{"id":81,"date":"2013-11-14T00:41:01","date_gmt":"2013-11-13T22:41:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=81"},"modified":"2023-05-12T15:47:18","modified_gmt":"2023-05-12T13:47:18","slug":"die-synagoge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-synagoge\/","title":{"rendered":"Die Synagoge"},"content":{"rendered":"\n\n\n\n<p>Das aus der altgriechischen Sprache herstammende Wort Synagoge (\u03c3\u03c5\u03bd\u03b1\u03b3\u03c9\u03b3\u03ae) bedeutet Zusammenkunft. Die hebr\u00e4ische Bezeichnung daf\u00fcr lautet <em>Bet Knesset<\/em>, Haus der Zusammenkunft. Man versteht darunter seit \u00fcber zweitausend Jahren ein Haus, in dem sich Juden treffen, um miteinander zu sprechen, zu lernen, zu feiern, vor allen Dingen aber um miteinander G\u2019ttesdienste zu halten. Synagogen weisen typische Baumerkmale auf, die sich baugeschichtlich von den Vorg\u00e4ngern der Synagoge, dem Tempel und, davor, dem Stiftszelt herleiten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-full wp-image-4513\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"840\" height=\"630\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/17056183129_c151093a7d_k_d1.jpg?resize=840%2C630&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4513\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/17056183129_c151093a7d_k_d1.jpg?w=2048&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/17056183129_c151093a7d_k_d1.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/17056183129_c151093a7d_k_d1.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/17056183129_c151093a7d_k_d1.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/17056183129_c151093a7d_k_d1.jpg?w=1680&amp;ssl=1 1680w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wintersynagoge im Komplex der Portugiesischen Synagoge Amsterdam &#8211; Foto von Chajm Guski, Alle Rechte vorbehalten.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vor dem Stiftszelt<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die anderen Menschen und V\u00f6lker noch lange Zeit sp\u00e4ter die Gestirne und Naturkr\u00e4fte oder aber einfach auch nur selbst gebaute Figuren als G\u2019tter anbeteten, war nach J\u00fcdischer \u00dcberlieferung Avraham (Abraham) der erste Mensch, der G\u2019tt als den Einzigen, Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer allen Seins erkannte, ein unsichtbarer, unvorstellbarer G\u2019tt. G\u2019tt schloss mit Avraham einen ewig w\u00e4hrenden Partnerschaftsbund, ebenso mit seinem Sohn Jitzchak (Isaak) und mit dessen Sohn Jaakow (Jakob), der nach einem Kampf mit einem Boten G\u2019ttes, einem Engel, den Ehrennamen Jisrael (Israel) erhielt, das bedeutet Streiter G\u2019ttes &#8211; einer, der mit G\u2019tt k\u00e4mpft und f\u00fcr G\u2019tt streitet. Aus den zw\u00f6lf S\u00f6hnen Jaakow, das ist Jisrael, gingen zw\u00f6lf St\u00e4mme hervor, die sp\u00e4ter das Volk Jisrael, die Israeliten, bildeten, mit denen G\u2019tt Seinen Bund am Sinai schloss. Im Verlauf der weiteren Geschichte gingen zehn der zw\u00f6lf St\u00e4mme verloren. \u00dcbrig blieben der Stamm Yehudah (Juda) und der Stamm Lewi, die in der Folge gemeinsam als Juden bezeichnet wurden, wobei auch heute die Bezeichnung Israeliten die korrektere ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Stiftszelt<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Zeit der Urv\u00e4ter Avraham, Jitzchak und Jaakow, die Hirten waren, die