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Heute ist der

Rabbinerseminar vor dem Aus?



Das Abraham-Geiger-Kolleg bildet heute in Deutschland Rabbiner aus. 2006 wurden die ersten unter großem Medieninteresse ordiniert (auch talmud.de berichtete). Nun berichten die Medien weniger positives. Das Rabbinerseminar ist in seiner Existenz bedroht.:

 

Das Abraham-Geiger-Kolleg an der Universität Potsdam sieht seine Existenz akut gefährdet. Grund sei ein Spendeneinbruch in den USA und Europa als Folge der weltweiten Finanzkrise, sagte Rektor Walter Homolka .

Das Kolleg ist das erste Rabbinerseminar in Mitteleuropa nach dem Holocaust. Es warte seit 2006 auf eine finanzielle Beteiligung der Länder. "Ohne wirksame und schnelle Hilfe müssen wir schließen. Das wäre ein Verlust für das jüdische Leben, und für Deutschland ein Imageschaden, den man überhaupt nicht ermessen kann." Eine Alternative zum Standort Deutschland gebe es nicht.

hieß es in der Berliner Morgenpost und einigen anderen Zeitungen und tatsächlich ist die Lage ernst.

 

Ein Rabbinatsstudent berichtet:

 

Mein Name ist Konstantin Pal, ich bin 29 Jahre alt und in Deutschland aufgewachsen. Seit 5 Jahren studiere ich am Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam und nur dort kann ich Rabbiner werden.

Ich war in den letzten 2 Wochen in der Jüdischen Gemeinde Schwerin als Rabbinerstudent tätig, um dort die Gottesdienste für das Jüdische Neujahrsfest (Rosch-Haschana), den Versöhnungstag (Jom Kippur) und das Laubhüttenfest (Sukkot) durchzuführen. Der Rabbiner der Gemeinde ist 81 Jahre alt momentan schwer erkrankt und nicht in der Lage die Gemeinde zu betreuen. Ohne das Kolleg und seine Rabbinerstudenten hätte die Gemeinde keines dieser Feste leiten können - sie besteht zur Mehrheit aus Kontingentflüchtlingen die sehr wenig mit jüdischen Traditionen und Bräuchen vertraut sind. Doch die jüdische Gemeinde zu Schwerin hatte Glück, denn es gibt das Abraham-Geiger Kolleg, welches jedes Jahr Rabbinerstudenten in kleine und mittlere Gemeinden in der gesamten Bundesrepublik im Rahmen der Ausbildung schickt, um diese zu betreuen. Aber es gibt noch sehr viel Arbeit und noch sehr viele Gemeinden ohne Rabbiner oder Rabbinerstudenten. Sollte der Betrieb des Kollegs eingestellt werden, wird es keinen Rabbinernachwuchs in Deutschland geben und die Gemeinden werden in ihren bereits schweren Situationen mit einem weitern Problem kämpfen, den fehlenden Theologen, Seelsorgen und Lehrern.

Einer meiner Beweggründe Rabbiner zu werden, war der Wunsch, das jüdische Leben in Deutschland aufzubauen und zu stärken. Ich bin selbst im Alter von 9 Jahren mit meiner Familie nach Deutschland eingewandert und hatte das große Glück, in einer lebendigen jüdischen Gemeinde aufgewachsen zu sein. Die Lehrer und Rabbiner dieser Gemeinde prägten mich in meiner Entwicklung zum erwachsenen Menschen und in meinem Judentum. Ich will diese Kette, die seit Jahrtausenden fortgeführt wird weiterführen und mein Wissen, meine Erfahrung und mein Judentum an die nächste Generation weitergeben. Dafür werde ich vom meinem Kolleg ausgebildet, unterstützt und angespornt.

Wenn ich meinen Freunden und Kollegen im Ausland davon erzähle das es in Deutschland ein Rabbiner Seminar gibt, wird mir zuerst nicht geglaubt, es bedarf immer langer Gespräche und Überzeugung, um Ihnen gegenüber klar zu machen, dass ein neues Jüdisches Leben in Deutschland im Aufbau ist - und immer, wirklich immer ruft diese Information bei allen eine Begeisterung hervor. Helfen sie uns damit diese nicht aufhört. Deutschland wird in der jüdischen Welt immer noch mit einem besonderen Augenmerk beobachtet, insbesondere was das jüdische Leben in Deutschland betrifft. Lassen sie nicht zu, dass sich unser Land für etwas schämen muss, was vermeidbar ist.

Ohne finanzielle Mithilfe Brandenburgs wird das Rabbinerseminar an der Universität Potsdam nicht weiter bestehen können. Bitte helfen Sie uns, damit sich unser Traum und der Traum vom neuen jüdischen Leben in Deutschland verwirklicht.

 

Einstweilen haben die Leser von talmud.de die Möglichkeit, auch durch kleine Beiträge die Aufrechterhaltung des Seminars zu unterstützen:

Abraham Geiger Kolleg gGmbH

Kontonummer 108 30 39

Bankleitzahl 100 700 24

Deutsche Bank 24 Berlin

 

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