{"id":8177,"date":"2022-01-05T17:38:24","date_gmt":"2022-01-05T15:38:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=8177"},"modified":"2022-01-05T17:39:11","modified_gmt":"2022-01-05T15:39:11","slug":"mosche-moses-im-midrasch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/mosche-moses-im-midrasch\/","title":{"rendered":"Mosche (Moses) im Midrasch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"Eintrag\">Noch mehr als das Leben der Erzv\u00e4ter wurde das Leben Mosches (Moses) von der Geburt bis zum Tode durch die Legende reich ausgeschm\u00fcckt. Philo widmete dem Leben Mosches (Moses) ein ganzes Buch (De vitaMosis). Viele Sagen \u00fcber Mosche (Moses) bringt auch Flavius Josephus; sie decken sich vielfach mit den haggadischen \u00dcberlieferungen. Au\u00dfer den mehr oder weniger zerstreuten Bemerkungen im Midrasch gibt es eine Reihe zusammenh\u00e4ngender Erz\u00e4hlungen \u00fcber Mosche (Moses) j\u00fcngeren Charakters, so im<em> Sefer hajaschar<\/em>, Die Chronik Mosches (<em>Diwre hajamim schel Mosche<\/em>), Das Sterben Mosches (<em>Midrasch petirat Mosche<\/em>) u. a., die ebenfalls uralte Sagen aufgenommen haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"Eintrag\">Mosches (Moses) Geburt wurde nach der Tradition dem Pharao im Traum angezeigt, worauf dieser das Gebot erlie\u00df, die israelitischen Knaben in den Nil zu werfen (P. d. R. E. 48 u. 49.). Mosche (Moses) wurde nach der \u00dcberlieferung am 7. Adar geboren (b. Meg. 13 b); bei seiner Geburt f\u00fcllte sich das Zimmer mit Licht (Schemot. R. 1,20). Er kam beschnitten zur Welt. Ebenso wie die Geburt ging seine Errettung aus dem Wasser unter vielen Wundern vor sich. Als die Tochter des Pharao das Kind ber\u00fchrte, wurde sie von ihrem Aussatz geheilt (b. Sota 12b). Sie nannte ihn Mosche, in Wirklichkeit aber hatte er viele andere Namen, die jedoch alle einschlie\u00dflich des Namens, den die Eltern ihm gegeben hatten, in Vergessenheit gerieten. Die Tora selbst anerkannte den Namen \u00bbMosche\u00ab, den Bitja, die Tochter Pharaos, ihm gegeben hatte, als Lohn f\u00fcr ihre gute Tat (Meg. 13 a.). Ausf\u00fchrlich werden die am Hofe des Pharao verbrachten Kindheitsjahre schon bei Philo und dann in den sp\u00e4teren Midraschim geschildert. In die arabische Literatur wurden diese wie die anderen Sagen aufgenommen und vielfach erweitert und ge\u00e4ndert. Demnach riss Mosche (Moses) schon als dreij\u00e4hriges Kind dem Pharao die Krone vom Haupte. Um zu erkennen, ob er aus \u00dcberlegung gehandelt oder nur ein kindliches Spiel getrieben hatte, wurden gl\u00fchende Kohle und Edelsteine vor ihn hingelegt. Als Mosche (Moses) nach den Edelsteinen greifen wollte, rettete ihn der Engel Gabriel, indem er die Hand des Kindes auf die Kohle lenkte, die dieses nun zum Munde f\u00fchrte. So wurde Mosche (Moses) vor dem Zorn des Pharao gerettet, hatte aber seitdem einen Sprachfehler (Schemot Rabba 1,26)<br>Lobend wird im Midrasch hervorgehoben, dass Mosche (Moses), obwohl am Hofe des K\u00f6nigs erzogen, Mitgef\u00fchl mit seinen schwergepr\u00fcften Br\u00fcdern hatte. Er wollte jedem helfen (Schemot Rabba 1,26) und setzte es durch, dass den Hebr\u00e4ern ein Ruhetag \u2014 der Sabbat \u2014 in der Woche gew\u00e4hrt wurde (Schemot Rabba 1,26). Als Mosche (Moses) aus \u00c4gypten fl\u00fcchten musste, wurde er durch ein Wunder gerettet. W\u00e4hrend er nach dem Bericht der Bibel direkt nach Midjan fl\u00fcchtete, kam er nach den sp\u00e4teren Midraschim zuerst nach \u00c4thiopien. Hier gelangte er wegen seiner gro\u00dfen Tapferkeit zu gro\u00dfen Ehren, wurde K\u00f6nig und verweilte 40 Jahre, musste aber als Fremdling das Land verlassen.