Dewarim – das Buch Deuteronomium

Das Buch Dewarim der Torah (Deuteronomium, 5. Buch Mosche) in der (angepassten) deutschen Übertragung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld.

Kapitel

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Wochenabschnitte

Dewarim Wa’etchanan Ekew Re’eh Schoftim Ki Tetze Ki Tawo Nitzawim Wa’Jelech Ha’asinu Wezot habrachah

Kapitel 1

1. Dies sind die Reden, die Mose gesprochen hat zu ganz Israel diesseits des Jordan in der Wüste in der Ebene, Suf gegenüber, zwischen Paran und Tofel und Laban und Hazerot und Di-Sahab.
2. Elf Tagereisen sind von Horeb auf dem Wege zum Berge Sëir bis Kadesch Barnea.
3. Im vierzigsten Jahre, am ersten des elften Monats, redete Mose zu den Kindern Israel ganz so, wie der Herr ihm für sie geboten; 4. Nachdem er geschlagen den Sichon, König des Emori, der zu Cheschbon wohnte, und den Og, König von Baschan, der zu Astarot in Edrëi wohnte.
5. Diesseits des Jordan im Lande Moab begann Mose die Erläuterung der Lehre also: 6. Der Herr, unser Gott, hat zu uns geredet am Horeb also: Lang genug habt ihr stille gelegen an diesem Berge.
7. Wendet euch und brechet auf, dass ihr zum Gebirge des Emori kommet, und zu all seinen Anwohnern in der Ebene, im Gebirge, und in der Niederung, und im Südland, und an der Meeresküste, in das Land des Kanaani, und zum Libanon; bis zum großen Strome, dem Strome Ephrat.
8. Siehe ich gebe euch das Land, das der Herr zugeschworen euren Vätern, dem Abraham, Isak und Jakob, es ihnen zu geben und ihren Nachkommen nach ihnen.
9. In jener Zeit sprach ich zu euch also: Ich kann euch nicht allein tragen.
10. Der Herr, euer Gott, hat euch gemehrt, ihr seid heute [zahlreich] wie die Sterne des Himmels an Menge.
11. Der Herr, der Gott eurer Väter, möge noch hinzutun zu euch, so viel ihr seid tausendfach, und euch segnen, wie er euch zugesagt.
12. Wie soll ich allein ertragen eure Bürde und eure Last und euren Zwist?
13. Schaffet euch Männer, weise und einsichtig und wohl bekannt, nach euren Stämmen, dass ich sie stelle an eure Spitze.
14. Ihr antwortetet mir dann und spracht: Gut ist die Sache, die du tun willst.
15. Ich nahm also Häupter eurer Stämme, weise und wohl bekannte Männer, und setzte sie zu Häuptern über euch, Obere über Tausende und Obere über Hunderte, und Obere über Fünfzig und obere über Zehn, und Beamte für eure Stämme.
16. Euren Richtern gebot ich in jener Zeit also: Verhöret eure Brüder, und richtet mit Gerechtigkeit zwischen einem Manne und seinem Bruder oder seinem Fremdling.
17. Ihr sollt kein Ansehen kennen im Gericht; wie den Kleinen, so den Großen sollt ihr hören. Fürchtet euch vor Niemand, denn das Gericht ist Gottes; und die Sache, die für euch zu schwierig ist, bringet vor mich, dass ich sie höre.
18. In jener Zeit gebot ich euch alle die Sachen, die ihr tun solltet.
19. Dann brachen wir auf von Horeb und durchzogen diese ganze große und furchtbare Wüste, die ihr gesehen, den Weg zum Gebirge Emori, wie uns der Herr, unser Gott, geboten, und kamen bis Kadesch Barnea.
20. Da sprach ich zu euch: Ihr seid gekommen an das Gebirge Emori, welches der Herr, unser Gott, uns gibt.
21. Siehe, der Herr, unser Gott, gibt dir das Land. Zieh hin, nimm [es] ein, wie der Herr, der Gott deiner Väter, dir zugesagt. Sei nicht furchtsam und nicht bang.“ 22. Da tratet ihr alle zu mir und spracht: Lass uns Männer vor uns herschicken, dass sie uns erforschen das Land und uns Bericht erstatten [über] den Weg, auf dem wir hinaufziehen, und die Städte, zu denen wir kommen.
23. Die Sache war gut in meinen Augen, und ich nahm von euch zwölf Männer, je einen Mann für einen Stamm.
24. Diese wandten sich und zogen hinauf ins Gebirge und kamen bis zum Tal Eschkol und kundschafteten es aus, 25. Sie nahmen mit von der Frucht des Landes und brachten sie hinab zu uns und erstatteten uns Bericht und sprachen: Das Land ist gut, welches der Herr unser Gott uns gibt.
26. Aber ihr wolltet nicht hinziehen und ward widerspenstig gegen den Befehl des Herrn, eures Gottes.
27. Ihr murrtet in euren Zelten und spracht: Aus Hass gegen uns hat der Herr uns aus dem Lande Ägypten geführt, uns zu geben in die Hand des Emori, dass er uns vertilge.
28. Wohin sollen wir ziehen? Unsere Brüder haben unser Herz zag gemacht, indem sie sagten: Ein Volk, größer und mächtiger als wir, Städte, groß und befestigt bis in den Himmel, und auch die Söhne der Enakim sahen wir dort.
29. Ich sprach zu euch: Ängstigt euch nicht und fürchtet euch nicht vor ihnen; 30. Der Herr, euer Gott, zieht vor euch her, er wird für euch streiten, wie er an euch getan in Ägypten vor euern Augen, 31. Und in der Wüste, wie du gesehen, wo dich getragen der Herr, dein Gott, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Wege, den ihr gegangen, bis zu eurer Ankunft an diesem Ort.
32. Und in dieser Sache vertrauet ihr nicht dem Herrn, euerm Gott, 33. Der vor euch herzieht auf dem Wege, euch einen Ort für eure Lagerung zu erkunden, mit Feuer nachts, dass ihr sehen könnet auf dem Wege, auf dem ihr gehet, und in der Wolke am Tage?
34. Der Herr hörte die Stimme eurer Reden und zürnte und schwur also: 35. Ob je ein Mann unter diesen Männern, diesem bösen Geschlecht, das gute Land sehen wird, das ich geschworen, euern Vätern zu geben! — 36. Außer Kaleb, Sohn Jefunnes; er soll es sehen, und ihm gebe ich das Land, das er betreten, und seinen Söhnen; weil er ganz nach dem Sinne des Herrn gewesen.
37. Auch über mich zürnte der Herr eurethalben und sprach: Auch du sollst nicht dahinkommen.
38. Josua, Sohn Nuns, der vor dir steht, er soll dahinkommen. Ihn ermutige, denn er wird es Israel in Besitz geben.
39. Aber eure Kinder, von denen ihr gesagt, sie werden zur Beute werden, eure Sohne, die heute nichts Gutes noch Böses kennen, sie sollen dahin kommen, ihnen will ich [das Land] geben, und sie sollen es einnehmen.
40. Ihr wendet euch nun und brechet auf nach der Wüste, den Weg zum Schilfmeer.
41. Ihr antwortetet dann und spracht zu mir: Wir haben gegen den Herrn gesündigt. Wir wollen hinaufziehen und kämpfen, ganz so, wie der Herr, unser Gott, uns geboten. Und ihr gürtetet euer Kriegsgerät und erdreistetet euch, auf den Berg zu ziehen.
42. Da sprach zu mir der Herr: Sprich zu ihnen: Ziehet nicht hinauf und kämpfet nicht, denn ich bin nicht in eurer Mitte, auf dass ihr nicht geschlagen werdet vor euren Feinden.
43. Ich verkündete euch dies, aber ihr hörtet nicht und wart widerspenstig gegen den Befehl des Herrn; ihr erkühntet euch, den Berg hinaufzusteigen.
44. Da zog der Emori aus, der auf jenem Berge wohnt, euch entgegen; sie verfolgten euch wie die Bienen, und zersprengten euch in Sëir bis Horma.
45. Ihr kehrtet dann zurück und weintet vor dem Herrn; aber der Herr hörte nicht auf eure Stimme und neigte sein Ohr nicht zu euch.
46. So bliebt ihr in Kadesch lange Zeit, eben die Zeit, die ihr geblieben.

Kapitel 2

1. Da wandten wir uns und brachen auf nach der Wüste, den Weg zum Schilfmeer, wie der Herr zu mir geredet, und zogen um das Gebirge Sëir lange Zeit.
2. Der Herr sprach zu mir also: 3. Ihr seid lange genug herumgezogen um dies Gebirge; wendet euch gen Norden.
4. Und dem Volke gebiete also: Ihr ziehet nun durch das Gebiet eurer Brüder, der Söhne Esaus, die in Sëir wohnen; sie werden sich vor euch fürchten. Nehmet euch also sehr in acht.
5. Befehdet sie nicht, denn ich werde euch nichts geben von ihrem Lande, auch nicht den Tritt eines Fußballens; denn das Gebirge Sëir habe ich dem Esau als Erbbesitz gegeben.
6. Nahrung sollt ihr von ihnen um Geld kaufen, dass ihr esset, und auch Wasser erhandelt von ihnen um Geld, dass ihr trinket.
7. Denn der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet in all deinem Thun. Er hat gesorgt für deinen Zug durch diese große Wüste; schon vierzig Jahre ist der Herr, dein Gott, mit dir, du hast nichts entbehrt.
8. Wir zogen von unseren Brüdern, den Söhnen Esaus, die in Sëir wohnen, von dem Wege durch die Ebene, von Elat und Ezion Geber, und wandten uns und zogen den Weg nach der Wüste Moab.
9. Der Herr sprach zu mir: Befeinde nicht Moab und lasse dich nicht mit ihnen in eine Fehde ein; ich werde dir von seinem Lande keinen Besitz geben, denn den Söhnen Lot habe ich Ar als Erbbesitz gegeben.
10. Die Emim wohnten vordem darin, ein Volk, groß und zahlreich und mächtig wie die Enakim.
11. Die Refaim werden auch wie die Enakim betrachtet; die Moabiter nennen sie Emim.
12. Und in Sëir wohnten vordem die Horim, aber die Söhne Esau trieben sie aus und vertilgten sie vor sich und wohnten an ihrer Statt, wie Israel getan an dem Lande ihres Besitzes, welches der Herr ihnen gegeben.
13. Nun machet euch auf und setzet über den Fluss Sered; und wir setzten über den Fluss Sered.
14. Und die Zeit, die wir gegangen von Kadesch Barnea, bis wir über den Fluss Sered gesetzt, war acht und dreißig Jahr; bis dahin war das ganze Geschlecht der Kriegsmänner aus dem Lager, wie der Herr ihnen zugeschworen.
15. Und auch die Hand des Herrn war an ihnen, sie [durch Krankheiten] rascher zu vertilgen aus dem Lager, bis sie dahin waren.
16. Als nun alle Kriegsmänner ausgestorben waren aus dem Volke, 17. Da sprach der Herr zu mir also; 18. Du gehest heute über die Grenze Moabs, über Ar, 19. Und du näherst dich den Söhnen Ammon, — befeinde und befehde sie nicht, denn ich werde dir nichts vom Lande der Söhne Ammon in Besitz geben; den Söhnen Lot habe ich es als Erbbesitz gegeben.
20. Auch dies wird als Land der Refaim betrachtet. Refaim wohnten vordem darin, und die Ammoniter nennen sie Samsummim.
21. Ein Volk, groß, zahlreich und mächtig wie die Enakim; der Herr vertilgte sie vor ihnen, und sie trieben sie aus und wohnten an ihrer Statt: 22. Wie er getan den Söhnen Esau, die in Sëir wohnen, vor welchen er den Hori verilgt; sie trieben sie aus und wohnten an ihrer Statt bis auf diesen Tag.
23. Und die Awim, die im Flecken wohnten bis Gasa, — Kaftoriter, die aus Kaftor kamen, vertilgten sie und wohnten an ihrer Statt.
24. Auf, brechet auf und setzet über den Fluss Arnon. Siehe, ich habe in deine Hand gegeben den Sichon, König von Cheschbon, den Emori und sein Land. Beginn es einzunehmen, greife ihn an.
25. Von diesem Tage an werde ich Angst und Furcht vor dir über die Völker unter dem ganzen Himmel verbreiten, wenn sie von dir hören, sollen sie beben und zittern vor dir.
26. Ich sandte dann Boten von der Wüste Kedemot an Sichon, König von Cheschbon, mit Worten des Friedens also: 27. Lass mich durch dein Land ziehen; immer auf der Heerstraße will ich gehen, weder rechts noch links abweichen.
28. Um Geld sollst du mich mit Speise versorgen, dass ich esse, und Wasser um Geld mir geben, dass ich trinke; nur lass mich durchziehen zu Fuße, 29. Wie mir geliefert haben die Söhne Esau, die in Sëir wohnen, und die Moabiter, die in Ar wohnen, bis ich hinüberziehe über den Jordan in das Land, welches der Herr, unser Gott, uns gibt.
30. Aber Sichon, König von Cheschbon, wollte uns nicht hindurchziehen lassen, denn der Herr, dein Gott, hat sein Gemüt verhärtet und sein Herz fest gemacht, um ihn in deine Hand zu geben, wie diesen Tag [wie du ja siehst].
31. Der Herr sprach zu mir: Ich beginne, dir auszuliefern den Sichon und sein Land; beginne nun mit der Eroberung, dass du sein Land einnehmest.
32. Sichon zog uns entgegen, er und all sein Volk, zum Streite nach Jahaz.
33. Der Herr, unser Gott, warf ihn vor uns nieder, wir schlugen ihn und seine Söhne und sein ganzes Volk.
34. Wir eroberten alle seine Städte in jener Zeit, und wir bannten jede Stadt, Männer, Frauen und Kinder; wir ließen nichts übrig.
35. Nur das Vieh plünderten wir für uns und die Beute der Städte, die wir erobert.
36. Von Aroër, das am Ufer des Flusses Arnon [liegt], und die Stadt, der im Flusse und bis Gilead war keine Feste, die uns zu mächtig gewesen. Alles hat der Herr, unser Gott, vor uns niedergeworfen.
37. Nur dem Lande Ammon bist du nicht genahet, der ganzen Seite des Flusses Jabbok und den Städten des Gebirges und allem, was der Herr, unser Gott, verboten.

Kapitel 3

1. Mir wandten uns alsdann und zogen hinauf den Weg nach Baschan; Og, der König von Baschan, zog uns entgegen, er und sein ganzes Volk, zur Schlacht nach Edrëi.
2. Der Herr sprach zu mir: Fürchte ihn nicht, denn in deine Hand habe ich gegeben ihn und all sein Volk und all sein Land; du sollst mit ihm verfahren, wie mit Sichon, König des Emori, der in Cheschbon wohnte.
3. Der Herr, unser Gott, gab in unsere Hand auch den Og, König von Baschan und all sein Volk; wir schlugen ihn so, dass wir keinen übrigließen.
4. Wir eroberten all seine Städte in jener Zeit; es war keine Veste, die wir ihnen nicht abgenommen; sechzig Städte, den ganzen Strich Argob, das Reich des Og in Baschan.
5. All dies waren Städte, umschlossen von hoher Mauer, Türen und Riegel, außer den offenen Städten, die sehr zahlreich waren.
6. Wir bannten sie, wie wir dem Sichon, König von Cheschbon, getan; jede Stadt, Männer, Frauen und Kinder [bannten wir].
7. Jedoch alles Vieh und die Beute der Städte plünderten wir für uns.
8. Wir nahmen in jener Zeit das Land von den beiden Königen des Emori, die diesseits des Jordan, vom Flusse Arnon bis zum Berg Hermon.
9. — Die Zidoniter nennen den Hermon Sirjon, und der Emori nennt ihn Senir. — 10. Alle Städte der Ebene und ganz Gilead und ganz Baschan bis Salcha und Edrëi, die Städte des Königreiches Ogs im Baschan.
11. Denn nur Og, König von Baschan, war vom Überrest der Refaim noch geblieben; sein Bettgestell, ein Bettgestell von Eisen, befindet sich in Rabbat BneAmmon, neun Ellen seine Länge und vier Ellen seine Breite nach dem Arme eines Mannes.
12. Dies Land nahmen wir ein in jener Zeit; von Aroër, das am Flusse Arnon, und den halben Berg Gilead, und seine Städte, dies hab ich dem Ruben und dem Gad gegeben.
13. Und das Übrige von Gilead, und ganz Baschan, das Königreich des Og, hab ich dem halben Stamme Manasse gegeben; der ganze Strich Argob samt jenem ganzen Baschan wird Land der Refaim genannt.
14. Jair, Sohn des Manasse, nahm den ganzen Strich Argob bis zum Gebiete des Gesuri und Maachati und nannte das Baschan nach seinem Namen Hawwot [Dörfer] Jairs bis auf diesen Tag.
15. Dem Machir gab ich Gilead.
16. Dem Stamme Ruben und dem Stamme Gad gab ich von Gilead bis zum Flusse Arnon, das innerhalb des Flusses, und das Angrenzende und bis zum Flusse Jabbok, der Grenze der Ammoniter; 17. Und die Ebene um den Jordan und das Angrenzende, von Kinneret bis zum Meere der Ebene, der Salzsee, unter dem Bergrücken der Pisga ostseits.
18. In jener Zeit gebot ich euch also: Der Herr, euer Gott, hat euch dies Land gegeben, es einzunehmen. In Kriegsrüstung sollt ihr vorausziehen vor euern Brüdern, den Kindern Israel, alle wehrhaften Männer.
19. Nur eure Frauen und eure Kinder und eure Herden — ich weiß, dass ihr viele Herden habt — sollen bleiben in euern Städten, die ich euch gegeben, 20. Bis dass der Herr Ruhe schafft euern Brüdern, wie euch, und auch sie einnehmen das Land, das der Herr, euer Gott, ihnen gibt jenseits des Jordan; dann kehret zurück, jeder in sein Besitztum, das ich euch gegeben.
21. Dem Josua gebot ich in jener Zeit also: Deine Augen haben gesehen alles, was der Herr, euer Gott, getan diesen beiden Königen; also wird der Herr tun allen Königreichen, wohin du ziehst.
22. Fürchte sie nicht; denn der Herr euer Gott, er ist es, der für euch streitet.
23. Zum Herrn flehte ich in jener Zeit also: 24. Herr, Gott, du hast begonnen deinem Knecht zu zeigen deine Größe und deine starke Macht, wo ist ein Gott im Himmel und auf Erden, der solche Taten verrichten konnte?
25. Lass mich doch hinübergehen, dass ich sehe das schöne Land, das jenseits des Jordan, dies schöne Gebirge und den Libanon.
26. Aber der Herr zürnte mir um euretwillen und hörte nicht auf mich. Der Herr sprach zu mir: Lass genug sein! Fahre nicht fort, noch weiter zu mir zu reden in dieser Sache.
27. Steig hinauf auf den Gipfel der Pisga, hebe auf deine Augen gen Westen, gen Norden, gen Süden und gen Osten, und siehe alles mit deinen Augen; denn du wirst über den Jordan nicht ziehen.
28. Ernenne den Josua [zu deinem Nachfolger] und ermutige und kräftige ihn; denn er soll vorausziehen diesem Volke, er soll ihnen zuteilen das Land, welches du siehst.
29. Wir verweilten [damals] im Tale, Bet Peor gegenüber.

