Führer der Unschlüssigen

More Newuchim – Buch 1 – Kapitel 36 bis Kapitel 40

Kapitel 36

Sobald ich von den Attributen[1] Gottes spreche, will ich dir erläutern, in welchem Sinne ausgesagt werden kann, daß Gott etwas gefällt oder ihn ärgert und erzürnt, weil in diesem Sinne inbetreff mancher menschlichen Individuen in der H. Schrift gesagt wird, Gott habe an ihnen Wohlgefallen, er ärgere sich über sie oder zürne ihnen. Doch nicht dies ist die Aufgabe dieses Kapitels, sondern das, was ich nunmehr sagen will[2]. Wisse also, daß du, wenn du den ganzen Pentateuch und alle Prophetenbücher sorgfältig liesest, du die Ausdrücke „Entbrannter Zorn, Ärger“ und „Eifer“ nirgends anders als in Beziehung auf den Götzendienst[3] gebraucht findest. Ebenso findest du, daß nur ein Götzendiener allein „Feind, Widersacher“ oder „Hasser Gottes“ genannt wird. So sagt die H. Schrift: „Wenn ihr anderen Göttern dienet und euch vor ihnen niederwerfet, wird der Zorn des Herrn wider euch entbrennen“ (Deut. 11, 16, 17); ferner: „Damit der Zorn des Herrn, deines Gottes, nicht entbrenne“ (ibid. 6, 15); ferner: „Ihn zu ärgern durch eurer Hände Werk“ (ibid. 32, 29); „Sie haben mich durch Ungötter gereizt, durch ihre nichtigen Dinge mich geärgert“ (ibid. 21); „Denn er ist ein eifervoller Gott usw.“ (ibid. 6, 15); „Warum haben sie mich geärgert mit ihren Götzenbildern, mit den Nichtigkeiten des Auslands?“ (Jirm. 8, 19); „Aus Ärger über seine Söhne und Töchter“ (Deut. 32, 19); „Denn ein Feuer ist aufgeflammt in meinem Zorn“ (ibid. 22); „Ein Rächer ist er gegen seine Widersacher, und er vergilt seinen Feinden“ (Nach. 1, 2)[4]; „Er vergilt seinen Hassern“ (Deut. 7, 10); „Bis er seine Feinde vertrieben hat“ (Num. 32, 21); „Was der Herr, dein Gott, haßt“ (Deut. 16, 22); „Alles, was dem Herrn ein Greuel ist, was er haßt“ (ibid. 12, 31). Dies kommt so häufig vor, daß man die Stellen gar nicht aufzählen kann. Wenn du jedoch alle Stellen dieses Inhalts in allen Büchern durchgehen wirst, wirst du es bemerken. In der Tat haben die Bücher der Prophetie dies deshalb in der nachdrücklichsten Weise hervorgehoben, weil der Götzendienst eine nichtige Vorstellung ist, die an Gott geknüpft wird[5]. Denn derjenige, der glaubt, Ruben stehe, während er in Wirklichkeit sitzt[6], weicht nicht so weit von der Wahrheit ab, wie derjenige, der glaubt, das Feuer sei unter der Luft oder der Himmel sei unter der Erde[7], oder die Erde sei eine Fläche[8] u. dergl. Dieser Zweite weicht aber nicht so weit von der Wahrheit ab, wie derjenige, der glaubt, die Sonne sei aus Feuer[9] oder die Sphäre sei eine Halbkugel[10] u. dergl.; dieser Dritte aber nicht so weit als der, der glaubt, daß die Engel essen und trinken[11] u. dergl.; und der Vierte nicht so weit wie der, der glaubt, es sei eine Pflicht, außer Gott noch ein anderes Ding anzubeten[12].

Je größer und erhabener nämlich der Gegenstand ist, den man verkennt oder leugnet[13], nämlich je bedeutender die Stellung ist, die dieser im Seienden einnimmt[14], desto größer ist die Unkenntnis oder die Leugnung, wobei ich unter Leugnung den Glauben an das Gegenteil, unter Unkenntnis aber das Nichtwissen dessen verstehe, dessen Kenntnis möglich ist. Die Unkenntnis dessen, der nicht weiß, wie groß der Raumunterschied zwischen Kegel und Zylinder ist[15], oder der nicht weiß, daß die Sonne eine Kugel ist, ist nicht so groß wie die Unwissenheit desjenigen, der nicht weiß, ob Gott existiert oder ob die Welt keinen Gott hat[16]. Der Unglaube dessen, der meint, daß der Kegel den halben Körperinhalt des Zylinders habe[17], oder daß die Sonne eine Scheibe sei, ist nicht so groß wie der Unglaube dessen, der meint, daß Gott eine Vielheit sei[18]. Du weißt ja, daß nie ein Götzendiener dem Götzen deshalb gedient hat, weil er glaubte, daß es außer diesem keinen Gott gibt, und daß kein Götzendiener je geglaubt hat oder in Hinkunft glauben wird, daß die Figur, die von ihm aus Metall, Stein oder Holz verfertigt wurde, den Himmel und die Erde geschaffen habe und regiere, sondern er dient ihm tatsächlich deshalb, weil er ein Bild von einem Dinge ist, das als Mittelwesen zwischen ihm und Gott steht[19], wie die H. Schrift ausdrücklich sagt mit den Worten: „Wer sollte dich nicht fürchten, König der Völker?“ (Jirm. 10, 7) und den Worten: „Allerorten wird meinem Namen zu Ehren Weihrauch dargebracht und geopfert“ (Mal. 1, 11). Dies deutet auf den ersten Beweger hin, an den sie glauben[20]. Wir haben dies bereits in unserem großen Werke[21] dargelegt, und es gehört zu jenen Dingen, über die unter den Kundigen unseres Gesetzes keine Meinungsverschiedenheit obwaltet. Weil aber diese Leugner, wenn sie auch an das Dasein Gottes glauben, ihren falschen Glauben mit etwas verknüpften, das nur Gott allein zukommt, nämlich mit der Anbetung und Verherrlichung — wie die H. Schrift sagt: „Ihr sollt dem Herrn dienen“ usw.

