Esra – Das Buch Esra

Das Buch Esra in der (angepassten) Übertragung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld.

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Kapitel 1

Die Heimkehr nach Palästina.
1. Im ersten Regierungsjahre des Cyrus, Königs von Persien — damit in Erfüllung gehen sollte die Verheißung des Herrn durch Jeremia — erweckte der Herr den Geist Cyrus, Königs von Persien, der in seinem Reiche ausrufen und auch schriftlich kundgeben ließ.
2. So befahl Cyrus, König von Persien: Alle Reiche der Erde gab mir der Herr, der Gott des Himmels, und er hat mir aufgetragen, ihm ein Haus bauen zu lassen zu Jerusalem in Judäa.
3. Wer unter euch von seinem Volke, [der dazu Neigung hat], mit ihm möge sein Gott sein, dass er nach Jerusalem in Judäa ziehe, zu erbauen das Haus des Herrn, des Gottes Israel, das ist der Gott von Jerusalem.
4. Jeden, der [von diesem Volke] zurückbleiben will, in allen Städten, wo er auch weilen mag, sollen seine Ortsgenossen unterstützen mit Silber, Gold und allerlei Gut und auch mit Tieren, mitsamt einer Gabe für das Gotteshaus in Jerusalem.
5. Da machten sich auf die Familienhäupter von Jehuda und Benjamin, auch die Priester und Leviten, alle, deren Geist Gott erwecket hatte, um nach Jerusalem zu ziehen, das Haus des Herrn zu bauen.
6. Und alle in ihrer Umgebung unterstützten sie mit silbernen Geräten, mit Gold und Habe und Tieren und Kostbarkeiten — überhaupt, dass jeder etwas spendete.
7. Der König Cyrus gab die Geräte des Hauses des Herrn heraus, welche Nebukadnezar aus Jerusalem weggeführt und in das Haus seiner Götter getan hatte.
8. Die gab Cyrus, König von Persien durch den Schutzverwalter Mitredat und er zählte sie zu dem Sesbazzar, Landpfleger von Jehuda.
9. Dies war ihre Zahl: Dreißig goldene Becher, tausend silberne Becken, neunundneunzig Schlachtmesser;
10. Dreißig goldene Becher, vierhundertundzehn silberne Becher zweiten Ranges, tausend andere Geräte.
11. Alle Geräte von Gold und Silber waren zusammen fünftausendundvierhundert; dies alles brachte Sesbazzar mit, als die Exilanten von Babel nach Jerusalem zogen.

