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Heute ist der

Juden und Jüdisches in der Science-Fiction der letzten drei Jahrzehnte



von Mirjam Lübke

Liebe Jüdisches-Leben-Leser, zuerst einmal vielen Dank für Eure Anregungen. Offensichtlich gibt es unter Euch eine Menge Trekkies, wie ich zu meiner Freude festgestellt habe!

Natürlich ist Euch zuerst Spock eingefallen, wie könnte es anders sein! Um dem Rätselraten um Leonard Nimoys Einfluß auf die Serie Star Trek ein Ende zu bereiten, schlage ich euch vor, euch einmal das Special zum 25-jährigen Geburtstag von Raumschiff Enterprise anzusehen, die damals mit der Pilotfolge "The Cage" von Sat1 ausgestrahlt wurde. Darin kommt Nimoy auch auf seine osteuropäisch-jüdische Herkunft zu sprechen, die tatsächlich seine Interpretation der Rolle bestimmte.

Zunächst einmal ging es nur darum, einen Gruß der Vulkanier zu erfinden, die sich von jener der (Erd-)Menschen unterschied. Bei den Besprechungen für das Drehbuch erinnerte sich Nimoy an seine Kindheit in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde, die hauptsächlich aus russischen Einwanderern bestand. Dort war es üblich, dass die Mitglieder sich beim Duchan, dem Priestersegen, von dem Cohen abwandten, weil sie den eigentlichen Vorgang des Segnens nicht sehen sollten. Damals konnte Nimoy seine Neugier nicht unterdrücken und drehte sich vorsichtig, ohne dass sein Vater es bemerkte, zu den Priestern um, so dass er ihre erhobenen Hände sehen konnte, ein für ihn unerhörter Vorgang. Seitdem hatte der Priestersegen für ihn etwas geheimnisvolles, magisches an sich, das er gerne in die Serie übernehmen wollte, um den Vulkaniern eben diesen mysteriösen Touch zu verleihen. Seitdem formen auch sie die Hand zum hebräischen Schin, das für Schaddai (Allmächtiger) steht. Auch die Grußformel "Lebt lang und in Wohlstand" kommt aus dem osteuropäischen Raum.

Nimoy ist übrigens nicht der einzige Schauspieler mit jüdisch-orthodoxem Hintergrund in der Serie. In Star Trek – The Next Generation spielt in einer Nebenrolle Theodor Bikel den Adoptivvater des Mister Whorf. Beide, sowohl Nimoy als auch Bikel, treten auch als Sänger jiddischer Lieder auf, wie letztens in der polnisch-jiddischen Zeitung "Das jüdische Wort" zu lesen stand. Für Bikel stehen diese Auftritte sogar im Vordergrund seiner Karriere. Ist es der amerikanischen Unbefangenheit zu verdanken, dass jüdische Motive so bedenkenlos in eine Unterhaltungsserie – auch wenn sie sicherlich zu den anspruchsvolleren ihrer Art gehört - eingebaut werden?

Natürlich ist es zu begrüßen, dass auch im phantastischen Genre jüdische Charaktere auftreten, sie werden nur manchmal sehr funktionalisiert – ähnlich wie Commander Chakotay in der Voyager-Serie, dessen indianische Herkunft oft thematisiert wird, wenn es um spirituelle Themen wie Seelenwanderung geht. Einer der unserer Leser warnte auch zurecht davor, hinter jeder zu groß geratenen Nase in einem phantastischen Film sofort einen Akt des Antisemitismus zu vermuten. (Die Frage nach den Ferengi ist noch immer nicht geklärt!)Auffällig bleibt aber, dass in phantastischen Filmen, die sozialkritische Inhalte haben oder zumindest vorgeben, sozialkritisch zu sein, häufig Juden – seltener Jüdinnen – auftreten, die den übrigen Beteiligten den moralisch richtigen Weg aufweisen – so als ob es uns in die Wiege gelegt wäre, diesen grundsätzlich zu kennen. Somit wird ein positives Vorurteil unterstützt, das bei allem guten Willen dennoch ein Vorurteil bleibt, ähnlich wie das des hochintelligenten jüdischen Wissenschaftlers, der in der Gestalt des Dr. Zarkoff (gespielt von Topol)(Eine sehr grausame Szene zeigt, wie der Wissenschaftler einer Gehirnwäsche unterzogen wird. Dabei erinnert er sich auch seiner Kindheit im 2. Weltkrieg und der Deportation seiner Eltern) im Flash Gordon Film von 1980 karikiert wird.Während in Star Trek und Dune(Paul Atreides ist der Kwisatz Haderach, "die Abkürzung des Weges", eine pseudomessianische Gestalt. Das Buch von 1967 ist eher religionskritisch und setzt sich mit der Gewaltbereitschaft der Glaubensrichtungen auseinander, während der Film von 1984 in prophetischen Bildern schwelgt.) zwar jüdische Motive verwandt werden, aber keine jüdischen Personen auftreten, wurden in einige Filme und Serien der letzten Jahrzehnte bewusst Charaktere eingeflochten, deren Jüdischsein mit der Handlung in Verbindung steht.

