Mischna Berachot

Mischnah Berachot – Kapitel 2

Die Absätze im Schema und Erlaubnis während dieses Gebets zu grüßen, Beten mit leiser Stimme, Arbeiter auf einem Baum oder einer Mauer, der neu Verheiratete.

Wer gerade in der Thora (den Abschnitt Schma) liest, wenn die Zeit zum Lesen eintrifft, ist, wenn er seinen Sinn darauf gerichtet hat, die Worte gehörig zu lesen der Pflicht entledigt, wo nicht, ist er deren nicht entledigt. —

Tosefta

הַקּוֹרֵא אֶת שְׁמַע צָרִיך שֶׁיְּכַוֵּן אֶת לִבּו.
רַבִּי אֲחי אוֹמֵר מִשּׁוּם רַבִּי יְהוּדָה אִם כִּיוֵּן לִבּו בְּפֶרֶק רִאשׁוֹן אַף עַל פִּי שֶׁלֹּא כִיוֵּן אֶת לִבּו
בַּפֶּרֶק הָאַחֲרוֹן יָצָא.

Wer das Schma liest, muss Absicht im Herzen haben. Rabbi Achai sprach im Namen Rabbi Jehudas: Wenn er seinen Sinn im ersten Abschnitt darauf gerichtet hat, auch wenn er ihn nicht (mehr) beim letzten hatte, hat seine Verpflichtung erfüllt.

Ende-Tosefta

Bei den Absätzen darf man jemanden aus Ehrerbietung grüßen oder (ihm den Gruss) erwidern, aber in der Mitte grüßt man nur aus Furcht, (bei Lebensgefahr) und erwidert den Gruß. Dies ist der Ausspruch des R. Meir; R. Jehuda sagt: In der Mitte grüßt man aus Furcht und erwidert aus bloßer Ehrerbietung; bei den Absätzen grüßt man auch aus Ehrerbietung; erwidert aber Jedermann den Gruß.

2. Die Absätze sind folgende: Zwischen dem ersten Segensspruch und dem zweiten; zwischen dem zweiten und Schma zwischen Schma und we haja im schamoa; zwischen haja im schamoa und wa‘jomer zwischen wa‘jomer und emet we‘jaziv . R. Jehuda sagt: Zwischen wa’jomer und emet we‘jaziv darf man nicht innehalten. Rabbi Josua ben Korchah sprach: Warum steht Schma vor haja im schamoa? Damit man erst das Joch des Himmelreiches über sich nehme, und nachher erst das der Gesetze. Warum steht haja im schamoa vor wa‘jomer ? Weil haja im schamoa am Tag und in der Nacht gilt, aber wa‘jomer nur am Tage geübt wird.

3. Wer das Schema liest, ohne es seinem Ohren hörbar zu machen, ist (seiner Pflicht) entledigt. R. Jose sagt; Er ist derselben nicht entledigt.—Wer gelesen und nicht genau die Buchstaben ausgesprochen hat, hat, wie R.Jose meint, seine Pflicht erfüllt; R. Jehuda meint, er hat sie nicht erfüllt. Wer in unrichtiger Ordnung liest, hat seine Pflicht nicht erfüllt. Wer im Lesen sich geirrt hat, fängt wieder da an, wo er sich geirrt hatte.

4. Arbeiter lesen auf dem Baum, oder auf der Mauer, was ihnen bei dem Gebete nicht zu tun erlaubt ist.

5. Ein Bräutigam ist vom Lesen des Schema in der ersten Nacht befreit und bis zu Ende des Schabbat, wenn er nicht die eheliche Pflicht vollzogen hat. Es wird von R. Gamliel erzählt, dass er in der ersten Brautnacht (Schema) gelesen habe. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Lehrtest Du, unser Lehrer, uns nicht, dass ein Bräutigam vom Lesen des Schema in der ersten Brautnacht frei sei? Er erwiderte ihnen; Ich mag euch nicht beipflichten, um auch nur auf eine Stunde das Joch des Himmelreiches von mir abzulegen!

6. Derselbe badete in der ersten Nacht, da seine Frau gestorben war. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Lehrtest Du, unser Lehrer, uns nicht, dass ein Leidtragender nicht baden dürfe? Er erwiderte ihnen: Ich bin nicht wie andere Menschen, ich bin schwächlich.

7. Und als sein Sklave Tabi starb, nahm er Beileidsbezeugungen an. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Lehrtest Du, unser Lehrer, uns nicht, dass man wegen Sklaven keine Beileidsbezeugungen annehme? Er erwiderte ihnen: Mein Sklave Tabi glich nicht andern Sklaven, er war fromm.

8. Wenn ein Bräutigam das Schema auch in der ersten Nacht lesen will, mag es lesen. R. Simon ben Gamliel sagt: Nicht Jeder, welcher sich einen Namen anmaßen will, darf ihn sich anmaßen.