{"id":6075,"date":"2020-07-24T14:45:07","date_gmt":"2020-07-24T12:45:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=6075"},"modified":"2020-07-24T15:10:10","modified_gmt":"2020-07-24T13:10:10","slug":"pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-3\/","title":{"rendered":"Pirkej Awot mit dem Kommentar des Moses Maimonides > Kapitel 3"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die \u00dcbersetzung stammt von Me\u2019ir Rawicz.<\/em><\/p>\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Alle Kapitel<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-1\/\">Kapitel 1<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-2\/\">Kapitel 2<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-3\/\">Kapitel 3<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-4\/\">Kapitel 4<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-5\/\">Kapitel 5<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-6\/\">Kapitel 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"section\">\u00a7 1<\/h3>\n<p>Akabja, der Sohn des Mahallalel sagt: Bedenke drei Dinge und du wirst nicht zu einer S\u00fcnde kommen: Wisse, woher du kommst, wohin du gehst und vor wem du einst Rechenschaft wirst ablegen m\u00fcssen. Du kommst von einem \u00fcbelriechenden Tropfen, gehst nach einem Orte, wo Staub, Maden und W\u00fcrmer sind, und musst einst vor Gott, dem K\u00f6nige aller K\u00f6nige, dem Heiligen, gepriesen sei er, Rechenschaft ablegen<a href=\"#fn1\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref1\" role=\"doc-noteref\"><sup>1<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"a\">\u00a7 2a<\/h3>\n<p>R. Chanina, der Segan der Priester (Oberster der Tempelherren, welcher, n\u00e4chst dem Hohepriester, das h\u00f6chste priesterliche Amt bekleidete, Priesterf\u00fcrst) sagte: Bete f\u00fcr das Wohl der Regierung, denn wenn die Furcht (vor der Regierung) nicht w\u00e4re, w\u00fcrde einer den andern lebendig verschlingen.<\/p>\n<h3 id=\"b\">\u00a7 2b<\/h3>\n<p>R. Chanina b. Tharadjon sagt: Wenn zwei Leute irgendwo sitzen, ohne dass sie sich von den Worten der Lehre unterhalten, so ist das ein Ort, wo Sp\u00f6tter sitzen<a href=\"#fn2\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref2\" role=\"doc-noteref\"><sup>2<\/sup><\/a>, nach Ps. 1, 1: \u201cIm Kreise der Sp\u00f6tter nicht sitzt\u201d; wenn dagegen zwei zusammensitzen und sie unterhalten sich wohl von den Worten der Lehre, so ruht die Schechina (Gottheit. S. m. \u00dcbers, des Traktats Sanhedrin S. 48 Anm. 2) unter ihnen (nach Maleachi 3, 16): \u201cEs bereden sich einst die Gottesf\u00fcrchtigen einer mit dem andern und Gott vernimmt und h\u00f6rt, und es wird geschrieben in das Buch des Gedenkens vor ihm f\u00fcr die Gottesf\u00fcrchtigen, die seines Namens gedenken.\u201d Davon ist allerdings nur bewiesen, dass es bei zweien sich so verh\u00e4lt, woher aber beweist man, dass, wenn ein einzelner sitzt und sich mit der Thora besch\u00e4ftigt, Gott ihm seinen Lohn bestimmt?<a href=\"#fn3\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref3\" role=\"doc-noteref\"><sup>3<\/sup><\/a> Weil (Echa 3, 28) steht: \u201cEr sitze einsam und schweige; denn Gott legt es ihm auf.\u201d<a href=\"#fn4\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref4\" role=\"doc-noteref\"><sup>4<\/sup><\/a><\/p>\n<h3 id=\"section-1\">\u00a7 3<\/h3>\n<p>R. Simon sagt: Wenn drei an einem Tische essen und nicht dabei von den Worten der Lehre sprechen, so gleicht das, als ob sie von Totenopfern<a href=\"#fn5\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref5\" role=\"doc-noteref\"><sup>5<\/sup><\/a> essen w\u00fcrden, denn es ist (Jes. 28, 8) gesagt: \u201cAlle Tische sind voll Unflatgespei, kein Platz ist mehr\u201d; aber wenn drei an einem Tische essen und dabei von den Worten der Lehre sprechen, so gleicht es, als w\u00fcrden sie von Gottes Tisch essen, wie (Jecheskel 41, 22) gesagt ist: \u201cDas ist der Tisch, der vor dem Ewigen steht.