mit ihren Herden weite Strecken zur\u00fccklegten, war es \u00fcblich an besonderen Orten Alt\u00e4re aus gesammelten unbehauenen Steinen zu errichten, auf denen der Dienst f\u00fcr G-tt, das Opfer, dargebracht wurde. Solche Orte waren oft durch eine Begebenheit ausgezeichnet und erhielten hiervon ihren Namen, mit dem sie teilweise bis heute noch benannt werden. Die errichteten Alt\u00e4re wurden beim Weiterwandern aufgegeben, allenfalls bei der R\u00fcckkehr wieder verwendet. Im Lauf der Zeit waren die Nachkommen Israels nach \u00c4gypten gekommen und dort in Knechtschaft und schwerste Erniedrigung gezwungen worden. Auf Gehei\u00df und mit Hilfe G-ttes f\u00fchrte Masche (Moses) sie, die nun ein Volk aus zw\u00f6lf St\u00e4mmen geworden waren, von dort heraus und in die Freiheit. Gemeinsam zogen sie weiter, und ein gemeinsames, ein einendes Heiligtum wurde erforderlich. Nach Anweisung G-ttes baute Mosche daraufhin das Stiftszelt, dessen grundlegender Aufbau seither die G-ttesh\u00e4user der Israeliten bestimmt. Das Stiftszelt sollte sein und wurde das Zentrum, um das sich die zw\u00f6lf St\u00e4mme scharten, das sie in ihrer Mitte w\u00e4hrend ihres Wanderns trugen, &#8211; Je drei St\u00e4mme flankierten es in Jeder Himmelsrichtung &#8211; es war ein bewegliches, ein tragbares Heiligtum. Angefertigt war es aus wertvollsten Materialien und hatte im aufgebauten Zustand drei r\u00e4umliche Unterteilungen Zun\u00e4chst den gro\u00dfen Vorhof im Osten, in dem sich der kupfer\u00fcberzogene Brandopferaltar und, westw\u00e4rts davon, das gro\u00dfe kupferne Wasserbecken befanden, wohin die Israeliten ihre Tiere zur Opferung brachten und wo die Opferschlachtungen vollzogen wurden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mischkan_sprachkasse1.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"840\" height=\"611\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mischkan_sprachkasse1.jpg?resize=840%2C611&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-6219\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mischkan_sprachkasse1.jpg?resize=1024%2C745&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mischkan_sprachkasse1.jpg?resize=300%2C218&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mischkan_sprachkasse1.jpg?resize=768%2C559&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mischkan_sprachkasse1.jpg?w=1100&amp;ssl=1 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Blick auf das Stiftszelt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Westw\u00e4rts davon stand das Stiftszelt, auch Offenbarungszelt (Ohel Mo&#8217;ed) genannt, betretbar durch einen Vorhang in seiner Ostwand. Es war unterteilt einerseits in das Heiligtum (Qodesch), in dem der gold\u00fcberzogene Rauchopferaltar und, an der Nordwand, der gold\u00fcberzogene Tisch mit den zw\u00f6lf Ohaloth, den Schaubroten, die in zwei Schichten, mit Weihrauch bestreut, lagen, und diesem gegen\u00fcber, an der S\u00fcdwand, der massiv goldene siebenarmige Leuchter standen, dessen Leuchter die ganze Wacht hindurch brannten, was f\u00fcr alle Zeiten so bleiben sollte, ein Ewiges Licht.