Kapitel 2

1. Das sind die Angehörigen der Landschaft, die jetzt vom Exil heimkehrten welche Nebukadnezar in die Gefangenschaft nach Babel geführt hatte. Sie kehrten heim nach Jerusalem oder die anderen Städte in Judäa.
2. Die angekommen sind mit Serubabel, Josua, Nehemja, Seraja, Rëelaja, Mardechai, Bilsan, Mispar, Bigwai, Rehum, Banaa. Die Anzahl der Männer des Volkes Israel:
3. Die Söhne Paros, zweitausendeinhundertzweiundsiebzig.
4. Die Söhne Sefatja, dreihundertzweiundsiebzig.
5. Die Söhne Arah, siebenhundertfünfundsiebzig.
6. Die Söhne Pahat Moab, von den Söhnen Josua Joab, zweitausendachthundertundzwölf.
7. Die Söhne Elam, tausendzweihundertvierundfünfzig.
8. Die Söhne Sattu, neunhundertfünfundvierzig.
9. Die Söhne Sakkai, siebenhundertundsechzig.
10. Die Söhne Bani, sechshundertzweiundvierzig.
11. Die Söhne Bebai, sechshundertdreiundzwanzig.
12. Die Söhne Asgad, tausendzweihundertzweiundzwanzig.
13. Die Söhne Adonikam, sechshundert sechsundsechzig.
14. Die Söhne Bigwai, zweitausend sechsundfünfzig.
15. Die Sohne Adin, vierhundertvierundfünfzig.
16. Die Söhne Ater von Hiskija, achtundneunzig.
17. Die Söhne Bezai dreihundertundzwanzig.
18. Die Söhne Jora, hundertundzwölf.
19. Die Söhne Hasum, zweihundertdreiundzwanzig.
20. Die Söhne Gibbar, fünfundneunzig.
21. Die aus Betlehem, hundertdreiundzwanzig.
22. Die aus Netofa, sechsundfünfzig,
23. Die aus Anatot, hundertachtundzwanzig.
24. Die aus Asmavet, zweiundvierzig.
25. Die aus Kirjat-Arim, Kefira und Beerot, siebenhundertunddreiundvierzig.
26. Die aus Rama und Geba, sechshunderteinundzwanzig.
27. Die aus Michmas, hundertzweiundzwanzig.
28. Die aus Bet-El und Ai, zweihundertdreiundzwanzig.
29. Die aus Nebo, zweiundfünfzig.
30. Die aus Magbis, hundertsechsund fünfzig.
31. Die aus dem andern Elam, tausend- zweihundertvierundfünzig.
32. Die aus Harim, dreihundertundzwanzig.
33. Die aus Lod, Hadid und Ono, siebenhundertfünfundzwanzig.
34. Die aus Jericho, dreihundertfünfundvierzig.
35. Die aus Senaa, dreitausendsechshundertunddreißig.
36. Priester; die Söhne Jedajas aus dem Hause Jesua, neunhundertdreiundsiebzig.
37. Die Söhne Immer, tausendundzweiundfünfzig.
38. Die Sohne Pashur, tausendzweihundersiebenundvierzig.
39. Die Söhne Harim, tausendundsiebzehn.
40. Leviten: die Söhne Jesua und Kadmiel von den Söhnen Hodawjas, vierundsiebzig
41. Sänger: die Söhne Aßaf, hundertachtundzwanzig.
42. Pförtner; die Söhne Sallum, die Söhne Ater, die Söhne Talmon, die Söhne Akkub, die Söhne Hatita, die Söhne Sobai, insgesamt: Hundertneununddreißig.
43. Tempeldiener1Die sogenannten „Netinim“, vergl. Josua 9, 7 ff. und II. Samuel 21, 2 ff.: die Söhne Ziha, die Söhne Haßufa, die Söhne Tabbaot,
44. Die Söhne Keros, die Söhne Siaha, die Söhne Padon,
45. Die Söhne Lebana, die Söhne Hagaba, die Söhne Akkub,
46. Die Söhne Hagab, die Söhne Salmai, die Söhne Hanan,
47. Die Söhne Giddel, die Söhne Gahar, die Söhne Reaja,
48. Die Söhne Rezin, die Söhne Nekoda, die Söhne Gasam,
49. Die Söhne Usa, die Söhne Paßeah, die Söhne Beßai,
50. Die Söhne Asna, die Mëuniter und Nefusiter,
51. Die Söhne Bakbuk, die Söhne Hakufa, die Söhne Harhur,
52. Die Söhne Bazlut, die Söhne Mehida, die Söhne Harsa,
53. Die Söhne Barkos, die Söhne Sisra, die Söhne Tamah,
54. Die Söhne Neziah, die Söhne Hatifa.
55. Die Abkömmlinge der Sklaven Salomos: die Söhne Sotai, die Söhne Hassoferet, die Söhne Peruda,
56. Die Söhne Jaala, die Söhne Darkon, die Söhne Giddel,
57. Die Söhne Sefatja, die Söhne Hattil, die Sohne Pocheret Hazebajim, die Söhne Ami.
58. Alle Tempeldiener und die Abkömmlinge der Sklaven Salomos: dreihundertzweiundneunzig. —
59. Diese sind es, welche kamen aus Tel-Melah, Tel-Harsa, Eherub, Addan, Immer; aber sie konnten nicht ihr Stammhaus und ihre Abkunft angeben, dass sie von Israeliten abstammen:
60. Die Söhne Delaja, die Söhne Tobija, die Söhne Nekoda, sechshundertzweiundfünfzig.
61. Ferner unter den Priestern: Die Söhne Habaja, die Söhne Hakkoz, die Söhne Barsillai; letzterer hat ein Weib genommen von den Töchtern des Gileaditen Barsillai, und wurde nach ihrem Namen benannt.
62. Diese suchten nämlich die Schrift ihres Geschlechtsnachweises; sie wurde aber nicht gefunden, daher wurden sie ausgestoßen aus dem Priestertum.
63. Der Tirsata [der königliche Landpfleger, damals Serubabel] ordnete an, dass sie nicht essen durften von dem Hochheiligen, bis vorstehen wird ein Priester den Urim und Tummim, [um ihre priesterliche Abstammung zu bezeugen].
64. Die ganze Versammlung zusammen waren zweiundvierzigtausenddreihundertsechzig Männer.
65. Dazu ihre Knechte und ihre Mägde; diese waren siebentausenddreihundertsiebenunddreißig. Auch hatten sie Sänger und Sängerinnen zweihundert.
66. Rosse hatten sie siebenhundertsechsunddreißig, Maultiere zweihundertfünfundvierzig:
67. Kamele vierhundertfünfunddreißig, Esel sechstausendsiebenhundertundzwanzig.
68. Von den Familienhäuptern gaben manche, als sie an das Haus des Herrn kamen, das in Jerusalem war, Spenden für das Gotteshaus, um es wieder aufzurichten auf seiner früheren Stätte.
69. Nach ihren Kräften gaben sie in den Schatz für das Werk an Gold einundsechzigtausend Dariken, und an Silber fünftausend Manen und hundert Priesterröcke.
70. Also siedelten sich die Priester und die Leviten und manche vom Volke und die Sänger und die Pförtner und die Tempeldiener in ihren Städten an, und ganz Israel in seinen Städten.

Kapitel 3

Der Tempel.
1. So kam der siebente Monat heran — die Kinder Israel waren bereits in den Städten — als sich das Volk versammelte wie Ein Mann nach Jerusalem.
2. Da stand auf Jesua, Sohn Jozadak, und seine Brüder, die Priester, und Serubabel, Sohn Sealtiël’s, und seine Brüder, und sie erbauten den Altar des Gottes Israels, um Opfer darauf zu opfern, wie geschrieben ist in der Lehre Moses, des Mannes Gottes.
3. Sie errichteten den Altar auf seinem Gestell, unter Furcht vor den Völkern der Länder, und sie opferten auf ihm Ganzopfer dem Herrn, Morgen- und Abendopfer.
4. Sie feierten das Hüttenfest, wie vorgeschrieben ist, und das tägliche Opfer nach der Zahl, nach Vorschrift, die Gebühr eines jeden Tages an seinem Tage.
5. Dann das beständige Opfer und die der Neumonde und aller geheiligten Feste des Herrn, und eines jeden, der eine freiwillige Gabe dem Herrn brachte.
6. Vom ersten Tage des siebenten Monats fingen sie an dem Herrn zu opfern, obwohl der Tempel des Herrn noch nicht errichtet war.
7. Und sie gaben Geld den Steinhauern und den Zimmerleuten, und Speise und Trank und Oel den Zidoniern und den Tyrern, dass sie Zedernbäume vom Libanon brachten zum Meere von Jafo, gemäß der Vollmacht Cyrus, des Königs von Persien.
8. Im zweiten Jahre ihrer Ankunft zum Gotteshause in Jerusalem, im zweiten Monate, begannen Serubabel, Sohn Sealtiël’s, und Jesua, Sohn Jozadak’s, und ihre übrigen Brüder, die Priester und die Leviten, und alle, die aus der Gefangenschaft nach Jerusalem gekommen, anzustellen die Leviten [im Alter] vom zwanzigsten Jahre und darüber, dass sie vorstehen dem Werk am Hause des Herrn.
9. Es traten Jesua und seine Söhne und seine Brüder, Kadmiel und seine Söhne, die Söhne Jehuda, wie Ein Mann auf, vorzustehen den Arbeitern im Gotteshause; ferner die Söhne Henadad, ihre Söhne und ihre Brüder, die Leviten.
10. Die Bauleute gründeten den Tempel des Herrn, dann stellten sich auf die Priester in ihrer Kleidung mit Trompeten, und die Leviten, die Söhne Aßafs, mit Zimbeln, zu preisen den Herrn in der Weise Davids, Königs von Israel.
11. Sie stimmten einen Lobgesang an und Danklieder dem Herrn: Dass er gütig ist, denn ewiglich währt seine Huld über Israel! Das ganze Volk erhob ein großes Freudengeschrei bei dem Lobgesang für den Herrn, als das Haus des Herrn gegründet wurde.
12. Viele aber von den greisen Priestern und den Leviten und den Familienhäuptern, die noch das erste Haus gesehen hatten, weinten mit lauter Stimme, als zu diesem Hause vor ihren Augen der Grund gelegt wurde, während viele im Jauchzen der Freude die Stimme erhoben.
13. Das Volk konnte nicht heraushören die Stimme des Jauchzens der Freude vor der Stimme des Weinens der Masse, obwohl das Volk ein großes Freudengeschrei erhob, und das Geschrei wurde gehört bis in die weite Ferne.

