Berachot

Talmud Bawli » Berachot 2

Das Traktat Berachot des Babylonischen Talmuds – übersetzt und vokalisiert:

Blatt 2a
berachot_intro

Mischnah

Blatt 2a des Babylonischen Talmuds

Blatt 2a des Babylonischen Talmuds

Die Mischna behandelt die Frage, von wann an und wie lange man am Abend das Schma (Jisrael) sagen darf.
Von welcher Stelle der Tora leitet die Mischna das Lesen des Schma ab?
Warum wird der Abend dem Morgen vorausgeschickt?
Zur Beantwortung dieser beiden Fragen verweist die Gemarah auf
5.B.M.6, 7: »Wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehest«.
Hieraus geht hervor, dass man zweimal am Tage das Schema lesen muss, und dass ferner der Tag mit dem Abend beginnt.
Als zweiten Beleg für die Tatsache, dass bei den Juden der Tag mit dem Abend beginnt, wird
1. B. M. 1, 5 angeführt: »Und es ward Abend und es wurde Morgen, ein Tag.«

מֵאֵימָתַי קוֹרִין1 אֶת שְׁמַע בָּעֲרָבִין?
מִשָּׁעָה שֶׁהַכֹּהֲנִים נִכְנָסִים לֶאֱכֹל בִּתְרוּמָתָן,
עַד סוֹף הָאַשְׁמוּרָה הָרִאשׁוֹנָה,
דִּבְרֵי רִבִּי אֱלִיעֶזֶר;
וַחֲכָמִים אוֹמְרִים:
עַד חֲצוֹת;

Von welcher Zeit an liest man das Schma am Abend?2
Von der Zeit an, zu der die Kohanim wieder eintreten 3
können um ihre Hebe 4 zu verzehren bis zum Ende der ersten Nachtwache 5.
Dies sind die Worte des Rabbi Elieser.
Die Weisen 6 aber sagen:
man hätte noch bis Mitternacht damit Zeit.

רַבַּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר:
עַד שֶׁיַּעֲלֶה עַמּוּד הַשַּׁחַר.
מַעֲשֶה שֶׁבָּאוּ בָנָיו מִבֵּית הַמִּשְׁתֶּה, אָמְרוּ לוֹ:
„לֹא קָרִינוּ אֶת שְׁמַע“.
אָמַר לָהֶם:
„אִם לֹא עָלָה עַמּוּד הַשַּׁחַר, חַיָּבִין אַתֶּם לִקְרוֹת“.
וְלֹא זוֹ בִּלְבַד, אֶלָּא כָּל מַה שֶּׁאָמְרוּ חֲכָמִים עַד חֲצוֹת,
מִצְוָתָן עַד שֶׁיַּעֲלֶה עַמּוּד הַשַּׁחַר:
הֶקְטֵר חֲלָבִים וְאֵבָרִים,
מִצְוָתָן עַד שֶׁיַּעֲלֶה עַמּוּד הַשַּׁחַר;
וְכָל הַנֶּאֱכָלִין לְיוֹם אֶחָד,
מִצְוָתָן עַד שֶׁיַּעֲלֶה עַמּוּד הַשַּׁחַר.
אִם כֵּן, לָמָּה אָמְרוּ חֲכָמִים עַד חֲצוֹת?
כְּדֵי לְהַרְחִיק אָדָם מִן הָעֲבֵירָה.

– Rabbi Gamliel sagt:
bis zum Anbruch der Morgenröte 7.
Es geschah einst, dass seine Söhne von einem Gastmahl zurückkamen, und zu ihm sprachen:
Wir haben das Schma noch nicht gelesen, da erwiderte er ihnen:
Wenn die Morgenröte noch heraufgekommen ist, so seid ihr verpflichtet, es zu lesen, und nicht nur für diesen Fall, sondern überall, wo die Gelehrten gesagt haben: bis Mitternacht, gilt das Gebot: bis zur Zeit des Aufgangs der Morgenröte das Aufdämpfen des Fettes und der Glieder, deren Blut bei Tage gesprengt wurden, gilt bis zum Aufgang der Morgenröte und Alles was nur am gleichen Tag gegessen werden darf, ist erlaubt zu essen bis zur Morgenröte.
Wenn dem aber so ist, warum sagten dann die Gelehrten: bis Mitternacht?
Um den Menschen vor der Übertretung fernzuhalten.