Jüdische Motive blieben aber eher ein Gag am Rande oder so vage, dass sie auch aus jeder andern Kultur stammen konnten. Neil Weizenkorn, der Autor des Artikels Star Trek and Judaism ist allerdings der Meinung, in der Folge Kirk:2=?, in welcher der Captain in einen guten und einen bösen Kirk gespalten wurde, wiese auf die midraschische Lehre von den zwei Trieben ( Jetzer Ra w-Jetzer Tov) hin. Die bei den Klingonen übliche Namensgebung, z.B. Whorf Sohn des Mogh, laut Weizenkorn eine weitere Übereinstimmung, gibt es aber nicht nur bei uns, sondern auch in den skandinavischen Kulturen.

 

Die Nathans des Science-Fiction-Films: Sind wir Juden wirklich so eindimensional?

Im folgenden möchte ich einige Filme vorstellen, in denen explizit jüdische Charaktere in die Handlung aufgenommen und den Zuschauern durch unterschiedliche Attribute vorgestellt werden. Zudem waren diese Filme typische Produkte ihrer Zeit, während die in ihnen vorkommenden jüdischen Männer sich in ihrer Charakterisierung wenig ändern:

In den siebziger Jahren war eines der Hauptthemen der Science Fiction die drohende ökologische Katastrophe. Der Treibhauseffekt und die Bevölkerungsexplosion beschäftigten zahlreiche Filmemacher, selten gingen die Bücher und Filme dieser Zeit glücklich aus, sondern endeten in einer unheilverkündenden Prophezeiung. Die verseuchte Erde bot keine Perspektive mehr für positive Visionen, wie sie in Star Trek geschaffen wurden.

Einer dieser Filme war Soylent Green (1973) – in Deutschland erschien er unter dem Titel Jahr 2022-Die überleben wollen – mit Charlton Heston und Edward G. Robinson. Heston – wie üblich der aufrechte Held, hier bei der New Yorker Polizei – lebt in einer Wohngemeinschaft mit dem skurrilen Sol Roth, der ihm täglich davon erzählt, wie schön die Vergangenheit war, in der es noch sauberes Wasser, einen blauen Himmel und frische Nahrungsmittel gab. Die bedrückende Wirklichkeit bedeutet Wohnungsnot, Wasserrationierung und Stromknappheit – die beiden produzieren ihren eigenen Strom auf einem alten Fahrrad. Die verpestete Luft hat alle Pflanzen und damit die Grundlage der menschlichen Ernährung zerstört. Nur einige wenige Reiche können sich frische Nahrung leisten, die Bevölkerung lebt von dubiosen Nährpräparaten.

Während Heston (sein Rollenname ist mir leider entfallen) den Mord eines Industriemagnaten untersucht, der sein Geld mit eben jenen Nährmitteln verdiente, stellt Sol Roth seine eigenen Ermittlungen an. Lange vor seinem Freund findet er heraus, dass Soylent Grün nicht aus Soja hergestellt worden sein kann, wie die Industrie behauptet... Durch seinen Tod in einem der öffentlichen Selbstmordinstitute weist er den Polizisten auf die Lösung des Falles hin.

