zischen das Zischen des Saraph (der Schlange) und alle ihre Worte gleichen gl\u00fchenden Kohlen.<\/p>\n<h3 id=\"section-5\">\u00a7 10<\/h3>\n<p>R. Josua sagt: Ein missg\u00fcnstiges Auge, der b\u00f6se Trieb und der Hass der Menschen bringen den Menschen (fr\u00fchzeitig) von der Welt<a href=\"#fn29\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref29\" role=\"doc-noteref\"><sup>29<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-6\">\u00a7 11<\/h3>\n<p>R. Jose sagt: Das Geld deines N\u00e4chsten sei dir so lieb wie das deinige, schicke dich an<a href=\"#fn30\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref30\" role=\"doc-noteref\"><sup>30<\/sup><\/a>, Thora zu lernen, da sie nicht als ein Erbe (ohne M\u00fche) dir zukommt und alle deine Taten sollen im Namen (zur Ehre) Gottes ausgef\u00fchrt werden<a href=\"#fn31\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref31\" role=\"doc-noteref\"><sup>31<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-7\">\u00a7 12<\/h3>\n<p>R. Simon sagt: Sei vorsichtig (oder sei eifrig) beim Lesen des Schema und des 18 Gebetes (verrichte es gleich nach Sonnenaufgang) und wenn du betest, so mache dein Gebet nicht zu etwas Feststehendem<a href=\"#fn32\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref32\" role=\"doc-noteref\"><sup>32<\/sup><\/a> (Gewohnheitsm\u00e4ssigem, was zu einer bestimmten, feststehenden Zeit getan werden muss), sondern flehe um Erbarmen dabei vor Gott, wie (Joel 2, 13) gesagt ist: \u201cDenn gn\u00e4dig und barmherzig ist er, langm\u00fctig und reich an Huld und bedenkt sich wegen des Unheils\u201d und sei kein Frevler vor dir selbst (wenn du mit dir allein bist und denkst, du w\u00fcrdest von den Menschen nicht gesehen werden und der Strafe entgehen k\u00f6nnen).<\/p>\n<h3 id=\"section-8\">\u00a7 13<\/h3>\n<p>R. Eleasar sagt: Sei eifrig<a href=\"#fn33\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref33\" role=\"doc-noteref\"><sup>33<\/sup><\/a> im Thorastudium, wisse, was du einem Epikur\u00e4er<a href=\"#fn34\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref34\" role=\"doc-noteref\"><sup>34<\/sup><\/a> (Freidenker, einem Anh\u00e4nger der freien Denkungsweise des gr. Philosophen Epikurus) erwidern sollst, wisse auch, vor wem du dich abm\u00fchst (beim Thorastudium)<a href=\"#fn35\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref35\" role=\"doc-noteref\"><sup>35<\/sup><\/a> und dein Werkmeister ist glaubw\u00fcrdig, dass er dir den Lohn f\u00fcr dein Tun bezahlen wird.<\/p>\n<h3 id=\"section-9\">\u00a7 14<\/h3>\n<p>R. Tarfon sagt: Der Tag ist kurz, die Arbeit viel, die Arbeiter sind tr\u00e4ge, der Lohn ist gro\u00df und der Herr dr\u00e4ngt<a href=\"#fn36\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref36\" role=\"doc-noteref\"><sup>36<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-10\">\u00a7 15<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Dir liegt es nicht ob, die Arbeit zu vollenden, du bist aber auch nicht frei, dass du dich ihrer entziehen darfst. Wenn du viel Thora gelernt hast, gibt man dir viel Lohn, denn dein Werkmeister ist beglaubt, dass er dir den Lohn deines Tuns bezahlen wird. Du musst n\u00e4mlich wissen, dass die Erteilung des Lohnes f\u00fcr die Frommen erst in der zuk\u00fcnftigen Welt zu erwarten ist<a href=\"#fn37\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref37\" role=\"doc-noteref\"><sup>37<\/sup><\/a>.<\/p>\n<section class=\"footnotes\" role=\"doc-endnotes\">\n<hr>\n<ol>\n<li id=\"fn1\" role=\"doc-endnote\"><p>Damit sind die guten Werke gemeint, s. oben 4. Abschnitt, d.h. man soll die Tugenden, die in der Mitte von zwei Extremen liegen, \u00fcben, wodurch man f\u00fcr die Seele einen w\u00fcrdigen Zustand schaffen kann, man soll mit den Menschen freundlich umgehen.