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Heute ist der



Gojim (die, MZ, Singular: Goi, der, m, hebräisch für "Volk")

Als Gojim werden die nichtjüdischen Mitglieder der Gesellschaft bezeichnet, vollkommen abwegig wird dies von den Betroffenen für eine abwertende Bezeichnung gehalten. Um auf die diesbezügliche Sensibilität der christlichen Bevölkerung Rücksicht zu nehmen und jeden Verdacht auszuräumen, das Christentum würde durch das Judentum diskriminiert, wurde etwa in einer großangelegten Rückholaktion der im deutschen Sprachraum gebräuchliche Sidur überarbeitet und die Bracha "Sche lo asani goi" durch "sche lo asani nochri" im Morgengebet ersetzt. Eine Eingabe des jüdischen Frauenbundes, im Zuge dieser Antidiskriminierungskampagne auch gleich die Bracha "sche lo asani ischa" durch "sche asani k'r'zono" zu ersetzen, musste leider vom Verlag abgelehnt werden, da die entsprechenden Druckfahnen bereits fertiggestellt waren und eine Neuanfertigung den finanziellen Rahmen des Projekts gesprengt hätte.

Das Adjektiv zu Goi ist gojisch und findet sich häufig im Alltagssprachgebrauch wieder, um nichtnormkonformes Verhalten zu beschreiben. "Gojischer Jid" etwa bezeichnet ein Gemeindemitglied, das sich nicht den Speisevorschriften unterwirft oder niemals die Synagoge besucht. "Goje Naches" sind Vergnügungen aller Art, die vom Studium der Tora ablenken, etwa Kino und Schwimmbadbesuche und das Lesen der Romane von Rosamunde Pilcher. "Gojisch" ist es auch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, Schokoladenhasen zu essen und Jiddisch falsch auszusprechen. Da sich alle diese Aktivitäten auf Juden beziehen, dürfte der Verdacht, dass es sich bei "gojisch" um eine abwertende Bezeichnung handeln könnte, ausgeräumt sein, denn der Zusammenhalt der jüdischen Bevölkerung untereinander ist ja allgemein bekannt, daher dürften diskriminierende Aussagen untereinander kaum verwendet werden.

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