Berachot Kapitel 9

Der Talmud, Traktat (Massechet) Berachot in deutscher Übersetzung von Lazarus Goldschmidt:

Zur Übersicht des Traktats Berachot | Zur Übersicht der Goldschmidt-Übersetzung

Blätter / Dapim

54a 54b 55a 55b 56a 56b 57a 57b 58a 58b 59a 59b 60a 60b 61a 61b 62a 62b 63a 63b 64a

Blatt 54a

i WENN JEMAND EINEN ORT SIEHT, AN DEM JISRAÉL WÜNDER GESCHEHEN SIND, SO SPRECHE ER: »GEPRIESEN SEI ER, DER UNSEREN VÄTERN AN DIESEM ORTE WUNDER ERWIESEN HAT«; WENN EINEN ORT, AN DEM GÖTZENDIENST AUSGEROTTET WURDE, SO SPRECHE ER: »GEPRIESEN SEI ER, DER DEN GÖTZENDIENST AUS UNSEREM LANDE AUSGEROTTET HAT«. iiÜBER KOMETEN, BEBEN, DONNER, ORKANE UND BLITZE SPRECHE MAN: »GEPRIESEN SEI ER, DESSEN KRAFT UND DESSEN MACHT DIE GANZE WELT VOLL IST«. ÜBER BERGE, HÜGEL, MEERE, FLÜSSE UND WÜSTEN SPRECHE MAN: »GEPRIESEN SEI ER, DER DAS SCHÖPFUNGSWERK VOLLBRACHT HAT«. R. JEHUDA SAGT, WER DAS GROSSE MEER SIEHT, SPRECHE: »GEPRIESEN SEI ER, DER DAS GROSSE MEER ERSCHAFFEN HAT« DIES NUR, WENN ER ES ZEITWEISE SIEHT. ÜBER DEN REGEN UND ÜBER GUTE NACHRICHTEN SPRECHE MAN: »GEPRIESEN SEI DER GUTE UND GÜTIGE«. ÜBER SCHLECHTE NACHRICHTEN SPRECHE MAN: »GEPRIESEN SEI DER RICHTER DER WAHRHEIT«.

iiiWER EIN NEUES HAUS GEBAUT ODER NEUE SACHEN GEKAUFT HAT, SPRECHE: »GEPRIESEN SEI ER, DER UNS LEBEN, BESTEHEN UND ZU DIESER ZEIT HERANREICHEN LIESS«. MAN PREISE FÜR DAS SCHLECHTE, DAS MIT GUTEM VERBUNDEN IST, UND FÜR DAS GUTE, DAS MIT SCHLECHTEM VERBUNDEN IST. FLEHT JEMAND ÜBER GESCHEHENES, SO IST DIES EIN VERGEBLICHES GEBET. WENN SEINE FRAU SCHWANGER IST, UND ER SPRICHT: MÖGE ES [GOTT] WOHLGEFÄLLIG SEIN, DASS MEINE FRAU EINEN KNABEN GEBÄRE, SO IST DIES EIN VERGEBLICHES GEBET. WENN ER SICH AUF DER REISE BEFINDET UND GESCHREI AUS DER STADT HÖRT UND SPRICHT: MÖGE ES [GOTT] WOHLGEFÄLLIG SEIN, DASS DIES NICHT IN MEINEM HAUSE SEI, SO IST DIES EIN VERGEBLICHES GEBET.

ivWER IN EINE GROSSSTADT1 KOMMT, SPRECHE ZWEI GEBETE, EINES BEI SEINEM EINZUGE UND EINES BEI SEINEM AUSZUGE; BENZAJ SAGT, VIER, ZWEI BEI SEINEM EINZUGE, EINES BEI SEINEM AUSZUGE, EINEN DANK FÜR DAS VERGANGENE UND EIN GEBET FÜR DAS KOMMENDE. vDER MENSCH MUSS FÜR DAS SCHLECHTE EBENSO PREISEN, WIE ER FÜR DAS GUTE PREIST, DENN ES HEISST: 2du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, mit deinem ganzen Herzen &c. Mit deinem ganzen Herzen: MIT DEINEN BEIDEN TRIEBEN, MIT DEM GUTEN TRIEB UND MIT DEM BÖSEN TRIEB; mit deiner ganzen Seele: SELBST WENN ER DIR DEINE SEELE NIMMT; mit deinem ganzen Vermögen:MIT DEINER GANZEN HABE. EINE ANDERE ERKLÄRUNG: mit deinem ganzen Vermögen: DANKE3 IHM FÜR JEDES MASS, MIT DEM ER DIR MISST.

DER MENSCH BENEHME SICH NICHT LEICHTFERTIG VOR DEM OSTTORE [DES TEMPELS], WEIL ES SICH GENAU GEGENÜBER DEM ALLERHEILIGSTEN BEFINDET. MAN GEHE NICHT AUF DEM TEMPELBERG MIT STOCK, SCHUHEN, GELDGÜRTEL UND STAUB AUF DEN FÜSSEN. MAN BENUTZE IHN FERNER NICHT ALS DURCHGANG, UND WAS VOM LEICHTEREN AUF DAS SCHWERERE [ZU SCHLIESSEN], ZUM AUSSPUCKEN. ALLE, DIE IM TEMPEL DEN SEGEN BEENDIGTEN, PFLEGTEN ZU SAGEN: »BIS IN DIE EWIGKEIT«; ALS ABER DIE MINÔER AUSARTETEN UND SAGTEN, ES GÄBE NUR EINE WELT4, ORDNETEN SIE AN, DASS MAN SAGE: »VON EWIGKEIT ZU EWIGKEIT«. SIE ORDNETEN AUCH AN, DASS MAN SEINEN NÄCHSTEN MIT DEM GOTTESNAMEN GRÜSSE, WIE ES HEISST: 5und siehe, Boa͑z kam aus Beth-Leḥem und sprach zu den Schnittern: Der Herr sei mit euch. Da erwiderten sie: Der Herr segne dich. FERNER HEISST ES:6der Herr sei mit dir, tapferer Held. FERNER HEISST ES: 7verachte nicht deine Mutter, daß sie alt geworden ist. FERNER HEISST ES: 8da es galt für den Herrn zu wirken, brachen sie deine Lehre. R. NATHAN SAGTE: SIE BRACHEN DEINE LEHRE, WEIL ES GALT, FÜR DEN HERRN ZU WIRKEN.

GEMARA. Woher dies? R.Joḥanan erwiderte: Weil es heißt: 9und Jithro sprach: Gepriesen sei der Herr, der errettet hat &c.

Aber preist man denn nur für ein Wunder, das Vielen geschieht, und nicht auch für ein Wunder, das einem Einzelnen geschieht!? Es ereignete sich ja, daß ein Mann in E͑ber Jamina ging, und als ein Löwe über ihn herfiel, geschah ihm ein Wunder, und er wurde errettet. Hierauf kam er vor Raba, und dieser sprach zu ihm: Sooft du dort vorübergehst, sprich: Gepriesen sei er, der mir an dieser Stelle ein Wunder tat. Ebenso ging Mar, der Sohn Rabinas, im Tale A͑raboth und lechzte nach Wasser; da geschah ihm ein Wunder, und eine Wasserquelle ward ihm erschaffen, aus der er trank. Ein anderes Mal ging er in der Umgebung von Maḥoza, und ein tolles Kamel fiel ihn an; da öffnete sich ihm eine Mauer, und er flüchtete sich darin. Sooft er nach A͑raboth kam, sprach er: »Gepriesen sei er, der mir in A͑raboth und mit dem Kamele ein Wunder tat«. Und sooft er nach der Umgebung von Maḥoza kam, sprach er: »Gepriesen sei er, der mir mit dem Kamel und in A͑raboth ein Wunder tat«.

Ich will dir sagen, über ein Wunder, das Vielen geschah, sind alle einen Segen zu sprechen verpflichtet, über ein Wunder, das einem Einzelnen geschah, ist nur er allein einen Segen zu sprechen verpflichtet.

Die Rabbanan lehrten: Wer die Furt des Meeres10, die Furt des Jarden, die Furt der Arnonbäche, die Elgabiš-Steine11am Abhange zu Beth Horon, den Stein, den O͑g, König von Bašan, auf Moše werfen wollte, den Stein, auf dem Moše saß, als Jehošua͑ gegen A͑maleq kämpfte, die Frau Loṭs, die Mauer von Jeriḥo, die an ihrem Orte versunken ist, sieht, muß für jedes Dank und Lob vor Gott abstatten.

Erklärlich ist es von der Furt des Meeres, denn es heißt :12die Kinder Jisraéls gingen inmitten des Meeres auf dem Trockenen; ebenso von der Furt des Jarden, denn es heißt: 13und die Priester, die die Lade des Herrn trugen, standen bereit inmitten des Jarden im Trockenenund ganz Jisraél zog im Trockenen hinüber, bis das ganze Volk über den Jarden gezogen war; welches Bewenden hat es aber mit der Furt der Arnonbäche?

Es heißt :14daher heißt es im Buche der Kriege des Herrn: Eih15und Heb am Ende, und hierzu wird gelehrt: Eth und Heb am Ende, dies waren zwei Aussätzige, die am Ende des jisraélitischen Zuges gingen. Als nämlich die Jisraéliten

Blatt 54b

vorüberzogen, kamen die Emoriter und machten sich Erd Schluchten, worin sie sich versteckten, indem sie dachten: sobald die Jisraéliten hier vorüberziehen, töten wir sie. Sie wußten aber nicht, daß die Lade vor Jisraél zog und die Berge vor ihnen ebnete. Als die Lade herankam, schlossen sich die Berge aneinander und töteten sie, sodaß ihr Blut in die Arnonbäche floß. Hierauf kamen Eth und Heb heran, und als sie Blut zwischen den Bergen hervorfließen sahen, gingen sie und erzählten es Jisraél, und sie stimmten ein Lied an. Daher heißt es:16Und die Ergießung der Bäche, die sich ausdehnte bis zum Sitze von A͑r und stieß an die Grenze Moábs.

«Elgabiš-Steine.» Was sind Elgabiš-Steine?

Es wird gelehrt: Steine die durch einen Mann17aufgehalten wurden und durch einen Mann herabfielen. Sie wurden aufgehalten durch einen Mann, das ist Moše, denn es heißt :18der Mann Moše war sehr demütig, und es heißt :19und Donner und Hagel hörten auf, der Regen strömte nicht mehr zur Erde. Sie fielen herab durch einen Mann, das ist Jehošua͑, denn es heißt: 20nimm dir Jehošua͑, den Sohn Nuns, einen Mann von Geist &c., und es heißt :21und es geschah, als sie vor (den Kindern) Jisraéls flohen, sie waren am Abhange von Beth Ḥoron, da warf der Herr auf sie große Steine.

«Den Stein, den O͑g, König von Bašan, auf Moše werfen wollte.» Das ist eine Überlieferung: Er sprach: Das Lager Jisraéls ist drei Parasangen groß; ich will gehen und einen Berg von drei Parasangen ausreißen, ihn auf sie werfen und sie töten. Alsdann ging er und riß einen Berg von drei Parasangen aus und trug ihn auf seinem Kopfe. Da brachte der Heilige, gepriesen sei er, auf diesen Ameisen, die ihn durchlochten, sodaß er ihm auf den Hals fiel. Als er ihn abwerfen wollte, dehnten sich seine Zähne nach der einen Seite und nach der anderen Seite aus, und er konnte ihn nicht abwerfen. Daher heißt es: 22die Zähne der Frevler hast du zerbrochen. Dies nach R. Šimo͑n b. Laqiš, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Es heißt: die Zähne der Frevler hast du zerbrochen, und man lese nicht šibarta [zerbrochen], sondern širbabta [groß werden lassen]. Wie groß war Moše? Zehn Ellen. Er nahm eine Axt von zehn Ellen, sprang zehn Ellen hoch, schlug ihn am Fußgelenk und tötete ihn.

«Den Stein, auf dem Moše saß.» Wie es heißt :23die Hände Mošes waren schwer geworden, da nahmen sie einen Stein, legten ihn unter ihn, und er setzte sich darauf. «Die Frau Loṭs.» Wie es heißt :24seine Frau schaute hinter sich, und sie ward eine Salzsäule. «Die Mauer von Jeriḥo, die versunken ist.» Wie es heißt :25die Mauer stürzte unter sich zusammen. Einleuchtend ist es bei allen Wundertaten, bei der Frau Loṭs aber war es ja eine Strafe!?

Man spreche: »Gepriesen sei der Richter der Wahrheit«.

Er lehrt ja aber: Dank und Lob!?

Lies: über Loṭ und seine Frau spreche man zwei Segenssprüche; über seine Frau spreche man: »Gepriesen sei der Richter der Wahrheit«, über Loṭ spreche man: »Der der Gerechten gedenkt«.

R. Joḥanan sagte: Sogar in seinem Zorne gedenkt der Heilige, gepriesen sei er, der Gerechten, denn es heißt :26und es geschah, als Gott die Städte des Umkreises verdarb, da gedachte Gott Abrahams und schichte Loṭ aus der Zerstörung weg.

«Die Mauer von Jeriḥo, die versunken ist.» Ist denn die Mauer von Jeriḥo versunken, sie ist ja eingestürzt, denn es heißt: 27und es geschah, als das Volk die Stimme der Posaune hörte, da erhob das Volk einen großen Freudenlärm, und die Mauer stürzte unter sich zusammen.

Da ihre Breite und ihre Höhe gleich waren, so muß sie versunken sein28.

R. Jehuda sagte: Vier müssen einen Danksegen sprechen: die das Meer befahren, die in der Wüste reisen, wer krank war und genesen ist, und wer im Gefängnis eingesperrt war und frei geworden ist. Woher dies von denen, die das Meer befahren?

Es heißt:29die zu Schiff das Meer fahren. Sie schauten die Taten des Herrn. Ferner: und er ließ einen Sturmwind entstehen. Sie steigen bis zum Himmel und sinken bis zum Abgrund. Ferner: sie taumeln und wanken gleich einem Trunkenen. Ferner: in ihrer Not schrieen sie zum er errettete sie aus ihrer Bedrängnis. Ferner: er bringt den Sturm zum Schweigen. Ferner: sie freuen sich, daß sie ruhig geworden. Ferner: sie mögen dem Herrn für seine Güte danken, und wegen seiner Wunder für die Menschenkinder.

Woher dies von denen, die in der Wüste reisen?

Es heißt: 30sie irrten in der Wüste umher, auf ödem Wege, und fanden keine bewohnte Stadt. Da schrieen sie zum Herrn und er führte sie auf den geraden Weg. Sie mögen dem Herrn für seine Güte danken.

Woher dies von dem, der krank war und genesen ist?

Es heißt :31Toren werden durch ihren frevelhaften Wandel und durch ihre Sünden geplagt. Jegliche Speise verabscheut ihre Seele. In ihrer Not schrieen sie zum Herrn. Er sendet sein Wort und heilt sie &c. Sie mögen dem Herrn für seine Güte danken.

Woher dies von dem, der im Gefängnis eingesperrt war?

Es heißt: 32 die in Finsternis und Dunkelheit sitzen. Weil sie den Worten Gottes wider gehandelt &c. Ferner: und er beugte ihr Herz durch Mühsal &c. Ferner: sie schrieen in ihrer Not zum Herrn. Ferner: er führt sie aus Dunkelheit und Finsternis heraus &c. Ferner: sie mögen dem Herrn für seine Güte danken.

Wie lautet der Segen? R. Jehuda sagte: »Gepriesen sei er, der Liebestaten angedeihen läßt«. Abajje sagte: Man soll den Danksegen vor zehn [Personen] sprechen, denn es heißt: 33sie erheben dich vor einer Versammlung des Volkes &c. Mar Zuṭra sagte: Zwei von diesen müssen Gelehrte sein, denn es heißt: 34und in der Sitzung von Ältesten lobpreisen sie ihn. R. Aši wandte ein: Demnach müssen sie ja alle Gelehrte sein!?

Es heißt nicht: vor einer Versammlung von Ältesten, es heißt: vor einer Versammlung des Volkes.

Vielleicht von zehn aus dem Volke und zwei Gelehrten!?

Eine Frage.

R. Jehuda war krank, und als er genas, besuchten ihn R. Ḥana aus Bagdad und die Rabbanan, und sie sprachen (zu ihm) : Gepriesen sei der Allbarmherzige, der dich uns wiedergegeben und dich nicht dem Staube übergeben hat. Da sprach er zu ihnen: Ihr habt mich der Pflicht des Danksegens enthoben.

Abajje sagte ja aber, daß man den Danksegen vor zehn [Personen] sprechen muß!?

Er antwortete nachher »Amen«.

R. Jehuda sagte: Drei benötigen der Bewachung, und zwar: Der Kranke, der Bräutigam und die Braut. In einer Barajtha wird gelehrt: Der Kranke, die Wöchnerin, der Bräutigam und die Braut. Manche sagen: Auch der Leidtragende. Manche sagen: Auch Schriftgelehrte in der Nacht. Jahre des Menschen : wenn man sein Gebet in die Länge zieht, wenn man lange bei Tisch yerweilt und wenn man lange im Aborte verweilt.

Ist es denn was Gutes, sein Gebet in die Länge zu ziehen, R. Ḥija b. Abba sagte ja im Namen R. Joḥanans, wer sein Gebet lange ausdehnt und [auf

Blatt 55a

Erfüllung] sinnt, bekomme endlich Herz weh, denn es heißt: 35hingezogenes Hoffen macht das Herz weh!? Auch sagte R. Jiçḥaq: Drei Dinge bringen die Sünden des Menschen in Erinnerung, und zwar: eine sich neigende Wand, das Nachsinnen beim Gebete, und wenn man seinen Nächsten beim Himmel anklagt.

Das ist kein Widerspruch; dies, wenn man [auf Erfüllung] sinnt, jenes, wenn man nicht darauf sinnt.

Wie mache man dies?

Man lese viel Gebete.

«Wenn man lange bei Tisch verweilt.» Vielleicht kommt ein Armer, dem man etwas geben kann. Es heißt:36der Altar war aus Holz, drei Ellen hoch, und darauf heißt es :37er sprach zu mir: Das ist der Tisch vor dem Herrn. Er beginnt mit »Altar« und schließt mit »Tisch«; R. Joḥanan und R. Elea͑zar sagten beide: Solange das Heiligtum bestand, pflegte der Altar für Jisraél zu sühnen, jetzt aber sühnt der Tisch des Menschen für ihn.

Ist es denn was Gutes, lange im Aborte zu verweilen, es wird ja gelehrt, zehn Dinge bringen dem Menschen Unterleibsschmerzen: wenn man Rohrlaub, Weinlaub, Weinranken, das papillose Fleisch des Viehes, das Rückgrat des Fisches, oder einen nicht genügend gekochten gesalzenen Fisch ißt, wenn man Weinhefe trinkt, wenn man sich mit Kalk oder einer Scherbe oder mit einer Scholle, die sein Nächster benutzt hat, abwischt, und manche sagen, auch wenn man mehr als nötig im Aborte kauert!?

Das ist kein Widerspruch; dieses, wenn man sich lange kauernd aufhält, jenes, wenn man sich lange nicht kauernd auf hält. So sagte auch eine Matrone zu R.Jehuda b. R. Elea͑j: Dein Gesicht gleicht dem der Schweinezüchter und Wucherer38. Da sprach er zu ihr: Bei meiner Treu, beides ist mir verboten, aber vierundzwanzig Aborte habe ich von meiner Wohnung bis zum Lehrhause, und wenn ich gehe, versuche ich mich in jedem.

Ferner sagte R. Jehuda: Drei Dinge verkürzen die Tage und Jahre des Menschen: wenn man einem das Torabuch zum Lesen vorlegt, und er nicht liest, wenn man einem den Becher des Tischsegens vorsetzt, daß er den Segen spreche, und er ihn nicht spricht, und wenn einer sich her<risch gebärdet. «Das Torabuch zum Lesen und er nicht liest», denn es heißt:39sie ist dein Lehen und die Verlängerung deiner Tage. «Den Becher des Tischsegens, daß er den Segen spreche, und er ihn nicht spricht», denn es heißt :40ich werde segnen, die dich segnen. «Wer sich herrisch gebärdet», denn R. Ḥama b. Ḥanina sagte, Joseph starb deshalb früher als seine Brüder, weil er sich herrisch gebärdete.

Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Drei benötigen der Barmherzigkeit: ein guter König, ein gutes Jahr und ein guter Traum. Ein guter König, denn es heißt:41gleich Wasserflüssen ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn. Ein gutes Jahr, denn es heißt: 42die Augen des Herrn, deines Gottes, sind stets darauf gerichtet, vom Anfang des Jahres &c. Ein guter Traum, denn es heißt:43laß mich träumen44und laß mich leben.

R. Joḥanan sagte: Drei Dinge ruft der Heilige, gepriesen sei er, selbst aus, und zwar: Hungersnot, Sattheit und einen guten Gemeind ey er waiter. Hungersnot, denn es heißt : 45der Herr hat die Hungersnot herbeigeruf en &c. Sattheit, denn es heißt :46ich will das Getreide herbeirufen und es vermehren. Einen [guten] Gemeindeverwalter, denn es heißt: 47der Herr sprach zu Moše: Siehe, ich habe Beçalél mit Namen berufen &c.

R. Jiçḥaq sagte: Man setzt über die Gemeinde keinen Verwalter, als bis man sich mit der Gemeinde beraten hat, denn es heißt: siehe, ich habe Beçalél mit Namen berufen. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše : Moše, ist dir Beçalél recht? Dieser erwiderte : Herr der Weit, wenn er dir recht ist, um so mehr mir. [Gott] sprach: Geh dennoch und sage es ihnen. Da ging er hin und sprach zu Jisraél: Ist euch Beçalél recht? Sie erwiderten: Wenn er dem Heiligen, gepriesen sei er, und dir recht ist, um so mehr uns. R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Beçalél wurde er wegen seiner Weisheit48genannt. Als der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše sprach: Geh und sage Beçalél, daß er mir eine Wohnung, eine Lade und Geräte mache, ging Moše hin und sagte es ihm verkehrt: mache eine Lade, Geräte und eine Wohnung. Da sprach jener zu ihm: Meister Moše, in der Welt ist es Brauch, daß der Mensch ein Haus zuerst baut, nachher erst bringt er Geräte hinein; du aber sprichst: mache mir eine Lade, Geräte und eine Wohnung. Wohin sollte ich die Geräte bringen, die ich anfertige!? Vielleicht aber hat der Heilige, gepriesen sei er, dir wie folgt gesagt: mache eine Wohnung, eine Lade und Geräte? Dieser erwiderte: Du warst wahrscheinlich im Schatten Gottes und hast dies erfahren.

R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Beçalél verstand die Buchstaben zusammenzusetzen, mit denen Himmel und Erde erschaffen wurden; denn hier49heißt es: und der göttliche Geist erfüllte ihn mit Weisheit, Einsicht und Erkenntnis, und dort50heißt es: der Herr gründete die Erde mit Weisheit, mit Einsicht errichtet er den Himmel. Ferner: 51mit seiner Einsicht wurden die Tiefen gespalten.

R. Joḥanan sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, verleiht Weisheit nur demjenigen, der schon Weisheit besitzt, denn es heißt: 52er verleiht Weisheit den Weisen und Erkenntnis den Einsichtsvollen. R.Taḥlipha aus dem Westen hörte dies und sagte es vor R. Abahu; da sprach dieser zu ihm: Ihr entnehmet dies hieraus, wir entnehmen dies aus folgendem, es heißt:53in das Herz jedes Weisen habe ich Weisheit getan.

R. Ḥisda sagte: Jeder Traum [bedeutet etwas], nur nicht, wenn infolge des Fastens. Ferner sagte R. Ḥisda: Ein ungedeuteter Traum ist wie ein ungelesener Brief. Ferner sagte R. Ḥisda: Weder geht ein guter Traum ganz in Erfüllung, noch geht ein schlechter Traum ganz in Erfüllung. Ferner sagte R. Ḥisda: Besser ist ein schlechter Traum als ein guter Traum. Ferner sagte R. Ḥisda: Bei einem schlechten Traume genügt schon die Betrübnis54, bei einem guten Traume genügt schon die Freude. R. Joseph sagte: Sogar bei mir55macht die Heiterkeit den guten Traum wirkungslos. Ferner sagte R. Ḥisda: Ein schlechter Traum ist schlimmer als Geißelung, denn es heißt:56Gott tat es, damit man ihn fürchte, worüber Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans sagte, dies beziehe sich auf einen schlechten Traum.

57Ein Prophet, der einen Traum hat, verkünde den Traum, der aber mein Wort hat, verkünde mein Wort in Wahrheit. Was soll das Stroh beim Korn? Spruch des Herrn. Welche Bewandtnis haben Korn und Stroh zum Traume? Vielmehr, sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Johaj: Wie kein Korn ohne Stroh möglich ist, so wenig gibt es einen Traum ohne eitle Worte. R. Berekhja sagte: Wenn auch der Traum teilweise in Erfüllung geht, so geht er doch nicht ganz in Erfüllung. Woher dies?