<a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn2\" role=\"doc-endnote\"><p>z.B. die Festfreude an den drei Wallfahrtsfesten und das Erlernen der heiligen (hebr\u00e4ischen) Sprache.<a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn3\" role=\"doc-endnote\"><p>z.B. die Beschneidung, das Gebot der Schauf\u00e4den, das Schlachten des Pessachlamms.<a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn4\" role=\"doc-endnote\"><p>Bei den Verboten steht die Bestrafung f\u00fcr ihre \u00dcbertretung in der Thora, teils erfolgt darauf gerichtliche Todesstrafe, teils Koreth (Ausrottung), d.&nbsp;i. g\u00f6ttliche Todesstrafe und Geisselung. An den Strafen f\u00fcr \u00dcbertretung der Verbote k\u00f6nnen wir erkennen, wie schwer ein Verbot ist und welches nicht so schwer ist und zwar gibt es acht Abstufungen dabei: 1. Verbote, worauf Steinigung, 2. worauf Verbrennung, 3. Tod durchs Schwert, 4. Erw\u00fcrgung, 5. Koreth, 6. g\u00f6ttliche Todesstrafe, 7. Geisselung, 8. Verbote, worauf keine Geisselung gesetzt ist. An diesen verschiedenen Graden von Verboten k\u00f6nnen wir die schwere resp. leichtere Art des Vergehens ermessen, aber bei den Geboten wissen wir nicht, welcher Lohn auf jedes einzelne erfolgt, das ist nur deshalb, damit wir nicht wissen sollen, welches Gebot mehr und welches weniger beachtet zu werden verdient. Gott befahl, das und das zu tun, ohne anzugeben, welches von zwei Geboten mehr belohnt wird, weshalb man alles gleich beobachten m\u00fcsse. Wegen dieses Grundsatzes hei\u00dft es (Sota 22b): \u201cWer sich mit einem Gebote besch\u00e4ftigt, ist von einem andern befreit\u201d, ohne dass ein Unterschied gemacht wird zwischen dem Gebote, womit man besch\u00e4ftigt ist und dem andern, von dem man befreit ist (weil alle Gebote in gleichem Range stehen). Deshalb sagte man auch (Joma 33a): \u201cMan darf Gebote nicht \u00fcbergehen\u201d (nicht das eine, weil es wichtiger zu sein scheint, dem andern vorziehen), dann sagt er (der Autor der Mischna): Obwohl dir nicht offenbar ist, wie weit das eine Gebot mehr geliebt zu werden verdient, als ein anderes, so gibt es doch einen Massstab daf\u00fcr, n\u00e4mlich so gro\u00df die Strafe, welche auf die Nichtbefolgung eines Gebotes gesetzt ist, ebenso gro\u00df ist der Lohn f\u00fcr die Befolgung dieses Gebotes, z. B. Beschneidung, Darbringung des Pessachopfers, das Brachliegenlassen der Felder im Erlassjahre, das Anfertigen eines Gel\u00e4ndes um das Dach eines Hauses (Deuter. 22, 8), alle diese sind Gebote. Wer aber am Sabbath eine Arbeit verrichtet, macht sich der Steinigung schuldig, wer die Beschneidung (bei seinem Kinde) nicht vollziehen l\u00e4sst oder kein Opfer zum Feste darbringt, macht sich der Korethstrafe schuldig, wer Blut kommen l\u00e4sst auf sein Haus (ibid.), erh\u00e4lt Geisselhiebe, wie es hei\u00dft: \u201cDu sollst keine Blutschuld \u00fcber dein Haus bringen.\u201d Daran kannst du erkennen, dass der Lohn f\u00fcr das Ruhen am Sabbath gr\u00f6sser ist, als der Lohn f\u00fcr die Beschneidung (weil auch die Strafe f\u00fcr die Nichtbefolgung gr\u00f6sser ist). Der Lohn f\u00fcr die Beschneidung wiederum gr\u00f6sser als der Lohn f\u00fcr die Anfertigung eines Gel\u00e4ndes, was mit den Worten gesagt sein soll: \u201cBedenke den Verlust, den du durch die Nichtbefolgung hast gegen den Lohn f\u00fcr die Befolgung.\u201d Auch spricht er (der Autor der Mischna) von einem Lohn f\u00fcr die S\u00fcnde, wenn du sie nicht begehst, was auch nicht klar ist, aber erweise es von der Strafe, denn der Lohn f\u00fcr die Unterlassung einer S\u00fcnde richtet sich nach der Gr\u00f6sse der Strafe, die auf die Begehung der betreffenden S\u00fcnde gesetzt ist, wie in Kidduschin steht: \u201cWer still sitzt und keine S\u00fcnde begeht, dem gibt man Lohn, als h\u00e4tte er ein Gebot erf\u00fcllt\u201d, was wir z.St. n\u00e4her erkl\u00e4rten.