Gemara גְּמָרָא

תַּנָּא הֵיכָא קָאֵי דְּקָתָנֵי מֵאֵימָתַי?
וְתוּ, מַאי שְׁנָא דְּתָנֵי דְּעַרְבִית בְּרֵישָׁא?
לִתְנֵי דְּשַׁחֲרִית בְּרֵישָׁא!
תַּנָּא אַקְּרָא קָאֵי, דִּכְתִיב:
„בְּשָׁכְבְּךָ וּבְקוּמֶךָ“,
וְהָכִי קָתָנֵי:
זְמַן קִרְיַאת שְׁמַע דִּשְׁכִיבָה אֵימַת?
מִשָּׁעָה שֶׁהַכֹּהֲנִים נִכְנָסִין לֶאֱכֹל בִּתְרוּמָתָן.
וְאִי בָעֵית, אֵימָא:
יָלֵיף מִבְּרִיָתוֹ שֶׁל עוֹלָם דִּכְתִיב:
„וַיְהִי עֶרֶב, וַיְהִי בֹקֶר, יוֹם אֶחָד“.
אִי הָכִי, סֵיפָא דְּקָתָנֵי:
„בַּשַּׁחַר מְבָרֵךְ שְׁתַּיִם לְפָנֶיהָ וְאַחַת לְאַחֲרֶיהָ,
וּבָעֶרֶב מְבָרֵךְ שְׁתַּיִם לְפָנֶיהָ וּשְׁתַּיִם לְאַחֲרֶיהָ“,
לִתְנֵי דְּעַרְבִית בְּרֵישָׁא!
תַּנָּא פָּתַח בְּעַרְבִית וַהֲדַר תָּנֵי בְּשַׁחֲרִית,
עַד דְּקָאֵי בַּשַּׁחֲרִית, פָּרֵישׁ מִלֵּי דְּשַׁחֲרִית,
וַהֲדַר פָּרֵישׁ מִלֵּי דְּעַרְבִית.

Wovon geht der Tanna8 aus, wenn er sagt, von welcher Zeit an?9 und weiter: Warum fängt er mit Abend und nicht mit Morgen an?
Er stützt sich auf die Schrift, denn es heißt10:
»Wenn du dich niederlegst und aufstehst.«11
Er fragt also nach dem Anfang der gesetzlichen Zeit des Schmalesens am Abend und antwortet: Von der Zeit an, dass die Kohanim wieder eintreten, ihre Hebe zu verzehren. Oder wenn du lieber willst, sprich: Er lernt dies aus der Schöpfung der Welt, denn es heißt:
»Und es wurde Abend und Morgen der erste Tag.« 12
Allein, wenn dem so ist, warum heißt es denn in einer anderen Mischnah:
Am Morgen sind vor der Lesung des Schma zwei Segenssprüche zu sprechen, und einer anschließend; am Abend aber zwei vorher und zwei nachher?
Warum steht da nicht auch am Abend und dann am Morgen?
Da die Mischnah mit Abend angefangen hat und weitergeht zum Morgen, so führt sie alsbald auch die übrigen Sachen an, die beim Schmalesen zu beobachten sind, und redet wieder von denen, welche beim Schmalesen am Abend zu beobachten sind.