Kapitel 4

Die Störung.
1. Als die Feinde Jehudas und Benjamins hörten, dass die Söhne des Exils einen Tempel bauen dem Herrn, dem Gotte Israels:
2. Da traten sie hin zu Serubabel und zu den Familienhäuptern, und sprachen zu ihnen: Wir wollen mit euch bauen, denn wie ihr wollen wir euern Gott suchen; denn nur ihm opfern wir seit den Tagen Eßar Haddan’s, des Königs von Assyrien, der uns hierhergebracht hat.
3. Da antworteten ihnen Serubabel und Jesua und die übrigen Familienhäupter Israels: Es kommt euch nicht zu, mit uns ein Haus zu bauen unserm Gotte, sondern wir allein wollen es bauen dem Herrn, dem Gotte Israels, wie uns gestattet Cyrus, König von Persien.
4. Das Volk des Landes entmutigte deshalb die Judäer und schreckte sie ab vom Bau.
5. Sie dingten wider sie Ratgeber, um zu stören ihr Vorhaben all die Tage des Cyrus, Königs von Persten, und bis zur Regierung Darius, Königs von Persien.
6. Unter der Regierung des Ahasveros, im Anfange seiner Regierung, schrieben sie eine Anklage wider die Bewohner Judäas und Jerusalems.
7. Und in den Tagen des Artahsasat schrieb Bislam, Mitredat, Tobel und seine übrigen Genossen an Artahsasts, König von Persien; der Brief war aramäisch geschrieben oder aramäisch verdolmetscht.
8. Rehum, der Rat, und Simsai, der Schreiber, schrieben einen Brief wider Jerusalem an den König Artahsast wie folgt:
9. Da waren Rehum, der Rat, und Simsai, der Schreiber, und ihre übrigen Genossen, aus Din und Afarsat, Tarpal, Afaras, Erech, Babel, Susan, Deha, Elam,
10. Die übrigen Völker, welche weggeführt Osnappar, der große und herrliche, und sie in die Stadt Samarien und in das übrige Jenseits des Stromes einsetzte, und so weiter.
11. Dies ist die Abschrift des Briefes, welchen sie ihm, dem Könige Artahsast, sandten: Deine Knechte, die Männer jenseits des Stromes, und so weiter.
12. Es sei kund getan dem König, dass die Judäer, die von dir weggezogen, bei uns angelangt sind in Jerusalem, sie bauen die aufrührerische und böse Stadt und vollenden die Mauern und verbinden die Grundfesten.
13. So möge nun der König wissen, dass wenn diese Stadt erbauet und die Mauern vollendet sein werden, sie Steuer, Schoß und Wegegeld nicht mehr geben werden, und die königlichen Einkünfte dadurch Schaden leiden.
14. Weil wir nun das Salz des Palastes essen und die Schmach des Königs nicht mit ansehen können, deswegen senden wir und tun es kund dem König;
15. Dass man nachsuchen möge im Buche der Denkwürdigkeiten deiner Väter, du wirst im Buche der Denkwürdigkeiten finden und dann erkennen, dass diese Stadt eine aufrührerische Stadt ist, die immer Schaden bereitet hat den Königen und den Ländern; Empörung wurde in ihr gestiftet seit den Tagen der Vorzeit, weswegen diese Stadt zerstört worden ist.
16. Wir tun kund dem König, dass wenn diese Stadt erbauet und deren Mauern vollendet werden, du dann kein Teil mehr jenseits des Stromes hast.
17. Darauf sandte der König einen Erlaß an Rehum, den Rat, und Simsai, den Schreiber, und ihre übrigen Genossen, welche in Schomron wohnten, und an die übrigen jenseits des Stromes: Frieden, und so weiter.
18. Der Brief, den ihr uns gesandt, ist mir deutlich vorgelesen worden.
19. Von mir ist ein Befehl ergangen, und man suchte nach und fand, dass diese Stadt seit den Tagen der Vorzeit sich gegen die Herrscher erhoben, und Aufruhr und Empörung in ihr gestiftet wurde.
20. Mächtige Könige waren über Jerusalem, die herrschten über das ganze Jenseit des Stromes, und Steuer, Schoß und Weggeld wurde ihnen gegeben.
21. Nun ordnet an, jenen Männern zu wehren; diese Stadt soll nicht erbauet werden, bis von mir die Erlaubnis ergeht.
22. Nehmet euch in Acht, einen Fehler hierin zu begehen, damit nicht der Schaden zum Nachteil der Könige wachse.
23. Sobald hierauf die Abschrift des Briefes von dem Könige Artahsast vorgelesen wurde dem Rehum und Simsai, dem Schreiber, und ihren Genossen, gingen sie in Eile nach Jerusalem wider die Judäer, und störten sie [im Bau] mit Gewalt und Macht.
24. Also wurde gestört die Arbeit am Gotteshause zu Jerusalem, sie unterblieb bis zum zweiten Jahre der Regierung Darius, Königs von Persien.