Kapitel 4

1. Und nun, Israel, höre auf die Satzungen und Vorschriften, die ich euch lehre zu tun, auf dass ihr lebet und hinkommt, einzunehmen das Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt.
2. Tut nichts hinzu zu dem, was ich euch gebiete, und nehmet nichts davon; beobachtet nur die Gebote des Herrn, eures Gottes, die ich euch gebiete.
3. Ihr habt gesehen, was der Herr getan um Baal Peor: denn jeder Mann, der gefolgt dem Baal Peor, den hat der Herr dein Gott, vertilgt aus deiner Mitte.
4. Ihr aber, die ihr an dem Herrn eurem Gotte hanget, seid alle heute am Leben.
5. Siehe, ich habe euch Satzungen und Vorschriften gelehrt, wie mir geboten der Herr, mein Gott; befolget sie in dem Lande, wohin ihr kommet, es einzunehmen.
6. So wahret und tuet sie; denn das gilt als eure Weisheit und eure Einsicht vor den Völkern, welche alle diese Satzungen vernehmen und sprechen werden: Nur eine weise und einsichtige Nation ist dieses große Volk.
7. Denn welches große Volk gibt es, das Götter hätte, ihm so nahe, wie der Herr unser Gott [uns nahe ist], wann immer wir zu ihm rufen?
8. Und welches große Volk gibt es, das Satzungen und Vorschriften hätte, so gerecht, wie diese ganze Lehre, die ich heute euch vorlege?
9. Nur hüte dich und nimm dich sehr in Acht, dass du nicht vergessest die Dinge, die deine Augen gesehen, und dass sie nicht aus deinem Herzen weichen all die Tage deines Lebens; vielmehr sollst du sie kund machen deinen Kindern und deinen Kindeskindern.
10. [Erinnere dich] des Tages, da du gestanden vor dem Herrn deinem Gott am Horeb, da der Herr zu mir sprach: Versammle mir das Volk, dass ich sie hören lasse meine Worte, damit sie lernen mich zu fürchten alle Tage, die sie auf dem Erdboden leben, und dies auch ihre Kinder lehren.
11. Ihr tratet heran und standet am Fuße des Berges der Berg brannte im Feuer bis in die Höhe des Himmels: Finsternis, Gewölk und Wetterwolke.
12. Der Herr redete zu euch mitten aus dem Feuer. Den Laut der Worte hörtet ihr, nur Laute, aber ihr saht kein Bild.
13. Er kündete euch seinen Bund, den er euch geboten zu halten, die zehn Worte, und schrieb sie auf zwei Tafeln von Stein.
14. Auch mir gebot der Herr in jener Zeit, euch zu lehren Satzungen und Vorschriften, dass ihr sie tuet in dem Lande, dahin ihr ziehet, es einzunehmen.
15. Nun seid sehr auf eurer Hut; denn ihr habt keinerlei Bild gesehen am Tage, da der Herr zu euch geredet am Horeb mitten aus dem Feuer; 16. Dass ihr nicht ausartet und euch ein Bild machet, ein Abbild einer Götzengestalt, die Form eines männlichen oder weiblichen Wesens.
17. Die Form eines Tieres, das auf der Erde, oder die Form eines beschwingten Vogels, der unter dem Himmel fliegt.
18. Die Form von etwas Kriechendem, die Form eines Fisches, der im Wasser unter der Erde.
19. Dass du nicht erhebest deine Augen zum Himmel und sehest die Sonne und den Mond und die Sterne, all das Heer des Himmels, und verleitet werdest, dich vor ihnen zu bücken und ihnen zu dienen, — die der Herr, dein Gott zugeteilt 4. allen [andern] Völkern, die unter dem Himmel; 20. Euch aber hat der Herr genommen und herausgeführt aus dem eisernen Schmelzofen, aus Ägypten, ihm zu sein zum Volke des Besitzes, wie diesen Tag [wie du ja siehst].
21. Der Herr zürnte mir eurethalben und schwur, dass ich nicht ziehen sollte über den Jordan, und dass ich nicht kommen sollte in das schöne Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt als Erbe.
22. Denn ich sterbe in diesem Lande, ich gehe nicht über den Jordan ihr aber zieht hinüber und werdet einnehmen dies schöne Land.
23. Hütet euch, dass ihr nicht vergesset den Bund des Herrn, eures Gottes, den er mit euch geschlossen, und euch machet ein Bild, Abbild von irgendetwas, was dir der Herr, dein Gott, verboten.
24. Denn der Herr, dein Gott, ist wie ein verzehrendes Feuer, ein eifervoller Gott. 25. Wenn du Kinder zeugest und Kindeskinder und ihr in dem Lande bleibet und ihr alsdann entartet, dass ihr euch ein Bild machet, ein Abbild von irgend etwas, und tuet das Böse in den Augen des Herrn, deines Gottes, ihn zu kränken; 26. So nehme ich heute zu Zeugen gegen euch Himmel und Erde, dass ihr bald umkommen werdet weg von dem Lande, dahin ihr über den Jordan ziehet, es einzunehmen; ihr werdet nicht lange Zeit darauf leben, sondern vertilgt werden.
27. Der Herr wird euch zerstreuen unter die Völker, und ihr werdet übrig bleiben ein zählbares [kleines] Häuflein unter den Nationen, dahin euch der Herr führen wird.
28. Und werdet dort dienen Göttern, dem Werte von Menschenhänden, Holz und Stein, die nicht sehen und nicht hören und nicht riechen; 29. Erst von da werdet ihr den Herrn suchen, euern Gott; du wirst ihn finden; wenn du dich ihm zuwenden wirst mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele.
30. In deiner Bedrängnis, wenn dich in den künftigen Tagen alle diese Dinge treffen, wirst du zurückkehren zum Herrn, deinem Gotte, und seiner Stimme gehorchen.
31. Denn barmherzig ist der Herr, dein Gott; er wird dich nicht verlassen und dich nicht verderben, und nicht vergessen den Bund deiner Väter, den er ihnen geschworen.
32. Denn frage doch nach den vergangenen Tagen, die vor dir gewesen, von dem Tage an, da Gott einen Menschen geschaffen auf der Erde; [frage auch] von einem Ende des Himmels bis an das andere Ende, ob etwas, wie diese große Sache, sich begeben hat oder ob dergleichen gehört worden? 33 Ob ein Volk gehört die Stimme eines Gottes, redend mitten aus dem Feuer, wie du gehört hast, und leben geblieben?
34. Oder ob ein Gott versucht hat zu kommen, sich ein Volk aus einem Volke herauszunehmen, mit Versuchungen, mit Zeichen und Wundern, mit Krieg und starker Hand und ausgestrecktem Arm, mit großen Schrecknissen, ganz so, wie für euch getan der Herr, euer Gott, in Ägypten, vor euren Augen.
35. Du bist überzeugt worden, dass der Herr der Gott ist, keiner sonst außer ihm.
36. Von dem Himmel hat er dich hören lassen seine Stimme, dich zurechtzuweisen, auf der Erde hat er dich sehen lassen sein großes Feuer, und seine Worte hast du gehört mitten aus dem Feuer.
37. Weil er deine Väter geliebt, hat er ihre Nachkommen erkoren und mit seiner Gegenwart und seiner großen Kraft aus Ägypten geführt; 38. Und Völker vor dir vertrieben, größer und mächtiger als du, um dich dorthin zu bringen, und ihr Land dir zum Besitz zu geben, wie diesen Tag [geschehen ist].
39. So sollst du denn heute erkennen und zu Herzen nehmen, dass der Herr der Gott ist im Himmel droben und auf Erden hier unten, keiner sonst.
40. Du sollst beobachten seine Satzungen und seine Gebote, die ich dir heute gebiete, dass es dir wohl ergehe und deinen Kindern, und damit du lange lebest in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt, für alle Zeiten.
41. Damals sonderte Mose ab drei Städte diesseits des Jordan, gen Osten.
42. Dass dahin flüchte der Mörder, der seinen Nächsten totgeschlagen ohne Absicht, denn er war ihm nicht feindlich von gestern oder ehegestern; er soll flüchten in eine von diesen Städten und leben bleiben: 43. Bezer in der Wüste im ebenen Lande für den Stamm Ruben, und Ramot in Gilead für den Stamm Gad, und Golan in Baschan für dem Stamm Manasse.
44. Dies ist die Lehre die Mose vorgelegt den Kindern Israel.
45. Dies sind die Zeugnisse, Satzungen und Vorschriften, die Mose geredet zu den Kindern Israel bei ihrem Auszuge aus Ägypten.
46. Diesseits des Jordan im Tale, Bet Peor gegenüber, im Lande Sichons, Königs des Emori, der in Cheschbon wohnte, den Mose und die Kinder Israel geschlagen bei ihrem Auszuge aus Ägypten.
47. Sie nahmen sein Land ein und das Land des Og, Königs von Baschan, der beiden Könige des Emori, diesseits des Jordan, ostseits.
48. Von Aroër, das am Ufer des Flusses Arnon bis zum Berge Sion, das ist Hermon, 49. Und die ganze Ebene diesseits des Jordan gegen Osten und bis zum Meere der Ebene unter den Bergrücken der Pisga.

Kapitel 5

1. Mose berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Höre Israel die Satzungen und Vorschriften, die ich heute vor euren Ohren rede, dass ihr sie lernet und beobachtet, sie auszuüben.
2. Der Herr, unser Gott, hat mit uns einen Bund geschlossen am Horeb.
3. Nicht nur mit unseren Vätern hat der Herr diesen Bund geschlossen, sondern auch mit uns, mit diesen hier, die wir heute alle leben.
4. Angesicht zu Angesicht hat der Herr mit euch geredet auf dem Berge mitten aus dem Feuer.
5. Ich stand zwischen dem Herrn und euch zur selben Zeit, euch zu verkünden das Wort des Herrn; denn ihr wart furchtsam vor dem Feuer und stieget nicht auf den Berg, — also: 6. Ich bin der Herr, dein Gott, der dich geführt aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft.
7. Du sollst keine fremden Götter haben vor mir.
8. Du sollst dir kein Bild machen, kein Abbild dessen, was im Himmel droben und was auf Erden hier unten, noch was im Wasser unter der Erde; 9. Du sollst dich nicht niederwerfen vor ihnen und ihnen nicht dienen; denn Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifervoller Gott, der die Schuld der Väter ahndet an den Kindern, am dritten und am vierten Gliede, die mich hassen; 10. Der aber Gnade übt am tausendsten Gliede, welche mich lieben und meine Gebote halten.
11. Du sollst nicht aussprechen den Namen des Herrn, deines Gottes, zum Falschen, denn nicht ungestraft lassen wird der Herr Den, der seinen Namen zum Falschen ausspricht.
12. Beobachte den Schabbat=Tag, ihn zu heiligen, wie der Herr, dein Gott, dir geboten.
13. Sechs Tage kannst du arbeiten und alle deine Werke verrichten; 14. Aber der siebente Tag ist eine Feier dem Herrn deinem Gotte; da sollst du keinerlei Werk verrichten, weder du, noch dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Ochs, dein Esel, dein Vieh und dein Fremder, der in deinen Toren, auf dass auch ruhe dein Knecht und deine Magd wie du.
15. Du sollst bedenken, dass auch du ein Knecht gewesen im Lande Ägypten, dass dich herausgeführt der Herr, dein Gott, von da mit starker Hand und ausgestrecktem Arm; darum hat dir der Herr dein Gott geboten, den Schabbat-Tag zu halten.
16. Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie der Herr dein Gott dir geboten, damit deine Tage lang werden, und damit es dir wohlergehe in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
17. Du sollst nicht morden und sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen und sollst nicht falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten.
18. Du sollst nicht Gelüste tragen nach der Frau deines Nächsten, du sollst nicht begehren nach dem Hause deines Nächsten, nach seinem Felde, seinem Knecht, seiner Magd, seinem Ochsen, seinem Esel und allem, was deines Nächsten ist.
19. Diese Worte hat der Herr zu einer ganzen Versammlung gesprochen auf dem Berge mitten aus dem Feuer, dem Gewölk und den Wetterwolken mit gewaltiger Stimme, doch nicht mehr; und schrieb sie auf zwei Tafeln von Stein und gab sie mir.
20. Als ihr die Stimme mitten aus dem Nebel hörtet und der Berg im Feuer brannte, da tratet ihr zu mir, die Häupter eurer Stämme und eure Ältesten, 21. Und spracht: Gezeigt hat uns der Herr, unser Gott, seine Herrlichkeit und seine Größe, seine Stimme haben wir gehört mitten aus dem Feuer. Diesen Tag haben wir gesehen, dass Gott reden kann mit einem Menschen und dieser dabei leben bleibt.
22. Und nun, — warum sollen wir sterben? Denn es könnte uns verzehren dieses große Feuer. Wenn wir fortfahren, die Stimme des Herrn, unseres Gottes, zu hören, so sterben wir.
23. Denn wo ist irgendein Sterblicher, der die Stimme des lebendigen Gottes hat reden hören mitten aus dem Feuer, wie wir, und ist leben geblieben?
24. Tritt du hin und höre alles, was der Herr, unser Gott, sprechen wird, und dann sage du uns alles, was der Herr, unser Gott, zu dir reden wird, dass wir es hören und tun.
25. Der Herr hörte die Stimme eurer Worte, da ihr zu mir redetet, und der Herr sprach zu mir: Ich habe gehört die Stimme dieses Volkes, die Worte, die sie zu dir geredet; sie haben richtig geredet.
26. Dass doch dies ihr Gemüt ihnen bliebe, mich zu fürchten und alle meine Gebote zu beobachten alle Zeit, auf dass es ihnen wohlergehe und ihren Kindern auf ewig.
27. Gehe, sage ihnen: Kehret heim nach euren Zelten.
28. Und du bleibe hier bei mir, dass ich dich lehre jedes Gebot und die Satzungen und Vorschriften, die du sie lehren sollst, dass sie es ausüben in dem Lande, welches ich ihnen gebe, es einzunehmen.
29. Seid bedacht zu tun, wie der Herr euer Gott euch geboten; weichet nicht davon ab rechts oder links.
30. Wandelt den Weg, den der Herr, euer Gott, euch geboten, auf dass ihr lebet und es euch wohlergehe, und ihr lange lebet in dem Lande, das ihr einnehmet.

Kapitel 6

1. Das ist das Gebot, die Satzungen und die Vorschriften, die der Herr, euer Gott, euch zu lehren geboten, zu tun in dem Lande, dahin ihr ziehet, es einzunehmen; 2. Auf dass du fürchtest den Herrn, deinen Gott, zu beobachten alle seine Satzungen und Gebote, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und Kindeskinder all die Tage deines Lebens, auf dass deine Tage lange währen.
3. So höre Israel und beobachte zu tun, dass es dir wohlergehe und ihr euch sehr mehret, wie der Herr, der Gott deiner Väter, dir zugesagt, — ein Land fließend von Milch und Honig.
4. Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiges ewiges Wesen.
5. Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.
6. Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein.
7. Du sollst sie einschärfen deinen Kindern und davon reden, wenn du sitzest in deinem Hause und wenn du gehest auf dem Wege, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst.
8. Du sollst sie binden zum Wahrzeichen an deine Hand, und sie sollen sein zum Denkmal zwischen deinen Augen.
9. Du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore.
10. Wenn dich der Herr, dein Gott, bringen wird in das Land, das er geschworen deinen Vätern Abraham, Isak und Jakob, dir zu geben: — große und schöne Städte, die du nicht gebaut; 11. Und Häuser, voll alles Guten, die du nicht gefüllt, und gehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen, Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt, und du wirst essen und satt werden: 12. Hüte dich, dass du nicht vergessest den Herrn, der dich herausgeführt aus dem Lande Ägypten, aus der Knechtschaft.
13. Den Herrn deinen Gott sollst du fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören.
14. Ihr sollt nicht nachgehen fremden Göttern von den Göttern der Völker, die rings um euch.
15. Denn eifervoll ist der Herr, dein Gott, in deiner Mitte: — dass nicht erglühe der Zorn des Herrn, deines Gottes, über dich, und er dich vertilge weg von dem Erdboden.
16. Ihr sollt nicht versuchen den Herrn, euern Gott, wie ihr ihn versucht habt in Massa.
17. Beobachten sollt ihr die Gebote des Herrn, eures Gottes, und seine Zeugnisse und seine Satzungen, die er dir geboten.
18. Und tue, was recht und gut in den Augen des Herrn, auf dass es dir wohlergehe und du hinkommst und einnehmest das schöne Land, das der Herr deinen Vätern zugeschworen, 19. Auszustoßen all deine Feinde vor dir, wie der Herr gesprochen.
20. Wenn dich dein Sohn künftig fragt: Was ist mit den Zeugnissen und Satzungen und den Vorschriften, welche der Herr unser Gott euch geboten?
21. So sprich zu deinem Sohne: Wir sind Knechte gewesen des Pharaos in Ägypten, und der Herr hat uns herausgeführt aus Ägypten mit starker Hand; 22. Der Herr ließ kommen Zeichen und große und böse Wunder über Ägypten, über Pharao und über sein ganzes Haus vor unseren Augen.
23. Uns aber hat er herausgeführt von da, um uns her zu bringen, uns das Land zu geben, das er unseren Vätern zugeschworen.
24. Und der Herr gebot uns alle diese Satzungen zu tun, den Herrn, unsern Gott, zu fürchten, uns zum Heil zu allen Zeiten, um uns am Leben zu erhalten, wie diesen Tag geschieht.
25. Und zum Verdienst gereicht es uns vor dem Herrn, unserm Gott, wenn wir beobachten zu tun dieses ganze Gebot, wie uns geboten wurde.

Kapitel 7

1. Wenn dich der Herr, dein Gott, bringen wird in das Land, dahin du kommst, es einzunehmen, und viele Völker vor dir austreibt: den Hitti und den Girgasi, den Emori und den Kanaani, den Perisi, den Hivi und den Jebusi, sieben Völker größer und mächtiger als du; 2. Und der Herr, dein Gott, sie dir gibt und du sie besiegen wirst, so sollst du sie bannen, du sollst mit ihnen keinen Bund schließen und ihnen keine Gnade gewähren; 3. Und dich nicht verschwägern mit ihnen, deine Tochter sollst du nicht geben seinem Sohne, und seine Tochter nicht nehmen für deinen Sohn.
4. Denn er wird abwendig machen deinen Sohn von mir und sie werden fremden Göttern dienen, und der Zorn des Herrn wird erglühen über euch, und er wird euch schnell vertilgen.
5. Sondern also sollt ihr ihnen tun: Ihre Altäre reißet nieder und ihre Standbilder zertrümmert, ihre [dem Götzendienst geweihten] Haine fället und ihre Götzenbilder verbrennt im Feuer.
6. Denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott; dich hat erkoren der Herr, dein Gott, ihm zu sein zum köstlichsten Volke von allen Völkern, die auf dem Erdboden.
7. Nicht weil ihr mehr seid denn alle Völker hat der Herr euch begehrt und auch erkoren; denn ihr seid die Wenigsten von allen Völkern.
8. Sondern um die Liebe des Herrn zu euch und weil er den Schwur hält, den er euren Vätern geschworen, hat euch der Herr herausgeführt mit starker Hand und dich erlöst aus der Knechtschaft, aus der Hand Pharaos, Königs von Ägypten.
9. So erkenne, dass der Herr, dein Gott, der Gott ist, der zuverlässige Gott, er bewahrt den Bund und die Gnade denen, welche ihn lieben und seine Gebote halten, bis ins tausendste Geschlecht; 10. Und vergilt seinen Feinden ins Angesicht, sie zu vernichten; nicht zögert er mit seinem Feind, ins Angesicht [sofort] vergilt er ihm.
11. So sollst du denn beobachten das Gebot und die Satzungen und die Vorschriften, die ich dir heute gebiete, sie zu tun.
12. Und zum Lohne, dass ihr gehorchet diesen Vorschriften und sie beobachtet und tut, wird der Herr dein Gott dir bewahren den Bund und die Gnade, die er geschworen deinen Vätern.
13. Er wird dich lieben und dich segnen und dich mehren; er wird segnen deine Leibesfrucht und die Frucht deines Erdbodens, dein Getreide, deinen Most, dein Öl, das Geworfene deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe, auf dem Erdboden, den er geschworen deinen Vätern, dir zu geben. 14. Gesegneter wirst du sein von allen Völkern, es wird unter dir kein Unfruchtbarer und keine Unfruchtbare sein, noch unter deinem Viehe.
15. Der Herr wird von dir tun alle Krankheiten und all die bösen Seuchen Ägyptens, die du kennst; er wird sie nicht auf dich legen, sondern auf alle deine Hasser.
16. Du wirst aufzehren all die Völker, welche der Herr, dein Gott, dir gibt; dein Auge sehe nicht mitleidig auf sie, diene nicht ihren Göttern, denn es wäre dir ein Fallstrick.
17. Wenn du vielleicht im Herzen denkst: Zu zahlreich sind mir diese Völker, wie werde ich vermögen, sie auszutreiben?
18. Fürchte dich nicht vor ihnen; bedenke, was der Herr, dein Gott, getan an Pharao und ganz Ägypten; 19. Die großen Versuchungen, welche deine Augen gesehen, und die Zeichen und Wunder, die starke Hand und den ausgestreckten Arm, womit der Herr dein Gott dich herausgeführt. Also wird der Herr, dein Gott, all den Völkern tun, vor welchen du dich fürchtest.
20. Und auch die Hornissen wird der Herr, dein Gott, gegen sie loslassen, bis umgekommen sind die Übriggebliebenen und vor dir Versteckten.
21. Sei nicht bange vor ihnen, denn der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein großer und furchtbarer Gott.
22. Der Herr, dein Gott, wird diese Völker vor dir austreiben nach und nach; du wirst sie nicht schnell aufreiben können, dass das Land nicht leer bleibe und wider dich sich mehre das Wild des Feldes.
23. Der Herr, dein Gott, wird sie dir überantworten und sie stark verwirren bis zu ihrer Vertilgung; 24. Und wird ihre Könige in deine Hand geben und du wirst ihre Namen vernichten unter dem Himmel, kein Mensch wird Stand halten vor dir, bis du sie vertilgt hast.
25. Ihre Götzenbilder verbrennet im Feuer. Habe keine Gelüste nach dem Silber und Golde daran, dass du für dich nähmest, auf dass du nicht dadurch umgarnt werdest; denn ein Gräuel des Herrn, deines Gottes, ist es.
26. Du sollst keinen Gräuel bringen in dein Haus, dass du nicht Bann werdest gleich ihm. Verabscheuen sollst du es und als einen Gräuel behandeln, denn Bann ist es.