Wir haben bereits die im 3. B. M. 5-7 angeführte Bestimmung kennengelernt13, wonach der unrein gewordene Priester (Kohen) erst dann vom Heiligen wieder essen darf, wenn die Sonne untergegangen ist und er sich gereinigt hat. Dieser Satz lautet im hebräischen Text: »u-ba ha­schemesch we-taher« – »und die Sonne ist ge­kommen, und er ist rein«. Unter »die Sonne ist gekommen« kann man ebensogut den Anfang wie das Ende des Sonnenuntergangs verstehen.
Die Gemara bedient sich hierbei unklarer Bezeich­nungen.
Sie nennt den Anfang des Sonnenunterganges »Biat oro – das Kommen seines Lichtes«, und das Ende »Biat schimscho – das Kommen seiner Sonne«. »Seiner« bezieht sich auf den Prie­ster.
Ebenso zweideutig ist der Ausdruck »we-taher – und er ist rein«.
Er kann sich auf den Priester beziehen und also besagen, dass dieser sich beim Sonnenuntergang reinigen muss. In diesem Falle muß man unter »die Sonne ist gekommen« den Anfang des Sonnenunterganges verstehen. Er kann sich aber auch auf den Tag beziehen und »zu Ende gehen« bedeuten.
So lau­tet eine babylonische Redewendung : »Die Sonne ist untergegangen und der Tag ist rein gewor­den«.
In diesem Fall darf der Priester von der heiligen Gabe essen, wenn die Sonne unterge­gangen ist, gleichviel ob er die zur Sühnung vorgeschriebene Waschung vorgenommen hat oder nicht.
Unter »und die Sonne ist untergegangen« muss dann das Ende des Sonnenunterganges ver­standen werden.
Die Gemara hält die letztere Deutung für richtiger, weil es sonst »wa-jithar – und er sollgereinigt sein«, und nicht »we-taher« (Perfectum) hätte heißen müssen.
Während es beim Sonnenuntergang bezüglich des Prie­sters nicht zweifelfrei ist, ob es sich um den An­fang oder das Ende handelt, ist die Anfangszeit des Keriat Schma am Abend entschieden am Ende des Sonnenuntergangs oder, genauer, wenn die Sterne hervortreten.
Das geht unzweideutig aus den Worten: »wenn du dich niederlegest« hervor.
Unsere Mischnah hätte auch auf die Frage, von wann an das Schma am Abend gelesen wird, direkt antworten können: »von der Zeit, da die Sterne hervortreten«.
Sie zog es aber vor, auf die Priesterzeit hinzuweisen, um bei dieser Gelegen­heit zu entscheiden, dass darunter das Ende und nicht der Anfang des Sonnenuntergangs zu ver­stehen ist, und demgemäß das Fähigwerden der Priester, von der heiligen Gabe zu essen, nicht von der zur Sühne vorgeschriebenen Waschung abhängt.
In Palästina oder – wie es der Re­daktor unserer Gemara nennt — im Westen, war den Amoräern dieser Beweis, dass »u-ba hasche­mesch« Ende des Sonnenunterganges bedeutet und »we-taher« sich auf den Tag bezieht, nicht bekannt.
Sie erbrachten ihn aus einer Mischnah, die in das Mischnahwerk des Rabbi Jehuda nicht aufgenommen wurde und daher »Borajta«, die Auswärtige oder Apokryphe, heißt.

אֲמַר מָר:
„מִשָּׁעָה שֶׁהַכֹּהֲנִים נִכְנָסִים לֶאֱכֹל בִּתְרוּמָתָן“,
מִכְּדִי, כֹּהֲנִים, אֵימַת קָא14 אָכְלִי תְּרוּמָה?
מִשָּׁעַת צֵאת הַכּוֹכָבִים;
לִתְנֵי מִשָּׁעַת צֵאת הַכּוֹכָבִים!
מִלְּתָא אַגַּב אָרְחֵיהּ קָמַשְׁמַע לַן:
כֹּהֲנִים, אֵימַת קָא אָכְלִי בַּתְּרוּמָה, מִשָּׁעַת צֵאת הַכּוֹכָבִים,
וְהָא קָמַשְׁמַע לַן דְּכַפָּרָה לָא מְעַכְּבָא, כִּדְתַנְיָא,
„וּבָא הַשֶּׁמֶשׁ וְטָהֵר“,
בִּיאַת שִׁמְשׁוֹ מְעַכְּבַתּוּ מִלֶּאֱכוֹל בַּתְּרוּמָה,
וְאֵין כַּפָּרָתוֹ מְעַכְּבַתּוּ מִלֶּאֱכוֹל בַּתְּרוּמָה.
וּמִמַּאי דְּהַאי „וּבָא הַשֶּׁמֶשׁ“ בִּיאַת הַשֶּׁמֶשׁ,

