{"id":6083,"date":"2020-07-24T14:57:00","date_gmt":"2020-07-24T12:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=6083"},"modified":"2020-07-24T15:11:18","modified_gmt":"2020-07-24T13:11:18","slug":"pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-5\/","title":{"rendered":"Pirkej Awot mit dem Kommentar des Moses Maimonides > Kapitel 5"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die \u00dcbersetzung stammt von Me\u2019ir Rawicz.<\/em><\/p>\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Alle Kapitel<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-1\/\">Kapitel 1<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-2\/\">Kapitel 2<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-3\/\">Kapitel 3<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-4\/\">Kapitel 4<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-5\/\">Kapitel 5<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/pirkej-awot-mit-dem-kommentar-des-moses-maimonides-kapitel-6\/\">Kapitel 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"section\">\u00a7 1<\/h3>\n<p>Durch 10 Ausspr\u00fcche<a href=\"#fn1\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref1\" role=\"doc-noteref\"><sup>1<\/sup><\/a> wurde die Welt erschaffen und weshalb sind sie gesagt? Sie h\u00e4tte doch durch einen einzigen Ausspruch erschaffen werden k\u00f6nnen?<a href=\"#fn2\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref2\" role=\"doc-noteref\"><sup>2<\/sup><\/a> Allein um die Frevler (schwerer) zu bestrafen, die eine Welt zu Grunde richten, welche durch 10 AusSpr\u00fcche geschaffen wurde und anderseits den Frommen guten Lohn zu geben, die eine Welt erhalten, welche durch 10 Ausspr\u00fcche erschaffen wurde<a href=\"#fn3\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref3\" role=\"doc-noteref\"><sup>3<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-1\">\u00a7 2<\/h3>\n<p>10 Geschlechter<a href=\"#fn4\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref4\" role=\"doc-noteref\"><sup>4<\/sup><\/a> waren von Adam bis Noa, um kund zu tun, wieviel Langmut bei Gott ist, denn alle Geschlechter, die kamen, erz\u00fcrnten ihn, bis er \u00fcber sie die Sintflut brachte. 10 Geschlechter waren ferner von Noa bis Abraham, um kund zu tun, wieviel Langmut Gott hat, denn alle Geschlechter, die kamen, erz\u00fcrnten ihn, bis unser Erzvater Abraham kam, der den Lohn f\u00fcr alle erhielt (der darin bestand, dass Gott der Welt verzieh und sie nicht untergehen liess).<\/p>\n<h3 id=\"section-2\">\u00a7 3<\/h3>\n<p>10 Pr\u00fcfungen wurden unserem Erzvater Abraham auferlegt, die er s\u00e4mtlich bestand, womit kund getan ist, wie sehr Gott den Abraham liebte (w. wie gro\u00df seine Liebe zu A. war)<a href=\"#fn5\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref5\" role=\"doc-noteref\"><sup>5<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-3\">\u00a7 4<\/h3>\n<p>10 Wunder geschahen unsern V\u00e4tern in \u00c4gypten und 10 am roten Meere<a href=\"#fn6\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref6\" role=\"doc-noteref\"><sup>6<\/sup><\/a>: durch 10 Versuchungen haben unsere V\u00e4ter Gott erprobt, wie (Num. 14, 22) gesagt ist: \u201cSie versuchten mich schon zehnmal und h\u00f6rten nicht auf meine Stimme.\u201d<a href=\"#fn7\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref7\" role=\"doc-noteref\"><sup>7<\/sup><\/a><\/p>\n<h3 id=\"section-4\">\u00a7 5<\/h3>\n<p>10 Wunder geschahen unsern V\u00e4tern im Tempel. Es hat eine Frau nicht abortiert durch den Geruch des Fleisches von Opfertieren, es wurde das Fleisch von Opfertieren nie \u00fcbelriechend, es wurde nie eine Fliege im Schlachthause (des Tempels) gesehen, es hatte der Hohepriester am Vers\u00f6hnungstage nie Pollution, es verlosch der Regen nicht das Feuer des Holzstosses<a href=\"#fn8\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref8\" role=\"doc-noteref\"><sup>8<\/sup><\/a>, nie hat ein Wind die aufsteigende Rauchs\u00e4ule verweht<a href=\"#fn9\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref9\" role=\"doc-noteref\"><sup>9<\/sup><\/a>, nie fand sich ein Fehler am Omer (Opfer von den Erstlingen des Getreides am zweiten Tag Pessach), an den beiden Broten (von Gerste, die am Pfingstfeste dargebracht wurden) und an den Schaubroten (die im Tempel auflagen und jeden Freitag gewechselt wurden), man stand (im Tempel) gedr\u00e4ngt, b\u00fcckte sich aber im weiten Raum (man hatte Raum genug, zur Anbetung niederzufallen), nie hat eine Schlange oder ein Skorpion in Jerusalem jemanden besch\u00e4digt (gebissen) und es sagte nicht einer zum andern, der Ort ist mir zu eng, um in Jerusalem zu \u00fcbernachten.<\/p>\n<h3 id=\"section-5\">\u00a7 6<\/h3>\n<p>10 Dinge wurden am R\u00fcsttage des Sabbaths in der D\u00e4mmerungsstunde geschaffen, n\u00e4mlich: der Mund (Schlund) der Erde (um Korach und seine Rotte zu verschlingen, vgl. Num. 16, 30), die M\u00fcndung des Brunnens (ibid. 21, 16), der Mund der Eselin Bileams (ibid. 22, 28), der Regenbogen (Gen.&nbsp;9, 19), das Manna (Exod. 15, 16), der Stab (des Moses, ibid. 4, 17), der Schamir (ein wunderbares Gesch\u00f6pf, bei dessen Anblick die Steine gesprengt worden sein sollen), die Schrift (d.h. das Zeichnen, Eingravieren einzelner Buchstaben), die Schreibung (d.h. die Zusammenstellung der Buchstaben zu W\u00f6rtern, sowie die Zusammenstellung der letzteren zu S\u00e4tzen, Satzbildungen) und die Bundestafeln. Manche rechnen noch hinzu: die b\u00f6sen Geister (D\u00e4monen), das Grab Mosis (Deuter. 34, 6), und der Widder unseres Erzvaters Abraham (Gen.&nbsp;22, 33), und einige sagen: auch eine Zange, die mittelst einer andern angefertigt wird (die erste Zange war also durch ein Wunder erschaffen)<a href=\"#fn10\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref10\" role=\"doc-noteref\"><sup>10<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-6\">\u00a7 7<\/h3>\n<p>7 Dinge findet man bei einem Golem (ein Mensch [hamunculus], der zwar Wissen, aber nicht die Geschicklichkeit besitzt, die geh\u00f6rige Anwendung davon zu machen) und wiederum 7 Dinge bei einem Weisen. Ein Weiser spricht nicht in Gegenwart eines solchen, der bedeutender ist als er an Weisheit, und ihm \u00fcberlegen ist an Zahl (der Lebensjahre). Er f\u00e4llt dem andern nicht ins Wort und ist nicht vorschnell im Antwortgeben. Er fragt gem\u00e4ss dem Inhalt der Diskussion (d.h. ohne Umschweife) und erwidert (auf eine vom Lehrer aufgestellte Frage) gem\u00e4ss der Halacha (der vorgetragenen Lehre, der gesetzlichen Bestimmung). Er erwidert auf das erste zuerst und auf das letzte zuletzt (er antwortet nicht durcheinander und vermischt nicht das eine mit dem andern), wor\u00fcber er keine Tradition vernommen hat, sagt er, ich habe dar\u00fcber nichts geh\u00f6rt, er bekennt die Wahrheit; das Gegenteil davon findet jedoch beim Golem statt<a href=\"#fn11\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref11\" role=\"doc-noteref\"><sup>11<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-7\">\u00a7 8<\/h3>\n<p>7 Arten Strafen kommen auf die Welt wegen 7 Haupts\u00fcnden. Wenn man teils das Getreide verzehntet und teils nicht verzehntet, tritt Hungersnot durch Regenmangel ein<a href=\"#fn12\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref12\" role=\"doc-noteref\"><sup>12<\/sup><\/a>, wobei ein Teil hungert und ein Teil der Leute satt ist. Fasste man einen f\u00f6rmlichen Beschluss, nicht zu verzehnten, tritt Hungersnot infolge kriegerischer Unruhe<a href=\"#fn13\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref13\" role=\"doc-noteref\"><sup>13<\/sup><\/a> und infolge Regenmangels ein und beschloss man, keine Chala (ein St\u00fcck Teig als Priestergabe) zu nehmen, so tritt Hungersnot mit nachfolgendem v\u00f6lligen Verderben ein<a href=\"#fn14\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref14\" role=\"doc-noteref\"><sup>14<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-8\">\u00a7 9<\/h3>\n<p>Eine Pest kommt auf die Welt wegen \u00dcbertretung von S\u00fcnden, wof\u00fcr bestimmte Todesarten in der Thora ausgesprochen wurden, die nicht dem Gerichtshofe zum Vollzuge \u00fcberlassen sind, und wegen Genuss von Fr\u00fcchten des 7. Erlassjahres. Schwert (Krieg) kommt auf die Welt wegen des Qu\u00e4lens beim Gericht (wenn n\u00e4mlich der Gerichtshof die Verk\u00fcndigung des Urteils oder die Bestrafung des Verbrechers unn\u00f6tigerweise verschiebt), wegen Rechtsbeugung<a href=\"#fn15\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref15\" role=\"doc-noteref\"><sup>15<\/sup><\/a> und wegen solcher, die eine Entscheidung im Sinne der Thora nicht gem\u00e4ss der Halacha (der gesetzlichen Bestimmung) erteilen.