Wie wird der Zuschauer darauf hingewiesen, dass Sol Roth Jude ist? In diesem Fall im Gegensatz zum nachfolgenden Beispiel relativ unaufdringlich. Auch wenn er durchaus in die Gruppe der "jüdischen Mahner" gehört, so ist er doch keine eindimensionale Figur. Sein Selbstopfer bewegt sich hart an der Grenze des Kitsch, ohne diese Grenze zu überschreiten. Sol Roth ist kein heroischer Selbstmörder, sondern entschließt sich zu diesem Schritt, weil er die triste Welt um sich nicht mehr ertragen kann.

In der deutschen Fassung des Films fällt leider nicht auf, dass er fortwährend auf jiddisch flucht. In einer der schönsten Szenen des Films, in der sich die beiden Männer die aus der Wohnung des Industriellen gestohlenen Lebensmittel teilen, stoßen sie mit L’chaim auf das unverhoffte Glück an.

Einen Themenwandel gab es während der achtziger Jahre. Die Science-Fiction-Serien dieser Zeit zeigten manchmal offene Militärverherrlichung, wie zum Beispiel bei Kampfstern Galactica zu Beginn des Jahrzehnts, brachten aber auch stillere Filme hervor wie E.T. oder die Serie Zurück in die Vergangenheit. Außerdem gab es am Ende des Jahrzehnts endlich wieder Star Trek, mit einer Crew, die mehr an Forschung als an Auseinandersetzung interessiert war. Sowohl die Befürworter als auch die Gegner des Wettrüstens in der Science-Fiction-Szene wurden von der Filmindustrie bedient.

Als die Serie V – Die außerirdischen Besucher Anfang der achtziger Jahre von NBC gedreht wurde, sollte sie eine deutlicher Parallele zur Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland darstellen. Eine außerirdische Großmacht versucht die Erdbevölkerung zunächst mit Propaganda (Heilmittel gegen Krebs, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung) und dann mit Gewalt für ihre Ziele arbeiten zu lassen. Dieser Vorgänger von Independence Day war zwar auch als Action-Serie geplant, hatte durchaus aber den Anspruch, vor autoritären Strukturen zu warnen. Meist ging das allerdings in viel patriotischem Gehabe unter, zum Beispiel in einer schlecht von Casablanca kopierten Barszene, in der die Widerstandskämpfer in Gegenwart einiger uniformierter Außerirdischer die amerikanische Nationalhymne singen. Während es den ersten Folgen der Serie durchaus noch gelang, die Bedrohung subtil und glaubwürdig zu gestalten, so wandelte sie sich schnell zu einem typischen Produkt des kalten Krieges mit den üblichen Schießereien. Vorbild der Unterdrücker waren sehr schnell nicht mehr die Nationalsozialisten, sondern die Sowjetunion – in den letzten Folgen gab es sogar so etwas wie Glasnost. Teil des Geschehens ist in der ersten Staffel auch eine jüdische Familie, welche die Ereignisse unterschiedlich wahrnimmt. Der Großvater, selbst Überlebender von Auschwitz, erkennt als erster die Bedrohung, die von den Besuchern ausgeht. Besonders tragisch ist für ihn, dass sein eigner Enkel sich einer paramilitärischen Organisation anschließt, welche "für Ordnung auf den Straßen sorgt".

Das Jüdischsein der Familie wird in der Serie von Beginn an thematisiert, so trägt der Großvater schon im Vorspann eine Kippa. Die jüdische Religiosität wird allerdings nicht gezeigt, die Identität ergibt sich hauptsächlich aus der Leidensgeschichte der Familie im zweiten Weltkrieg, die dem Großvater die Augen für die bevorstehende Bedrohung öffnet. So wird er Mitbegründer der ersten Widerstandsgruppe, die sich den Besuchern entgegenstellt.

