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Heute ist der

SPD bekennt sich zu jüdischen Wurzeln



Die SPD hat am vergangenen Wochenende (28.10.2007) ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet. Die Delegierten des Bundesparteitags in Hamburg billigten das „Hamburger Programm” mit nur zwei Gegenstimmen. In dem Text wird nicht nur als Ziel mehrfach der Begriff des „demokratischen Sozialismus” genannt, der Text geht darüber hinaus auch das Erbe der SPD und ihre Wurzeln ein. So heißt es in Abschnitt 2.5 des neuen „Hamburger Programms”:

 

Die Sozialdemokratie war von Anbeginn die Demokratiepartei. Sie hat die politische Kultur unseres Landes entscheidend geprägt. In ihr arbeiten Frauen und Männer unterschiedlicher Herkunft, verschiedener religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen zusammen. Sie verstehen sich seit dem Godesberger Programm von 1959 als linke Volkspartei, die ihre Wurzeln in Judentum und Christentum, Humanismus und Aufklärung, marxistischer Gesellschaftsanalyse und den Erfahrungen der Arbeiterbewegung hat. Die linke Volkspartei verdankt wichtige Impulse der Frauenbewegung und den neuen sozialen Bewegungen.

 

Der, recht neue ,Arbeitskreis Jüdischer Sozialdemokraten hat den historischen Verweis auf jüdische Tradition innerhalb der SPD im heute beschlossenen Hamburger Grundsatzprogramm ausdrücklich begrüßt. In enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand der SPD hat sich der Arbeitskreis aktiv für die Erwähnung der jüdischen Tradition im neuen Parteiprogramm eingesetzt. Die bisherige Vorlage der Redaktionskommission hatte lediglich einen Verweis auf Christentum enthalten. Die Sprecher des Arbeitskreises Peter Feldmann und Sergey Lagodinsky, die ihre Gruppe beim Parteitag in Hamburg vorstellten, zeigten sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Angesichts der historischen Rolle der Juden bei der Gestaltung der deutschen Sozialdemokratie ist ein solcher Verweis ein richtiges Zeichen,“ sagte der Frankfurter Peter Feldmann, „Wir sind stolz auf diese Tradition - und unsere Partei ebenfalls!”

Der Berliner Sergey Lagodinsky betonte insbesondere die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Parteivorstand. „Wir freuen uns, mit unseren Argumenten innerhalb der Partei auf viel Offenheit gestoßen zu haben“, so Lagodinsky. „Dass die SPD sich zu ihren vielfältigen, und nunmehr auch ausdrücklich zu ihren jüdischen Wurzeln bekennt, ist nicht nur ein Zeichen für das zutreffende Geschichtsverständnis, sondern auch ein Signal für die Zukunft“.

Oktober 2007

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