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Der Kampf der Eltern mit ihrem Kind
Auch wenn es vermutlich nie soweit gekommen ist, so sind doch schon manche Eltern an ihren heranwachsenden Kindern, und manche Kinder an ihren älter werdenden Eltern verzweifelt. Einerseits haben sich die Eltern die Welt, in die die Kinder hineingeboren wurden, aufgebaut und nach ihren Bedürfnissen eingerichtet. Sie erwarten von ihren Kindern, dass sie diese Welt, das Werk ihrer Eltern, achten, schätzen und bewahren. Andererseits war in dieser Welt zwar die Wiege für die Kinder gebaut, aber es ist nicht die Welt, die sich die Kinder selbst aufbauen und sich nach ihren Bedürfnissen einrichten wollen. Ihre Bedürfnisse stammen aus dieser Zeit, nicht aus jener der Eltern. So ist in jeder Generation ein Konflikt dieser Art vorprogrammiert. Gewiss, die Eltern wollen auch gerne, was sie aufgebaut haben, fortbestehen und gedeihen sehen und es dafür ihren Kindern zum Erbe geben, zu guten Händen, wie sie hoffen. Dies kann aber auch eine unangemessene Bürde für die Kinder werden, die lieber Eigenes gründen möchten und sich durch den alten Kram unter Umständen nur belastet fühlen. Es gibt Eltern, die nur ihr eigenes Maß gelten lassen und die Wünsche der Kinder als nicht maßgeblich abtun, ablehnen, gar unterdrücken, teilweise mit grober Gewalt, bis das Kind keine eigenen Wünsche mehr hat, sein Leben fortan zerbrochen und angepasst fristet. Aber es gibt auch Kinder, die Kraft genug haben sich gegen diese Unterdrückung aufzulehnen, in ihrer Verzweiflung und Unerfahrenheit dann oft das rechte Maß aber nicht kennen. Die Mythologie ist voll von Geschichten, in denen Väter ihre Kinder den eigenen Interessen opfern. Aber so könnte die Welt nicht fortbestehen. Und so heißt es denn auch: „Es soll sich bei dir keiner finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer führt.“ (Deut. 18, 10). Denn das würde alles Leben auf dieser Erde ersticken. Lasst uns mit Liebe, mit Freude, mit Bewunderung anschauen, was unsere Kinder bauen wollen und errichten. Auch wenn es nicht in allem mit dem übereinstimmt, wie wir es taten oder getan hätten. Sie haben gewiss auch von Unserem gelernt und es fortgeführt, auch wenn wir es nicht sogleich entdecken. Nur so wird Dankbarkeit das Band zwischen uns und ihnen bleiben können. Und die Welt sich fortentwickeln. |
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