Kapitel 5

Neue Hoffnungen.
1. Damals weissagten die Propheten Haggai und Sacharja, Sohn Iddo den Judäern in Judäa und Jerusalem im Namen des Gottes Israel.
2. Auch standen auf Serubabel, Sohn Sealtiel’s, und Jesua, Sohn Jozadak’s, und fingen an zu bauen das Gotteshaus zu Jerusalem, die Propheten Gottes unterstützten sie darin.
3. Zu jener Zeit kam wider sie Tatnai, der Landpfleger von jenseits des Stromes, und Setar Bosnai und ihre Genossen, und fragten sie: Wer hat euch die Erlaubnis erteilt, dieses Haus zu bauen und dieses Mauerwerk zu vollenden?
4. Auch fragten sie: Welche sind die Namen der Männer, die diesen Bau aufführten?
5. Aber Gottes Schutz war mit den Ältesten Jehudas, man störte sie einstweilen nicht, bis die Erlaubnis von Darius eingeholt wurde und Antwort kam.
6. Abschrift des Briefes, welchen gesandt Tatnai, der Landpfleger von jenseits des Stromes, und Setar Bosnai und seine Genossen aus Afarsach, die jenseit des Stromes, an den König Darius:
7. Einen Bericht sandten sie ihm, und dies stand darin: Dem Könige Darius allen Frieden!
8. Der König möge erfahren, dass wir in das Land Judäa zum Hause des großen Gottes gelangten, dieses wird erbauet aus schweren Steinen, und Holz wird gelegt in die Wände, und diese Arbeit wird eifrig betrieben und gedeihet unter ihren Händen.
9. Da fragten wir die Ältesten mit den Worten: Wer hat euch Erlaubnis erteilt, dieses Haus zu bauen und dieses Mauerwerk zu vollenden?
10. Und auch nach ihrem Namen fragten wir sie, um sie dir bekannt zu machen, da wir die Namen der Männer, die an ihrer Spitze sind, aufschreiben.
11. Sie gaben uns folgenden Bescheid: Wir sind Diener des Gottes des Himmels und der Erde, und wir bauen aufs Neue das Haus, das gebaut war vor vielen Jahren; ein großer König von Israel hat es gebaut und vollendet.
12. Jedoch seitdem unsere Väter den Gott des Himmels erzürnt hatten, gab er sie in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, des Chaldäers, und er zerstörte dieses Haus und führte das Volk weg nach Babel.
13. Aber im ersten Jahre des Cyrus, Königs von Babel, erließ der König Cyrus Befehl, dieses Gotteshaus zu bauen.
14. Sogar die goldenen und silbernen Geräte des Gotteshauses, welche Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen und sie in den Tempel zu Babel gebracht hatte, nahm der König Cyrus aus dem Tempel zu Babel und gab sie dem Sesbazzar, den er zum Landpfleger eingesetzt.
15. Und [Cyrus] befahl ihm: Diese Geräte bringe in den Tempel zu Jerusalem, und das Gotteshaus soll erbaut werden an seiner Stätte.
16. Hierauf kam dieser Sesbazzar, legte die Grundfesten des Gotteshauses in Jerusalem und seit der Zeit bis jetzt wird es gebaut, ist aber noch nicht vollendet.
17. Und nun wenn es dem König beliebt, so möge untersucht werden im Schatzhause des Königs dort in Babel, ob es so sei, dass vom Könige Cyrus Befehl ergangen ist, zu bauen dieses Gotteshaus in Jerusalem, und die Entscheidung des Königs hierüber schicke er uns zu.

Kapitel 6

Die Vollendung des Tempels.

1. Da erließ König Darius Befehl, dass man untersuchen solle im Urkundenhaus, wo die Schätze niedergelegt wurden in Babel.
2. Es wurde nun gefunden in Ahmeta, in der Hauptstadt der Landschaft Madai, eine Rolle, und folgende Denkwürdigkeit war da aufgezeichnet:
3. Im ersten Jahre des Königs erließ der König Cyrus Befehl wegen des Gotteshauses in Jerusalem. Das Gotteshaus werde erbauet als eine Stätte, wo man Opfer schlachte auf festem Grund; seine Höhe sei sechzig Ellen, seine Breite sechzig Ellen.
4. Drei Schichten von schweren Steinen und eine Schicht von Holz, die Ausgabe soll aus dem königlichen Schatz gedeckt werden.
5. Sogar die goldenen und silbernen Geräte des Gotteshauses, welche Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen und nach Babel gebracht, soll man zurückgeben, dies komme hin in den Tempel zu Jerusalem, an seine Stätte, und werde niedergelegt im Gotteshause.
6. Nun denn, Tatnai, Landpfleger vom Jenseit des Stromes, Setar Bosnai und ihre Genossen aus Afarsach, die jenseits des Stromes, bleibt fern von dort!
7. Lasset die Arbeit dieses Gotteshauses; der Landpfleger von Judäa und die Ältesten der Judäer sollen dieses Gotteshaus aufbauen an seiner Stätte.
8. Und von mir ist Befehl ergangen wegen dessen, was ihr beitragen sollet den Ältesten der Judäer zum Bau dieses Gotteshauses: Von den Gütern des Königs, aus der Steuer jenseits des Stromes, soll schnell das Nötige zu den Ausgaben diesen Männern gegeben werden, dass sie nicht gestört werden.
9. Und was nötig ist, junge Rinder und Widder und Lämmer zu Opfern für den Gott des Himmels, Weizen, Salz, Wein und Öl, nach dem Geheiß der Priester zu Jerusalem, soll ihnen gegeben werden Tag für Tag, ohne Unterlass,
10. Damit sie darbringen Wohlgerüche dem Gotte des Himmels und beten für das Leben des Königs und seiner Söhne.
11. Auch ist von mir Befehl ergangen, dass jeder Mann, der diesen Spruch verletzen wird — aus dessen Hause soll ein Holz herausgerissen und aufgerichtet werden, woran er geschlagen werde, und sein Haus soll zum Kothaufen gemacht werden dieserhalb.
12. Der Gott, der seinen Namen dort thronen lässt, wird vernichten jeden König und jedes Volk, welches seine Hand ausstrecken wird, zu verletzen, zu verderben dieses Gotteshaus in Jerusalem. Ich Darius habe den Befehl erlassen; schnell soll er vollführt werden.
13. Da taten Tatnai, der Landpfleger vom Jenseit des Stromes, Setar Bosnai und ihre Genossen, sobald König Darius gesandt hatte, schnell also.
14. Die Ältesten der Judäer setzten den Bau fort, und er gedieh ihnen nach der Prophezeiungdes Propheten Haggai und Sacharia, Sohnes Iddo; sie bauten und vollendeten auf Befehl des Gottes Israel und auf Befehl Cyus und Darius und Artahsats, Königs von Persien.
15. Man vollendete das Haus bis zum dritten Tag des Monats Adar, das ist das sechste Jahr der Regierung des Königs Darius.
16. Dann feierten die Kinder Israel, die Priester und die Leviten und die übrigen Söhne des Exils die Einweihung dieses Gotteshauses mit Freude.
17. Sie brachten dar zur Einweihung dieses Gotteshauses hundert Stiere, zweihundert Widder, vierhundert Lämmer und zwölf Ziegenböcke, zu entsündigen ganz Israel, nach der Zahl der Stämme Israels.
18. Sie stellten die Priester in ihre Ordnung und die Leviten in ihre Abteilungen zum Dienste Gottes in Jerusalem, nach der Vorschrift im Buche Moses.
19. Die vom Exil Heimgekehrten opferten das Pessach am vierzehnten des ersten Monats.
20. Denn die Priester und die Leviten, hatten sich unterdessen gereinigt, alle waren sie rein, und sie schlachteten das Pessach für alle aus dem Exil Heimgekehrten und für ihre Brüder, die Priester, und für sich.
21. Es aßen es die Kinder Israel, die zurückgekehrt waren aus dem Exil, und jeder, der zu ihnen sich abgesondert hatte von der Unreinheit der Völker des Landes, um den Herrn zu suchen, den Gott Israels.
22. Sie feierten das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage mit Freude, denn der Herr hatte ihnen Freude gegeben und das Herz des Königs von Assyrien [Persien], ihnen zugewandt, dass er sie unterstützte in dem Werk des Gotteshauses, des Gottes Israels.