Von Joseph, denn es heißt:58und siehe, die Sonne, der Mond &c.,

Blatt 55b

und damals war seine Mutter nicht mehr.

R. Levi sagte: Bis zweiundzwanzig Jahren hoffe der Mensch stets auf die Erfüllung eines guten Traumes. Woher dies?

Von Joseph. Es heißt: 59das ist die Geschlechtsfolge Ja͑qobs; Joseph war siebzehn Jahre alt &c.; ferner :60Joseph war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pareo stand &c. Von siebzehn bis dreißig sind dreizehn; dazu die sieben Überflußjahre und zwei der Hungerjahre, das sind zweiundzwanzig.

R. Hona sagte: Einen guten Menschen läßt man keinen guten Traum sehen, einen schlechten Menschen läßt man keinen schlechten Traum sehen. Desgleichen wird auch gelehrt: In seinem ganzen Leben61sah David keinen guten Traum, und in seinem ganzen Leben sah Ahitophel keinen schlechten Traum.

Es heißt ja aber :62dir wird nichts Böses beqeqnen, was R. Ḥisda im Namen des R. Jirmeja b. Abba erklärte: weder schlechte Träume noch böse Gedanken werden dich erschrecken!?

Vielmehr, er selbst sieht einen solchen nicht, wohl aber sehen andere über ihn.

Ist es denn was Gutes, wenn man selber keinen sieht, R. Zeéra sagte ja, wer sieben Tage ohne einen Traum übernachtet, werde ein Böser genannt, denn es heißt: 63wer gesättigt übernachtet, ohne bedacht zu werden,ist ein Böser, und man lese nicht sabea͑ [gesättigt], sondern *šeba͑ [sieben*]!?

Vielmehr, er meint es wie folgt: er sieht wohl, weiß aber nicht, was er gesehen.

R. Hona b. Ami sagte im Namen R. Pedaths im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand einen Traum sieht und seine Seele betrübt ist, so gehe er und lasse ihn vor dreien deuten.

Deuten, R. Ḥisda sagte ja, ein ungedeuteter Traum sei wie ein ungelesener Brief!?

Sage vielmehr: vor dreien zum Guten auslegen. Er lasse drei [Personen] kommen und spreche vor ihnen: Ich habe einen guten Traum gesehen. Jene erwidern: Gut ist er, gut möge er sein, und der Allbarmherzige möge ihn zum Guten wenden; siebenmal beschließe man über dich im Himmel, daß er gut sein möge, und er wird gut sein. Sodann lesen sie drei »Verwandlungen, drei Erlösungen« und drei »Frieden«. Drei »Verwandlungen«:64Du hast mir mein Klagen in Tanz verdu hast meinen Sack gelöst und mich mit Freude umgürtet.65 Dann freut sich die Jungfrau im Tanze, Jünglinge und Greise zusammen; ich werde ihre Trauer in Jubel verwandeln &c.66Und der Herr, dein Gott, wollte auf Bilea͑m nicht hören, er verwandelte &c. Drei »Erlösungen«, (es heißt:)67Er erlöste meine Seele in Frieden, aus dem Andrang gegen mich &c.68Die Erlösten des Herrn kehren zurück &c.69Und das Volk sprach zu Šaúl: Soll Jonathan sterben, der die Rettung vollbracht hat &c., [und das Volk erlöste &c.]. Drei »Frieden«, (es heißt:)70Er erschafft die Sprache der Lippen; Friede, Friede dem Fernen und dem Nahen, spricht der Herr; ich werde ihn heilen.71Und ein Geist kam über A͑masaj, den Hauptmann &c. [Friede].72Und sprechet. So für das Friede mit dir und Friede mit deinem Hause &c.

Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši saßen beisammen. Sie sprachen: Ein jeder von uns sage etwas, das seinem Genossen nicht bekannt war. Da begann einer von ihnen und sprach: Wer einenTraum gesehen und nicht mehr weiß, was er gesehen hat, trete vor die Priester, wenn sie ihre Hände ausbreiten73, und spreche folgendes: »Herr der Welt, ich bin dein und meine Träume sind dein; ich habe einen Traum geträumt und weiß nicht, was er bedeute. Sei es, daß ich über mich selbst geträumt, sei es, daß meine Genossen über mich geträumt, und sei es, daß ich über Fremde geträumt. Sind sie gut, so stärke sie und befestige sie, wie die Träume Josephs; wenn sie aber einer Heilung bedürfen, so heile sie wie das Wasser zu Mara durch Moše, wie Mirjam von ihrem Aussatze, wie Ḥizqijahu von seiner Krankheit und wie das Wasser zu Jeriḥo durch Eliša͑. Und wie du den Fluch des ruchlosen Bilea͑m verwandelt hast zum Segen, so verwandele mir alle meine Träume zum Guten«. Er beendige dies gleichzeitig mit den Priestern, damit die Gemeinde Amen antworte. Wenn nicht dies, so spreche er folgendes: »Allherrlichster in der Höhe, in Kraft Thronender, du bist Friede und dein Name ist Friede; möge es dein Wille sein, über uns Frieden zu verhängen«. Darauf begann der andere und sprach: Wer in eine Stadt kommt und vor bösem Auge fürchtet, nehme den Daumen seiner rechten Hand in seine linke Hand und den Daumen seiner linken Hand in seine rechte Hand und spreche wie folgt: »Ich N., Sohn des N., entstamme dem Stamme Josephs, über den das böse Auge keine Macht hat«. Es heißt nämlich: 74ein fruchttragendes Reis ist Joseph, ein fruchttragendes Reis an einer Quelle &c., und man lese nicht a͑le-a͑jin [an einer Quelle], sondern o͑le-a͑jin [das Auge übersteigend]. R. Jose b. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem: 75sie mögen sich fischartig auf Erden vermhren; wie die Fische im Meere das Wasser bedeckt und das böse Auge keine Macht über sie hat, so hat auch über die Kinder Josephs das böse Auge keine Macht. Wer aber vor seinem eigenen bösen Auge fürchtet, schaue auf seinen linken Nasenflügel. Alsdann begann der Dritte und sprach: Wenn jemand krank wird, so tue er dies am ersten Tage nicht kund, damit er seinen Glücksstern nicht gefährde; von da ab und weiter, tue er es kund. So verfuhr Raba. Wenn er krank war, tat er dies am ersten Tage nicht kund, von da ab und weiter sagte er zu seinem Diener: Geh und mache bekannt, daß Raba krank ist. Wer mir ein Freund ist, möge für mich um Erbarmen flehen; wer mir ein Feind ist, möge sich über mich freuen, und es heißt:76wenn dein Feind fällt, freue dich nicht, wenn er wankt, juble dein Herz nicht; es könnte dies der Herr sehen und es könnte ihm mißfallen, und er wendet dann seinen Zorn von ihm ab.

Wenn Šemuél einen schlechten Traum hatte, pflegte er zu sagen:77Die Träume reden Nichtigkeit. Wenn er aber einen guten Traum hatte, pflegte er zu sagen: Reden [etwa] die Träume Nichtigkeit; es heißt ja:78im Traume rede ich mit ihm ! Raba wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: im Traume rede ich mit ihm, dagegen heißt es: die Träume reden Nichtigkeit!? Das ist aber kein Widerspruch; das eine durch einen Engel, das andere durch einen Dämon.

R. Bizna b. Zabhda erzählte im Namen R. A͑qibas im Namen R. Pandas im Namen R. Naḥums im Namen R. Birjams im Namen eines Greises, das ist R. Banaá : Vierundzwanzig Traumdeuter waren in Jerušalem. Einst hatte ich einen Traum und ging zu allen, und was mir der eine deutete, deutete mir der andere nicht, aber alles ging mir in Erfüllung. Dies bestätigt, was gesagt wird: Alle Träume richten sich nach dem Munde.

Ist denn [der Spruch] »alle Träume richten sich nach dem Munde« ein Schriftvers79?

Freilich: dies nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Woher, daß sich alle Träume nach dem Munde richten?

es heißt: 80und es geschah, wie er uns gedeutet hatte. Raba sagte: Dies nur, wenn man ihm dem Traume entsprechend deutet, wie es heißt:81jedem deutete er nach seinem Traume.

82Und der Oberbäcker sah. Woher wußte er es? R. Elea͑zar erwiderte: Dies lehrt, daß jedem sein Traum und die Deutung des Traumes seines Gefährten gezeigt wurde.

R. Joḥanan sagte: Wenn jemand morgens auf steht und ihm ein Schriftvers in den Mund kommt, so ist dies eine kleine Prophezeiung.

Ferner sagte R. Joḥanan: Drei Träume gehen in Erfüllung: ein Morgentraum, ein Traum, den sein Genosse über ihn träumte, und ein Traum, der im Traume selbst gedeutet wurde. Manche sagen, auch ein Traum, der sich wiederholt hat, wie es heißt :83und wegen der Wiederholung des Traumes &c.

R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Man zeigt dem Menschen nur das, woran sein Herz denkt, denn es heißt :84du, o König, deine Gedanken stiegen dir auf dem Lager auf. Wenn du aber willst, hieraus :85die Gedanken deines Herzens wirst du wissen. Raba sagte: Du kannst es sehen; man zeigt niemandem eine goldene Palme, noch einen Elefanten86, der durch ein Nadelöhr geht.

Blatt 56a

Der Kaiser sprach zu R.Jehošua͑ b. R. Ḥanina: Ihr sagt ja, daß ihr sehr weise seid, so sage mir, was ich in meinem Traume sehen werde. Dieser erwiderte: Du wirst sehen, daß die Perser dich zum Frondienste einziehen, dich berauben und dich gräuliche Tiere mit einem goldenen Stabe weiden lassen. Er dachte daran den ganzen Tag, und nachts träumte er dies. Der König Sapor sprach zu Šemuél: Ihr sagt ja, daß ihr sehr weise seid, so sage mir, was ich in meinem Traume sehen werde. Dieser erwiderte: Du wirst sehen, daß die Römer kommen, dich gefangen nehmen und dich harte Kerne in einer goldenen Mühle mahlen lassen. Er dachte daran den ganzen Tag, und nachts träumte er dies.

Bar Hedja war Traumdeuter; wer ihm Lohn gab, dem deutete er Gutes, wer ihm keinen Lohn gab, dem deutete er Böses. Abajje und Raba hatten einen gleichen Traum; Abajje gab ihm einen Zuz, Raba gab ihm nichts. Sie sprachen zu ihm: Man las87uns im Traume vor :88dein Ochs wird vor deinen Augen geschlachtet. Da sprach er zu Raba: Dein Geschäft wird Schaden erleiden, und vor Herzensgram wirst du keine Lust zum Essen haben. Zu Abajje aber sprach er: Dein Geschäft wird sich erweitern, und vor Herzensfreude wirst du keine Lust zum Essen haben. Sie sprachen zu ihm: Man las uns vor:89Söhne und Töchter wirst du zeugen &c. Raba deutete er es zum Bösen; zu Abajje aber sprach er: Deine Söhne und deine Töchter werden zahlreich sein; deine Töchter werden sich in alle Welt verheiraten, und dies wird dir erscheinen, als gingen sie in die Gefangenschaft.

Man las uns vor :90Deine Söhne und deine Töchter werden einem fremden Volke gegeben. Da sprach er zu Abajje: Deine Söhne und deine Töchter werden zahlreich sein. Du wirst sagen, mit deinen Verwandten, und sie91wird sagen, mit ihren Verwandten; sie wird dich besiegen, daß du sie ihren Verwandten geben wirst, die dir gleich einem fremden Volke sind. Zu Raba aber sprach er: Deine Frau wird sterben, und ihre Söhne und ihre Töchter werden in die Hände einer anderen Frau kommen. Raba sagte nämlich im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Rabhs. Es heißt: deine Söhne und deine Töchter iverden einem fremden Volke gegeben, das ist eine Stiefmutter.

Man las uns im Traume vor :92Geh, iß dein Brot mit Freuden. Da sprach er zu Abajje: Dein Geschäft wird sich erweitern, und aus Herzensfreude wirst du essen, trinken und Schriftverse lesen. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird zugrunde gehen; du wirst schlachten und nicht essen, und um deinen Kummer zu verscheuchen, wirst du trinken und Schriftverse lesen.

Man las uns vor:93Viel Saat wirst du auf das Feld bringen. Abajje deutete er aus dem Anfang [des Verses], Raba aber aus dem Schlüsse [des Verses]94.

Man las uns vor:95Ölbäume wirst du in deinem ganzen Gebiete haben &c. Abajje deutete er aus dem Anfang [des Verses], Raba aber aus dem Schlüsse [des Verses]96.

Manias uns vor:97Alle Völker der Erde werden sehen &c. Da sprach er zu Abajje: Es wird sich von dir das Gerücht verbreiten, daß du Schuloberhaupt geworden bist, und Furcht vor dir wird in der Welt herrschen. Zu Raba aber sprach er: Im königlichen Amtsgebäude wird ein gebrochen werden; du wirst als Dieb verhaftet werden, und die ganze Welt wird sich an dir ein Beispiel nehmen. Am folgenden Tage wurde im königlichen Amtsgebäude eingebrochen, und man kam und verhaftete Raba. Sie sprachen zu ihm: Wir sahen Lattich auf der Öffnung eines Fasses. Da sprach er zu Abajje: Dein Geschäft wird sich wie der Lattich verdoppeln. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird wie der Lattich bitter sein. Sie sprachen zu ihm: Wir sahen Fleisch auf der Öffnung eines Fasses. Da sprach er zu Abajje: Dein Wein wird schmackhaft sein, und alle Welt wird bei dir Fleisch und Wein kaufen gehen. Zu Raba aber sprach er: Dein Wein wird sauer sein, sodaß alle Welt [bei dir] Fleisch kaufen wird, um es damit zu essen. Sie sprachen zu ihm: Wir sahen ein Faß an einer Dattelpalme hängen. Da sprach er zu Abajje: Dein Geschäft wird sich wie die Palme heben. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird wie eine Dattel süß sein98. Sie sprachen zu ihm: Wir sahen einen Granatapfel an der Öffnung eines Fasses wachsen. Da sprach er zu Abajje: Deine Ware wird wie der Granatapfel teuer sein. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird herb wie ein Granatapfel sein. Sie sprachen zu ihm: Wir sahen ein Faß in eine Grube fallen. Da sprach er zu Abajje: Dein Geschäft wird gesucht sein, wie man zu sagen pflegt: Das Brot ist in die Grube gefallen und nicht gefunden worden. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird zugrunde gehen und in die Grube fallen. Sie sprachen zu ihm: Wir sahen einen jungen Esel zu Häupten stehen und schreien. Da sprach er zu Abajje: Du wirst Herrscher99 werden, und der Dolmetsch wird an deiner Seite stehen. Zu Raba aber sprach er: [Die Worte] »das Erstgeborene deines Esels« in deiner Tephilla sind ausgemerzt. Dieser entgegnete: Ich habe ja nachgesehen, und sie sind vorhanden. Da erwiderte jener: Das o in peter ḥamor100 ist gewiß ausgemerzt. Später ging Raba allein zu ihm und sprach: Ich sah die äußere Tür einfallen. Dieser erwiderte: Deine Frau wird sterben. Jener sprach: Ich sah meine Backenzähne und Schneidezähne ausfallen. Dieser erwiderte: Deine Söhne und Töchter werden sterben. Jener sprach: Ich sah zwei Tauben wegfliegen. Dieser erwiderte: Du wirst dich von zwei Frauen scheiden lassen. Jener sprach: Ich sah zwei Rübenköpfe. Dieser erwiderte: Du wirst zwei Knüttelhiebe bekommen. An jenem Tage ging Raba und verweilte den ganzen Tag im Lehrhause. Als er da zwei Blinde miteinander zanken sah und Raba sie auseinanderbringen wollte, versetzten sie ihm zwei Schläge. Als sie ihn weiter schlagen wollten, sprach er: Genug, ich habe nur zwei gesehen. Schließlich gab ihm Raba eine Belohnung und sprach zu ihm: Ich sah die Wand einstürzen. Dieser erwiderte: Güter ohne Grenzen wirst da erwerben. Jener sprach: Ich sah das Haus Abajjes einfallen und mich mit Staub bedecken. Dieser erwiderte: Abajje wird sterben, und seine Schule wird dir zufallen. Jener sprach: Ich sah mein Haus einfallen und alle Welt kommen und sich einzelne Ziegel holen. Dieser erwiderte: Deine Lehren werden sich in der Welt verbreiten. Jener sprach: Ich sah, daß mein Haupt gespalten war und mein Hirn hervorfloß. Dieser erwiderte: Die Federn fallen aus deinem Kopfkissen heraus. Jener sprach: Man las mir im Traume das Loblied von Miçrajim101vor. Dieser erwiderte: Es werden dir Wunder geschehen. Als er einst mit ihm zusammen ein Schiff bestieg, sprach er: was soll ich mit einem Manne, dem Wunder geschehen102!? Während er heraufstieg, entfiel ihm das [Traum-]Buch, und Raba, der es fand, sah, daß darin geschrieben war: Alle Träume richten sich nach dem Munde. Da sprach er: Ruchloser, das hängt also von dir ab, und du hast mir so viel Schmerz bereitet! Alles verzeihe ich dir, nur nicht inbetreff der Tochter103R. Ḥisdas. Möge es der Wille [Gottes] sein, daß dieser Mensch in die Hände der Regierung falle, die sich seiner nicht erbarmen wird. Da sprach jener: Was mache ich nun; es ist ja überliefert, daß der Fluch eines Gelehrten, wenn sogar grundlos, eintrifft, um so mehr der Rabas, der ja mit Recht geflucht hat. Ich will nun gehen, sprach er, und auswandern, denn der Meister sagte, die Verbannung sühne die Schuld. Da machte er sich auf und wanderte zu den Römern aus. Er setzte sich vor die Tür des königlichen Obergarderobenmeisters. Der Obergarderobenmeister hatte einen Traum und sprach zu ihm: Ich sah im Traume eine Nadel in meinen Finger fahren. Dieser erwiderte: Gib mir einen Zuz. Jener gab ihm nicht, und dieser gab ihm keine Antwort. Jener sprach weiter: Ich sah eine Motte auf meine zwei Finger fallen. Dieser erwiderte: Gib mir einen Zuz. Jener gab ihm nicht, und dieser gab ihm keine Antwort. Jener sprach ferner: Ich sah eine Motte auf meine ganze Hand fallen. Dieser erwiderte: Motten sind in alle Seidengewänder104gekommen. Als man dies beim König erfuhr, holte man den Obergarderobenmeister, um ihn zu töten. Dieser sprach: Warum mich, hole man doch den, der dies gewußt und nicht gesagt hat!? Da holte man Bar Hedja und sprach zu ihm: Wegen deines Zuz gingen die Seidengewänder des Königs

Blatt 56b

zugrunde. Hierauf band man zwei Zedern mit einem Stricke zusammen, dann band man ihm das eine Bein an die eine Zeder und das andere Bein an die andere Zeder. Als der Strick gelöst und ihm der Kopf abgenommen wurde, ging jede [Zeder] zurück und kam an ihren Ort, und er ward in zwei Teile geteilt.

Ben Dama, der Schwesterssohn R. Jišma͑éls, fragte R. Jišma͑él: Ich sah [imTraume] meine zwei Kinnbacken herausfallen. Dieser erwiderte: Zwei Große Roms haben wider dich Böses gesonnen und sind gestorben. Bar Qappara sprach zu Rabbi: Ich sah meine Nase herabfallen. Dieser erwiderte: Die Zornglut105hat sich von dir abgewendet. Jener sprach: Ich sah, daß meine beiden Hände abgeschnitten wurden. Dieser erwiderte: Du wirst deiner Hände Arbeit nicht mehr benötigen. Jener sprach: Ich sah, daß meine beiden Füße abgehauen wurden. Dieser erwiderte: Du wirst auf einem Pferde reiten. Jener sprach: Ich sah, daß man zu mir sagte: Im Adar106stirbst du, den Nisan wirst du nicht mehr sehen. Dieser erwiderte: In Ehren107wirst du sterben und zur Versuchung108 wirst du nicht kommen.

Ein Minäer sprach zu R. Jišma͑él: Ich sah, daß ich Olivenbäume mit Olivenöl begoß. Dieser erwiderte ihm: Er hat seine Mutter beschlafen. Jener sprach: Ich sah, daß ich einen Stern ausriß. Dieser erwiderte: Du hast einen Jisraéliten gestohlen. Jener sprach: Ich sah, daß ich einen Stern verschlang. Dieser erwiderte: Du hast den Jisraéliten verkauft und den Erlös verzehrt. Jener sprach: Ich sah, daß meine Augen einander berührten. Dieser erwiderte: Er hat seine Schwester beschlafen. Jener sprach: Ich sah, daß ich den Mond küßte. Dieser erwiderte: Er hat die Frau eines Jisraéliten beschlafen. Jener sprach: Ich sah, daß ich in den Schatten einer Myrte trat. Dieser erwiderte: Er hat eine verlobte Jungfrau beschlafen. Jener sprach: Ich sah den Schatten über mir und mich selbst unten. Dieser erwiderte: Er hat sein Lager umgewendet109. Jener sprach: Ich sah Raben auf mein Bett zukommen. Dieser erwiderte: Deine Frau hat mit vielen Männern gebuhlt. Jener sprach: Ich sah Tauben auf mein Bett zukommen. Dieser erwiderte: Du hast viele Frauen befleckt. Jener sprach: Ich sah, daß ich zwei Tauben hielt und sie fortflogen. Dieser erwiderte: Du hast zwei Frauen genommen und sie ohne Scheidebrief fortgeschickt. Jener sprach: Ich sah, daß ich Eier schälte. Dieser erwiderte: Du hast Leichen beraubt. Jener sprach: Alles ist an mir, dieses aber nicht. Währenddessen kam eine Frau heran und rief ihm zu: Dieses Gewand, das du anhast, gehörte jenem Manne, der gestorben ist, du hast ihn beraubt. Jener sprach ferner: Ich träumte, man habe mir berichtet: Dein Vater hinterließ dir Güter in Kappadokien. Dieser sprach: Hast du Güter in Kappadokien? Jener erwiderte: Nein.

Ging dein Vater nach Kappadokien? Jener erwiderte: Nein. Da sprach dieser: Wenn dem so ist, [so bedeutet] Kappa einen Balken110und deka111[heißt] zehn; geh und untersuche den ersten der zehn Balken, der voll Geld ist. Hierauf ging er hin und fand, daß er voll Geld war.

R. Ḥanina sagte: Wer einen Brunnen im Traume sieht, sieht Frieden, denn es heißt:112die Knechte Jiçliaqs gruben im Tale und fanden dort einen Brunnen lebendigen Wassers. R. Nathan sagte: Er findet die Tora, denn es heißt:113wer mich findet, findet Leben, und dort heißt es: einen Brunnen lebendigen Wassers. Raba sagte: Wirkliches Leben.

R. Ḥanan sagte: Drei [Dinge bedeuten] Frieden: der Strom, der Vogel und der Topf. Der Strom, denn es heißt: 114siehe, ich wende ihr gleich einem Strome Frieden zu. Der Vogel, denn es heißt:115gleich flatternden Vögeln wird sie der Herr beschützen &c. Der Topf, denn es heißt: 116Herr, du läßt uns Frieden angedeihen117. R. Ḥanina sagte: Nur ein Topf, in dem kein Fleisch ist, denn es heißt: 118sie zerbrechen, wie das, was im Topfe, und wie das Fleisch im Kessel.

R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer einen Strom im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche: siehe, ich wende ihr gleich einem Strome Frieden zu, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:119gleich einem Strome kommt der Feind. Wer einen Vogel im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche: gleich flatternden Vögeln wird beschützen &c., ehe ihm ein anderer Vers einfällt:120gleich einem Vogel, der aus seinem Neste fortwandert &c. Wer einen Topf im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche: Herr, du läßt uns Frieden angedeihen, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:121setze auf den Topf, setze auf. Wer Trauben im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:122gleich Trauben in der Wüste, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:123ihre Trauben sind Gifttrauben. Wer einen Berg im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:124wie reizend sind auf den Bergen die Tritte des Heilboten, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:125auf den Bergen erhebe ich Jammer und Klage. Wer eine Posaune im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:126und es wird geschehen, an jenem Tage wird in eine große Posaune gestoßen werden, ehe ihm ein anderer Vers einfällt :127stoßet in die Posaune, in Gibea͑. Wer einen Hund im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche :128und gegen alle Kinder Jisraéls wird ein Hund seine Zunge nicht schärfen, ehe ihm ein anderer Vers einfällt :129die Hunde sind gierig. Wer einen Löwen im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:130der Löwe brüllt, wer fürchtet nicht, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:131der Löwe steigt von seinem Dickicht herauf. Wer Haarschneiden im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:132er schor sich das Haar und wechselte seine Kleider, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:133wenn ich geschoren werde, so weicht meine Kraft von mir. Wer einen Brunnen im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:134ein Brunnen lebendigen Wassers, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:135wie ein Brunnen sein Wasser quellen läßt. Wer ein Rohr im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:136ein geknicktes Rohr zerbricht er nicht, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:137siehe, du hast auf die Stütze eines geknickten Rohres vertraut.