<\/p>\n<h3 id=\"section-9\">\u00a7 10<\/h3>\n<p>Wildes Getier kommt auf die Welt wegen Falscheid und Entweihung des g\u00f6ttlichen Namens. Die Strafe des Exils kommt auf die Welt wegen G\u00f6tzendienst, Inzest, Mord, wegen der Nichtbefolgung des Gebotes vom Brachliegenlassen des Bodens (im Erlassjahre). An vier Zeitabschnitten mehrt sich die Pest. Im 4. Jahre (der Schemitta), im 7. Erlassjahre, am Ausgang des Erlassjahres und j\u00e4hrlich bei Ausgang des Suckotfestes. Im 4. Jahre geschieht es wegen des Unterlassens der Entrichtung des Armenzehnten vom 6. Jahre<a href=\"#fn16\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref16\" role=\"doc-noteref\"><sup>16<\/sup><\/a>, am Ausgang des Erlassjahres geschieht es wegen des Genusses der Fr\u00fcchte vom Erlassjahre und am Ausgange des Suckothfestes in jedem Jahre wegen des Raubes (Verminderung) der Gaben f\u00fcr die Armen<a href=\"#fn17\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref17\" role=\"doc-noteref\"><sup>17<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-10\">\u00a7 11<\/h3>\n<p>Viererlei Menschen gibt es: Wer sagt: Das Meinige geh\u00f6rt mir und das Deinige geh\u00f6rt dir, so ist das eine mittlere Eigenschaft (nicht gut, nicht schlecht). Einige sagen: Das nennt man eine sodomitische Eigenschaft. Wer sagt: Das Meinige geh\u00f6rt dir und das Deinige mir, so ist das ein Am ha arez (ein Ungelehriger). Sagt jemand: Das Meinige geh\u00f6rt dir und das Deinige auch dir, so ist der ein Chassid (ein \u00fcberaus frommer Mann). Sagt aber jemand: Das Meinige geh\u00f6rt mir und das Deinige geh\u00f6rt auch mir, so ist das ein Frevler<a href=\"#fn18\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref18\" role=\"doc-noteref\"><sup>18<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-11\">\u00a7 12<\/h3>\n<p>Viererlei Temperamente gibt es: Wer leicht zu erz\u00fcrnen und leicht zu bes\u00e4nftigen ist, dessen Verdienst geht im Nachteile auf (d.h. die leichte Bes\u00e4nftigung bringt mehr Vorteil als die leichte Reizbarkeit Nachteil). Wer schwer zu erz\u00fcrnen und schwer zu bes\u00e4nftigen ist, dessen Nachteil geht im Vorteil auf (d.h. die schwere Bes\u00e4nftigung bringt mehr Nachteil, als die schwere Erz\u00fcrnung Vorteil bringt). Wer schwer zu erz\u00fcrnen und leicht zu bes\u00e4nftigen ist, ist ein Frommer, wer leicht zu erz\u00fcrnen und schwer zu bes\u00e4nftigen ist, ist ein Frevler<a href=\"#fn19\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref19\" role=\"doc-noteref\"><sup>19<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-12\">\u00a7 13<\/h3>\n<p>Viererlei Eigenschaften gibt es bei den Sch\u00fclern: Wer schnell h\u00f6rt (auffasst), aber auch schnell vergisst (was er gelernt hat), dessen Verdienst geht im Nachteile auf; fasst jemand schwer, aber vergisst auch schwer, dessen Nachteil geht im Verdienst auf; fasst jemand schnell, vergisst auch schwer, ist er ein Weiser; fasst jemand schwer und vergisst auch leicht, dem wurde ein schlechtes Los zuteil<a href=\"#fn20\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref20\" role=\"doc-noteref\"><sup>20<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-13\">\u00a7 14<\/h3>\n<p>Vier verschiedene Almosengeber gibt es: Wer will, dass er geben kann und andere nicht geben sollen, der ist missg\u00fcnstig gegen andere. Will er, dass andere geben, aber er selbst nicht geben will, ist missg\u00fcnstig gegen sich; will er, dass er geben kann und andere auch geben sollen, ist er ein Frommer<a href=\"#fn21\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref21\" role=\"doc-noteref\"><sup>21<\/sup><\/a>; will er nicht geben und will auch nicht, dass andere geben sollen, ist er ein Frevler<a href=\"#fn22\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref22\" role=\"doc-noteref\"><sup>22<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-14\">\u00a7 15<\/h3>\n<p>Viererlei Arten von Lehrhausbesuchern gibt es: Wer ins Lehrhaus geht, tut jedoch da nichts (lernt dort nichts), der hat nur den Lohn f\u00fcr den Gang (den er dabei macht); tut er etwas dort (lernt er etwas), geht aber nicht dahin (das Lehrhaus ist z. B. in seiner Wohnung), so hat er den Lohn f\u00fcr das Tun; geht er und tut etwas, so ist das ein Frommer, geht er nicht und tut auch nichts, so ist das ein Frevler<a href=\"#fn23\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref23\" role=\"doc-noteref\"><sup>23<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-15\">\u00a7 16<\/h3>\n<p>Viererlei Arten von solchen, die zu F\u00fcssen von Weisen sitzen, gibt es: (Sie sind zu vergleichen) mit einem Schwamm, mit einem Trichter, einem Seiher und einem Sieb. Der Schwamm saugt alles ein (bildlich: ein Sch\u00fcler, der viele Lehren aufnimmt, aber kein Sichtungsverm\u00f6gen hat, um das Unn\u00fctze vom N\u00fctzlichen abzusondern)<a href=\"#fn24\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref24\" role=\"doc-noteref\"><sup>24<\/sup><\/a>. Der Trichter l\u00e4sst dasjenige, was er von der einen Seite aufnimmt, von der andern Seite wieder durchlaufen (ein Sch\u00fcler, der alles, was er lernt, sofort wieder vergisst)<a href=\"#fn25\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref25\" role=\"doc-noteref\"><sup>25<\/sup><\/a>. Der Seiher l\u00e4sst den Wein ablaufen, aber die Hefe beh\u00e4lt er zur\u00fcck (ein Sch\u00fcler, der durch Vergesslichkeit die n\u00fctzlichen Lehren verliert, aber die unn\u00fctzen im Ged\u00e4chtnis beh\u00e4lt)<a href=\"#fn26\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref26\" role=\"doc-noteref\"><sup>26<\/sup><\/a>. Ein Sieb sch\u00fcttet das grobe Mehl (die Schrotk\u00f6rner) aus, aber beh\u00e4lt das feine Mehl (ein Sch\u00fcler, der die unn\u00fctzen Lehren fahren l\u00e4sst, die n\u00fctzlichen aber wohl verwahrt)<a href=\"#fn27\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref27\" role=\"doc-noteref\"><sup>27<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"section-16\">\u00a7 17<\/h3>\n<p>Jede Liebe, die durch etwas bedingt ist (w. an einer Sache h\u00e4ngt), h\u00f6rt auf, sobald der Gegenstand, von dem sie bedingt war (von dem sie abhing), aufgeh\u00f6rt hat; ist die Liebe aber nicht von etwas abh\u00e4ngig, so h\u00f6rt sie nie auf<a href=\"#fn28\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref28\" role=\"doc-noteref\"><sup>28<\/sup><\/a>. Welche ist eine Liebe, die von etwas bedingt ist? Z. B. die Liebe von Amnon zu Thamar (s. II Sam. 13, 1 f.), und eine Liebe, die von nichts abhing (eine reine, uneigenn\u00fctzige Liebe), war die zwischen David und Jonathan (I Sam. 18, 1).