Der Meister sagte15:
Von der Zeit an, dass die Kohanim wieder eintreten, um das Hebeopfer zu verzehren, das es doch Kohanim sind, nun wann dürfen diese denn die Hebe verzehren? Nicht eher als bis zum Erscheinen der Sterne, folglich hätte er auch sagen sollen: Von der Zeit an, dass die Sterne aufgegangen sind? Er will uns beiläufig noch etwas anderes lehren, nämlich: Wann essen die Kohanim die Hebe? Von der Zeit an, da die Sterne aufgegangen sind, er lehrt uns also, dass die Kohanim kein Sühnopfer am Genuss der Hebe verhinderte. Gemäß dem, wie es in der Barajta heißt, nämlich nach:
»Wenn die Sonne untergegangen ist, ist er rein« 16, der noch nicht vollendete Untergang der Sonne hindert im am Essen der Hebe, nicht aber ein Sühnopfer.
– Aber woraus folgert man, dass die Worte Uba haSchemesch bedeuten: Untergang der Sonne, und dass we’taher bedeutet: »der Tag hat ihn gereinigt.« 17

Blatt 2b

Talmud Bawli, Berachot Blatt 2b

Talmud Bawli, Berachot Blatt 2b

וְהַאי „וְטָהֵר“, טְהַר יוֹמָא?
דִּלְמָא בִּיאַת אוֹרוֹ הוּא, וּמַאי „וְטָהֵר“, טְהַר גַּבְרָא!
אֲמַר רַבָּה בַּר רַב שֵׁילָא:
אִם כֵּן, לֵימַא קְרָא וְיִטְהַר!
מַאי „וְטָהֵר“, טְהַר יוֹמָא, כִּדְאָמְרִי אֱנָשֵׁי:
אִעְרַב שִׁמְשָׁא וְאִדַּכִּי יוֹמָא.

Vielleicht bedeutet das Wort uba hier das Aufgehen der Sonne am folgenden Tage, und das Wort wetaher:
er soll sich reinigen.
Darauf erwiderte aber Raba, Sohn des Rabba Schiela:
Wenn dem so wäre, so müsste es im Schrifttext heißen:
wejithar, warum steht aber wetaher?
Also heißt es:
der Tag hat ihn gereinigt, wie die Redensart ist:
Wenn die Sonne untergegangen, ist der Tag weg.

בְּמַעֲרָבָא, הָא דְּרַבָּה בַּר רַב שֵׁילָא לָא שְׁמִיעַ לְהוּ,
וּבְעוֹ מִבְעָא:
הַאי „וּבָא הַשֶּׁמֶשׁ“, בִּיאַת שִׁמְשׁוֹ הוּא, וּמַאי „וְטָהֵר“, טְהַר יוֹמָא,
אוֹ דִּלְמָא בִּיאַת אוֹרוֹ הוּא, וּמַאי „וְטָהֵר“, טְהַר גַּבְרָא?
וַהֲדַר פְּשַׁטוּ לַהּ מִבָּרַיְתָא,
מִדְּקָתָנֵי בַּבָּרַיְתָא „סִימָן לַדָּבָר, צֵאת הַכּוֹכָבִים“,
שְׁמַע מִנַּהּ בִּיאַת שִׁמְשׁוֹ הוּא,
וּמַאי „וְטָהֵר“? טְהַר יוֹמָא.