Die Rabbanan lehrten: Wer ein Rohr im Traume sieht, hoffe auf Weisheit, denn es heißt:138erwirb139Weisheit. Wer Rohre [sieht], hoffe auf Vernunft, denn es heißt:140unter all deinen Erwerbungen, erwirb141Vernunft. R. Zera sagte: Kürbis, Palmkraut, Wachs und Rohr sind samtlieh im Traume von guter Bedeutung. Es wird gelehrt: Man läßt niemanden Kürbis sehen, als den, der mit ganzer Kraft Gott fürchtet. Wer einen Ochsen im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:142der Erstgeborene seines Ochsen ist ihm eine Pracht, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:143wenn ein Ochs einen Menschen stößt.

Die Rabbanan lehrten: Fünf Dinge wurden vom Ochsen gesagt: Wer [im Traume] von seinem Fleische ißt, wird reich; wen er stößt, wird Kinder haben, die sich in der Tora bekämpfen; wen er beißt, über den werden Leiden kommen; wen er tritt, dem steht eine weite Reise bevor; und wer auf ihm reitet, gelangt zur Größe.

Es wird ja aber gelehrt, reitet er auf ihm, so stirbt er!?

Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er auf dem Ochsen reitet, das andere, wenn der Ochs auf ihm reitet. Wer einen Esel im Traume sieht, hoffe auf das Heil, denn es heißt:144dein König kommt zu dir, gerecht und hilfreich ist er; ein Demütiger, auf einem Esel reitend. Wer eine Katze im Traume sieht, in einem Orte, wo man sie Šunara145nennt, dem wird ein schönes Lied gemacht, wo man sie Šinara146nennt, den trifft eine böse Veränderung. Wenn man Trauben im Traume sieht, so ist dies, falls weiße, sowohl zur Zeit, als auch außer der Zeit, immer gutbedeutend, falls schwarze, zur Zeit gutbedeutend, außer der Zeit schlechtbedeutend. Wenn man ein weißes Pferd im Traume sieht, ob im Schritt oder im Trabe, ist es immer gutbedeutend, wenn ein braunes, so ist es im Schritt gutbedeutend, im Trabe schlechtbedeutend. Wer Jišma͑él im Traume sieht, dem wird das Gebet erhört; aber nur Jišma͑él, den Sohn Abrahams, nicht aber einen gewöhnlichen Araber147. Wer ein Kamel im Traume sieht, über den war im Himmel der Tod verhängt worden, und man hat ihn davon errettet. R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: 148ich werde mit dir nach Miçrajim hinabziehen, und ich werde dich auch149heraufführen. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Hieraus:150auch hat dir der Herr deine Sünde verziehen, du wirst nicht sterben. Wer Pinḥas im Traume sieht, dem geschieht ein Wunder. Wer einen Elefanten im Traume sieht, dem geschehen Wunder; wer Elefanten, dem geschehen Wunder über Wunder.

Es wird ja aber gelehrt, alle Arten Tiere seien im Traume gutbedeutend, ausgenommen der Elefant und der Affe!?

Das ist kein

Blatt 57a

Widerspruch; dies, wenn er einen Reitkorb aufhat, jenes, wenn er keinen Reitkorb aufhat. Wer Hona im Traume sieht, dem geschieht ein Wunder; wer Ḥanina, Ḥananja, Joḥanan, dem geschehen Wunder über Wunder. Wer eine Trauerfeier im Traume sieht, der ist im Himmel verschont und erlöst worden. Dies alles aber nur, wenn geschrieben. Wer »Dessen großer Name sei gepriesen« antwortet, der sei sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist. Wer das Šema͑ liest, der ist würdig, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, nur ist sein Zeitalter dessen nicht würdig. Wer Tephillin im Traume anlegt, der hoffe auf Größe, denn es heißt: 151alle Völker der Erde werden sehen, daß der Name des Herrn über dich genannt wird &c., worüber gelehrt wird, R. Elie͑zer der Große sagte, dies seien die Tephillin des Hauptes. Wer im Traume betet, für den ist dies ein gutes Zeichen, aber nur, wenn er nicht beendet hat. Wer im Traume seine Mutter beschläft, der hoffe auf Vernunft, denn es heißt: 152die Vernunft sollst du Mutter nennen. Wer eine verlobte Jungfrau beschläft, hoffe auf die Tora, denn es heißt:153die Tora hat uns Moše anbefohlen, ein Erbteil für die Gemeinde Ja͑qobs, und man lese nicht moraša [Erbteil], sondern meórasa [Verlobte]. Wer seine Schwester im Traume beschläft, hoffe auf Weisheit, denn es heißt: 154sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester. Wer ein Eheweib im Traume beschläft, sei sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist; jedoch nur, wenn er sie nicht kennt und abends an sie nicht gedacht hat.

R. Ḥija b. Abba sagte: Wer Weizen im Traume sieht, sieht Frieden, denn es heißt:155der Frieden in deinen Grenzen schafft, und dich mit dem Fette des Weizens sättigt. Wer Gerste [seorim] im Traume sieht, von dem sind seine Missetaten gewichen [saru], denn es heißt: 156deine Missetat ist gewichen und deine Sünde wird vergeben. R. Zera sagte: Ich zog nicht eher aus Babylonien nach dem Jisraélland hinauf, als bis ich Gerste im Traume gesehen hatte. Wer im Traume beladene Weinstöcke sieht, dessen Frau gebärt keine Fehlgeburten, denn es heißt: 157deine Frau gleicht einem fruchtbaren Weinstocke. Wer einen Rebenzweig [sieht], der hoffe auf den Messias, denn es heißt: 158der an den Weinstock seinen Esel bindet und an den Rebenzweig seinen jungen Esel. Wer einen Feigenbaum im Traume sieht, dem bleibt die Tora in seinem Innern bewahrt, denn es heißt: 159wer den Feigenbaum pflegt, ißt seine Frucht. Wer Granatäpfel im Traume sieht, falls kleine, dessen Geschäft wird sich wie ein Granatapfel vermehren, falls große, dessen Geschäft wird sich wie ein Granatapfel vergrößern, falls halbe, so hoffe er, wenn er Schriftgelehrter ist, auf die Tora, denn es heißt: 160ich will dich mit gewürztem Weine tränken, mit dem Safte der Granatäpfel, und wenn er aus dem gemeinen Volke ist, auf gottgefällige Werke, denn es heißt:161wie die Hälfte des Granatapfels ist deine Wange [raqathekh], und raqathekh bedeutet, daß sogar die Leeren [reqanin] unter dir wie ein Granatapfel voll sind mit gottgefälligen Werken. Wer Oliven im Traume sieht, und zwar kleine, dessen Geschäft vermehrt und vergrößert sich und gedeiht wie die Oliven; jedoch nur, wenn er die Frucht [sieht], wenn aber Bäume, so bekommt er viele Kinder, denn es heißt:162deine Kinder wie die Sprößlinge der Olivenbäume &c. Manche sagen: Wer einen Olivenbaum im Traume sieht, über den wird sich ein guter Ruf verbreiten, denn es heißt:163einen belaubten Olivenbaum, schön an Frucht und Gestalt, hat der Herr deinen Namen genannt. Wer Olivenöl im Traume sieht, der hoffe auf das Licht der Tora, denn es heißt: 164daß sie dir klares Olivenöl bringen. Wer Datteln [temarim] im Traume sieht, dessen Missetaten verschwinden, denn es heißt:165verschwunde [tam] ist deine Missetat, Tochter Çijon. R. Joseph sagte: Wer eine Ziege im Traume sieht, dem wird das Jahr gesegnet; wer Ziegen, dem werden Jahre gesegnet, denn es heißt:166und genug Ziegenmilch zu deiner Nahrung. Wer eine Myrte im Traume sieht, dem werden seine Güter glücklich gedeihen; wenn er aber keine Güter hat, so wird ihm eine Erbschaft aus anderer Stelle zufallen. U͑la sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Dies nur, wenn er sie an ihrem Stamme sieht. Wer einen Etrog im Traume sieht, der ist seinem Herrn wohlgefällig, denn es heißt:167Früchte des gefälligen Baumes, Palmzweige. Wer einen Feststrauß [Lulab] im Traume sieht, dessen Herz [lo leb] ist einzig für seinen Vater im Himmel. Wer eine Gans im Traume sieht, hoffe auf Weisheit, denn es heißt:168die Weisheit ruft auf der Straße169; wer sie beschläft, wird Schuloberhaupt. R. Aši sagte: Ich sah sie und beschlief sie, und bin zur Würde gelangt. Wer einen Hahn im Traume sieht, hoffe auf ein männliches Kind; wer Hähne, hoffe auf männliche Kinder; wer eine Henne, hoffe auf einen schönen Garten170und auf Freude. Wer Eier im Traume sieht, dessen Bitte befindet sich in der Schwebe; werden sie zerschlagen, so ist seine Bitte gewährt171worden. Dasselbe gilt auch von Nüssen, Gurken, sowie von allen Glasgefäßen und dergleichen Zerbrechlichem. Wer in eine Großstadt kommt, dem werden seine Wünsche erfüllt, denn es heißt:172er führte sie an das Ziel ihres Wunsches. Wer sein Haupt im Traume schert, für den ist dies ein gutes Zeichen; wenn Haupt und Bart, dann für ihn und für seine ganze Familie. Wer in einem kleinen Boote sitzt, über den verbreitet sich ein guter Ruf; wenn in einem großen Boote, dann über ihn und seine ganze Familie. Dies aber nur dann, wenn es in die Höhe gehoben wird. Wer im Traume die Notdurft verrichtet, für den ist dies ein gutes Zeichen, denn es heißt:173der unterdrückte174eilt, sich loszulösen. Dies aber nur dann, wenn er sich nicht abgewischt hat. Wer im Traume auf ein Dach steigt, gelangt zur Würde; wer herabsteigt, sinkt von seiner Würde herab. Abajje und Raba sagen beide: Sobald er heraufgestiegen ist, bleibt es beim Aufstiege. Wer im Traume seine Kleider zerreißt, dem zerreißt man das über ihn gefällte Urteil. Wer im Traume nackt steht, der steht, wenn in Babylonien, bar von Sünden, wenn im Jisraélland, bar von gottgefälligen Handlungen. Wer vom Vogt ergriffen wird, dem wird Schutz zuteil werden; hat man ihm Halsfesseln angelegt, so wird ihm Schutz über Schutz zuteil werden; indes nur eine Halsfessel, nicht aber gewöhnliche Stricke. Wer im Traume in einen Sumpf geht, der wird Schuloberhaupt; wer in einen Wald [geht], wird Oberhaupt beim Vortrag. R. Papa und R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, sahen einen solchen Traum; R. Papa, der in einen Sumpf ging, wurde Schuloberhaupt, R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, der in einen Wald ging, wurde Oberhaupt beim Vortrag. Wie manche sagen, gingen beide in einen Sumpf, allein R. Papa, der eine Pauke trug, wurde Schuloberhaupt, R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, der keine Pauke trug, wurde Oberhaupt beim Vortrag. R. Aši sagte: Ich ging in einen Sumpf, trug eine Pauke und schlug damit Lärm.

Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman b. Jiçḥaq: Wer sich im Traume zur Ader läßt, dem werden seine Missetaten verziehen.

Es wird ja aber gelehrt, seine Missetaten werden ihm geordnet!?

«Geordnet» heißt eben zum Verzeihen geordnet.

Ein Schüler rezitierte vor R. Šešeth: Wer eine Schlange175im Traume sieht, dem liegt sein Erwerb bereit; biß sie ihn, so wird er ihm verdoppelt; tötete er sie, so verliert er seinen Erwerb. R. Šešeth sprach zu ihm: Um so mehr, daß ihm sein Erwerb verdoppelt wird. Das ist aber nichts; R. Šešeth hatte im Traume eine Schlange gesehen und sie erschlagen.

Ein Schüler rezitierte vor R. Joḥanan: Alle Arten Getränke sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen der Wein; mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn gutbedeutend, mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn schlechtbedeutend. Mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn gutbedeutend, denn es heißt: 176der Wein erheitert das Herz des Menschen; mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn schlechtbedeutend, denn es heißt: 177gebet Berauschendes dem Untergehenden, Wein den Betrübten. Da sprach R. Joḥanan zum Schüler: Rezitiere: für einen Schriftgelehrten ist er immer gutbedeutend, denn es heißt:178kommet, esset von meinem

Blatt 57b

Brote, trinket von meinem gemischten Weine. R. Joḥanan sagte: Wenn jemand morgens aufsteht und ihm ein Schriftvers in den Mund kommt, so ist dies eine kleine Prophetie.

Die Rabbanan lehrten: Drei Könige sind es. Wer David im Traume sieht, der hoffe auf Frömmigkeit; wer Šelomo, der hoffe auf Weisheit; wer Aḥa͑b, der befürchte Strafe. Drei Propheten sind es. (Wer das Buch der Könige sieht, hoffe auf Würde.) Wer Jeḥezqel [sieht], der hoffe auf Weisheit; wer Ješa͑ja, der hoffe auf Trost; wer Jirmeja, der befürchte Strafe. Drei große Hagiographenbücher sind es. Wer das Buch der Psalmen sieht, der hoffe auf Frömmigkeit; wer [das Buch] der Sprüche, der hoffe auf Weisheit; wer [das Buch] Ijob, der befürchte Strafe. Drei kleine Hagiographenbücher sind es. Wer das Lied der Lieder sieht, der hoffe auf Frömmigkeit; wer Qoheleth, der hoffe auf Weisheit; wer die Klagelieder, der befürchte Strafe. Und wer die Esterrolle, dem geschieht ein Wunder. Drei Weise sind es. Wer Rabbi im Traume sieht, der hoffe auf Weisheit; wer R. Elea͑zar b. A͑zarja, der hoffe auf Reichtum; wer R. Jišma͑él b. Eliša͑, der befürchte Strafe. Drei Schriftgelehrt sind es. Wer Ben A͑zaj im Traume sieht, der hoffe auf Frömmigkeit; wer Ben Zoma, der hoffe auf Weisheit; wer Aḥer,179der befürchte Strafe.

Alle Arten Tiere sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen der Elefant, der Affe und die Meerkatze.

Der Meister sagte ja aber, wer einen Elefanten im Traume sieht, dem geschehe ein Wunder!?

Das ist kein Widerspruch; dies, wenn er einen Rcitkorb aufhat, jenes, wenn er keinen Reitkorb aufhat. Alle Arten Metallgeräte sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen die Hacke, das Hobeleisen und die Axt; dies jedoch nur dann, wenn man sie mit ihren Griffen sieht. Alle Arten Früchte sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen die unreifen Datteln. Alle Arten Kräuter sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen die Rübenköpfe. Rabh sagte ja aber, er sei nicht eher reich geworden, als bis er Rübenköpfe gesehen hatte!?

Die er sah, waren mit ihrem Strunke. Alle Arten Farben sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen das Blaugrün. Alle Arten Vögel sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen die Ohreule, die Nachteule und die Fledermaus.

Drei Dinge kommen in den Körper, und der Körper genießt von ihnen nichts: Kirschen, schlechte Feigen und unreife Datteln. Drei Dinge kommen nicht in den Körper, und der Körper hat von ihnen einen Genuß, und zwar: das Baden, das Salben und der Beischlaf. Drei Dinge haben etwas von der zukünftigen Welt, und zwar: der Šabbath, die Sonne und der Ausfluß180.

Welcher Ausfluß: wollte man sagen der beim Beischlaf, so magert dies ja ab!?

Vielmehr, der Ausfluß beim Bedürfnis. Drei Dinge regen das Gemüt des Menschen an, und zwar: die Melodie, die Ansicht und der Duft. Drei Dinge erheitern den Sinn des Menschen, und zwar: eine schöne Wohnung, eine schöne Frau und schöne Geräte.

Fünf Dinge sind ein Sechzigstel181, und zwar: das Feuer, der Honig, der Šabbath, der Schlaf und der Traum. Das Feuer ist ein Sechzigstel des Fegefeuers, der Honig ist ein Sechzigstel des Manna, der Šabbath ist ein Sechzigstel der zukünftigen Welt, der Schlaf ist ein Sechzigstel des Todes, der Traum ist ein Sechzigstel der Prophtie. Sechs Dinge sind ein gutes Zeichen für den Kranken, und zwar: das Niesen, der Schweiß, der Durchfall, der Samenerguß, der Schlaf und der Traum. Das Niesen, denn es heißt: 182sein Niesen strahlt Licht aus. Der Schweiß, denn es heißt:183im Schweiße deines Angesichtes wirst du Brot essen. Der Durchfall, denn es heißt: 184der Unterdrückte185eilt, sich loszulösen, er wird nicht hinsterben zur Grube. Der Samenerguß, denn es heißt:186er wird Samen sehen und lange leben. Der Schlaf, denn es heißt:187schliefe ich, so hätte ich Ruhe. Der Traum, denn es heißt:188du läßt mich träumen und läßt mich leben. Sechs Dinge heilen den Kranken von seiner Krankheit, und seine Heilung ist eine wirkliche Heilung, und zwar: Kohl, Mangold, getrockneter Sisinsaft, Magen, Gebärmutter und Leberanhängsel. Manche sagen: Auch kleine Fische; und nicht nur das, kleine Fische lassen auch gedeihen und kräftigen den ganzen Körper des Menschen. Zehn Dinge bringen den Kranken zum Rückfall in seine Krankheit, und seine Krankheit wird noch schwerer, und zwar: (wenn man ißt:) Ochsenfleisch, fettes Fleisch, gebratenes Fleisch, Geflügelfleisch, gebackenes Ei, Haarschneiden, Kresse, Milch, Käse, Baden. Manche sagen, auch Nüsse; manche sagen, auch Gurken. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Sie heißen deshalb Qišuím [Gurken], weil sie für den Körper schädlich [qašim] sind, wie Schwerter.

Dem ist ja aber nicht so, es heißt ja:189und Gott sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und man lese nicht Gojim [Völker], sondern Gejim190[Große]. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Das sind Antoninus und Rabbi, an deren Tafel Rettich, Lattich und Gurken nie gefehlt haben, weder im Sommer noch in der Regenzeit!?

Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von großen, das andere von kleinen.

Die Rabbanan lehrten: Ein Toter im Hause bedeutet Frieden im Hause; hat er im Hause gegessen und getrunken, so ist dies ein gutes Zeichen für das Haus; nahm er Geräte vom Hause fort, so ist dies ein schlechtes Zeichen für das Haus. R. Papa bezog dies auf Schuhe und Sandalen. Alles, was der Tote fortnimmt, ist gutbedeutend, ausgenommen Schuhe und Sandalen; alles, was der Tote gibt, ist gutbedeutend, ausgenommen Erde und Senf.

EINEN ORT, AN DEM GÖTZENDIENST AUSGEROTTET WURDE. Die Rabbanan lehrten: Wer einen Ort sieht, an dem Götzendienst ausgerottet wurde, spreche: »Gepriesen sei er, der den Götzendienst aus unserem Lande ausgerottet hat; und wie er aus diesem Orte ausgerottet wurde, so möge er auch aus allen Orten Jisraéls ausgerottet werden; und lasse das Herz seiner Diener sich deinem Dienste zuwenden«. Außerhalb des Landes braucht er nicht zu sagen: »Und lasse das Herz seiner Diener sich deinem Dienste zuwenden«, weil hier die Mehrheit aus Nichtjuden besteht; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch außerhalb des Landes sage er dies, weil sie sich dereinst bekehren werden, wie es heißt:191dann werde ich den Völkern eine deutliche Sprache zuwenden.

R. Hamnuna trug vor: Wer das ruchlose Babel sieht, muß fünf Segenssprüche sprechen. Sieht er Babel, so spreche er: »Gepriesen sei er, der das ruchlose Babel zerstört hat«. Sieht er das Haus Nebukhadneçars, so spreche er: »Gepriesen sei er, der das Haus des ruchlosen Nebukhadneçar zerstört hat«. Sieht er die Löwengrube192oder den Schmelzofen, so spreche er: »Gepriesen sei er, der unseren Vätern an diesem Orte Wunder getan hat«. Sieht er eine Merkurstatue, so spreche er: »Gepriesen sei er, der denen, die seinen Willen übertreten, Langmut gewährt«. Sieht er einen Ort, wo Schutt abgefahren wird, so spreche er: »Gepriesen sei er, der da spricht und tut, befiehlt und vollzieht«.

Wenn Raba Esel Erde abtragen sah, klopfte er ihnen mit der Hand auf den Rücken und sprach: Laufet, ihr Gerechten, den Willen eueres Herrn zu tun. Wenn Mar, der Sohn Rabinas, nach Babylonien kam, pflegte er Erde in sein Gewand zu nehmen, und sie dann fortzuwerfen, damit erfüllt werde, was gesagt wurde:193ich fege es fort mit einem Besen der Vertilgung. R. Aši sagte: Ich habe das des R. Hamnuna nicht gehört, habe aber von selbst all diese Segenssprüche gesprochen. R. Jirmeja b.

Blatt 58a

Elea͑zar sagte: Als Babel verflucht wurde, wurden auch seine Nachbarn verflucht; als Šomron verflucht wurde, wurden seine Nachbarn gesegnet. Als Babel verflucht wurde, wurden auch seine Nachbarn verflucht, denn es heißt: 194ich mache sie zum Besitztum des Stachelschweines und zu wässerigen Sümpfen. Als Šomron verflucht wurde, wurden seine Nachbarn gesegnet, denn es heißt: 195ich mache Šomron zu Trümmerhaufen des Feldes und zu Weinbergpflanzungen &c.

Ferner sagte R. Hamnuna: Wer Scharen von Jisraéliten sieht, spreche: »Gepriesen sei der Allweise der Geheimnisse«; wer Scharen von den Völkern der Welt sieht, spreche: 196»Beschämt ist euere Mutter, zu Schanden, die euch geboren hat«.

Die Rabbanan lehrten: Wer Scharen von Jisraéliten sieht, spreche: »Gepriesen sei der Allweise der Geheimnisse«; denn das Wesen des einen gleicht nicht dem des anderen, und das Gesicht des einen gleicht nicht dem des anderen. Ben Zoma sah eine Schar auf der Höhe des Tempelberges, da sprach er: »Gepriesen sei der Allweise der Geheimnisse« und »Gepriesen sei er, der sie alle erschaffen hat, um mich zu bedienen«.

Dieser pflegte zu sagen: Wie viel Mühe hatte Adam der Urmensch bis er Brot zum Essen erhielt. Er pflügte, säete, mähete, band Garben, drosch, worfelte, siebte, mahlte, beutelte, knetete und buk, dann erst aß er; ich aber stehe morgens auf und finde all dies vor mir zubereitet. Und wie viel Mühe hatte Adam der Urmensch bis er ein Kleid zum Anziehen erhielt. Er schor, wusch, hechelte, spann und webte, dann erst erhielt er ein Kleid zum Anziehen; ich aber stehe morgens auf und finde all dies vor mir zubereitet.197Alle Völker bestreben sich und kommen zur Tür meines Hauses, und wenn ich morgens aufstehe, finde ich diese alle vor mir.

Dieser pflegte zu sagen: Was spricht ein guter Gast? Wie viel Mühe gab sich der Hausherr meinetwegen; wie viel Fleisch setzte er mir vor, wie viel Wein setzte er mir vor, wie viele Semmeln setzte er mir vor, und alle Mühe, die er sich gab, geschah nur meinetwegen. Was spricht aber ein schlechter Gast? Welche Mühe gab sich der Hausherr meinetwegen? Ein Brot aß ich, ein Stück [Fleisch] aß ich, einen Becher trank ich; und alle Mühe, die sich dieser Hausherr gab, geschah nur seiner Frau und seiner Kinder wegen. Vom guten Gaste spricht er:198Denke, daß du seine Tat lobest, soweit Menschen schauen. Vom schlechten Gaste heißt es:199Darum fürchten ihn die Menschen &c.

200Und der Mann war in den Tagen Šaúls alt, er kam mit Menschen. Raba sagte, manche sagen, R. Zebid, manche sagen, R. Oša͑ja: das ist Jišaj, der Vater Davids, der mit einer Schar auszog, mit einer Schar einging und vor einer Schar vortrug. U͑la sagte: Es ist uns erhalten, daß es in Babylonien keine Schar gibt. Es wird gelehrt: Eine Schar hat nicht weniger als sechzig Myriaden.