<\/p>\n<h3 id=\"a\">\u00a7 18a<\/h3>\n<p>Jeder Streit, welcher in des Himmels (in Gottes) Namen gef\u00fchrt wird, wird sich schlie\u00dflich erhalten, wird er aber nicht in Gottes Namen gef\u00fchrt, wird er schlie\u00dflich nicht bestehen bleiben<a href=\"#fn29\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref29\" role=\"doc-noteref\"><sup>29<\/sup><\/a>. Welcher ist ein Streit, der im Namen Gottes gef\u00fchrt wird? Z. B. der Streit von Hillel und Sammai. Und welcher ist ein Streit, der nicht im Namen Gottes gef\u00fchrt wird? Z. B. der Streit von Korach und seiner ganzen Rotte.<\/p>\n<h3 id=\"b\">\u00a7 18b<\/h3>\n<p>Wer eine Gesamtheit zur Tugend f\u00fchrt, durch den kommt keine S\u00fcnde, wer aber eine Gesamtheit zur S\u00fcnde verleitet, dem gelingt es nicht, Busse zu tun<a href=\"#fn30\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref30\" role=\"doc-noteref\"><sup>30<\/sup><\/a>. Moses war selbst tugendvoll und f\u00fchrte auch eine Gesamtheit zur Tugend hin, deshalb wird die Tugend der Gesamtheit ihm zugeschrieben, wie (Deuter. 33, 21) gesagt ist: \u201cDas Recht des Ewigen und seine Gerichte f\u00fchrt er aus mit Israel.\u201d Jerobeam s\u00fcndigte und verleitete die Gesamtheit auch zur S\u00fcnde, deshalb wird die S\u00fcnde der Gesamtheit auch ihm zugeschrieben, wie (I K\u00f6n. 14, 16) gesagt ist: \u201cInfolge der S\u00fcnden Jerobeams, die er begangen, und wozu er Israel verleitet hat.\u201d<\/p>\n<h3 id=\"section-17\">\u00a7 19<\/h3>\n<p>Wer folgende drei Eigenschaften besitzt, geh\u00f6rt zu den Sch\u00fclern (Nachahmern) unseres Erzvaters Abraham, bei wem aber andere drei Eigenschaften anzutreffen sind, geh\u00f6rt zu den Sch\u00fclern (Nachahmern) des frevelhaften Bileam. Wer ein gutes (wohlwollendes) Auge, einen gedr\u00fcckten (gebeugten) Sinn und eine demutsvolle Seele hat, der geh\u00f6rt zu den Sch\u00fclern unseres Vaters Abraham<a href=\"#fn31\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref31\" role=\"doc-noteref\"><sup>31<\/sup><\/a>; wer hingegen ein b\u00f6swilliges Auge, einen stolzen Sinn und eine hochm\u00fctige Seele hat, geh\u00f6rt zu den Sch\u00fclern des Frevlers Bileam<a href=\"#fn32\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref32\" role=\"doc-noteref\"><sup>32<\/sup><\/a>. Welcher Unterschied ist zwischen den Sch\u00fclern Abrahams und denen Bileams? Die Sch\u00fcler Abrahams geniessen in dieser Welt und erben auch im Jenseits, wie (Spr. Sal. 8, 21) gesagt ist: \u201cZu verleihen meinen Freunden Habe und ihre Sch\u00e4tze f\u00fclle ich\u201d, aber die Sch\u00fcler des Frevlers Bileam erhalten die H\u00f6lle (das Gehinam) zum Besitz und sinken in die Unterwelt hinab, wie (Ps. 55, 24) gesagt ist: \u201cDu aber, o Gott, wirst sie st\u00fcrzen in die Grube des Verderbens, die M\u00e4nner des Blutes und des Betruges werden nicht zur H\u00e4lfte bringen ihre Tage. Ich aber vertraue auf dich.\u201d <a href=\"#fn33\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref33\" role=\"doc-noteref\"><sup>33<\/sup><\/a><\/p>\n<h3 id=\"a-1\">\u00a7 20a<\/h3>\n<p>Jehuda b. Thema sagt: Sei mutig wie der Parder, leicht wie der Adler, schnell wie der Hirsch und stark wie der L\u00f6we, um den Willen deines Vaters im Himmel zu vollziehen.<\/p>\n<h3 id=\"b-1\">\u00a7 20b<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Ein frecher Mensch kommt in die H\u00f6lle, ein versch\u00e4mter Mensch aber ins Paradies. Es sei der Wille vor dir, Ewiger, unser Gott, dass du deine Stadt Jerusalem bald in unsern Tagen bauest und gib uns Anteil an deiner Lehre<a href=\"#fn34\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref34\" role=\"doc-noteref\"><sup>34<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"a-2\">\u00a7 21a<\/h3>\n<p>Derselbe sagte: Zu 5 Jahren soll man Bibel lernen, zu 10 Mischna, zu 13 religi\u00f6se Gebote \u00fcben, zu 15 Gemara (Talmud) lernen, zu 18 sich verheiraten, zu 20 muss man vorw\u00e4rtstreiben (weiter zu streben suchen), zu 30 kommt die Kraft (die eigentliche Manneskraft), zu 40 kommt die Vernunft (die \u00dcberlegung im Handeln), zu 50 der Rat (der weise, die Abgekl\u00e4rtheit im Denken), zu 60 das Alter, zu 70 das Greisenalter, mit 80 kommt das sehr hohe Alter (w. das Kraftalter), mit 90 geht man geb\u00fcckt, mit 100 Jahren gleicht der Mensch, als ob er gestorben und bereits von der Welt fort w\u00e4re.<\/p>\n<h3 id=\"b-2\">\u00a7 21b<\/h3>\n<p>Ben Bag Bag sagt: Wende sie hin und her (durchforsche die Gotteslehre nach allen Seiten), denn in ihr ist alles enthalten, schaue auf sie<a href=\"#fn35\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref35\" role=\"doc-noteref\"><sup>35<\/sup><\/a> (oder erw\u00e4hle sie, wie <strong>\u05d5\u05d0\u05ea\u05d4 \u05ea\u05d7\u05d6\u05d4 \u05de\u05db\u05dc \u05d4\u05e2\u05dd <\/strong>Exod. 18, 21), werde alt und hinf\u00e4llig im Gesetzstudium<a href=\"#fn36\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref36\" role=\"doc-noteref\"><sup>36<\/sup><\/a> (d.h. verwende alle deine Kr\u00e4fte darauf), und weiche nicht von ihr (der Gesetzlehre), denn es gibt nichts Besseres als sie ist.<\/p>\n<h3 id=\"c\">\u00a7 21c<\/h3>\n<p>Ben He He sagt: Nach der M\u00fche (w. nach dem Schmerz) richtet sich der Lohn<a href=\"#fn37\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref37\" role=\"doc-noteref\"><sup>37<\/sup><\/a> (sc. wenn du viel Thora gelernt hast, hast du viel Lohn zu erwarten).<\/p>\n<section class=\"footnotes\" role=\"doc-endnotes\">\n<hr>\n<ol>\n<li id=\"fn1\" role=\"doc-endnote\"><p>Anfang Genesis von V. 3 bis V. 29 steht zehnmal das Wort <strong>\u05d5\u05d9\u05d0\u05de\u05e8<\/strong> mit dem Worte <strong>\u05d1\u05e8\u05d0\u05e9\u05d9\u05ea<\/strong> (es steht aber ohne <strong>\u05d1\u05e8\u05d0\u05e9\u05d9\u05ea<\/strong> zehnmal <strong>\u05d5\u05d9\u05d0\u05de\u05e8),<\/strong> wenn auch bei <strong>\u05d1\u05e8\u05d0\u05e9\u05d9\u05ea<\/strong> nicht ausdr\u00fccklich <strong>\u05d5\u05d9\u05d0\u05de\u05e8<\/strong> steht, so ist es doch dazu zu denken, denn ohne Gottes Ausspruch w\u00e4ren Himmel und Erde nicht erschaffen worden.<a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn2\" role=\"doc-endnote\"><p>Es h\u00e4tte nur einmal <strong>\u05d5\u05d9\u05d0\u05de\u05e8<\/strong> zu stehen brauchen, z. B. <strong>\u05d5\u05d9\u05d0\u05de\u05e8 \u05d0\u05dc\u05d4\u05d9\u05dd \u05d9\u05d4\u05d9\u05d5 \u05e9\u05de\u05d9\u05dd \u05d5\u05d0\u05e8\u05e5 \u05d5\u05d9\u05d4\u05d9 \u05e8\u05e7\u05d9\u05e2 \u05d5\u05d9\u05e7\u05d5\u05d5 \u05d4\u05de\u05d9\u05dd<\/strong> usw., aber deshalb steht <strong>\u05d5\u05d9\u05d0\u05de\u05e8<\/strong> bei jeder Sch\u00f6pf ungsart, um kund zu tun, wie wichtig das Wesen derselben und wie sch\u00f6n alles angeordnet ist.<a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn3\" role=\"doc-endnote\"><p>Wer eine so geschaffene Welt zu Grunde richtet, f\u00fcgt gro\u00dfen Schaden zu, wer sie dagegen erh\u00e4lt, erh\u00e4lt etwas Grosses, d.h. wer sie sch\u00e4digt, sch\u00e4digt sich selbst, da es in seiner Macht stand, die Welt zu erhalten oder zu Grunde zu richten, als wenn er das Endziel gewesen w\u00e4re bei der Sch\u00f6pfung, wobei zehnmal <strong>\u05d5\u05d9\u05d0\u05de\u05e8<\/strong> steht.<a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn4\" role=\"doc-endnote\"><p>Unter Geschlechter sind die Worte der Thora gemeint: Der N. hat den X. erzeugt, einer nach dem andern. Diese und folgende Mischna wollen dem Menschen durch die Zahl 10 Moral geben und ihn aneifern, f\u00fcr sein Seelenheil zu sorgen durch moralische und geistige Tugenden, was dieser Traktat beabsichtigt.