<a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn5\" role=\"doc-endnote\"><p>So spricht auch die Thora, als Gott die Taten (das Anfertigen des goldenen Kalbes) bekannt wurden, wie Moses sagte: \u201cStreiche mich aus dem Buche, das du geschrieben hast\u201d (Exod. 32, 35) also auch in der Thora von einem Buche die Rede ist.)<a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn6\" role=\"doc-endnote\"><p>Mit einem Gewerbsund Ern\u00e4hrungszweig.<a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn7\" role=\"doc-endnote\"><p>Man wird schlie\u00dflich zum R\u00e4uber und Dieb wegen allzugro\u00dfer Armut.<a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn8\" role=\"doc-endnote\"><p>Wenn die mit gemeinn\u00fctzigen Angelegenheiten sich Besch\u00e4ftigenden manches Gebot nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen, so rechnet es ihnen Gott an, als ob sie es dennoch getan h\u00e4tten.<a href=\"#fnref8\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn9\" role=\"doc-endnote\"><p>Vor den Machthabern, W\u00fcrdentr\u00e4gern.<a href=\"#fnref9\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn10\" role=\"doc-endnote\"><p>Im vierten Abschnitt sagten wir, dass man sich von der Gesamtheit nur nach Massgabe ihrer Lasterhaftigkeit trennen soll.<a href=\"#fnref10\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn11\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. wenn beim Menschen auch der Seelenzustand in Ordnung und erstarkt ist, so soll er doch noch einmal so viel Gutes tun, damit sein Seelenzutand noch fester werde; er soll nicht selbstbewusst und selbstvertrauend sagen: Die Tugend ist mir eigen und kann sie unm\u00f6glich von mir weichen.<a href=\"#fnref11\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn12\" role=\"doc-endnote\"><p>Maimonides erkl\u00e4rt es so: Dr\u00fccke dich nicht in einer Weise aus, dass deine Worte im ersten Moment ganz unverst\u00e4ndlich sind und erst bei genauem Aufmerken und tiefem Nachdenken verstanden werden k\u00f6nnen, sondern der Wortsinn deiner Rede soll sofort klar und verst\u00e4ndlich sein. Sage also nicht, es wird schlie\u00dflich verst\u00e4ndlich sein; was jedoch nicht richtig ist.<a href=\"#fnref12\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn13\" role=\"doc-endnote\"><p><strong>\u05d1\u05d5\u05e8<\/strong> ist ein solcher, der weder Wissen noch gute Eigenschaften besitzt, w\u00e4hrend ein Am ha arez zwar auch keine geistigen Vorz\u00fcge hat, aber doch einige gute moralische Eigenschaften besitzt.<a href=\"#fnref13\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn14\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. wenn keine Gelehrte da sind, von denen du lernen kannst, h\u00f6here Vorz\u00fcge dir anzueignen, lerne selbst, wie das Targum zu Gen.&nbsp;32, 25 <strong>\u05d5\u05d9\u05d0\u05d1\u05e7 \u05d0\u05d9\u05e9 \u05e2\u05de\u05d5<\/strong> mit: <strong>\u05d5\u05d0\u05e9\u05ea\u05d3\u05dc \u05d2\u05d1\u05e8\u05d0 \u05e2\u05de\u05d9\u05d4<\/strong> \u00fcbersetzt. Ferner steht (Erubin 55a): Die Thora wird nicht bei hochm\u00fctigen und stolzen Leuten angetroffen, auch nicht bei solchen, die in ferne L\u00e4nder gehen (immer auf Reisen sind), was sie, um es verst\u00e4ndlich zu machen, mit dem Verse (Deuter. 30, 13) belegten: \u201cSie (die Thora) ist nicht jenseits des Meeres\u201d usw., d.h. nicht bei Hochm\u00fctigen und \u00fcbers Meer Reisenden ist sie zu finden.