Die Rabbanan lehrten: Wer Weise von Jisraél sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der von seiner Weisheit denen, die ihn fürchten, mitgeteilt hat«. Wer Weise von den weltlichen Völkern [sieht], spreche: »Gepriesen sei er, der von seiner Weisheit an [Menschen aus] Fleisch und Blut gegeben hat«. Wer Könige von Jisraél sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der von seiner Herrlichkeit denen, die ihn fürchten, mitgeteilt hat«. Wer Könige von den weltlichen Völkern [sieht], spreche: »Gepriesen sei er, der von seiner Herrlichkeit an [Menschen aus] Fleisch und Blut gegeben hat«. R. Joḥanan sagte: Der Mensch bemühe sich stets, Königen von Jisraél entgegenzueilen. Aber nicht nur Königen von Jisraél, sondern auch Königen der weltlichen Völker, denn wenn es ihm beschieden ist, wird er unterscheiden können zwischen den Königen von Jisraél und den Königen der weltlichen Völker.

R. Šešeth war blind, und als alle Welt den König empfangen ging, machte sich auch R. Šešeth auf und ging mit. Da traf ihn ein Minäer und sprach zu ihm: Die Krüge zum Flusse, aber wohin Scherben!? Jener erwiderte ihm: Komm und siehe, daß ich besser weiß als du. Als die erste Schar vorüberzog und Gedröhn machte, sprach der Minäer: Der König kommt. Da erwiderte R. Šešeth: Er kommt noch nicht. Als die zweite Schar vorüberzog und Gedröhn machte, sprach der Minäer: Nun kommt der König. Da erwiderte R. Šešeth: Der König kommt noch nicht. Als die dritte Schar vorüberzog und es still war, sprach R. Šešeth: Jetzt kommt der König bestimmt. Der Minäer fragte ihn: Woher weißt du dies? Jener erwiderte: Die Königschaft auf Erden gleicht der Königschaft im Himmel. Es heißt nämlich: 201geh hinaus und tritt an den Berg vor den Herrn, und siehe, der Herr zieht vorüber, und ein großer und mächtiger Wind, Berge zerreißend und Felsen zertrümmernd, kommt vor dem Herrn, aber nicht im Winde kommt der Herr; und nach dem Winde ein Getöse, aber nicht im Getöse kommt der Herr; und nach dem Getöse ein Feuer, aber nicht im Feuer kommt der Herr; und nach dem Feuer ein stilles sanftes Säuseln. Als der König herankam, begann R. Šešeth und sprach über ihn den Segen. Da sprach der Minäer zu ihm: Du sprichst ja den Segen über einen, den du nicht siehstI–Was geschah mit jenem Minäer?

Manche sagen, seine Genossen stachen ihm die Augen aus; manche sagen, R. Šešeth richtete auf ihn sein Auge, und er ward ein Knochen häuf en.

R. Šila geißelte einen Mann, der eine Nichtjüdin beschlafen hatte; da ging dieser Mann und verleumdete ihn beim König, indem er sprach: Es gibt unter den Juden einen Mann, der ohne Genehmigung des Königs richtet. Da schickte er nach ihm einen Beamten, und als er kam, sprachen sie zu ihm: Warum hast du diesen gegeißelt? Er erwiderte: Er hat eine Eselin beschlafen. Jene sprachen: Hast du Zeugen? Er erwiderte: Ja. Da kam Elijahu, der ihnen wie ein Mensch erschien, und bezeugte dies. Jene sprachen: Wenn dem so ist, so verdient er ja den Tod. Er erwiderte: Seitdem wir aus dem Lande vertrieben wurden, haben wir keine Freiheit, zu töten; ihr aber, tut mit ihm, was ihr wollt. Während sie das Urteil erwogen, begann R. Šila und sprach:202 Dein, o Herr, ist die Größe und die Macht &c. Jene fragten ihn: Was sprichst du da? Er erwiderte: Folgendes sprach ich: Gepriesen sei der Allbarmherzige, der die Regierung auf Erden eingerichtet hat, wie die Regierung im Himmel, und euch Macht und Gerechtigkeitsliebe verliehen hat. Hierauf sprachen sie: Er schätzt ja so sehr die Majestät der Regierung. Da übergaben sie ihm einen Stab und sprachen zu ihm: Sprich Recht. Nachdem er fortgegangen war, sprach ein Mann zu ihm: Der Allbarmherzige läßt also den Lügnern Wunder geschehen! Er erwiderte: Ruchloser, werden sie denn nicht Esel genannt!? Es heißt ja:203deren Fleisch dem Fleische der Esel gleicht. Als er ihn hinausgehen sah, um ihnen zu erzählen, daß er sie Esel genannt habe, sprach er: Dieser ist ja ein Verfolger, und die Tora sagt: Will jemand dich töten, so komm ihm zuvor und töte ihn. Da schlug er ihn mit dem Stabe und tötete ihn. Nun sprach er: Da mir durch jenen Vers ein Wunder geschah, so will ich ihn auslegen. Dein, o Herr, ist die Größe, das ist das Schöpfungswerk, wie es heißt:204er tut Großes, das nicht zu erforschen ist. Und die Macht, das ist der Auszug aus Miçrajim, wie es heißt: 205und Jisraél sah die mächtige Hand &c. Und die Herrlichkeit, das sind Sonne und Mond, die für Jehošua͑ stehen geblieben sind, wie es heißt: 206und die Sonne stand still und der Mond blieb stehen &c. Und der Sieg, das ist der Fall Roms, wie es heißt:207er spritzte ihren Sieg auf mein Gewand &c. Und die Schönheit, das ist der Krieg an den Bächen von Arnon, wie es heißt: 208daher heißt es in dem Buche von den Kämpfen des Herrn: Gegeben in Supha &c. Denn alles im Himmel und auf Erden, das ist der Krieg mit Sisra, wie es heißt: 209vom Himmel herab stritten sie, die Sterne aus ihren Bahnen &c. Dein, o Herr, ist das Reich, das ist der Krieg mit A͑maleq, wie es heißt: 210denn die Hand am Throne Gottes &c. Der Erhabene, das ist der Krieg von Gog und Magog, wie es heißt:211siehe, ich wende mich zu dir Gog, Fürst von Roš, Mešekh und Tubal. Das Haupt über alles. Hierüber sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen R. Joḥanans: Selbst ein Zisternenaufseher wird vom Himmel eingesetzt. In einer Barajtha wird im Namen R. A͑qibas gelehrt: Dein, o Herr, ist die Größe, das ist die Spaltung des Schilfmeeres; und die Macht, das ist die Plage der Erstgeborenen; und die Herrlichkeit, das ist die Gesetzgebung; und der Sieg, das ist Jerušalem; und die Schönheit, das ist das Heiligtum.

Blatt 58b

Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand Häuser von Jisraéliten sieht, so spreche er, falls sie bewohnt sind: »Gepriesen sei, der die Grenze der Witwe aufrichtet«, und falls sie zerstört sind, »Gepriesen sei der Richter der Wahrheit«. Wenn Häuser der weltlichen Völker, so spreche er, falls sie bewohnt sind:212Das Haus der Stolzen wird der Herr niederreißen. Sind sie zerstört, so spreche er:213Ein Gott der Rache ist der Herr, als Gott der Rache erschien er.

U͑la und R. Ḥisda gingen auf dem Wege. Als sie zur Tür des Hauses des R. Ḥana b. Ḥanila j herankamen, brach R. Ḥisda zusammen und seufzte. Da sprach U͑la zu ihm: Warum seufzest du, der Seufzer zerbricht ja, wie Rabh sagte, einen halben Körper des Menschen, denn es heißt: 214und du Menschenkind, seufze, mit Brechen der Lenden &c., und wie R. Joḥanan sagte, den ganzen Körper des Menschen, denn es heißt:215und wenn sie dich fragen, warum du seufzest, so antworte: Wegen des Gerüchtes, [das eingetroffen ist], und schmelzen wird jedes Herz &c. (bis: hin ist jeder Mut. &c.)!? Dieser erwiderte: Wie sollte ich nicht seufzen! Ein Haus, in dem sich sechzig Bäcker bei Tage und sechzig Bäcker bei Nacht befanden, die für jeden, der es nötig hatte, zu backen pflegten; in dem [der Besitzer] die Hand nicht aus dem Beutel zu nehmen pflegte, da er dachte, vielleicht kommt ein Armer aus guter Herkunft, der sich schämt zu warten, bis ich zum Beutel greife; in dem ferner vier Türen nach den vier Windrichtungen der Welt geöffnet waren, und wer hungrig hineinging, kam gesättigt heraus; aus dem man ferner in den Jahren der Dürre Weizen und Gerste draußen hinausschüttete, und wer sich am Tage zu nehmen schämte, bei Nacht kam und nahm

jetzt ist es in Trümmer verfallen, und ich sollte nicht seufzen!? Da sprach jener: Folgendes sagte R. Joḥanan: Seit dem Tage, da das Heiligtum zerstört worden ist, ist über die Häuser der Gerechten ein Beschluß gefaßt worden, daß sie zerstört werden sollen, wie es heißt: 216vor meinen Ohren [sprach] der Herr der Heerscharen: Ob nicht viele Häuser zur Öde werden, große und gute, ohne Bewohner. R. Joḥanan sagte aber auch, daß der Heilige, gepriesen sei er, sie dereinst wieder bewohnt machen werde, denn es heißt: 217Stufenlied Davids: Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Berg Çijon; wie der Heilige, gepriesen sei er, dereinst den Berg Çijon wieder bewohnt machen wird, so wird der Heilige, gepriesen sei er, dereinst auch die Häuser der Gerechten wieder bewohnt machen. Als er aber bemerkte, daß dieser sich nicht beruhigte, sprach er: Es genügt, wenn es dem Knechte [so ergeht], wie seinem Herrn.

Die Rabbanan lehrten: Wer Gräber von Jisraéliten sieht, spreche: »Gepriesen sei, der euch nach Recht erschaffen, euch nach Recht ernährt, euch nach Recht versorgt und euch nach Recht versammelt hat; er wird euch auch dereinst nach Recht auferstehen lassen«. Mar, der Sohn Rabinas, beendigte noch im Namen R. Naḥmans: »Er kennt die Zahl von euch allen, und er wird euch dereinst beleben und auferstehen lassen. Gepriesen sei er, der die Toten belebt«. Wer Gräber der weltlichen Völker [sieht], spreche:218Beschämt ist euere Mutter, zu Schanden, die euch geboren hat &c.

R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seinen Genossen nach dreißig Tagen sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der uns leben, bestehen und an diese Zeit heranreichen ließ«. Nach zwölf Monaten, spreche er: »Gepriesen sei er, der die Toten belebt«. Rabh sagte: Der Tote wird vor zwölf Monaten nicht (aus dem Herzen) vergessen, denn es heißt: 219ich wurde wie ein Toter aus dem Herzen vergessen, ich bin gleich einem verlorenen Geräte220.

R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, gingen auf dem Wege und begegneten R. Ḥanina, Sohn R. Iqas. Da sprachen sie zu ihm: Als wir dich erblickten, sprachen wir über dich zwei Segenssprüche: »Gepriesen sei er, der von seiner Weisheit denen, die ihn fürchten, mitgeteilt hat«, und »Der uns leben ließ«. Hierauf sprach er zu ihnen: Als ich euch erblickte, betrachtete ich euch wie sechzig Myriaden Jisraéliten und sprach über euch drei Segenssprüche: jene zwei und »Gepriesen sei der Allweise der Geheimnisse«. Da sprachen sie zu ihm: Du bist ja so sehr weise! Sie richteten auf ihn ihre Augen, und er starb.

R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer einen mit Flechten Behafteten sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der die Geschöpfe verändert«. Man wandte ein: Wer einen Neger, einen Roten, einen blendend Weißen, einen sehr Schlanken, einen Zwerg oder einen Rosenroten sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der die Geschöpfe verändert«. [Sieht jemand] einen Verstümmelten, einen Blinden, einen Breitköpfigen, einen Lahmen, einen Aussätzigen oder einen mit Flechten Behafteten, so spreche er: »Gepriesen sei der Richter der Wahrheit«.

Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er sie vom Mutterleibe an hat, das andere, wenn er sie nach seiner Geburt bekam. Dies ist auch ersichtlich, denn er lehrt [von diesem] im Zusammenhang mit dem Verstümmelten.

Die Rabbanan lehrten: Wer einen Elefanten, einen Affen oder eine Meerkatze sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der die Geschöpfe verändert«. Wer schöne Geschöpfe oder schöne Bäume sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der in seiner Welt solches hat«.

ÜBER KOMETEN. Was sind Kometen? Šemuél erklärte: Der Schwanzstern. Ferner sagte Šemuél: Die Bahnen des Himmels sind mir ebenso bekannt, wie die Straßen Nehardea͑s, mit Ausnahme des Schwanzsternes, von dem ich nicht weiß, was er ist. Es ist mir indeß überliefert, daß er am Orion nicht vorüberzieht, denn wenn er am Orion vorüberziehen würde, so würde die Welt zerstört werden.

Wir sehen ihn ja vorüberziehen!?

Nur sein Schein zieht vorüber, und es scheint so, als ziehe er vorüber. R. Hona, der Sohn R. Jehošua͑s, erwiderte: Er reißt den Vorhang221durch, rollt ihn fort, und das Licht des Himmels222wird sichtbar. R. Aši erwiderte: Es ist ein Stern, der sich aus der einen Seite des Orion herausreißt; sein Gefährte auf der entgegengesetzten Seite sieht ihn und erschrickt, und es erscheint, als ginge er [am Orion] vorüber.

Šemuél wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:223er schuf A͑š, Orion und Kima, dagegen heißt es:224er schuf Kima und Orion; wie ist dies225zu erklären? Wenn nicht die Wärme des Orion, könnte die Welt nicht vor der Kälte des Kima bestehen, und wenn nicht die Kälte deis Kima, könnte die Welt nicht vor der Wärme des Orion226bestehen. Es ist uns überliefert, daß wenn der Stachel des Skorpions227nicht im Feuerstrom läge, der, den ein Skorpion biß, nicht am Leben bleiben würde. Das ist es, was der Allbarmherzige zu ljob sprach: 228Könntest du die Bande des Kima knüpfen, würdest du die Fessel des Orion lösen?

Was ist Kima? Šemuél erwiderte: Wie hundert [kemeá] Sterne. Manche sagen, wenn sie beisammen sind, und manche sagen, wenn sie getrennt sind.

Was ist A͑š? R. Jehuda erwiderte: Juta.

Was ist Juta?

Manche sagen, der Schwanz des Widders, und manche sagen, der Kopf des Stieres. Wahrscheinlicher ist die Ansicht derjenigen, welche sagen, der Schwanz des Widders, denn es heißt: 229und kannst du den A͑jiš über seine Kinder leiten; demnach fehlt ihm etwas, und es sieht aus, wie ein

Blatt 59a

nachschleifendes Anhängsel. Er geht230ihm deshalb nach, weil er zu ihm spricht: Gib mir meine Kinder. Als nämlich der Heilige, gepriesen sei er, die Sintflut über die Welt bringen wollte, nahm er zwei Sterne aus dem Kima fort und brachte hierdurch die Sintflut über die Welt; und als er sie wieder absperren wollte, nahm er zwei Sterne aus dem A͑jiš und sperrte sie ab.

Sollte er jene zurückbringen!?

Die Grube wird von ihrem eigenen Schutt nicht voll. Oder auch, der Ankläger kann nicht Verteidiger werden.

Sollte er jenem zwei neue Sterne erschaffen!?

231Nichts Neues gibt es unter der Sonne. R. Naḥman sagte: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, sie ihm wiedergeben, denn es heißt:232A͑jiš wird sich über seine Kinder trösten.

BEBEN. Was heißt Beben? R. Qaṭṭina erwiderte: Eine Erderschütterung. R. Qaṭṭina befand sich einst unterwegs, und als er an die Tür des Hauses eines Totenbeschwörers herankam und eine Erderschütterung entstand, sprach er: Weiß der Totenbeschwörer, was diese Erderschütterung ist? Da rief ihm dieser zu: Qaṭṭina, Qaṭṭina, weshalb sollte ich dies nicht wissen!? Zur Zeit, da der Heilige, gepriesen sei er, seiner Kinder gedenkt, die im Elend unter den weltlichen Völkern weilen, läßt er zwei Tränen in das große Meer fallen, und der Schall wird von einem Ende der Welt bis zum anderen Ende der Welt gehört; das ist eine Erderschütterung. Da sprach R. Qaṭṭina: Der Totenbeschwörer ist ein Lügner und seine Worte sind lügenhaft; wenn dem so wäre, so sollte ja der Erschütterung eine [zweite] Erschütterung233folgen. Dies ist aber nichts; tatsächlich folgt auch der Erschütterung eine [zweite] Erschütterung, er stimmte ihm aber deshalb nicht zu, damit sich nicht alle Welt von ihm verleiten lasse. R. Qaṭṭina selbst erklärte: [Gott] schlägt seine Hände zusammen, wie es heißt:234auch ich werde Hand an Hand schlagen, und meinen Grimm stillen. R. Nathan erklärte: Er stößt einen Seufzer aus, wie es heißt:235ich habe an ihnen meinen Grimm gestillt und mich beruhigt. Die Rabbanan erklärten: Er stampft gegen den Himmel, wie es heißt: 236einen Jubelruf, gleich dem der Weintreter, wird er allen Bewohnern der Erde zurufen. R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Er stößt seine Füße unter den Thron der Herrlichkeit, wie es heißt:237so spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße.

DONNER. Was ist ein Donner? Šemuél erwiderte: Die Wolken am Himmelskreise, wie es heißt:238bei der Stimme deines Donners im Kreise erhellten Blitze das Weltall, die Erde zitterte und bebte. Die Rabbanan erklärten: Es sind Wolken, die aufeinander Wasser gießen, wie es heißt: 239bei dem Geräusche, wenn er das Wasser im Himmel rauschen läßt. R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: ein starker Blitz, der in den Wolken leuchtet und die Hagelklumpen zerschlägt. R. Aši erklärte: Die Wolken erbeben, und ein Wind kommt und bläst gegen ihre Öffnungen, wie wenn ein Wind gegen die Öffnung eines Fasses bläst. Am wahrscheinlichsten ist [ die Erklärung ] des R. Aḥa b. Ja͑qob, denn zuerst leuchtet der Blitz, dann dröhnen die Wolken, dann kommt der Regen.

ORKANE. Was sind Orkane? Abajje erklärte: Heftige Stürme. Ferner sagte Abajje: Es ist uns überliefert, daß nachts keine heftigen Stürme vorkommen.

Wir sehen ja aber, daß sie vorkommen!?

Sie haben schon tags begonnen. Ferner sagte Abajje: Es ist uns überliefert, daß ein heftiger Sturm keine zwei Stunden anhält, um zu bestätigen, was gesagt wird:240nicht in Zweien besteht das Leid.

Wir sehen ja aber, daß er anhält!?

Er läßt zwischendurch nach.

UND BLITZE SPRECHE MAN: »GEPRIESEN SEI ER, DESSEN KRAFT UND DESSEN MACHT DIE WELT VOLL IST«. Was sind Blitze? Raba sagte: Ein Glänzen. Ferner sagte Raba: Der einzelne Blitz, der weiße Blitz, der gelbe Blitz, Wolken, die in der westlichen Ecke aufsteigen und aus der südlichen Ecke kommen, und zwei Wolken, die gegeneinander aufsteigen, diese alle sind schadenbringend.

In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung?

Daß man dieserhalb um Erbarmen flehe. Dies aber nur nachts, tags dagegen haben sie keine Bedeutung.

R. Šemuél b. Jiçḥaq sagte: Die Wolken am Morgen haben keine Bedeutung, wie es heißt:241und euere Liebe ist wie eine Wolke am Morgen &c. R. Papa sprach zu Abajje: Die Leute sagen ja aber: Wenn du beim Öffnen der Tür Regen siehst, Eseltreiber, breite deinen Sack aus und schlafe242!?

Das ist kein Einwand; dies, wenn [der Himmel] mit einer dicken Wolke überzogen ist, jenes, wenn er mit einer durchsichtigen Wolke überzogen ist.

R. Alexandri sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Donner sind nur dazu geschaffen worden, um die Verstocktheit des Herzens zu entfernen, wie es heißt:243 dies tat Gott, damit man vor ihm fürchte. Ferner sagte R. Alexandri im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wer den Regenbogen in der Wolke sieht, muß auf sein Gesicht niederfallen, denn es heißt:244wie die Erscheinung des Regenbogens, der in der Wolke &c., ich sah und fiel auf mein Gesicht. Im Westen fluchten sie darüber, weil es den Anschein hat, als bücke man sich vor dem Regenbogen. Einen Segensspruch aber muß man entschieden sprechen.

Was für einen spreche man?

»Gepriesen sei er, der des Bündnisses gedenkt«. In einer Barajtha wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: »Der seinem Bündnisse treu und bei seinem Worte beharrend ist«. R. Papa sagte: Man spreche daher beides: »Gepriesen sei er, der des Bündnisses gedenkt und seinem Bündnisse treu und bei seinem Worte beharrend ist«.

ÜBER BERGE, HÜGEL. Gehören denn all jene Dinge, die bisher genannt worden sind, nicht zum Schöpfungswerke, es heißt ja:245Blitze zum Regen hat er erschaffen!? Abajje erwiderte: Verbinde sie und lehre demgemäß. Raba erwiderte: Über jene spreche man zwei Segenssprüche: »Gepriesen sei er, dessen Kraft die Welt voll ist« und »Der das Schöpfungswerk vollbracht hat«, über diesen nur »Der das Schöpfungswerk vollbracht hat«, nicht aber »Dessen Kraft die Welt voll ist«.

R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer den Himmel in seiner Klarheit sieht, spreche: »Der das Schöpfungswerk vollbracht hat«. Abajje sagte: Dies, wenn es die ganze Nacht geregnet und morgens der Nordwind gekommen ist und den Himmel sichtbar gemacht hat. Er streitet gegen Raphram b. Papa im Namen R. Ḥisdas, denn Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas: Seit dem Tage, da das Heiligtum zerstört wurde, erschien der Himmel nicht in seiner Klarheit, denn es heißt: 246ich kleide den Himmel in Finsternis, einen Sack mache ich zu seinem Gewände.

Blatt 59b

Die Rabbanan lehrten: Wer die Sonne in ihrer Wende, den Mond in seiner Stärke, die Sterne in ihren Bahnen und die Sternbilder in ihrer Ordnung sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der das Schöpfungswerk vollbracht hat«. Wann geschieht dies? Abajje erwiderte: Alle achtundzwanzig Jahre, wenn der Zyklus wiederkehrt und die Jahreszeitwende des Nisan247in den Saturn fällt, in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch.

R. JEHUDA SAGT, WER DAS GROSSE MEER SIEHT &C. In welchen Zwischenräumen heißt es »zeitweise«? Rami b. Abba sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Bis zu dreißig Tagen.

Ferner sagte Rami b. Abba im Namen R. Jiçḥaqs: Wer den Euphrat an der Brücke von Babylonien sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der das Schöpfungswerk vollbracht hat«. Jetzt aber, wo die Perser ihn geändert haben, [spreche man, wenn man ihn sieht,] von Be Sapor aufwärts. R. Joseph sagte: Von Ihi Daqira aufwärts.

Ferner sagte Rami b. Abba: Wer den Tigris bis zur Brücke von Šebistana sieht, spreche: »Gepriesen sei er, der das Schöpfungswerk vollbracht hat«.

Was bedeutet Ḥiddeqel248? R. Aši erwiderte: Dessen Wasser reißend [ḥad] und leicht [qal] ist. Was bedeutet Perath249?

Dessen Wasser anwachsend [parim] und sich vermehrend ist. Auch sagte Raba: Daß die Einwohner von Maḥoza scharfsinnig sind, kommt daher, weil sie das Wasser des Tigris trinken; daß sie hochrot sind, kommt daher, weil sie am Tage den Beischlaf ausüben; und daß sie mit den Augen zwinkern, geschieht daher, weil sie in finsteren Häusern wohnen.

ÜBER DEN REGEN &C. Spricht man denn über den Regen »Der Gute und Gütige«, folgendes sagte ja R. Abahti, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Den Segen über den Regen spreche man erst dann, wenn der Bräutigam der Braut250entgegenkommt. Was spreche man? R. Jehuda sagte: »Wir danken dir für jeden Tropfen, den du uns herabfallen ließest«. R. Joḥanan beendigte wie folgt: »Wäre unser Mund voll des Gesanges, wie das Meer, und unsere Zunge voll des Jubels, wie das Brausen seiner Wogen, und unsere Lippen voll des Lobes, wie die Weite des Himmels &c., es würde uns nicht hinreichen, dir zu danken, o Herr, unser Gott«251bis »bückt sich vor dir. Gepriesen seiest du, o Herr, dem die meisten Danksagungen gebühren«.