(Ex. 23, 28), damit sein Dasein im Glauben des Volkes aufrechterhalten werde, — sie aber dieses Gott allein Zukommende einem anderen Wesen außer ihm zuerkannten, und dies dahin führen muß, daß das Dasein Gottes aus dem Glauben des Volkes schwinden müßte, so mußte, weil ja das Volk nur die Handlungen der Anbetung, nicht aber ihren Zweck und die wahre Wesenheit dessen, dem die Anbetung gewidmet ist, versteht, über sie die Todesstrafe verhängt werden nach dem Schriftworte: „Du darfst keine Seele am Leben lassen“! (Deut. 20, 15). Dieser Ausspruch gibt auch die Ursache an, nämlich die Beseitigung jener nichtigen Meinung, damit nicht andere dadurch Schaden nehmen, wie dort gesagt wird: „Und sie sollen euch nicht lehren“ (ibid). Diese nennt nun die H. Schrift Feinde, Hasser und Widersacher Gottes und sagt, wer dies tue, reize und ärgere Gott und errege Gottes Zorn. Und wie müßte nun erst das Schicksal dessen sein, der Gott selbst leugnet und an sein Gegenteil glaubt, d. h. der nicht an die Existenz Gottes glaubt oder ihn für eine Vielheit hält, oder sich ihn als Körper oder als einer Einwirkung unterliegend vorstellt, oder ihm eine Mangelhaftigkeit, welcher Art immer, zuschreibt? Dieser ist ja ohne Zweifel viel schlimmer als ein Götzenanbeter, der den Götzen anbetet, weil dieser seiner Meinung nach ein nützliches oder schädliches Mittelwesen ist. Wenn du also an die Körperlichkeit Gottes glaubst oder annimmst, daß Gott irgendeinen einem Körper zukommenden Zustand besitze, so reizest und ärgerst du damit Gott, fachst seinen Zorn und Grimm an und bist sein Feind, Hasser und Widersacher, schlimmer als die schlimmsten Götzendiener. Solltest du aber meinen, daß es für den, der an die Körperlichkeit Gottes glaubt, eine Rechtfertigung gebe, weil er bei diesem Glauben aufgewachsen oder weil er unwissend oder unverständig ist, so mußt du auch vom Götzendiener glauben, daß er nur aus Unwissenheit dem Götzen diene, oder weil er dabei aufgewachsen ist und der Sitte seiner Vorfahren folgt[22]. Meinst du aber, daß der Wortlaut der H. Schrift sie in diesen Zweifel stürzt, so mußt du ebenso wissen, daß auch die Götzendiener tatsächlich nur durch mangelhafte Vorstellungen und Einbildungen zum Götzendienste geführt worden sind. Es gibt daher keine Rechtfertigung für den, der, wenn er selbst schon kein Denker ist, die Belehrung hierüber von wahrheitsliebenden Forschern nicht annimmt, denn ich erachte nicht den als einen Gottesleugner, der die Unkörperlichkeit Gottes nicht beweisen kann, sondern den, der daran nicht glaubt, um so mehr, da die Paraphrasen Onqelos’ und Jonatan ben Uziels[23] vorhanden sind, die so viel als möglich tun, um zu beweisen, daß die Körperlichkeit Gottes undenkbar ist. Dies war die Aufgabe dieses Kapitels.