Kapitel 8

1. Alle Gebote, die ich euch heute gebiete, beobachtet auszuüben, auf dass ihr lebet und euch mehret und dahin gelanget, einzunehmen das Land, das der Herr geschworen euern Vätern.
2. Du sollst gedenken des ganzen Weges, den dich geführt der Herr, dein Gott, seit vierzig Jahre in der Wüste, um dich leiden zu lassen, um dich zu versuchen, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist: Ob du beobachten wirst seine Gebote oder nicht.
3. Er ließ dich leiden und dich hungern, aber er speiste dich mit dem Manna, das weder du noch deine Väter gekannt, um dich zu lehren, dass nicht durch das Brot allein der Mensch lebt, sondern durch alles, was aus dem Munde Gottes kommt, der Mensch lebt.
4. Dein Kleid zerfiel nicht von dir und dein Fuß schwoll nicht an, schon vierzig Jahre.
5. Du sollst erkennen in deinem Herzen, dass der Herr, dein Gott, dich ziehet, wie ein Mann seinen Sohn.
6. Du sollst beobachten die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf seinen Wegen zu wandeln und ihn zu fürchten.
7. Denn der Herr, dein Gott, bringt dich in ein schönes Land, ein Land der Wasserbäche, Quellen und Seen, die in der Ebene und im Gebirge entspringen; 8. Ein Land des Weizens und der Gerste, des Weinstocks und des Feigenbaumes und der Granate, ein Land der Ölbeere und des Honigs; 9. Ein Land, darin du nicht kümmerlich Brot essen musst, — du wirst an nichts darben darin; ein Land, dessen Steine Eisen sind, und aus seinen Gebirgen wirst du Kupfer hauen.
10. Du wirst essen und satt werden und den Herrn, deinen Gott, preisen für das schöne Land, das er dir gegeben.
11. Hüte dich, dass du nicht vergessest den Herrn, deinen Gott: seine Gebote, seine Vorschriften und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete, nicht zu beobachten.
12. Dass du nicht isst und satt werdest und schöne Häuser bauest und bewohnest, 13. Und deine Rinder und deine Schafe sich mehren, und Silber und Gold sich dir mehrt, und alles was dein sich mehrt; — 14. Und sich dein Herz erhebet und du vergessest den Herrn, deinen Gott, der dich aus dem Lande Ägypten geführt, aus der Knechtschaft; 15. Der dich geleitet durch die große und furchtbare Wüste, wo Saraf=Schlangen und Skorpionen und Verschmachtung, wo kein Wasser ist; der für dich Wasser herausgebracht aus dem Kieselfelsen; 16. Der dich gespeist mit Manna in der Wüste, den deine Väter nicht gekannt, um dich leiden zu lassen und um dich zu versuchen, dass er dir wohltue in deiner Zukunft; — 17. Dass du nicht sagest in deinem Herzen: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir all dies Vermögen geschafft: 18. Sondern gedenke des Herrn deines Gottes, denn er ist es, der dir Kraft gibt, Vermögen zu schaffen, auf dass er aufrecht halte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen, wie diesen Tag geschieht.
19. Wenn du aber vergisst den Herrn, deinen Gott, und fremden Göttern folgest und ihnen dienest und dich vor ihnen bückest, so warne ich [und verkünde] euch heute, dass ihr umkommen werdet.
20. Wie die Völker, welche der Herr vor euch vernichtet, so werdet ihr umkommen, zum Lohn, dass ihr nicht hören wollt auf die Stimme des Herrn, eures Gottes.

Kapitel 9

1. Höre, Israel! Du ziehest heute über den Jordan, dahin zu gelangen, Völker auszutreiben, größer und mächtiger denn du, Städte, groß und befestigt bis in den Himmel; 2. Ein großes und mächtiges Volk, die Söhne der Enakim, die du selbst kennst und von denen du [sagen] gehört: Wer kann Stand halten den Söhnen Enak?
3. So erkenne denn heute, dass der Herr, dein Gott, es ist, der vor dir herzieht wie ein verzehrendes Feuer, er wird sie vertilgen und sie demütigen vor dir, und du wirst sie austreiben und sie schnell vernichten, wie der Herr dir verheißen.
4. Du sollst nicht sprechen in deinem Herzen, wenn der Herr, dein Gott, sie ausstößt vor dir, also: Um mein Verdienst hat mich hergebracht der Herr, dieses Land einzunehmen; da doch der Herr, dein Gott, diese Völker nur ihrer Ruchlosigkeit wegen vor dir vertreibt.
5. Nicht also um dein Verdienst und die Aufrichtigkeit deines Herzens bist du dahin gelangt, ihr Land einzunehmen, sondern um die Ruchlosigkeit dieser Völker treibt sie der Herr, dein Gott, vor dir aus, und auch dass er aufrecht halte das Wort, das der Herr deinen Vätern, Abraham, Isak und Jakob geschworen.
6. Du sollst wissen, dass nicht um dein Verdienst der Herr, dein Gott, dir dies schöne Land gibt, es einzunehmen; denn ein hartnäckiges Volk bist du.
7. Gedenke und vergiss es nicht, wie du den Herrn, deinen Gott, erzürnt in der Wüste. Von dem Tage an, da du aus dem Lände Ägypten gegangen, bis ihr an diesen Ort gelangt, wart ihr widerspenstig gegen den Herrn.
8. Am Horeb habt ihr den Herrn erzürnt, und der Herr ergrimmte über euch, euch zu vertilgen — 9. Da ich auf den Berg stieg, zu empfangen die Tafeln von Stein, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen; und ich blieb auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte, Brot aß ich nicht und Wasser trank ich nicht.
10. Der Herr gab mir die beiden Tafeln von Stein, beschrieben mit dem Finger Gottes, und darauf genau die Worte, welche der Herr mit euch geredet auf dem Berge, mitten aus dem Feuer, am Tage der Versammlung.
11. Nach Verlauf von vierzig Tagen und vierzig Nächten gab mir der Herr die beiden Tafeln von Stein, die Tafeln des Bundes.
12. Der Herr sprach zu mir: Auf, steige eilends hinab von hier; denn ausgeartet ist dein Volk, das du aus Ägypten geführt; sie sind bald gewichen von dem Wege, den ich ihnen geboten, sie haben sich ein gegossenes Bild gemacht.
13. Der Herr sprach zu mir also: Ich sehe dieses Volk, es ist ein hartnäckiges Volk.
14. Lass ab von mir, dass ich sie vertilge und auslösche ihren Namen unter dem Himmel, und ich will dich machen zu einem Volke, mächtiger und zahlreicher denn dieses.
15. Ich wandte mich und stieg vom Berge herab, und der Berg brannte im Feuer, und die beiden Tafeln des Bundes hielt ich in meinen beiden Händen.
16. Ich sah, wie ihr gesündigt hattet gegen den Herrn, euern Gott; ihr hattet euch gemacht ein gegossenes Kalb; ihr wart bald gewichen von dem Wege, welchen der Herr euch geboten.
17. Ich ergriff nun die zwei Tafeln und warf sie aus meinen beiden Händen und zerschlug sie vor euren Augen.
18. Dann warf ich mich hin vor dem Herrn wie das erste mal vierzig Tage und vierzig Nächte, Brot aß ich nicht und Wasser trank ich nicht, um all eure Schuld, die ihr euch habt zu Schulden kommen lassen, zu tun das Böse in den Augen des Herrn, ihn zu kränken.
19. Denn mir war bange vor dem Grimm und dem Zorne, den der Herr über euch zürnte, euch zu vertilgen; und der Herr erhörte mich auch dieses mal.
20. Auch Aaron zürnte der Herr sehr, dass er ihn vertilgen wollte, und ich betete auch für Aaron zur selben Zeit.
21. Euer Sündenwerk aber, das ihr gemacht, das Kalb, nahm ich und versenkte es im Feuer; ich zerrieb und zermalmte es zu Staub, und warf den Staub davon in den Bach, der vom Berge herabfließt.
22. Auch in Tabera und in Massa und zu Kibrot ha-Taava erzürntet ihr den Herrn.
23. Auch als euch der Herr von Kadesch Barnea sandte und sprach: Ziehet hinauf und nehmet ein das Land, das ich euch gebe, da wart ihr widerspenstig gegen den Befehl des Herrn, eures Gottes, und trautet ihm nicht und gehorchtet nicht seiner Stimme.
24. Widerspenstige wart ihr gegen den Herrn von dem Tage an, da ich euch kenne.
25. Ich warf mich hin vor dem Herrn jene vierzig Tage und vierzig Nächte, die ich mich hingeworfen, denn der Herr hatte gesprochen, euch zu vertilgen.
26. Da betete ich zu dem Herrn und sprach: Herr, Gott, verderbe nicht dein Volk und dein Erbe, das du erlöst durch deine Größe, dass du geführt aus Ägypten mit starker Hand.
27. Gedenke deiner Knechte, Abrahams, Isaks und Jakobs, kehre dich nicht an die Verstocktheit dieses Volkes und an seine Bosheit und an seine Schuld.
28. Dass nicht sagen [die Bewohner] des Landes, aus welchem du uns geführt: Aus Unvermögen des Herrn, sie in das Land zu bringen, das er ihnen zugesagt, oder aus seinem Hasse gegen sie hat er sie herausgeführt, sie zu töten in der Wüste.
29. Und doch sind sie dein Volk und dein Erbe, das du herausgeführt mit deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arme.

Kapitel 10

1. In jener Zeit sprach der Herr zu mir: Haue dir aus zwei steinerne Tafeln, wie die ersten, und steige zu mir herauf auf den Berg, mache dir aber vorerst eine Lade von Holz.
2. Auf die Tafeln werde ich schreiben die Worte, die auf den ersten Tafeln waren, die du zerbrochen; tue sie in die Lade.
3. Ich machte eine Lade von Akazienholz und haute zwei steinerne Tafeln aus wie die ersten und stieg auf den Berg mit den beiden Tafeln in meiner Hand.
4. [Gott] schrieb auf die Tafeln wie die erste Schrift, die zehn Worte, welche der Herr zu euch gesprochen auf dem Berge mitten aus dem Feuer, am Tage der Versammlung, und der Herr gab sie mir.
5. Ich wandte mich und stieg vom Berge herab und tat die Tafeln in die Lade, die ich gemacht, und sie blieben daselbst, wie der Herr mir geboten.
6. Die Kinder Israel brachen auf von den Brunnen Bne-Jaakon nach Mosera, dort starb Aaron und ward daselbst begraben; sein Sohn Elasar ward Priester an seiner Statt.
7. Von dort brachen sie auf nach Gudgoda und von Gudgoda nach Jotbata, in ein Land der Wasserbäche.
8. In jener Zeit sonderte der Herr den Stamm Levi ab die Bundeslade des Herrn zu tragen, vor dem Herrn zu stehen, ihn zu bedienen und in seinem Namen seuch zu segnen bis auf diesen Tag.
9. Darum ward dem Levi kein Anteil und Besitz unter seinen Brüdern; der Herr ist sein Besitz, wie der Herr, dein Gott, ihm zugesagt.
10. Ich aber blieb auf dem Berge wie die vorigen Tage, vierzig Tage und vierzig Nächte; der Herr erhörte mich auch dieses Mal, der Herr wollte dich nicht verderben.
11. Der Herr sprach zu mir: Auf, gehe zum Zuge vor dem Volke her, dass sie kommen und einnehmen das Land, das ich geschworen ihren Vätern, ihnen zu geben.
12. Und nun, Israel, was verlangt der Herr, dein Gott, von dir, doch nur, dass du fürchtest den Herrn, deinen Gott, dass du nur auf seinen Wegen wandelst und ihn liebest und dienest dem Herrn, deinem Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, 13. Dass du beobachtest die Gebote des Herrn und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete, dir zum Heil.
14. Des Herrn, unseres Gottes, sind die Himmel und die Himmel der Himmel, die Erde und alles, was darin.
15. Aber nur deine Väter begehrte der Herr, er liebte sie und erkor ihre Nachkommen, euch, vor allen Völkern, wie diesen Tag geschieht.
16. Beschneidet nun die Vorhaut eures Herzens und seid nicht ferner hartnäckig.
17. Denn der Herr, euer Gott, ist ein Gott der Götter und ein Herr der Herren, der große, starke und furchtbare Gott, der kein Ansehen achtet und keine Bestechung nimmt; 18. Der schafft Recht der Waise und der Witwe, und der den Fremdling liebt, ihm Brot und Kleidung zu geben.
19. Liebet denn den Fremdling; denn Fremdlinge wart ihr im Lande Ägypten.
20. Den Herrn, deinen Gott, fürchte, ihm diene und ihm hange an, und bei seinem Namen schwöre.
21. Er ist dein Ruhm, und er ist dein Gott, der für dich getan diese großen und furchtbaren Taten, die deine Augen gesehen.
22. Mit siebzig Seelen zogen deine Väter hinab nach Ägypten, und nun hat der Herr, dein Gott, dich gemacht wie die Sterne des Himmels an Menge.

Kapitel 11

1. Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, und beobachten seinen Dienst und seine Satzungen, seine Vorschriften und seine Gebote alle die Tage.
2. Ihr sollt heute erkennen, — denn nicht mit euern Kindern [rede ich], die nicht erfahren und nicht gesehen die Zucht des Herrn eures Gottes, seine Größe, seine starke Hand und seinen ausgestreckten Arm, 3. Und seine Zeichen und seine Taten, die er getan mitten in Ägypten an Pharao, König von Ägypten, und an seinem ganzen Lande, 4. Und an dem Heer Ägyptens, an seinen Rossen und an seinen Wagen, über welche hin er das Wasser des Schilfmeers strömen ließ, da sie euch nachsetzten, und der Herr vernichtete sie bis auf diesen Tag, 5. Und was er euch in der Wüste getan, bis ihr an diesen Ort gelangt, 6. Und was er an Datan und Abiram getan, den Söhnen Eliabs, des Sohnes Ruben, wie die Erde ihren Mund auftat und sie verschlang samt ihren Häusern und ihren Zelten und allem Wesen, das in ihrem Gefolge, inmitten von ganz Israel — 7. Denn eure Augen sind es, die gesehen haben all das große Werk des Herrn, das er vollbracht.
8. So beobachtet alle Gebote, die ich euch heute gebiete, auf dass ihr stark seid und dazu gelanget, einzunehmen das Land, dahin ihr ziehet, um es einzunehmen; 9. Und auf dass ihr lange Zeit lebet auf dem Erdboden, den der Herr geschworen euern Vätern, ihnen zu geben und ihren Nachkommen, ein Land fließend von Milch und Honig.
10. Denn das Land, dahin du kommst es einzunehmen, ist nicht wie Ägypten, von wo ihr herausgegangen seid, wo du deine Saat aussäen und bewässern musstest mit deinen Füßen wie einen Krautgarten.
11. Aber das Land, dahin ihr ziehet es einzunehmen, ist ein Land der Berge und Täler; vom Regen des Himmels trinkt es Wasser.
12. Ein Land, für das der Herr, dein Gott, sorgt; beständig sind die Augen des Herrn, deines Gottes, darauf, vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres.
13. Wenn ihr auf meine Gebote höret, die ich euch heute gebiete, den Herrn euern Gott zu lieben und ihm zu dienen mit euerm ganzen Herzen und eurer ganzen Seele: 14. So werde ich den Regen eures Landes geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, dass du einsammelst dein Getreide und deinen Most und dein Öl.
15. Und ich werde Gras geben auf deinem Felde für dein Vieh, dass du essest und satt werdest.
16. Hütet euch, dass euer Herz nicht betört werde, dass ihr nicht [vom rechten Wege] abweichet und fremden Göttern dienet und euch vor ihnen bücket.
17. Dann wird der Zorn des Herrn über euch erglühen, er wird den Himmel verschließen, dass kein Regen sei, und der Erdboden kein Gewächs bringe; ihr werdet bald umkommen, weg aus dem schönen Lande, das der Herr, euer Gott, euch gibt.
18. Ihr sollt diese meine Worte euch zu Herzen nehmen und zu Gemüte, sie binden als Wahrzeichen auf eure Hand, sie seien euch zum Denkbande zwischen euren Augen.
19. Lehret sie eure Kinder, davon zu reden, wenn du sitzest in deinem Hause und wenn du gehest auf dem Wege, und wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst: 20. Schreibe sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore: 21. Auf dass sich mehren eure Tage und die Tage eurer Kinder auf dem Erdboden, den der Herr geschworen euern Vätern, ihn ihnen zu geben, wie die Dauer des Himmels über der Erde.
22. Denn wenn ihr beobachtet dieses ganze Gebot, das ich euch gebiete, es zu tun, den Herrn euern Gott zu lieben, in all seinen Wegen zu wandeln und ihm anzuhangen, 23. So wird der Herr austreiben vor euch all diese Völker, und ihr werdet einnehmen größere und mächtigere Völker denn ihr.
24. Jeglicher Ort, darauf der Ballen eures Fußes tritt, — euer sei er, von der Wüste und dem Libanon, von dem Strome [dem Strome Euphrat] bis zum äußersten Meere soll euer Gebiet sein.
25. Kein Mann soll euch Stand halten; Angst und Furcht vor euch wird der Herr euer Gott legen auf jegliches Land, das ihr betretet, wie er euch verheißen.
26. Siehe, ich lege euch heute Segen und Fluch vor: 27. Den Segen — wenn ihr gehorchet den Geboten des Herrn, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; 28. Und den Fluch — wenn ihr nicht gehorchet den Geboten des Herrn, eures Gottes, und weichet von dem Wege, den ich euch heute gebiete, so dass ihr fremden Göttern nachgehet, die ihr nicht kennt.
29. Wenn dich der Herr dein Gott bringt in das Land, wohin du gehest es einzunehmen, so sollst du den Segen erteilen auf dem Berge Gerisim und den Fluch auf dem Berge Ebal.
30. Sie sind jenseits des Jordan, westseits, im Lande des Kanaani, der in der Ebene wohnt, Gilgal gegenüber bei den Terebinthen Mores.
31. Denn ihr ziehet über den Jordan, das Land einzunehmen, das der Herr euer Gott euch gibt, dass ihr es einnehmet und darin wohnet.
32. Beobachtet denn zu tun all die Satzungen und die Vorschriften, die ich euch heute vorlege.

Kapitel 12

1. Dies sind die Satzungen und die Vorschriften, die ihr beachten sollt zu tun in dem Lande, das der Herr, der Gott deiner Väter, dir gibt, es zu besitzen alle Tage, die ihr lebet auf dem Erdboden.
2. Vernichten sollt ihr all die Orte, woselbst die Völker, die ihr aufreibt, ihren Göttern gedient auf den hohen Bergen und auf den Hügeln und unter jedem belaubten Baume.
3. Reißet ihre Altäre nieder und zertrümmert ihre Standbilder, und ihre Haine verbrennet durch Feuer und ihre Götterbilder hauet um und vertilget ihren Namen von jenem Orte.
4. Dienet nicht also dem Herrn, eurem Gotte.
5. Sondern nach dem Orte, den der Herr euer Gott aus all euern Stämmen erwählen wird, daselbst seinen Namen einzusetzen, nach seiner Thronstätte wendet euch, und dahin kommet; 6. Und bringet dahin eure Ganzopfer und eure Schlachtopfer, euren Zehnten und die Hebe eurer Hand, eure Gelübde und eure freiwilligen Gaben, die Erstgeborenen eures Rindviehes und eurer Schafe, 7. Und esset daselbst vor dem Herrn eurem Gotte, und freuet euch mit allem Geschäft eurer Hand, ihr und eure Hausleute, womit euch gesegnet der Herr euer Gott.
8. Ihr sollt nicht tun, wie wir heute hier tun, ein Jeglicher [schlachtet Vieh] wie es irgend recht in seinen Augen.
9. Denn bisher seid ihr noch nicht zu der Ruhe und zu dem Besitze gelangt, den der Herr, euer Gott, euch gibt.
10. Wenn ihr aber über den Jordan gegangen sein werdet und in dem Lande wohnet, das der Herr, euer Gott, euch zum Erbe gibt, 11. Dann an den Ort, den der Herr euer Gott erwählen wird, seinen Namen daselbst thronen zu lassen, bringet alles, was ich von euch verlange, eure Ganzopfer und eure Schlachtopfer, eure Zehnten und die Gabe eurer Hand, all das Ausgesuchteste eurer Gelübde, die ihr gelobet dem Herrn.
12. Und freuet euch vor dem Herrn eurem Gott, ihr und eure Söhne und eure Töchter, eure Knechte und eure Mägde und der Levite, der in euren Toren; denn er hat keinen Anteil und keinen Besitz unter euch.
13. Hüte dich, dass du nicht darbringest deine Opfer auf jedem Orte, den du siehst; 14. Sondern an dem Orte, den der Herr erwählen wird in einem deiner Stämme, dort bringe deine Opfer dar und dort verrichte alles, was ich dir gebiete.
15. Aber nach Herzenslust magst du schlachten und Fleisch essen nach dem Segen des Herrn, deines Gottes, den er dir gegeben, in all deinen Toren. Der Unreine wie der Reine kann es essen, wie den Hirsch und das Reh.
16. Nur das Blut sollt ihr nicht essen, auf die Erde gießet es aus wie Wasser.
17. Du darfst nicht in deinen Toren [in allen Städten] essen den Zehnten deines Getreides deines Mostes und deines Öles, die Erstgeborenen deines Rindviehes und deiner Schafe und all dein Gelübde, die du gelobst, und deine freiwilligen Gaben und deine Hebe.
18. Sondern vor dem Herrn deinem Gott sollst du es essen, an dem Orte, den der Herr dein Gott erwählen wird, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und der Levite, der in deinen Toren; du sollst dich freuen vor dem Herrn, deinem Gott, mit allem Geschäft deiner Hand.
19. Hüte dich, dass du nicht verlassest den Leviten, all deine Lebenstage auf dem Erdboden.
20. Wenn der Herr dein Gott erweitern wird dein Gebiet, wie er dir verheißen, und du sprichst: Ich möchte Fleisch essen,— weil du Fleisch zu essen begehrst, — so magst du Fleisch essen nach Begehr.
21. Wenn dir zu entlegen ist der Ort, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, seinen Namen einzusetzen, so magst du schlachten von deinem Rindvieh und deinen Schafen, die der Herr dir gegeben, wie ich dir geboten, und verzehre es in deinen Toren, wie du es begehrst.
22. Nur aber, wie der Hirsch und das Reh gegessen wird, also iß es; der Unreine und der Reine mag es zusammen essen [und nicht als Opfer].
23. Nur halte fest darauf, dass du nicht das Blut essest; denn das Blut ist das Leben, und das Leben sollst du nicht essen mit dem Fleische.
24. Du sollst es nicht essen, auf die Erde gieß es aus wie Wasser. 25: Du sollst es nicht essen, auf dass es wohlergehe dir und deinen Kindern, wenn du tust, was Recht ist in den Augen des Herrn.
26. Nur deine Heiligtümer [Opfer], die du haben wirst, und deine Gelübde sollst du nehmen und damit kommen nach dem Orte, den der Herr erwählen wird.
27. Bereite deine Ganzopfer, das Fleisch und das Blut, auf dem Altar des Herrn, deines Gottes; das Blut deiner Schlachtopfer werde vergossen auf dem Altare des Herrn, deines Gottes, das Fleisch aber magst du essen.
28. Beobachte und höre auf alle diese Worte, die ich dir gebiete, auf dass es dir wohlergehe und deinen Kindern auf ewig, wenn du tust, was gut und recht ist in den Augen des Herrn, deines Gottes.
29. Wenn der Herr dein Gott, ausrotten wird die Völker, dahin du kommst, sie vor dir auszutreiben, und du treibst sie aus und wohnest in ihrem Lande, 30. So hüte dich, dass du dich von ihnen nicht umstricken lassest, nachdem du sie niedergeworfen haben wirst, und dass du dich nicht um ihre Götter kümmerst und sprechest: Wie diese Völker ihren Göttern dienen, also will auch ich tun.
31. Diene nicht also dem Herrn, deinem Gott; denn mit Allem, was dem Herrn ein Gräuel ist und was er hasst, haben sie ihren Göttern gedient; sogar ihre Söhne und ihre Töchter verbrennen sie im Feuer ihren Göttern.