<br>Diese weit verbreitete Sage kn\u00fcpft an die biblische Erz\u00e4hlung von Mosches kuschitischer Frau an; eine Andeutung dieser Sage findet sich schon im Pseudo-Jonatan zu Num. 12, 1; bei Jetro hatte Mosche (Moses) viel Ungemach zu erleiden. Dort kam er auch in den Besitz des Wunderstabes (Mosesstab), der in Jetros Garten eingepflanzt war. Diesen Stab, den schon Adam in Besitz gehabt hatte, hatte vor Mosche (Moses) niemand ergreifen k\u00f6nnen (P.d.R.E. 40; Sefer hajaschar). Mosche (Moses), der als Hirte bei Jetro besch\u00e4ftigt war, weidete die Schafe mit so liebevoller Sorgfalt, dass er sp\u00e4ter von Gott zum Hirten Israels eingesetzt wurde (Schemot Rabba 1; b. Sukka 52a). Als Mosche (Moses) von Gott zu dem Pharao geschickt wurde, war er wenig zuversichtlich und wurde deshalb auch bestraft. Die Wunder vor Pharao, besonders die ersten drei, wurden, entsprechend der Erz\u00e4hlung der Bibel, zusammen mit Ahron vollf\u00fchrt. Die Abh\u00e4ngigkeit Moses&#8216; von Ahron wird also von Moses selbst verschuldet. Moses wird Ahron gleichgestellt (Mechilta ed. Friedmann 1 a); in der Folge tritt aber die T\u00e4tigkeit Moses&#8216; in den Vordergrund. Am Meere musste er mit den Elementen k\u00e4mpfen; er hatte keine Macht, das Meer zu spalten, bis der Ewige seine rechte Hand auf die Hand Moses legte (Schemot Rabba 21,6). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"Eintrag\">Die Wunder, die Moses am Meer vollbrachte, werden besonders hervorgehoben (Schemot Rabba 21,6; Mechilta ed. Friedmann 30 b), andererseits zeigte er sich auch hier zaghaft, und es wird ihm vorgeworfen, dass er zu lange Zeit mit Beten verbrachte, wie \u00fcberhaupt seine Kraft mehr im Beten als im Handeln liegt (ebd. 21a). Beim Auszug aus \u00c4gypten suchte Moses nach den irdischen \u00dcberresten Josefs, w\u00e4hrend die anderen nach Gold und Sch\u00e4tzen strebten (b. Sota 13 a, Pessikta de R. Kahana, ed. Buber 85 b, Mechilta ed. Friedmann 21a). Als Belohnung hierf\u00fcr wurde Mosche sp\u00e4ter aus den Abf\u00e4llen der 2 Tafeln bereichert. In den Kampf gegen Amalek zieht er nicht selbst, sondern schickt seinen Sch\u00fcler Josua, was .im. I Midrasch damit motiviert wird, dass es den Nachkommen Esaus bestimmt war, den Nachkommen. Josefs ausgeliefert zu werden (Pessikta de Rabbi Kahana, ed. Buber 21b). Den sp\u00e4ter gegen. Midjan gef\u00fchrten Krieg machte er aus Dankbarkeit gegen dieses Land, das ihm Schutz vor seinen Verfolgern gew\u00e4hrt hatte, nicht mit (Schemot Rabba 24). Die Ehre, die Moses anl\u00e4sslich der Gesetzgebung zuteilwurde, bedeutet den gr\u00f6\u00dften Aufstieg in seinem Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"Eintrag\">Dass es ihm verg\u00f6nnt war w\u00e4hrend der Offenbarung am Sinai in die N\u00e4he der Nebelwolke zu gelangen, war der Lohn f\u00fcr seine Sanftmut (Mechilta ed. Friedmann 72 a). Im Himmel angekommen, hatte er gegen die Engel zu k\u00e4mpfen, die die Tora als ihren alleinigen. Besitz betrachteten (Pessikta de R. Kahana, ed. Friedmann 37). Im Himmel wurde ihm gro\u00dfe Macht einger\u00e4umt, ja der Ewige selbst rechnetemit dem Einfluss Mosches (Moses) (Schemot Rabba 28, 2). Es war Mosche (Moses) verg\u00f6nnt, in dieser Welt die Tora zu empfangen, zu lernen und zu lehren, aber auch in der zuk\u00fcnftigen Welt wird er seine T\u00e4tigkeit als Lehrer fortsetzen, und die Erzv\u00e4ter werden ihre J\u00fcnger zu ihm schicken (Schemot Rabba II, 12)\u00bb 40 Tage weilte Mosche (Moses) am Berge Sinai, aber erst am 40. Tage blieb die Tora in seinem Ged\u00e4chtnis haften (Schemot Rabba 41,18). Als er 6 Stunden sp\u00e4ter kam, als er angesagt hatte, ben\u00fctzte der Satan den Wankelmut des Volkes, um es irre zu f\u00fchren. Er zeigte ihm Moses zwischen Himmel und Erde schwebend. Da Mosche (Moses) alle W\u00fcrden nur Israels wegen zuteilwurden,. musste Mosche (Moses) von seiner W\u00fcrde herabsteigen, als nun Israel ges\u00fcndigt hatte (b. Ber. 32 a). Nach der Vers\u00f6hnung, als Gott den Bund mit Israel erneuerte, erhielt Mosche (Moses) den Auftrag, die neuen Tafeln auszuhauen. In seinem Zelt \u00f6ffnete sich ein Schacht von Saphirsteinen, die f\u00fcr die Tafeln benutzt wurden. Seine Haare, an denen er sein Schreibrohr abwischte, wurden davon gl\u00e4nzend, und es bildeten sich Strahlenh\u00f6rner an seinem Kopfe. F\u00fcnfzig Pforten der Weisheit wurden in der Welt geschaffen, die, mit Ausnahme einer einzigen, Mosche (Moses) anvertraut wurden (b. R.H. 21b); er war der Vater der Weisheit und der Prophetie (b. Meg. 13 a). Nur seinetwegen war die Welt erschaffen worden (b. Sanh. 98b). Trotz seiner gro\u00dfen Verdienste, und gerade deswegen, musste Mosche (Moses) seinen Fehltritt hart b\u00fc\u00dfen