Die meisten Danksagungen und nicht alle Danksagungen!? Raba erwiderte: Sage also: »Der Gott der Danksagungen«. R. Papa sagte: Darum sage man beides: »Dem die meisten Danksagungen gebühren« und »Gott der Danksagungen«. Dies ist ja ein Widerspruch!?

Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn man es252 hört, das andere, wenn man ihn sieht.

Wenn er aber hört, so ist es ja eine gute Nachricht, und wir haben bereits gelernt, daß man über gute Nachrichten »Gepriesen sei der Gute und Gütige« spreche!?

Vielmehr, das eine wie das andere, wenn man ihn sieht, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn es wenig regnet, das andere, wenn es stark regnet. Wenn du aber willst, sage ich: das eine und das andere, wenn es stark regnet, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn man Land besitzt, das andere, wenn man kein Land besitzt.

Aber spricht man denn, wenn man Land besitzt, »Der Gute und Gütige«, wir haben ja gelernt, daß, wer ein neues Haus gebaut oder neue Sachen gekauft hat, »Gepriesen sei er, der uns leben, bestehen und an diese Zeit heranreichen ließ« spreche, und daß man über das, was ihm und anderen gehört, »Der Gute und Gütige« spreche!?

Das ist kein Widerspruch; dieser253hat Mitbeteiligte, jener hat keine Mitbeteiligte. Es wrd auch gelehrt: Kurz gefaßt: Über das, wovon man allein genießt, spreche man: »Gepriesen sei er, der uns leben und bestehen ließ«, und über das, wovon man selber und auch sein Nächster genießt, spreche man: »Gepriesen sei der Gute und Gütige«.

Aber spricht man denn, wenn kein anderer mit ihm genießt, nicht »Der Gute und Gütige«, es wird ja gelehrt, daß, wenn man ihm mitteilt, seine Frau habe einen Knaben geboren, er »Gepriesen sei der Gute und Gütige« spreche!?

Da kommt ebenfalls noch seine Frau hinzu, die sich einen Knaben wünscht.

Komm und höre: Wenn einem sein Vater stirbt und er ihn beerbt, so spreche er zuerst: »Gepriesen sei der Richter der Wahrheit«, nachher spreche er: »Gepriesen sei der Gute und Gütige«!?

Da sind ebenfalls Brüder vorhanden, die mit ihm erben.

Komm und höre: Wegen der Änderung des Weines254braucht man nicht nochmals den Segen zu sprechen, wegen der Änderung des Platzes255spreche man wohl den Segen nochmals. Hierzu sagte R. Joseph b. Abba im Namen R. Joḥanans: Obgleich sie gesagt haben, daß man wegen der Änderung des Weines den Segen nicht nochmals zu sprechen brauche, so spreche man dennoch: »Gepriesen sei der Gute und Gütige«!? Da sind ebenfalls Tischgenossen vorhanden, die mit ihm trinken.

WER EIN NEUES HAUS GEBAUT ODER NEUE SACHEN GEKAUFT HAT &C. R. Hona sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er solche nicht hatte, wenn er aber solche hatte, braucht er den Segen nicht zu sprechen. R. Joḥanan aber sagt, auch wenn er solche hatte, müsse er256den Segen sprechen. Demnach stimmen alle überein, daß, wenn er bereits einmal

Blatt 60a

gekauft hat und wiederum kauft, er den Segen nicht zu sprechen brauche. Manche sagen: R. Hona sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er nicht bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, wenn er aber bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, braucht er den Segen nicht zu sprechen. R. Joḥanan aber sagt, auch wenn er bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, müsse er den Segen sprechen. Demnach stimmen alle überein, daß, wenn er solche hat und auch kauft, er den Segen sprechen müsse. Man wandte ein: Wer ein neues Haus baut und ein solches nicht hatte, wer neue Sachen kauft und solche nicht hatte, spreche den Segen; hatte er solche, so braucht er den Segen nicht zu sprechen

so R. Meír; R. Jehuda sagt, ob so oder so, müsse er den Segen sprechen. Allerdings ist nach der ersten Lesart R. Hona der Ansicht R. Meírs und R. Joḥanan der R. Jehudas, nach der anderen Lesart aber kann zwar R. Hona der Ansicht R. Jehudas sein, wessen Ansicht ist aber R. Joḥanan: weder der R. Meírs noch der R. Jehudas!?

R. Joḥanan kann dir erwidern: Tatsächlich muß er nach R. Jehuda den Segen sprechen, auch wenn er bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, nur streiten sie deshalb über den Fall, wenn er es hatte und jetzt kauft, um dir die Ansicht R. Meírs hervorzuheben, daß er den Segen nicht zu sprechen brauche, auch wenn er es hatte und jetzt kauft, und um so weniger braucht er den Segen zu sprechen, wenn er bereits einmal gekauft hat und jetzt wiederum kauft.

Sollten sie über den Fall streiten, wenn er es bereits einmal gekauft hat und jetzt wiederum kauft, wo man den Segen nicht zu sprechen braucht, um dir die Ansicht R. Jehudas hervorzuheben257!?

Die erleichternde Ansicht ist ihm bevorzugter.

MAN PREISE FÜR DAS SCHLECHTE &C. Wie kann dies der Fall sein?

Wenn beispielsweise sein Feld überschwemmt worden ist; obgleich dies eigentlich zu seinem Vorteil ist, da das Feld dadurch Schlamm erhält und besser wird, so ist dies vorläufig dennoch Schlimmes.

UND ÜBER DAS GUTE &C. Wie kann dies der Fall sein?

Wenn er beispielsweise etwas gefunden hat; obgleich dies für ihn schlimm [werden kann], denn wenn die Regierung dies erfährt, so nimmt man es ihm ab, so ist dies vorläufig dennoch Gutes.

WENN SEINE FRAU SCHWANGER IST UND ER SPRICHT: MÖGE ES [GOTT] WOHLGEFÄLLIG SEIN, DASS &C. GEBÄRE, SO IST DIES EIN VERGEBLICHES GEBET. Demnach hilft das Beten nicht. R. Joseph wandte ein: 258und nachher gebar sie eine Tochter und nannte sie Dina. Was heißt »nachher«? Rabh erklärte: Nachdem Leá selber das Urteil gesprochen hatte. Sie sagte nämlich: Zwölf Stämme sollen von Ja͑qob hervorgehen; sechs sind bereits von mir hervorgegangen und vier von den Mägden, das sind zehn, und sollte auch dieses ein Knabe sein, so würde meine Schwester Raḥel nicht einmal so viel sein, wie eine der Mägde. Da wurde es sogleich in ein Mädchen verwandelt, wie es heißt: und sie nannte sie Dina259.

Man beweise nichts von Wundertaten. Wenn du aber willst, sage ich: bei Leá geschah es innerhalb der vierzig Tage. Es wird nämlich gelehrt: In den ersten drei Tagen flehe man, daß [der Same] nicht verwese; von drei bis vierzig flehe man, daß es ein Knabe werde; vom vierzigsten Tage bis zu drei Monaten flehe man, daß es nicht eine Mißgeburt260werde; von drei bis sechs Monaten flehe man, daß es keine Fehlgeburt werde; von sechs bis neun flehe man, daß es in Frieden herauskomme.

Nützt ihm denn das Flehen, R. Jiçḥaq b. R. Ami sagte ja, wenn der Mann zuerst den Samen ausstößt, gebäre sie ein Mädchen, und wenn die Frau zuerst den Samen ausstößt, gebäre sie einen Knaben, denn es heißt: 261wenn eine Frau Samen bringt und einen Knaben gebärt!?

Hier handelt es sich um den Fall, wenn beide zugleich den Samen ausgestoßen haben.

WENN ER SICH AUF DER REISE BEFINDET. Die Rabbanan lehrten: Einst befand sich Hillel der Ältere auf der Reise und hörte Geschrei aus der Stadt; da sprach er: Ich bin dessen sicher, daß dies nicht in meinem Hause ist. Über ihn spricht der Schriftvers: 262 Vor bösem Gerüchte fürchtet er nicht; fest ist sein Herz, vertrauend auf den Herrn. Raba sagte: Wie du auch diesen Vers auslegst; du kannst ihn vom Anfang zum Schlusse auslegen, und du kannst ihn vom Schlüsse zum Anfang auslegen. Du kannst ihn vom Anfang zum Schlusse auslegen: er fürchtet sich nicht vor bösem Gerüchte, weil sein Herz fest ist und auf den Herrn vertrauend. Du kannst ihn vom Schlusse zum Anfang auslegen: ist sein Herz auf den Herrn vertrauend, so fürchtet er nicht vor bösem Gerüchte.

Einst folgte ein Schüler R. Jišma͑él b. R. Jose auf der Straße (in Çijon), und als dieser bemerkte, daß er sich fürchtete, sprach er zu ihm: Du bist ein Sünder, denn es heißt:263die Sünder in Çijon fürchten sich. Jener entgegnete: Es heißt ja:264Heil dem Manne, der stets fürchtet!? Da erwiderte dieser: Dies bezieht sich ja auf Worte der Tora.

Jehuda b. Nathan folgte R. Hamnuna, sich mit ihm unterhaltend, und da er seufzte, sprach dieser: Dieser Mann will Leiden auf sich heraufbeschwören, denn es heißt:265die Angst, wovor ich mich ängstigte, traf mich; das, wovor ich gefürchtet, kam über mich.

Es heißt ja aber: Heil dem Manne, der sich stets ängstigt!?

Dies bezieht sich auf Worte der Tora.

WER IN EINE GROSSSTADT KOMMT. Die Rabbanan lehrten: Was spreche er bei seinem Einzüge?

Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich in diese Großstadt in Frieden hineinführest. Ist er eingezogen, so spreche er: Ich danke dir, o Herr, mein Gott, daß du mich in diese Großstadt in Frieden hereingeführt hast. Will er hinausgehen, so spreche er: Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich aus dieser Großstadt in Frieden hinausführest. Ist er hinausgegangen, so spreche er: Ich danke dir, o Herr, mein Gott, daß du mich aus dieser Großstadt in Frieden herausgeführt hast; und wie du mich in Frieden herausgeführt hast, so leite mich in Frieden, stütze mich in Frieden und lasse mich in Frieden schreiten und errette mich aus der Hand jedes Feindes und Wegelagerers. R. Mathna sagte: Dies lehrten sie nur von einer Großstadt, in der man ohne Urteilsspruch hinrichtet, in einer Großstadt aber, in der man nur mit Urteilsspruch hinrichtet, ist nichts dabei. Manche sagen: R. Mathna sagte: Auch in einer Großstadt, in der man nur mit Urteilsspruch hinrichtet, denn es kann vorkommen, daß er niemand findet, der ihn verteidigt.

Die Rabbanan lehrten: Wer in ein Badehaus eintritt, spreche: Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich vor diesem und Ähnlichem beschützest, und daß mir keine Verderbnis und keine Sünde widerfahre; sollte mir Verderbnis und Sünde widerfahren, so sei mein Tod eine Sühne für all meine Sünden. Abajje sagte: Der Mensch spreche nicht so, damit er seinen Mund nicht öffne vor dem Satan. Reš Laqiš sagte nämlich, auch wurde es im Namen R. Joses gelehrt: Nie öffne der Mensch seinen Mund vor dem Satan. R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers; es heißt:266fast wären wir wie Sedom, glichen wir A͑mora, und darauf erwiderte ihnen der Prophet: 267höret das Wort des Herrn, Fürsten Sedoms &c.

Was spreche er, wenn er herauskommt? R. Aḥa erwiderte: Ich danke dir, o Herr, mein Gott, daß du mich vor Feuer geschützt hast. Als einst R. Abahu im Badehause war, wurde das Bad unter ihm268schadhaft, und es geschah ihm ein Wunder, daß er auf einem Balken stehen blieb; er rettete dann hundert und eine Person mit einem Arm. Da sprach er: Das ist es, was R. Aḥa gesagt hat.

Wer sich zur Ader lassen geht, spreche: Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß mir diese Handlung zur Genesung diene, und heile mich, denn du, o Gott, bist der wahre Arzt, und deine Heilung ist eine wirkliche. Die Gewohnheit der Menschen, sich heilen zu lassen, erfolgt nur deshalb, weil es so Brauch ist. Abajje sagte: Man sage dies aber nicht, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:269Und heilen lasse er ihn; hieraus, daß dem Arzt die Erlaubnis zu heilen gegeben ist.

Was [spricht er], wenn er aufsteht? R. Aḥa sagte: Gepriesen sei er, der unentgeltlich heilt.

Blatt 60b

Wer in den Abort tritt, spreche270: Gehabt euch, ihr Geehrten, Heilige, Diener des Allerhöchsten; gebet Ehre dem Gott Jisraéls, und verlasset mich, bis ich eingetreten bin, mein Vorhaben vollbracht habe und zu euch wieder komme. Abajje sagte: Der Mensch spreche nicht so; sie könnten ihn wirklich verlassen und fortgehen. Er sage vielmehr: Bewachet mich, bewachet mich, helfet mir, helfet mir; stützet mich, stützet mich, wartet auf mich, wartet auf mich, bis ich hineingegangen und herausgekommen bin, denn dies ist einmal die Art der Menschenkinder. Wenn er herauskommt, spreche er: Gepriesen sei er, der in Weisheit den Menschen gebildet und in ihm Öffnung an Öffnung, Höhlung an Höhlung erschaffen hat. Offenbar und bekannt ist es vor deinem Throne der Herrlichkeit, daß, wenn eine von ihnen geöffnet würde, oder eine von ihnen verschlossen würde, es unmöglich wäre, sich zu erhalten und vor dir zu bestehen.

Wie schließe er? Rabh erwiderte: »Der die Kranken heilt«. Šemuél sprach: Abba betrachtet also die ganze Welt als Kranke!? [Man sage] vielmehr: »Der alles Fleisch heilt«. R. Šešeth sagte: Oer Wunderbares tut«. R. Papa sprach: Man sage daher beides: »Der alles Fleisch heilt und Wunderbares tut«.

Wer sich ins Bett schlafen legt, lese von »Höre Jisraél« bis »Wenn ihr hören werdet«; sodann spreche er: Gepriesen sei er, der die Bande des Schlafes auf meine Augen und den Schlummer auf meine Lider fallen läßt, und dem Augapfel Licht gewährt. Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich zum Frieden hinlegen lassest, und gib mir Anteil an deiner Tora. Gewöhne mich zu gottgefälligen Handlungen und gewöhne mich nicht zur Übertretung, laß mich nicht zur Sünde kommen noch zur Versuchung noch zur Schmach. Laß den bösen Trieb mich nicht beherrschen, und schütze mich vor bösem Begegnis und vor bösen Krankheiten. Mögen schlechte Träume und böse Gedanken mich nicht beunruhigen, mein Lager sei makellos vor dir, und erleuchte meine Augen, damit ich nicht des Todes entschlafe. Gepriesen seist du, o Herr, der die ganze Welt mit seiner Herrlichkeit erleuchtet.

Wenn man aufwacht, spreche man: Mein Gott, die Seele, die du mir gegeben, ist rein; du hast sie gebildet, du hast sie mir eingehaucht und du bewahrst sie in mir; du wirst sie einst von mir nehmen, und du wirst sie mir in Zukunft wiedergeben. Solange die Seele in mir ist, danke ich dir, o Herr, mein Gott und Gott meiner Väter, Gebieter aller Welten und Herr aller Seelen. Gepriesen seist du, o Herr, der den toten Körpern die Seele wiedergibt. Wenn man das Krähen des Hahnes hört, spreche man: Gepriesen sei er, der dem Hahne Verstand verliehen, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Wenn man die Augen öffnet, spreche man: Gepriesen sei er, der die Blinden sehend macht. Wenn man sich aufrichtet und hinsetzt, spreche man: Gepriesen sei er, der die Gefesselten löst. Wenn man sich ankleidet, spreche man: Gepriesen sei er, der die Nackten bekleidet. Wenn man sich hinstellt, spreche man: Gepriesen sei er, der die Gebeugten aufrichtet. Wenn man den Boden betritt, spreche man: Gepriesen sei er, der die Erde auf dem Wasser ausspannt. Wenn man einen Schritt macht, spreche man: Gepriesen sei er, der die Schritte des Menschen richtet. Wenn man die Schuhe anzieht, spreche man: Gepriesen sei er, der mir all meinen Bedarf gewährt. Wenn man sich den Gürtel umlegt, spreche man: Gepriesen sei er, der Jisraél mit Stärke umgürtet. Wenn man das Tuch um das Haupt windet, spreche man: Gepriesen sei er, der Jisraél mit Herrlichkeit krönt. Wenn man sich in das Çiçithgewand hüllt, spreche man: Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns geboten hat, sich in die Çiçith zu hüllen. Wenn man die Tephillin an den Arm anlegt, spreche man: Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns Tephillin anzulegen befohlen hat. [Wenn man die Tephillin] an sein Haupt anlegt, spreche man: Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Tephillingebot anbefohlen hat. Wenn man die Hände wäscht, spreche man: Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Händewaschen befohlen hat. Wenn man das Gesicht wäscht, spreche man: Gepriesen sei er, der Schlaf von meinen Augen und Schlummer von meinen Lidern entfernt. Möge es auch dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich an deine Tora gewöhnest; laß mich an deiner Tora und an deinen Geboten festhalten. Laß mich nicht zur Vergehung kommen, noch zur Versuchung, noch zur Schmach, und beuge meinen Trieb, sich dir zu unterwerfen. Halte mich fern von bösen Menschen und böser Gesellschaft; laß mich festhalten an dem guten Trieb und an guter Gesellschaft; laß mich heute und jeden Tag Gunst, Wohlwollen und Erbarmen finden in deinen Augen und in den Augen aller, die mich sehen; und laß mir (gute) Wohltaten angedeihen. Gepriesen seist du, o Herr, der seinem Volke Jisraél gütiges Wohlwollen angedeihen läßt.

DER MENSCH MUSS &C PREISEN. Was heißt: muß für das Schlechte ebenso preisen, wie er für das Gute preist? Wollte man sagen, wie man über das Gute »Der Gute und Gütige« spricht, so spreche man »Der Gute und Gütige« auch über das Schlechte, so haben wir ja gelernt, über gute Nachrichten spreche man »Der Gute und Gütige«, und über schlechte Nachrichten spreche man »Gepriesen sei der Richter der Wahrheit«!? Raba erwiderte: Das besagt nur, daß man es mit Freuden hinnehme. R. Aḥa sagte im Namen R. Levis: Hierauf deutet folgender Schriftvers:271Gnade und Recht will ich singen, dir, o Herr, lobsingen; ob Gnade, will ich singen, ob Recht, will ich singen. R. Šemuél b. Naḥmani entnimmt dies aus folgendem: 272Mit dem Herrn will ich preisen das Wort, mit Gott will ich preisen das Wort. Mit dem Herrn will ich preisen das Wort, dies ob des Maßes der Güte; mit Gott will ich preisen das Wort, dies ob des Maßes der Vergeltung. R. Tanḥum entnimmt dies aus folgendem: 273Erhebe ich einen Becher des Heiles, so rufe ich den Namen des Herrn an; widerfährt mir Leid und Trauer, so rufe ich den Namen des Herrn an. Die Rabbanan entnehmen dies aus folgendem: 274Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen.

R. Hona sagte im Namen Rabhs im Namen R. Meírs, und ebenso wurde es im Namen R. A͑qibas gelehrt: Der Mensch pflege stets zu sagen: Alles, was der Allbarmherzige tut, tut er zum Guten. So befand sich R. A͑qiba einst auf der Reise, und als er in eine Stadt kam und um Beherbergung bat, gewährte man sie ihm nicht. Da sprach er: Alles, was der Allbarmherzige tut, tut er zum Guten. Hierauf ging er und übernachtete auf dem Felde. Er hatte bei sich einen Hahn, einen Esel und eine Kerze; da kam ein Wind und löschte die Kerze aus, dann kam eine Katze und fraß den Hahn, und endlich kam ein Löwe und fraß den Esel. Da sprach er wiederum: Alles, was der Allbarmherzige tut, ist zum Guten. In derselben Nacht kam ein Trupp und nahm die [Leute der] Stadt gefangen. Hierauf sprach er zu ihnen: Habe ich euch nicht gesagt, daß alles, was der Heilige, gepriesen sei er, tut, zum Guten sei!?

Blatt 61a

Ferner sagte R. Hona im Namen Rabhs im Namen R. Meírs: Die Worte des Menschen vor dem Heiligen, gepriesen sei er, sollen stets wenig sein, denn es heißt:275überstürze dich nicht mit deinem Munde, und dein Herz eile nicht, vor Gott Worte auszustoßen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf Erden, darum mögen deine Worte wenig sein.

R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor: Es heißt: 276und der Herr, Gott, bildete den Menschen; [das Wort vajjiçer] hat zwei Jod, weil der Heilige, gepriesen sei er, [im Menschen] zwei Triebe schuf, einen guten Trieb und einen bösen Trieb. R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Demnach hat das Vieh, bei dem [das Wort] vajjiçer nicht geschrieben steht, keinen [bösen] Trieb, und wir sehen ja aber, daß es Schaden anrichtet, beißt und ausschlägt!? Dies ist vielmehr nach R. Šimo͑n b. Pazi zu erklären, denn R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Wehe mir vor meinem Schöpfer [joçri]277 und wehe mir vor meinem Trieb [jiçri]278. Oder auch nach R. Jirmeja b. Elea͑zar, denn R. Jirmeja b. Elea͑zar sagte: Zwei Gesichter279hatte der Heilige, gepriesen sei er, Adam dem Urmenschen erschaffen, wie es heißt: 280hinten und vorn hast du mich gebildet.

281Und der Herr, Gott, baute die Rippe. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, es282war ein Gesicht, der andere sagt, es war ein Schwanz.

Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht, daß es heißt: hinten und vorn hast du mich gebildet, wieso aber heißt es: hinten und vorn hast du mich gebildet, nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Schwanz!?

Dies nach R. Ami, denn R. Ami sagte: Als Hintersten beim Schöpfungswerke und als Vordersten bei der Vergeltung.

Allerdings als Hintersten beim Schöpfungswerke, denn er wurde erst am Vorabend des Šabbaths erschaffen; wieso aber als Vordersten bei der Vergeltung? Bei welcher Vergeltung: wollte man sagen, bei der Vergeltung [beim Ereignisse mit] der Schlange, so wird ja gelehrt: Rabbi sagte: Bei einer Würde beginnt man mit dem Größten und bei einem Fluche beginnt man mit dem Kleinsten. Bei einer Würde beginnt man mit dem Größten, denn es heißt: 283und Moše sprach zu Ahron und zu Elea͑zar und Ithamar, seinen am Leben gebliebenen Söhnen, nehmet &c.; bei einem Fluche beginnt man mit dem Kleinsten, denn zuerst wurde die Schlange verflucht, nachher wurde Ḥava verflucht und nachher wurde Adam verflucht!?

Vielmehr ist hier die Vergeltung bei den Sintflut gemeint, wie es heißt:284und er vernichtete alles Bestehende, das auf der Oberfläche der Erde war, von Mensch bis Vieh; zuerst den Menschen, dann das Vieh.

Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht, daß [das Wort] vajjiçer mit zwei Jod geschrieben ist, warum aber heißt es vajjiçer nach demjenigen, welcher sagt, daß es ein Schwanz war!?

Dies nach R. Šimo͑n b, Pazi, denn R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Wehe mir vor meinem Schöpfer [joçri] und wehe mir vor meinem Trieb [jiçri].

Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht, daß es heißt: 285Mann und Weib schuf er sie286, wieso aber heißt es: Mann und Weib schuf er sie, nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Schwanz!?

Dies nach R. Abahu, denn R. Abahu wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: Mann und Weib schuf er sie, dagegen heißt es:287im Ebenbilde Gottes erschuf er den Menschen!? Dies ist wie folgt zu erklären: zuerst war es sein Wille, zwei zu erschaffen, schließlich aber wurde nur einer erschaffen.

Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht, daß es heißt: 288er schloß Fleisch an ihre Stelle, wieso aber heißt es: er schloß Fleisch an ihre Stelle, nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Schwanz!? R. Jirmeja, manche sagen, R. Zebid, und manche sagen, R. Naḥman b. Jiçḥaq, erwiderte: Dies bezieht sich nur auf die Schnittstellen.

Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Schwanz, daß es289er baute heißt, wieso aber heißt es er baute nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht290!?