Im Westen ist der Ausspruch des Raba, Sohn des R. Schiela, nicht vernommen worden, da aber die gleiche Frage aufgeworfen wurde, ob uba haschemesch bedeute:
Sonnenuntergang, und wetaher:
die Reinigung des Tages, oder vielleicht der Sonnenaufgang, und wetaher:
die Reinigung des Mannes?
So haben sie solches abermals aus der Barajta erklärt, wo es heißt das Zeichen der Zeit sei das Erscheinen der Sterne,
daraus sei bewiesen, dass uba und wetaher bedeuten:
Untergang und Tagesreinigung.

In einer andern Barajta wird der Beginn und das Ende des Kriat Schma am Abend nach der Zeit bestimmt, in der »der Arme«, womit der Tagelöhner oder Arbeiter im Gegensatz zu den Bürgern, den »Menschen« genannt werden, gemeint ist, sein Abendbrot zu verzehren beginnt und damit zu Ende ist.
Daß die hier angegebene Endzeit mit denen unserer Mischnah nicht übereinstimmt, ist ohne wei­teres zu ersehen, wohl aber sind die beiden An­fangszeiten einander gleich, oder, wie sich die Gemara ausdrückt: »der Arme« und »der Prie­ster« ist dieselbe Zeitbestimmung.

אֲמַר מָר:
„מִשָּׁעָה שֶׁהַכֹּהֲנִים נִכְנָסִין לֶאֱכֹל בִּתְרוּמָתָן“,

Der Meister sagte18
die (Zeit des Schmalesens beginnt) mit der Zeit,
zu der die Kohanim eintreten dürfen, um ihre Hebe zu essen.

וּרְמִינְהִי:
מֵאֵימָתַי קוֹרִין אֶת שְׁמַע בָּעֲרָבִין?
מִשֶּׁהֶעָנִי נִכְנָס לֶאֱכֹל פִּתּוֹ בְּמֶלַח,
עַד שָׁעָה שֶׁעוֹמֵד לִפָּטֵר מִתּוֹךְ סְעוּדָתוֹ.

Es heißt ja aber in einer Barajta:
Zu welcher Zeit muss man das Schma am Abend lesen?
Von der Zeit an,
zu der der Arme nach Hause kommt19, sein Brot mit Salz zu essen,
bis zur Zeit, wo er von seiner Mahlzeit aufsteht.

סֵיפָא וַדַּאי פְּלִיגָא אַמַּתְנִיתִין.
רֵישָׁא, מִי לֵימַא פְּלִיגָא אַמַּתְנִיתִין?
לָא, עָנִי וְכֹהֵן חַד שִׁעוּרָא הוּא.

Das Ende unserer Barajta streitet offenbar mit der Mischnah.
Aber darf man sagen, dass auch der Anfang dagegen streitet?
Nein
Nein, denn der Arme und der Kohen haben eine Zeit 20.

וּרְמִינְהִי:
מֵאֵימָתַי מַתְחִילִין לִקְרוֹת קִרְיַאת שְׁמַע בְּעַרְבִית?
מִשָּׁעָה שֶׁבְּנֵי אָדָם נִכְנָסִין לֶאֱכֹל פִּתָּן בְּעַרְבֵי שַׁבָּתוֹת,
דִּבְרֵי רִבִּי מֵאִיר.
וַחֲכָמִים אוֹמְרִים:
מִשָּׁעָה שֶׁהַכֹּהֲנִים זַכָּאִין לֶאֱכֹל בִּתְרוּמָתָן.
סִימָן לַדָּבָר צֵאת הַכּוֹכָבִים.
וְאַף עַל פִּי שֶׁאֵין רְאָיָה לַדָּבָר, זֵכֶר לַדָּבָר, שֶׁנֶּאֱמַר:
„וַאֲנַחְנוּ עֹשִׂים בַּמְּלָאכָה וְחֶצְיָם מַחֲזִיקִים בָּרְמָחִים,
מֵעֲלוֹת הַשַּׁחַר עַד צֵאת הַכּוֹכָבִים“,
וְאוֹמֵר:
„וְהָיוּ לָנוּ הַלַּיְלָה מִשְׁמָר וְהַיּוֹם מְלָאכָה“.
מַאי „וְאוֹמֵר“?
וְכִי תֵּימָא, מִכִּי עָרְבָא שִׁמְשָׁא, לֵילְיָא הוּא,
וְאִינְהוּ דְמַחְשְׁכִי וּמַקְדְּמִי!
תָּא שְׁמַע „וְהָיוּ לָנוּ הַלַּיְלָה מִשְׁמָר וְהַיּוֹם מְלָאכָה“.