<a href=\"#fnref14\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn15\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. die schlechten Taten r\u00e4chen sich an dem, von welchem sie ausgingen, wie es hei\u00dft (Spr. Sal. 5, 22): \u201cDie eigenen Missetaten fangen ihn, den Frevler\u201d usw. Ferner (Ps. 7, 16): \u201cEine Grube gr\u00e4bt und h\u00f6hlt sie aus\u201d (und f\u00e4llt in den Abgrund, den er gemacht). Auch sagen die Weisen (Sanh. 100a, Sota 9b): Mit demselben Masse, womit jemand misst, misst man auch ihm, was man zu jeder Zeit und an jedem Orte wahrnehmen kann, dass wer B\u00f6ses tut und immer von neuem Lasterhaftes begeht, selbst von dem B\u00f6sen, das er neu erfindet, gesch\u00e4digt wird, weil er an eine Arbeit gew\u00f6hnt ist, die ihm und andern schadet, umgekehrt ist es bei guten Taten.<a href=\"#fnref15\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn16\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. er hat ein gutes Ged\u00e4chtnis, er beh\u00e4lt alles, was er lernt und geht bei ihm nichts verloren.<a href=\"#fnref16\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn17\" role=\"doc-endnote\"><p>Weil er so gute moralische Eigenschaften besass, denn ein solcher wird gl\u00fccklich gepriesen, geehrt und von der Welt gr\u00f6sstenteils geliebt.<a href=\"#fnref17\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn18\" role=\"doc-endnote\"><p>Weil er vorz\u00fcgliche ethische und intellektuelle Eigenschaften hatte.<a href=\"#fnref18\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn19\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. eifrig und strebsam in der Aus\u00fcbung guter (religi\u00f6ser) Angelegenheiten und nimmt sich vor dem B\u00f6sen in acht.<a href=\"#fnref19\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn20\" role=\"doc-endnote\"><p>Er versteht alles gut und alles Schwierige und Tieferliegende ist ihm leicht verst\u00e4ndlich und f\u00fcgt sein Verstand zu dem Gegenstande manches hinzu.<a href=\"#fnref20\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn21\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. die Gen\u00fcgsamkeit mit dem, was man besitzt, was zu den ethischen Eigenschaften geh\u00f6rt; das Gegenteil davon ist das b\u00f6se Auge, d.&nbsp;i. die Verkleinerung der Dinge und die Schnelligkeit (eifriges Streben), noch mehr zu erlangen.<a href=\"#fnref21\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn22\" role=\"doc-endnote\"><p>Er erkennt das Zuk\u00fcnftige aus dem, was in der Gegenwart vorgeht, nicht durch Kenntnisse, so dass er durch die hohen Geistesvorz\u00fcge die Zukunft berechnet. Er lernt das Verborgene von dem Offenkundigen, er betrachtet die menschlichen Dinge und verfolgt sie bis zu ihrem letzten Endziele.<a href=\"#fnref22\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn23\" role=\"doc-endnote\"><p>Das gilt als Beispiel f\u00fcr etwas sehr Schlechtes.<a href=\"#fnref23\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn24\" role=\"doc-endnote\"><p>Er vergilt dem, der das Geliehene nicht wieder erh\u00e4lt.<a href=\"#fnref24\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn25\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. nach genauer Pr\u00fcfung w\u00e4hlte er die Worte des R. Eli\u00ebser als die besten aus, denn in dem guten Herzen ist alles enthalten, wie bereits oben im 4. (S. 9 \u00a7 II) und 2. (S. 6) Abschnitt auseinandergesetzt ist, dass die sich regende Seele im Herzen ihren Sitz hat, die Herzkammer und die Nieren stammen auch davon. Und obgleich alle Kr\u00e4fte vom Herzen ausgehend zu betrachten sind und vom Herzen ihren Anfang nehmen, was auch die wahre (richtige) Ansicht ist, so breitet sich doch die angeregte Kraft nicht von ihm nach einem andern Gliede aus, wie z. B. die ern\u00e4hrende Kraft, d.h. das Wachstum vom Herzen zur Leber geht. Unter einem guten Herzen sind demnach zu verstehen die guten Taten, die mittleren T\u00e4tigkeiten (in der Mitte von zwei Extremen), d.h. die moralischethischen Eigenschaften, was die Enthaltsamkeit, die Liebe zu allem Guten und ausserdem noch andere gute Eigenschaften in sich schlie\u00dft, umgekehrt fasst das schlechte Herz alle schlechten Eigenschaften, wovor man sich in acht nehmen muss, in sich.