
Chassidismus (der, m, Substantiv)
Der Chassidismus ist eine der frühen Reform- und New Age-Bewegungen des Judentums und wird heute unverständlicherweise der Orthodoxie zugerechnet. Berühmte Vertreter des Chassidismus sind Martin Buber, Schalom ben Chorin und Woody Allen, welche diese Tatsache schon früh erkannten und durch ihre Veröffentlichungen dazu beitrugen, dass der Chassidismus wieder zu seinen ursprünglichen liberalen Wurzeln zurückfand. Begründet wurde die Bewegung durch Rabbi Israel ben Elieser (1698-1760), besser bekannt als der "Baal Shem Tov", einem Selfmademan aus armen Hause, der sich durch Annahme diverser Studentenjobs (Kellnern, Nachhilfeunterricht für Kinder) seine Ausbildung verdiente. Durch diesen engen Kontakt zur jüdischen Basis reifte in ihm früh die Erkenntnis, dass nur durch tiefgreifende Reformen in der jüdischen Pädagogik die Jugend zur Lehre der Tora zurückgebracht werden könne. Seinen Schülern verordnete er viel Bewegung an der frischen Luft und den damit gegebenen engen Kontakt zu Natur und Schöpfung. Die sogenannte Waldorf-Pädagogik ist daher in Wirklichkeit eine Idee des Baal-Shem Tov; leider bleiben auch seine Verdienste um die Gründung von "Greenpeace" und des Naturschutzbundes bis heute weitgehend ungewürdigt.
Der Chassidismus trug aber auch viel dazu bei, aufzuzeigen, dass Judentum und Sportlichkeit keine unüberbrückbaren Gegensätze sein müssen. Der Baal Shem Tov erkannte nämlich, dass meditative Gruppentänze eine positive Auswirkung auf die Lernfähigkeit von Studenten haben. Die chassidische Musik hat daher heute auch Eingang in die jüdische Popkultur gefunden und eine breite Auswirkung auf den jüdischen Volkssport. Gleichzeitig ist ihr Einfluss auf die allgemeine religiöse Bildung nicht zu unterschätzen, da mit der eingängigen Musik und ständiger Wiederholung einfacher Textsequenzen den Zuhörern Grundkenntnisse jüdischen Gebets und Glaubens vermittelt werden. Während die tiefschürfenden Texte und melancholischen Melodien eines Xavier Naidoo höchstens zur Bestreitung einer Schülerparty geeignet sind, füllt chassidische Musik ganze Säle und bringt die verschiedensten Glaubensrichtungen des Judentums im meditativen Tanz zusammen, da einfache Texte wie "Moschiach, Moschiach, Moschiach" oder "Moschiach bo" oder "Bo Moschiach, u-lo bo Moschiach?" schnell von den Zuhörern aufgenommen und im Unterbewusstsein gespeichert werden. Sportmediziner ermittelten, dass die bei chassidischen Tänzen erreichten Pulsfrequenzen und der Fettverbrennungseffekt denen in einem High-Impact Aerobic Kurs erreichten Werten entsprechen, die Tänze aber wegen der hohen Endorphinausschüttung bei der Ausübung auch von älteren Menschen gut vertragen werden.
Ein weiterer Effekt des Chassidismus ist die eklatante Aufwertung des Rabbinerberufs. Während moderne Rabbiner oft darüber klagen, nur eine Art Kultusbeamter der Gemeinde zu sein und wenig Respekt von ihren Gemeindemitgliedern zu erfahren, darf sich ein chassidischer "Rebbe" der ungeteilten Aufmerksamkeit seiner Anhänger erfreuen, die sich auch in den winzigsten Details jüdischen Alltags auf ihn verlassen werden. Dies kann sowohl die Wahl des richtigen Ehepartners als auch den Einkauf der richtigen Kopfbedeckung betreffen. Die Verehrung der Chassidim für ihre Rebben ist ähnlich ausgeprägt wie die katholischer Pilger für den Papst, inklusive des Mitführens kleiner Fotografien des Verehrten, dies hat selbstverständlich auch für die Betroffenen Auswirkungen. Schon kurz nach Einführung des Chassidismus bemerkte die podolische Rabbinergewerkschaft "Schomrei ha-Tefila" einen deutlichen Rückgang berufsbedingter Erkrankungen wie des Burnout-Syndroms oder depressiver Erschöpfungszustände bei ihren Mitgliedern. Böse Zungen behaupten, chassidische Rabbiner seien das jüdische Pendant zu indischen New-Age Gurus, aber dabei handelt es sich um vollkommen haltlose Vergleiche aus einschlägigen progressiven Kreisen.
Eine berühmte chassidische Gruppe ist Chabad Lubawitsch, an der sich die obengenannten Phänomene hervorragend beobachten lassen. Chabad bietet zudem eine kindgerechte Theologie, die auch von wenig gebildeten Menschen verstanden werden kann. Die Wichtigkeit von Kashrut und Schabbat würde etwa so erklärt:
Klein Moishe will am Freitagabend zu seinem christlichen Freund Peter zum Essen gehen. Auf dem Weg dorthin sieht er eine Leuchtreklame von Chabad und beschließt vollkommen beeindruckt von deren Aufruf, dann doch lieber die nächste Synagoge aufzusuchen. Er verpasst das Essen bei Peter, dessen Mutter beim Kochen nicht aufgepasst hat, daher kommt die ganze Familie mit einer Salmonellenvergiftung ins Krankenhaus. Durch seinen Verzicht auf das treife Abendessen und den spontanen Synagogenbesuch ist Moishe gerettet worden! Baruch ha-Shem! Frejt Ejch, Yidelech!
Chabad hat zudem das oben bereits erwähnte Eventmanagement auf multimedialer Ebene bis zur Perfektion weiterentwickelt, mit stylischen Internetauftritten und einer jüdischen Variante der Sesamstrasse - danach werden Sie nie wieder gefilten Fish essen können! Die Straßenfeste sind legendär, ebenso die Mitzwamobile, die das Judentum zu den Menschen bringen, ob sie wollen oder nicht. Jedenfalls vermittelt Chabad eins: Judentum kann auch Spaß machen - Baruch ha-Shem!
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