Kapitel 7

Esra in Palästina.
1. Nach diesen Begebenheiten kam es unter der Regierung Artahsasts, Königs von Persien, dass Esra, Sohn Seraja, Sohnes Asarja, Sohnes Hilkija,
2. Sohnes Sallum, Sohnes Zadok, Sohnes Ahitub,
3. Sohnes. Amarja, Sohnes Asarja, Sohnes Merajot,
4. Sohnes Serachja, Sohnes Usi, Sohnes Bukki,
5. Sohnes Abisua, Sohnes Pinchas, Sohnes Elasar, Sohnes Aaron, des Hohepriesters.
6. Dass dieser Esra von Babel nach Jerusalem zog, er war ein geübter Gesetzkundiger in der Lehre Moses, die der Herr, der Gott Israels, gegeben; der König gewährte ihm, nach dem Schutz des Herrn seines Gottes über ihm, all sein Begehren.
7. Mit ihm zogen von den Kindern Israel und von den Priestern, Leviten, Sängern, Pförtnern und Tempeldienern, nach Jerusalem im siebenten Jahre des Königs Artahsasts.
8. Er kam nach Jerusalem im fünften Monat, das ist im siebenten Regierungsjahr des Königs.
9. Denn am ersten des ersten Monats begann der Zug von Babel, und am ersten des fünften Monats kam er nach Jerusalem, nach dem gütigen Schutz seines Gottes über ihm.
10. Esra hatte seinen Sinn darauf gerichtet, zu erforschen die Lehre des Herrn und auszuüben, auch zu lehren in Israel Satzung und Recht.
11. Das ist die Abschrift des Briefes, den der König Artahsast dem Gesetzkundigen Esra gegeben, dem Priester und dem Lehrer der Gebote Gottes und seiner Satzungen für Israel.
12. Artahsast, König der Könige, dem Priester Esra, Lehrer im Gesetze des Gottes des Himmels, und so weiter.
13. Von mir ist Befehl ergangen, dass jeder in meinem Reiche von dem Volke Israel und seinen Priestern und Leviten, der sich angetrieben fühlt nach Jerusalem zu gehen, mit dir gehen mag;
14. Indem du von dem König und seinen sieben Räten gesandt bist, zu besuchen Judäa und Jerusalem, nach dem Gesetze deines Gottes, das in deiner Hand ist.
15. Und hinzubringen Silber und Gold, das der König und seine Räte gespendet dem Gotte Israels, dessen Wohnung in Jerusalem ist:
16. Und alles Silber und Gold, das du erlangst in der ganzen Landschaft Babel, nebst den freiwilligen Gaben, die das Volk und die Priester dem Gotteshause in Jerusalem spenden.
17. Demgemäß magst du gleich kaufen für dieses Geld Stiere, Widder, Lämmer und die dazu gehörigen Speiseopfer und Trankopfer, sie zu opfern auf dem Altare eures Gotteshauses in Jerusalem.
18. Und was dir und deinen Brüdern beliebt, mit dem übrigen Silber und Gold zu tun, tut nach dem Willen eures Gottes.
19. Die Geräte, die man dir gab zum Dienste deines Gotteshauses, liefere ab vor Gott in Jerusalem.
20. Und den übrigen Bedarf deines Gotteshauses, den du zu decken haben wirst, sollst du bestreiten aus dem Schatzhause des Königs.
21. Von mir, König Artahsast, wird Befehl erlassen an alle Tributeinnehmer jenseits des Stromes dass alles, was von euch der Priester Esra verlangt, der Lehrer im Gesetze des Gottes des Himmels, schnell geschehe.
22. Bis auf hundert Kikkar Silber, hundert Kor Weizen, hundert Bat Wein, und hundert Bat Öl, und Salz ohne [dessen Menge] zu bestimmen.
23. Alles, was Befehl ist vom Gotte des Himmels, geschehe sorgfältig für das Haus des Gottes des Himmels, auf dass nicht Zorn komme über das Reich des Königs und seine Söhne.
24. Auch machen wir euch kund, dass auf Priester und Leviten, Sänger, Pförtner, Tempeldiener und Diener dieses Gotteshauses keine Steuer, Schoß und Weggeld gelegt werden darf.
25. Du aber, Esra, nach der Weisheit Gottes, die in deiner Gewalt, setze ein Richter und Rechtsbeamte, welche richten sollen das ganze Volk, das jenseits des Stromes, alle, die die Gesetze deines Gottes kennen; und denen, die sie nicht kennen, machet sie kund.
26. Wer aber nicht das Gesetz deines Gottes und das Gesetz des Königs befolgen wird über den ergehe schnell ein Urteil, es sei zum Tode oder zur Verbannung, zur Buse an Habe oder zur Haft.
27. Gepriesen sei der Herr, der Gott unserer Väter, der solches in das Herz des Königs gegeben, zu verherrlichen das Haus des Herrn in Jerusalem.
28. Der mir Gnade zugewandt hat vor dem König und seinen Räten und allen mächtigen Oberen des Königs. Ich fasste also Mut, nach dem Schutz des Herrn meines Gottes über mir, und sammelte aus Israel Familienhäupter, mit mir hinaufzuziehen.