<a href=\"#fnref25\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn26\" role=\"doc-endnote\"><p>Bringe dich nicht selbst schnell in Zorn und sagen die Weisen: Wer in Zorn ger\u00e4t, gleicht einem G\u00f6tzendiennr, was mit dem Verse (Ps. 81, 10): \u201cNicht soll in dir sein ein fremder Gott und b\u00fccke dich nicht vor einem andern Gotte\u201d belegt wird, d.h. beides ist eins.<a href=\"#fnref26\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn27\" role=\"doc-endnote\"><p>Da der Mensch nicht weiss, wann er sterben wird, so muss er jeden Tag denken, er k\u00f6nnte schon morgen sterben, so dass der heutige Tag der Tag vor seinem Tode sein w\u00fcrde, und somit bringt er sein ganzes Leben in Busse zu (Sabbath 153a).<a href=\"#fnref27\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn28\" role=\"doc-endnote\"><p>Dies ist kein Ausspruch, der eine Morallehre enth\u00e4lt, sondern etwas, was er sonstwo geh\u00f6rt hat und erz\u00e4hlte er es wieder und deshalb wird es nicht zugez\u00e4hlt den (ersten drei) Hauptausspr\u00fcchen. Gemeint ist damit folgendes: Wenn du dich zu Weisen und hervorragenden M\u00e4nnern gesellst, so reibe dich nicht an ihnen und erhebe dich nicht \u00fcber sie, sondern sei ihr Genosse, um ihnen kund zu tun, dass du dich ihnen n\u00e4hern wirst, wenn sie dich sich ann\u00e4hern werden. Suche aber nicht, dich ihnen mehr anzuschlie\u00dfen, als sie es mit dir tun, denn sonst k\u00f6nntest du ihrer Gesinnung gegen dich schaden und ihre Liebe in Hass verwandeln und w\u00fcrdest den Nutzen von ihnen nicht erlangen, den du erhoffst, gleich wie jemand, der sich am Feuer w\u00e4rmt, der nur einen Nutzen vom Feuer hat, wenn er in einer gewissen Entfernung bleibt; wird er aber wag halsig und kommt er dem Feuer zu nahe, verbrennt er sich und statt Nutzen erleidet er Schaden, was mit den Worten gemeint ist: W\u00e4rme dich, aber nimm dich in acht vor ihrer Glut, dass du nicht versengst. Dann schreckt er davor noch mehr ab mit dem Zusatz: Denke nicht, dass du, wenn sie (die geschm\u00e4hten Weisen) dich geflucht haben, sie um Verzeihung bitten wirst, sie dir vergeben werden, denn sie h\u00f6ren nicht auf die Stimme des Beschw\u00f6rers, wie der Seraph nicht auf ihn h\u00f6rt, wie es (Ps. 58, 6) hei\u00dft: \u201cSie h\u00f6ren nicht auf die Stimme der Beschw\u00f6rer.\u201d Das kannst du auch von Gechasi (II K\u00f6n. 5, 20, 27) wissen, der mit einer ekelhaften Krankheit bestraft wurde, weil er gegen seinen Herrn Elisa sich aufgelehnt hatte, wie aus den Worten der Weisen hervorgeht (Sanhedrin 107b) in Betreff der Prophetenstelle (II K\u00f6n. 7, 3): \u201cEs waren vier auss\u00e4tzige M\u00e4nner am Eingange des Tores\u201d; ebenso ist bei R. Josua b. Parachja und bei allen andern ausser ihnen der Schaden angegeben, den sie dadurch erlitten, dass ihre Sch\u00fcler einen schlechten Lebenswandel f\u00fchrten (w. das Essen anbrennen liessen).<a href=\"#fnref28\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn29\" role=\"doc-endnote\"><p>Er meint: das Haschen nach irdischem Gut, die gro\u00dfe Leidenschaft und die Schlechtigkeit der Seele ist die Krankheit eines Pessimisten, dabei verachtet der Mensch das, was seine Augen sehen und hasst es, er befindet sich nur wohl in der Gesellschaft von Tieren, er liebt die Einsamkeit in den W\u00fcsten und in den W\u00e4ldern, er sucht sich einen Ort aus, der nicht bewohnt ist, was nicht aus Fr\u00f6mmigkeit geschieht, sondern wegen der schlechten Leidenschaft und aus Neid gegen andere. Solche Leute sterben ohne Zweifel, wenn der K\u00f6rper krank wird, vor der Zeit.