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Westwand fand sich ein weiterer Vorhang, hinter dem sich schlie\u00dflich der dritte Raum, das Allerheiligste (Qodesch haQodaschim), befand, der Raum, in dem die Bundeslade, die die heiligen Tafeln barg, niedergestellt war, und der vom Hohenpriester nur zu ganz besonderen Anl\u00e4ssen, so einmal im Jahr, am Vers\u00f6hnungstag, betreten werden durfte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Tempel<\/h2>\n\n\n\n<p>Als die Israeliten nach Ende der langen W\u00fcstenwanderung sich im verhie\u00dfenen Land niedergelassen hatten, und K\u00f6nig David die Bundeslade nach Jerusalem, in die Davidsstadt hatte bringen lassen, da entstand in ihm das Bed\u00fcrfnis das Stiftszelt durch ein pr\u00e4chtiges festes Haus, einen Tempel, zu ersetzen. Doch sollte sein Sohn Schlomo (Salomo), der nach ihm K\u00f6nig wurde, erst dieses Werk vollbringen. Auf dem Berg Moriyah, auf der Tenne des Arnan, oberhalb der Davidsstadt, wurde der Tempel erbaut, 480 Jahre nach dem Auszug aus Agypten, etwa im Jahr 957 v.d.Z. Der Tempel, dessen Eingang wiederum im Osten lag, bestand aus einer Vorhalle (Ulam), die sich zum Vorhof \u00f6ffnete, einem westw\u00e4rts davon gelegenen Hauptraum (Hekhal) und dem Allerheiligsten (Dvir oder Qodesch haQodaschim). Der Hauptraum hatte Fenster. Um den Hauptraum und das Allerheiligste lagen niedrige Kammern in drei Stockwerken.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tempel war au\u00dferordentlich pr\u00e4chtig, so war der Hauptraum im Innern unter anderem mit schnitzwerkverziertem Zedernholz ausget\u00e4felt, das Allerheiligste mit Gold ausgekleidet. Im Allerheiligsten stand die Bundeslade mit den beiden Steintafeln. Sie wurde \u00fcberw\u00f6lbt von zwei gro\u00dfen, aus Olivenholz angefertigten, mit Gold \u00fcberzogenen Engelsgestalten (Kerubim). Im Hauptraum stand der gold\u00fcberzogene Altar, an den Seitenw\u00e4nden fanden sich je f\u00fcnf goldene Leuchter, au\u00dferdem zweimal f\u00fcnf Tische f\u00fcr die Schaubrote. Vor dem Hauptraum waren zwei kunstvoll gestaltete S\u00e4ulen errichtet. An der Nord- und S\u00fcdseite standen kupferne Kessel auf fahrbaren Gestellen, die f\u00fcr die Waschungen im Zusammenhang mit den Brandopfern bestimmt waren. Der Brandopferaltar im Vorhof war gleichfalls aus Kupfer. Im S\u00fcdosten wurde au\u00dferdem ein riesiges kupfernes Becken aufgestellt, das Meer genannt, das den Priestern f\u00fcr ihre Waschungen diente. Dieser Tempel, der sich in seiner Sch\u00f6nheit tief in die Erinnerung Israels eingegraben hat, wurde im Jahr 586 v.d.Z. von dem Babylonier Nebukadnezar zerst\u00f6rt. Die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung des Landes wurde in die Gefangenschaft nach Babylon gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter gestattete der Perser Koresch (Kyrus II.), der Sieger \u00fcber Babylon, den Juden wieder heimzukehren und erneut einen Tempel zu erbauen. Unter Serubbavel wurde der Tempel, kleiner und weniger pr\u00e4chtig, im Jahr 515 v.d.Z. an der alten Stelle wieder errichtet. Es gab jetzt einen \u00e4u\u00dferen Hof und einen inneren. Im inneren lag der eigentliche Tempel mit dem Heiligtum und dem Allerheiligsten. Die von Nebukadnezar geraubten Tempelger\u00e4te hatten die Juden weitgehend zur\u00fcckerhalten. Nur die Bundeslade blieb verschollen. Das Allerheiligste blieb leer.