Kapitel 37

פנים (panim, Angesicht) ist ein Wort mit mehreren, meist übertragenen[24] Bedeutungen. Es bezeichnet das Antlitz jedes Lebewesens, z. B. „Jedes Angesicht (פנים, panim) wird sich in Blässe verwandeln“ (Jirm. 30, 6); „Warum ist euer Angesicht (פְּנֵיכֶם, p’nekhém) so trüb?“ (Gen. 40, 7). Dafür gibt es viele Beispiele. Es bezeichnet jedoch auch Zorn (Ärger)[25], z. B. „Und ihren Verdruß (פניה, uphanehá) empfand sie nicht mehr“ (I. Sam. 1, 18), und in diesem Sinne wird es oft gebraucht, um den Zorn oder Unwillen Gottes auszudrücken; z. B. „der Zorn (פני, p’né) des Herrn hat sie geteilt“ (Klagel. 4, 16); „Der Zorn (פני, p’né) des Herrn richtet sich gegen die Übeltäter“ (Ps. 34, 17); „Mein Zorn (פני, panáj)[26] wird vergehen und ich werde dich zur Ruhe bringen“ (Ex. 33, 14); „Ich werde meinen Zorn (פני, panáj) richten“ (Lev. 20, 5). Auch dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Es ist aber auch die Bezeichnung für die Gegenwart (Existenz) einer Person und ihre Anwesenheit[27], z. B. „Vor dem Angesichte (פני, p’né) aller seiner Brüder fiel ihm sein Erbe zu“ (Gen. 25, 18); „Angesichts (על פני, al p’né) des ganzen Volkes will ich geehrt sein“ (Lev. 10, 3), d. h. in seiner Gegenwart; „Daß er dich in dein Angesicht (פניך, panekhá) lästern wird“ (Jjob 1, 11), d. h. obgleich du da bist und existierst. In diesem Sinne ist der Ausspruch gemeint: „Der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht“ (פנים בפנים, panim b’phanim) (Exod. 33, 11), d. h. als Anwesender mit dem Anwesenden ohne ein Mittelding[28], ähnlich wie der Ausspruch: „Komm, wir wollen einander im Angesicht (פנים, panim) begegnen!“ (II. Kön. 14, 8), oder „Von Angesicht zu Angesicht (פנים אל פנים, panim el panim) hat der Herr mit euch geredet“ (Deut. 5, 4)[29], was an einer anderen Stelle mit den Worten erläutert wird: „Den Klang der Worte hörtet ihr, aber eine Gestalt sahet ihr nicht, es war nichts als ein Schall“ (ibid. 4, 12)[30], und dies wird ausgedrückt durch „Angesicht zu Angesicht“. Ebenso ist auch der Ausspruch: „Es redete der Herr mit Mose von Angesicht zu Angesicht“ (Exod. 33, 11) ein Ausdruck dafür, was die H. Schrift mit der Bedeutung sagt, daß ihm die Worte mitgeteilt wurden: Er vernahm die Stimme, die zu ihm redete“ (Num. 7, 9). Es ist also klar, daß das Vernehmen der Stimme ohne Vermittelung eines Engels mit dem Worte „von Angesicht zu Angesicht“ bezeichnet wird. Und von der nämlichen Bedeutung ist auch der Ausspruch: „Mein Angesicht kann nicht gesehen werden“ (ibid. 23), nämlich das wahre Wesen meiner Existenz kann nicht so, wie es ist, begriffen werden[31].

פנים (panim) ist aber auch eine Ortsbezeichnung[32] im Sinne von „vor dir“, oder „in deinen Händen“, und in diesem Sinne wird es oft von Gott gebraucht, z. B. „vor dem Angesichte des Herrn“ (Gen. 18, 22). In diesem Sinne ist auch nach Onqelos’ Übersetzung der Satz zu verstehen: „Mein Angesicht kann nicht gesehen werden“, er übersetzt ihn: „Was vor mir ist, kann nicht gesehen werden“. Damit will er andeuten, daß es auch erhabene Geschöpfe[33] gibt, die der Mensch, wie sie an sich sind, nicht zu erkennen vermag, nämlich die stofflosen Vernunftwesen[34], die er auf Gott zurückführt, weil sie stets vor ihm und in seiner Hand sind, und weil mit ihnen seine Vorsehung in besonderem Maße dauernd verknüpft ist[35]. Dasjenige aber, was nach seiner, nämlich Onqelos’ Meinung, nach seinem wahren Wesen begriffen werden kann, sind Dinge, die in der Stufe der Existenz tiefer stehen als diese, nämlich das Wesen der Materie und der Form[36]. Von diesen wird (Mose) gesagt: „Du wirst sehen, was hinter mir ist“ (ibid. 23), nämlich die seienden Dinge“, von denen ich mich in einem gewissen Sinne abwende und die ich hinter mich werfe, ein figürlicher Ausdruck, der andeutet, daß diese mit dem Dasein Gottes nicht verbunden sind[37]. Meine Erklärung dessen aber, was Mose von Gott erbat, wirst du übrigens vernehmen[38].