Kapitel 8

Die Heimkehrenden.
1. Das sind die Familienhäupter und die Geschlechtsverzeichnisse derer, die mit mir unter der Regierung des Königs Artahsast aus Babel zogen:
2. Von den Söhnen Pinchas: Gersom; von den Söhnen Itamar: Daniel; von den Söhnen David: Hattus.
3. Von den Söhnen Sechanja, von den Söhnen Peros: Secharja, und mit ihm laut Verzeichnis hundertundfünfzig Männliche.
4. Von den Söhnen Pahat Moab: Eljehosnai, Sohn Serachja, und mit ihm zweihundert Männliche.
5. Von den Söhnen […]: Sechanja, Sohn Jahasiel, und mit ihm dreihundert Männliche.
6. Von den Söhnen Adin: Ebed, Sohn Jonatan, und mit ihm fünfzig Männliche.
7. Von den Söhnen Elam: Jesaja, Sohn Atalja, und mit ihm siebzig Männliche.
8. Von den Söhnen Sefatja: Sebadja, Sohn Michaël, und mit ihm achtzig Männliche.
9. Von den Söhnen Joab: Obadja, Sohn Jechiël, und mit ihm zweihundertund achtzehn Männliche.
10. Von den Söhnen […]: Selomit Sohn Joßifja, und mit ihm hundertund sechzig Männliche. Und von den Söhnen Bebai: Sacharja Sohn Bebai, und mit ihm achtundzwanzig Männliche.
12. Und von den Söhnen Asgad: Joanan, Sohn Hakkatan, und mit ihm hundertundzehn Männliche.
13. Von den Söhnen Adonikam, (die Letzten), und das sind ihre Namen: Elifelet, Jéuël und Semaja, und mit ihnen sechzig Männliche.
14. Von den Söhnen Bigwai: Utai und Sakkur, und mit ihnen siebzig Männliche.
15. Ich versammelte sie an dem Strome, der in den Ahava fließt, und wir lagerten dort drei Tage, und ich sah mich um unter dem Volk und den Priestern, da fand ich dort keinen Leviten.
16. Darauf sandte ich an Elieser, Ariel, Semaja, Elnatan Jarib, Elnatan, Natan, Secherja und Mesullam, die Häupter, und Jojarib und Elnatan, die Lehrer,
17. Und entbot sie an Iddo, das Haupt in dem Orte Kasifja, und befahl ihnen die Worte, die sie reden sollten zu Iddo und seinem Bruder, die in dem Orte Kasifja wohnten, uns Diener zu bringen für das Haus unseres Gottes.
18. Sie brachten uns, nach der gütigen Hand unseres Gottes über uns, einen geschickten Mann von den Söhnen Mahli, Sohnes Levi, Sohnes Israel, und Serebja und seine Söhne und seine Brüder, achtzehn Mann.
19. Auch Hasabja, und mit ihm Jesaja, von den Söhnen Merari, seine Brüder und ihre Söhne, zwanzig Mann.
20. Und von den Tempeldienern, die David und die Fürsten zum Dienste der Leviten geschenkt, zweihundertundzwanzig Tempeldiener, alle mit Namen genannt.
21. Ich rief dort ein Fasten aus am Strome Ahava, dass wir uns kasteien vor unserem Gotte, um von ihm einen sichern Weg zu erbitten für uns und unsere Kinder und all unsere Habe.
22. Denn ich schämte mich, vom Könige ein Heer und Reiter zu verlangen, uns beizustehen gegen den Feind auf dem Wege, weil wir zu dem König gesprochen hatten: Der Schutz unseres Gottes ist mit allen, die ihn suchen zum Guten, und seine Macht und sein Zorn gegen alle, die ihn verlassen [die militärische Begleitung ist also überflüssig oder unnütz].
23. Wir fasteten und beteten also vor unserem Gott hierüber, und er ließ sich von uns erbitten.
24. Ich sonderte dann von den Oberen der Priester zwölf aus: Serebja, Hasabja, und mit ihnen zehn von ihren Brüdern.
25. Ich wog ihnen zu das Silber und das Gold und die Geräte, die Hebe unseres Gotteshauses, welche gegeben hatten der König und seine Räte und seine Obersten und alle aus Israel, die sich vorfanden.
26. Ich wog in ihre Hand an Silber sechshundertundfünfzig Kikkar und an silbernen Geräten hundert Kikkar, an Gold hundert Kikkar;
27. Auch zwanzig goldene Becher zu tausend Dariken, und zwei Geräte von glänzendem feinem Kupfer, kostbar wie Gold.
28. Ich sprach zu ihnen: Ihr seid heilig dem Herrn, und die Geräte sind heilig, das Silber und das Gold ist eine freiwillige Gabe dem Herrn, dem Gott eurer Väter.
29. Passt darauf gut auf, bis ihr es zuwägt den Oberen der Priester und der Leviten und den Stammoberen Israels in Jerusalem, in die Gemächer des Hauses des Herrn.
30. Die Priester und die Leviten nahmen das Dargewogene in Empfang, Silber und Gold und Geräte, um es nach Jerusalem zu bringen in das Haus unseres Gottes.
31. Wir brachen dann auf von dem Strom Ahava am zwölften des ersten Monats, um nach Jerusalem zu gehen, und der Schutz unseres Gottes war mit uns, er schirmte uns vor unseren Feinden und Laurern auf dem Wege.
32. Wir kamen also nach Jerusalem und wir ruhten da drei Tage.
33. Am vierten Tage wurde das Silber und das Gold und die Geräte im Hause unseres Gottes dargewogen in die Hand des Priesters Meremot, Sohnes Urija, und bei ihm war Elasar, Sohn Pinchas, und bei ihnen Josabad, Sohn Jesua, und Noadja, Sohn Binnuj, die Leviten.
34. Alles nach Zahl und nach Gewicht, das ganze Gewicht wurde auch gleich aufgezeichnet.
35. Die heimgekehrt waren aus der Gefangenschaft, die Söhne des Exils, brachten Ganzopfer dar dem Gott Israels, zwölf Farren für ganz Israel, dann sechsundneunzig Widder, siebenundsiebzig Lämmer, zwölf Böcke der Sühne, alles zum Opfer dem Herrn.
36. Sie übergaben die Befehle des Königs den Satrapen des Königs und den Landpflegern jenseits des Stromes, und diese beschenkten das Volk und das Gotteshaus.