\u201d<\/p>\n<h3 id=\"a-1\">\u00a7 4a<\/h3>\n<p>R. Chanina b. Chachinai sagt: Wer des Nachts wacht und wer allein reist und wer sein Herz Eitlem (dem irdischen Tande allein) zuwendet, der hat sein Leben verwirkt.<\/p>\n<h3 id=\"b-1\">\u00a7 4b<\/h3>\n<p>R. Nechunja b. Hakanah sagt: Wer das Joch der Thora<a href=\"#fn6\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref6\" role=\"doc-noteref\"><sup>6<\/sup><\/a> auf sich nimmt, von dem beseitigt man das Joch (die B\u00fcrde) der weltlichen Regierung<a href=\"#fn7\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref7\" role=\"doc-noteref\"><sup>7<\/sup><\/a> und das Joch der Sitte (der Gesellschaftspflichten)<a href=\"#fn8\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref8\" role=\"doc-noteref\"><sup>8<\/sup><\/a>. Wer aber das Joch der Thora von sich abwirft (sich davon lossagt)<a href=\"#fn9\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref9\" role=\"doc-noteref\"><sup>9<\/sup><\/a>, dem legt man das Joch der weltlichen Herrschaft und das Joch der allgemeinen Sitte auf<a href=\"#fn10\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref10\" role=\"doc-noteref\"><sup>10<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-2\">\u00a7 5<\/h3>\n<p>R. Chalaftha, ein Mann aus Kefar Chananja, sagt: Wenn zehn irgendwo sitzen und sie besch\u00e4ftigen sich mit der Thora, so ruht die Schechina (Gottheit) unter ihnen, wie (Ps. 82, 1) gesagt ist: \u201cGott steht in der Gottesgemeinde\u201d (unter Gemeinde sind mindestens zehn m\u00e4nnliche erwachsene Personen gemeint)<a href=\"#fn11\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref11\" role=\"doc-noteref\"><sup>11<\/sup><\/a>. Woher ist es auch von f\u00fcnf bewiesen? Weil (Amos 9, 6) gesagt ist: \u201cSeinen Bund hat er auf der Erde gegr\u00fcndet.\u201d<a href=\"#fn12\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref12\" role=\"doc-noteref\"><sup>12<\/sup><\/a> Und woher ist es von drei bewiesen? Weil (Ps. a. a. O.) steht: \u201cIn der Mitte der Richter richtet er (Gott).\u201d Und von zwei? Weil (Maleachi 3, 16) gesagt ist: \u201cEs bereden sich die Gottesf\u00fcrchtigen, einer mit dem andern und Gott lauscht und h\u00f6rt es.\u201d Und woher ist bewiesen, dass es auch bei einem der Fall ist? Weil (Exod. 20, 21) gesagt ist: \u201cAn jeglichem Orte, wo ich meines Namens werde gedenken lassen, komme ich zu dir und segne dich.\u201d<\/p>\n<h3 id=\"a-2\">\u00a7 6a<\/h3>\n<p>R. Eleasar, ein Mann aus Barthotha, sagt: Gib ihm (Gott) von dem, was ihm geh\u00f6rt, denn du und das Deinige sind sein Eigentum, ebenso steht von David (I Chron. 29, 14): \u201cVon dir ist alles und aus deiner Hand geben wir dir.\u201d<\/p>\n<h3 id=\"b-2\">\u00a7 6b<\/h3>\n<p>R. Simon sagt: Wer des Weges geht und lernt, er unterbricht sein Studium und sagt: Ach, wie sch\u00f6n ist dieser Baum, wie sch\u00f6n diese Flur (urbar gemachtes Feld), so rechnet es ihm die Schrift an, als w\u00fcrde er selbst sein Leben verwirkt haben. R. Dosthai b. R. Janai sagt im Namen des R. Meir: Wer nur etwas von dem, was er gelernt hat, vergisst, dem rechnet es die Schrift an, als ob er selbst den Tod verschuldet haben w\u00fcrde, wie (Deuter. 4, 9) gesagt ist: \u201cNur h\u00fcte dich und h\u00fcte deine Seele sehr, dass du nicht vergessest die Dinge, die deine Augen gesehen haben.