פנים ist aber auch eine temporale Bezeichnung im Sinne des Vorherseins, z. B. „Vormals (לפנים, l’phanim) war es in Israel“ (Rut 4, 7); „Vormals (לפנים) hast du die Erde gegründet“ (Ps. 102, 26)[39]. Es ist aber auch der Ausdruck für die sorgfältige Beachtung und Überwachung[40], z. B. „Du sollst auf den Armen keine Rücksicht (פני, p’ne) nehmen“ (Lev. 19, 15); „Ein Angesehener (נשוא פנים, n’ssu panim), d. h. einer, den man beachtet (Jes. 3, 3); „Der auf kein Ansehen achtet (פנים, panim)“ (Deut. 10, 17). Und dies kommt häufig vor. In diesem Sinne ist auch der Ausspruch gemeint: „Der Herr wende dir sein Antlitz zu und gebe dir Frieden“ (Num. 6, 26), d. h. er lasse uns durch seine Vorsehung geleiten.

Kapitel 38

אחור (achór, Rücken) hat mehrere Bedeutungen. Es bedeutet den Rücken (die Rückseite)[41], z. B. „Die Rückseite (אחורי, achoré) der Wohnung“ (Exod. 26, 12); „Die Lanze trat in seinem Rücken (מאחריו, meachoráw) heraus“ (II. Sam. 2, 23). Es ist aber auch eine temporale Bezeichnung im Sinne von „nachher“, z. B. „Nach ihm (ואחריו, w’acharáw) erstand nicht seinesgleichen“ (II. Kön. 23, 25); „Nach (אחרי, ach’ré) diesen Begebenheiten“ (Gen. 22, 1) und viele ähnliche Stellen. Es bedeutet aber auch „sich nach etwas richten[42], in jemandes Wegen wandeln und die Eigenschaften einer Person nachahmen“, z. B. „Nach (אחרי, ach’ré) dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr wandeln“ (Deut. 13, 5); „Dem Herrn sollen sie nachwandeln“ (Hos. 11, 10), nämlich nach seinem Willen handeln, seinen Handlungen nachstreben, sich nach seinen Eigenschaften richten und seinem Befehle nachkommen. Und in diesem Sinne ist gesagt worden: „Du wirst meinen Rücken (אחורי, achoráj) sehen“ (Exod. 33, 23), nämlich wirst erkennen, was mir nachfolgt[43], mir ähnlich[44] und von meinem Willen verursacht[45] ist, nämlich alle meine Geschöpfe, wie ich in einem der Kapitel dieses Buches[46] erläutern werde.

Kapitel 39

לב (lebh, Herz) ist ein Wort mit mehreren Bedeutungen. Es ist der Name des Organs, in dem sich das Lebensprinzip[47] befindet für die, die ein Herz besitzen[48], z. B. „Er stieß sie in Absaloms Herz“ (בלב, b‘lebh) (II. Sam. 18, 14). Und da dieses Organ in der Mitte des Leibes ist, so wurde das Wort in übertragenem Sinne für die Mitte[49] jedes Dinges gebraucht, z. B. „Bis in das Herz (לב, lebh) des Himmels“ (Deut. 4, 11). „Die Mitte (לבת, labbat) des Feuers“ (Exod. 3, 2). Es ist aber auch die Bezeichnung des Denkens, wie in dem Ausspruch: „Ist mein Herz (לבי, libbi) dir nicht gefolgt? (II. Kön. 5, 26), nämlich war ich nicht mit meinem Denken gegenwärtig, als dies geschah[50]? Von dieser Bedeutung ist auch der Ausspruch: „Ihr sollt eurem Herzen (לבבכם, l‘bhabhkhém) nicht nachspähen“ (Num. 15, 39), nämlich nicht euren Gedanken folgen; „Dessen Herz (לבבו, l‘bhabhó) sich heute abwendet“ (Deut. 29, 17), nämlich dessen Denken sich abwendet. Es ist aber auch die Bezeichnung für einen Plan, z. B. „Das ganze übrige Israel war Eines Sinnes (לב, lebh), David als König einzusetzen“ (I. Chron. 12, 39), nämlich sie stimmten in dem einen Plan überein. Ebenso auch der Ausspruch: „Die Toren müssen aus Mangel an Herz (לב, lebh) sterben“ (Spr. 10, 21), nämlich aus Mangel an Besonnenheit[51]. Ebenso der Ausspruch: „Mein Herz (לבבי, l‘bhabhi) wird niemals abfallen“ (Ijob 27, 6)[52], d. h. mein Entschluß wird sich in dieser Beziehung nicht ändern, denn der Anfang des Satzes lautet: „An meiner Unschuld halte ich fest, ich lasse sie nicht! Mein Herz fällt nicht ab von meinen bisherigen Tagen.“ Unter den Bedeutungen des Wortes חרף (charaph, schmähen) ist meiner Meinung nach auch die des Ausspruches „eine Magd, die zu einem Manne übergeht“ (נחרפת, nech‘rephet)[53] (Lev. 19, 20), ähnlich dem arabischen [?] (muncharafat), d. h. die aus dem Besitze als Sklavin in den Besitz als Ehefrau übergeht.