Dagegen aber sagt eine andere Barajta:
Von welcher Zeit an fängt man das Schmalesen am Abend an?
Von der Zeit an,
zu der die Leute hineingehen ihr Mahl zu halten an den Vorabenden der Schabbatot.
So sagt Rabbi Meir.
Andere Gelehrte aber sagen,
von der Zeit an, wo die Kohanim rein sind, so dass sie ihre Hebe essen dürfen, wofür das Signal das Erscheinen der Sterne ist.
Und obwohl für diesen Zeitpunkt kein bündiger Beweis zu finden ist, so gibt es doch einen Hinweis. Denn es heißt:
»Wir taten die Arbeit, und die Hälfte hielten ihre Lanze von Anfang der Morgenröte bis zum Erscheinen der Sterne«, und weiter:
»So dass wir des Nachts auf der Hut, am Tage aber bei der Arbeit waren.« 21

קָא סָלְקָא דַּעְתָּךְ דְּעָנִי וּבְנֵי אָדָם חַד שִׁעוּרָא הוּא,
וְאִי אָמְרַתְּ עָנִי וְכֹהֵן חַד שִׁעוּרָא הוּא,
חֲכָמִים הַיְנוּ רִבִּי מֵאִיר!
אֵלָּא שְׁמַע מִנַּהּ, עָנִי שִׁעוּרָא לְחוֹד וְכֹהֵן שִׁעוּרָא לְחוֹד.
לָא, עָנִי וְכֹהֵן חַד שִׁעוּרָא הוּא,
וְעָנִי וּבְנֵי אָדָם לָאו חַד שִׁעוּרָא הוּא.
וְעָנִי וְכֹהֵן חַד שִׁעוּרָא הוּא?

Weshalb wird dies hinzugefügt?
Deshalb:
Wolltest du einwenden, Nacht sei von Sonnenuntergang an, diese aber hätten die Arbeit bis spät in die Nacht verlängert, und seien früh aufgestanden und an die Arbeit gegangen, so komm und höre:
»Die Nacht zur Wache, und der Tag zur Arbeit«.
Wenn du nun meinst, dass der Arme und die meisten Leute zu gleicher Zeit essen, so kannst du doch nicht sagen, dass die Essenszeit für den Armen und für den Kohen dieselbe sei, weil sonst die Gelehrten und R. Meir übereinstimmten. Daraus leite ab, dass die Essenszeit am Abend für den Armen und den Kohen verschieden ist. Aber nein, die Essenszeit für den Armen und die meisten Leute am Freitagabend sind verschieden.
Wie kannst du aber behaupten, dass die Essenszeit für den Armen und den Kohen dieselbe ist –

וּרְמִינְהִי:
מֵאֵימָתַי מַתְחִילִין לִקְרוֹת שְׁמַע בָּעֲרָבִין?
מִשָּׁעָה שֶׁקָּדַשׁ הַיּוֹם בְּעַרְבֵי שַׁבָּתוֹת,
דִּבְרֵי רִבִּי אֱלִיעֶזֶר.
רִבִּי יְהוֹשֻׁעַ אוֹמֵר:
מִשָּׁעָה שֶׁהַכֹּהֲנִים מְטֹהָרִים לֶאֱכֹל בִּתְרוּמָתָן.
רִבִּי מֵאִיר אוֹמֵר:
מִשָּׁעָה שֶׁהַכֹּהֲנִים טוֹבְלִין לֶאֱכֹל בִּתְרוּמָתָן.
אָמַר לוֹ רִבִּי יְהוּדָה:
וַהֲלֹא כֹּהֲנִים מִבְּעוֹד יוֹם הֵם טוֹבְלִים!
רִבִּי חֲנִינָא אוֹמֵר:
מִשָּׁעָה שֶׁעָנִי נִכְנָס לֶאֱכֹל פִּתּוֹ בְּמֶלַח.
רִבִּי אַחַאי, וְאָמְרִי לַהּ רִבִּי אֲחָא, אוֹמֵר:
מִשָּׁעָה שֶׁרוֹב בְּנֵי אָדָם נִכְנָסִין לְהָסֵב.
וְאִי אָמְרַתְּ עָנִי וְכֹהֵן חַד שִׁעוּרָא הוּא,
רִבִּי חֲנִינָא הַיְנוּ רִבִּי יְהוֹשֻׁעַ!
אֵלָּא, לָאו שְׁמַע מִנַּהּ שִׁעוּרָא דְּעָנִי לְחוֹד וְשִׁעוּרָא דְּכֹהֵן לְחוֹד?
שְׁמַע מִנַּהּ.