\u201d Man k\u00f6nnte meinen, das gelte auch von einem solchen, wessen sich sein Erlerntes bem\u00e4chtigt hat (und infolge der vielen Lehrgegenst\u00e4nde er manches vergass), deshalb steht (ibid.): \u201cDamit sie nicht weichen von deinem Herzen alle Tage deines Lebens\u201d, womit gesagt ist, dass jemand nur dann schuld an seinem Tode ist, wenn er sich niedersetzt und sie (absichtlich) aus seinem Herzen schwinden l\u00e4sst.<\/p>\n<h3 id=\"c.\">\u00a7 6c.<\/h3>\n<p>R. Chanina b. Dosa sagt: Bei wem die S\u00fcndenscheu gr\u00f6sser ist als die Weisheit (w. ihr vorangeht), bei dem erh\u00e4lt sich die Weisheit, wenn aber die Weisheit gr\u00f6sser ist als die S\u00fcndenscheu, erh\u00e4lt sich die Weisheit nicht (hat sie keinen Bestand)<a href=\"#fn13\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref13\" role=\"doc-noteref\"><sup>13<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"a-3\">\u00a7 7a<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Bei wem die Taten mehr sind als das Wissen, h\u00e4lt sich seine Weisheit, wenn aber das Wissen mehr ist als das Tun, so h\u00e4lt sich seine Weisheit nicht.<\/p>\n<h3 id=\"b-3\">\u00a7 7b<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Wer bei den Menschen beliebt ist, an dem hat auch Gott Wohlgefallen, wer aber bei den Menschen nicht beliebt ist, an dem hat auch Gott keinen Wohlgefallen.<\/p>\n<h3 id=\"c\">\u00a7 7C<\/h3>\n<p>R. Dosa b. Harkinas sagt: Der Schlaf am Morgen, der Wein am Mittag, das Spielen (Sprechen) mit Kindern und das (lange) Sitzen der <strong>\u05e2\u05de\u05d9 \u05d4\u05d0\u05e8\u05e5,<\/strong> der Ungebildeten, in den Synagogen bringen den Menschen (fr\u00fchzeitig) von der Welt<a href=\"#fn14\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref14\" role=\"doc-noteref\"><sup>14<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-3\">\u00a7 8<\/h3>\n<p>R. Eleasar aus Modaim sagte: Wer Heiligt\u00fcmer entweiht, die Festtage gering achtet, den Nebenmenschen \u00f6ffentlich besch\u00e4mt, den Bund, den Gott mit unserem Erzvater Abraham geschlossen (sc. die Beschneidung), aufhebt (d.&nbsp;i. wer sich die Vorhaut \u00fcber das beschnittene Glied zieht, um nicht als Jude erkannt zu werden), wer ungesetzliche (h\u00e4retische) Deutungen in der Thora nachweist, entdeckt<a href=\"#fn15\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref15\" role=\"doc-noteref\"><sup>15<\/sup><\/a>, der hat, selbst wenn er Thorakenntnisse sich angeeignet und gute Werke ge\u00fcbt, doch keinen Anteil an der zuk\u00fcnftigen Welt (an der ewigen Seligkeit) <a href=\"#fn16\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref16\" role=\"doc-noteref\"><sup>16<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-4\">\u00a7 9<\/h3>\n<p>R. Ismael sagt: Achte dich f\u00fcr gering (d.h. sei dienstfertig) einem Vornehmen gegen\u00fcber<a href=\"#fn17\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref17\" role=\"doc-noteref\"><sup>17<\/sup><\/a> und sei sanftm\u00fctig (ruhig, gelassen) gegen die Obrigkeit (oder: gegen die Jugend, die Schwarzhaarigen)<a href=\"#fn18\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref18\" role=\"doc-noteref\"><sup>18<\/sup><\/a> und empfange jeden Menschen mit Freude<a href=\"#fn19\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref19\" role=\"doc-noteref\"><sup>19<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-5\">\u00a7 10<\/h3>\n<p>R. Akiba sagt: Scherz und Leichtsinn gew\u00f6hnen an Inzest. Die \u00fcberlieferte Schreibung (der Bibel, hinsichtlich der scriptio plena et defectiva) ist die Umz\u00e4unung f\u00fcr die Gesetzeslehre. Die Entrichtung der Zehnten ist eine Umz\u00e4unung f\u00fcr den Reichtum. Gel\u00fcbde<a href=\"#fn20\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref20\" role=\"doc-noteref\"><sup>20<\/sup><\/a> sind eine Umz\u00e4unung f\u00fcr die Enthaltsamkeit<a href=\"#fn21\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref21\" role=\"doc-noteref\"><sup>21<\/sup><\/a>, aber der Zaun um die Weisheit ist die Schweigsamkeit.