<a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn5\" role=\"doc-endnote\"><p>Die 10 Pr\u00fcfungen waren: 1. dass Abraham von Mesopotamien auswandern sollte; 2. die Hungersnot, die in Kanaan herrschte; 3. die \u00c4gypter nahmen ihm sein Weib; 4. vier K\u00f6nige bekriegten ihn; 5. er musste Hagar zur Frau nehmen, da er von Sara keine Kinder hatte; 6. die Beschneidung, die zu vollziehen an sich und Isaak ihm befohlen wurde; 7. der K\u00f6nig von Gerar nahm ihm Sara fort; 8. die Vertreibung Hagars; 9. die Entfernung seines Sohnes Ismael aus dem Hause, wobei Gott zu ihm sagte (Gen.&nbsp;21, 12): \u201cNicht lasse es dir leid sein wegen des Knaben\u201d usw. Der Vers bezeugt auch, wie schwer dies Abraham aufnahm, da es (ibid. V. 11) hei\u00dft: \u201cUnd leid war die Sache sehr in den Augen Abrahams\u201d, aber er beobachtete das Gebot Gottes und schickte sie (Hagar und Ismael) fort; 10. die Opferung Isaaks.<a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn6\" role=\"doc-endnote\"><p>Die 10 Wunder in \u00c4gypten waren: Es wurden unsere Vorfahren von den 10 Plagen verschont und war jede Plage besonders f\u00fcr die \u00c4gypter bestimmt und nicht f\u00fcr die Israeliten, was ohne Zweifel Wunder waren; auch sagt die Thora es bei jeder Plage, dass Gott sie nur f\u00fcr die \u00c4gypter kommen liess, mit Ausnahme der Plage des Ungeziefers, wo das nicht ausdr\u00fccklich steht, aber es ist gewiss, dass Israel damit nicht bestraft wurde, und wenn auch bei ihm Ungeziefer gefunden wurde, so verursachte es ihm keine Schmerzen, wie auch die Weisen erkl\u00e4ren, aber bei den \u00fcbrigen Plagen ist es deutlich ausgesprochen. Bei Blut steht: \u201cDie \u00c4gypter konnten das Wasser aus dem Flusse nicht trinken\u201d, ein Beweis, dass der Schaden nur sie allein traf. Bei den Fr\u00f6schen steht: \u201cSie werden in dein Haus und in dein Schlafzimmer kommen.\u201d Beim Gewild steht: \u201cIch sondere an jenem Tage das Land Gosen ab\u201d usw. Bei der Pest steht: \u201cVon dem Vieh der Kinder Israel starb nicht eins.\u201d Bei Grind: \u201cDer Grind war an den Bilderschriftkundigen und an ganz \u00c4gypten.\u201d Beim Hagel: \u201cNur im Lande Gosen, wo die Kinder Israel waren, war kein Hagel.\u201d Bei Heuschrecken: \u201cDie Heuschrecken kamen herauf \u00fcber das ganze Land \u00c4gypten.\u201d Bei der Finsternis steht: \u201cAllen Kindern Israel war Licht in ihren Wohnungen.\u201d Dagegen sind die 10 Wunder, die beim \u00dcbergang \u00fcber das rote Meer geschehen sein sollen, nur traditionell. Das erste Wunder, dass das Meer gespalten wurde, ist nach dem einfachen Wortsinn der Schrift aufzufassen, wie es hei\u00dft: \u201cDie Wasser spalteten sich.\u201d Das zweite Wunder war, dass die Wasser, nachdem sie gespalten waren, sie wie ein Gew\u00f6lbe (gew\u00f6lbtes Zelt) wurden, so dass sie die Gestalt eines Daches bekamen, nicht gew\u00f6lbt und nicht absch\u00fcssig und war es so, als ob ein Loch im Wasser gewesen w\u00e4re, rechts und links und oben waren Wasser, was Habackuk mit den Worten bezeichnet (Habackuk 3, 14): \u201cDu durchbohrst mit seinen Pfeilen das Haupt seiner F\u00fchrer.\u201d Das dritte Wunder war, dass das Land sich verh\u00e4rtete und gerann, wie es hei\u00dft: \u201cSie gingen trockenen Fusses durchs Meer\u201d, es blieb demnach auf dem Boden kein Lehm und kein Schlamm, wie bei andern Fl\u00fcssen. Das vierte Wunder bestand darin, dass die Wege \u00c4gyptens kotig und schlammig waren, wie es (ibid. V. 15) hei\u00dft: \u201cDer Boden gro\u00dfer Gew\u00e4sser.\u201d Das f\u00fcnfte Wunder bestand darin, dass die Wasser in viele Wege sich teilten, nach Anzahl der St\u00e4mme (Israels), wie ein runder Bogen, wie es (Ps. 136, 13) hei\u00dft: \u201cEr teilte das Schilfmeer in St\u00fccke.\u201d Das sechste Wunder war, dass die Wasser gerannen und hart wie Stein wurden, weshalb es (Ps. 74, 13) hei\u00dft: \u201cDu hast zerschmettert die K\u00f6pfe der Drachen auf dem Wasser\u201d, d.h. die Wasser wurden so hart, dass man Drachenk\u00f6pfe daran zerschmettern konnte. Das siebente Wunder war, dass die Wasser nicht wie sonst gerannen, d.h. nicht zu einem St\u00fcck, sondern zu mehreren St\u00fccken, als wenn es Steine w\u00e4ren, und ordnete man sie einen nach dem andern, wie es (ibid.) hei\u00dft: \u201cDu hast mit deiner Macht das Meer zerst\u00fcckt.\u201d Das achte Wunder war, dass das Meer zu Glas oder zu Schoham zerrann, d.h. es war hell und klar auf dem Meere, so dass man einen nach dem andern beim \u00dcbergang sehen konnte, wie es (Ps. 18, 12) hei\u00dft: \u201cWasserdunkel aus dichtem Gew\u00f6lk\u201d, d.h. die Sammlung der Wasser war wie der Himmel selbst so rein, d.h. so klar und hell war es auf dem Wasser. Das neunte Wunder war, dass s\u00fcsse Wasser aus dem Meere flossen, die man trinken konnte. Das zehnte Wunder war, dass die Wasser gerannen, als sie ausflossen, nachdem man davon genommen, was man zum Trinken n\u00f6tig hatte und dadurch nichts auf den Boden kam, wie (Exod. 15, 8) gesagt ist: \u201cEs stand wie ein Damm Fliessendes\u201d, d.h. was floss, gerann mitten im Meere. Wir finden auch in der Tradition, dass \u00fcber die \u00c4gypter beim roten Meere noch mehr Plagen kamen, als in \u00c4gypten, aber alle waren von den 10 Arten, wie sie in \u00c4gypten herabkamen, und teilten sie sich in verschiedene Arten am roten Meere, was angedeutet ist (I Sam. 4, 8) mit den Worten: \u201cDas sind die G\u00f6tter, welche Mizrajim schlugen mit allen Schl\u00e4gen in der W\u00fcste\u201d, n\u00e4mlich am Schilfmeer in der W\u00fcste.<a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn7\" role=\"doc-endnote\"><p>Die 10 Versuchungen, wodurch sie Gott erproben wollten, stehen alle in der heiligen Schrift: 1. steht: Sie sprachen: \u201cGibt es denn keine Gr\u00e4ber in \u00c4gypten?\u201d 2. In Mara murrte das Volk \u00fcber Moses und sprach: \u201cWas sollen wir trinken?\u201d 3. In der W\u00fcste Sin, als sie sagten: \u201cW\u00e4ren wir doch lieber in \u00c4gypten gestorben\u201d (Exod. 16, 3). 4. Sie waren widerspenstig und liessen ent gegen dem Gebote vom Manna bis zum andern Morgen liegen (ibid. V. 20). 5. Sie suchten am Sabbath, wiederum gegen das Gebot, Manna aufzulesen (ibid. V. 27). 6. In Refidim murrten sie und stritten mit Moses (ibid. 17, 1 f.). 7. Sie machten am Choreb das goldene Kalb. 8. In Taberah verzweifelten sie an Gottes Allmacht und beklagten sich (Num. 11, 1). 9. Bei Kibroth ha taawah, als sie Fleisch verlangten, hei\u00dft es (ibid. V. 4): \u201cDas Gesindel in seiner Mitte hatte Gel\u00fcste.\u201d 10. In der W\u00fcste Paran bei den Kundschaftern (ibid. 13, 26) und dort ist gesagt (ibid. 14, 22): \u201cSie versuchten mich schon zehnmal und h\u00f6rten nicht auf meine Stimme.\u201d<a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn8\" role=\"doc-endnote\"><p>Der Altar stand mitten in der Tempelhalle, die war oben offen (unbedeckt) und doch l\u00f6schte der Regen das Feuer nicht aus.<a href=\"#fnref8\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn9\" role=\"doc-endnote\"><p>Die von den Opfern aufstieg, denn bei der Opferung war Windstille.