Anders ist das im Nachfolger Independence Day, einem Film der den Besuchern an Patriotismus nicht nachsteht, aber streckenweise durchaus ironisch konzipiert ist. Der Vater des Helden ist auch religiöser Jude, was sich an Details zeigt, die dem christlichen Zuschauer sicherlich verborgen bleiben, wie der bereits erwähnten Mesusah am rechten Türpfosten. (Wer sich Serien wie die Nanny anschaut, weiß, dass es durchaus nicht selbstverständlich ist, dass die Kapsel richtig angebracht ist.) In der Szene vor der großen Abschlussschlacht sammelt der alte Mann – gespielt von Judd Hirsch - die Kinder der zur Militärbasis des Präsidenten geflohenen Camper zum Gebet um sich. Einem General, der sich dazusetzen möchte, aber entschuldigend sagt "er sei kein Jude", entgegnet er lächelnd: "Kein Mensch ist perfekt!"

Sowohl Robinson als auch Judd Hirsch spielen ihre Rollen mit einem gewissen Augenzwinkern, so dass das gezeigte Klischee vom weisen alten Mann ein wenig entschärft wird. Werden Juden also in diesen Filmen gezielt in die Handlung eingebracht, um große Gefühle zu wecken?

Selten nur tauchen jüdische Frauen in der Handlung auf, obwohl der Anteil weiblicher Heldinnen in Science Fiction Filmen in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Seitdem Sigourney Weaver als Ellen Ripley gegen das Alien kämpfte, gibt es glücklicherweise mehr selbstbewusste Frauen in der SF, und auch bei Star Trek haben wir endlich einen weiblichen Captain auf der Brücke, nachdem das Publikum der sechziger Jahre sich mit einem weiblichen ersten Offizier in The Cage noch außerordentlich schwer getan hatte (In Folge dessen wurde die Rolle des Mister Spock erweitert, der beim Publikum sofort beliebt war).

Die obengenannten jüdischen Protagonisten haben noch eine weitere Gemeinsamkeit, sie sind alle fortgeschrittenen Alters. Die Kombination aus Alter und Weisheit erinnert sehr an Lessings Nathan, der ebenfalls weniger ein Mensch aus Fleisch und Blut als eine menschgewordene Toleranzforderung war. So wie Nathan der Weise im Stück eine Funktion erfüllte, werden auch diese Männer in die Handlung eingeführt, um auf einen gesellschaftlichen Missstand (Missbrauch von Menschen als Schlachtvieh, faschistoide Außerirdische) aufmerksam zu machen oder den Spezialeffekten des Films einen menschlichen Ausgleich entgegenzusetzen (Independence Day). Über jüdisches Leben oder die Beteiligung jüdischer Kultur an Zukunftsvisionen zeigt das wenig, es ist vielmehr die Perspektive des wohlmeinenden, um Verständigung bemühten Nichtjuden, der dennoch in seine Vorurteile verstrickt bleibt. Auch für jüdische Frauen ist dort kein Platz, noch nicht einmal als die übliche "Schöne Jüdin".

 

Leni Riefenstahl und Star Wars: Von Shylock zu Palpatine?

Wenn somit auch der Nationalsozialismus als ultimative Bedrohung zum Filmereignis verharmlost wird, so verwundert es nicht, dass andererseits nationalsozialistische Ästhetik bedenkenlos in die Space Operas der achtziger Jahre übernommen wurde. Ist diese Übernahme eine Huldigung an die deutsche Filmindustrie der dreißiger und vierziger Jahre? Der Blick auf die Star Wars Filme ist im folgenden ein wenig überkritisch, soll aber zeigen, mit welcher Unbefangenheit auch im phantastischen Film mit Motiven aus allen Mythen – und deren selbsternannten Nachfolgern – umgegangen wird.

Man denke nur an die Schlussszene aus Star Wars – Eine neue Hoffnung, die aus Leni Riefenstahls Film zum Nürnberger Parteitag von 1935 entnommen wurde. Obwohl Triumph des Willens von Hitler selbst in Auftrag gegeben wurde und somit zu den typischen Propagandawerken der dreißiger Jahre gehört, wurde seine Ästhetik und Kameratechnik gerade von amerikanischen Regisseuren hochgeschätzt. Die von den Nationalsozialisten gern eingesetzte Technik des Lichterdoms, der die zu präsentierende Person vor dem Hintergrund in den Himmel reichender Scheinwerferstrahlen in Licht "badet", wird in der Schlussszene eingesetzt, um die Helden der Rebellion im überirdischen Glanz erscheinen zu lassen. Dies ist keine Schlussfolgerung von mir – obwohl ich Riefenstahls Film während meines Studiums zu sehen bekam – sondern steht als Anmerkung zum Drehbuch auf der von LucasArts herausgegebenen CD-Rom Behind the Magic zu lesen.

