Die Mischna

Die Mischna(h) (wörtlich Wiederholung) ist die Weitergabe der »mündlichen Lehre« – sie bildet die Basis des Talmuds. Die Mischna ist in sechs Ordnungen (Sedarim) unterteilt und besteht aus 63 Traktaten (Massechtot, מסכתות).

Tatsächlich wurde die mündliche Lehre zunächst auch nur mündlich weitergegeben. Rabbi Jehuda HaNassi hat sie dann verschriftlichen müssen – als das Judentum in Bedrängnis kam und es fraglich war, ob es genügend Gelehrte geben würde, welche die schriftliche Lehre weitergeben konnte.

Was die Mischna ist, erklärt auch der Artikel »Was ist der Talmud?«.

Hier findet man eine Übersicht der Mischnah-Traktate, eine kurze Angabe des Inhalts und welche dieser Traktate in einer deutschen Übersetzung zur Verfügung stehen.

Traktate, denen die Hand vorangestellt ist, sind als Übersetzung verfügbar.

Die Ordnungen der Mischna mit ihren Traktaten

Seder Seraim (Saaten)

Berachot
Berachot handelt von den Segenssprüchen, die ein Jude bei verschiedenen Gelegenheiten auszusprechen hat

Peah
Das Armenrecht, als göttliches Gesetz mit den entsprechenden Bestimmungen.

Demaj
Zweifelhaftes, das bedeutet: Früchte, hinsichtlich deren es zweifelhaft ist, ob von ihnen die Zehntenhebe für die Kohanim [Priester] und in den betreffenden Jahren, der zweite Zehnte gegeben sind.

Kilajim
Zweierlei: unerlaubte Vermischungen von Dingen (Gewächsen, Tieren, Kleidungsstoffen) einer Gattung, aber verschiedener Art.

Schewi’it
Das siebente Jahr des landwirtschaftlichen Zyklus, in dem die Bearbeitung des Landes verboten ist und die Schulden erlassen werden.

Terumot
Erforderliche Abgaben von landwirtschaftlichen Erzeugnissen an die Haushalte der Kohanim und der Status der Abgaben.

Ma’aserot
Absonderung des Zehnten für Kohanim, Lewi’im, Arme und für den Verbrauch in Jerusalem.

Ma’aser Scheni
Zehnt, das in Jerusalem verzehrt oder in Geld umgetauscht wird (um dort Lebensmittel zu kaufen)

Challah
Teig der beim Brotbacken abgesondert und den Kohanim gegeben wird.

Orlah
Während der ersten drei Jahre sind Früchte, die an einem Baum wachsen, zur Nutzung nicht gestattet.

Bikkurim
Erste Früchte und Getreide werden in den Tempel gebracht und einem Kohen neben dem Altar übergeben

Seder Moed (Feste)

Schabbat
Arbeiten die am Schabbat verboten sind und die verbundenen Halachot

Eruwin
Bereiche in denen man am Schabbat etwas tragen oder reisen darf und deren Erweiterung

Pessachim
Pessach und die Befreiung vom Chametz, das Pessachopfer, Matzah und der Seder

Schekalim
Die jährliche Abgabe eines halben Schekels an den Tempel und das Inventar des Tempels.

Joma
Jom Kippur: die Vorbereitung des Kohen Gadol, der Tempeldienst an Jom Kippur, Fasten und Buße.

Sukkah
Über den Bau einer Sukka, deren Errichtung und die Verpflichtung in ihr zu wohnen, die vier Arten und Sukkot im Tempel.

Beitzah
Halachot für Feiertage: welche Gegenstände dürfen verwendet werden? Wie Speisen zubereitet? Welche ist Arbeit erlaubt?

Rosch haSchanah
Der neue Monat und das neue Jahr zur Zeit des Tempels, das Blasen des Schofars und der Ablauf von Rosch haSchanah im Tempel.

Taanit
Das Gebet für Regen, Fasten in Zeiten der Dürre und jährliche Fastentage zur Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems.

Megillah
Lesen der Esther-Rolle zu Purim, die Synagoge und Umgang mit heiligen Gegenständen.

Moed Katan
Über die Tage Chol HaMoed – die Zwischenfeiertage von Pessach und Sukkot.

Chagigah
Über die Opfer, die in Jerusalem für die Feste dargebracht wurden und Halachot zur Unreinheit.

Seder Naschim (Frauen)

Jewamot
Die Eheschließung einer Witwe mit dem Bruder ihres kinderlosen Ehemannes, Chalitzah (um die Eheschließung abzulösen), Eheverbote; Aufnahme in die Gemeinde

Ketubot
Der Ehevertrag (Ketubah), die Verpflichtungen zwischen Mann und Frau, Erbrecht der Frau, Rechte der Witwe

Nedarim
Freiwillig abgelegte Gelübde die bestimmte Handlungen oder Gegenstände verbieten und deren Aufhebung

Nasir
Der Nasiräer, der Enthaltsamkeit von Wein, Haarschnitten und die Vermeidung von Unreinheit durch den Kontakt mit Leichen gelobt.