<a href=\"#fnref9\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn10\" role=\"doc-endnote\"><p>Denn wer h\u00e4tte die erste gemacht? Wir erw\u00e4hnten bereits im ersten Abschnitt (\u00a7 3), dass sie (die Sadduz\u00e4er) nicht glaubten, dass der Wille Gottes zu jeder Zeit sich erneuere, sondern gleich bei der Sch\u00f6pfung der Dinge legte Gott in die Natur die Kraft, die Dinge so zu gestalten, wie sie geschehen, sei es, dass es von jeher so geschah, was man nat\u00fcrliche Entwicklung nennt, oder sei es, dass es f\u00fcr ferne Zeiten eine Neuerung war, welches Wunder ganz gleich ist. Des halb sagten sie (die Weisen), dass am 6. Tage Gott der Erde die nat\u00fcrliche Kraft gegeben hat, Korach und seinen Anhang zu verschlingen, dem Brunnen, Wasser hervorzubringen, der Eselin (Bileams), zu reden usw. Unter <strong>\u05db\u05ea\u05d1<\/strong> ist die Thora zu verstehen, die vor Gott geschrieben lag, wie es hei\u00dft: Es ist nicht bekannt, wo er (Moses) ist und dann steht (Exod. 24, 12): \u201cIch werde dir die steinernen Tafeln geben.\u201d Unter <strong>\u05de\u05db\u05ea\u05d1<\/strong> ist die Schrift auf den Bundestafeln zu verstehen, wie es hei\u00dft: \u201cUnd die Schrift war eine g\u00f6ttliche Schrift, eingegraben in die Tafeln\u201d (ibid. 32, 16). Du wirst aber vielleicht meinen, da alle Wunder in die Natur der Dinge seit den sechs Sch\u00f6pfungstagen gelegt wurden, weshalb werden diese 10 Dinge besonders hervorgehoben? So wisse, dass es nicht ge schieht, um zu sagen, dass sonst kein Wunder ausser diesen in die Natur der Dinge gelegt wurde, sondern der Autor der Mischna sagt, dass bei diesen zehn in der D\u00e4mmerungsstunde die Wunderkr\u00e4fte gelegt wurden, w\u00e4hrend bei andern Wundern es zur Zeit, wo sie wirksam waren, geschah. Z. B. am zweiten Tage, als die Wasser sich teilten, wurde ihnen die Wunderkraft verliehen, dass das Schilf meer zur Zeit Mosis, am Jordan zur Zeit Josuas und ebenso zur Zeit des Elia und des Elisa das Wasser sich teilen sollte. Und am vierten Tage, als die Sonne erschaffen wurde, wurde in sie die Kraft gelegt, dass sie einst still stehen soll zu jener Zeit, als Josua zu ihr sprach: \u201cSteh still Sonne in Gibeon\u201d (Josua 10, 12), ebenso andere Wunder, ausser den zehn, welchen in der D\u00e4mmerungsstunde (am Freitag) die Naturkraft gegeben wurde. Das Wort <strong>\u05e9\u05de\u05d9\u05e8<\/strong> bedeutet ein kleines Reptil, welches Steine aushaut von besonderer Gr\u00f6sse, wenn man es an ihnen vor\u00fcbergehen l\u00e4sst und damit (dem Schamir) baute Salomo den Tempel. <strong>\u05e6\u05d1\u05ea <\/strong>bedeutet ein Ger\u00e4t, womit der Schmied heisses Eisen anfasst, bis er das, was er verfertigen will, ausgef\u00fchrt hat.<a href=\"#fnref10\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn11\" role=\"doc-endnote\"><p>Ich werde zuerst die Charaktereigenschaften erw\u00e4hnen, die sich oft in den Worten der Weisen wiederholen, z. B. kommen die Ausdr\u00fccke: <strong>\u05d7\u05e1\u05d9\u05d3, \u05d7\u05db\u05dd \u05d2\u05d5\u05dc\u05dd, \u05e2\u05dd \u05d4\u05d0\u05e8\u05e5, \u05d1\u05d5\u05e8<\/strong> im Talmud vor. <strong>\u05d1\u05d5\u05e8<\/strong> ist ein Mann, der weder geistige noch moralisch-ethische Vorz\u00fcge besitzt, d.h. keine Weisheit und keine Moral kennt, auch besitzt er kein Erkenntnisverm\u00f6gen, als w\u00e4re er bar des Guten und des B\u00f6sen und er hei\u00dft deshalb <strong>\u05d1\u05d5\u05e8,<\/strong> weil er einem Boden gleicht, wo nichts ges\u00e4t wird, der <strong>\u05e9\u05d3\u05d4 \u05d1\u05d5\u05e8<\/strong> unbebautes Feld genannt wird, wie im Traktat Seraim es ausgef\u00fchrt wird. <strong>\u05e2\u05dd \u05d4\u05d0\u05e8\u05e5<\/strong> ist ein Mann, der wohl ethische Eigenschaften besitzt, aber keine geistigen Vorz\u00fcge, d.h. er hat Anstand, Sitte, Bildung, aber keine Thorakenntnis, das ist ein <strong>\u05e2\u05dd \u05d4\u05d0\u05e8\u05e5,<\/strong> d.h. er ist gut f\u00fcr das Bewohntsein eines Landes (f\u00fcr die menschliche Gesellschaft) und f\u00fcr das Ansammeln der Provinzen, da er moralisch-ethische Eigenschaften besitzt, wodurch sein Verkehr mit andern gef\u00e4llt, wie wir zu Anfang unseres Werkes erw\u00e4hnten. Ein <strong>\u05d2\u05d5\u05dc\u05dd<\/strong> ist ein solcher, der geistige und moralische Vorz\u00fcge besitzt, sie sind jedoch nicht vollkommen und geordnet, es ist alles bei ihm verworren und untereinander gemischt und ist ein Defekt dabei untermischt, weshalb ein solcher <strong>\u05d2\u05d5\u05dc\u05dd<\/strong> hei\u00dft, um ihn mit einem Ger\u00e4t zu vergleichen, welches ein Handwerker anfertigt, das zwar die Form eines Werkes hat, aber ihm fehlt noch die Vollkommenheit und die letzte Feile, wie z. B. wenn der Schmied ein Messer oder ein Schwert anfertigt, die zwar schon die Form haben, aber noch nicht abgeschliffen sind, noch nicht scharf genug gemacht und abgezogen, die Teile, die offen sein m\u00fcssen, sind noch nicht ge\u00f6ffnet, kurz, es fehlt ihnen noch das Vollendetsein, diese werden vorher genannt <strong>\u05d2\u05d5\u05dc\u05de\u05d9 \u05db\u05dc\u05d9 \u05de\u05ea\u05db\u05d9\u05ea<\/strong> halbfertige Metallgef\u00e4sse, wie im Traktat Kelim n\u00e4her erkl\u00e4rt wird. Das Wort <strong>\u05d2\u05d5\u05dc\u05dd<\/strong> ist hebr\u00e4ischen Ursprungs, wie es Ps. 139, 16 hei\u00dft: <strong>\u05d2\u05dc\u05de\u05d9 \u05e8\u05d0\u05d5 \u05e2\u05d9\u05e0\u05d9\u05da,<\/strong> d.h. meine ungeformte Masse haben deine Augen gesehen, bevor sie noch menschliche Gestalt hatte, wo sie <strong>\u05d2\u05d5\u05dc\u05dd <\/strong>hie\u00df, gleich Lehm, der dazu bereitet ist, eine andere Gestalt anzunehmen, die vollkommener ist. <strong>\u05d7\u05db\u05dd<\/strong> ist ein solcher, der die beiden Arten von vollkommenen Eigenschaften (die geistigen und moralischen Eigenschaften) besitzt. <strong>\u05d7\u05e1\u05d9\u05d3<\/strong> ist ein solcher <strong>\u05d7\u05db\u05dd, <\/strong>der die moralischen Eigenschaften in so hohem Masse besitzt, dass er fast zu der \u00e4ussersten Grenze (der Tugend, der allerh\u00f6chsten Tugendhaftigkeit) hinneigt, wie wir im 4. Abschnitt auseinandersetzten. Seine Taten sind mehr als seine Weisheit und deshalb wird er <strong>\u05d7\u05e1\u05d9\u05d3<\/strong> genannt wegen seiner vermehrten und \u00fcbergro\u00dfen Fr\u00f6mmigkeit, denn jede ausserordentliche Eigenschaft einer Sache wird mit \u05d7\u05e1\u05d9\u05d3 bezeichnet, mag es sich um eine gute oder schlechte Eigenschaft handeln. Hier steht: Der Weise besitzt diese sieben Vorz\u00fcge, die wichtige Grunds\u00e4tze sind und deshalb werden gerade diese genannt, weil bei ihnen die Gemara (das Erlernen), das Lehren und das Tun ang\u00e4ngig ist. Vier von ihnen sind moralische Eigenschaften, n\u00e4mlich: Er (der Weise) spricht nicht in Gegenwart eines solchen, der bedeutender ist als er an Weisheit und ihm \u00fcberlegen ist an Zahl (der Lebensjahre), er f\u00e4llt dem andern nicht ins Wort, sondern wartet, bis er seine Rede beendet hat. Er r\u00fchmt sich auch nicht einer Sache, die er nicht kennt, was mit den Worten ausgesprochen ist: Was er nicht vernommen hat (durch Tradition), davon sagt er, ich habe es nicht geh\u00f6rt und ist nicht eigensinnig, sondern wenn er die Wahrheit weiss, bekennt er sie und sonst wenn es ihm m\u00f6glich ist, auszuweichen und irrezuleiten, tut er es nicht, was die Worte bedeuten: Er bekennt die Wahrheit. Die drei geistigen Eigenschaften, die der Weise besitzt, sind folgende: 1. Wenn man ihn irref\u00fchren will durch etwas, ist er nicht vorschnell und bleibt im Zweifel an der Wahrheit, sondern er sp\u00fcrt bald dem Irrtum nach und kl\u00e4rt ihn auf, was die Worte bedeuten: Er ist nicht voreilig im Antwortgeben. Das jedoch ist leicht zu verstehen und gut zu begreifen, was der Ausspruch (der Mischna), der irref\u00fchren kann, um den Unterschied der Dinge zu finden, bedeutet. 