Dies nach R.Šimo͑n b. Menasja, denn R.Šimo͑n b. Menasja trug vor: Es heißt: der Herr baute die Rippe; dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Ḥava flocht und sie zu Adam dem Urmenschen brachte, denn in den überseeischen Städten nennt man das Geflecht »Gebäude«. Eine andere Erklärung: Er baute; hierüber sagte R. Ḥisda, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, Ḥava nach Art eines Speichers baute; wie der Speicher oben schmal und unten breit ist, um die Früchte aufzunehmen, so ist auch die Frau oben schmal und unten breit, um das Kind aufzunehmen.

291Und er brachte sie zu Adam; R. Jirmeja b. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, bei Adam dem Urmenschen Brautführer war. Hiermit lehrt die Tora eine Anstandsregel, daß der Vornehme beim Geringen die Brautführung übernehme und dies ihm nicht leid sei.

Wer ging vorwärts nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es ist wahrscheinlich, daß der Mann vorwärts ging, denn es wird gelehrt: Man gehe auf dem Wege nicht hinter einer Frau, selbst wenn sie seine Ehefrau ist. Traf er sie auf einer Brücke, so lasse er sie seitwärts; und wer hinter einer Frau über einen Fluß292 geht, hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt.

Die Rabbanan lehrten: Wer von seiner Hand in die Hand einer Frau Geld zählt, um sie zu betrachten, wird, auch wenn er die Tora und gute Werke gleich unserem Meister Moše besitzt, vor dem Gerichte des Fegefeuers nicht verschont bleiben, denn es heißt:293Hand zu Hand, bleibt vor Bösem nicht verschont; bleibt vom Gerichte des Fegefeuers nicht verschont. R. Naḥman sagte: Manoah war ein Mann aus dem gemeinen Volke, denn es heißt: 294und Manoaḥ ging hinter seiner Frau. R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Auch bei Elqana heißt es ja: 295und Elqana ging hinter seiner Frau; ebenso heißt es bei Eliša͑:296er machte sich auf und ging hinter ihr. Ist dies denn wörtlich zu nehmen: hinter ihr? Vielmehr, nach ihren Worten und nach ihrem Rate, ebenso da nach ihren Worten und nach ihrem Rate!? R. Aši sagte: Nach dem, was R. Naḥman gesagt hat, hat Manoaḥ sogar in der Schule nichts gelernt. Es heißt ja:297und Ribqa machte sich auf mit ihren Mägden, und sie ritten auf den Kamelen, und sie zogen hinter dem Manne; hinter dem Manne, nicht aber vor dem Manne.

R. Joḥanan sagte: Hinter einem Löwen, aber nicht hinter einer Frau; hinter einer Frau, aber nicht hinter einem Götzen; hmter einem Götzen, aber nicht hinter einem Bethause, wenn die Gemeinde betet298. Dies aber nur dann, wenn man nichts trägt, wenn man aber etwas trägt, ist nichts dabei. Auch nur dann, wenn keine andere Tür da ist, wenn aber eine andere Tür da ist, ist nichts dabei. Ferner nur dann, wenn man nicht auf einem Esel reitet, wenn man aber auf einem Esel reitet, ist nichts dabei. Endlich nur dann, wenn man keine Tephillin anhat, wenn man aber Tephillin anhat, so ist nichts dabei.

Rabh sagte: Der böse Trieb gleicht einer Fliege und sitzt zwischen den beiden Öffnungen des Herzens, denn es heißt:299tote Fliegen machen stinkend und gärend das würzige Öl. Šemuél sagte: Er gleicht dem Weizen, wie es heißt:300vor der Tür lagert die Sünde301.

Die Rabbanan lehrten: Zwei Nieren sind im Menschen, die eine rät ihm zum Guten, und die andere rät ihm zum Bösen, und es ist wahrscheinlich, daß die gute zu seiner Rechten und die böse zu seiner Linken [sich befindet], denn es heißt: 302das Herz des Weisen ist zu seiner Rechten, und das Herz des Toren ist zu seiner Linken.

Die Rabbanan lehrten: Die Nieren raten, das Herz prüft, die Zunge schneidet303zurecht, der Mund vollendet, die Speiseröhre nimmt alle Arten

Blatt 61b

von Speisen auf und gibt sie weiter, die Luftröhre bringt die Stimme hervor, die Lunge saugt alle Arten von Flüssigkeiten auf, die Leber erregt Zorn, die Galle wirft in ihn einen Tropfen und beruhigt ihn, die Milz erregt Lachen, der Kröpf zermalmt, der Magen erregt Schlaf, die Nase bewirkt das Erwachen. Wenn das, was Schlaf bewirkt, Erwachen bewirkte, oder das, was Erwachen bewirkt, Schlaf bewirkte, so würde man dahinsiechen. Es wird gelehrt: Sollten beide Schlaf oder beide Erwachen bewirken, so würde man sofort sterben.

Es wird gelehrt: R. Jose Galiläer sagte: Die Gerechten richtet der gute Trieb, wie es heißt:304mein Herz ist in mir erschlagen; die Ruchlosen richtet der böse Trieb, wie es heißt: 305es spricht der Frevel zum Ruchlosen, so denke ich in meinem Herzen, daß keine Furcht Gottes vor seinen Augen sei; die Mittelmäßigen richten dieser und jener, wie es heißt: 306er steht zur Rechten des Bedrückten, ihm zu helfen vor denen, die seine Seele richten. Raba sagte: Wir zum Beispiel sind Mittelmäßige. Da sprach Abajje zu ihm: Der Meister läßt ja keinem Geschöpfe307das Leben!

Ferner sagte Raba: Die Welt wurde nur für die vollkommen Frevelhaften oder für die vollkommen Gerechten erschaffen. Raba sagte: Jeder Mensch wisse bei sich, ob er ein vollkommen Gerechter ist oder nicht. Rabh sagte: Die Welt wurde nur für Aḥab b. O͑mri und für R. Ḥanina b. Dosa erschaffen; für Aḥab b. O͑mri308diese Welt, und die zukünftige Welt für R. Ḥanina b. Dosa309.

DU SOLLST DEN HERRN, DEINEN GOTT, LIEBEN. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn es heißt: mit deiner ganzen Seele, wozu heißt es: mit deinem ganzen Vermögen, und wenn es heißt: mit deinem ganzen Vermögen, wozu heißt es: mit deiner ganzen Seele? Allein, wenn es einen Menschen gibt, dem sein Körper lieber ist als sein Geld, so heißt es: mit deiner ganzen Seele, und wenn es einen Menschen gibt, dem sein Geld lieber ist als sein Körper, so heißt es: mit deinem ganzen Vermögen. R. A͑qiba sagte: Mit deiner ganzen Seele, sogar wenn er deine Seele nimmt.

Die Rabbanan lehrten: Einst hatte die ruchlose Regierung einen Befehl erlassen, daß die Jisraéliten sich nicht mit der Tora befassen sollen. Da kam Papos b. Jehuda und traf R. A͑qiba, wie er öffentlich Versammlungen abhielt und sich mit der Tora befaßte. Da sprach er zu ihm: A͑qiba, fürchtest du denn nicht vor der ruchlosen Regierung? Dieser erwiderte: Ich will dir ein Gleichnis vortragen, womit dies zu vergleichen ist. Ein Fuchs ging einst am Ufer eines Flusses, und als er Fische sich von Ort zu Ort versammeln sah, sprach er zu ihnen: Wovor flüchtet ihr euch? Sie erwiderten: Vor den Netzen, die die Menschenkinder nach uns auswerfen. Da sprach er zu ihnen: So möge es euch belieben aufs Land zu kommen, und wir, ich und ihr, wollen beisammen wohnen, wie einst meine Vorfahren mit euren Vorfahren beisammen gewohnt haben. Darauf erwiderten ihm jene: Bist du es, von dem man sagt, er sei der klügste unter den Tieren? Du bist nicht klug, sondern dumm; wenn wir schon in der Stätte unseres Lebens fürchten, um wieviel mehr in der Stätte unseres Todes! So auch wir; wenn es schon jetzt so ist, wo wir sitzen und uns mit der Tora befassen, von der es heißt:310denn sie ist dein Leben und die Verlängerung deiner Tage, um wieviel mehr erst, wenn wir gehen und uns ihr entziehen! Man erzählt, kaum waren wenige Tage verstrichen, da nahm man R. A͑qiba fest und sperrte ihn ins Gefängnis. Als man auch Papos b. Jehuda festnahm und ihn mit jenem einsperrte, sprach er zu ihm: Papos, was brachte dich hierher? Dieser erwiderte: Heil dir, R. A͑qiba, daß du festgenommen worden bist wegen Worte der Tora, wehe aber dem Papos, der festgenommen worden ist wegen eitler Dinge. Die Stunde, da man R. A͑qiba zur Hinrichtung führte, war gerade die Zeit des Šema͑lesens, und man riß sein Fleisch mit eisernen Kämmen; er aber nahm das Joch der himmlischen Herrschaft auf sich. Seine Schüler sprachen zu ihm: Meister, so weit!? Er erwiderte ihnen: Mein ganzes Leben grämte ich mich über den Schriftvers: mit deiner ganzen Seele, sogar, wenn er deine Seele nimmt, indem ich dachte: wann bietet sich mir die Gelegenheit, und ich will es erfüllen, und jetzt, wo sie sich mir darbietet, sollte ich es nicht erfüllen!? Er dehnte so lange [das Wort] einzig311, bis ihm die Seele bei einzig ausging. Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Heil dir, R. A͑qiba, daß deine Seele bei einzig ausging! Die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Ist das die Tora und das ihre Belohnung?312Von den Sterblichen, von deiner313Hand, o Herr; von den Sterblichen!? Er erwiderte ihnen: 314Ihr Anteil ist im Leben. Darauf ertönte eine Hallstimme und sprach: Heil dir, R. A͑qiba, du bist für das Leben der zukünftigen Welt bestimmt.

DER MENSCH BENEHME SICH NICHT LEICHTFERTIG VOR DEM OSTTORE [DES TEMPELS], WEIL ES SICH GENAU GEGENÜBER DEM ALLERHEILIGSTEN BEFINDET &C. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies sagten sie nur von Çophim ab nach einwärts, und zwar, wenn man freie Aussicht hat. Desgleichen wurde auch gelehrt: R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sagte: Folgendes sagte R. Joḥanan: Dies sagten sie, nur von Çophim ab nach einwärts, und zwar, wenn man freie Aussicht hat, wenn kein Zaun vorhanden ist, und zur Zeit, wenn die Göttlichkeit dort wohnt315.

Die Rabbanan lehrten: Wer in Judäa seine Notdurft verrichtet, tue dies316nicht [in Richtung] nach Osten oder Westen, sondern nach Norden oder Süden; in Galiläa317tue man dies nur [in Richtung] nach Osten oder Westen. R. Jose erlaubt dies, denn R. Jose sagte, sie haben es nur dann verboten, wenn man freie Aussicht hat, wenn kein Zaun vorhanden ist, und wenn die Göttlichkeit dort wohnt. Die Weisen aber verbieten dies. Die Weisen sagen ja dasselbe, was der erste Tanna!?

Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob dies seitwärts318erlaubt ist. Ein Anderes lehrt: Wer in Judäa seine Notdurft verrichtet, tue dies nicht [in der Richtung] nach Osten oder Westen, sondern nach Norden oder Süden; in Galiläa ist es [in der Richtung] nach Norden oder Süden verboten, nach Osten oder Westen erlaubt. R. Jose erlaubt dies, denn R. Jose sagte, sie haben es nur dann verboten, wenn man freie Aussicht hat. R. Jehuda sagte: Wenn das Heiligtum besteht, ist es verboten, wenn das Heiligtum nicht besteht, ist es erlaubt. R. A͑qiba verbietet es überall.

R. A͑qiba sagt ja dasselbe, was der erste Tanna!?

Ein Unterschied besteht zwischen ihnen außerhalb des Landes.

Für Rabba legte man Ziegelsteine319hin [in der Richtung] nach Osten oder Westen. Einst ging Abajje und legte sie um320[in der Richtung] nach Norden oder Süden; da ging Rabba, legte sie zurecht, indem er sprach: Wer ist es, der mich ärgert? Ich bin der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, daß es überall verboten ist.

Es wird gelehrt: R. A͑qiba erzählte: Einst folgte ich R. Jehošua͑ in den

Blatt 62a

Abort, und ich lernte von ihm dreierlei: ich lernte, daß man nicht seine Notdurft verrichte [in der Richtung] nach Osten oder Westen, sondern nach Norden oder Süden; ich lernte, daß man sich nicht stehend entblöße, sondern [erst] sitzend; und ich lernte, daß man sich nicht mit der Rechten abwische, sondern mit der Linken. Ben A͑zaj sprach zu ihm: So weit hast du dich gegen deinen Lehrer erdreistet!? Jener erwiderte: Dies ist ja Lehre; ich wollte lernen.

Es wird gelehrt: Ben A͑zaj erzählte: Einst folgte ich R. A͑qiba in den Abort, und ich lernte von ihm dreierlei: ich lernte, daß man nicht seine Notdurft verrichte [in der Richtung] nach Osten oder Westen, sondern nach Norden oder Süden; ich lernte, daß man sich nicht stehend entblöße, sondern [erst] sitzend; und ich lernte, daß man sich nicht mit der Rechten abwische, sondern mit der Linken. R. Jehuda sprach zu ihm: So weit hast du dich gegen deinen Lehrer erdreistet!? Jener erwiderte: Das ist ja Lehre; ich wollte lernen.

R. Kahana legte sich unter das Bett Rabhs, und als er ihn plaudern, scherzen und das Erforderliche verrichten hörte, sprach er zu ihm: Es hat den Anschein, als hätte der Mund Abbas321die Speise noch nie gekostet. Da sprach dieser zu ihm: Kahana, hier bist du; hinaus, es ist nicht schicklich! Dieser erwiderte: Es ist ja Lehre; ich will dabei lernen.

Weshalb wischt man sich nicht mit der Rechten ab, sondern mit der Linken? Raba erklärte: Weil die Tora mit der Rechten gegeben wurde, wie es heißt:322von seiner Rechten kommt ihnen das Feuer des Gesetzes. Rabba b. Bar Ḥana erklärte: Weil sie dem Munde nahe323ist. R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte: Weil man mit dieser die Tephillin befestigt. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Weil man mit dieser die Tonzeichen der Tora zeigt. Hierüber [streiten] auch Tannaím. R. Elie͑zer erklärte: Weil man mit dieser ißt. R. Jehošua͑ erklärte: Weil man mit dieser schreibt. R. A͑qiba erklärte: Weil man mit dieser die Tonzeichen der Tora zeigt.

R. Tanḥum b. Ḥanilaj sagte: Wer sich im Aborte züchtig benimmt, wird vor dreierlei bewahrt: vor Schlangen, vor Skorpionen und vor Gespenstern. Manche sagen, auch hat er beruhigende Träume.

In Ṭiberjas war ein Abort, in welchem man beschädigt wurde, auch wenn man zu zweien und am Tage hineinging; doch gingen R. Ami und R. Asi in diesen einzeln hinein und wurden nicht beschädigt. Da sprachen die Rabbanan zu ihnen: Fürchtet ihr euch nicht? Diese erwiderten: Wir haben Überlieferungen erhalten; eine Überlieferung inbetreff des Abortes: Züchtigkeit und Schweigsamkeit; eine Überlieferung inbetreff der Züchtigungen: Duldsamkeit und Flehen. Für Abajje zog [seine Mutter] ein Lamm groß, das ihn in den Abort begleitete.

Sie konnte ihm ja einen Bock großziehen?

Bock324und Bock wären miteinander zu verwechseln. Für Raba pflegte, bevor er Schuloberhaupt war, die Tochter R. Ḥisdas325mit einer Nuß in einem Becken zu klappern; nachdem er Schuloberhaupt geworden war, machte sie eine Öffnung und legte ihm die Hand auf den Kopf.

U͑la sagte: Hinter einem Zaune verrichte man seine Notdurft sofort, auf freiem Platze [entferne man sich] soweit, daß sein Nächster seine Blähungen nicht höre. Isi b. Nathan lehrte folgendermaßen: Hinter einem Zaune, daß sein Nächster seine Blähungen nicht höre, auf freiem Platze [entferne man sich], daß ihn sein Nächster nicht sehen könne. Man wandte ein: Sie326dürfen aus der Tür der Kelter hinausgehen und hinter dem Zaune ihre Notdurft verrichten, und sie bleiben rein!?

Bei [der Beobachtung der] Reinheitsgesetze hat man es hierin erleichtert.

Komm und höre: Um noch rein zu bleiben, dürfen sie sich soweit entfernen, daß man sie sehen kann!?

Anders bei denen, die Reines327essen, bei diesen hat man es erleichtert. R. Aši erwiderte: Die Worte des Isi b. Nathan, daß ihn sein Nächster nicht sehen könne, sind zu verstehen, daß sein Nächster seine Entblößung nicht sehe, ihn selbst aber kann er wohl sehen.

Ein Trauerredner trat vor R. Naḥman und sprach: Jener war züchtig in seinem Wandel. Da sprach R. Naḥman zu ihm: Bist du ihm etwa in den Abort gefolgt, um zu wissen, ob er züchtig war oder nicht? Es wird nämlich gelehrt: Züchtig heißt nur der, der züchtig im Aborte ist. Was ging dies aber R. Naḥman an?

Weil gelehrt wird: Wie an den Toten Vergeltung geübt wird, so wird Vergeltung geübt auch an den Trauerrednern328und an denen, die mit einstimmen.

Die Rabbanan lehrten: Züchtig ist derjenige, der seine Notdurft nachts am selben Orte verrichtet, wo er dies tags tut.

Dem ist ja nicht so, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, der Mensch gewöhne sich, dies stets frühmorgens und spätabends zu verrichten, damit er sich nicht weit zu entfernen brauche!? Auch entfernte sich Raba am Tage bis zu einem Mil, nachts aber sagte er zu seinem Diener: Suche mir einen Ort auf dem Stadtplatze. Ebenso sagte R. Zera zu seinem Diener: Sieh nach, ob nicht jemand hinter dem Hause der Genossen da ist, denn ich will meine Notdurft verrichten.

Sage nicht: am selben Orte, sondern: in derselben Art, wie er es tags tut329. R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen: am selben Orte, denn damit ist eine [entlegene] Ecke gemeint.

Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Mensch gewöhne sich, [seine Notdurft] stets frühmorgens und spätabends zu verrichten, damit er sich nicht weit zu entfernen brauche. Ebenso wird gelehrt: Ben A͑zaj sagte: Mache dich früh auf und gehe hinaus, warte abends spät und gehe hinaus, damit du dich nicht zu entfernen brauchest; betaste dich330und setze dich hin, nicht aber sollst du dich zuerst hinsetzen und dann betasten, denn wer sich zuerst hinsetzt und dann betastet, dem schadet Zauberei, selbst wenn sie in Spanien331wider ihn getrieben wird. Welches Mittel gibt es, wenn man vergessentlich sich zuerst hingesetzt und dann betastet hat?

Wenn man aufsteht, spreche man folgendes: Nicht mir, nicht mir, weder Taḥim332noch Taḥtim, nicht diese noch von diesen, nicht die Zauberei des Zauberers noch die Zauberei der Zauberin.

Es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagte: Auf jedes Lager lege dich hin, nur

Blatt 62b

nicht auf den Erdboden; auf jeden Sitz setze dich hin, nur nicht auf einen Balken.

Šemuél sagte: Der Schlaf am Morgen ist wie das Stählen für das Eisen; die Entleerung am Morgen ist wie das Stählen für das Eisen.

Bar Qappara verkaufte Sprüche um Denare: Iß, solange du Hunger hast. Trinke, solange du Durst hast. Solange dein Topf heiß ist, entleere333ihn. Ertönt das Horn in Rom, so verkaufe, Sohn des Feigenhändlers, die Feigen deines Vaters.

Abajje sprach zu den Rabbanan: Wenn ihr durch die Gäßchen von Mahoza geht, um aufs Feld zu gelangen, so schauet weder nach der einen Seite, noch nach der anderen Seite; es könnten da Frauen sitzen, und es ist ja nicht schicklich, sie zu betrachten.

Einst war R. Saphra in den Abort hineingegangen, und als R. Abba kam und sich an der Tür räusperte, rief jener: Möge der Meister eintreten. Als er herauskam, sprach dieser zu ihm: Bis jetzt hast du den Bock nicht hineingebracht, und nun hast du die Weise des Bockes334gelernt. Wir haben ja folgendes gelernt: Eine Flamme war dort335und ein Abort der Ehrbarkeit. Seine Ehrbarkeit bestand darin: fand man ihn zu, so wußte man, daß jemand darin ist; fand man ihn offen, so wußte man, daß niemand darin ist. Demnach ist dies336nicht anständig! Jener aber dachte, dies337ist gefährlich. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Die zurückgehaltene Säule bringt den Menschen zur Wassersucht, der zurückgehaltene Strahl bringt den Menschen zur Gelbsucht.

R. Elea͑zar trat in einen Abort ein, und ein Römer kam und stieß ihn fort; da stand R. Elea͑zar auf und ging hinaus. Hierauf kam ein Drache und riß jenem den Mastdarm heraus. Da las R. Elea͑zar über ihn:338ich gebe einen Menschen statt deiner; lies nicht Adam [Mensehen], sondern Edom339.

340Er sagte, dich zu erschlagen, aber sie341schonte deiner. »Er sagte«, es müßte ja heißen: ich sagte; »sie schonte«, es müßte ja heißen: ich schonte. Hierüber sagte R. Elea͑zar: David sprach zu Šaúl wie folgt: Dem Gesetze nach bist du ein Mann des Todes, denn du bist ein Verfolger, und die Tora sagt, will jemand dich töten, so komm ihm zuvor und töte ahn; die Züchtigkeit aber, die an dir war, hat dich geschützt.

Worin bestand sie?

Es heißt:342er kam zu den Umzäunungen der Schafe auf dem Wege, und daselbst war eine Höhle; da ging Šaúl hinein, seine Füße zu bedecken. Hierzu wird gelehrt: Ein Zaun hinter einem Zaun, eine Höhle innerhalb einer Höhle. Zu bedecken; hierzu sagte R. Elea͑zar: Dies lehrt daß er sich wie mit einer Decke343bedeckt hat.

344Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Gewande Šaúls. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Wer Kleider mißachtet, hat später von ihnen keinen Nutzen, wie es heißt: 345der König David ward alt und betagt; und sie bedeckten ihn mit Kleidern, aber es wurde ihm nicht warm.

346Wenn dich der Herr gegen mich aufgereizt hat, so wird er eine Opfergabe riechen. R. Elea͑zar sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu David: Du hast mich Aufreizer genannt; ich werde dich an einer Sache straucheln lassen, die sogar Schulkinder kennen. Es heißt: 347wenn du die Zahl der Kinder Jisraél aufnimmst, so gebe ein jeder ein Sühnegeld für seine Seele. (Alsbald: 348da erhob sich ein Widersacher gegen Jisraél.) Ferner heißt es:349und er reizte David gegen sie auf, indem er sprach: Gehe und zähle Jisraél. Und als er sie zählte, nahm er von ihnen kein Sühnegeld. Ferner heißt es:350und der Herr brachte eine Seuche über Jisraél, vom Morgen bis zur bestimmten Zeit.

Was heißt: bis zur bestimmten Zeit? Šemuél, der Greis, Schwiegersohn R. Ḥaninas, erklärte im Namen R. Ḥaninas: Von der Schlachtstunde des beständigen Opfers bis zur Stunde des Blutsprengens. R. Joḥanan sagte: Bis Mittag.351Und er sprach zu dem Engel, der im Volke würgte: Genug! R. Elea͑zar sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zum Engel: Nimm den Größten352unter ihnen, durch den viele ihrer Schulden gesühnt353werden können. In dieser Stunde starb Abišaj b. Çeruja, der die Mehrheit des Synedriums aufwog.

354Und als er würgte, sah der Herr und bereute. Was sah er? Rabh sagte: Er sah unseren Vater Ja͑qob, bei dem es heißt: 355und Ja͑qob sprach, als er sie sah. Šemuél sagte: Er sah die Asche Jiçḥaqs, von dem es heißt: 356Golt wird sich das Lamm ersehen. R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Er sah das Sühnegeld, wie es heißt: 357nimm das Sühnegeld von den Kindern Jisraél &c. R. Joḥanan sagte: Er sah das Heiligtum, wie es heißt: 358auf dem Berge des Herrn wird er sich sehen lassen. Hierüber streiten auch R. Ja͑qob b. Idi und R. Šemuél b. Naḥmani; einer sagt, er sah das Sühnegeld, und der andere sagt, er sah das Heiligtum. Wahrscheinlicher ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, er sah das Heiligtum, denn es heißt: daß heute noch gesagt wird: Auf dem Berge des Herrn wird er sich sehen lassen.