<\/p>\n<h3 id=\"section-6\">\u00a7 11<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Lieb ist der Mensch, weil er im Ebenbilde Gottes geschaffen ist. Diese besondere Liebe, dass er im Ebenbilde Gottes geschaffen ist, wurde ihm kund getan in dem Verse (Gen.&nbsp;9, 6): \u201cDenn im Ebenbilde Gottes schuf er den Menschen.\u201d Geliebt ist Israel, weil es Kinder Gottes genannt wird; diese besondere Liebe wurde ihm kund getan in dem Verse (Deuter. 14, 1): \u201cKinder seid ihr dem Ewigen, eurem Gotte.\u201d Geliebt ist Israel, weil ihm etwas Kostbares geschenkt wurde. Diese besondere Liebe, dass ihm etwas Kostbares, womit die Welt erschaffen wurde, geschenkt worden ist, wurde ihm kund getan in dem Verse (Spr. Sal. 4, 2): \u201cEine gute Lehre gab ich euch, meine Thora verlasset nicht.\u201d<a href=\"#fn22\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref22\" role=\"doc-noteref\"><sup>22<\/sup><\/a><\/p>\n<h3 id=\"section-7\">\u00a7 12<\/h3>\n<p>Alles wird geschaut (von Gott), aber die Freiheit ist gegeben; gem\u00e4ss der g\u00f6ttlichen G\u00fcte (Gnade) wird die Welt gerichtet; alles jedoch kommt auf die meisten Handlungen an<a href=\"#fn23\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref23\" role=\"doc-noteref\"><sup>23<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-8\">\u00a7 13<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Alles ist auf Pfand gegeben (geliehen), ein Netz ist ausgebreitet \u00fcber alle Lebenden, der Laden ist ge\u00f6ffnet, der Kaufmann leiht, das Buch (worin die entnommenen Waren eingetragen werden), ist offen (aufgeschlagen), die Hand schreibt; wer sich leihen will, komme und leihe<a href=\"#fn24\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref24\" role=\"doc-noteref\"><sup>24<\/sup><\/a>, die Einkassierer gehen best\u00e4ndig, t\u00e4glich umher und treiben die Schuld vom Menschen ein<a href=\"#fn25\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref25\" role=\"doc-noteref\"><sup>25<\/sup><\/a> wissentlich oder unwissentlich; sie haben etwas, worauf sie sich st\u00fctzen, das Urteil ist ein gerechtes und alles ist vorbereitet f\u00fcr die Mahlzeit<a href=\"#fn26\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref26\" role=\"doc-noteref\"><sup>26<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-9\">\u00a7 14<\/h3>\n<p>R. Eli\u00ebser b. Asarja sagt: Wo keine Thora ist, ist auch keine Sitte (weltliche Tugend), wenn keine Sitte, ist auch keine Thora; wo keine Weisheit, ist auch keine Furcht (vor Gott) und wenn keine Furcht, ist auch keine Weisheit. Wo keine Vernunft, ist auch kein Verstand, wenn kein Verstand, ist auch keine Vernunft<a href=\"#fn27\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref27\" role=\"doc-noteref\"><sup>27<\/sup><\/a>. Wenn kein Mahl (kein Brot zu essen), gibt es keine Thora und wenn keine Thora, gibt es kein Mahl (Brot).<\/p>\n<h3 id=\"section-10\">\u00a7 15<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Bei wem die Weisheit mehr ist als die Taten, mit wem w\u00e4re er wohl zu vergleichen? Mit einem Baume, dessen Gezweige viel und dessen Wurzeln aber wenige sind; kommt nun ein Sturm, so reisst er ihn aus und wirft ihn auf die Vorderseite; denn so hei\u00dft es (Jeremias 17, 16): \u201cEr ist wie ein einsamer Baum in der Steppe, der es nicht wahrnimmt, wenn das Gute kommt; er steht in d\u00fcrrer W\u00fcste, auf einem salzigen und unbewohnten Boden.