Kapitel 13

1. All dasjenige, was ich euch gebiete, sollt ihr beobachten zu tun; tue nichts hinzu und nimm nichts davon.
2. Wenn in deiner Mitte ein Prophet auftritt, oder einer, der Träume hat, und gibt dir ein Zeichen oder ein Merkmal, 3. Und es trifft jenes Zeichen oder Merkmal ein, das er dir vorausgesagt, und er dann zu dir spricht: Wir wollen fremden Göttern, die du nicht kennst, nachgehen und ihnen dienen; 4. So gib kein Gehör den Worten dieses Propheten oder desjenigen, der Träume hat, denn der Herr, euer Gott, will euch versuchen, um zu erfahren, ob ihr den Herrn, euern Gott, liebt mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele.
5. Dem Herrn, eurem Gotte, folget und ihn fürchtet und seine Gebote beobachtet und seiner Stimme gehorchet, ihm dienet und ihm hängt an.
6. Aber jener falsche Prophet oder jener, der Träume hat, soll getötet werden; denn Abfall hat er geraten gegen den Herrn, euern Gott — der euch herausgeführt aus dem Lande Ägypten und der euch erlöst aus der Knechtschaft — um euch zu verführen von dem Wege, auf dem der Herr, euer Gott, euch geboten zu wandeln. Ihr sollt das Böse austilgen aus eurer Mitte.
7. Wenn dich heimlich selbst dein Bruder, der Sohn deiner Mutter, oder dein Sohn oder deine Tochter, deine Frau oder dein liebster Freund, also beredet: Lass uns gehen und fremden Göttern dienen, — die du nicht gekannt noch deine Väter,— 8. Von den Göttern der Völker, die rings um euch, der dir nahen oder von dir entfernten, von dem einen Ende der Erde bis zum andern Ende der Erde; 9. So sei ihm nicht zu Willen und gib ihm kein Gehör, schone ihn nicht, und erbarme dich nicht seiner und such es nicht zu verdecken; 10. Sondern umbringen sollst du ihn, deine Hand sei zuerst an ihm, ihn zu töten, und die Hand des ganzen Volkes zuletzt.
11. Steinige ihn zu Tode, denn er hat dich abwendig machen wollen von dem Herrn, deinem Gott, der dich geführt aus dem Lande Ägypten, aus der Knechtschaft.
12. Ganz Israel soll es hören und sich fürchten und nicht wiederholen, wie diese böse Tat in deiner Mitte zu tun.
13. Wenn du hörest von einer deiner Städte, die der Herr dein Gott dir gibt, daselbst zu wohnen, also: 14. Es sind ruchlose Männer hervorgegangen aus deiner Mitte und haben die Bewohner ihrer Stadt verführt und gesprochen: Lasset uns gehen und fremden Göttern dienen, die ihr nicht gekannt, 15. Und du hast genau untersucht und nachgeforscht und gefragt — es ist wahr, die Sache ist richtig, es ist geschehen diese Gräueltat in deiner Mitte! 16. So sollst du totschlagen die Bewohner dieser Stadt mit der Schärfe des Schwertes; sie bannen und alles was darin und ihr Vieh mit der Schärfe des Schwertes.
17. Und all das Erbeutete aus ihr sollst du zusammenschütten mitten auf ihrem Markt und ganz in Feuer verbrennen, die Stadt samt allem aus ihr Erbeuteten, dem Herrn, deinem Gotte; sie bleibe ein ewiger Schutthaufen, sie werde nicht wieder aufgebaut.
18. Auch soll nicht haften an deiner Hand das Geringste von dem Bann, auf dass der Herr zurückkehre von seiner Zornesglut und dir Erbarmen gönne und sich dein erbarme und dich mehre, wie er deinen Vätern geschworen.
19. Wenn du gehorchest der Stimme des Herrn, deines Gottes, all seine Gebote zu beobachten, die ich dir heute gebiete, auf dass du tuest, was recht in den Augen des Herrn, deines Gottes.

Kapitel 14

1. Kinder seid ihr des Herrn, eures Gottes; machet euch [nach heidnischem Gebrauch] keine Schnitte [am Leibe] und scheret keine Glatze zwischen euren Augen um einen Toten.
2. Denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gotte, dich hat erkoren der Herr aus allen Völkern des Erdbodens zu seinem Kleinod.
3. Du sollst kein Ekelhaftes essen.
4. Dies ist das Vieh, das ihr essen dürft: Ochs, Schaf und Ziege, 5. Reh, Hirsch und Jachmur [Antilope] Steinbock, Dison [Gazelle], Büffelochs und Samer.
6. Alles, das behuft ist und in zwei Teile gespaltene Klauen hat [und] wiederkäuend ist unter den vierfüßigen Tieren, dürft ihr essen.
7. Doch das dürft ihr nicht essen von den Wiederkäuenden und den mit gespaltenem Hufe; das Kamel, den Hasen und das Kaninchen; denn wiederkäuend sind sie, aber nicht hufgespalten; unrein sind sie euch; 8. Und das Schwein: denn hufgespalten ist es, aber nicht wiederkäuend, unrein ist es euch. Von ihrem Fleisch dürft ihr nicht essen und ihr Aas nicht berühren.
9. Das dürft ihr essen von allem, was im Wasser ist: alles was Flossen und Schuppen hat, dürft ihr essen.
10. Aber alles, das nicht Flossen und Schuppen hat, dürft ihr nicht essen, unrein ist es euch.
11. Jeglichen reinen Vogel dürft ihr essen.
12. Diese aber dürft ihr nicht essen von ihnen: den Adler den Meeradler und den schwarzen Adler; 13. Den Geier, den Habicht und die Weihe in ihren Arten; 14. Alle Raben nach ihren Arten; 15. Den Strauß und den Tahmas, die Seemöwe und den Sperber nach seinen Arten; 16. Die Eule, den Ibis und die Nachteule; 17. Die Kopfgans, den Aasgeier und den Schalach [Pelikan]; 18. Den Storch und den Papagei in seinen Arten, den Wiedehopf und die Fledermaus.
19. Auch alles fliegende Gewürm sei euch unrein; es darf nicht gegessen werden.
20. Alle reinen Flügeltiere dürft ihr essen.
21. Kein Aas dürft ihr essen; dem Fremdling in deinen Toren magst du es geben, dass er es esse, oder verkaufe es dem Fremden; denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott. Koche ferner nicht ein Böcklein in der Milch seiner Mutter.
22. Verzehnten sollst du all den Ertrag deiner Saat, die herauskommt auf dem Felde, Jahr für Jahr, 23. Und [den Zehnten] verzehren vor dem Herrn, deinem Gotte, an dem Orte, den er erwählen wird, seinen Namen daselbst thronen zu lassen; den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öles, und die Erstgeborenen deines Rindviehes und deiner Schafe, auf dass du lernest, den Herrn, deinen Gott, zu fürchten alle Tage.
24. Wenn dir aber der Weg zu weit ist, dass du es nicht wirst tragen können, es wird dir zu entfernt sein der Ort, den der Herr, dein Gott, erwählen wird seinen Namen daselbst einzusetzen, weil dich der Herr, dein Gott, segnen [und deine Grenzen erweitern] wird: 25. So sollst du es in Geld umsetzen und das Geld in deine Hand nehmen, und gehen an den Ort, den der Herr dein Gott erwählen wird; 26. Das Geld magst du ausgeben in allem, was du begehrst, in Rindern und in Schafen, in Wein und in berauschendem Getränke und in allem, wozu dich dein Herz auffordert, und verzehre es dort vor dem Herrn, deinem Gotte, und du sollst dich freuen, du und dein Haus.
27. Und den Leviten, der in deinen Städten wohnt, verlasse auch nicht, denn er hat keinen Anteil und Besitz mit dir.
28. Nach Verlauf dreier Jahre musst du ausscheiden alle Zehnten deines Ertrages in diesem Jahre und es liegen lassen in deinen Städten.
29. Dann wird kommen der Levite — denn er hat keinen Anteil und Besitz bei dir — und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren, dass sie essen und satt werden, auf dass dich segne der Herr, dein Gott, in allem Werk deiner Hände, dass du unternimmst.

Kapitel 15

1. Am Schlusse von sieben Jahren halte Erlass.
2. Und dies ist die Bewandtnis des Erlassjahres: Es erlasse jeglicher Schuldherr sein Darlehn, das er seinem Nächsten geliehen; er soll nicht drängen seinen Nächsten und seinen Bruder; denn ein Erlass des Herrn ist verkündet.
3. Den Fremden magst du drängen [zur Bezahlung], was du aber bei deinem Bruder hast, davon soll deine Hand lassen.
4. Wohl wird unter dir kein Dürftiger sein, weil dich segnen wird der Herr in dem Lande, welches der Herr, dein Gott, dir gibt zum Besitz es einzunehmen.
5. Gehorche nur der Stimme des Herrn, deines Gottes, zu beobachten und auszuüben dies ganze Gebot, das ich dir heute gebiete.
6. Denn der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet, wie er dir verheißen, dass du vielen Völkern auf Pfand leihen wirst, du selbst aber nichts entlehnen, und über viele Völker herrschen wirst, sie aber werden nicht herrschen über dich.
7. Wenn unter dir ein Dürftiger sein wird, irgendeiner deiner Brüder in einer deiner Städte in deinem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt, so verhärte nicht dein Herz und verschließe nicht deine Hand vor deinem dürftigen Bruder; 8. Sondern tue ihm deine Hand auf und leihe ihm auf Pfand, soviel als hinreicht für seinen Mangel, was ihm gebricht.
9. Hüte dich, dass du nicht Ruchloses im Sinne hegst: Es naht das siebente Jahr, das Jahr des Erlasses, und du missgönnst deinem dürftigen Bruder, du willst ihm nichts geben, und er wird rufen über dich zum Herrn — es wird an dir eine Sünde sein.
10. Geben sollst du ihm, und lass nicht leid sein deinem Herzen, indem du ihm gibst; denn um dieser Sache willen wird der Herr, dein Gott, dich segnen in all deinem Werk und in allem Geschäfte deiner Hand.
11. Es wird nicht aufhören der Dürftige innerhalb des Landes, darum gebiet ich dir also: Tue deine Hand auf deinem Bruder, deinem Armen und deinem Bedürftigen in deinem Lande.
12. Wenn sich dir verkauft ein Bruder, der Hebräer oder die Hebräerin, so soll er bei dir sechs Jahre dienen, im siebenten Jahre entlasse ihn frei von dir.
13. Und wenn du ihn frei entlassest von dir, so lasse ihn nicht leer ausgehen.
14. Mitgeben sollst du ihm von deinen Schafen, von deiner Tenne und von deiner Kelter; womit dich gesegnet der Herr, dein Gott, davon sollst du ihm geben.
15. Gedenke, dass du ein Knecht gewesen im Lande Ägypten, und der Herr, dein Gott, hat dich erlöst; darum gebiete ich dir heute diese Sache.
16. Wenn er aber zu dir spricht: Ich mag nicht von dir gehen, — weil er dich liebt und dein Haus, weil ihm wohl ist bei dir, — 17. So nimm die Pfrieme und setze sie durch sein Ohr an die Tür, und er soll dir ein Knecht sein für immer; auch deiner Magd tue also.
18. Es soll dir nicht schwerfallen, wenn du ihn frei lassest; denn das doppelte der Mietszeit eines Mietlings hat er dir gedient: sechs Jahre. Auch wird dich segnen der Herr, dein Gott, in allem, was du tust.
19. Alles männliche Erstgeborene, das geboren wird unter deinem Rindvieh und deinen Schafen, sollst du heiligen dem Herrn, deinem Gotte. Du sollst nicht arbeiten mit dem Erstgeborenen deines Ochsen und nicht scheren das Erstgeborene deines Schafes.
20. Vor dem Herrn, deinem Gotte, sollst du es verzehren Jahr für Jahr an dem Orte, den erwählen wird der Herr, — du und dein Haus.
21. Aber wenn daran ein Gebrechen ist, — lahm oder blind, — irgend ein böses Gebrechen, so sollst du es dem Herrn, deinem Gotte, nicht schlachten.
22. In deinen Städten magst du es essen, der Unreine und der Reine zusammen, wie den Hirsch und wie das Reh [nicht als Opfer].
23. Nur sein Blut sollst du nicht essen; auf die Erde gieß es aus wie Wasser.

Kapitel 16

1. Beobachte den Monat der Ährenreife, dass du opferst das Pessach dem Herrn, deinem Gotte; denn im Monate der Ährenreife hat dich herausgeführt der Herr, dein Gott, aus Ägypten, nachts; 2. Du sollst schlachten ein Pessach dem Herrn, deinem Gotte, Schaf oder Rind, an dem Orte, den der Herr erwählen wird, daselbst seinen Namen thronen zu lassen.
3. Du darfst dabei kein Gesäuertes essen, sieben Tage sollst du dabei Ungesäuertes essen, Brot der Armut; denn in Hast bist du aus Ägypten gezogen: — auf dass du gedenkest des Tages deines Auszuges aus dem Lande Ägypten all die Tage deines Lebens.
4. Es werde bei dir nicht gesehen Sauerteig in deinem ganzen Gebiet sieben Tage, auch übernachte nicht von dem Fleische, das du schlachtest am Abend, zum ersten Tage, bis an den Morgen.
5. Du kannst nicht das Pessach schlachten in irgendeiner deiner Städte, die der Herr dein Gott dir gibt.
6. Sondern an dem Orte, den erwählen wird der Herr dein Gott, seinen Namen thronen zu lassen, dort sollst du schlachten das Pessach am Abend bei Sonnenuntergang in der Zeit deines Auszuges aus Ägypten.
7. Du sollst es gar werden lassen und essen an dem Orte, den der Herr dein Gott erwählen wird, und wende dich am Morgen und gehe nach deinen Zelten.
8. Sechs Tage sollst du Ungesäuertes essen, und am siebenten Tage ist Festversammlung dem Herrn deinem Gotte; du sollst keine Arbeit verrichten.
9. Sieben Wochen sollst du zählen: Wenn die Sichel anhebt in der Saat, sollst du anheben sieben Wochen zu zählen, 10. Dann sollst du feiern ein Fest der Wochen dem Herrn deinem Gotte, eine Darbringung der freiwilligen Gabe deiner Hand, die du geben magst, wie dich segnen wird der Herr, dein Gott.
11. Und freue dich vor dem Herrn, deinem Gotte, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd, und der Levite, der in deinen Städten, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deiner Mitte, an dem Orte, den erwählen wird der Herr, dein Gott, daselbst seinen Namen thronen zu lassen.
12. Gedenke, dass du ein Knecht gewesen in Ägypten, und beobachte und tue all diese Satzungen.
13. Ein Fest der Hütten sollst du feiern sieben Tage, wenn du einbringst aus deiner Tenne und deiner Kelter; 14. Und freue dich an deinem Feste, du und dein Sohn und deine Tochter, und dein Knecht und deine Magd, und der Levite und der Fremdling, und die Waise und die Witwe, die in deinen Städten.
15. Sieben Tage sollst du feiern dem Herrn, deinem Gotte, an dem Orte, den der Herr erwählen wird; denn segnen wird dich der Herr, dein Gott, in all deinem Ertrag und in allem Werk deiner Hände, und du wirst ganz froh sein.
16. Dreimal im Jahr sollen erscheinen all deine Männlichen vor dem Angesichte des Herrn deines Gottes an dem Orte, den er erwählen wird, am Feste der ungesäuerten Brote, und am Feste der Wochen, und am Feste der Hütten; und man erscheine nicht leer vor dem Angesicht des Herrn: 17. Jeglicher [spende] nach dem, was seine Hand geben kann, nach dem Segen des Herrn, den er dir gegeben.
18. Richter und Beamte sollst du einsetzen in all deinen Städten, die der Herr dein Gott dir gibt, nach deinen Stämmen, sie sollen das Volk gerecht richten.
19. Du sollst das Recht nicht beugen, du sollst kein Ansehen kennen, und nicht Bestechung nehmen; denn Bestechung blendet die Augen der Weisen und verkehrt die Worte der Gerechten.
20. Der Gerechtigkeit sollst du folgen, auf dass du lebest und einnehmest das Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
21. Du sollst dir keinen Hain [nach heidnischem Brauche] pflanzen, keinen Baum bei dem Altar des Herrn, deines Gottes, den du dir machen wirst.
22. Auch sollst du dir kein Standbild aufrichten, das der Herr, dein Gott, hasst.

Kapitel 17

1. Du sollst nicht schlachten dem Herrn, T deinem Gotte, einen Ochsen oder ein Lamm, daran ein Gebrechen ist, irgendetwas Schlimmes; denn ein Gräuel des Herrn, deines Gottes, ist es.
2. Wenn gefunden wird in deiner Mitte in einer deiner Städte, die der Herr, dein Gott, dir gibt, Mann oder Weib, der das Böse in den Augen des Herrn, deines Gottes, tut, — seinen Bund zu übertreten: 3. Er dient fremden Göttern und bückt sich vor ihnen, vor der Sonne oder vor dem Mond, oder vor dem ganzen Heer des Himmels, — das ich nicht erlaubt; 4. Und es wird dir kund, dass du es hörst; du hast wohl nachgeforscht, und es ist wahr, die Sache ist richtig, es ist geschehen diese Gräueltat in Israel: 5. So sollst du führen diesen Mann oder dieses Weib, welche diese böse Sache getan, vor dein Gericht, sei es ein Mann oder eine Frau, — und sie steinigen, dass sie sterben.
6. Nach Aussage zweier Zeugen oder dreier Zeugen werde getötet, wer des Todes schuldig ist; er werde nicht getötet nach der Aussage eines Zeugen.
7. Die Hand der Zeugen sei zuerst an ihm, ihn zu töten, und die Hand des ganzen Volkes zuletzt; du sollst austilgen das Böse aus deiner Mitte.
8. Wenn dir eine Sache unbekannt ist für den Rechtsspruch, zwischen Blut und Blut, zwischen Recht und Recht, zwischen Schaden und Schaden, von den Streitsachen in deinen Städten; so mache dich auf und gehe nach dem Orte, den der Herr dein Gott erwählen wird.
9. Begib dich zu den Priestern aus dem Stamm Levi, oder zu dem Richter, der in jenen Tagen sein wird, und frage nach, dass sie dir künden den Ausspruch des Rechts.
10. Tue dann gemäß dem Ausspruch, den sie dir künden werden von dem Orte aus, den der Herr erwählen wird; beobachte zu tun, ganz so wie sie dich unterweisen.
11. Gemäß der Weisung, die sie dir geben, und nach dem Rechtsspruche, den sie dir sagen, sollst du tun; weiche nicht von dem Ausspruche, den sie dir künden, weder rechts noch links.
12. Der Mann aber, der mit Vermessenheit handelt, dass er nicht hört auf den Priester, der den Amtsdienst daselbst vor dem Herrn, deinem Gotte, verrichtet, oder auf den Richter, derselbe Mann soll sterben; du sollst austilgen das Böse aus Israel.
13. Und das ganze Volk soll hören und sich fürchten und fortan nicht freveln.
14. Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und du nimmst es ein und wohnst darin, und du sprichst: Ich will über mich einen König setzen, wie all die Völker, die rings um mich; 15. So kannst du einen König über dich setzen, den der Herr, dein Gott, erwählen wird. Aus der Mitte deiner Brüder sollst du über dich einen König setzen; du darfst nicht über dich einsetzen einen Fremden, der nicht dein Bruder ist.
16. Nur soll er sich nicht viele Pferde halten, dass er nicht zurückführe das Volk nach Ägypten, um viele Pferde anzuschaffen; denn der Herr hat euch angesagt: Ihr werdet auf diesem Wege nicht zurückkehren.
17. Auch soll er sich nicht viele Frauen nehmen, dass sein Herz nicht abtrünnig werde; und Silber und Gold soll er auch nicht in Menge anschaffen.
18. Und sobald er auf dem Thron seines Königtums sitzt, soll er sich die Wiederholung dieser Lehre in ein Buch schreiben, aus dem, das die Priester, die Leviten haben.
19. Sie soll bei ihm sein, dass er darin lese alle Tage seines Lebens, auf dass er lerne den Herrn, seinen Gott, zu fürchten, zu beobachten all die Worte dieser Lehre und diese Satzungen, um sie auszuüben.
20. Dass sich nicht erhebe sein Herz über seine Brüder, und dass er nicht weiche von dem Gebote rechts oder links, auf dass er lange lebe in seinem Königtum, er und seine Söhne in Israels Mitte.