לב (lebh) ist aber auch die Bezeichnung des Willens, z. B. „Ich gebe euch Hirten, die nach meinem Sinne (כלבי, k‘libbi) sind“ (Jirm. 3, 15)[54]; „Ist in deinem Herzen (לבבך, l‘bhabh‘kha) solche Aufrichtigkeit wie in meinem?“ (II. Kön. 10, 15), nämlich ist dein Wille so aufrichtig wie meiner? Und in dieser Bedeutung wird es manchmal auch auf Gott übertragen, z. B. „Wie es in meinem Herzen (בלבבי, bil‘babhi) und in meiner Seele ist, wird er tun“ (I. Sam. 2, 35), nämlich er wird nach meinem Willen handeln. „Meine Augen und mein Herz (ולבי, w‘libbi) werden dort alle Tage sein (I. Kön. 9, 3), nämlich meine Vorsehung und mein Wille. Es ist aber auch die Bezeichnung für die Vernunft, z. B. „der verworrene Mensch wird mit Herz (ילבב, jillabhebh) erfüllt“ (Ijob 11, 10), nämlich er wird verständig. Ebenso: „Das Herz des Weisen ist zu seiner Rechten“ (Pred. 10, 2), nämlich seine Vernunft befaßt sich mit vollkommenen Dingen. Und dafür gibt es viele Beispiele. In dieser Bedeutung wird es auch allenthalben auf Gott übertragen, nämlich es bezeichnet die Vernunft, nur ausnahmsweise[55] auch den Willen Gottes, an jeder Stelle ihrem Zusammenhang gemäß. Und so sind die Aussprüche „Führe es zu deinem Herzen zurück“ (Deut. 4, 39); „Er führt es aber nicht zu seinem Herzen“ (Jes. 44, 19) und alle diesen ähnliche als Vernunfterwägungen zu verstehen, wie in dem Ausspruch „Der Herr gab euch nicht ein Herz, um zu erkennen“ (Deut. 29, 3), welchem der Satz entspricht: „Dir ist es gezeigt worden, damit du erkennest“ (Deut. 4, 35)[56]; Hingegen ist der Ausspruch: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen lieben“ (ibid. 6, 5) meiner Ansicht nach so zu erklären: „Mit allen Kräften deines Herzens[57], nämlich mit allen Kräften deines Körpers[58], denn diese gehen alle vom Herzen aus. Der Sinn ist also, du sollst die Erkenntnis Gottes zum Zweck aller deiner Handlungen setzen, wie wir im Mischna-Kommentar[59] und im Mischne-Tora[60] darlegten.

Kapitel 40

רוח (ruach, Odem, Geist) ist ein Wort von mehrfacher Bedeutung. Es ist die Bezeichnung der Luft, nämlich des einen der vier Elemente, wie in dem Ausspruche: „Die göttliche Luft (רוח, ruach) schwebte über dem Antlitz des Wassers[61] (Gen. 1, 2). Es ist aber auch die Bezeichnung des Windes[62], z. B. „Der Ostwind (ורוח, w‘ruach) führte die Heuschrecken herbei“ (Ex. 10, 13); „Der Westwind“ (רוח ים, ruach jam) (ibid. 19). Die Beispiele hierfür sind zahlreich. Es bezeichnet ferner den Lebensodem[63], z. B. „Ein Hauch (רוח, ruach), der dahingeht und nicht wiederkehrt“ (Ps. 78, 37); „In welchem Lebensodem (רוח, ruach) ist“ (Gen. 7, 15). Es bezeichnet aber auch das Ding, das vom Menschen nach seinem Tode übrig bleibt[64] und von keinem Aufhören betroffen wird[65], z. B. „Der Geist (והרוח, w‘haruach) kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat“ (Pred. 12, 7). Es bedeutet ferner auch die Emanation der göttlichen Vernunft[66], die er auf die Propheten ergießt und durch die sie weissagen, wie wir, so weit es in dieses Buch gehört, bei der Erörterung der Prophetie auseinandersetzen wollen[67], z. B. „Ich werde von dem Geiste (הרוח, haruach), der auf dir ruht, absondern“ (Num. 10, 17); „Es geschah, als der Geist (הרוח, haruach) auf ihnen ruhte“ (ibid. 25); „Der Geist (רוח, ruach) des Herrn redet durch mich“ (II. Sam. 23, 2). Auch dafür sind zahlreiche Beispiele zu finden. Es bezeichnet endlich auch die Absicht und den Willen, z. B. „All seinen Geist (רוחו, ruchó) bringt der Tor zum Vorschein“ (Spr. 29, 11), nämlich seine Absicht und seinen Willen. Ebenso der Ausspruch: „Ausgeleert wird der Geist (ruach) Ägyptens in seinem Innern und seinen Plan will ich zunichte machen“ (Jes. 19, 3). Der Sinn ist: Seine Absichten werden vereitelt und seine Pläne unwirksam sein. Ebenso der Ausspruch: „Wer ermißt den Geist (ruach) des Herrn, und wer ist es, der uns seinen Entschluß bekanntzugeben vermöchte? (Jes. 40, 13), nämlich wer ist es, der die Aufeinanderfolge der Dinge infolge meines Willens kennt, oder der meine Regierung des Seienden begreift, wie sie ist, und sie uns kundgibt?[68], wie wir in den Kapiteln über die Weltregierung Gottes[69] erläutern wollen. So oft nun das Wort ruach auf Gott bezogen wird, hat es die fünfte oder manchmal diese letzte Bedeutung, nämlich wie wir darlegten, die des Willens. Das Wort muß an jeder Stelle so erklärt werden, wie es deren Zusammenhang andeutet.


