Das Wort מלא (malé, voll sein) hat mehrere Bedeutungen. Die Grammatiker gebrauchen es von einem Körper, der in einen anderen eindringt und ihn ausfüllt, z. B. „Sie füllte (ותמלא, watt‘mallé) ihren Krug“ (Gen. 24, 15); „Ein Omer voll (מלא, m‘ló) für einen “(Exod. 13, 32)[1] und viele andere Stellen. Es wird aber auch gebraucht für die Beendigung und Vollendung einer bestimmten und bemessenen Zeit[2], z. B. „Als ihre Zeit voll (וימלאו, wajjiml’ú) war und sie gebar“ (Gen. 25, 24); „Als ihm vierzig Tage voll (וימלאו, wajjiml’ú) waren“ (Gen. 50,3). Endlich wird es auch in der Bedeutung gebraucht, daß etwas die höchste Vollständigkeit, den höchsten Wert oder die vollständige Erfüllung des damit Beabsichtigten erreichte, z. B. „Er ist voll (ומלא, umalé) vom Segen des Herrn“ (Deut. 33, 23); „Er erfüllte (מלא, millé) sie mit weisem Sinn“ (Exod. 35, 35); „Er war erfüllt (וימלא, wajjimmalé) von Weisheit, Einsicht und Wissen“ (I. Kön. 6, 14). Von derselben Bedeutung ist auch der Satz: „Die ganze Erde ist voll (מלא, m‘ló) von seiner Herrlichkeit“ (Jes. 6, 3)[3]. Er bedeutet: Die ganze Erde bezeugt seine Vollkommenheit, d. h. weist auf sie hin. Ebenso der Ausspruch: „Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte (מלא, malé) die Wohnung“ (Exod. 40, 35). So oft das Wort malé auf Gott bezogen ist, hat es diese Bedeutung, nicht aber, daß er einen Körper habe, der einen Raum ausfüllt. Willst du aber unter „Herrlichkeit des Herrn“ das geschaffene Licht verstehen, das allenthalben „Herrlichkeit“ genannt wird, und daß dieses die Wohnung erfüllt habe, so schadet dies nichts.
Die Stelle ist aus dem Gedächtnisse, also ungenau zitiert, indem die Stelle Exod. 16, 32 mit ebendaselbst 16, 22 konfundiert wurde. ↩︎
Eine von der Natur bestimmte oder eine vereinbarte Zeit. Da der Verf. nur die für seine Zwecke notwendigen Bedeutungen anführen wollte, so könnte die Erwähnung dieser Bedeutung auffällig scheinen. Ihre Notwendigkeit jedoch ergibt sich daraus, daß der Verf. damit zur dritten Bedeutung, nämlich der der Vollendung und Vollkommenheit, in gemeinverständlicher Weise überleiten wollte. ↩︎
S. unten Kap. 64. ↩︎
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