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Tempel wurde im Jahr So v.d.Z. von dem Edomiter Herodes erheblich erweitert und umgebaut. Im Osten fand sich nun ein gro\u00dfer Frauenhof, an den sich westw\u00e4rts ein Hof anschlo\u00df, der den m\u00e4nnlichen Laien zug\u00e4nglich war, schlie\u00dflich der Priesterhof, in dem der Brandopferaltar stand. Der Tempel selbst hatte einen Vorraum, das Heiligtum und das Allerheiligste. Vor dem Vorhang zum Allerheiligsten standen ein Leuchter, ein Tisch mit den Schaubroten und der R\u00e4ucheraltar. Der Raum hinter dem Vorhang, das Allerheiligste, blieb weiterhin leer. Dieser zweite Tempel, von manchen als dritter bezeichnet, wurde im Jahr 70 n.d.Z. von dem R\u00f6mer Titus zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Ende des Tempels \u2013 Versammlungsh\u00e4user \u2013 Synagogen<\/h2>\n\n\n\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Zeit des ersten Tempels waren erste mahnende Stimmen aufgetreten, die die blutigen Schlachtrituale der Tieropfer als unangemessenen G-ttesdienst verwarfen und statt dessen eine g-ttesf\u00fcrchtige Gesinnung und Lebensf\u00fchrung forderten. Die Zerst\u00f6rung des ersten Tempels mit dem nachfolgenden babylonischen Exil zwang die Juden neue Formen des G-ttesdienstes zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Versammlungsh\u00e4user entstanden, die nicht den Anspruch eines zentralen Heiligtums hatten, in denen die Menschen aber die Heilige Schrift studierten und diskutierten, &#8211; es waren erste Synagogen, wie sie fortan \u00fcberall in der Diaspora, nach der R\u00fcckkehr aus dem Exil aber auch im Heiligen Land, parallel zum zweiten Jerusalemer Tempel \u00fcberall entstanden. Diese Synagogen waren Mehrzweckgeb\u00e4ude, Gemeindezentren in denen die Ortsverwaltung,die Gerichtsbarkeit, Unterricht, G-ttesdienst, Handel und einiges mehr unter einem Dach vereint waren. W\u00e4hrend der wieder errichtete Tempel erneut zum zentralen Heiligtum geworden war, in dem die Tieropfer stattfanden, entwickelte sich in den Synagogen, nicht in Konkurrenz zu ihm, aber doch parallel, eine G-ttesdienstform, die ausschlie\u00dflich Gebets- und Wortg-ttesdienst war, in der an die Stelle der Schlachtopfer die Thorahlesung getreten war, die am Schabbath, au\u00dferdem an Montagen und Donnerstagen, den damaligen Markttagen, den Mittelpunkt des G-ttesdienstes bildete. Dieser Gebets- und Wortg-ttesdienst in den Synagogen \u00fcberdauerte die Zerst\u00f6rung des zweiten Tempels, die nicht nur dem Tierschlachtopferkult sondern auch der Priesterschaft ein Ende setzte. Damit gewann die laizistische Form des G-ttesdienstes, das Gebet, an Bedeutung. Da die Zerst\u00f6rung des Tempels jedoch als gewaltt\u00e4tig erlittener Verlust empfunden wurde, hatte man nicht nur das Bed\u00fcrfnis wenigstens die Ordnung der Tempelg-ttesdienste in der Ordnung der Synagogeng-ttesdienste zu erhalten, wie selbstverst\u00e4ndlich orientierte sich auch der zun\u00e4chst ganz und gar nicht festgelegte Bau der Synagogen dann zunehmend am Idealbau des Tempels. Und der Ort des ehemaligen Tempels kennzeichnete schon von Anfang an auch die Gebetsrichtung, das ist auch die Ausrichtung des Synagogengeb\u00e4udes, also in einer Gegend westlich vom Heiligen Land in Richtung Osten, n\u00f6rdlich davon in Richtung S\u00fcden, jeweils nach Jerusalem gewandt. Dabei war anfangs oft der Eingang in die Synagoge in der nach Jerusalem gerichteten Wand, so da\u00df beim Beten durch die ge\u00f6ffnete T\u00fcr Richtung Jerusalem geblickt werden konnte. Ab dem 4. Jahrhundert nach der Zeitenwende erhielt der Thorahschrein, der bis dahin m\u00f6glicherweise beweglich, trag- oder fahrbar, war, seinen festen Platz an der nach Jerusalem gerichteten Wand. Dieser Schrein, der