<a href=\"#fnref29\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn30\" role=\"doc-endnote\"><p>Wir erkl\u00e4rten bereits im 8. Abschnitt (oben S. 38), was unter R\u00fcsten und Vorbereiten zu verstehen ist, denn der Mensch muss Vorbereitung treffen zur Erlangung von Tugenden.<a href=\"#fnref30\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn31\" role=\"doc-endnote\"><p>Im 5. Abschnitt (oben S. 22 u. 23) erkl\u00e4rten wir, was die Worte bedeuten: Alle deine Taten sollen im Namen des Himmels geschehen.<a href=\"#fnref31\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn32\" role=\"doc-endnote\"><p><strong>\u05e7\u05d1\u05e2<\/strong> bedeutet etwas, was einem schwer ankommt. Du sollst das Gebet nicht betrachten, als ob man dir befehlen w\u00fcrde, ein Gesch\u00e4ft zu verrichten, wovon man sich gern befreien m\u00f6chte.<a href=\"#fnref32\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn33\" role=\"doc-endnote\"><p>\u00dcber <strong>\u05e9\u05e7\u05d3<\/strong> vgl. Jeremias 1, 12, schnell, emsig sein, oder auch best\u00e4ndig, oft etwas tun, wie (Spr. Sal. 8, 34) steht: <strong>\u05dc\u05e9\u05e7\u05d5\u05d3 \u05e2\u05dc \u05d3\u05dc\u05ea\u05d5\u05ea\u05d9 \u05d9\u05d5\u05dd \u05d9\u05d5\u05dd<\/strong><a href=\"#fnref33\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn34\" role=\"doc-endnote\"><p>Wenn er an dich Fragen richtet. Es hei\u00dft (Sanhedrin 38b): Das gilt bloss von einem nichtj\u00fcdischen Freidenker, aber ein j\u00fcdischer wird durch Widerlegungen noch mehr entarten, d.h. er wird noch sp\u00f6ttischer werden und hat es keinen Zweck, sich mit ihm in Dispute einzulassen, wie es (Spr. Sal. 2, 19) hei\u00dft: \u201cAlle, die zu ihr kommen, kehren nicht zur\u00fcck und erreichen nicht wieder die Pfade des Lebens.\u201d Ferner sagen die Weisen: Wenn du auch die Ansichten der \u00fcbrigen V\u00f6lker (\u00fcber Religion) kennen lernst, um sie zu widerlegen, so sollst du dir doch nichts davon aneignen, denn Gott kennt dein Inneres.<a href=\"#fnref34\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn35\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. das Herz muss immer auf den Glauben an Gott gerichtet sein.<a href=\"#fnref35\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn36\" role=\"doc-endnote\"><p>Das bezieht sich auf die K\u00fcrze der Lebensjahre und die F\u00fclle von Wissenswertem, die es gibt, w\u00e4hrend die Menschen zu l\u00e4ssig sind, sich Wissen anzueignen, obwohl viel Lohn darauf gesetzt ist und die Thora warnend ihre Stimme erhebt und ermahnt, nach Weisheit und frommen Sitten zu streben.<a href=\"#fnref36\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn37\" role=\"doc-endnote\"><p>Was unter <strong>\u05e2\u05d5\u05dc\u05dd \u05d4\u05d1\u05d0<\/strong> zu verstehen ist, erkl\u00e4rten wir zur Gen\u00fcge im 10. Abschnitt von Sanhedrin.<a href=\"#fnref37\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pirkej Awot mit dem Kommentar des Moses Maimonides > Kapitel 2 in deutscher \u00dcbersetzung<\/p>\n","protected":false},"author":32,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,98],"tags":[117,191],"class_list":["post-6069","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-creative-commons","category-mischna-awot","tag-creative-commons","tag-mischna"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6069"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6069\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6095,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6069\/revisions\/6095"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}