MAN GEHE NICHT AUF DEM TEMPELBERGE MIT STOCK &C. Was heißt Copendaria [Durchgang]? Raba erklärte: Abgekürzter359Weg, wie der Name besagt. R. Ḥana b. Ada erklärte im Namen R. Samas, des Sohnes R. Maris: Wie wenn jemand sagt: Anstatt über Straßen einen Umweg360zu machen, gehe ich hier durch. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wer in das Bethaus tritt ohne Absicht, es als Durchgang zu benutzen, darf es [nachher] als Durchgang benutzen. R. Abahu sagte: War dort ein Weg von früher361her, so ist es erlaubt. R. Ḥelbo sagte im Namen R. Honas: Wer in das Bethaus tritt, um da zu beten, darf es [nachher] als Durchgang benutzen, denn es heißt: 362und wenn das Volk des Landes an den Festtagen vor den Herrn kommt &c.

UND VOM LEICHTEREN AUF DAS SCHWERERE [ZU SCHLIESSEN], ZUM AUSSPUCKEN. R. Bebaj sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wenn man in der Jetztzeit auf dem Tempelberge ausspuckt, so ist dies ebenso, als spucke man in seinen363Augapfel, denn es heißt:364meine Augen und mein Herz werden dort alle Tage sein. Raba sagte: Das Ausspucken im Bethause ist erlaubt, wie dies bei den Schuhen der Fall ist. [Das Anhaben] der Schuhe ist ja auf dem Tempelberge verboten, im Bethause aber erlaubt, ebenso ist das Ausspeien, obgleich auf dem Tempelberge verboten, im Bethause erlaubt. R. Papa sprach zu Raba, manche sagen, Rabina zu Raba, und manche sagen, R. Ada b. Mathna zu Raba: Warum von den Schuhen folgern, folgere man es vom Durchgang365!? Dieser erwiderte: Der Tanna folgert von den Schuhen, und du sagst, man sollte vom Durchgang [folgern].

Wo dies?

Es wird gelehrt: Der Mensch gehe nicht auf dem Tempelberge mit seinem Stocke in der Hand, noch mit den Schuhen an den Füßen, noch mit Geld im Tuche gewickelt oder im Geldbeutel und über den Rücken geworfen, und man benutze ihn ferner nicht als Durchgang und zum Ausspucken. Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von den Schuhen, zu folgern: [das Anhaben] der Schuhe hat ja nichts Verächtliches, dennoch ist es verboten, denn die Tora sagt: 366ziehe deine Schuhe von deinen Füßen ab, um wieviel mehr das Ausspucken, das Verächtliches an sich hat. R. Jose b. Jehuda sagte: Dies ist gar nicht nötig. Es heißt:367denn man darf nicht mit einem Sacke bekleidet in das Tor des Königs kommen, und [man schließe] vom Leichteren auf das Schwerere: wenn dies vom Sacke gilt, der ja nichts Verächtliches hat, dazu noch vor [einem Menschen aus] Fleisch und Blut, wie erst vom Ausspucken, das Verächtliches an sich hat, dazu noch vor dem König aller Könige. Jener entgegnete: Ich meine es wie folgt: man sollte da

Blatt 63a

erschwerend und dort erschwerend folgern: bezüglich des Tempelberges, wo Schuhe verboten sind, sollte man es368von den Schuhen folgern, und bezüglich des Bethauses, wo Schuhe erlaubt sind, sollte man es, statt von den Schuhen zu folgern, daß es erlaubt ist, vom Durchgehen folgern, daß es verboten ist. Vielmehr, sagte Raba, wie bei seinem eigenen Hause; wie man in seinem Hause den Durchgang verbietet, nicht aber das Ausspeien und [das Anhaben von] Schuhen, so ist auch im Bethause nur der Durchgang verboten, das Ausspeien und [das Anhaben von] Schuhen aber erlaubt.

ALLE, DIE IM TEMPEL DEN SEGEN BEENDIGTEN &C. Warum dies alles?

Weil man im Tempel nicht Amen antwortet.

Woher, daß man im Tempel nicht Amen antwortet?

Es heißt:369stehet auf, preiset eueren Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ferner: 370sie sollen deinen herrlichen Namen preisen, der über allen Segen und alles Lob erhaben ist. Man könnte glauben, alle Segenssprüche haben nur ein Lob, so heißt es: erhaben über allen Segen und alles Lob; für jeden Segen gib ihm ein besonderes Lob371.

SIE ORDNETEN AUCH AN, DASS MAN SEINEN NÄCHSTEN GRÜSSE &C. Wozu das »ferner«?

Man könnte glauben, Boa͑z habe es aus eigenem Ermessen getan, so heißt es: der Herr sei mit dir, tapferer Held. Wolltest du erwidern, zu Gideo͑n habe es der Engel372gesprochen, so heißt es: verachte nicht deine Mutter, daß sie alt geworden ist; ferner: da es galt, für den Herrn zu wirken, brachen sie deine Lehre. Raba sagte: Diesen Vers kann man vom Anfang zum Schlusse auslegen und vom Schlüsse zum Anfang auslegen. Man kann ihn vom Anfang zum Schlüsse auslegen: es galt für den Herrn373zu wirken, weil sie deine Lehre brachen; man kann ihn vom Schlüsse zum Anfang auslegen: sie brachen deine Lehre, weil es galt, für den Herrn zu wirken.

Es wird gelehrt: Hillel der Ältere sagte: Wenn auf gesammelt374wird, streue du aus, wenn ausgestreut wird, sammle du auf. Wenn du ein Zeitalter siehst, dem die Tora lieb ist, so streue du aus, denn es heißt: 375mancher streut aus und wird noch reicher, und wenn du ein Zeitalter siehst, dem die Tora nicht lieb ist, so sammle, denn es heißt: da es galt, für den Herrn zu wirken, brachen sie deine Lehre.

Bar Qappara trug vor: Ist es billig, so sammle und kaufe davon. Wo kein Mann ist, sei du ein Mann. Abajje sagte: Hieraus entnehme man: Wo ein Mann ist, tritt nicht als Mann auf.

Selbstverständlich!?

In dem Falle, wenn beide gleich sind.

Bar Qappara trug vor: Welches ist ein kleiner Abschnitt in der Tora, von dem alle Bestandteile der Tora abhängen?

376in all deinen Wegen achte auf ihn, und er wird deine Pfade ebnen. Raba sagte: Selbst bei einer Übertretung. R. Papa377sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Auch der Dieb beim Einbruche ruft den Allbarmherzigen an.

Bar Quappara trug vor: Stets lehre der Mensch seinen Sohn ein reines und leichtes Handwerk.

Welches ist dies? R. Ḥisda sagte: Nadelstickerei.

Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Mensch mehre nicht Freunde in seinem Hause, denn es heißt: 378ein Mann von Freunden ist zum Zerbrechen.

Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Mensch setze keinen Verwalter in sein Haus ein, denn hätte Poṭiphar nicht Joseph zum Verwalter in sein Haus eingesetzt, so wäre es nicht zu jener Sache gekommen.

Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Abschnitt vom Nazir ist dem Abschnitte von der Ehebruchsverdächtigten deshalb angereiht worden, um dir zu sagen: wer die Ehebruchsverdächtigte in ihrer Besudelung sieht, entziehe sich dem Weine. Ḥizqija, Sohn des R. Parnakh, sagte im Namen R. Parnakhs im Namen R. Joḥanans: Der Abschnitt von der Ehebruchsverdächtigten ist dem Abschnitte von den Heben und den Zehnten deshalb angereiht worden, um dir zu sagen, wer Heben und Zehnte [zu entrichten] hat und sie dem Priester nicht gibt, benötige endlich des Priesters in Sachen seiner Frau. Es heißt nämlich: 379ein Mann, der seine heiligen Gaben für380 sich [zurückbehält], und darauf folgt:381em Mann, dessen Frau untreu wird; ferner: 382und es bringe der Mann seine Frau &c. Und nicht nur das, vielmehr wird er schließlich derselben bedürftig, denn es heißt: ein Mann, der seine heiligen Gaben für383sich [nötig] hat. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wenn er sie aber entrichtet, wird er schließlich reich, denn es heißt: 384der Mann, der dem Priester gibt, wird385haben; er wird viel Geld haben.

R. Hona b. Berekhja sagte im Namen des R. Elea͑zar Haqappar: Wer den Namen des Himmels mit seiner Not verbindet386, dem verdoppelt man seinen Erwerb, denn es heißt: 387wenn der Allmächtige bei deiner Not sein wird, so wird doppeltes388Silber dein eigen sein. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Sein Erwerb fliegt ihm wie ein Vogel zu, denn es heißt: so wird fliegendes389Silber dein eigen sein.

R. Ṭabi sagte im Namen des R. Jošija: Wer in der Tora erschlafft, hat keine Kraft, am Tage der Not bestehen zu können, denn es heißt:390warst du erschlafft, so ist am Tage der Not deine Kraft gesunken. R. Ami b. Mathna sagte im Namen Šemuéls: Sogar wenn bei einem einzigen Gebote, denn es heißt: warst du erschlafft, in jedem Falle.

R. Saphra sagte: R. Abahu erzählte folgendes: Als R. Ḥananja, Bruderssohn R. Jehošua͑s, sich zur Diaspora begab und daselbst, außerhalb des Landes, Schaltjahre einsetzte und die Monate festsetzte, schickte man ihm391zwei Schriftgelehrte nach, R. Jose b. Kipper und den Sohnessohn des Zekharja b. Qebuṭal. Als er sie sah, sprach er zu ihnen: Wozu seid ihr hergekommen? Sie erwiderten: Wir sind hergekommen, die Tora zu studieren. Da ließ er bekanntmachen: Diese Männer gehören zu den Größten des Zeitalters, ihre Vorfahren haben im Heiligtum den Dienst versehen. Wir haben nämlich gelernt: Zekharja b. Qebuṭal erzählte: Oft habe ich [dem Hochpriester] aus dem Buche Daniél vorgelesen. Als es [später] dazu kam, daß er als unrein erklärte und jene als rein erklärten, daß er verbot und jene erlaubten, ließ er von ihnen bekanntmachen: Diese Männer sind lügenhaft, sie sind nichtig. Sie sprachen zu ihm: Du hast ja bereits gebaut und kannst nicht mehr niederreißen, du hast bereits umzäunt und kannst nicht mehr durchbrechen. Da fragte er sie: Warum sprechet ihr rein, was ich unrein spreche? Warum erlaubt ihr, was ich verbiete? Sie erwiderten: Weil du außerhalb des Landes Schaltjahre einsetzest und die Monate festsetzest. Da entgegnete er: Auch A͑qiba b. Joseph setzte außerhalb des Landes Schaltjahre ein und setzte die Monate fest. Sie erwiderten: Laß R. A͑qiba, der im Jisraélland seinesgleichen nicht hinterlassen hat. Da sprach er: Auch ich habe im Jisraélland meinesgleichen nicht hinterlassen. Sie erwiderten: Die Böcklein, die du hinterlassen hast, sind gehörnte Ziegenböcke geworden; diese sandten uns zu dir und sprachen zu uns folgendermaßen: Gehet hin und sagt es392 ihm in unserem Namen; gehorcht er, so ist es gut, wenn nicht, so sei er im Bann. Sagt es auch unseren Brüdern in der Diaspora; gehorchen sie,

Blatt 63b

so ist es gut, wenn nicht, so mögen sie auf einen Berg gehen, wo Aḥija393 einen Altar errichten, Ḥananja auf der Harfe spielen, und sie allesamt [Gott] verleugnen und sprechen mögen: Wir haben keinen Anteil an dem Gott Jisraéls. Hierauf begann das ganze Volk laut zu weinen, indem sie sprachen: Behüte und bewahre, wir haben einen Anteil an dem Gott Jisraéls.

Warum dies alles?–Weil es heißt: 394denn von Çijon geht die Tora aus und das Wort des Herrn von Jerušalem.

Allerdings durften sie unreinsprechen, was er reingesprochen, weil erschwerend, wieso aber durften sie reinsprechen, was er unreingesprochen, es wird ja gelehrt, was ein Gelehrter unreingesprochen, dürfe sein Genösse nicht reinsprechen, was er verboten, dürfe sein Genösse nicht erlauben!?

Sie beabsichtigten damit, daß man ihm nicht folge.

Die Rabbanan lehrten: Als unsere Lehrer in der Akademie395zu Jabne zusammentraten, waren da R. Jehuda, R. Jose, R. Neḥemja und R. Elea͑zar, Sohn R. Jose des Galiläers, anwesend. Sie fingen alle an und trugen zur Ehre des Gastgebers vor. R. Jehuda, überall das Haupt der Redner, begann und trug zur Ehre der Tora vor:396Und Moše nahm das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers auf. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: die Lade des Herrn war nur zwölf Mil entfernt, dennoch sagt die Tora:397und jeder, der den Herrn suchte, ging nach dem Stiftszelt hinaus, um wieviel mehr gilt dies398von den Schriftgelehrten, die von Stadt zu Stadt und von Land zu Land wandern, um die Tora zu lernen.

399Und der Herr redete mit Moše von Angesicht zu Angesicht R. Jiçḥaq sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Moše, ich und du, wir wollen bei der Halakha das Gesicht400zuwenden. Manche sagen, er sprach zu ihm wie folgt: Moše, wie ich dir das Gesicht freundlich zugewendet habe, so wende auch du Jisraél das Gesicht freundlich zu, und bringe das Zelt nach seinem Orte zurück.

401Und er kehrte in das Lager zurück. R. Abahu sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, hatte zu Moše gesprochen: Jetzt werden sie sagen: Der Lehrer ist böse, und der Schüler ist böse, was soll nun aus Jisraél werden? Bringst du das Zelt nach seinem Orte zurück, so ist es gut, wenn aber nicht, so soll dein Schüler Jehošua͑, der Sohn Nuns, an deiner Stelle deinen Dienst versehen. Daher heißt es: und er kehrte in das Lager zurück. Raba sagte: Trotzdem ist dies nicht vergeblich gesprochen worden, denn es heißt:402und sein Diener Jehošua͑, der Sohn Nuns, ein Jüngling, wich nicht aus dem Zelte.

Ferner begann R. Jehuda und trug zur Ehre der Tora vor: 403Merke auf und höre, Jisraél, an diesem Tage bist du zu einem Volke geworden. Ist denn die Tora Jisraél erst an diesem Tage gegeben worden, dieser Tag war ja das Ende der vierzig Jahre! Allein, dies lehrt dich, daß die Tora denen, die sie lernen, an jedem Tage so lieb ist, wie am Tage, an dem sie am Berge Sinaj gegeben wurde. R. Tanḥum, der Sohn R. Ḥijas, aus Kephar-A͑kko sagte: Das siehst du auch; der Mensch liest ja das Šema͑ morgens und abends, dennoch scheint es einem, der es einen Abend nicht liest, als hätte er es nie gelesen. Merke auf: Teilet euch in Klassen404und befaßt euch mit der Tora, denn die Tora wird nur in einer Gemeinschaft erworben. Dies nach R. Jose b. R. Ḥanina, denn R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Es heißt:405ein Schwert über die einzelnen, sie werden töricht; ein Schwert über die Feinde406der Schriftgelehrten, die einzeln sitzen und sich mit der Tora befassen. Und noch mehr, sie werden auch töricht, denn hier heißt es: sie werden töricht, und dort407heißt es: daß wir uns betören ließen. Und noch mehr, sie sündigen auch, denn es heißt: 408und daß wir gesündigt haben. Wenn du aber willst, entnehme ich dies aus folgendem: 409betört werden die Fürsten von Çoa͑n. Eine andere Auslegung: Merke auf und höre, Jisraél; laßt euch zerstoßen410für die Worte der Tora. Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Woher, daß Worte der Tora nur dem erhalten bleiben, der sich für sie töten läßt? Es heißt:411 das ist die Tora: wenn ein Mensch im Zelte stirbt. Eine andere Auslegung: Merke auf und höre Jisraél; schweige und nachher zerstoße412. Dies nach Raba, denn Raba sagte: Zuerst lerne man die Tora, und nachher erörtere man sie.

In der Schule R. Jannajs sagten sie: Es heißt: 413die Pressung der Milch bringt Butter hervor, die Pressung der Nase bringt Blut hervor und die Pressung des Zornes bringt Hader hervor; die Butter der Tora findest du nur bei dem, der ihretwegen die Milch ausbricht, die er aus den Brüsten seiner Mutter gesogen. Die Pressung der Nase bringt Blut hervor; wenn ein Schüler von seinem Lehrer einmal angefahren wird und schweigt, so ist es ihm beschieden, zwischen unreinem Blut414und reinem Blut zu unterscheiden. Und die Pressung des Zornes bringt Hader hervor; wenn ein Schüler von seinem Lehrer einmal und zweimal angefahren wird und schweigt, so ist es ihm beschieden, zwischen Zivilrecht415und Straf recht zu unterscheiden. Wir haben nämlich gelernt: R. Jišma͑él sagte: Wer weise werden will, befasse sich mit dem Zivilrecht, denn du hast in der Tora kein [umfassenderes] Gebiet als dieses; es ist wie eine unversiegbare Quelle.

R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Es heißt:416wenn du schändlich warst durch Erhebung und Böses gesonnen hast, so lege die Hand auf den Mund; wer sich für die Worte der Tora schändet, wird endlich hochgestellt werden, wer aber schweigt417, wird endlich die Hand vor den Mund legen müssen.

Hierauf begann R. Neḥemja und trug zur Ehre des Gastgebers vor: Es heißt:418und Šaúl sprach zum Qeni: Gehe, weiche und ziehe fort aus der Mitte A͑maleqs, daß ich dich nicht mit ihm zusammen vertilge, wo du doch allen Kindern Jisraéls Liebestaten erwiesen hast. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies von Jithro gilt, der Moše nur sich zu Nutze aufgenommen hat, um wieviel mehr gilt dies von dem, der einen Schriftgelehrten in seinem Hause bewirtet, ihm zu essen und zu trinken gibt und ihn von seinen Gütern genießen läßt.

Hierauf begann R. Jose und trug zu Ehren des Gastgebers vor:419Du sollst den Edomiter nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder; du sollst den Miçri nicht verabscheuen, denn ein Fremdling warst du in seinem Lande. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies von den Miçrijim gilt, die die Jisraéliten nur zu ihrem Nutzen aufgenommen haben, wie es heißt:420und wenn du weißt, daß unter ihnen wackere Männer da sind, so setze sie ein als Aufseher über mein Vieh, um wieviel mehr gilt dies von dem, der einen Schriftgelehrten in seinem Hause bewirtet, ihm zu essen und zu trinken gibt und ihn von seinen Gütern genießen läßt.

Hierauf begann R. Elea͑zar, Sohn R. Jose des Galiläers, und trug zu Ehren des Gastgebers vor:421Und der Herr segnete O͑bed Edom aus Gath wegen der Lade Gottes. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies bei der Lade der Fall war, die weder gegessen noch getrunken hat, sondern er vor ihr nur gefegt und gesprengt hat, um wieviel mehr gilt dies von dem, der einen Schriftgelehrten in seinem Hause bewirtet, ihm zu essen und zu trinken gibt und ihn von seinen Gütern genießen läßt.

Welchen Segen ließ er ihm angedeihen? R. Jehuda b. Zebida sagte: Daß Ḥamoth422und ihre acht Schwiegertöchter

Blatt 64a

je sechs (in einem Leibe) gebaren, wie es heißt:423Peu͑ltaj, der achte. Ferner heißt es:424denn Gott segnete ihn.425Diese alle entstammen dem O͑bed Edom; ihre Söhne und ihre Brüder waren wackere Männer und kräftig zur Arbeit; zweiundsechzig von O͑bed Edom426.

R. Abin der Levite sagte: Wer das Geschick427drängt, den drängt das Geschick, und wer sich von seinem Geschicke zurückdrängen läßt, von dem läßt das Geschick sich zurückdrängen. So war es bei Rabba und R. Joseph. R. Joseph war Vielwisser428, während Rabba Scharfsinniger429war, und die Zeit bedurfte430ihrer. Da fragte man dort431an: Wer ist von Vielwissendem und Scharfsinnigem vorzuziehen? Jene erwiderten: Der Vielwisser ist vorzuziehen, denn alle benötigen des Weizenbesitzers. Dennoch nahm R. Joseph [das Amt] nicht an, weil ihm die Ghaldäer sagten, er werde zwei Jahre herrschen432. So herrschte Rabba zweiundzwanzig Jahre, dann herrschte R. Joseph zweiundeinhalb Jahre. Während aller Jahre, da Rabba herrschte, ließ jener nicht einmal den Heilgehülfen nach seiner Wohnung kommen433.

Ferner sagte R. Abin der Levite: Es heißt: 434der Herr erhöre dich am Tage der Not, es stärke dich der Name des Gottes Ja͑qobs; des Gottes Ja͑qobs und nicht des Gottes Abrahams und Jiçḥaqs? Hieraus, daß der Besitzer des Balkens an die dicke Stelle des Balkens herangehe435.

Ferner sagte R. Abin der Levite: Wenn jemand von einer Mahlzeit genießt, bei der ein Schriftgelehrter anwesend ist, so ist es ebenso, als hätte er vom Glänze der Göttlichkeit genossen, denn es heißt: 436und Ahron und all die Ältesten Jisraéls kamen, um mit dem Schwiegervater Mošes vor Gott Brot zu essen. Haben sie denn vor Gott gegessen, sie haben ja vor Moše gegessen? Allein, dies besagt dir, daß, wenn jemand von einer Mahlzeit genießt, bei der ein Schriftgelehrter anwesend ist, es ebenso ist, als hätte er vom Glänze der Göttlichkeit genossen.

Ferner sagte R. Abin der Levite: Wer sich von seinem Genossen verabschiedet, spreche zu ihm nicht: gehe in Frieden, sondern: gehe zum Frieden. Denn Jithro sprach zu Moše: 437gehe zum Frieden, und dieser gelangte zur Größe und hatte Glück; David aber sprach zu Abšalom: 438gehe in Frieden, und dieser ging fort und wurde erhängt.

Ferner sagte R. Abin der Levite: Wer von einem Toten Abschied nimmt, spreche zu ihm nicht: gehe zum Frieden, sondern: gehe in Frieden, wie es heißt: 439und du wirst in Frieden zu deinen Vätern kommen.

R. Levi b. Ḥija sagte: Wer das Bethaus verläßt und in das Lehrhaus geht und sich da mit der Tora befaßt, dem ist es beschieden, das Antlitz der Göttlichkeit zu empfangen, denn es heißt:440sie gehen von Heer zu Heer, sie erscheinen vor Gott in Çijon.

R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Die Schriftgelehrten haben keine Ruhe, weder in dieser Welt, noch in der zukünftigen Welt, denn es heißt: sie gehen von Heer zu Heer, sie erscheinen vor Gott in Çijon.

R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Die Schriftgelehrten mehren Frieden in der Welt, denn es heißt:441und alle deine Kinder sind Gottesgelehrte, und viel ist der Friede deiner Kinder; lies nicht: banajikh [deiner Kinder], sondern bonajikh [deiner Erbauer442].443Viel Frieden denen, die deine Lehre lieben, kein Anstoß treffe sie.444Friede möge in deinen Mauern sein und Sicherheit in deinen Palästen. Um meiner Brüder und Freunde willen, will ich dir Frieden wünschen. Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, flehe ich Gutes für dich.445Der Herr verleihe Macht seinem Volke, der Herr segne sein Volk mit Frieden.


