Hauptseite | Kontakt
English

Titel

 

 

Heute ist der

Jüdische Sozialdemokraten treffen sich



Alte und neue Nazis können aufatmen! Die SPD ist wieder eine „verjudete“ Partei!

von Wolfgang Sunderbrink

Am 12. und 13.10.2007 fand im Willy-Brandt-Haus in Berlin das 1. Bundesseminar jüdischer Sozialdemokraten und –innen statt. Angereist waren Jüdinnen und Juden aus allen Teilen Deutschlands.

Das Seminar begann mit der üblichen Vorstellungsrunde. Der wahrscheinlich jüngste Teilnehmer war 25 Jahre alt, der älteste 82 Jahre! (Kein Fehlgriff im Vokabular: es waren beides Männer!)

Die gewählten (und in Rekordzeit bestätigten) Sprecher des Arbeitskreises berichteten über die bisherigen Aktivitäten, hier sei nur erwähnt die „Unterstützung für das Recht auf freie Religionsausübung und den Bau muslimischer Kultuseinrichtungen“.

Alex Elson, Leiter der Europaabteilung der Givat Haviva und Europa-Direktor der Kibbuzbewegung, mit Wohnsitz in Berlin und Tel Aviv, führte ebenso kenntnis- wie detailreich in den aktuellen Stand der nahöstlichen Friedensdiskussion und die Positionierung der israelischen Arbeiterparteien ein.

Nach spannenden 2 ½ Stunden war dann Schabbat im wahren Wortsinn. Wer wollte (das war dann die Mehrheit) begab sich gemeinsam zum Schabbat-G’ttesdienst in die Synagoge Oranienburger Straße. Die Gruppe wurde von Rabbinerin Gesa Ederberg und der Gemeinde herzlich begrüßt und willkommen geheissen. Nach einem (zu kurzen) Weinempfang (gesponsort von dem AK) und Gesprächen mit Gemeindegliedern trafen sich die Teilnehmer der Tagung dann wieder im Willy-Brandt-Haus zu Schehechianu, Kiddusch und gemeinsamen Abendessen. Das dürfte für das Willy-Brandt-Haus eine Premiere gewesen sein.

Der folgende Vormittag wurde dominiert von Deirdre Berger, (Director des American Jewish Committee Berlin) und ihrem Vortrag über „Nahostpolitik und Transatlantische Beziehungen – eine jüdische Perspektive“.

Nah der Diskussion zur Ausrichtung des Arbeitskreises in außenpolitischen Fragen (die aber auch andere Komplexe berührte), führte Kerstin Griese, MdB und Beauftragte der SPD-Fraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, in den aktuellen Stand der Diskussion des Grundsatzprogramms ein und nahm für sich als Arbeitsauftrag mit, dafür Sorge zu tragen, dass auch die jüdischen Wurzeln der deutschen Sozialdemokratie als wichtiger und prägender Bestandteil erwähnt werden.

Die Gründung des Arbeitskreises wurde – besonders von Deirdre Berger – als richtiger Weg zu einer Lobby für Israel begrüßt. Sergey Lagodinsky, der Sprecher des Arbeitskreises, wies darauf hin, dass der Arbeitskreis sich nicht als „ein-Thema-Verein“ verstehe und sich auf vielfältige Art und Weise politisch betätigen wolle. Sicher wird der AK solidarisch an der Seite Israels stehen, aber auch die innenpolitischen Probleme nicht vergessen. Der AK wird den gesellschaftlichen Diskurs positiv begleiten (im Gegensatz zu anderen jüdischen Stimmen), aber auch den Finger in offene Wunden legen, hier seien nur die Probleme der Anerkennung von Hochschulabschlüssen und Diplomen sowie die Rentenproblematik aufgeführt. Nebenbei wird noch ein Website entstehen (müssen), die informiert und Kontaktmöglichkeiten eröffnet.

Bislang können jüdische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nur auf die E-Mail-Adresse j-sozis@web.de verwiesen werden, wenn sie Kontakt mit dem AK aufnehmen oder mitarbeiten wollen. Die Gruppe ist bunt gemischt, von der Kulturjüdin über die Frommen bis zum Apikojres.

 

talmud.de Das Judentum in Deutschland © 1998-201 talmud.de - Impressum; Disclaimer und Hinweise zur Benutzung von talmud.de hier