Sotah
Eine Frau, die des Ehebruchs verdächtigt wird, über die Feststellung ihrer Schuld (mit Eifersuchtswasser) und Formeln die auf Hebräisch gesprochen werden sollen

Gittin
Das Scheidungsrecht mit Schwerpunkt auf dem Scheidungsantrag und dessen Zustellung. Nachkommen aus einer halachisch verbotenen Beziehung.

Kidduschin
Verlobung, Heirat, Abstammung und andere Fragen der Ehe.

Seder Nezikin (Schäden)

Bawa Kamma
Erstes Tor: Haftung und Entschädigung für Schäden, die Personen oder Sachen zugefügt wurden.

Bawa Metzia
Mittleres Tor: Umstrittenes Eigentum, Rückgabe verlorener Gegenstände, Bewachung, Vermietung, Ausleihe und Verantwortung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Bawa Batra
Letztes Tor: Beziehungen zwischen Nachbarn, Landbesitz, Verkauf und Vererbung.

Sanhedrin
Gerichtshof: Das Rechtssystem, die Zusammensetzung eines Gerichts, die Annahme von Zeugenaussagen und die Vollstreckung der Todesstrafe.

Makkot
Schläge: Die Prügel- und Peitschenstrafe, falsche Zeugen und Zufluchtsstädte für versehentliche Mörder.

Schewu’ot
Schwüre/Eide: Wichtigkeit des Eides und seine Diskussion, Arten der Eide; vier Arten der Hüter.

Edujot
Zeugnisse: 100 Sätze älterer Autoritäten, 40 Fälle, in denen die Schule Schammajs erleichtert und die Schule Hillels erschwert.

Awodah Zarah
Götzendienst: Vermeidung von Götzendienst, Vorschriften für den geschäftlichen Verkehr zwischen Juden und Götzendienern.

Awot
Väter: Auch Pirkej Awot genannt, Sprüche der Väter, eine Sammlung kurzer Aussagen ethischer Natur durch die Weisen.

Horajot
Entscheidungen: Sühne für Fehlentscheidungen des Gerichts und unbeabsichtigte Sünden der Entscheider.

Seder Kodaschim (Heiliges)

Sevachim
Schlachtopfer Gesetze zu den Tieropfern.

Menachot
Geschenke Mehlopfer, gewöhnlich gemischt mit Öl, Weinopfer und Brotopfer im Tempel.

Chullin
Profanes Schächt- und Speisevorschriften; Gesetz vom Vogelnest

Bechorot
Erstgeburten Übergabe der erstgeborenen koscheren Tiere an einen Priester, Erlösung der erstgeborenen Esel und Menschen.

Arachin
Schätzungswert Gelübde, den in der Tora vorgeschriebenen Wert einer Person für den Tempel zu spenden, Spenden von Land für den Tempel. Ummauerte Städte

Temurah
Vertauschung Die Heiligkeit der Opfertiere und das Verbot, sie gegen andere auszutauschen. Ersatzleistungen.

Keritot
Abtrennungen die verordnete Abtrennung vom jüdischen Volk und Opfer für unbeabsichtigte Sünden.

Meilah
Veruntreuung Einen verbotenen Nutzen aus dem Eigentum des Tempels zu ziehen, das Opfer und die Rückerstattung, die als Sühne angeboten wird.

Tamid
Beständig Der tägliche Tempeldienst, einschließlich der Brandopfer, die jeden Morgen und Nachmittag dargebracht werden.

Middot
Maße Maße und Beschreibungen des Tempels und des Tempelbergs.

Kinnim
Vogelnester Vogelopfer, die durcheinandergeraten und die Berechnungen, die mit der Bestimmung ihres Status verbunden sind.

Seder Toharot (Reinigungen)

Kelim
Geräte Werkzeuge, Utensilien, Geräte, Möbel sowie Kleidung und ihr Status der Reinheit.

Oholot
Zelte Die Verbreitung von Unreinheit einer Leiche durch Kontakt, Tragen oder Aufenthalt unter einem Dach.

Negaim
Plagen Tzaarat Plage des Aussatzes, Veränderungen der Haut, Aussatz bei Menschen, Kleidern, Häusern

Parah
Junge Kuh Verbrennung einer roten Kuh und Vermischung ihrer Asche mit Quellwasser, das zur Reinigung verwendet werden soll.

Tahorot
Reinheiten Wie Lebensmittel, Getränke, Gegenstände und Menschen unrein werden und Unreinheit verbreiten.

Mikwaot
Tauchbäder Über Waschungen sowie über Bad und Mikwe.

Niddah
Menstruierende Die Unreinheit einer Frau während ihrer Menstruation oder bei besonderen Ausscheidungen.

Machschirin
Geeignetes Wasser, Öl, Milch, Wein, Honig, Tau oder Blut, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen und diese verunreinigen können.

Zawim
mit Samenfluss behaftet Ungewöhnliche körperliche Ausscheidungen und die daraus resultierenden Unreinheiten.

Tewul Jom
untergetaucht auf Tageszeit Der Status einer Person in der Zeit zwischen ihrem Untertauchen in einer Mikwe und dem Sonnenuntergang des betreffenden Tages.

Jadajim
Hände Handreinigung und wodurch die Hände verunreinigt werden.

Oktzin
Stengel Unreinheit von Nebenprodukten bzw. Abfallprodukten bei Früchten