\u201d Wer aber der Taten mehr, als der Weisheit hat, wem gleicht der? Einem Baum mit wenigen Zweigen, aber vielen Wurzeln; k\u00e4men auch alle St\u00fcrme der Welt und umbrausten ihn, sie w\u00fcrden ihn von seiner Stelle nicht fortr\u00fccken; denn so hei\u00dft es (ibid. 13, 8): \u201cEr ist ein Baum, am Wasser gepflanzt, der zum Strome seine Wurzel hinstreckt, und es nicht merkt, wenn die Glut naht; sein Laub ist immer frisch, im Jahre der D\u00fcrre bangt\u2019s ihm nicht und er h\u00f6rt nicht auf, Fr\u00fcchte zu tragen.\u201d<\/p>\n<h3 id=\"section-11\">\u00a7 16<\/h3>\n<p>R. Eleasar b. Chasma sagt: Kinnin (die Opfer der Taubenpaare) und die gesetzlichen Bestimmungen \u00fcber die Menstruierende bilden Haupthalachoth (sind ungemein schwierig und sehr verwickelt), die Berechnung der Sonnenwenden und der Raummessungen sind bloss nebens\u00e4chliche Dinge zur Weisheit.<\/p>\n<section class=\"footnotes\" role=\"doc-endnotes\">\n<hr>\n<ol>\n<li id=\"fn1\" role=\"doc-endnote\"><p>Wenn der Mensch denkt, woher er kommt, wird er dem\u00fctig, denkt er an sein Ende, so bewirkt das, dass er die irdische Welt gering sch\u00e4tzt, denkt er aber an die Gr\u00f6sse dessen, der ihm die Gebote gegeben, so veranlasst ihn das, schnell auf seine Gebote zu h\u00f6ren. Sind diese drei Dinge bei dem Menschen anzutreffen, wird er \u00fcberhaupt nicht s\u00fcndigen.<a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn2\" role=\"doc-endnote\"><p>Da Ps. 1, 2 steht: \u201cSondern an der Lehre des Ewigen hat er seine Lust\u201d, so ist damit angedeutet, dass, wo keine Thora gesprochen wird, es so gut ist, als w\u00fcrden Sp\u00f6tter dasitzen.<a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn3\" role=\"doc-endnote\"><p>Berachoth 6b steht: Woher ist bewiesen, dass, wenn ein einzelner sitzt und Thora studiert, die Schechina bei ihm ist? Weil Exod. 20, 21 steht: \u201cAn jeglichem Orte, wo ich meinem Namen ein Ged\u00e4chtnis stifte, werde ich zu dir kommen und dich segnen.\u201d Da es nun von einem ausgesprochen wurde, so findet es doch gewiss auch bei zweien statt? Allein zwei schreiben ihre Worte in ein Buch des Andenkens, aber einer nicht. Da es aber auch von zweien steht, so ist es doch bei dreien um so mehr der Fall? Allein sonst h\u00e4tte ich geglaubt, dass bei dreien nur der Richterspruch ein vollkommener ist (wenn sie von der Thora sich unterhalten), aber die Schechina ruht nicht bei ihnen, darum steht, dass das Richten zugleich auch Thora hei\u00dft. Wozu steht es aber von zehn? Bei zehn kommt die Schechina noch vorher (bevor sie sich hinsetzen), aber bei drei erst, wenn sie sitzen.<a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn4\" role=\"doc-endnote\"><p>Das Targum \u00fcbersetzt: <strong>\u05d5\u05d9\u05d3\u05d5\u05dd \u05d0\u05d4\u05e8\u05df<\/strong> Lev. 10, 3 mit <strong>\u05d5\u05e9\u05ea\u05d9\u05e7 \u05d0\u05d4\u05e8\u05df.<\/strong> Das <strong>\u05db\u05d9 \u05e0\u05d8\u05dc<\/strong> <strong>\u05e2\u05dc\u05d9\u05d5<\/strong> bedeutet: Es ist so gut, als w\u00fcrde wegen eines solchen die ganze Gesetzgebung erfolgt sein.<a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn5\" role=\"doc-endnote\"><p>Was G\u00f6tzenopfer hei\u00dft, wie es die Schrift nennt und wie wir es im 3. Abschnitt von Aboda Sara n\u00e4her erkl\u00e4rten. Der Prophet Jesajas nennt es <strong>\u05e7\u05d9 \u05e6\u05d5\u05d0\u05d4<\/strong> im ver\u00e4chtlichen Sinne, wie der G\u00f6tzendienst selbst Greuel und Ekel genannt wird. In dem Verse vorher (Jesajas 28, 7) ist die Rede von dem vielen Essen und Trinken und von der Unterlassung der Besch\u00e4ftigung mit der Thora und deshalb folgt Vers 8 darauf: Alle ihre Tische gleichen, als ob man darauf schmutzige und ekelhafte Sachen essen w\u00fcrde, denn das <strong>\u05e6\u05d5\u05d0\u05d4<\/strong> bedeutet eine Speise f\u00fcr den G\u00f6tzen, was auch zu Beginn von Vers 7 steht: \u201cAuch diese taumeln im Weine und schwanken umher im Rauschtrank.