Ralph McQuarrie, der als Produktionsdesigner für Lucasfilms arbeitet, zeigt in seinen Entwürfen zu den vier Star Wars Filmen ebenfalls einen deutlichen Hang zur deutschen Architektur der dreißiger Jahre – um es gemäßigt auszudrücken – so wie der Komponist John Williams ein offener Bewunderer der Musik Richard Wagners ist.

Die Bildwelt des Star Wars Universums ist somit recht widersprüchlich: Einerseits erinnern die Uniformen und Superwaffen des Imperiums sehr an die Kanonenbootpolitik Kaiser Wilhelms, aber das ist der Fan des phantastischen Action-Kinos ja von seinen Bösewichten gewöhnt, die mal deutsch, mal japanisch uniformiert aussehen. Leider gibt es bereits Chat-Foren im Internet, in denen sich einige faschistisch angehauchte Jugendliche unter dem Deckmantel des galaktischen Imperiums zu ihren Ballerspielen verabreden ("Deutsche Stormtrooper").

Andererseits werden geschickt schon von den Nationalsozialisten eingesetzte Mechanismen benutzt, um im Zuschauer heftige Gefühlsregungen auszulösen, gewaltige Musik, der typische Lichterdom in der Schlussszene des vierten Teils oder Senatsprachtbau im jüngsten Star Wars Film. Den größten Ausrutscher leistete sich der Autor des Begleitbuches zu Episode 1 aber in seiner Beschreibung des intriganten Senators Palpatine, der eine Vorliebe für moderne Kunst hat: Eben diese Vorliebe "für die seltsamen Kunstwerke fremder Völker" ist nach Ansicht des Autors ein eindeutiges Indiz dafür, dass der Senator sich seinem Volk entfremdet hat und ehrgeizigere Pläne verfolgt. Nicht die Intrigen sind es, sondern die seltsame Kunst...?

Wenn die Heldenbilder denen der Nazi ähneln, sind die Feindbilder dann auch ähnlich? Über Palpatines Äußeres in Die Rückkehr der Jedi-Ritter könnte man ebenfalls diskutieren – und zwar über die gleichen Dinge wie bei den Ferengi - aber dann wären wir wieder beim Thema der großen Nasen... Nur soviel dazu: Die beiden großen Hauptrollen des Schauspielers Ian McDiarmid waren bisher Shylock und Barabas...(siehe Anmerkung unten) Ist Star Wars deshalb ein faschistischer Film? So weit kann auch ein scharfer Kritiker nicht gehen, aber es verwundert schon, mit welcher Begeisterung sich Lucas/Spielberg sich auf die Ästhetik der Leni Riefenstahl einlassen. Auch dieser Ästhetik liegen natürlich weitaus ältere mystische Motive zugrunde, die nicht von den Nationalsozialisten erfunden wurden, aber offensichtlich universal eingesetzt werden können, um das Publikum zu beeindrucken. Ich selbst habe die Bösewichte bei Star Wars immer sehr genossen – besonders Palpatine – aber der Spaß ist mir seit der erwähnten Drehbuchanmerkung vergällt.

Ebenso wenig wie ich Lucas und Spielberg unterstellen will, der nationalsozialistischen Kultur zu huldigen – im Falle von Spielberg wäre das schon absurd – weil sie deren Stilmittel übernehmen, so kann ich – außer im Falle von Star Trek – in der Übernahme jüdischer Motive in den phantastischen Film ein wirkliches Interesse am Judentum erkennen. Dazu bleiben die gezeigten Menschen zu eindimensional oder zu sentimental gezeichnet. Sie sind mehr Stilmittel als Menschen, mit denen der Zuschauer, sei er nun jüdisch oder nicht – sich identifizieren kann.

Aber die Suche nach jüdischen Motiven im Film geht weiter. Schreibt mir jemand etwas über die Kaddisch-Szene, die es bei Babylon 5 gegeben haben soll?

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