  1. Eine nichtjüdische, wo die Fremden von der Obrigkeit viel zu leiden hatten.↩︎

  2. Dewarim 6,5.↩︎

  3. Wegen der Ähnlichkeit der Worte מדה ,מאד u. מודה↩︎

  4. עולם Welt, Ewigkeit.↩︎

  5. Ruth 2,4.↩︎

  6. Schoftim 6,12.↩︎

  7. Mischlej 23,22.↩︎

  8. Tehillim 119,126.↩︎

  9. Schemot 18,10.↩︎

  10. Des Schilfmeeres, das die Jisraéliten beim Auszuge aus Ägypten überschritten.↩︎

  11. Hagel od. Eisstücke, weiter vom T. anders erklärt.↩︎

  12. Schemot 14,22.↩︎

  13. Jehoschua 3,17.↩︎

  14. Bamidbar 21,14.↩︎

  15. Nach den meisten Übersetzungen: gegeben in Supha.↩︎

  16. Bamidbar 21,15.↩︎

  17. על גב איש=אלגביש↩︎

  18. Bamidbar 12,3.↩︎

  19. Schemot 9,33.↩︎

  20. Bamidbar 27,18.↩︎

  21. Jehoschua 10,11.↩︎

  22. Ps.3,8.↩︎

  23. Schemot 17,12.↩︎

  24. Bereschit 19,26.↩︎

  25. Jehoschua 6,20.↩︎

  26. Bereschit 19,29.↩︎

  27. Jehoschua 6,20.↩︎

  28. Da sonst der Einsturz nicht zu merken wäre. Ferner sagte R. Jehuda: Drei Dinge verlängern die Tage und die↩︎

  29. Tehillim 107,23ff.↩︎

  30. Ib. V. 4ff.↩︎

  31. Jb. V. 17ff.↩︎

  32. Ib. V. 10ff.↩︎

  33. Ib. V. 32.↩︎

  34. Ib. V. 32.↩︎

  35. Mischlej 13,12.↩︎

  36. Jechezkel 41,22.↩︎

  37. Jechezkel 41,22.↩︎

  38. Diese haben einen leichten Erwerb und sind daher wohlgenährt.↩︎

  39. Dewarim 30,20.↩︎

  40. Bereschit 12,3.↩︎

  41. Mischlej 21,1.↩︎

  42. Dt.11,12.↩︎

  43. Jeschajahu 38,16.↩︎

  44. Sonach dem T.↩︎

  45. iiReg.8,1.↩︎

  46. Jechezkel 36,29.↩︎

  47. Schemot 31, 1f.↩︎

  48. בצל אל im Schatten Gottes.↩︎

  49. Schemot 35,31.↩︎

  50. Mischlej 3,19.↩︎

  51. Mischlej 3,20.↩︎

  52. Daniel 2,21.↩︎

  53. Schemot 31,6.↩︎

  54. Die Erfüllung zu verhindern.↩︎

  55. RJ. war blind.↩︎

  56. Kohelet 3,14.↩︎

  57. Jirmejahu 23,28.↩︎

  58. Bereschit 37,9.↩︎

  59. Ib. V. 2.↩︎

  60. Ib. 41,46.↩︎

  61. Wörth: All seine Jahre.↩︎

  62. Tehillim 91,10.↩︎

  63. Mischlej 19,23.↩︎

  64. Tehillim 30,12.↩︎

  65. Jirmejahu 31,13.↩︎

  66. Dewarim 23,6.↩︎

  67. Tehillim 55,19.↩︎

  68. Jeschajahu 35,10.↩︎

    1. B. Schmuel 14,45.
    ↩︎
  69. Jeschajahu 57,19.↩︎

    1. Diwrej hajamim 12,18.
    ↩︎
    1. B. Schmuel 25,6.
    ↩︎
  70. Beim Priestersegen.↩︎

  71. Bereschit 49,22.↩︎

  72. Ib. 48,16.↩︎

  73. Mischlej 24,17f.↩︎

  74. Zach. 10,2.↩︎

  75. Bamidbar 12,6.↩︎

  76. Mit שנאמר, das hier gebraucht wird, werden nur Schriftverse zitiert.↩︎

  77. Bereschit 41,13.↩︎

  78. Ib. V. 12.↩︎

  79. Ib. 40,16.↩︎

  80. Bereschit 41,32.↩︎

  81. Daniel 2,29.↩︎

  82. Ib. V. 30.↩︎

  83. Ursprünglich wohl Schiffstau, das durch Wortähnlichkeit (filum, fil) in Elefant geändert wurde.↩︎

  84. Richt.: man ließ uns lesen.↩︎

  85. Dewarim 28,31.↩︎

  86. Ib. V. 41.↩︎

  87. Ib.V. 32.↩︎

  88. Deine Frau.↩︎

  89. Kohelet 9,7.↩︎

  90. Dewarim 28,38.↩︎

  91. Wenig wirst du einsammeln.↩︎

  92. Dewarim 28,40.↩︎

  93. Und kein öl schmieren.↩︎

  94. Ib. V. 10.↩︎

  95. Süß für die Käufer, durch erzwungene Billigkeit.↩︎

  96. Oberhaupt des Kollegiums.↩︎

  97. Der Schreiber schrieb das W. חמר irrtümlich plene, merzte aber später das ו aus.↩︎

  98. Das L. vom Auszug aus Miçrajim (Tehillim Kapp. 113, 114), das am Festabend des Pesah gelesen wird.↩︎

  99. Das Wunder setzt eine Gefahr voraus.↩︎

  100. Die Frau Rabas.↩︎

  101. Die unter der Aufsicht dieses Beamten standen.↩︎

  102. אף Zorn, sowie Nase.↩︎

  103. Sechster Monat des jüd. Kalenders, ungefähr März.↩︎

  104. אדר ehren, verherrlichen.↩︎

  105. ניסן gl. נסיו ן Versuchung.↩︎

  106. Widernatürlichen Beischlaf ausgeübt.↩︎

  107. Nach Rasch! bedeutet Kappa im Pers. u. Griech. Balken; dies ist aber nicht zutreffend.↩︎

  108. Gr. δέκα.↩︎

  109. Bereschit 26,19.↩︎

  110. Pr 8,35.↩︎

  111. Jeschajahu 66,12.↩︎

  112. Ib. 31,5.↩︎

  113. Ib. 26,12.↩︎

  114. Das Verb שפת wird gew. in der Bibel, sowie im Talmud vom Aufsetzen des Topfes aufs Feuer gebraucht.↩︎

  115. Michah 3,3.↩︎

  116. Jeschajahu 59,19.↩︎

  117. Mischlej 27,8.↩︎

  118. Jechezkel 24,3.↩︎

  119. Hoschea 9,10.↩︎

  120. Dewarim 32,23.↩︎

  121. Jeschajahu 52,7.↩︎

  122. Jirmejahu 9,9.↩︎

  123. Jeschajahu 27,13.↩︎

  124. Hoschea 5,8.↩︎

  125. Schemot 11,7.↩︎

  126. Jeschajahu 56,11.↩︎

  127. Amos 3,8.↩︎

  128. Jirmejahu 4,7.↩︎

  129. Bereschit 41,14.↩︎

  130. Schoftim 16,17.↩︎

  131. Schir haSchirim 4,15.↩︎

  132. Jirmejahu 6,7.↩︎

  133. Jeschajahu 42,3.↩︎

  134. Ib. 36,6.↩︎

  135. Mischlej 4,5.↩︎

  136. Qana erwerben, Qane Rohr.↩︎

  137. Mischlej 4,7.↩︎

  138. Qana erwerben, Qane Rohr.↩︎

  139. Dewarim 33,17.↩︎

  140. Schemot 21,28.↩︎

  141. Zach. 9,9.↩︎

  142. Die Wortspiele lassen sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.↩︎

  143. Die Wortspiele lassen sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.↩︎

  144. Der Araber wird nach seinem Urahn auch Jiš. genannt.↩︎

  145. Bereschit 46,4.↩︎

  146. נמל gl. נם עלה↩︎

    1. B. Schmuel 12,13.
    ↩︎
  147. Dewarim 28,10.↩︎

  148. Mischlej 2,3.↩︎

  149. Dewarim 33,4.↩︎

  150. Mischlej 7,4.↩︎

  151. Tehillim 147,14.↩︎

  152. Jeschajahu 6,7.↩︎

  153. Tehillim 128,3.↩︎

  154. Bereschit 49,11.↩︎

  155. Mischlej 27,18.↩︎

  156. Gant. 8,2.↩︎

  157. Ib. 4,3.↩︎

  158. Tehillim 128,3.↩︎

  159. Jirmejahu 11,16.↩︎

  160. Schemot 27,20.↩︎

  161. Echa 4,22.↩︎

  162. Mischlej 27,27.↩︎

  163. Wajikra 23,40.↩︎

  164. Mischlej 1,20.↩︎

  165. Wohl wegen der Ähnlichkeit der Worte אוז Gans, und חוץ Straße. Nach anderer Erklärung ist hier an das lat. p1atea zu denken, das sowohl Straße als auch Kropfgans bedeutet.↩︎

  166. תרביצא auch bildl. für das Lehrhaus. Das W. תרנגולת wird in גילה ,נאה ,תר]ביצא[ zerlegt.↩︎

  167. Erst nach dem Aufschlagen des Eies zeigt es sich, ob der Inhalt genießbar ist.↩︎

  168. Tehillim 107,30.↩︎

  169. Jeschajahu 51,14.↩︎

  170. עועה st. צואה.↩︎

  171. Die Erde fressende Schlange findet ihre Nahrung überall.↩︎

  172. Tehillim 104,15.↩︎

  173. Pr, 31,6.↩︎

  174. Ib. 9,5.↩︎

  175. Eliša͑ b. Abuja; cf. Chagaj 15a.↩︎

  176. תשמיש sonst nur für Beischlaf gebraucht.↩︎

  177. Cf. Abschn. 6, Anm. 117.↩︎

  178. Ijow 41,10.↩︎

  179. Bereschit 3,19.↩︎

  180. Jeschajahu 51,14.↩︎

  181. עועה st. צואה.↩︎

  182. Ib. 53,10.↩︎

  183. Ijow 3,13.↩︎

  184. Jeschajahu 38,16.↩︎

  185. Bereschit 25,23.↩︎

  186. Die La. גיים das Ketib im massoretischen Text.↩︎

  187. Zeph. 3,9.↩︎

  188. Cf. Daniel 3,19ff. u. 6,17ff.↩︎

  189. Jeschajahu 14,23.↩︎

  190. Jeschajahu 14,23.↩︎

  191. Michah 1,6.↩︎

  192. Jirmejahu 50,12.↩︎

  193. Dieser Satz gibt keinen guten Sinn, in Handschriften fehlt er ganz; eine Randglosse liest אומניות Handwerker.↩︎

  194. Ijow 36,24.↩︎

  195. Ib. 37,24.↩︎

    1. B. Schmuel 17,12.
    ↩︎
    1. Melachim 19,11.
    ↩︎
    1. Diwrej hajamim 29,11.
    ↩︎
  196. Jechezkel 23,20.↩︎

  197. Ijow 9,10.↩︎

  198. Schemot 14,31.↩︎

  199. Jehoschua 10,13.↩︎

  200. Jeschajahu 63,3.↩︎

  201. Bamidbar 21,14.↩︎

  202. Schoftim 5,20.↩︎

  203. Schemot 17,16.↩︎

  204. Jechezkel 38,3.↩︎

  205. Mischlej 15,25.↩︎

  206. Tehillim 94,1.↩︎

  207. Jechezkel 21,11.↩︎

  208. Ib. V. 12.↩︎

  209. Jeschajahu 5,9.↩︎

  210. Tehillim 125,1.↩︎

  211. Jeschajahu 50,12.↩︎

  212. Tehillim 31,13.↩︎

  213. Eine ver lorene Sache wird nach 12 Monaten aufgegeben; cf. Bm. 28a.↩︎

  214. Vilon ist auch der Name des untersten der sieben Himmel (cf. Chagaj 12b), der nächste heißt Raqia͑, wonach hier zu verstehen: er reißt den Vilon auf, so daß das Licht des Raqia͑ sichtbar wird.↩︎

  215. Vilon ist auch der Name des untersten der sieben Himmel (cf. Chagaj 12b), der nächste heißt Raqia͑, wonach hier zu verstehen: er reißt den Vilon auf, so daß das Licht des Raqia͑ sichtbar wird.↩︎

  216. Ijow 9,9.↩︎

  217. Amos 5,8.↩︎

  218. Da wird dieser, und dort wird jener zuerst genannt.↩︎

  219. Sie gleichen einander im Range.↩︎

  220. Das Sternbild Skorpion ist mit Kima identisch.↩︎

  221. Ijow 38,31.↩︎

  222. Ib. V. 32.↩︎

  223. Der A͑jiš dem Kima.↩︎

  224. Kohelet 1,9.↩︎

  225. Ijow 38,32.↩︎

  226. Dh. 2 Erschütte rungen, für die beiden Tränen.↩︎

  227. Jechezkel 21,22.↩︎

  228. Ib. 5,13.↩︎

  229. Jirmejahu 25,30.↩︎

  230. Jeschajahu 66,1.↩︎

  231. Tehillim 77,19.↩︎

  232. Jirmejahu 10,13.↩︎

  233. Nah. 1,9.↩︎

  234. Hoschea 6,4.↩︎

  235. Da infolge des Regens der Preis des Getreides sinken wird.↩︎

  236. Kohelet 3,14.↩︎

  237. Jechezkel 1,28.↩︎

  238. Tehillim 135,7.↩︎

  239. Jeschajahu 50,3.↩︎

  240. Beginn des Frühlings.↩︎

  241. Hebr. Name des Tigris.↩︎

  242. Hebr. Name des Euphrat.↩︎

  243. Wenn dem herabfallenden Tropfen ein Tropfen vom Boden entgegenspritzt.↩︎

  244. Bekanntes Gebet, das am Šabbath gesprochen wird.↩︎

  245. Daß Regen gekommen; in diesem Falle spreche man den Segen »Der Gute und Gütige«.↩︎

  246. Wer Land besitzt; auch jeder andere hat Nutzen vom Regen, u. er spreche daher den Segen »Der Gute etc.«↩︎

  247. Dh. wenn ihm ein besserer Wein vorgesetzt wird.↩︎

  248. Wenn man ihm in einem anderen Hause nochmals Wein vorsetzt.↩︎

  249. Wenn er sie kauft, da dies für ihn neu ist.↩︎

  250. Daß man trotzdem den Segen sprechen muß.↩︎

  251. Bereschit 30,21.↩︎

  252. Von דין ihr Urteil.↩︎

  253. Im Text: Sandalfötus; cf. Nid. 25b.↩︎

  254. Wajikra 12,2.↩︎

  255. Tehillim 112,7.↩︎

  256. Jeschajahu 33,14.↩︎

  257. Mischlej 28,14.↩︎

  258. Ijow 3,25.↩︎

  259. Jeschajahu 1,9.↩︎

  260. Ib. V. 10.↩︎

  261. Wahrsch. der Boden über den Kanälen; cf. Ket. 62a.↩︎

  262. Schemot 21,19.↩︎

  263. Ansprache an die Engel, die den Menschen stets begleiten.↩︎

  264. Tehillim 101,1.↩︎

  265. Ib. 56,11.↩︎

  266. Ib. 116,13.↩︎

  267. Ijow 1,21.↩︎

  268. Kohelet 5,1.↩︎

  269. Bereschit 2,7.↩︎

  270. Wenn ich meinem Trieb gehorche.↩︎

  271. Wenn ich meinem Schöpfer gehorche.↩︎

  272. Je ein Gesicht vorn und hinten; er teilte ihn und bildete die Eva.↩︎

  273. Tehillim 139,5.↩︎

  274. Bereschit 2,22.↩︎

  275. Woraus Eva erschaffen wurde.↩︎

  276. Wajikra 10,12.↩︎

  277. Bereschit 7,23.↩︎

  278. Ib. 5,2.↩︎

  279. Ein Gesicht des Mannes und ein Gesicht der Frau.↩︎

  280. Bereschit 9,6.↩︎

  281. Ib. 2,21.↩︎

  282. Bereschit 2,22.↩︎

  283. Es war ja bereits fertig.↩︎

  284. Bereschit 2,22.↩︎

  285. So daß sie die Röcke hochheben muß.↩︎

  286. Mischlej 11,21.↩︎

  287. Schoftim 13,11.↩︎

  288. Ein solcher Vers befindet sich, wie schon Tos. bemerkt, in der Bibel nicht.↩︎

    1. Melachim 4,30.
    ↩︎
  289. Bereschit 24,61.↩︎

  290. Dh. man gehe am Bethause nicht vorüber.↩︎

  291. Kohelet 10,1.↩︎

  292. Bereschit 4,7.↩︎

  293. Dies aus der Ähnlichkeit der Worte חטה, Weizen, und חטאת, Sünde.↩︎

  294. Kohelet 10,2.↩︎

  295. Die Laute.↩︎

  296. Tehillim 109,22.↩︎

  297. Ib. 36,2.↩︎

  298. Ib. 109,31.↩︎

  299. Wenn R. nur zu den Mittelmäßigen gehören sollte, so gäbe es überhaupt keinen vollk. Gerechten.↩︎

  300. Der sehr reich war; cf. 1. Melachim 20,3.↩︎

  301. Der sehr arm war; cf. Ber. Blatt 17b.↩︎

  302. Dewarim 30,20.↩︎

  303. Im Verse Höre Jisraél; cf. Ber. Blatt 19b.↩︎

  304. Tehillim 17,14.↩︎

  305. Er sollte durch deine Hand sterben.↩︎

  306. Tehillim 17,14.↩︎

  307. Beim Bestehen des Tempels.↩︎

  308. Das Entblößen des Hinterteils; dies darf auf keinen Fall in der Richtung nach Jerušalem erfolgen.↩︎

  309. Das nördlich vom Jisraélland liegt.↩︎

  310. In schräger Richtung, nicht genau gegen Jerušalem; nach den Rabb., die nur die Ansicht RJ.s bestreiten, ist dies erlaubt.↩︎

  311. Zum Hinsetzen bei Verrichtung der Notdurft.↩︎

  312. Um zu sehen, ob es R. mit dieser Vorschrift genau nimmt.↩︎

  313. Eigenname Rabhs.↩︎

  314. Dewarim 33,2.↩︎

  315. Man ißt mit dieser.↩︎

  316. Die Gespenster der Aborte, die dasselbe Aussehen haben.↩︎

  317. Die Frau Rabas.↩︎

  318. Die rituell reinen Arbeiter bei der Olivenpressung.↩︎

  319. Speisen, die unter Beobachtung der Reinheitsgesetze zuberextet wurden.↩︎

  320. Wenn sie ihm wahrhe its widrig gute Handlungen nachsagen.↩︎

  321. Cf. Ber. Blatt 23b.↩︎

  322. Gf. Sab. Blatt 82a.↩︎

  323. Wird im T. stets als entferntester Ort angeführt.↩︎

  324. Wahrscheinl. Namen von Zaubereien.↩︎

  325. Man verrichte die Notdurft, sobald sie nötig ist.↩︎

  326. Das unanständige Benehmen im Abort.↩︎

  327. Im Tempelhof.↩︎

  328. Das Sprechen im Abort.↩︎

  329. Das Zurückhalten der Notdurft.↩︎

  330. Jeschajahu 43,4.↩︎

  331. Edom ist die Benennung Roms.↩︎

    1. B. Schmuel 24,11.
    ↩︎
  332. So im masoret. Texte; wahrscheinl. ואומר bzw. ותחס עיני zu lesen.↩︎

    1. B. Schmuel 24,4.
    ↩︎
  333. Wörtl. Hütte, die er aus seinem Mantel gebildet hat.↩︎

    1. B. Schmuel 24,5.
    ↩︎
    1. Melachim 1,1.
    ↩︎
    1. B. Schmuel 26,19.
    ↩︎
  334. Schemot 30,12.↩︎

    1. Diwrej hajamim 21,1.
    ↩︎
    1. B. Schmuel 24,1.
    ↩︎
  335. Ib. V. 15.↩︎

  336. Ib. V. 16.↩︎

  337. Im Text: רב, der Große.↩︎

  338. Der Tod des Frommen sühnt die Sünden.↩︎

    1. Diwrej hajamim 21,15.
    ↩︎
  339. Bereschit 32,3.↩︎

  340. Ib. 22,8.↩︎

  341. Schemot 30,1.↩︎

  342. Bereschit 22,14.↩︎

  343. Compendiaria (sc. via) abgekürzter Weg.↩︎

  344. מקפנא + אדר י = קפנדרטא.↩︎

  345. Bevor das Bh. erbaut wurde.↩︎

  346. Jechezkel 46,9.↩︎

  347. Euphemistisch, dh. Gottes.↩︎

    1. Melachim 9,3.
    ↩︎
  348. Es ist verboten, das Bethaus als Durchgang zu benutzen; cf. Meg. 28a.↩︎

  349. Schemot 3,5.↩︎

  350. Esther 4,2.↩︎

  351. Daß das Ausspeien verboten ist.↩︎

  352. Nechemja 9,5.↩︎

  353. Nechemja 9,5.↩︎

  354. Man antworte dieselbe Formel nach allen Segenssprüchen.↩︎

  355. Die Worte des Engels wären kein Gruß, sondern eine Verkündung, daß Gott bei ihm weile.↩︎

  356. Der Herr als Subjekt.↩︎

  357. Bezügl. der Tora, wenn andere nicht lehren.↩︎

  358. Mischlej 11,24.↩︎

  359. Ib. 3,6.↩︎

  360. Dieser Passus fehlt in den Ausgaben und ist nur in einem völlig untergegangenen portugiesischen Drucke enthalten; ähnlich in Handschriften.↩︎

  361. Mischlej 18,24.↩︎

  362. Bamidbar 5,10.↩︎

  363. So nach dieser Auslegung.↩︎

  364. Bamidbar 5,12.↩︎

  365. Ib. V. 15.↩︎

  366. So nach dieser Auslegung.↩︎

  367. Bamidbar 5,10.↩︎

  368. So nach dieser Auslegung.↩︎

  369. Dh. für das Schlechte preist.↩︎

  370. Ijow 22,25.↩︎

  371. תועפות vom aram. ע ף , עיף verdoppeln, bezw. vom hebr. עוף fliegen.↩︎

  372. תועפות vom aram. ע ף , עיף verdoppeln, bezw. vom hebr. עוף fliegen.↩︎

  373. Mischlej 24,10.↩︎

  374. Gegen ihn zu protestieren.↩︎

  375. Die Interkalation und die Festsetzung der Monate außerhalb des Jisraéllandes zu unterlassen.↩︎

  376. Wohl bekannte Persönlichkeit in der Diaspora.↩︎

  377. Jeschajahu 2,3.↩︎

  378. Wörtl. Weinberg, bildl. Benennung der Akademie zu Jabne. Eine Parallelstelle im jerušalemischen Talmud erklärt (auf die Frage, weshalb sie Weinberg heißt) wie folgt: es sind die Schriftgelehrten, die wie die Weinstöcke in Reihen saßen.↩︎

  379. Schemot 33,7.↩︎

  380. Schemot 33,7.↩︎

  381. Daß es von ihnen heißen muß »die Gott suchen«.↩︎

  382. Schemot 33,11.↩︎

  383. Dh. die H. erörtern.↩︎

  384. Schemot 33,11.↩︎

  385. Schemot 33,11.↩︎

  386. Dewarim 27,9.↩︎

  387. עשו + כתות = הסכת.↩︎

  388. Jirmejahu 50,36.↩︎

  389. Euphemistisch.↩︎

  390. Bamidbar 12,11. Dieser Vers belegt, daß ונואלו von אול töricht sein abzuleiten ist.↩︎

  391. Bamidbar 12,11. Dieser Vers belegt, daß ונואלו von אול töricht sein abzuleiten ist.↩︎

  392. Jeschajahu 19,13.↩︎

  393. עשו + כתת.↩︎

  394. Bamidbar 19,14.↩︎

  395. הס + כתת = הסכת.↩︎

  396. Mischlej 30,33.↩︎

  397. Menstruationsblut; in fraglichen Fällen hat der Gelehrte zu entscheiden, ob die Blutung eine menstruale ist, oder von einer inneren Verletzung herrührt, in welchem Fall die Frau rituell rein ist.↩︎

  398. Wörtl.: Gelderrecht, dh. alles, was Geldangelegenheiten betrifft.↩︎

  399. Mischlej 30,32.↩︎

  400. זמם zäumen; dh. wer zu fragen sich schämt.↩︎

    1. B. Schmuel 15,6.
    ↩︎
  401. Dewarim 23,8.↩︎

  402. Bereschit 47,6.↩︎

  403. II.Sam. 6,11.↩︎

  404. Dessen Frau.↩︎

    1. Diwrej hajamim 26,5.
    ↩︎
    1. Diwrej hajamim 26,5.
    ↩︎
  405. Ib. V. 8.↩︎

  406. O͑E. hatte von früher her 8 Söhne, seine Frau u. Schwiegertöchter je 6, zus. 62.↩︎

  407. Wörtl.: die Stunde.↩︎

  408. Sinaj, bildl. für einen, der viel gelernt hat, der die sinaitische Lehre kennt; vieil, aber sjoni v. lat. sciens.↩︎

  409. Wörtl.: Berge versetzend.↩︎

  410. Man brauchte einen von ihnen als Schuloberhaupt.↩︎

  411. Bei den Gelehrten in Palästina.↩︎

  412. Und dann sterben.↩︎

  413. Um jeden Anschein des Herrschens zu vermeiden.↩︎

  414. Tehillim 20,2.↩︎

  415. Ja͑qob war der eigentliche Stammvater.↩︎

  416. Schemot 18,12.↩︎

  417. Schemot 4,18.↩︎

    1. B. Schmuel 15,9.
    ↩︎
  418. Bereschit 15,15.↩︎

  419. Tehillim 84,8.↩︎

  420. Jeschajahu 54,13.↩︎

  421. Nach einer Erklärung des Talmud (Sabb. 114a): die Schriftgelehrten, die sich mit dem Ausbau der Welt befassen. Eine besondere Sekte Bannaím, die eine Untersekte der Essäer sein soll, kennt der Talmud nicht.↩︎

  422. Tehillim 119,65.↩︎

  423. Ib. 122,7ff.↩︎

  424. Ib. 29,11.↩︎