  1. S. unten Kap. 54. ↩︎

  2. Es handelt sich hier nicht darum, in welchem Sinne man diese Dinge von Gott aussagen könne, sondern darum, daß diese Ausdrücke in der H. Schrift lediglich in Beziehung auf den Götzendienst gebraucht werden. ↩︎

  3. Die Kommentatoren Narbonni, Caspi und Ephodi machen mit Recht darauf aufmerksam, daß mehrere Stellen der H. Schrift dem zu widersprechen scheinen, so z. B. in Beziehung auf Mose die Worte: „Der Zorn des Herrn entbrannte wider Mose“ (Ex. 4, 14) oder „Mein Zorn wird entbrennen“ (Exod. 22, 23) oder in bezug auf Mirjam und Ah‘ron: „Der Zorn des Herrn entbrannte wider sie und er ging weg“ (Num. 11, 8), oder in bezug auf Ijobs Freunde. „Mein Zorn ist wider dich und deine beiden Genossen entbrannt“ (Ijob 42, 7). Sie versuchen dies jedoch in dem Sinne zu erklären, daß er solchen falschen Vorstellungen zürnte, die vom Götzendienst nicht weit abstehen, z. B. Mose, weil er Gott als unmittelbaren Beweger der Sphäre aufgefaßt, Mirjam und Ah‘ron, weil sie den Unterschied zwischen der prophetischen Inspiration durch die Vernunft und der durch die Phantasie nicht begriffen, Ijobs Freunde, weil sie Gott als Urheber ohne Mittelwesen dachten. ↩︎

  4. Die Stelle ist ungenau aus dem Gedächtnis zitiert, sie lautet wirklich: „und grollt seinen Feinden“. Mose ben Maimon, Führer der Unschlüssigen. 8 ↩︎

  5. Die H. Schrift mußte den irrigen Vorstellungen der heidnischen Völker mit dem größten Nachdruck entgegentreten, weil diese, wenn sie auch an Gott glaubten, die immer fortbestehenden Gestirne und Sphären als von Gott eingesetzte Herren der körperlichen Dinge betrachteten und meinten, sie im Sinne und nach der Absicht Gottes verehren zu müssen. S. Kreskas, Komm. z. St. ↩︎

  6. Der Verf. will sagen, daß die Unkenntnis oder der bewußte Unglaube nicht immer von gleicher Bedeutung sei, sondern einerseits davon abhänge, ob der Gegenstand der Unwissenheit oder des Unglaubens ein bloßes Akzidens oder ein wesentliches Merkmal oder die Substanz des Dinges selbst betrifft, andererseits davon, welchen Rang diese unter den seienden Dingen einnimmt. ↩︎

  7. In dem vom Verf. im Kap. 72 entworfenen Weltbilde gibt er in Übereinstimmung mit Arist. de coelo IV, 5 die Lage der Elemente in der bekannten Reihenfolge an, zu unterst die Erde, dann das Wasser, die Luft und das Feuer. Jedes dieser Elemente hat eine sphärische Form. ↩︎

  8. Der Glaube, daß die Erde eine Fläche (Scheibe) sei, war im Altertum allgemein, bis er von Eudoxos aus Knidos und Aristoteles zerstört wurde. Letzterer bewies, daß ein frei im Weltraum schwebender Körper keine andere als Kugelgestalt haben könne. ↩︎

  9. Der Verf. nimmt an, daß die Gestirne und die Sphären wohl Körper sind, aber aus einer feineren Materie, dem sogenannten fünften Stoffe, nicht aus der Materie der vier Elemente bestehen. ↩︎

  10. Der Glaube an die Kugelgestalt der Sphäre ist im gleichen Verhältnisse wichtiger als der an die Kugelgestalt der Erde, wie die Sphäre wichtiger ist als die Erde. ↩︎

  11. Nämlich sie für körperliche Wesen hält. ↩︎

  12. Diese ist die schlimmste Abweichung von der Wahrheit, weil sie sich auf Gott selbst bezieht. ↩︎

  13. Der Verf. unterscheidet hier mit Recht die Unkenntnis von der Leugnung, weil diese letztere das Gegenteil der Wahrheit für Wahrheit ausgibt. ↩︎

  14. Die Erkenntnis der Wahrheit in betreff der Prinzipien ist die Ursache der Erkenntnis vieler anderen Dinge, sowie der Irrtum hierüber die Quelle vieler Irrtümer ist, wie derjenige, der sich im Kreuzungspunkt der Straßen irrt, vom rechten Weg am weitesten abkommt. Vgl. Falaquera, More hammore S. 22. ↩︎