\u201d<a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn6\" role=\"doc-endnote\"><ol start=\"4\" type=\"a\">\n<li><ol type=\"i\">\n<li>der emsige Fleiss beim Lesen in der heiligen Schrift.<\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol>\n<a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"fn7\" role=\"doc-endnote\"><ol start=\"4\" type=\"a\">\n<li><ol type=\"i\">\n<li>die Lasten f\u00fcr den K\u00f6nig und sein Heer.<\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol>\n<a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"fn8\" role=\"doc-endnote\"><ol start=\"4\" type=\"a\">\n<li><ol type=\"i\">\n<li>was die Zeitumst\u00e4nde erfordern, das wird ihnen erleichtert werden.<\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol>\n<a href=\"#fnref8\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"fn9\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. er sagt, die Thora sei nicht von Gott gegeben worden und ich will sie nicht.<a href=\"#fnref9\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn10\" role=\"doc-endnote\"><p>Sie (die talmudischen Weisen) sagen: Es steht (Exod. 32, 16) <strong>\u05d7\u05e8\u05d5\u05ea \u05e2\u05dc \u05d4\u05dc\u05d5\u05d7\u05d5\u05ea,<\/strong> lies <strong>\u05d7\u05d9\u05e8\u05d5\u05ea \u05e2\u05dc \u05d4\u05dc\u05d5\u05d7\u05d5\u05ea,<\/strong> d.h. Befreiung von den B\u00fcrden, die die Zeitumst\u00e4nde mit sich bringen und von den Lasten, die die irdischen K\u00f6nige auflegen f\u00fcr diejenigen, welche das auf sich nehmen und befolgen, was auf den Tafeln geschrieben ist.<a href=\"#fnref10\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn11\" role=\"doc-endnote\"><p>Anfang Sanhedrin setzten wir auch auseinander, dass ein Richterkollegium mindestens aus drei Personen bestehen muss, die bez\u00fcglich des Richterspruchs gleichsam die Stelle Gottes vertreten.<a href=\"#fnref11\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn12\" role=\"doc-endnote\"><p><strong>\u05d0\u05d2\u05d5\u05d3\u05d4<\/strong> ist das, was man mit einer Hand bindet und da die Hand f\u00fcnf Finger hat, so ruht auch unter f\u00fcnf die Schechina. Vielleicht ist gemeint, es sind in dem Verse f\u00fcnf Dinge genannt: Himmel, S\u00f6ller, Wasser, Erde, Gott.<a href=\"#fnref12\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn13\" role=\"doc-endnote\"><p>Darin sind die Philosophen einig, dass wenn die Gew\u00f6hnung an die Tugenden den Vorrang vor dem Wissen hat, so dass die Tugend ein sicherer Besitz geworden ist und dann erst das Wissen hinzutritt, das ihn zu den guten Werken anspornt, der Betreffende mehr Freude und Liebe zur Wissenschaft und zu geistreichen Dingen hat, da sie ihn anregen, das zu tun, was er schon vorher zu tun gewohnt war. Umgekehrt hindert ihn das Wissen an der Befriedigung seiner Leidenschaft, die Weisheit f\u00e4llt ihm schwer und er l\u00e4sst dann von ihr.<a href=\"#fnref13\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn14\" role=\"doc-endnote\"><p>Denn dies hindert und beseitigt das Emporkommen des Menschen, bis er stirbt.