Kapitel 9

Die Mischehen.
1. Und als man damit zu Ende war, traten die Oberen zu mir heran und sprachen: Es haben sich nicht abgesondert das Volk Israel, die Priester und die Leviten von den Völkern der Länder, ungeachtet ihrer Greuel, von den [Völkern] Kanaan, Het, Perisi, Jebust, Ammon, Moab, Ägypten und Emori.
2. Sondern sie haben ihre Töchter sich und ihren Söhnen zu Frauenn genommen, so dass der heilige Stamm sich mit den Völkern der Lander mischte; und die Oberen und Fürsten waren bei dieser Untreue die ersten.
3. Als ich dies hörte, zerriss ich mein Kleid und mein Obergewand, ich raufte die Haare mir vom Kopf und Bart und saß wie betäubt da.
4. Es sammelten sich zu mir alle, die sich fürchteten vor den Worten des Gottes Israels wegen der Untreue der Exilanten; ich aber saß betäubt bis zum Abendopfer.
5. Bei dem Abendopfer stand ich auf von meinem Fasten, und in meinem zerrissenen Kleide und Obergewand beugte ich meine Knie und breitete meine Hände zu dem Herrn, meinem Gotte,
6. Und ich sprach: Mein Gott, ich schäme mich und erröte, mein Angesicht zu dir, meinem Gott, zu erheben; denn unsere Missetaten sind uns über den Kopf gewachsen, und unsere Schuld ist bis in den Himmel gestiegen.
7. Seit den Tagen unserer Väter bis auf diesen Tag sind wir in großer Schuld, wegen unserer Missetaten sind wir gegeben worden, wir, unsere Könige, unsere Priester, in die Hand der Könige der Länder, in den Tod, in Gefangenschaft und in Raub und in Schmach, wie es bis jetzt gewesen ist.
8. Und nun war auf einen kleinen Augenblick Gnade vor dem Herrn unserm Gott, uns einen Überrest zu erhalten, uns einen Pflock zu gewähren an seinem heiligen Orte; dass unser Gott unsere Augen leuchten machte und uns eine geringe Lebenserhaltung gewährte in unserer Knechtschaft.
9. Denn Knechte sind wir, aber in unserer Knechtschaft hat uns unser Gott nicht verlassen und uns Gnade zugewandt vor den Königen von Persien, uns eine Lebenserhaltung zu gewähren, zu erhöhen das Haus unseres Gottes und aufzurichten seine Trümmer, uns eine Umfriedung zu geben in Judäa und Jerusalem.
10. Nun aber, was sollen wir sagen, o unser Gott, nach diesem? Denn wir haben deine Gebote verlassen,
11. Die du durch deine Knechte, die Propheten, verkündet hast, also: Das Land, dahin ihr kommet es einzunehmen, ist ein unreines Land, wegen der Unreinheit der Völker der Länder, da sie mit ihren Gräueln es angefüllt von einem Ende bis zum andern in ihrer Unreinheit.
12. Demnach verheiratet eure Töchter nicht mit ihren Söhnen, und ihre Töchter nehmet nicht für eure Söhne, ihr dürfet niemals ihr Wohl und Bestes suchen, damit ihr stark bleibet und genießet das Gute des Landes und es euern Söhnen auf ewig vererbet.
13. Und nach allem, was über uns gekommen ist, um unserer bösen Taten und unserer großen Schuld willen — wiewohl du, unser Gott, uns viel weniger als unsere Missetat bestraft hast und uns eine solche Rettung gewährt —
14. Sollten wir wiederum deine Gebote brechen, und uns verschwägern mit diesen Völkern der Gräuel? Du wirst gewiss über uns zürnen bis zur Vernichtung, dass kein Bleiben wäre und keine Rettung.
15. Herr, Gott Israel, du bist gütig, denn wir sind bis jetzt ein geretteter Überrest geblieben. Wir aber sind vor dir mit unserer Schuld, denn dabei kann man vor dir nicht bestehen.