2. Der Weise fragt das, was in einer Sache zu fragen n\u00f6tig ist, er sucht kein tradiertes Wunder in der Naturwissenschaft und nicht einen nat\u00fcrlichen Grund in den \u00fcberlieferten Wissenschaften und dergl. Der Gefragte antwortet der Frage gem\u00e4ss, z. B. fragt man aus dem Gebiete der Naturwunder, antwortet er demgem\u00e4ss, fragt man etwas, was tiefer liegt als dies, so antwortet er, wie er es nach seinem Verstande und seiner Natur nach kann, oder z. B. wenn man ihn fragt nach der Materie (nach dem Stoff), gibt er nicht die Ursache der Form zur Antwort oder man fragt ihn nach der Ursache der Form, gibt er nicht die Ursache des Stoffes zur Antwort, sondern antwortet mit der Teleologie, das hei\u00dft: Er fragt richtig und antwortet korrekt, dies folgt aus einer besonderen Klugheit (die der Weise besitzt). 3. Die dritte Eigenschaft ist, dass er (der Weise) sein Talmudstudium richtig einteilt, was fr\u00fcher kommt, nimmt er fr\u00fcher und was sp\u00e4ter kommt, sp\u00e4ter durch, was beim Lernen sehr vorteilhaft ist. Das besagen die Worte: Er spricht \u00fcber das erstere zuerst und das letztere zuletzt. Bei einem Golem findet immer das Umgekehrte statt, weil ihm die Vollkommenheit mangelt, wie wir erkl\u00e4rten und er zu der H\u00f6he (wie der Weise) nicht gelangt.<a href=\"#fnref11\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn12\" role=\"doc-endnote\"><p>Hungersnot infolge Regenmangels ist, dass das Jahr nur wenig Regen hat, an manchen Orten regnet es und an manchen nicht und wo es regnet, gibt es auch nur wenig Regen.<a href=\"#fnref12\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn13\" role=\"doc-endnote\"><ol start=\"4\" type=\"a\">\n<li><ol type=\"i\">\n<li>der Mensch besch\u00e4ftigt sich mit Kriegsangelegenheiten, mit den Streitsachen und den Neuigkeiten (vom Kriegsschauplatz), die immer frisch eingehen, so dass der Boden brach liegen gelassen und zur Zeit der Aussaat nicht ges\u00e4t wird zum Schrecken der Welt.<\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol>\n<a href=\"#fnref13\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"fn14\" role=\"doc-endnote\"><ol start=\"4\" type=\"a\">\n<li><ol type=\"i\">\n<li>es regnet \u00fcberhaupt gar nicht, die Fl\u00fcsse trocknen aus, ebenso die B\u00e4che, wie es (Deuter. 28, 23) hei\u00dft: \u201cUnd der Himmel, der \u00fcber deinem Haupte, wird Erz sein.\u201d<\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol>\n<a href=\"#fnref14\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"fn15\" role=\"doc-endnote\"><p>Das erste <strong>\u05e2\u05e0\u05d5\u05d9 \u05d4\u05d3\u05d9\u05df<\/strong> ist die Verz\u00f6gerung eines Prozesses, wenn man mehrere Tage \u00fcber die Rechtssache nachdenkt, obwohl sie klar ist. <strong>\u05e2\u05d5\u05d5\u05ea \u05d4\u05d3\u05d9\u05df <\/strong>hei\u00dft, man richtet nicht nach Geb\u00fchr.<a href=\"#fnref15\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn16\" role=\"doc-endnote\"><p>Wir erkl\u00e4rten \u00f6fter im Traktat Seraim, nach welcher Ordnung man die gesetzlichen Gaben vom Getreide entrichten muss und dort ist angegeben, dass man im 3. und 6. Jahre den ersten Zehnten absondern und ihn dem Levi geben musste, was in jedem Jahre geschah; dann sonderte man den Armenzehnt ab und gab ihn den Armen. Dieser Armenzehnt war an Stelle des zweiten Zehnt, den man in den \u00fcbrigen Jahren der Schemitta absonderte.<a href=\"#fnref16\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn17\" role=\"doc-endnote\"><ol start=\"4\" type=\"a\">\n<li><ol type=\"i\">\n<li>leket, schichecha, pea, peret olleloth, denn am Suckothfeste muss man alles dies entrichten, weil da die Feldgesch\u00e4fte beendigt sind. Wer sie da entrichtet, gut, wo nicht, so bestiehlt er die Armen.<\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol>\n<a href=\"#fnref17\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"fn18\" role=\"doc-endnote\"><p>Ein Chassid tut viel Gutes, d.h. er neigt dem einen Extrem etwas mehr zu, w\u00e4hrend ein Frevler derjenige ist, der viel Fehler an der Seele hat, d.h. er neigt in seinen Taten dem andern Extrem zu, wie wir im 4. Abschnitt erkl\u00e4rten, denn wer das Seinige behalten und das Gut anderer noch dazu haben will, ist sehr leidenschaftlich (begehrlich) und hei\u00dft ein Frevler.<a href=\"#fnref18\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn19\" role=\"doc-endnote\"><p>Beachte, dass der Dulder, dessen Geduld \u00fcberaus gro\u00df ist, so dass er gar kein Gef\u00fchl f\u00fcr Zornesaufwallungen hat, fromm, und wer die schlechte Eigenschaft der schnellen Zorneserregung hat, Frevler genannt wird.<a href=\"#fnref19\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn20\" role=\"doc-endnote\"><p>Beachte, dass hier der Ausdruck <strong>\u05d7\u05db\u05dd<\/strong> Weiser gebraucht ist und nicht <strong>\u05d7\u05e1\u05d9\u05d3,<\/strong> weil es sich um intellektuelle, keine sittlichen Eigenschaften handelt, auch wird der letzte nicht <strong>\u05e8\u05e9\u05e2<\/strong> Frevler genannt, weil er ja nicht daf\u00fcr kann, dass er schwer lernt und leicht vergisst, denn das Gegenteil l\u00e4sst sich nicht erwerben.<a href=\"#fnref20\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn21\" role=\"doc-endnote\"><p>Beachte, dass dieser, der sich nicht gen\u00fcgen l\u00e4sst an seiner Gabe, sondern auch andere veranlasst, wohlt\u00e4tig zu sein, fromm genannt wird.<a href=\"#fnref21\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn22\" role=\"doc-endnote\"><p>Weil er so hartherzig ist, wird er Frevler genannt.<a href=\"#fnref22\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn23\" role=\"doc-endnote\"><p>Es steht \u05d1<strong>\u05d4\u05d5\u05dc\u05db\u05d9 \u05dc\u05d1&#8220;\u05d4,<\/strong> d.h. beim Gehen ins Lehrhaus sind vier Unterschiede zu machen. Beachte, dass derjenige, der viel gute Eigenschaften sich erwirbt, ein Frommer, und wer darin l\u00e4ssig ist, ein Frevler genannt wird. Wenn du die geistigen und die moralischen Eigenschaften kennst und auch die verschiedenen Arten bei der Aneignung von Wissen und praktischen Tugenden, wenn du ferner die mittlere Linie und den Weg zur Praxis kennst, die man Guttaten nennt und auch das, was \u00fcber die Mittellinie etwas hinausgeht, welcher Taten sich die bekannten und ber\u00fchmten frommen Leute befleissigen, wenn du ferner kennst das Zuviel und das Zuwenig, welches beides schlecht ist, wobei aber eins von den beiden Extremen eher den Namen \u201cschlecht\u201d verdient, wovon das eine S\u00fcnde und das andere unrechtm\u00e4ssige Tat hei\u00dft, wie z. B. die Enthaltsamkeit ohne Zweifel etwas vollendet Gutes und die gro\u00dfe Leidenschaft etwas vollendet Schlechtes ist, sp\u00fcrt man aber gar keinen Trieb zum Genuss, obwohl das auch schlecht ist, das doch nicht allein gro\u00dfer Leidenschaft gleicht, was S\u00fcnde oder unrechtm\u00e4ssiges Handeln hei\u00dft; es ist alsdann nicht mehr Enthaltsamkeit, sondern neigt etwas zu dem Mangel an Gef\u00fchl f\u00fcr jeden Genuss hin, wie es dem Vollkommenen ziemt. Und wenn du dies verstehen wirst, wirst du wissen, dass derjenige, der noch etwas mehr als Enthaltsamkeit \u00fcbt, fromm genannt wird, wie wir vorher sagten, und wer gar keine Leidenschaft sp\u00fcrt, S\u00fcnder hei\u00dft. Deshalb steht bei einem Nasir\u00e4er (Num. 6, 11): \u201cDer Priester s\u00fchne ihn, weil er sich vergangen hat gegen seine Seele\u201d, wie wir im 4. Abschnitt (oben S. 14 u. 15) des n\u00e4heren auseinandersetzten. Aus alledem, was wir voranschickten und erkl\u00e4rten, wirst du erkennen, wer \u05d1\u05d5\u05e8, wer \u05e2\u05dd \u05d4\u05d0\u05e8\u05e5, wer \u05d2\u05d5\u05dc\u05dd, wer \u05d7\u05db\u05dd und wer \u05e8\u05e9\u05e2, wer \u05d7\u05e1\u05d9\u05d3 und wer \u05d7\u05d5\u05d8\u05d0 genannt zu werden verdient. Diese sieben Namen werden sieben Arten von Menschen beigelegt, je nachdem sie Tugenden oder Laster an sich haben und je nachdem sie sich an die geistigen Eigenschaften gew\u00f6hnt, wie wir vorher erkl\u00e4rten. Man legte die Namen bei, je nach den Umst\u00e4nden eines Mannes, wenn z. B. jemand lasterhafte Eigenschaften an sich hat, nennt man ihn \u05e8\u05e9\u05e2, wie wir auseinandersetzten, und wenn jemand geistige Vorz\u00fcge besitzt, sie aber zum Schlechten anwendet, so wird der bei den Weisen (Talmudisten) \u05e8\u05e9\u05e2 \u05e2\u05e8\u05d5\u05dd, ein listiger Frevler genannt, und wenn es ein Frevler ist, der den Menschen schadet, d.h. er besitzt moralische Defekte, die den Menschen sch\u00e4dlich sind, wie z. B. Frechheit, Grausamkeit (Strenge) und dergl., so wird er \u05e8\u05e9\u05e2 \u05e8\u05e2 genannt. Ebenso wenn jemand geistige Vorz\u00fcge und schlechte moralische Eigenschaften hat, wodurch er andern schadet, wird er \u05d7\u05db\u05dd \u05dc\u05d4\u05e8\u05e2, ein Weiser im B\u00f6sehandeln, genannt, wie der Vers (Jeremias 4, 22) sagt: \u201cWeise sind sie, B\u00f6ses zu tun, aber Gutes zu tun, verstehen sie nicht\u201d, d.h. ihre geistigen Vorz\u00fcge benutzen sie zu b\u00f6sen Taten und nicht zu guten. Der Mann jedoch, in welchem alle geistigen Vorz\u00fcge und moralischen Eigenschaften vereinigt sind, so dass es weder einen geistigen Vorzug, noch eine moralische Eigenschaft gibt, die er nicht besitzt \u2014 was sich nur selten findet und die Philosophen sagen, dass das Wesen des Menschen davon sehr weit entfernt ist, jedoch unm\u00f6glich ist es nicht \u2014 wo immer ein solcher Mann sich findet, nennt man ihn einen g\u00f6ttlichen Mann, wie er auch in unserer Sprache genannt wird, muss er nach meiner Ansicht \u05de\u05dc\u05d0\u05da \u05d4\u05e9\u05dd genannt werden, wie es (Richter 2,1) hei\u00dft: \u201cEs ging hinauf ein Abgesandter des Ewigen von Gilgal.\u201d Die Philosophen sagten: Es sei ausgeschlossen, dass ein Mensch gefunden werde, in dem sich alle Laster vereint finden sollten ad infinitum, ohne irgend welche geistige Vorz\u00fcge und bez\u00fcglich der moralischen Eigenschaften, ohne dass nicht auch eine Tugend darunter (unter den Lastern) sein sollte, und wenn es der Fall sein sollte, was allerdings fernliegend ist, so benennen sie das mit: Ein Tier unter den b\u00f6sen wilden Tieren, die sch\u00e4dlich sind, wie es Salomo mit \u05d3\u05d5\u05d1 \u05e9\u05db\u05d5\u05dc bezeichnet, d.h. die Vereinigung von Torheit und Sch\u00e4dlichkeit. Von diesen f\u00fcnf zusammengesetzten Namen (aus zwei W\u00f6rtern bestehend) bedeuten vier etwas Schmachvolles, n\u00e4mlich die Bezeichnungen: \u05e8\u05e9\u05e2 \u05e2\u05e8\u05d5\u05dd, \u05e8\u05e9\u05e2 \u05e8\u05e2 \u05d7\u05db\u05dd \u05dc\u05d4\u05e8\u05e2 und \u05d3\u05d5\u05d1 \u05e9\u05db\u05d5\u05dc, einer aber bedeutet etwas Grosses und zwar das allergr\u00f6sste, das man sich denken kann, d.&nbsp;i. \u05d0\u05d9\u05e9 \u05d0\u05dc\u05d4\u05d9\u05dd, der g\u00f6ttliche Mann, der \u05de\u05dc\u05d0\u05da \u05d4\u05e9\u05dd. Der Vers spricht es deutlich aus, was unter \u05de\u05dc\u05d0\u05da \u05d4\u05e9\u05dd zu verstehen ist, n\u00e4mlich ein solcher Mann, der geistige und moralisch-ethische Vorz\u00fcge besitzt, wie es (Maleachi 2, 7) hei\u00dft: <strong>\u05db\u05d9 \u05e9\u05e4\u05ea\u05d9 \u05db\u05d4\u05df \u05d9\u05e9\u05de\u05e8\u05d5 \u05d3\u05e2\u05ea \u05d5\u05ea\u05d5\u05e8\u05d4 \u05d9\u05d1\u05e7\u05e9\u05d5 \u05de\u05e4\u05d9\u05d4\u05d5 \u05db\u05d9 \u05de\u05dc\u05d0\u05da \u05d4\u05f3 \u05e6\u05d1\u05d0\u05d5\u05ea \u05d4\u05d5\u05d0.<\/strong> Unter <strong>\u05d3\u05e2\u05ea<\/strong> sind alle geistigen Vorz\u00fcge zusammengefasst, weil nur dadurch Vollkommenheit zu erlangen ist. Ferner steht: <strong>\u05d5\u05ea\u05d5\u05e8\u05d4 \u05d9\u05d1\u05e7\u05e9\u05d5 \u05de\u05e4\u05d9\u05d4\u05d5,<\/strong> was ein Beweis seiner Vollkommenheit ist infolge seiner ethischen Vorz\u00fcge, wie wir im 7. Abschnitte (oben S. 28 flg.) erkl\u00e4rten; denn das beabsichtigt vor allem die Thora. Deshalb steht auch: \u201cAlle ihre Pfade sind Friede\u201d (Spr. Sal. 3, 17). Wir erkl\u00e4rten dort auch, dass der Friede zu den ethischen Vorz\u00fcgen geh\u00f6rt. Zum Schluss steht dann: <strong>\u05db\u05d9 \u05de\u05dc\u05d0\u05da \u05d4\u05f3 \u05e6\u05d1\u05d0\u05d5\u05ea \u05d4\u05d5\u05d0<\/strong><a href=\"#fnref23\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn24\" role=\"doc-endnote\"><p>Wer sich an alles erinnert, aber nicht zwischen Wahrem und Falschem zu unterscheiden versteht, der gleicht einem \u05e1\u05e4\u05d5\u05d2<strong>,<\/strong> d.h. Wolle (Wassermoos) des Meeres, die alles aufsaugt.<a href=\"#fnref24\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn25\" role=\"doc-endnote\"><p>Wer sofort etwas auffasst, aber nichts beh\u00e4lt, weder Wahres noch Unwahres, gleicht einem Trichter.<a href=\"#fnref25\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn26\" role=\"doc-endnote\"><p>Wer die schlechten Lehren beh\u00e4lt und die wahren Lehren, worauf die Tat wie Wein auf der Hefe ruht, vergisst, so dass nur Hefe zur\u00fcckbleibt und das Klare und Wahre fortgeht, gleicht einem Seiher.<a href=\"#fnref26\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn27\" role=\"doc-endnote\"><p>Das Sieb l\u00e4sst den Staub, das Schlechte durch und beh\u00e4lt das bessere Mehl, das d\u00fcnne Mehl, das man nicht verwenden kann, geht heraus und es bleibt das dicke, was das feine Mehl ist (ebenso l\u00e4sst ein guter Sch\u00fcler die schlechten Lehren unbeachtet und beherzigt die guten).<a href=\"#fnref27\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn28\" role=\"doc-endnote\"><p>Liegt der Grund der Liebe in etwas Irdischem, so h\u00f6rt sie auf, sobald das Irdische aufh\u00f6rte und gewichen ist und muss das Geheimnis (der Liebe), das sich immer erneuert, in dem Geheimnis der Ursache liegen; ist aber der Grund der Liebe ein g\u00f6ttlicher, wie die wahre Erkenntnis (Gottes), so kann eine solche Liebe nie aufh\u00f6ren, weil der Grund das Wesen der Liebe ewig dauern l\u00e4sst (wie Gott ewig ist).<a href=\"#fnref28\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn29\" role=\"doc-endnote\"><p>Das ist so nach dem Grundsatz von Belohnung und Bestrafung, denn wer nicht bloss streitet, um den andern zu widerlegen, sondern um das Wahre zu erkennen, dessen Worte werden bestehen und nie aufh\u00f6ren.<a href=\"#fnref29\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn30\" role=\"doc-endnote\"><p>Wer die Menschen zum Richtigen anleitet, den wird Gott belohnen, indem er ihn von der S\u00fcnde abh\u00e4lt, und wer die Menschen irref\u00fchrt, den wird Gott bestrafen, indem er ihn von der Busse abh\u00e4lt, das ist klar, und nichts schwierig dabei, wenn du verstehst, was wir im 8. Abschnitt als Hauptgrundsatz dabei aufstellten.<a href=\"#fnref30\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn31\" role=\"doc-endnote\"><p>Unter \u201cwohlwollendes Auge\u201d ist die Gen\u00fcgsamkeit, unter \u05e0\u05e4\u05e9 \u05e9\u05e4\u05dc\u05d4 die Enthaltsamkeit zu verstehen, unter \u05e8\u05d5\u05d7 \u05e0\u05de\u05d5\u05db\u05d4 ist die ausserordentliche Demut gemeint, wie wir in dem vorigen Abschnitt auseinandersetzten. Die drei entgegengesetzten Dinge sind: die Geldgier, d.&nbsp;i. das b\u00f6swillige Auge, die gro\u00dfe Leidenschaft, d.