und in der W\u00fcste sterben. Sein Tod und die Gr\u00f6\u00dfe Josuas wurden schon fr\u00fcher von Eldad und Medad vorausgesagt. Als der Tag seines Todes herankam, zeigt ihm Gott, nicht nur das gelobte Land, sondern auch das. k\u00fcnftige Geschick des Landes (Sifre, am Ende). Mosche (Moses) wollte wenigstens pers\u00f6nlich \u2014 nicht in seiner Eigenschaft als F\u00fchrer des Volkes \u2014 Erez Israel sehen, aber auch diese Bitte wurde ihm versagt. Als der Todesengel erschien, um seine Seele an sich zu ziehen, ergriff Mosche (Moses) den Stab, auf den der Name Gottes geschrieben war, und wollte ihn vertreiben. Gott versprach ihm darauf, ihn nicht \u2022der Gewalt des Todesengels auszuliefern (Pessikta de Rabbi Kahana, ed. Buber 32). Mosche (Moses) verschied, indem Gott seine Seele k\u00fcsste, und 12 Meilen erscholl der Ruf der Engel: \u201eMoses ist tot!&#8220; (Sifre Deut. \u00a7 317). Mosche (Moses) geh\u00f6rt zu den sechs Personen, \u00fcber die der Todesengel keine Macht hatte (Abraham, Isaak, Jakob, Moses, Ahron und Mirjam; b. Baba Batra 16a). Sein Grab befindet sich in der W\u00fcste, aber durch eine unterirdische H\u00f6hle ist es mit der H\u00f6hle Machpela verbunden (Sifre). Moses wird in der \u00dcberlieferung h\u00f6her als Adam, Abraham und Jakob gestellt (Dew. R. Ende), jedoch findet sich ein weitgehender Parallelismus zwischen den Erz\u00e4hlungen \u00fcber ihn und \u00fcber Adam (s. dar\u00fcber Murmelstein). Mosche (Moses) war nicht nur der F\u00fchrer aus \u00c4gypten, er wird auch der zuk\u00fcnftige F\u00fchrer des Volkes sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"Eintrag\">Als <strong>Todestag Mosches<\/strong> (Moses) gilt ein Schabbat, und zwar der 7. Adar, der Tag, an dem er das 120. Lebensjahr vollendete (Sota 13b; Tossafot zu Men. 30a Mitte). Keiner seiner beiden S\u00f6hne war der Nachfolgerschaft w\u00fcrdig, doch wei\u00df die Sage vieles von den sp\u00e4teren Nachkommen Moses&#8216; zu erz\u00e4hlen. Sie nehmen eine bevorzugte Stellung ein und wohnen als ein eigener Stamm bis auf den heutigen Tag jenseits des Sambatjon-Stromes. Diese Sage, die besonders in Arabien verbreitet war, wird schon im Pseudo-Jonathan zu Ex. 34, 10 angedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Personen im Midrasch:<\/strong> <strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/abraham-im-midrasch\/\">Abraham<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/bitja-im-midrasch\/\">Bitja<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/hewel-abel-im-midrasch\/\">Hewel (Abel)<\/a><\/strong> | <strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/jitzchak-im-midrasch\/\">Jitzchak (Isaak)<\/a><\/strong> | <strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/jaakow-jakob-im-midrasch\/\">Ja\u2019akow (Jakob<\/a><\/strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/jaakow-jakob-im-midrasch\/\">)<\/a> | <strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/josef-im-midrasch\/\">Josef<\/a><\/strong> | <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-koenigin-von-saba-im-midrasch\/\"><strong>K\u00f6nigin von Saba<\/strong><\/a> | <strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/mosche-moses-im-midrasch\/\">Mosche (Moses)<\/a> <\/strong>| <strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/schimschon-im-midrasch\/\">Schimschon<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n<p>[widgets_on_pages id=&#8220;Midrasch&#8220;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mosche (Moses) im Midrasch<\/p>\n","protected":false},"author":28,"featured_media":8164,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[99],"tags":[],"class_list":["post-8177","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-midrasch"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Midrash-Rabbah.jpg?fit=183%2C239&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/28"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8177"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8178,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8177\/revisions\/8178"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8164"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}