Kapitel 10

Die Trennung der Ehen.
1. Als Esra so betete und bekannte, weinend hingestreckt vor dem Gotteshause, sammelten sich zu ihm aus Israel eine sehr zahlreiche Menge, Männer und Frauen und Kinder; das Volk weinte sehr stark mit.
2. Da hub an Sechanja, Sohn Jehiel, von den Söhnen Elam, und sprach zu Efra: Wir sind untreu geworden unserm Gotte, dass wir heimgeführt fremde Frauen von den Völkern des Landes; aber es ist noch Hoffnung für Israel hierüber.
3. Lasset uns jetzt einen Bund schließen mit unserm Gotte, fortzuschaffen alle Frauen und die von ihnen Geborenen, nach dem Beschluss meines Herrn und derer die fürchten das Gebot unseres Gottes; nach dem Gesetz soll geschehen.
4. Auf, denn dir liegt die Sache ob, und wir sind mit dir; sei stark und richte aus!
5. Da stand Esra auf und ließ die Oberen der Priester, der Leviten und von ganz Israel schwören, dass sie also tun wollen, und sie schworen.
6. Esra stand auf vor dem Gotteshause und ging in das Gemach Johanans, Sohnes Eljasib; er ging dahin, ohne noch Brot gegessen und Wasser getrunken zu haben, immer trauernd wegen der Untreue der Exilanten.
7. Und sie ließen einen Ruf ergehen in Judäa und Jerusalem an alle Söhne des Exils, dass sie sich versammeln in Jerusalem.
8. Wer aber nicht kommen wird binnen drei Tagen, nach dem Beschluss der Oberen und der Ältesten, dessen ganze Habe soll gebannt werden, und er selbst ausgestoßen sein aus der Versammlung der Exilanten.
9. Es versammelten sich alle Männer von Jehuda und Benjamin nach Jerusalem binnen drei Tagen, das war am zwanzigsten des neunten Monats; das ganze Volk saß auf dem Platze vor dem Gotteshause, zitternd wegen der Angelegenheit und wegen des Regens.
10. Da stand der Priester Esra auf und sprach zu ihnen: Ihr habt untreu gehandelt und fremde Frauen heimgeführt, um die Schuld Israels zu mehren.
11. So legt denn ein Bekenntnis ab vor dem Herrn, dem Gott eurer Väter, und tut seinen Willen; scheidet euch von den Völkern des Landes und von den fremden Frauen.
12. Die ganze Versammlung antwortete mit lauter Stimme: Wie du gesprochen hast, soll getan werden.
13. Aber das Volk ist zahlreich, und es ist Regenzeit, man kann nicht lange draußen stehen, auch ist das Werk nicht für einen Tag und nicht für zwei, denn unser viel haben gefrevelt in dieser Sache.
14. Man möge bestellen unsere Oberen für die ganze Versammlung, und jeder in unseren Städten, der fremde Frauen heimgeführt, soll zu bestimmten Zeiten kommen und mit ihnen die Ältesten jeder Stadt und ihre Richter, damit aufhören soll der Zorn unseres Gottes über uns wegen dieser Sache.
15. Insbesondere Jonatan, Sohn Aßahël und Jahseja, Sohn Tikva, beharrten darauf, und Mesullam und Sabtai, der Levit, standen ihnen bei.
16. Es taten also die Söhne des Exils, und es wurden durch den Priester Esra Männer gewählt, Häupter ihrer Stammhäuser, und zwar alle mit Namen [bestimmt]; sie setzten sich am ersten Tage des neunten Monats nieder, um die Sache zu untersuchen.
17. Sie vollendeten es an allen Männern, die fremde Frauen heimgeführt, bis zum ersten Tage des ersten Monats.
18. Es fanden sich von den Söhnen der Priester, die fremde Frauen heimgeführt, von den Söhnen Jesua, Sohnes Jozadak und seinen Brüdern: Maaßeja, Elieser, Jarib und Gedalja.
19. Sie gaben ihre Hand darauf, fortzuschaffen ihre Frauen, und einen Widder zu büßen ob ihrer Schuld.
20. Von den Söhnen Immer: Hanani und Sebadja.
21. Von den Söhnen Harim: Maaßeja, Elija, Semaja, Jehiël und Usija.
22. Von den Söhnen Pashur: Eljoënai, Maaßeja, Ismaël, Natanael, Josabad und Elaßa.
23. Von den Leviten: Josabad, Simëi und Kelaja, das ist Kelita, Petahja, Jehuda und Elieser.
24. Von den Sängern: Eljasib; von den Pförtnern: Sallum, Telem und Uri.
25. Von Israel, von den Söhnen Paros: Ramja, Jisija, Malkija, Mijamin, Elasar, Malkija und Benaja.
26. Von den Söhnen Elam. Mattanja, Sacharja, Jechiel, Abdi, Jeremot und Elija.
27. Und von den Söhnen Sattu: Eljoenai, Eljasib, Mattanja, Jeremot, Sabad und Asisa.
28. Von den Söhnen Bebai: Johanan, Hananja, Sabbai, Atlai.
29. Von den Sohnen Bani: Mesullam, Malluch, Adaja, Jasub, Seal und Ramot.
30. Von den Söhnen Pahat-Moab: Adna und Kelal, Benaja, Maaßeja, Matanja, Bezalel, Binnuj und Manasse.
31. Die Söhne Harim: Elisser, Jisija, Malkija, Semaja, Simeon.
32. Benjamin, Malluch, Semarja.
33. Von den Söhnen Hasum: Matnai, Mattatta, Sabad, Elifelet, Jeremai, Manasse, Simëi.
34. Von den Söhnen Bani: Maadai, Amram und Uël.
35. Benaja, Bedeja, Keluhn,
36. Wanja, Meremot, Eljasib,
37. Mattanja, Matnai und Jaaßai.
38. Bani, Binnuj, Simëi,
39. Selemja, Natan und Adaja,
40. Machnadbai, Sasai, Sarai,
41. Asarel und Selemja, Semarja,
42. Sallum, Amarja, Josef.
43. Von den Söhnen Nebo; Jëiël, Mattitja, Sabad, Sebina, Jaddai, Joël und Benaja.
44. All diese hatten fremde Frauen genommen, und manche von ihnen hatten Frauen, mit denen sie Kinder zeugten.

  • Die Übersetzung stammt von Rabbiner Simon Bernfeld und wurde geringfügig an den heutigen Sprachgebrauch angepasst.

    CC0

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