&nbsp;i. \u05e0\u05e4\u05e9 \u05e8\u05d7\u05d1\u05d4, und der Hochmut, d.&nbsp;i. \u05e8\u05d5\u05d7 \u05d2\u05d1\u05d5\u05d4\u05d4. Die drei Vor z\u00fcge wurden unserem Erzvater Abraham bekannt gegeben und bei wem sich die ersten drei Tugenden finden, der wird ein Sch\u00fcler Abrahams genannt, weil er sich nach dessen Sitten richtet. Bei wem jedoch die drei entgegengesetzten fehlerhaften Dinge sich finden, geh\u00f6rt zu den Sch\u00fclern Bileams, da er dessen Sitten nachahmt. Ich werde nun die Stellen anf\u00fchren, wo die Tugenden Abra hams, und die Stellen, wo die Fehler Bileams erkennbar sind; sie finden sich alle in der Thora: Von der Anspruchslosigkeit (w. Gen\u00fcgsamkeit) Abrahams steht Gen.&nbsp;14, 23: \u201c(Abraham sagte zum K\u00f6nig von Sodom:) Ich nehme weder Faden noch Schuhriemen, noch irgend etwas, was dir geh\u00f6rt\u201d usw. Das ist der h\u00f6chste Grad von Gen\u00fcgsamkeit, dass jemand gro\u00dfen Reichtum verschm\u00e4ht und nicht das Geringste annimmt. Von der Enthaltsamkeit Abrahams er z\u00e4hlt die Schrift (ibid. 12, 11): \u201cAls er nahe daran war, nach \u00c4gypten zu kommen, sprach er zu Sara, seinem Weibe: Siehe doch, ich weiss, dass du ein Weib von sch\u00f6nem Ansehen bist\u201d, wozu (Baba Bathra 77a) bemerkt wird: Er hat nur an diesem Tage ihr ganz ins Gesicht gesehen, was der h\u00f6chste Grad von Enthaltsamkeit ist. Ferner bemerken sie (die Talmudisten) zu dem Verse Gen.&nbsp;16, 6: \u201cAbraham sprach zu Sara: Hier hast du deine Magd in deiner Hand, tue mit ihr, was dir gut d\u00fcnkt in deinen Augen\u201d, davon ist bewiesen, dass Abraham gar keinen Umgang mit der Hagar haben wollte. Ebenso, als Sara ihn bat, sie (die Hagar) mit Ismael fortzuschicken, so dass sie ihn hinderte, sich ihr (der Hagar) zum Zwecke des ehelichen Umgangs zuzuneigen, hei\u00dft es, es tat Abraham nur leid wegen des Ismael, nach Gen.&nbsp;21, 11: \u201cLeid war die Sache sehr in den Augen Abrahams um seines Sohnes willen.\u201d Alles das sind Beweise von der Enthaltsamkeit Abrahams. Und in seiner gro\u00dfen Bescheiden heit sagte er: \u201cIch bin nur Staub und Asche\u201d (Gen.&nbsp;17, 27).<a href=\"#fnref31\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn32\" role=\"doc-endnote\"><p>Die Geldgier Bileams des Frevlers wurde dadurch bekannt, dass er von Aram Naharajim des Geldes wegen kam, das ihm als Lohn versprochen wurde, um Israel zu verfluchen, wie Gott sagte (Deuter. 23, 5): \u201cEr (Balak) hat gegen dich gedungen den Bileam, den Sohn Beor\u201d usw. Seine gro\u00dfe Leidenschaft bez\u00fcglich des Beischlafes war aber der Grund, dass er Balak den Rat gab, er soll den Frauen frei geben, mit Israel zu buhlen. Er setzte bekannte Buhldirnen zu ihnen, was er nicht geboten haben w\u00fcrde, wenn nicht seine gro\u00dfe Leiden schaft gewesen w\u00e4re, die die Unzucht ihm f\u00fcr erlaubt erscheinen liess, denn das Gebot der Menschen richtet sich nur nach ihrer Gesinnung, da die Guten nichts B\u00f6ses gebieten, sondern sich davor in acht nehmen. Im Vers (Num. 31,16) steht: \u201cSiehe, sie waren den Kindern Israels auf den Rat Bileams\u201d usw. Und die Weisen (Sanhedrin 105a) sagten: \u201cBileam hat seiner Eselin beigewohnt und es ist kein Zweifel daran, dass derjenige, welcher solche Gedanken hat, auch diese bet\u00e4tigt.\u201d Sie (die Weisen) bringen gegen Bileam einen Beweis von dem Verse (Ps. 55, 24): \u201cDu aber, o Gott, wirst sie st\u00fcrzen in die Grube des Verderbens, die M\u00e4nner des Blutes\u201d usw., n\u00e4mlich: weil er (Bileam) ein Mann des Blutes war, was die Ursache gewesen ist, dass Israel w\u00e4hrend einer Seuche starb; auch war er ein Mann des Truges, denn er ersann Betr\u00fcgereien, um B\u00f6ses zu tun.<a href=\"#fnref32\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn33\" role=\"doc-endnote\"><p>Man bringt nun den Sch\u00fclern Abrahams einen Beweis von dem Verse (Spr. Sal. 8, 21): \u201cZu verleihen meinen Freunden Habe und ihre Sch\u00e4tze f\u00fclle ich\u201d, wie es auch hei\u00dft (Jesajas 41, 8): \u201cDer Same Abrahams, meines Lieblings.\u201d<a href=\"#fnref33\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn34\" role=\"doc-endnote\"><p>Obwohl es hei\u00dft: Ein frecher Mensch kommt ins Gehinam, gebietet man doch anderseits den Mut, den man zeigen muss, wenn z. B. Lehrer zurechtweisen und dergl., gleichsam, als wollte der Autor der Mischna sagen: Bediene dich zuweilen einer Untugend, wenn es sich um die Vollf\u00fchrung des g\u00f6ttlichen Willens und um die Anerkennung der Wahrheit der g\u00f6ttlichen Lehre handelt, wie der Prophet (Psalmist) sagt (Ps. 18, 28, 27): \u201cMit dem Krummen windest du dich\u201d, aber unter der Bedingung (darfst du dich des Freimuts bedienen), wenn deine Absicht ist, der Wahrheit zu dienen. Deshalb steht auch: \u201cUm den Willen deines himmlischen Vaters zu erf\u00fcllen.\u201d Zu den Wohltaten, welche Gott dieser Nation (Israel) erwiesen, geh\u00f6rt auch, dass er ihr Schamhaftigkeit verliehen hat, wie es (Jebamoth 79a) hei\u00dft: Die Kennzeichen der Nachkommen Abrahams sind, dass sie versch\u00e4mt, barmherzig und wohlt\u00e4tig sind. Ferner steht (Exod. 20,17): \u201cDamit Ehrfurcht vor ihm auf eurem Antlitz sei, dass ihr nicht s\u00fcndigt.\u201d Nachdem nun der Vorzug der Schamhaftigkeit dargetan wurde, folgt das Gebet am Schluss: Wie du, o Gott, uns damit begnadigt hast, so begnadige uns, dass du bald in unsern Tagen deine Stadt (Jerusalem) erbauest!<a href=\"#fnref34\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn35\" role=\"doc-endnote\"><p>Sieh die Wahrheit, welche darin enthalten ist, mit deinem Verstande ein, wie das Targum das Wort <strong>\u05d5\u05d9\u05e8\u05d0<\/strong> mit <strong>\u05d5\u05d7\u05d6\u05d0<\/strong> \u00fcbersetzt.<a href=\"#fnref35\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn36\" role=\"doc-endnote\"><p>Besch\u00e4ftige dich mit der Gotteslehre bis ins Greisenalter und auch dann weiche nicht von ihr, um dich etwas anderem zuzuwenden.<a href=\"#fnref36\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<li id=\"fn37\" role=\"doc-endnote\"><p>Die (Talmudisten) sagen: Von der Weisheit hat nur das Bestand, was du mit M\u00fche erlerntest, arbeite und habe Ehrfurcht vor dem Lehrer; das Lesen von B\u00fcchern zum Vergn\u00fcgen (Romane) oder zur Erholung (Novellen und andere popul\u00e4re Schriften) hat keinen Bestand (keinen dauernden Wert) und keinen Nutzen. Im Talmud wird zu dem Verse (Koheleth 2, 9): \u201cAuch <strong>\u05d0\u05e3<\/strong> meine Weisheit stand mir bei\u201d bemerkt: Die Weisheit, welche ich im Zorn <strong>\u05d1\u05d0\u05e3<\/strong> (bei M\u00fche und Qual) lernte, stand mir bei, weshalb man befahl, den Sch\u00fclern Furcht einzufl\u00f6ssen und sagte man: Beobachte Strenge (eigentl. wirf Bitteres oder Galle) gegen die Sch\u00fcler (s. Kethuboth 103 b).<a href=\"#fnref37\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pirkej Awot mit dem Kommentar des Moses Maimonides > Kapitel 5 in deutscher \u00dcbersetzung<\/p>\n","protected":false},"author":32,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,98],"tags":[117,191],"class_list":["post-6083","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-creative-commons","category-mischna-awot","tag-creative-commons","tag-mischna"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6083"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6083\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6098,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6083\/revisions\/6098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}