<a href=\"#fnref14\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn15\" role=\"doc-endnote\"><p>Er \u00fcbertritt \u00f6ffentlich die Gebote der Thora, was das Endziel der Gottesleugnung ist, wie Gott sagte (Num. 15, 30): \u201cDie Person, welche mit erhobener Hand etwas tut, der l\u00e4stert den Ewigen\u201d usw. Unter <strong>\u05de\u05d2\u05dc\u05d4 \u05e4\u05e0\u05d9\u05dd<\/strong> ist zu verstehen, er erfrecht sich, gegen die Thora aufzutreten, wie es im Traktat Pea hei\u00dft: \u201eEr \u00fcbertritt \u00f6ffentlich die Worte der Thora, \u00e4hnlich Jehojakim, dem Sohne des Josias&#8220; (s. II K\u00f6n. 23, 36, 37).<a href=\"#fnref15\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn16\" role=\"doc-endnote\"><p>Dort (in Pea) steht: \u201e\u00dcberall, wo es hei\u00dft: Man hat keinen Anteil an der zuk\u00fcnftigen Welt, w\u00e4re schwierig: Falls der S\u00fcnder Busse getan hat, so steht seinem Anteil nichts entgegen. Darum meint man, er tat keine Busse und starb infolge von Leiden&#8220;, d.h. die S\u00fcnden waren sehr schwere, die er begangen hatte, so dass selbst Leiden und Tod sie nicht s\u00fchnten und wegen solcher hat man keinen Anteil an einer zuk\u00fcnftigen Welt.<a href=\"#fnref16\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn17\" role=\"doc-endnote\"><p>Wenn du vor einem bedeutenden Manne stehst, erniedrige dich vor ihm, bediene ihn und halte nicht ihm gegen\u00fcber auf deine W\u00fcrde.<a href=\"#fnref17\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn18\" role=\"doc-endnote\"><p>Aber J\u00fcngeren gegen\u00fcber sollst du dich nicht so verhalten, sondern mehr auf deine W\u00fcrde achten, du sollst mit ihnen nicht scherzen, keinen Spass mit ihnen treiben.<a href=\"#fnref18\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn19\" role=\"doc-endnote\"><p>Aber deshalb brauchst du nicht junge Leute mit einer gar zu ernsten und finsteren Miene aufzunehmen, vielmehr musst du jeden Menschen, mag er sein, wer er will, mit Freuden, mit Heiterkeit empfangen.<a href=\"#fnref19\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn20\" role=\"doc-endnote\"><p>Wenn man Gel\u00fcbde tut und sie h\u00e4lt, so wird man dadurch von dem zur\u00fcckgehalten, was man nicht tun soll.<a href=\"#fnref20\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn21\" role=\"doc-endnote\"><p>Und dadurch wird einem die Enthaltsamkeit, d.h. das Sichinachtnehmen vor Unreinheit, leichter, wie es in Chagiga hei\u00dft: \u201cDie Kleider eines Amhaarez sind Midras (verunreinigen durch Stehen, Sitzen, Liegen) f\u00fcr die Pharis\u00e4er.\u201d<a href=\"#fnref21\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn22\" role=\"doc-endnote\"><p>Die besondere Liebe liegt in dem Kundtun derselben, denn zuweilen tut der Mensch jemandem aus Mitleid eine Wohltat, ohne ihm kund zu tun, wieviel er ihm getan, weil er ihn dessen nicht f\u00fcr wert h\u00e4lt.<a href=\"#fnref22\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn23\" role=\"doc-endnote\"><p>Dieser Ausspruch enth\u00e4lt sehr Wichtiges und ist w\u00fcrdig seines gro\u00dfen Autors, des R. Akiba. Der Sinn ist in K\u00fcrze folgender: Vorausgesetzt wird allerdings, dass du weisst, was in den fr\u00fcheren Abschnitten (in den schemoneh perakim, den 8 Kapiteln) steht. Zuerst sagt der Autor: Alles, was in der Welt vorgeht, weiss Gott und begreift es. Du wirst alsdann aber denken, danach muss der Mensch so tun, wie er tut und kann gar nicht anders, nein, so verh\u00e4lt es sicht nicht, sondern der Mensch hat den freien Willen (die freie Wahl, Gutes oder B\u00f6ses zu tun, liberum arbitrium). Daher enth\u00e4lt das g\u00f6ttliche Wissen, f\u00fcr welches es kein Zuk\u00fcnftiges gibt, da ihm alles gegenw\u00e4rtig \u2014 was allerdings dem menschlichen Verstande unbegreiflich ist \u2014 f\u00fcr den Menschen keinerlei Zwang, so oder so zu handeln. Gott richtet ferner mit G\u00fcte und Gnade und l\u00e4sst nicht das strenge Recht walten, wie er selbst (Exod. 34, 