Kapitel 18

1. Die Priester, die Leviten 1Im Gegensatz zu den nicht levitischen Priestern, wie sie insbesondere in Efraim waren., der ganze Stamm Levi, sollen keinen Anteil und Besitz haben in Israel. Die Feuergaben des Herrn und seinen Besitz sollen sie verzehren.
2. Aber einen Besitz soll [der Stamm Levi] nicht haben inmitten seiner Brüder. Der Herr ist sein Besitz, wie er ihm zugesagt.
3. Dies sei die Gebühr der Priester von dem Volke, von den Opferschlachtenden: Es sei Ochs oder Schaf, so soll man dem Priester geben das Schulterstück und die Kinnbacken und den Magen.
4. Die Erstlinge deines Getreides, deines Mostes und deines Öles, und die Erstlinge der Schur deiner Schafe sollst du ihm geben.
5. Denn ihn hat erwählt der Herr, dein Gott, aus all deinen Stämmen, im Namen des Herrn den Amtsdienst zu verrichten, er und seine Söhne all die Tage.
6. Und wenn der Levite aus einer deiner Städte, aus ganz Israel, wo er weilt, zu kommen begehrt an den Ort, den der Herr erwählen wird, 7. Und den Amtsdienst im Namen des Herrn, seines Gottes, verrichten will, wie all seine Brüder, die Leviten, die dort stehen vor dem Herrn: 8. So sollen sie zu gleichen Teilen genießen, außer dem, was er verkauft von den Familiengütern.
9. Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, so lerne nicht den Gräueln jener Völker gleichtun.
10. Es soll sich nicht finden bei dir solcher, der seinen Sohn und seine Tochter durch das Feuer führt [als Opfer verbrennen lässt], der Wahrsagerei treibt, der aus Wolken und Schlangen deutet und ein Zauberer, 11. Und Geisterbanner, und der durch Beschwörung befragt und ein Weissager und der die Toten beschwört.
12. Denn ein Gräuel des Herrn ist jeglicher, der dies tut, und um dieser Gräuel willen treibt sie der Herr, dein Gott, vor dir aus.
13. Untadlig sollst du sein gegen den Herrn, deinen Gott.
14. Denn diese Völker, die du austreibst, hören auf Wolkendeuter und auf Wahrsager: du aber — nicht also gab dir der Herr, dein Gott.
15. Einen Propheten aus deiner Mitte, von deinen Brüdern, gleich mir, wird der Herr, dein Gott, dir aufstehen lassen, auf ihn sollt ihr hören; 16. Wie du ja verlangt hast von dem Herrn, deinem Gotte, am Horeb, am Tage der Versammlung, da du sprachst: Ich will nicht weiter hören die Stimme des Herrn, meines Gottes, und dies große Feuer will ich nicht noch einmal sehen, dass ich nicht sterbe.
17. Damals sprach der Herr zu mir: Gut ist, was sie geredet.
18. Einen Propheten werde ich ihnen aufstehen lassen aus der Mitte ihrer Brüder gleich dir, und meine Worte ihm in den Mund legen, und er soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde.
19. Der Mann, der auf meine Worte nicht hört, die er reden soll in meinem Namen, von dem werde ich Rechenschaft fordern.
20. Jedoch der Prophet, der freveln wird, in meinem Namen etwas zu reden, was ich ihm nicht geboten zu reden, oder der reden wird im Namen anderer Götter, — derselbe Prophet sei des Todes.
21. Und wenn du sprichst in deinem Herzen: Wie sollen wir erkennen das Wort, das der Herr nicht geredet?
22. Was der Prophet redet im Namen des Herrn, und die Sache geschieht nicht und trifft nicht ein: das ist das Wort, das der Herr nicht geredet. Mit Vermessenheit hat es der Prophet geredet. Es sei dir nicht bange vor ihm!

Kapitel 19

1. Wenn der Herr, dein Gott, ausrotten wird die Völker, deren Land der Herr, dein Gott, dir gibt, und du beerbst sie und wohnst in ihren Städten und in ihren Häusern: 2. So sollst du dir drei Städte absondern in deinem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt, es einzunehmen.
3. Richte dir den Weg ein und teile das Gebiet deines Landes, das dir der Herr, dein Gott, zum Besitz gibt, in drei Teile, dass dorthin fliehe jeglicher Mörder.
4. Diese Bestimmung aber sei für den Mörder, der dorthin fliehen soll, dass er leben bleibe: wer seinen Nächsten erschlägt ohne Absicht, da er ihm nicht feindlich gewesen von gestern und ehegestern; 5. Wer mit seinem Nächsten in den Wald geht, Holz abzuhauen, und es fährt seine Hand mit der Axt aus, um das Holz zu fällen, und es gleitet das Eisen ab von dem Stiel und trifft seinen Nächsten, dass er stirbt; der soll fliehen in eine dieser Städte und leben bleiben.
6. Dass der Bluträcher nicht in seiner Erregung dem Mörder nachsetze, und ihn erreiche, wenn der Weg weit ist, und ihn ums Leben bringe (ihm gebührt ja keine Todesstrafe, denn er ist [dem Erschlagenen] nicht feindlich gewesen von gestern, ehegestern).
7. Darum gebiete ich dir also: Drei Städte sollst du dir aussondern.
8. Und wenn der Herr, dein Gott, erweitern wird dein Gebiet, wie er deinen Vätern zugeschworen, und dir das ganze Land gibt, das er verheißen, deinen Vätern zu geben —; 9. Wenn du beobachten wirst dieses ganze Gebot, es auszuüben, das ich dir heute gebiete, den Herrn, deinen Gott, zu lieben und in seinen Wegen zu wandeln alle Tage: — dann sollst du dir noch drei Städte hinzutun zu jenen dreien.
10. Dass nicht unschuldiges Blut vergossen werde in deinem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt zum Besitz, und auf dich Blutschuld komme.
11. Wenn aber jemand seines Nächsten Feind ist, und lauert ihm auf und fällt über ihn her und bringt ihn ums Leben, dass er stirbt, und fliehet in eine dieser Städte; 12. So sollen die Ältesten seiner Stadt schicken und ihn von dort abholen, und ihn liefern in die Hand des Bluträchers, dass er sterbe.
13. Du sollst ihn nicht schonen; du sollst wegräumen [die Sünde] unschuldigen Blutes aus Israel, dass es dir wohlergehe.
14. Du sollst nicht verrücken die Grenze deines Nächsten, welche die Vorfahren gezogen, auf deinem Besitztum, das du besitzen wirst in dem Lande, das der Herr dein Gott dir gibt, es einzunehmen.
15. Ein einzelner Zeuge soll nicht wider einen Mann auftreten in irgendeiner Vergehung und irgendeiner Sünde, bei irgend einem Fehl, den er begeht; durch den Ausspruch zweier Zeugen oder durch den Ausspruch dreier Zeugen muss eine Sache bestätigt werden.
16. Wenn ein falscher Zeuge auftritt wider einen Mann, wider ihn falsch zu zeugen, 17. So sollen die beiden Männer, welche den Streit haben, hintreten vor den Herrn, vor die Priester und die Richter, die in jenen Tagen sein werden; 18. Die Richter sollen genau nachforschen: Ist er ein falscher Zeuge, hat er Lüge gezeugt wider seinen Bruder: 19. So sollt ihr an ihm tun wie er getrachtet, an seinem Bruder zu tun, du sollst austilgen das Böse aus deiner Mitte.
20. Die Übrigen werden dann hören und sich fürchten, und fortan nicht mehr solches Böse in deiner Mitte tun.
21. Schone ihn nicht: Leben um Leben, Aug‘ um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.

Kapitel 20

1. Wenn du zum Kriege ausziehst gegen deinen Feind, und du siehst Ross und Wagen und zahlreicher Volk als du, fürchte dich nicht vor ihnen; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, der dich herausgeführt aus dem Lande Ägypten.
2. Wenn ihr hintretet zum Kampfe, so trete der Priester vor und rede zu dem Volke, 3. Und spreche zu ihnen: Höre, Israel, ihr tretet jetzt hin zum Kampfe gegen eure Feinde: euer Herz verzage nicht; fürchtet euch nicht und seid nicht bestürzt und zittert nicht vor ihnen.
4. Denn der Herr, euer Gott, ist es, der mit euch gehet, für euch zu streiten mit euren Feinden, euch beizustehen.
5. Die Beamten sollen dann zum Volke reden also: Wer ein neues Haus gebaut und es nicht eingeweiht, er gehe und kehre zurück in sein Haus, dass er nicht sterbe im Kriege und ein andrer Mann es einweihe.
6. Und wer einen Weinberg gepflanzt und ihn nicht gelöst [noch nicht die Früchte gegessen], kehre zurück in sein Haus, dass er nicht sterbe im Kriege und ein anderer Mann ihn löse.
7. Und wer sich eine Frau verlobt und sie nicht heimgeführt, kehre zurück in sein Haus, dass er nicht sterbe im Kriege und ein andrer Mann sie heimführe.
8. Dann sollen die Beamten fortfahren zu reden zum Volke, zu sprechen: Wer furchtsam und zaghaften Herzens ist, er gehe und kehre zurück in sein Haus, dass nicht feig werde das Herz seiner Brüder wie sein Herz.
9. Alsdann, wenn die Beamten fertig sind mit der Rede an das Volk, so sollen die Anführer der Heere eine Musterung halten an der Spitze des Volkes.
10. Wenn du dich einer Stadt näherst, sie zu bekriegen, so fordere sie zum Frieden auf: 11. Wenn sie dir Frieden erwidert und sich dir öffnet, so soll das ganze Volk, das darin vorhanden, dir zinsbar sein und dir dienen.
12. Wenn sie aber nicht Frieden macht mit dir, sondern Krieg mit dir führt und du belagerst sie, 13. Und der Herr, dein Gott, sie in deine Hand gibt, so sollst du erschlagen all ihre Männlichen mit der Schärfe des Schwertes.
14. Nur die Frauen und die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt sein wird, all ihre Beute plündere für dich; verzehre die Beute deiner Feinde, die der Herr, dein Gott, dir gegeben.
15. Also tue all den Städten, die sehr entlegen von dir sind, die nicht sind von den Städten dieser Völker hier.
16. Jedoch von den Städten dieser Völker, die der Herr dein Gott dir zum Besitze gibt, sollst du keine Seele lassen.
17. Sondern bannen musst du sie: den Hitti und Emori, den Kanaani und Perisi, den Hivi und Jebusi, wie dir geboten der Herr, dein Gott.
18. Auf dass sie euch nicht lehren zu tun wie all ihre Gräuel, die sie für ihre Götter getan, und ihr euch versündigt an dem Herrn, eurem Gotte.
19. Wenn du eine Stadt lange Zeit belagerst und angreifst, sie einzunehmen, so vernichte nicht ihre Fruchtbäume, dass du dagegen die Art erhebest; denn du kannst davon essen, haue ihn also nicht um; denn ist der Baum des Feldes ein Mensch, dass er vor dir in Belagerung käme?
20. Nur ein Baum, von dem du weißt, dass er kein Fruchtbaum ist, den magst du vernichten und umhauen, und Belagerungswerke gegen die Stadt bauen, die mit dir Krieg führt, bis sie gefallen.

Kapitel 21

1. Wenn ein Erschlagener gefunden wird in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt es einzunehmen, der auf dem Felde liegt, — es ist nicht bekannt, wer ihn erschlagen: 2. So sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen und abmessen nach den Städten hin, die rings um den Erschlagenen.
3. Die Stadt nun, die dem Erschlagenen die nächste ist — die Ältesten jener Stadt sollen eine Färse nehmen, mit der noch nicht gearbeitet worden, die kein Joch gezogen; 4. Und die Ältesten der Stadt sollen die Färse hinabführen in einen harten Grund, darin nicht das Feld bestellt und nicht gesät wurde, und daselbst der Färse das Genick brechen, im Grunde.
5. Es sollen dann nahen die Priester, die Söhne Levi — denn sie hat erkoren der Herr, dein Gott, ihm den Dienst zu verrichten und im Namen des Herrn zu segnen, und nach ihrem Ausspruch geschehe bei jeglichem Streit und jeglichem Schaden, — 6. All die Ältesten der Stadt, die dem Erschlagenen die Nächsten sind sollen ihre Hände waschen über der Färse, der das Genick gebrochen worden im Grunde, 7. Und sollen laut sprechen: Unsere Hände haben nicht vergossen dieses Blut und unsere Augen haben nichts gesehen.
8. Vergib deinem Volke Israel, das du erlöst, Herr, und gib nicht unschuldiges Blut in deines Volkes Israel Mitte. Und es soll ihnen gesühnt sein die Blutschuld.
9. Und du sollst wegräumen [die Sünde] des unschuldigen Bluts aus deiner Mitte; denn du sollst tun, was recht in den Augen des Herrn.
10. Wenn du zum Kriege ausziehest gegen deine Feinde, und der Herr, dein Gott, sie in deine Hand gibt, und du von ihnen Gefangene machst; 11. Und du siehst unter den Gefangenen eine Frau schön von Bildung, und du begehrst nach ihr und nimmst sie dir zum Weibe: 12. So soll sie, wenn du sie in dein Haus gebracht, ihr Haupt scheren und ihre Nägel beschneiden, 13. Und von sich ablegen das Gewand ihrer Gefangenschaft und in deinem Hause bleiben, und ihren Vater und ihre Mutter beweinen einen Monat lang; erst dann kannst du zu ihr kommen und sie ehelichen, dass sie deine Frau werde.
14. Wenn du [später] kein Gefallen an ihr hast, so entlasse sie nach ihrem Willen; aber verkaufen sollst du sie nicht um Geld. Du sollst sie nicht als Sklavin behandeln, weil du sie bezwungen.
15. Wenn ein Mann zwei Frauen hat, die eine geliebt, die andere verhasst, und sie gebären ihm Söhne, die Geliebte wie die Verhasste: die Verhasste den Erstgeborenen — 16. An dem Tage nun, wo er seine Söhne zu Erben macht dessen, was sein ist, kann er nicht als Erstgeborenen einsetzen den Sohn der Geliebten angesichts des Sohnes der Gehassten, des Erstgeborenen; 17. Sondern den Erstgeborenen, den Sohn der Gehassten, muss er anerkennen, ihm zwei Teile zu geben von allem, was bei ihm vorhanden ist, denn er ist der Erstling seiner Kraft, ihm gebührt das Recht der Erstgeburt.
18. Wenn ein Mann einen unbändigen und widerspenstigen Sohn hat, der nicht gehorcht der Stimme seines Vaters und der Stimme seiner Mutter, und sie züchtigen ihn, aber er gehorcht ihnen doch nicht; 19. So sollen sein Vater und seine Mutter ihn ergreifen und hinausführen zu den Ältesten seiner Stadt, vor das Gericht seines Ortes, 20. Und sprechen zu den Ältesten seiner Stadt: Dieser unser Sohn ist unbändig und widerspenstig, er gehorcht nicht unserer Stimme, — ein Schlemmer und Säufer.
21. Und es sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe. Du sollst austilgen das Böse aus deiner Mitte, und ganz Israel soll es hören und sich fürchten.
22. Wenn an einem Manne eine Schuld ist, worauf Todesstrafe steht, und er wird getötet, und du hängest ihn an ein Holz, 23. So soll seine Leiche nicht übernachten an dem Holze, sondern begraben sollst du ihn an demselben Tage; denn eine Entwürdigung Gottes ist ein Gehängter, und du sollst nicht verunreinigen dein Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt als Besitz.

Kapitel 22

1. Du darfst nicht sehen den Ochsen deines Bruders oder sein Schaf irre laufen und dich ihnen entziehen; bringe sie deinem Bruder zurück.
2. Wenn aber dein Bruder dir nicht nahe ist oder du kennst ihn nicht, so bringe es in dein Haus und es bleibe bei dir, bis dein Bruder es fordert, und dann gib es ihm zurück.
3. So sollst du auch tun mit seinem Esel, mit seinem Gewande, mit allem Verlorenen deines Bruders, das ihm abhandengekommen und du findest es; du kannst dich dessen nicht entziehen.
4. Du darfst nicht sehen den Esel deines Bruders oder seinen Ochsen hinfallend auf dem Wege und dich ihnen entziehen; ihn aufrichten sollst du mit ihm.
5. Es sollen nicht sein Gewänder des Mannes auf einem Weibe, und es soll nicht anlegen ein Mann Gewand des Weibes; denn ein Gräuel des Herrn, deines Gottes, ist, wer irgend solches tut.
6. Wenn ein Vogelnest sich vor dir findet auf dem Wege, auf irgendeinem Baume oder auf der Erde, Küchlein oder Eier, und die Mutter liegt auf den Küchlein oder auf den Eiern; so sollst du nicht nehmen die Mutter mitsamt den Jungen.
7. Lasse die Mutter fliegen und die Jungen nimm dir, auf dass es dir wohlergehe und du lange lebest.
8. Wenn du ein neues Haus bauest, so mache ein Geländer um dein Dach und lass keine Blutschuld kommen auf dein Haus, wenn jemand davon herabfiele.
9. Du sollst nicht besäen deinen Weinberg mit zweierlei Gattungen, dass nicht heilig werde die Fülle, der Same, den du aussäest, samt dem Ertrage des Weinberges.
10. Du sollst nicht pflügen mit einem Ochsen und einem Esel zusammen.
11. Du sollst nicht anlegen Zeug von zweierlei Gewebe, Wolle und Leinen zusammen.
12. Schnüre sollst du dir machen an den vier Zipfeln deines Mantels, womit du dich bedeckst.
13. Wenn ein Mann eine Frau nimmt, und kommt zu ihr, dann aber wird er ihrer überdrüssig; 14. Und er bürdet ihr Anschuldigungen auf und bringt ihr einen bösen Namen an: Dieses Weib hab‘ ich genommen und nahte ihr, und habe an ihr keine jungfräulichen Zeichen gefunden: 15. So sollen nehmen der Vater der jungen Frau und ihre Mutter und hinausbringen die jungfräulichen Zeichen der jungen Frau zu den Ältesten der Stadt vor das Gericht.
16. Und es spreche der Vater der jungen Frau zu den Ältesten: Meine Tochter hab‘ ich diesem Manne gegeben zum Weibe, und er ist ihr feindselig; 17. Er bürdet ihr nun Anschuldigungen auf: Ich habe an deiner Tochter keine jungfräulichen Zeichen gefunden, und dies hier sind die jungfräulichen Zeichen meiner Tochter; darauf soll man ausbreiten das Tuch vor den Ältesten der Stadt.
18. Die Ältesten der Stadt sollen den Mann züchtigen, 19. Und ihn strafen um hundert (Schekel) Silber, und dies dem Vater der jungen Frau geben; denn er hat einen bösen Namen einer Jungfrau Israels angebracht; auch soll sie ihm als Weib verbleiben, er darf sie nicht verstoßen all seine Tage.
20. Wenn aber diese Sache wahr gewesen; es haben sich keine jungfräulichen Zeichen an der jungen Frau gefunden: 21. So soll man die junge Frau hinausführen an den Eingang des Hauses ihres Vaters, und die Leute ihrer Stadt sollen sie steinigen, dass sie sterbe; denn sie hat Schimpfliches verübt in Israel, im Hause ihres Vaters zu buhlen, und du sollst austilgen das Böse aus deiner Mitte.
22. Wenn ein Mann gefunden wird liegend bei einem Weibe, das einem Manne vermählt ist, so sollen alle beide sterben; der Mann, der bei der Frau lag, und die Frau; und du sollst austilgen das Böse aus Israel.
23. Wenn ein jungfräuliches Mädchen einem Manne verlobt ist, und es begegnet ihr ein Mann in der Stadt und liegt bei ihr: 24. So sollt ihr beide hinausführen vor das Tor derselben Stadt, und sie steinigen, dass sie sterben: das Mädchen, weil sie nicht geschrien [um Hilfe] in der Stadt, und den Mann, weil er die Frau seines Nächsten bezwungen; und du sollst austilgen das Böse aus deiner Mitte.
25. Wenn aber der Mann das verlobte Mädchen auf dem Felde findet, und der Mann ergreift sie und liegt bei ihr; so soll der Mann, der bei ihr gelegen, allein sterben.
26. Aber dem Mädchen tue nichts; an dem Mädchen ist keine Todessünde; denn wie wenn jemand seinen Nächsten überfällt und ihn totschlägt, so ist auch diese Sache.
27. Denn auf dem Felde hat er sie gefunden; das verlobte Mädchen hat geschrien, aber es stand ihr niemand bei.
28. Wenn ein Mann ein jungfräuliches Mädchen findet, die nicht verlobt ist, und er hält sie fest und liegt bei ihr, und sie werden so gefunden: 29. So soll der Mann, der bei ihr lag, dem Vater des Mädchens fünfzig [Schekel] Silber geben, und sie soll seine Frau werden, dafür, dass er sie bezwungen; er darf sie nicht verstoßen all seine Tage.

