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More Newuchim – Buch 1 – Kapitel 3

Manche meinen, daß die Bedeutung von תמונה (t’muná, Figur, Gestalt) und תבנית (tabnit, Bau, Figur) in der hebräischen Sprache eine und dieselbe ist. Es verhält sich jedoch nicht so[1]. תבנית ist abgeleitet von בנה (baná, bauen) und bedeutet den Bau und die Struktur eines Dinges, nämlich seine Figur, ob es z. B. die Gestalt eines Vierecks, eines Kreises, Dreiecks oder eine andere Form hat. Daher sagt die H. Schrift: Die Figur (tabnit) der Wohnung und die Figur (tabnit) aller ihrer Geräte“ (Exod. 25,9), oder „Nach ihrer Figur (כתבניתם, kh’tabnitám), die dir auf dem Berge gezeigt wurde“ (ibid. 40); „die Figur (tabnit) irgend eines Vogels“ (Deut. 4,18); „die Figur (tabnit) einer Hand“ (Jechezq’el 8,3); „die Figur (tabnit) der Säulenhalle“ (I. Chron. 28,11). All dieses bedeutet: Figur, Gestalt. Deshalb hat auch die Sprache der Hebräer diese Worte niemals und in keinerlei Weise auf Attribute angewandt, die mit Gott zusammenhängen.

Das Wort תמונה (t’muná) aber wird in der Tat in drei Bedeutungen amphibolisch gebraucht. Es wird gebraucht von der Form des Dinges, die, unabhängig vom Denken, mit den Sinnen wahrgenommen wird, nämlich von der Gestalt eines Dinges. Daher sagt die h. Schrift: „Daß ihr euch kein gemeißeltes Bild machet von welcher Gestalt (t’muná) immer“ (Deut. 4,25); oder „Ihr habt keine Gestalt (t’muná) gesehen“ (ibid. 15). Es wird aber auch von der vorgestellten Form gebraucht, die in der Phantasie eines Menschen nach Abstraktion von den sinnlichen Wahrnehmungen vorhanden ist. Und diese Bedeutung hat es in dem Ausspruch: „In den schwankenden Gestalten nächtlicher Gesichte, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt … (und am Schlusse) da stand er und ich erkannte sein Antlitz nicht, eine Gestalt (t’muná) war vor meinen Augen“ (Jjob 4,13—15), nämlich ein Phantasiegebilde stand im Schlummer vor meinen Augen. Es wird aber endlich auch gebraucht von dem wahren Begriffe, der durch das Denken gewonnen wird, und in dieser dritten Bedeutung wird es von Gott ausgesagt, z. B. in den Worten: „Er sieht die Gestalt (t’munát) Gottes“ (Num. 12,8), deren Sinn und Bedeutung ist: Er begreift das wahre Wesen Gottes.


  1. Indem tabnit weder homonym noch amphibolisch, sondern eindeutig ist, im Gegensatze zu t‘muná. ↩︎

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Der »Führer der Unschlüssigen«

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Dr. Adolf Weiß wurde am 29. Juni 1849 in Třešť geboren und starb am 15. August 1924 in Wien. Er arbeitete als Religionslehrer (Schulrat) am Akademischen Gymnasium in Wien. Er war Sekretär der »Israelitischen Allianz«.