in einer anderen Barajta heißt es:
Von welcher Zeit an liest man das Schma des Abends?
Von der Zeit an, wo der Freitag anfängt heilig zu werden; so sagt R. Elieser.
R. Jehoschua sagt,
von der Zeit an, wo die Kohanim rein sind, um von ihrer Hebe essen zu können. Da entgegnete R. Jehuda: Sie baden sich ja, wenn es noch Tag ist!
R. Chanina sagt,
wenn der Arme nach Hause kommt, sein Brot mit Salz zu essen.
R. Acha sagt,
wenn die meisten Menschen sich des Abends zu Tisch setzen.
Wenn du also sagst, die Zeit des Essens für den Armen und den Kohen wäre dieselbe, so stimmten ja R. Chanina und R. Jehoschua überein. Ist es also nicht bewiesen, dass die Zeiten des Essens für den Armen und den Kohen verschieden sind? Allerdings. Welche Zeit ist nun von beiden die spätere? Sicher die des Armen. Denn würdest du sagen, die des Armen sei früher, so stimmten wieder R. Chanina und R. Elieser überein. Ist also nicht beweisen, dass die Essenszeit für den Armen später ist?
Allerdings.

אֲמַר מָר:
אָמַר לוֹ רִבִּי יְהוּדָה:
וַהֲלֹא כֹּהֲנִים מִבְּעוֹד יוֹם הֵם טוֹבְלִים!
שַׁפִּיר קָאָמַר לֵיהּ רִבִּי יְהוּדָה לְרִבִּי מֵאִיר!
וְרִבִּי מֵאִיר, הָכִי קָאָמַר לֵיהּ:
מִי סָבְרַתְּ דַּאֲנָא אַבֵּין הַשְּׁמָשׁוֹת דִּידָךְ קָא אָמֵינָא?
אֲנָא אַבֵּין הַשְּׁמָשׁוֹת דְּרִבִּי יוֹסֵי קָא אָמֵינָא,
דְּאָמַר רִבִּי יוֹסֵי:
בֵּין הַשְּׁמָשׁוֹת כְּהֶרֶף עַיִן,
זֶה נִכְנָס וְזֶה יוֹצֵא וְאֵי אֶפְשָׁר לַעֲמוֹד עָלָיו.

Der Meister sagte22 R. Jehuda entgegnete ihm (R.Meir):
Die Kohanim baden sich noch bei Tag.
Hierin hat R. Jehuda Recht; aber R. Meir hat seinen Einwand beseitigt:
Wer sagt dir, dass ich deiner Meinung über die Dämmerung beipflichte?
Ich stimmte der Meinung des R. Jose bei, welcher sagt, es lasse sich gar nicht genau bestimmen, wann der Tag aufhört und die Nacht anfängt;
zwischen Dämmerung und Nacht ist ein Augenblick, welchen festzuhalten und genau zu bestimmen nicht möglich ist.

hand_talmudde Blatt 3

Vokalisierter Hebräischer Text des Talmud: Diese(s) Werk bzw. Inhalt von Rabbi Dan Be’eri steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz


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