Kapitel 23

1. Ein Mann soll nicht nehmen das Weib seines Vaters und nicht aufdecken die Decke seines Vaters.
2. Es soll kein an den Hoden Zerstoßener und Verschnittener in die Gemeinde des Herrn kommen.
3. Es soll kein in Blutschande Erzeugter in die Gemeinde des Herrn kommen; auch dessen zehntes Geschlecht soll nicht kommen in die Gemeinde des Herrn.
4. Es soll kein Ammoniter und Moabiter in die Gemeinde des Herrn kommen; auch das zehnte Geschlecht soll von ihnen nicht kommen in die Gemeinde des Herrn bis auf ewig.
5. Darum, dass sie euch nicht zuvorgekommen sind mit Brot und mit Wasser auf dem Wege bei eurem Auszuge aus Ägypten, und dass er gedungen gegen dich Bileam, Sohn Beor, aus Petor in Aram Naharajim, dich zu verfluchen; 6. Aber der Herr, dein Gott, willigte nicht, dem Bileam Gehör zu geben, sondern der Herr, dein Gott, verwandelte den Fluch in Segen, weil der Herr, dein Gott, dich liebhatte.
7. Du darfst nicht ihr Wohl und Bestes suchen all deine Tage auf ewig.
8. Du sollst den Idumäer nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder; du sollst den Ägypter nicht verabscheuen, denn ein Fremdling warst du in seinem Lande.
9. Kinder, die ihnen geboren werden, das dritte Geschlecht darf von ihnen kommen in die Gemeinde des Herrn.
10. Wenn du ausziehest ins Lager gegen deine Feinde, so hüte dich vor jeglichem bösen Dinge: 11. Wenn unter dir ein Mann ist, der unrein ist durch eine nächtliches Begebenheit, so soll er hinausgehen außerhalb des Lagers, er soll nicht kommen innerhalb des Lagers; 12. Abends soll er sich im Wasser baden, und bei Sonnenuntergang darf er in das Lager kommen.
13. Einen Ort sollst du dir halten außerhalb des Lagers, dass du dahin hinausgehest; 14. Und einen Spaten sollst du dir halten bei deiner Rüstung: und wenn du dich draußen hinsetzest, so grabe damit und bedecke wieder deinen Auswurf.
15. Denn der Herr, dein Gott, wandelt inmitten deines Lagers, dich zu retten, und deine Feinde vor dich hinzugeben, und es sollen deine Lagerstätten heilig sein, dass er an dir keine Blöße sehe und sich abkehre von dir.
16. Du sollst nicht ausliefern einen Knecht an seinen Herrn, der sich zu dir flüchtet vor seinem Herrn.
17. Bei dir soll er bleiben, in deiner Mitte, an dem Orte, den er erwählt in einer deiner Städte, wo es ihm gefällt. Du darfst ihn nicht kränken.
18. Es soll keine feile Dirne sein von den Töchtern Israels, und es soll kein feiler Bube sein von den Söhnen Israels.
19. Du sollst nicht bringen Hurenlohn und Buhlergeld in das Haus des Herrn, deines Gottes, zu irgendeinem Gelübde; denn ein Gräuel des Herrn, deines Gottes, ist alles Beides.
20. Du sollst nicht nehmen von deinem Bruder Zins an Geld oder Zins an Speise, überhaupt Zins irgend einer Sache, die verzinst werden kann.
21. Von dem Fremden magst du Zins nehmen, aber von deinem Bruder sollst du keinen Zins nehmen, auf dass dich segne der Herr, dein Gott, in allem Unternehmen deiner Hand, in dem Lande, dahin du kommst, es einzunehmen.
22. Wenn du ein Gelübde tust dem Herrn, deinem Gotte, so versäume nicht, es zu erfüllen; denn der Herr, dein Gott, wird es von dir fordern, und es wird an dir eine Sünde sein; 23. Aber wenn du unterlässt zu geloben, so wird an dir keine Sünde sein.
24. Was du gelobst, beobachte und tue; wie du gelobt dem Herrn, deinem Gotte, die freiwillige Gabe, die du mit deinem Mund ausgesprochen.
25. Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst, so magst du Trauben essen nach deinem Begehr, bis du satt wirst; aber in dein Gefäß tue nichts.
26. Wenn du in die Saat deines Nächsten kommst, so magst du Ähren pflücken mit deiner Hand; aber die Sichel schwinge nicht über die Saat deines Nächsten.

Kapitel 24

1. Menn ein Mann eine Frau nimmt und sie ehelicht, und sie findet keine Gunst in seinen Augen, weil er an ihr etwas Schändliches gefunden, so soll er ihr einen Scheidebrief schreiben, und in ihre Hand geben, und sie aus seinem Hause entlassen.
2. Wenn sie nun aus seinem Hause geht, und eines anderen Mannes [Weib] wird, 3. Und der andere Mann hasst sie, und schreibt ihr einen Scheidebrief, und gibt ihn in ihre Hand, und entlässt sie aus seinem Hause; oder wenn der andere Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen: 4. So darf ihr erster Mann, der sie entlassen, sie nicht wiedernehmen, dass sie seine Frau werde, nachdem sie verunreinigt worden ist; denn ein Gräuel ist es vor dem Herrn, und du sollst nicht sündig machen das Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt als Besitz.
5. Wenn ein Mann eben eine Frau genommen, so ziehe er nicht aus zum Heere, und es soll ihm keinerlei Sache obliegen; frei soll er sein für sein Haus ein Jahr, und erfreuen seine Frau, das er genommen.
6. Man soll nicht pfänden Mühle und Mühlstein; denn damit pfändet man das Leben.
7. Wenn ein Mann gefunden wird, der eine Person stiehlt von seinen Brüdern, den Kindern Israel, und behandelt ihn als Sklaven und verkauft ihn, so muss der Dieb sterben; du sollst austilgen das Böse aus deiner Mitte.
8. Hüte dich bei dem Schaden des Aussatzes, dass du sehr behutsam seiest und tuest ganz so, wie euch die Priester, die Leviten, unterweisen; wie ich ihnen geboten, sollt ihr beobachten zu tun.
9. Gedenke, was der Herr, dein Gott, an Miriam getan auf dem Wege bei eurem Auszuge aus Ägypten.
10. Wenn du deinem Nächsten irgendein Darlehn leihest, so sollst du nicht in sein Haus kommen, ihm ein Pfand abzupfänden.
11. Draußen sollst du stehen bleiben, und der Mann, dem du geliehen, soll das Pfand zu dir hinausbringen auf die Straße.
12. Und wenn es ein armer Mann ist, so sollst du dich nicht niederlegen mit seinem Pfande.
13. Zurückgeben musst du ihm das Pfand mit Sonnenuntergang, dass er sich hinlege unter seine Decke und dich segne; und dir wird es ein Verdienst sein vor dem Herrn, deinem Gotte.
14. Du sollst nicht [den Lohn] vorenthalten einem Mietling, einem Armen und Dürftigen von deinen Brüdern oder deinem Fremdling, der in deinem Lande, in deinen Städten wohnt.
15. An demselben Tage gib ihm den Lohn und es soll nicht die Sonne darüber untergehen; denn der Arme setzt auf ihn alle Hoffnung; dass er nicht rufe über dich zum Herrn, und an dir eine Sünde sei.
16. Väter sollen nicht getötet werden um Kinder, und Kinder sollen nicht getötet werden um Väter: jeglicher sterbe nur für seine Schuld.
17. Du sollst nicht beugen das Recht eines Fremdlings, einer Waise, und nicht pfänden das Kleid einer Witwe; 18. Bedenke, dass du ein Knecht gewesen in Ägypten, und der Herr, dein Gott, hat dich von dort erlöst; darum gebiete ich dir, so zu tun.
19. Wenn du deine Ernte auf deinem Felde erntest und vergisst eine Garbe auf dem Felde, so sollst du nicht zurückkehren, sie zu nehmen; dem Fremdling, der Waise und der Witwe soll es gehören, auf dass dich segne der Herr, dein Gott, in allem Werke deiner Hände.
20. Wenn du deinen Ölbaum schüttelst, sollst du nicht nachher die Äste ablesen; dem Fremdling, der Waise und der Witwe soll es gehören.
21. Wenn du Lese hältst in deinem Weinberg, sollst du nicht nachher Beeren klauben; dem Fremdling, der Waise und der Witwe soll es gehören.
22. Bedenke, dass du ein Knecht gewesen im Lande Ägypten; darum gebiete ich dir, so zu tun.

Kapitel 25

1. Menn zwischen [zwei] Männern Streit war und sie treten vor Gericht und man richtet sie dem Gerechten Recht gebend und den Schuldigen verurteilend: 2. Wenn der Schuldige Schläge verdient, so lasse der Richter ihn hinlegen und man schlage ihn in seiner Gegenwart nach Maßgabe seiner Schuld in einer [gewissen] Zahl.
3. [Bis] vierzig Schläge gebe man ihm, nicht mehr; dass er ihm nicht der Schläge zu viel gebe, mehr als diese [Zahl], und dein Bruder entwürdigt werde in deinen Augen.
4. Verbinde dem Ochsen das Maul nicht beim Dreschen.
5. Wenn Brüder zusammen wohnen, und es stirbt einer von ihnen und hinterlässt keinen Sohn, so soll die Frau des Verstorbenen nicht außerhalb, eines fremden Mannes werden; ihr Schwager soll zu ihr kommen, und sie sich zur Frau nehmen, und an ihr die Schwagerpflicht erfüllen.
6. Der Erstgeborene alsdann, den sie gebärt, soll eintreten auf den Namen seines verstorbenen Bruders, dass nicht ausgelöscht [vergessen] werde sein Name in Israel.
7. Wenn aber der Mann kein Verlangen hat, seine Schwägerin zu nehmen, so soll seine Schwägerin gehen vor das Gericht zu den Ältesten und sprechen: Mein Schwager weigert sich, seinem Bruder einen Namen zu erhalten in Israel. Er will an mir die Schwagerpflicht nicht erfüllen.
8. Die Ältesten seiner Stadt sollen ihn rufen und ihm zureden, und wenn er dabeibleibt und spricht: Ich habe kein Verlangen, sie zu nehmen, 9. Soll seine Schwägerin zu ihm hintreten vor den Augen der Ältesten, und seinen Schuh von seinem Fuße abziehen und vor ihm ausspeien, und laut sprechen: Also geschieht dem Manne, der nicht bauet das Haus seines Bruders! 10. Sein Haus werde genannt in Israel: des Barfüßers Haus.
11. Wenn [zwei] Männer mit einander zanken, und es kommt die Frau des einen heran, um ihren Mann zu retten aus der Hand des Schlägers, und streckt ihre Hand aus und fasst ihn bei der Scham: 12. So sollst du ihr die Hand abhauen; schone sie nicht.
13. Du sollst nicht in deinem Beutel [zum Betrügen beim Kauf oder Verkauf] zweierlei Gewichtsteine haben, große und kleine.
14. Du sollst nicht in deinem Hause zweierlei Efa [Hohlmaß] haben, großes und kleines.
15. Volle und richtige Gewichtsteine sollst du haben, volles und richtiges Efa sollst du haben, damit deine Tage lang werden in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
16. Denn ein Gräuel des Herrn, deines Gottes ist jeglicher, der solches tut, jeglicher, der Unrecht tut.
17. Gedenke, was dir Amalek getan auf dem Wege bei eurem Auszuge aus Ägypten.
18. Der dich traf auf dem Wege, und deinen Nachtrab erschlug, all die Schwachen hinter dir — du aber warst matt und müde; — und fürchtete Gott nicht.
19. Es soll nun geschehen, wenn der Herr, dein Gott, dir Ruhe schafft von all deinen Feinden rings herum in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir als Besitz gibt, es einzunehmen, sollst du auslöschen das Gedächtnis Amaleks unter dem Himmel. Vergiß nicht!

Kapitel 26

1. Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir als Besitz gibt, und du nimmst es ein und wohnst darin: 2. So sollst du nehmen von den Erstlingen aller Frucht des Erdbodens, die du einbringst aus deinem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und es in den Korb tun und damit an den Ort gehen, welchen der Herr, dein Gott, erwählen wird, daselbst seinen Namen thronen zu lassen; 3. Und sollst zu dem Priester kommen, der in jenen Tagen sein wird, und zu ihm sprechen: Heute bezeuge ich [den Dank] dem Herrn, deinem Gotte, dass ich gekommen bin in das Land, das der Herr unseren Vätern zugeschworen, uns zu geben.
4. Der Priester soll darauf den Korb nehmen aus deiner Hand, und ihn vor den Altar des Herrn, deines Gottes, hinstellen.
5. Du sollst dann laut sprechen vor dem Herrn, deinem Gotte: Ein herumirrender Aramäer [ein Beduine ohne festen Landbesitz] war mein Vater und er zog nach Ägypten und weilte daselbst mit einem geringen Häuflein, und ward zu einem Volke, groß, mächtig und zahlreich.
6. Es misshandelten uns die Ägypter und drückten uns und legten uns schwere Lastarbeit auf.
7. Wir schrien zu dem Herrn, dem Gotte unserer Väter, und es hörte der Herr unsere Stimme und sah unser Elend und unser Mühsal und unsern Druck.
8. Der Herr führte uns aus Ägypten mit starker Hand und ausgestrecktem Arme, und mit großem Schrecken und mit Zeichen und mit Wundern; 9. Und brachte uns an diesen Ort, und gab uns dieses Land, ein Land, fließend von Milch und Honig.
10. Nun hab‘ ich gebracht die Erstlinge der Frucht des Erdbodens, den du mir gegeben, Herr! — Damit stellst du es hin vor den Herrn, deinen Gott, und bückest dich vor dem Herrn, deinem Gotte.
11. Du sollst dich freuen an all dem Guten, das der Herr, dein Gott, dir gegeben und deinem Hause, du und der Levite und der Fremdling, der in deiner Mitte weilt.
12. Wenn du fertig bist mit Abtragung all des Zehnten deines Ertrages im dritten Jahr, dem Jahr des Zehnten, und du hast es dem Leviten, dem Fremdling, der Waise und der Witwe gegeben, dass sie essen in deinen Toren und satt werden; 13. So sollst du sprechen vor dem Herrn, deinem Gotte: Ich habe geräumt das Heiligtum [den Zehnten] aus meinem Hause, und habe es auch gegeben dem Leviten und dem Fremdling, der Waise und der Witwe, ganz nach deinem Gebot, das du mir geboten; ich bin nicht abgegangen von deinem Gebote und habe nichts vergessen; 14. Ich habe nicht [nach heidnischem Brauch] in meiner Trauer davon gegessen, und habe nicht davon geträumt in Unreinheit, und habe nicht davon für einen Toten gegeben. Ich habe gehorcht der Stimme des Herrn, meines Gottes ich habe getan ganz so wie du mir geboten.
15. O blicke herab aus deiner heiligen Wohnung, aus dem Himmel, und segne dein Volk Israel, und das Land, das du uns gegeben, wie du zugeschworen unseren Vätern, ein Land, fließend von Milch und Honig. — 16. An diesem Tage gebietet dir der Herr, dein Gott, auszuüben diese Satzungen und Vorschriften, und du sollst sie beobachten und ausüben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele.
17. Den Herrn hast du heute erhoben, dass er dir ein Gott sei, und auf dass du auf seinen Wegen wandelst und beobachtest seine Satzungen und seine Gebote und seine Vorschriften, und seiner Stimme gehorchest.
18. Und der Herr hat dich heute erhoben, dass du ihm ein teures Volk seiest, wie er zu dir geredet, und all seine Gebote beobachtest; 19. Dass er dich mache zum Höchsten über all die Völker, die er geschaffen, zum Ruhm und zum Namen und zum Schmuck; ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gotte, zu sein, wie er geredet.

Kapitel 27

1. Mose und die Ältesten geboten dem Volke Israel also: Beobachtet alle Gebote, die ich euch heute gebiete: 2. An dem Tage, da ihr über den Jordan ziehet in das Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, sollst du dort aufrichten große Steine und sie überziehen mit Kalk, 3. Und darauf schreiben alle Worte dieser Lehre, gleich nachdem du hinübergehest, auf dass du kommest in das Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, ein Land, fließend von Milch und Honig, wie der Herr, der Gott deiner Väter, dir zugesagt.
4. Wenn ihr also ziehet über den Jordan, sollt ihr diese Steine aufrichten, wie ich euch heute gebiete, auf dem Berge Ebal, und sie mit Kalk überziehen.
5. Und daselbst einen Altar bauen dem Herrn, deinem Gotte, einen Altar von Steinen; du darfst nicht ein Eisen darüber schwingen.
6. Aus ganzen Steinen baue den Altar des Herrn, deines Gottes, darauf bringe Ganzopfer dem Herrn, deinem Gotte, dar.
7. Und du sollst Mahlopfer schlachten und daselbst essen und dich freuen vor dem Herrn, deinem Gotte.
8. Auf die Steine sollst du alle Worte dieser Lehre deutlich und gut schreiben.
9. Mose und die Priester, die Leviten, sprachen zu ganz Israel also: Merk auf und höre Israel! Diesen Tag wirst du zum Volke des Herrn, deines Gottes.
10. Gehorche der Stimme des Herrn, deines Gottes, und tue seine Gebote und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete.
11. Mose gebot dem Volke an selbigem Tage also: 12. Diese [Stämme] sollen dastehen, das Volk zu segnen auf dem Berge Gerisim, wenn ihr über den Jordan ziehet: Simeon und Levi, Jehuda und Issachar, Josef und Benjamin.
13. Und diese sollen dastehen wegen des Fluches auf dem Berge Ebal: Ruben, Gad und Asser und Sebulun, Dan und Naftali.
14. Die Leviten sollen laut sprechen zu allen Männern Israels mit erhobener Stimme: 15. Verflucht sei der Mann, der im Geheimen ein gehauenes oder gegossenes Bild macht, den Gräuel des Herrn, ein Werk von Künstlers Hand; und das ganze Volk soll laut sprechen: Amen.
16. Verflucht sei, der verächtlich hält seinen Vater und seine Mutter; und das ganze Volk spreche: Amen.
17. Verflucht sei, der die Grenze seines Nächsten verrückt; und das ganze Volk spreche: Amen.
18. Verflucht sei, der irreführt einen Blinden auf dem Wege; und das ganze Volk spreche: Amen.
19. Verflucht sei, der beugt das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe; und das ganze Volk spreche: Amen.
20. Verflucht sei, der bei der Frau seines Vaters lag, denn er hat aufgedeckt die Decke seines Vaters; und das ganze Volk spreche: Amen.
21. Verflucht sei, der bei irgendeinem Viehe lag; und das ganze Volk spreche: Amen.
22. Verflucht sei, der bei seiner Schwester, der Tochter seines Vaters oder der Tochter seiner Mutter lag; und das ganze Volk spreche: Amen.
23. Verflucht sei, der bei seiner Schwiegermutter lag; und das ganze Volk spreche: Amen.
24. Verflucht sei, der seinen Nächsten im Geheimen erschlägt; und das ganze Volk spreche: Amen.
25. Verflucht sei, der Bestechung nimmt, ums Leben zu bringen eine Person unschuldigen Blutes; und das ganze Volk spreche: Amen.
26. Verflucht sei, der nicht aufrecht hält die Worte dieser Lehre, sie auszuüben; und das ganze Volk spreche: Amen.