die Thorahrollen mit der Weisung G-ttes birgt, trat nun an die Stelle des Allerheiligsten, wie dieses vom \u00fcbrigen Heiligtum durch einen Vorhang getrennt. Die H\u00fcllen der Thorahrollen, der Schrein, der Vorhang wurden nach dem Verm\u00f6gen der Gemeinde so kunstvoll als m\u00f6glich gestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erh\u00f6hte Platz vor dem Thorahschrein hei\u00dft <em>Duchan<\/em> und entspricht dem Ort, von dem aus die Priester zur Zeit des Tempels das Volk segneten, &#8211; es ist der Ort, von dem aus die Nachkommen der Priester (Kohanim) auch heute noch an den Hohen Feiertagen den Priestersegen sprechen, die einzige noch verbliebene priesterliche Funktion.Wie selbstverst\u00e4ndlich trat das auf erh\u00f6htem Platz (Bimah, auch Almemor genannt) stehende Lesepult f\u00fcr die Thorahrollen an die Stelle des Altars im Tempel, auf dem nun nicht mehr Priester die Opfer vollziehen, sondern Laien die Offenbarung G-ttes h\u00f6rbar machen. Der Almemor, der zweitwichtigste Raumteil der Synagoge, ist gleichfalls oft in besonderer Weise geschm\u00fcckt, zumindest mit einem kunstvollen Gel\u00e4nder. In Erinnerung an die Leuchter im Tempel stehen auch heute noch vor dem Thorahschrein rechts und links oft siebenarmige oder \u00e4hnlich gestaltete Leuchter, w\u00e4hrend das Ewige Licht die Gestalt eines kleinen L\u00e4mpchens angenommen hat, das meist mittig vor dem Thorahschrein h\u00e4ngt. Den Tisch mit den Schaubroten gibt es jedoch nicht mehr, &#8211; an die zwei Reihen von Broten erinnern nur noch die zwei Chaloth, \u00fcber die nach dem G-ttesdienst, nach dem Segen \u00fcber den Wein der Segen \u00fcber das Brot gesprochen wird, und die mit Salz gegessen werden gem\u00e4\u00df den Worten der Thorah: ,,Alle deine Speiseopfer sollst du mit Salz bestreuen; das Salz, das B\u00fcndnis mit deinem G-tt, darfst du &#8230; nicht fehlen lassen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der urspr\u00fcnglich dritte Teil des Stiftszeltes und des Tempels, der Vorhof, findet sich wieder in dem Teil der Synagoge, in dem die Betenden sitzen, der heute mit Sitzb\u00e4nken ausgestattet ist, was, insbesondere im Orient, nicht urspr\u00fcnglich der Fall war. Dabei sitzen M\u00e4nner und Frauen traditionell, jedoch unterschiedlich stark voneinander getrennt. An das gro\u00dfe Wasserbecken, das den Priestern f\u00fcr ihre Waschungen diente, erinnert schlie\u00dflich noch das Waschbecken, das sich heute meist im \u00dcbergangsraum zum Gemeinderaum befindet. Dort w\u00e4scht man sich die H\u00e4nde bevor, nach dem G-ttesdienst, im Gemeinderaum dann der Kiddusch, die Worte der Heiligung, \u00fcber Wein und Brot gesprochen wird, und die gemeinsame Mahlzeit beginnt. So bewahrten die Israeliten \u00fcber Jahrtausende und alle Wirren, Zerst\u00f6rungen und Verfolgungen hindurch die Mosche von G-tt am Sinai offenbarte bauliche Ordnung des Raumes der Begegnung mit G-tt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist eine Synagoge? Was findet man in der Synagoge? \u00dcber diese Fragen und die Geschichte der Synagoge.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[30],"class_list":["post-81","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-orte","tag-synagoge"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9564,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81\/revisions\/9564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}