  15. Der Verf. führt nur je ein Beispiel für Unkenntnis und Unglauben an. ↩︎

  16. Der Unterschied besteht hier darin, daß in den erstangeführten Fällen die Unwissenheit sich nicht auf die Existenz dieser Dinge erstreckt, daher die Unwissenheit im letzteren Falle die schwerer wiegende ist. ↩︎

  17. Von gleicher Grundfläche und gleicher Höhe. In Wahrheit beträgt dieser Körperinhalt ein Drittel vom Rauminhalt des Zylinders. ↩︎

  18. Der also statt an die Einheit an den Dualismus glaubt, und dessen Unglaube von den schwersten Folgen für Religion und Sittlichkeit begleitet ist. ↩︎

  19. Sie verehren die Götzenbilder als Bilder der Dinge, die sie als Mittelwesen zwischen Gott und den Menschen betrachten. ↩︎

  20. Sie halten Gott für die erste Ursache. ↩︎

  21. S. Mischne-Tora, Hilkhot Aboda zara c. 1. 8* ↩︎

  22. Vgl. bab. Talm., Chullin 13b, Beza 4b, Abod. zara 2a. ↩︎

  23. Die nämlich als glaubwürdige Zeugen betrachtet werden können. ↩︎

  24. Der Verf. will nicht alle, sondern nur einige dieser übertragenen Bedeutungen anführen, denn sonst hätte er nicht sagen dürfen, daß פנים das Antlitz jedes Lebewesens bezeichne, da es figürlich auch von der Erde, von der Flut und vom gesamten Universum gebraucht wird. S. Gen. 1, 2; 2, 6). ↩︎

  25. Da der Zorn sich zunächst im Antlitz offenbart. ↩︎

  26. In diesem Sinne wird die Stelle im bab. Talm. B’rakhot 7a und auch bei Onqelos nach einigen Ausgaben aufgefaßt. Nach der Lesart in den meisten Bibeldrucken bezieht Onqelos die Stelle auf die Sch’khina. Damit übereinstimmend Raschi, Komm. z. Ex. 33, 14. Vgl. auch Abravanel, Komm. z. St. ↩︎

  27. Es kann also auch heißen „bei Lebzeiten“. ↩︎

  28. Ohne die Funktion der Einbildungskraft, durch die unmittelbar von Gott zu seiner Vernunft und zu seinem Denken gelangende Inspiration. ↩︎

  29. Obgleich die an das gesamte Volk ergangene Offenbarung mit der unmittelbar an Moses ergangenen nicht verglichen werden kann, bedient sich die H. Schrift dennoch hinsichtlich beider desselben Ausdrucks, und zwar weil ebensowohl von Mose (Num. 7, 9) wie vom gesamten Volke (Deut. 4, 12) berichtet wird, daß sie eine Stimme vernahmen. Allerdings war es bei Mose eine innere, ohne die Vereinigung mit der aktiven Vernunft in seinem Bewußtsein entstandene, beim Volke eine durch ein Wunder erschaffene Stimme. ↩︎

  30. Das Gemeinsame der beiden Wahrnehmungen bestand darin, daß sowohl Mose wie auch das ganze Volk ihre Offenbarung im wachenden Zustand ohne Dazwischentreten einer Phantasievorstellung, also unmittelbar, erhielten, Mose allerdings eine geistige, das Volk eine sinnliche Offenbarung. ↩︎

  31. Die Erklärung dieser Stelle ist offenbar der eigentliche Zweck des Kapitels. ↩︎

  32. Nämlich die Bezeichnung für einen sichtbar vor dem Betrachtenden liegenden Ort. ↩︎

  33. Daß also nicht nur die Kenntnis des göttlichen Wesens, sondern auch die der stofflosen Vernunftwesen Mose versagt blieb. ↩︎

  34. Die Vernunftwesen der Sphären oder die die Sphären regierenden Geister. Nach der Meinung der arabischen Philosophen und der Scholastiker hat Aristoteles mit dem Ausdrucke τὰ χεχωρισμένα (de anima III, 7 Ende) diese gemeint, nämlich geistige Mittelwesen, die, von Gott verursacht, die Werkzeuge sind, durch welche die selbst unbewegte Gottheit das Universum bewegt. S. II. T., Kap. 4. ↩︎

  35. Da sie Gott am nächsten stehen und von ihrem Wirken der Bestand der Welt abhängt. S. III. T., Kap. 17. ↩︎

  36. Nämlich, der Prinzipien, aus denen die körperlich seienden Dinge entstehen, während die Vernunftwesen reine Formen sind. ↩︎

  37. Nämlich nicht, wie Aristoteles meint, von Gott notwendig verursacht sind und mit ihm koexistieren müssen. ↩︎

  38. S. unten Kap. 54. ↩︎

  39. Die angeführte Stelle (Ps. 102, 26) bedeutet nicht im Widerspruche mit der Meinung des Verf., die Welt sei nicht mit einem zeitlichen Anfang geschaffen, sie bedeutet vielmehr: Im Anfang der Schöpfung. ↩︎