Kapitel 28

1. Wenn du gehorchest der Stimme des Herrn, deines Gottes, zu beobachten und auszuüben all seine Gebote, die ich dir heute gebiete, so wird dich der Herr, dein Gott, zum Höchsten machen über alle Völker der Erde.
2. Es werden auf dich kommen und dich erreichen all diese Segnungen, weil du gehorchest der Stimme des Herrn deines Gottes.
3. Gesegnet wirst du sein in der Stadt und gesegnet auf dem Feld; 4. Gesegnet deine Leibesfrucht und die Frucht deines Erdbodens und die Frucht deines Viehes, das Geworfene deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe; 5. Gesegnet dein Korb und dein Backtrog; 6. Gesegnet wirst du sein bei deiner Ankunft und gesegnet bei deinem Ausgange.
7. Hingeben wird der Herr deine Feinde, die wider dich aufstehen, geschlagen vor dir. Auf einem Wege werden sie ausziehen gegen dich und auf sieben Wegen fliehen vor dir.
8. Der Herr wird dir entbieten den Segen deine Speicher, und in alles Geschäft deiner Hand, und wird dich segnen dem Lande, das der Herr dein Gott dir gibt.
9. Der Herr wird dich aufrichten für sich zu einem heiligen Volke, wie er dir zugeschworen, wenn du beobachtest die Gebote des Herrn deines Gottes und wandelst in seinen Wegen.
10. Und alle Völker der Erde werden sehen, dass der Name des Herrn genannt ist über dich, und werden sich vor dir fürchten.
11. Der Herr wird dich erhalten zum Guten, in deiner Leibesfrucht und in der Frucht deines Viehes und in der Frucht deines Erdbodens, auf dem Lande, das der Herr deinen Vätern geschworen, dir zu geben.
12. Auftun wird dir der Herr seinen guten Schatz: den Himmel, dass er deinem Land Regen gibt zur rechten Zeit, und segnen all dein Händewerk; du wirst vielen Völkern leihen, aber selber nicht entlehnen.
13. Der Herr wird dich machen zum Haupte und nicht zum Schwanze, und du wirst ganz obenan kommen und nicht unten sein, weil du gehorchest den Geboten des Herrn deines Gottes, die ich dir heute gebiete, zu beobachten und auszuüben; 14. Und nicht abweichest von all den Worten die ich euch heute gebiete, rechts oder links, anderen Göttern nachzugehen, ihnen zu dienen.
15. Wenn du aber nicht gehorchest der Stimme des Herrn deines Gottes, zu beobachten und auszuüben all seine Gebote und Satzungen, die ich dir heute gebiete, so werden auf dich kommen all diese Flüche und dich erreichen: 16. Verflucht wirst du sein in der Stadt und verflucht auf dem Felde; 17. Verflucht dein Korb und dein Backtrog; 18. Verflucht deine Leibesfrucht und die Frucht deines Erdbodens, das Geworfene deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe; 19. Verflucht wirst du sein bei deiner Ankunft und verflucht bei deinem Ausgange.
20. Der Herr wird gegen dich das Unglück senden, die Zerrüttung und das Verderben in allem Geschäfte deiner Hand, das du unternimmst, bis du vertilgt wirst und bald untergehest, wegen der Bosheit deiner Handlungen, dass du mich verlassen.
21. Der Herr wird haften lassen an dir die Pest, bis sie dich aufgerieben von dem Lande hinweg, dahin du kommst es einzunehmen.
22. Der Herr wird dich schlagen mit Schwindsucht und mit Entzündung und mit Fieberglut, und mit Brand und mit Dürre, und mit Kornbrand und Rost, sie werden dich verfolgen bis zu deinem Untergange.
23. Der Himmel über deinem Haupte wird Erz sein, und der Boden unter dir Eisen.
24. Der Herr wird geben als Regen deines Landes Staub und [Flug-]sand; vom Himmel wird er herabkommen auf dich, bis du vertilgt bist.
25. Der Herr wird dich niederwerfen vor deine Feinde; auf Einem Weg wirst du ihm entgegen ziehen und auf sieben Wegen vor ihm fliehen, und du wirst zum Entsetzen werden allen Königreichen der Erde.
26. Dein Leichnam wird zum Fraße sein für alle Vögel des Himmels und für das Vieh der Erde, und Niemand scheucht sie. — 27. Der Herr wird dich schlagen mit dem Grind Ägyptens und mit Feuchtbeulen und mit der Krätze und mit Ausschlag, dass du nicht wirst können geheilt werden.
28. Der Herr wird dich schlagen mit Wahnsinn und Blindheit und mit Betäubung des Sinnes.
29. Du wirst herumtappen am Mittage, wie der Blinde in der Finsternis tappt, du wirst Unglück haben auf deinen Wegen; du wirst nur unterdrückt und vergewaltigt sein alle Tage, niemand hilft dir.
30. Ein Weib wirst du dir verloben, aber ein anderer Mann wird bei ihr liegen; ein Haus wirst du bauen und nicht darin wohnen; einen Weinberg wirst du pflanzen und ihn nicht lösen [seine Frucht nicht genießen].
31. Dein Ochs wird geschlachtet vor deinen Augen, und du wirst davon nicht essen; dein Esel geraubt vor deinem Angesicht, und er kommt dir nicht wieder; deine Schafe werden deinen Feinden gegeben, und niemand hilft dir.
32. Deine Söhne und deine Töchter werden einem anderen Volke [als Sklaven] verkauft, und deine Augen sehen und schmachten nach ihnen alle Tage; aber du kannst nichts dagegen tun.
33. Die Frucht deines Erdbodens und all deine Mühe wird ein Volk aufzehren, das du nicht kennst, und du wirst nur unterdrückt und zertreten sein alle Tage.
34. Du wirst wahnsinnig werden vor dem Anblick deiner Augen, den du erblickst.
35. Der Herr wird dich schlagen mit bösem Grinde auf die Knie und auf die Hüften — dass du nicht wirst geheilt werden können — von dem Ballen deines Fußes bis zu deinem Scheitel.
36. Der Herr wird dich führen und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einem Volke, das du nicht gekannt, du und deine Väter, und dort magst du fremden Göttern dienen, Holz und Stein.
37. Du wirst zum Entsetzen sein, zum Gleichnis und zur Stachelrede unter all den Völkern, dahin der Herr dich treiben wird.
38. Vielen Samen wirst du hinausführen aufs Feld und wenig einsammeln; denn die Heuschrecke wird ihn auffressen.
39. Weinberge wirst du pflanzen und bebauen, aber den Wein nicht trinken und nicht einbringen; denn der Wurm wird alles verzehren.
40. Ölbäume wirst du haben in all deinem Gebiet, aber mit Öl dich nicht salben; denn dein Ölbaum wird [die Frucht] abwerfen.
41. Söhne und Töchter wirst du zeugen, aber dein werden sie nicht bleiben; denn sie werden in die Gefangenschaft gehen.
42. All deine Bäume und die Frucht deines Erdbodens wird die Baumgrille kahl machen.
43. Der Fremdling, der in deiner Mitte, wird über dich immer höher emporkommen, du aber wirst immer tiefer sinken.
44. Er wird dir leihen, du aber wirst ihm nicht leihen können; er wird zum Haupte, du aber wirst zum Schwanze werden.
45. Es werden über dich kommen all diese Flüche und dich verfolgen und erreichen, bis du vertilgt bist, weil du nicht gehorcht hast der Stimme des Herrn deines Gottes, zu beobachten seine Gebote und seine Satzungen, die er dir geboten.
46. [Diese Flüche] sollen sein an dir zum Zeichen und Beweise, auch an deinen Nachkommen bis in Ewigkeit.
47. Dafür dass du nicht gedient hast dem Herrn, deinem Gotte mit Freude und Herzenslust bei Überfluss an Allem, 48. Sollst du nun deinem Feind dienen, den der Herr gegen dich senden wird, in Hunger und Durst, und Blöße und Mangel an Allem; und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt hat.
49. Der Herr wird gegen dich ein Volk herführen aus der Ferne vom Ende der Erde gleich wie der Adler herabstößt, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehest; 50. Ein Volk frechen Angesichts, das nicht den Greis schont, und dem Knaben nicht gnädig ist.
51. Es wird aufzehren die Frucht deines Viehes und die Frucht deines Erdbodens, bis du vertilgt bist; es wird dir nicht übrig lassen Getreide, Most und Öl, das Geworfene deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe, bis es dich zu Grunde gerichtet.
52. Es wird dich bedrängen in all deinen Städten, bis deine hohen und festen Mauern fallen, denen du vertrauest, in deinem ganzen Lande, und es wird dich bedrängen in all deinen Städten, in deinem ganzen Lande, das der Herr, dein Gott, dir gegeben.
53. Du wirst essen deine Leibesfrucht, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, die der Herr dein Gott dir gegeben; in der Bedrängnis und Enge, in die dein Feind dich einengen wird.
54. Der weichlichste und sehr verzärtelte Mann unter dir, dessen Auge wird missgünstig schauen auf seinen Bruder, und die Frau seines Schoßes, und den Rest seiner Kinder, die er übrigbehalten — 55. Dass er nicht einem von ihnen geben mag von dem Fleische seiner Kinder, die er aufessen wird, weil ihm nicht das Geringste übriggeblieben, in der Bedrängnis und Enge, in die dein Feind dich einengen wird in all deinen Städten 56. Die weichlichste und verzärteltste Frau unter dir, deren Fußballen es nicht versucht, auf die Erde zu treten vor Verzärtelung und Weichlichkeit, deren Auge wird missgünstig schauen auf den Mann ihres Schoßes, und auf ihren Sohn und ihre Tochter, 57. Und auf ihre Nachgeburt, die zwischen ihren Füßen von ihr gehet, und auf ihre Kinder, die sie geboren; denn sie wird sie aufessen aus Mangel an Allem im Geheimen — in der Bedrängnis und Enge, in die dein Feind dich einengen wird in deinen Städten; 58. Wenn du nicht beobachten wirst, auszuüben all die Worte dieser Lehre, die in diesem Buche geschrieben sind, zu fürchten diesen verherrlichten und furchtbaren Namen, den Herrn, deinen Gott: 59. Der Herr wird dich und deine Nachkommen mit außerordentlichen, schweren und andauernden Plagen und mit bösen und andauernden Krankheiten heimsuchen.
60. Und er wird auf dich bringen all das Siechtum Ägyptens vor dem dir grauet, und es wird an dir haften.
61. Auch jegliche Krankheit und jegliche Plage, die nicht geschrieben ist in dem Buche dieser Lehre, wird der Herr über dich bringen bis du vertilgt bist.
62. Ihr werdet in einem geringen Häuflein übrigbleiben, anstatt dass ihr gewesen wie die Sterne des Himmels an Menge, weil du nicht gehorcht hast der Stimme des Herrn deines Gottes.
63. So wie der Herr sich über euch früher gefreut, euch wohlzutun und euch zu mehren, also wird der Herr sich über euch nunmehr freuen, euch zu vernichten und euch zu vertilgen; und ihr werdet gerissen werden aus dem Boden, dahin du kommst ihn einzunehmen.
64. Der Herr wird dich zerstreuen unter die Völker von einem Ende der Erde bis zum andern Ende, dort magst du fremden Göttern dienen, die du nicht gekannt — du und deine Väter — Holz und Stein.
65. Unter diesen Völkern wirst du nicht rasten, es wird keine Ruhestatt sein für den Ballen deines Fußes; der Herr wird dir daselbst geben ein zages Herz, Hinschmachten der Augen und Ohnmacht der Seele.
66. Dein Leben wird immer in der Schwebe sein, und du wirst zagen Nacht und Tag, und nicht trauen deinem Leben.
67. Am Morgen wirst du sprechen: Wäre es schon Abend! und am Abend wirst du sprechen: Wär‘ es schon Morgen! vor Bangigkeit deines Herzens, die du bangen wirst und vor dem Anblicke deiner Augen, den du erblicken wirst.
68. Der Herr wird dich zurückführen nach Ägypten in Schiffen, auf dem Wege, davon ich dir gesagt, du wirst ihn nicht wiedersehen. Ihr werdet dort den Feinden als Knechte und Mägde zum Verkaufe angeboten werden, und niemand wird kaufen.
69. Das sind die Worte des Bundes, den der Herr geboten dem Mose, zu schließen mit den Kindern Israel im Lande Moab, außer dem Bunde, den er mit ihnen geschlossen am Horeb.

Kapitel 29

1. Mose berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt gesehen alles, was der Herr vor euren Augen getan im Lande Ägypten an Pharao und an all seinen Dienern und seinem ganzen Lande; 2. Die großen Versuchungen, die deine Augen gesehen, jene großen Zeichen und Wunder.
3. Aber der Herr hat euch nicht das Herz verliehen, zu erkennen, und Augen, zu sehen, und Ohren, zu hören, bis auf diesen Tag.
4. Ich führte euch vierzig Jahre in der Wüste, eure Kleider wurden auf euch nicht mürbe, auch dein Schuh auf deinem Fuße wurde nicht mürbe. 5 Brot habt ihr nicht gegessen, und Wein und Berauschendes nicht getrunken, auf dass ihr erkennet, dass Ich der Herr, euer Gott, bin.
6. Ihr kamt nun an diesen Ort, da zogen Sichon, König von Cheschbon, und Og, König von Baschan, uns entgegen zum Kriege, und wir schlugen sie; 7. Wir nahmen ihr Land und gaben es als Besitz dem Ruben und dem Gad und dem halben Stamme Manasse.
8. Ihr sollt beobachten die Worte dieses Bundes und sie ausüben, auf dass ihr Glück habet in allem, was ihr tut.
9. Ihr steht heute Alle vor dem Herrn, eurem Gotte, die Häupter eurer Stämme, eure Ältesten, und eure Beamten, alle Männer von Israel; 10. Eure Kinder, eure Frauen und der Fremdling, der inmitten deines Lagers, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer: 11. Dass du eingehest einen Bund mit dem Herrn, deinem Gott, den der Herr dein Gott heute mit dir schließt, und [wenn du dem Bund untreu wirst] den Fluch [Gottes auf dich nimmst]; 12. Auf dass er dich sich heute zum Volke wähle, und er dein Gott sei, wie er dir zugesagt und wie er deinen Vätern Abraham, Isak und Jakob zugeschworen.
13. Nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und diesen Fluch; 14. Sondern sowohl mit dem, der heute hier mit uns ist, stehend vor dem Herrn unserm Gotte, als mit dem, der heut hier nicht mit uns ist.
15. Denn ihr wisset, wie wir gewohnt im Lande Ägypten, und wie wir gezogen mitten durch die Völker, die ihr durchzogen.
16. Und ihr saht ihre Scheusale und ihre Götzen, Holz und Stein, Silber und Gold, die bei ihnen sind: 17. Dass nicht unter euch sei Mann oder Weib, oder Geschlecht, oder Stamm, dessen Herz heute abwendig ist vom Herrn, unserem Gotte, um den Göttern jener Völker zu dienen; dass nicht unter euch sei eine Wurzel, die Giftkraut und Wermut treibt.
18. Es könnte sein, wenn er die Worte dieses Vereidigungsfluches hört, so wird er sich rühmen in seinem Herzen: Es wird mir wohlergehen, wenn ich dem Übermut meines Herzens folge, damit die Sättigung auf den Durst folge.
19. Der Herr wird ihm nicht vergeben wollen; sondern der Zorn des Herrn und sein Eifer über diesen Mann wird glühen und es wird auf ihm lasten die ganze Verwünschung, die in diesem Buche geschrieben ist; der Herr wird auslöschen seinen Namen unter dem Himmel hinweg.
20. Der Herr wird ihn aussondern zum Unglücke aus all den Stämmen Israels, nach all den Verwünschungen des Bundes, die in diesem Buche der Lehre geschrieben.
21. Das späte Geschlecht, eure Kinder, die aufstehen werden von euren Nachkommen, und der Ausländer, der aus fernem Lande kommen wird, werden sprechen — wenn sie sehen die Plagen desselben Landes und dessen Leiden, womit es der Herr geschlagen; 22. Schwefel und Salz, eine Brandstätte sein ganzer Boden, der nicht besäet wird und nichts aufsprießen lässt, und worin kein Kraut aufkommt, wie die Zerstörung von Sodom, Gomorrha, Adma und Zeboim, die der Herr zerstört in seiner Zornesglut und in seinem Grimme — 23. Es werden also fragen all die Völker: Warum hat der Herr also getan diesem Lande? Woher diese große Zornesglut?
24. Und sie werden sprechen: Weil sie verlassen den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, den er mit ihnen geschlossen, da er sie herausgeführt aus dem Lande Ägypten.
25. Sie dienten fremden Göttern und bückten sich vor ihnen; Götter, die sie nicht gekannt und er ihnen nicht zugeteilt.
26. Da erglühte der Zorn des Herrn über dieses Land, dass er darauf den ganzen Fluch brachte, der in diesem Buche geschrieben ist.
27. Der Herr riss sie aus ihrem Boden hinweg in Zorn und Grimm und großer Wut, und warf sie in ein anderes Land, wie diesen Tag [zu sehen ist].
28. Das Verborgene ist dem Herrn unserem Gotte [zu strafen], aber das Offenbare ist unser und unserer Kinder bis auf ewig, — all die Worte dieser Lehre auszuüben.

Kapitel 30

1. Wenn über dich kommen all diese Dinge, der Segen und der Fluch, den ich dir vorgelegt, und du nimmst es dir zu Herzen unter all den Völkern, wohin der Herr dein Gott dich verstoßen.
2. Dass du zurückkehrst zu dem Herrn deinem Gotte, und seiner Stimme gehorchest, wie ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele: 3. Dann wird der Herr dein Gott zurückführen deine Gefangenen und sich dir erbarmen, und dich wieder sammeln aus all den Völkern, dahin der Herr dein Gott dich zerstreut hat.
4. Wenn deine Verstoßenen zerstreut sein werden am Ende des Himmels, so wird von dorther der Herr dein Gott dich sammeln, und von dorther dich holen; 5. Der Herr dein Gott wird dich bringen in das Land, das deine Väter besessen, und du wirst es besitzen, und er wird dir wohltun und dich vermehren mehr als deine Väter.
6. Der Herr dein Gott wird beschneiden dein [verstocktes] Herz und das Herz deiner Nachkommen, zu lieben den Herrn deinen Gott mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, auf dass du lebest.
7. Der Herr, dein Gott, wird all diese Verwünschungen auf deine Feinde legen und auf deine Hasser, die dich verfolgt haben.
8. Du aber wirst zurückkehren und gehorchen der Stimme des Herrn, und ausüben all seine Gebote, die ich dir heute gebiete.
9. Der Herr, dein Gott, wird dich erhalten in allem Werk deiner Hände, in deiner Leibesfrucht und in der Frucht deines Erdbodens, zum Heile; denn der Herr wird sich freuen, dir Gutes zu tun, wie er sich gefreut über deine Väter; 10. Wenn du gehorchen wirst der Stimme des Herrn, deines Gottes, zu beobachten seine Gebote und seine Satzungen, die in diesem Buche der Lehre geschrieben; wenn du zurückkehren wirst zu dem Herrn deinem Gott mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele.
11. Denn dies Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht verborgen und ist nicht fern.
12. Es ist nicht im Himmel, dass du sagest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf und holt es uns, und macht es uns kund, dass wir es tun.
13. Und es ist nicht jenseits des Meeres, dass du sagest: Wer reist für uns jenseits des Meeres hin und holt es uns, und macht es uns kund, dass wir es tun.
14. Sondern sehr nahe ist dir die Sache, in deinem Mund und in deinem Herzen, es zu tun.
15. Siehe, ich lege dir heute vor das Leben und das Gute, auch den Tod und das Böse.
16. Dass ich dir heute gebiete, den Herrn deinen Gott zu lieben, in seinen Wegen zu wandeln, und zu beobachten seine Gebote und seine Satzungen und seine Vorschriften, dass du lebest und dich mehrest; und der Herr dein Gott wird dich, segnen in dem Lande, dahin du kommst, es einzunehmen. 17. Doch wenn dein Herz sich abwendet, dass du nicht gehorchest, du lässt dich verleiten und bückest dich vor fremden Göttern und dienest ihnen; 18. So verkünde ich euch heute, dass ihr bald untergehen werdet. Ihr werdet nicht lange leben auf dem Boden, dahin zu gelangen du über den Jordan gehest, ihn einzunehmen.
19. Ich nehme heute gegen euch zu Zeugen Himmel und Erde; das Leben und den Tod hab’ ich dir vorgelegt, den Segen und den Fluch; du sollst das Leben erwählen, auf dass du lebest, du und deine Nachkommen; 20. Zu lieben den Herrn deinen Gott, seiner Stimme zu gehorchen und ihm anzuhangen; denn er ist dein Leben und deiner Tage Verlängerung, dass du wohnest auf dem Boden, den der Herr deinen Vätern zugeschworen, Abraham, Isak und Jakob, es ihnen zu geben.