6) von sich kund getan hat: \u201cLangm\u00fctig und gro\u00df an G\u00fcte und Treue\u201d, wozu unsere Weisen bemerken: \u201cGott ist langm\u00fctig sowohl f\u00fcr die Frommen als auch f\u00fcr die Frevler\u201d. Ferner sagte der Prophet (Psalmist), der die Eigenschaften Gottes aufz\u00e4hlt: \u201cGott ist g\u00fctig allen\u201d (Ps. 145, 9). Zum Schlusse hei\u00dft es: Je mehr Tugenden, desto mehr waltet die G\u00fcte Gottes, je mehr der Mensch sich in guten Handlungen \u00fcbt, desto fester wurzelt die Tugend in ihm, nicht eine einmalige gro\u00dfe Handlung, sondern viele kleine gute Werke soll er tun. Folgendes Gleichnis kann daf\u00fcr gelten: Wenn jemand einem Mann 1000 Gulden auf einmal gibt, aber einem andern nichts gibt, so zeigt sich dabei der Wohlt\u00e4tigkeitssinn nicht in dem Masse, als wenn er die 1000 Gulden auf 1000 Leute verteilen und jedem 1 Gulden geben w\u00fcrde, denn dadurch gew\u00f6hnt man sich an Wohltun und eignet sich diese Tugend als einen festen Besitz an, w\u00e4hrend der erstere nur einmal eine gute Tat vollzieht und dann h\u00f6rt die Tugend der Wohlt\u00e4tigkeit bei ihm auf. Ebenso ist der Lohn eines solchen, der einen Gefangenen um 100 Denare ausl\u00f6st, oder einem Armen 100 Denare schenkt, die er ben\u00f6tigt, nicht ebenso gro\u00df, als wenn er 10 Gefangene mit der gleichen Summe ausl\u00f6sen oder 10 Armen a 10 Gulden, die sie ben\u00f6tigen, schenken m\u00f6chte. Darum steht: Auf die Menge, nicht auf die Gr\u00f6sse des Tuns kommt es an.<a href=\"#fnref23\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn24\" role=\"doc-endnote\"><p>d.h. er hat freie Wahl, der Mensch kann tun, was er will und ist nicht gezwungen, so zu handeln, wie er handelt.<a href=\"#fnref24\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn25\" role=\"doc-endnote\"><p>Bezieht sich auf den Tod und andere Strafen, die t\u00e4glich unerwartet eintreten k\u00f6nnen.<a href=\"#fnref25\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn26\" role=\"doc-endnote\"><p>Das ganze Diesseits hat nur den Zweck, sich f\u00fcr das Jenseits vor zubereiten.<a href=\"#fnref26\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn27\" role=\"doc-endnote\"><p>Verstand kann man sich aneignen, aber die Begriffe von einem Gegen stande erhalten wir, wenn wir die Form trennen (sie l\u00f6sen) und ihn so betrachten (das Ding an sich), oder wir erfassen die getrennten Formen in ihrer Wesenheit auf, ohne dass wir Verstand darauf verwenden, aber in ihrer Wesenheit sind sie Verstand. Das wird Vernunft genannt, was eigentlich auch Verstand ist, wie auch Vernunft Verstand ist. Der Autor meint: Wenn wir nicht begreifen, haben wir keinen Verstand und wenn wir keinen Verstand haben, k\u00f6nnen wir nichts begreifen (das Ding an sich nicht begreifen). Das ist sehr schwer zu verstehen.<a href=\"#fnref27\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pirkej Awot mit dem Kommentar des Moses Maimonides > Kapitel 3 in deutscher \u00dcbersetzung<\/p>\n","protected":false},"author":32,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,98],"tags":[117,191],"class_list":["post-6075","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-creative-commons","category-mischna-awot","tag-creative-commons","tag-mischna"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6075","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6075"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6075\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6096,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6075\/revisions\/6096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6075"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}