  40. Also auch der besonderen Beachtung und Ehrung. ↩︎

  41. Nämlich ohne Unterschied für lebendige und leblose Dinge. ↩︎

  42. Fortsetzung und Nachahmung. ↩︎

  43. Nämlich die Sphären und Gestirne, die sich aus Sehnsucht zu Gott hinbewegen. ↩︎

  44. Die stofflosen Vernunftwesen, die Gott in der Emanation des Guten nachahmen. ↩︎

  45. Nämlich von meiner Substanz, von mir selbst. ↩︎

  46. S. unten Kap. 54; vgl. oben Kap. 21, S. 65. ↩︎

  47. Der Quell und der Ursprung des Lebens. ↩︎

  48. Da es auch Lebewesen gibt, die dieses Organ nicht besitzen. Arist., Zoolog. II, 15. de part. anim. III, 4. ↩︎

  49. Als Mittelpunkt oder Innerstes. Das Wort „labbat“ ist aber tatsächlich nicht von „lebh“ abzuleiten. ↩︎

  50. Wenn ich auch nicht zugegen war, so war ich doch im Geiste anwesend und habe Kenntnis von dem, was sich zwischen dir und Na‘man ereignet hat. ↩︎

  51. Weil sie keinen Rat wissen. ↩︎

  52. Wörtlich: „Mein Herz schmäht keinen meiner Tage“, d. h. ich habe mir an keinem Tage meines Lebens etwas vorzuwerfen gehabt. Der Ausspruch wird aber vom Verf., wie er weiter begründet, im Sinne der obigen Übersetzung ausgelegt. ↩︎

  53. Der im Talmud (s. bab. Talm. Kerit. 9a, 11a, Qidd. 6a, Gittin 43a ff.) vorkommende Terminus schiphcha nech‘rapha (Lev. 19, 20) wird dort in dem Sinne „einer mit einem Manne verlobten Sklavin“ aufgefaßt, oder „halb Freie, halb Sklavin“. ↩︎

  54. Dem Verf. ist, wie Ephodi (Komm. z. St.) richtig bemerkt, entgangen, daß dieser Vers, der sich auf Gott bezieht, zur später folgenden Versgruppe gehört. ↩︎

  55. Zu diesen Ausnahmen gehört auch der oben in Kap. 29, S. 84 besprochene Bibelvers: „Er betrübte sich in seinem Herzen“ (Gen. 6, 6). ↩︎

  56. Der Verf. führt diesen letzteren Satz noch an, um zu zeigen, daß das Wort דעת eine Vernunfterkenntnis bedeutet. ↩︎

  57. Also in diesem Falle nicht in geistigem Sinne. ↩︎

  58. Da das Herz das Prinzip des Lebens ist, von dem alle Körperkräfte ausgehen. Nach diesen nennt die H. Schrift die Kräfte der Seele und zuletzt mit den Worten ובכל מאודך (ubh‘khol m‘odekhá) die geistigen Anlagen. ↩︎

  59. S. Mischnakommentar, Einleitg. z. Trakt. Abot (P‘raqim) c. 5. ↩︎

  60. S. Mischne-Tora, Hilkhot Jessode hattora II, 2. ↩︎

  61. Der Verf. will andeuten, daß nach dem Schriftworte im Sinne der Theorie Aristoteles’ das Element der Luft auf dem des Wassers ruhe, weicht aber hierin von sämtlichen Bibelerklärern ab. S. oben Kap. 36, S. 114, Anm. 7 und II. T., Kap. 30. ↩︎

  62. Der Wind ist nach der Meinung des Verf. nicht mit der bewegten Luft identisch, sondern gehört zu den zusammengesetzen Körpern. ↩︎

  63. Der, wenn er auch das Leben verursacht und bewirkt, dennoch, weil er körperlich ist, mit dem Körper vergeht. ↩︎

  64. Die erworbene Vernunft, die durch die Vermittelung der Vernunftwesen und der Sphären dem Menschen zukommt. ↩︎

  65. Nach der Vereinigung mit der aktiven Intelligenz. ↩︎

  66. Die von Gott kommende Inspiration. ↩︎

  67. S. II. T., Kap. 32—46. ↩︎

  68. Der Verf. faßt die Stelle so auf, als lautete der Text: יודיענו (jodiénu, uns verkünden). ↩︎

  69. S. III. T., Kap. 18 und 19. ↩︎

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Der »Führer der Unschlüssigen«

Kategorie: Führer der Unschlüssigen

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Dr. Adolf Weiß wurde am 29. Juni 1849 in Třešť geboren und starb am 15. August 1924 in Wien. Er arbeitete als Religionslehrer (Schulrat) am Akademischen Gymnasium in Wien. Er war Sekretär der »Israelitischen Allianz«.