Kapitel 31

1. Mose ging alsdann und redete diese Worte zu ganz Israel, 2. Er sprach zu ihnen: Hundert und zwanzig Jahre bin ich heute alt; ich vermag nicht ferner auszuziehen und einzuziehen, auch hat der Herr zu mir gesprochen: Du wirst nicht ziehen über diesen Jordan.
3. Der Herr, dein Gott, zieht vor dir her, er wird diese Völker vor dir austilgen, dass du sie einnehmest. Josua zieht vor dir her, wie der Herr geredet.
4. Der Herr wird an ihnen tun, wie er getan an Sichon und Og, den Königen des Emori, und an ihrem Lande, die er ausgetilgt.
5. Der Herr wird sie euch geben und ihr sollt an ihnen tun ganz nach dem Gebot, das ich euch geboten habe.
6. Sei stark und fest, fürchtet euch nicht und banget nicht vor ihnen; denn der Herr dein. Gott, er ist es, der mit dir geht; er wird dich nicht lassen und dich nicht verstoßen.
7. Mose berief den Josua und sprach zu ihm vor den Augen des ganzen Israel: Sei stark und fest; denn du wirst mit diesem Volke in das Land kommen, das der Herr ihren Vätern zugeschworen, es ihnen zu geben, und du wirst es ihnen zum Besitz zuteilen.
7. Der Herr, der vor dir hergeht, wird mit dir sein; er wird dich nicht verlassen und dich nicht verstoßen, fürchte nicht und sei nicht verzagt.
9. Mose schrieb alsdann die Lehre auf und gab sie den Priestern, den Söhnen Levi, die die Bundeslade des Herrn trugen, und all den Ältesten Israels.
10. Mose gebot ihnen also: Am Schlusse von sieben Jahren, um die Zeit des Erlassjahres, am Hüttenfest, 11. Wenn ganz Israel kommt, vor dem Herrn deinem Gotte zu erscheinen, an dem Orte, den er erwählen wird, sollst du diese Lehre vorlesen in Gegenwart von ganz Israel.
12. Versammle das Volk, die Männer und die Frauen und die Kinder und den Fremdling, der in deinen Städten, auf dass sie hören und auch dass sie lernen und fürchten den Herrn, euern Gott, und beobachten all die Worte dieser Lehre auszuüben.
13. Auch ihre Kinder, die noch keine Einsicht haben, sollen hören und lernen, zu fürchten den Herrn, euern Gott, all die Tage, die ihr lebet auf dem Boden, dahin ihr über den Jordan gehet, ihn einzunehmen.
14. Der Herr sprach zu Mose: Deine Tage nahen dem Tode; rufe Josua und stellet euch in das Stiftszelt, dass ich ihm Befehl erteile. Mose und Josua gingen und stellten sich in das Stiftszelt.
15. Der Herr erschien im Zelte in der Wolkensäule, und die Wolkensäule stand an dem Eingang des Zeltes.
16. Der Herr sprach zu Mose: Du wirst bei deinen Vätern liegen, dann wird aufstehen das Volk und nachbuhlen den Göttern der Fremden im Lande, dahin es kommt, und wird mich verlassen und brechen meinen Bund, den ich mit ihm geschlossen.
17. Dann wird erglühen mein Zorn über dasselbe an jenem Tage, und ich werde sie verlassen und mein Antlitz vor ihnen verbergen, und es wird aufgerieben werden, denn viele Leiden und Not werden es treffen, dass es sprechen wird an jenem Tage: Ist es nicht darum, weil mein Gott nicht in meiner Mitte, dass diese Leiden mich trafen?
18. Ich aber werde mein Antlitz verbergen an jenem Tage ob all dem Bösen, das es verübt, weil es sich zu fremden Göttern hingewandt.
19. Und nun denn schreibt euch diesen Gesang auf und lehre ihn die Kinder Israel, leg ihn ihnen in den Mund, auf dass mir dieser Gesang zum Zeugen sei gegen die Kinder Israel.
20. Wenn ich es bringe nach dem Lande, das ich seinen Vätern zugeschworen, das von Milch und Honig fließt, und es isst und wird satt und fett, und wendet sich zu fremden Göttern, ihnen zu dienen, und verwirft mich, und bricht meinen Bund: 21. Wenn es viele Leiden und Not ereilt, so soll dieser Gesang ihm ins Angesicht sprechen als Zeuge — denn er wird nicht vergessen werden aus dem Munde seiner Nachkommen — denn ich kenne seinen Sinn, was es ausbildet, bevor ich ihn in das Land gebracht, das ich ihm zugeschworen.
22. Mose schrieb diesen Gesang auf an jenem Tage und lehrte ihn die Kinder Israel; 23. Er gebot dem Josua, Sohn Nuns, und sprach: Sei stark und fest; denn du wirst die Kinder Israel in das Landbringen, das ich ihnen zugeschworen, und ich, [spricht der Herr], werde mit dir sein.
24. Als Mose die Worte dieser Lehre auf ein Buch bis zu ihrem Schlusse zu Ende geschrieben hatte, 25. Da gebot Mose den Leviten, den Trägern der Bundeslade des Herrn, also: 26. Nehmet dies Buch der Lehre und leget es zur Seite der Bundeslade des Herrn, eures Gottes, und es bleibe daselbst als Zeuge; 27. Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und deine Hartnäckigkeit. Jetzt, so ich noch lebend unter euch bin, wart ihr widerspenstig gegen den Herrn, euren Gott; wie viel mehr nach meinem Tode?
28. Versammelt mir also die Ältesten eurer Stämme und eure Beamten, dass ich vor ihnen diese Worte rede und zu Zeugen nehme den Himmel und die Erde.
29. Denn ich weiß, ihr werdet nach meinem Tode ausarten und weichen von dem Wege, den ich euch geboten; so wird euch das Unglück treffen in der Folge der Tage; wenn ihr das Böse in den Augen des Herrn tut, ihn zu kränken durch das Thun eurer Hände.
30. Mose sprach vor der ganzen Versammlung Israels die Worte dieses Gesanges bis zum Schluss:

Kapitel 32

1. Horche auf, o Himmel, denn ich will reden; es höre die Erde die Worte meines Mundes.
2. Es wird träufeln wie Regen meine Lehre, fließen wie Tau meine Rede, wie Regenschauer auf das Grün, und wie Regengusse auf das Gras.
3. Denn den Namen des Herrn ruf‘ ich an: Gebet unserm Gott die Ehre!
4. Der Hort, untadlig ist sein Werk: all seine Wege sind recht; ein Gott der Treue, sondern Trug, gerecht und gerad ist er.
5. Nicht sein ist das Verderben — seiner Kinder Sündenmakel; ein Geschlecht, krumm und tückevoll.
6. Wie? dem Herrn vergeltet ihr also? unwürdiges, törichtes Volk! Ist er doch dein Vater, der dich sich geeignet; er hat dich geschaffen und eingerichtet.
7. Gedenke der Tage der Urzeit, beobachte die Jahre vergangener Geschlechter, frage deinen Vater, dass er dir künde, deine Alten, dass sie dir ansagen: 8. Da der Höchste den Völkern Besitz gab, da er abteilte die Menschensöhne [in Völker und Stämme], stellt er fest die Grenzen der Stämme nach Anzahl der Kinder Israel.
9. Denn des Herrn Teil ist sein Volk, Jakob das Los seines Besitzes.
10. Er fand es im Lande der Öde, in dem Grausen des Geheuls der Wüste. Er umgab es rings, hatte Acht darauf, beschützte es wie seinen Augapfel.
11. Wie ein Adler über sein Nest wacht, über seinen Jungen flattert; er spannt seine Fittiche, ergreift es, trägt es auf seinen Schwingen.
12. Der Herr führte [Israel] abgesondert, und mit ihm kein fremder Gott.
13. Er ließ es ersteigen die Höhen der Erde, dass es die Früchte des Gefildes aß; ließ es Honig aus dem Gestein saugen und Öl aus Kieseln des Felsen; 14. Rahm der Rinder und Milch der Schafe mit dem Fette der Mastlämmer und der Widder aus dem Baschan, und der Böcke samt des Weizens Nierenfett, und der Traube Blut trankst du, Rotwein.
15. Da ward Jeschurun [Israel] feist und schlug aus; — du wurdest feist, stark, beleibt, da verließ es den Gott, der es geschaffen, und erniedrigte den Felsen seines Heils.
16. Sie ereiferten ihn durch [Anbetung] fremder [Götter), durch Gräuel kränkten sie ihn.
17. Sie opferten den Geistern, Ungöttern, — Mächten, die sie nie gekannt, Neulingen, vor Kurzem angekommen, vor denen euren Vätern nicht gegraut.
18. Den Hort, der dich ins Dasein gerufen, versäumtest du, vergaßest Gott, der dich geschaffen.
19. Der Herr sah dies und zürnte, gekränkt durch seine Söhne und Töchter.
20. Er sprach: Verbergen will ich mein Antlitz vor ihnen, will sehen, was ihr Ende wird; denn ein verkehrtes Geschlecht sind sie, Kinder ohne Treue.
21. Sie haben mich ereifert durch [Anbetung von] Ungöttern, mich gekränkt durch ihren Tand [Götzen]; so will ich sie ereifern durch ein Unvolk, durch ein nichtswürdiges Volk sie kränken.
22. Wie ein Feuer lodert mein Grimm und brennt bis zur Gruft der Unterwelt, und verzehrt die Erde und ihr Gewächs, und entzündet die Grundfesten der Berge.
23. Ausschütten will ich über sie das Unglück, meine Pfeile gegen sie verbrauchen.
25. Ausgezehrt von Hunger und hingerafft von Fieber; giftige Pest und den Zahn des Gewildes lasse ich los gegen sie, samt dem Grimme der im Staube schleichenden [Schlangen].
25. Von außen reibe das Schwert sie auf und in den Gemächern die Angst, den Jüngling wie die Jungfrau, den Säugling mit dem greisen Manne.
26. Eigentlich nahm ich mir vor: Ein Ende mit ihnen! austilgen will ich aus den Menschen ihr Gedächtnis.
27. Wenn ich nicht die Kränkung von dem Feinde scheute, dass ihre Bedränger es nicht misskennen, dass sie nicht sprechen: Unsere Hand ist mächtig, und nicht der Herr hat dies alles gewirkt.
28. Denn ein Volk ohne klugen Sinn sind sie, und keine Einsicht ist in ihnen.
29. Denn wenn sie weise wären, dies verständen, ihr Ende bedächten — 30. [Da würden sie fragen:] Wie kann Einer verfolgen Tausend und Zwei in die Flucht treiben Myriaden? wäre es nicht, dass ihr Hort sie verkauft und der Herr sie ausgeliefert?
31. Denn nicht wie unser Hort ist ihr Hort, unsere Feinde selbst müssen dies anerkennen.
32. Denn vom Weinstocke Sodoms ist ihr Weinstock und von den Fluren Gomorrhas; ihre Beeren Wermutbeeren, bittere Trauben sind die ihren.
33. Gift der Drachen ist ihr Wein und Galle grausamer Ottern.
34. Aufbewahrt ist dies bei mir, versiegelt in meinen Schätzen, [die Feinde zu strafen].
35. Von mir ist Rache und Vergeltung, zur Zeit, da ihr Fuß wankt; denn nahe ist der Tag ihres Sturzes und herbeieilt ihre [böse] Zukunft, 36. Wenn der Herr seines Volks sich annimmt und über seine Knechte sich erbarmt; wenn er sieht, dass die Macht geschwunden und dahin ist Bewahrtes und Befestigtes, 37. Und [der Feind] wird sprechen: Wo sind ihre Götter? der Hort, bei dem sie sich bargen?
38. Welche ihrer Opfer Fett aßen, tranken den Wein ihrer Spende, dass sie nun aufstehen und euch helfen, euch ein Schutz zu sein.
39. Sehet jetzt, dass ich, ich es bin, und kein Gott mit mir; ich töte und belebe, verwunde und heile, und niemand rettet aus meiner Hand.
40. Denn zu dem Himmel heb’ ich auf meine Hand, und spreche: Ewig lebe ich! 41. Wenn ich geschärft den Blitz meines Schwertes und meine Hand das Gericht erfasst — Rache nehme ich an meinen Feinden und meinen Hassern vergelte ich.
42. Ich berausche meine Pfeile vom Blute und mein Schwert frisst Fleisch, vom Blute Erschlagener und Gefangener, vom zerschmetterten Haupte des Feindes.
43. Preiset jauchzend, Nationen, sein Volk; denn das Blut seiner Knechte rächt er, Rache nimmt er an seinen Feinden, und er versöhnt sein Volk und seinen Boden.
44. Mose ging und redete all die Worte dieses Gesanges vor dem Volke, er und Josua Sohn Nuns.
45. Als Mose fertig war mit dem Vortrage all dieser Worte an ganz Israel, 46. Da sprach er zu ihnen: Richtet euer Herz auf all die Worte, durch die ich heute Zeugnis ablege vor euch, dass ihr sie auftraget euren Kindern, zu beobachten und auszuüben all diese Worte dieser Lehre;
47. Denn es ist euch kein leeres Wort, sondern es ist euer Leben, und dadurch werdet ihr lange leben auf dem Boden, dahin ihr über den Jordan ziehet, ihn einzunehmen.
48. Der Herr sprach zu Mose an eben demselben Tage also: 49. Gehe hinauf auf diesen Grenzberg, den Berg Nebo, der im Lande Moab vor Jericho, und siehe von dort das Land Kanaan, das ich den Kindern Israel zum Eigentum gebe.
50. Und stirb auf dem Berge, dahin du hinaufgehest, und werde gesammelt zu deinen Stämmen, wie dein Bruder Aaron gestorben auf dem Berge Hor und gesammelt wurde zu seinen Stämmen; 51. Weil ihr untreu gehandelt an mir unter den Kindern Israel an dem Haderwasser zu Kades in der Wüste Zin, weil ihr mich nicht geheiligt unter den Kindern Israel.
52. Nur von ferne wirst du das Land schauen, aber nicht dorthin kommen in das Land, das ich den Kindern Israel gebe.

Kapitel 33

Der Segen Moses.
Der Segen Moses enthält, gleich dem Segen Jakobs im 49. Kapitel des 1. Buches, eine Prophezeiung für die späteren Tage der israelitischen Stämme, nachdem sie das Land Palästina erobert haben werden. Die Zeitepoche, auf die diese Weissagung galt, ist eine spätere und auch viel glücklichere, als jene, welche der Jakobsegen zur Voraussetzung hat. Vers 2—5 enthalten eine allgemetne Schilderung der religlösen und politischen Verhältnisse in Israel, zur Zeit, als das Einheitsbestreben der Stämme bereits der Verwirklichung nahe war. Vers 6 spricht den Wunsch aus, dass der Stamm Ruben, der im Ostjordanlande eine vielen Gefahren ausgesetzte Stellung einnahm, sich behaupte. Des Stammes Simeon, der in der Folge seine Selbständigkeit eingebüßt hat und im Stamme Jehuda aufgegangen ist, wird nicht mehr erwähnt. Vers 7 enthält ein Gebet für den Stamm Jehuda, der sich damals anschickte, in Südpalästina die Vormacht zu bilden. Ausführlich wird Vers 8—11 vom Stamm Levi gesprochen, der in jener Zeit bereits sein priesterliches Amt in Israel innehatte. Vers 8 und 9 sind Anspielungen auf Aaron (vergl. 4. Buch Moses 20, 12—13) und auf das Verhalten der Leviten anläßlich der Anfertigung des goldenen Kalbes (vergl. 2. Buch Mose 23, 26—27). Vers 10 spricht von dem Stamm Benjamin, der in jener Zeit bereits Jehuda untergeordnet war. Vers 13—17 ist dem Stamme Efraim gewidmet, der in Nord= und Mittelpalästina eine mächtige Stellung einnahm. Vers 18—25 enthalten eine Schilderung der anderen Stämme, während Vers 26—29 wiederum dem gesamten Israel gewidmet sind.
1. Dies ist der Segen, mit dem Mose, der Mann Gottes, die Kinder Israel vor seinem Tode gesegnet.
2. Er sprach: Der Herr kam von Sinaj, er strahlte von Sëir und erschien vom Berge Paran, kommend vom heiligen Gebirge; in seiner Rechten das heilige Gesetz [das Feuergesetz].
3. Er schätzte [barg bei sich] alle Stämme [Israels], alle seine Heiligen waren in deiner Hand; sie saßen zu deinen Füßen und empfingen deine Gebote.
4. Die Lehre, die uns Mose übergab, sie ist das Erbe der Gemeinde Jakob.
5. In Jeschurun [Israel] ward ein König [die nationale Einheit], als sich die Häupter des Volkes versammelten und sich zusammentaten die Stämme Israels. 6. [Der Stamm] Ruben möge leben und seine Mannen mögen [für sich] gezählt werden, [jenseits des Jordan erhalten bleiben].
7. Dies sprach er über Jehuda: Höre, Herr, auf die Stimme Jehudas, geleite ihn zurück vom Krieg zu seinem Volke; er verteidigt sich mit seinen Händen [mit eigener Kraft], sei ihm auch du Hilfe gegen seine Bedränger.
8. Über [den Stamm] Levi sprach er: Deine Urim und Tummim die [priesterlichen Abzeichen] gebühren dem Frommen, den du in Massa geprüft und am Haderwasser gestraft hast; 9. Der aber [anlässlich des goldenen Kalbes] gesprochen hat zu Vater und Mutter, ich sah sie nicht, der seine Brüder nicht erkannte und von seinen eigenen Kindern nichts wissen wollte [sie vielmehr unerbittlich bestrafte], weil sie dein Wort wahrten und deinen Bund hüteten.
10. Sie lehren deine Rechte Jakob und deine Lehre Israel; sie legen Räucherwerk vor dich [im Heiligtum] und Opfer auf deinen Altar.
11. Segne, o Herr, seine Kraft und sein Thun lass dir wohlgefällig sein; zerschmettere die Lenden seiner Feinde, dass seine Hasser nimmer aufstehen.
12. Über Benjamin sprach er: Der Liebling des Herrn ist er, er wohnt sicher bei ihm [bei Jehuda, mit dem er politisch vereint war]; [Jehuda] beschützt ihn immer, da er an seiner Grenze wohnt.
13. Über Josef sprach er: Gesegnet vom Herrn ist sein Land, mit köstlicher Frucht vom Himmelstau gereift und von den Gewässern des Abgrundes des [Meeres] unten.
14. Mit köstlichen Früchten der Sonnen [Jahresfrüchte] und köstlichen Früchten der Monate [die zu bestimmten Zeiten gedeihen].
15. [Früchte gereift] auf uralten Bergen, köstliche Früchte auf ewigen Hügeln.
16. Köstliche Früchte dem Schoß der Erde entsprossen, nach der Gnade dessen, der am Sinaj erschien. [Alle diese Segen] kommen auf das Haupt Josefs, auf den Scheitel des unter den Brüdern Gekrönten [der die Vormacht in Israel haben wird].
17. Ein majestätischer erstgeborener Stier! Seine Hörner gleichen denen Rëems, mit diesen stößt er die Völker allesamt, bis an die äußersten Grenzen des Landes; das sind die Myriaden Efraims und die Tausende Manasses.
18. Über Sebulun sprach er: Freue dich, Sebulun, bei deinem Auszuge [in den Krieg], du, Issachar, aber in deinen Zelten [bei dem regen Gewerbefleiß dieses Stammes].
19. Völker kommen auf deinem Berge zusammen, wo sie fromme Opfer darbringen; den Reichtum der Völker saugen sie auf und die Schätze des Sandes [die Erze].
20. Über Gad sprach er: Gepriesen [der Herr], der Gads Grenze erweitert! Er lagert wie ein Leu und reißt Arm samt Scheitel [den Feinden] ab.
21. Er sah sich zuerst [seinen Besitz] aus; denn dort [jenseits des Jordan] ist der [sterbliche] Teil des Gesetzgebers [Mose] aufbewahrt; dorthin kommen die Häupter des Volkes, denn Gerechtigkeit des Herrn und seine Rechte übte er an Israel.
22. Über Dan sprach er: Dan gleicht einem jungen Leu, der vom Baschan hervorstürzt.
23. Über Naftali sprach er: Naftali ist gesättigt durch die [göttliche] Gnade, voll des göttlichen Segens, nach Westen und Süden [dehnt sich] sein Erbe.
24. Über Asser sprach er: Gesegnet unter den Stämmen ist Asser, der Bevorzugte unter seinen Brüdern, er taucht in Öl seine Füße.
25. Eisen und Kupfer birgt dein Land, deine Ruhe währt immerdar.
26. Keiner gleicht Gott, Jeschurun! Der, welcher auf dem Himmel und über den Wolken in seiner Erhabenheit thront, hilft dir.
27. Der ewige Gott, der die Grundfesten der Erde stützt, ist dein Schutz; er vertreibt deine Feinde vor dir, er hat beschlossen, sie zu vertilgen.
28. Israel wohnt sicher, abgesondert der Quell Jakob, in einem Lande von Korn und Most, dessen Himmel Tau träufelt.
29. Heil dir, Israel! Wer gleicht dir, du, mit Gott siegend, er ist der Schild deines Heils, dein siegreiches Schwert; deine Feinde werden dir schmeicheln und du wirst auf ihren Höhen einherschreiten.

Kapitel 34

1. Mose stieg hinauf von den Steppen Moab auf den Berg Nebo, die Spitze der Pisga, welche vor Jericho, und der Herr ließ ihn sehen das ganze Land, vom Gilead bis Dan.
2. Und ganz Naftali, und das Land Efraim und Manasse und das ganze Land Jehuda, bis zum äußersten [mittelländischen] Meere; 3. Und den Süden und den Umkreis, das Tal Jericho, die Palmenstadt, bis Zoar.
4. Der Herr sprach zu ihm: Dies ist das Land, das ich zugeschworen Abraham, Isak und Jakob, sprechend: Deinen Nachkommen will ich es geben; ich habe es dich sehen lassen mit deinen Augen, aber hinübergehen sollst du nicht.
5. Also starb daselbst Mose, der Knecht des Herrn, im Lande Moab, auf Befehl des Herrn.
6. Man begrub ihn im Tale im Lande Moab, gegenüber Bet-Peor, und niemand kennt seine Grabstätte bis auf diesen Tag.
7. Mose war hundert und zwanzig Jahre alt, da er starb; sein Auge war nicht getrübt und seine Säfte nicht geschwunden.
8. Die Kinder Israel beweinten Mose in den Steppen Moab dreißig Tage, bis vorbei waren die Tage der Trauer um Mose.
9. Josua Sohn Nuns war nun erfüllt mit dem Geiste der Weisheit, denn Mose hatte seine Hände ihm aufgelegt; es gehorchten ihm die Kinder Israel und taten so, wie der Herr dem Mose geboten.
10. Seitdem stand kein Prophet in Israel auf wie Mose, den der Herr erkannt Angesicht zu Angesicht: 11. Nach allen Zeichen und Wundern, die ihn der Herr gesandt auszuführen im Lande Ägypten, an Pharao und an allen seinen Dienern und an seinem ganzen Lande; 12. Und nach aller starken Macht und nach allem Großen und Furchtbaren, das Mose ausgeführt vor den Augen des ganzen Israel.

  • Die Übersetzung stammt von Rabbiner Simon Bernfeld und wurde geringfügig an den heutigen Sprachgebrauch angepasst.

    CC0

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