Jeschajahu – Das Buch Jesaja

Das Buch Jeschajahu (Jesaja) in der (angepassten) Übertragung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld.

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Kapitel 1

Rede an das Volk, gehalten während der Regierungszeit Achaz gegen die Werkheiligkeit.

1.Die prophetischen Reden des Jesaja, Sohn Amoz, der prophezeit hat über Jehuda und Jerusalem während der Regierungszeit des Usija, Jotam, Achaz und Hiskija, der Könige von Jehuda. 2.Höre, o Himmel, und vernimm, Erde, was der Herr geredet: Kinder habe ich großgezogen und aufwachsen lassen, aber sie sind abgefallen von mir.
3.Der Ochse kennt seinen Eigentümer, der Esel die Dreschtenne seines Herrn: Israel kennt [seine Pflichten] nicht, mein Volk sieht danach nicht.
4.O über die sündige Nation, über das schuldbeladene Volk, die Brut der Missetäter, die entarteten Kinder — sie haben den Herrn verlassen, verworfen den Heiligen Israels, sie sind [vom rechten Weg] abgewichen.
5.Wozu wollt ihr noch mehr gezüchtigt werden, dass ihr weiterhin sündigt? Ist doch schon jedes Haupt krank und jedes Herz siech.
6.Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Heiles [an euch]; sondern nur Wunden und Beulen und eiterndes Geschwür, die nicht ausgedrückt und nicht verbunden worden sind und nicht erweicht durch Öl.
7.Euer Land ist öde, eure Städte sind im Feuer verbrannt, euern Boden verzehren in eurer Gegenwart die Fremden: er ist öde wie die Zerstörung [der Städte] der Bösen [Sodom und Gomorrha].
8.Die Tochter Zijon ist geblieben wie eine Hütte im Weinberge, wie das Nachtlager im Kürbisfelde, wie eine belagerte Stadt.
9.Hätte der Herr Zebaot uns nicht diesen kleinen Rest gelassen, so wären wir ja [gänzlich] wie Sodom, wir glichen Gomorrha.
10.Höret das Wort des Herrn, ihr Fürsten Sodoms, vernimm die Lehre unseres Gottes, du Volk von Gomorrha!
11.Wozu mir eure vielen Opfer? spricht der Herr. Ich bin satt der Ganzopfer von Widdern und des Fettes der Masttiere; des Blutes der Farren und der Lämmer und der Böcke begehre ich nicht.
12.Wenn ihr kommt vor mir [im
Heiligtum] zu erscheinen, wer verlangt es von euch, dass ihr meine Hallen zertretet [und nicht demütig auftretet]?
13.Bringt mir nicht mehr eure eitlen Gaben! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel; [unterlasst es] am Neumond und am Schabbat festliche Versammlung abzuhalten; ich mag nicht Sünde und festliche Weihe zusammen.
14.Eure Neumonde und eure Festtage hasse ich, sie sind mir lästig, ich bin müde, sie zu ertragen.
15.Und wenn ihr eure Hände [zum Beten] ausbreitet, wende ich meinen Blick von euch; auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht darauf — denn eure Hände sind ja blutbefleckt.
16.Waschet euch zuvor, werdet lauter, schaffet eure bösen Taten vor meinem Anblick, hört auf zu freveln.
17.Gewöhnt euch, Gutes zu tun, fördert das Recht, steht bei den Vergewaltigten, sprechet Recht der Waise, nehmet euch der Witwe an.
18.O kommt, dass wir uns versöhnen, spricht der Herr: Mögen eure Sünden [rot] wie Karmesin sein, es wird alles weiß wie Schnee; wenn sie rot wie Purpur … alles soll weiß wie [weiße] Wolle werden.
19.Wenn ihr nun auf mich hören wollt, so werdet ihr das Beste des Landes verzehren,
20.Wenn ihr aber euch weigert und widerspenstig bleibt — werdet ihr vom Schwert verzehrt, denn so hat der Herr gesprochen.
21.Ach, wie ist zur Buhlerin geworden die einst bewährte Stadt! Ehemals voll des Rechtes Gerechtigkeit weilte in ihr — und jetzt eine Mörderhöhle!
22.Dein Silber ist Schlacke geworden; dein Wein gewässert.
23.Deine Fürsten sind nichtswürdig, Diebesgenossen, alle wollen sie Bestechung und suchen Bezahlung; der [hilflosen] Waise sprechen sie kein Recht und der Witwe nehmen sie sich nicht an.
24.Darum spricht der Herr Zebaot, der Mächtige Israels: O, ich will Genugtuung haben an meinen Widersachern und mich rächen an meinen Feinden.
25.Ich will meine Macht gegen dich wenden, wie mit Lauge deine Schlacken läutern und fortschaffen all deinen Beisatz.
26.Deine Richter will ich herstellen wie vormals und deine [gerechten] Räte wie zuvor; nachher wirst du wieder die Stadt der Gerechtigkeit, die treue Stadt genannt.
27.Zijon wird durch Gerechtigkeit erlöst und seine Einwohner durch Tugend.
28.Die Abtrünnigen und Sünder aber brechen alle zusammen; die, welche Gott verlassen, gehen unter.
29.Denn sie sollen zu Schanden werden ob den [dem Götzendienst geweihten] Terebinthen, nach denen ihr gelüstet, und erröten müssen ob der Gärten, die ihr euch erwählt.
30.Denn ihr werdet wie eine Terebinthe, deren Blätter welk sind und wie ein Garten, der nicht bewässert ist.
31.Der Götze [der euch Schutz gewähren sollte] wird wie das Werg, und der ihn angefertigt hat zum Funken; sie werden beide zusammen brennen und niemand wird löschen.

Kapitel 2

Die sittliche Größe Israels. Rede gegen den Götzendienst.
1.Die prophetische Rede, die gehalten hat Jesaja, Sohn Amoz, über Jehuda und Jerusalem:
2.Dereinst, in den späteren Tagen, wird aufgerichtet sein der Tempel des Herrn, hochragend über alle Berge und erhaben über alle Hügel — denn zu ihm werden alle Nationen strömen.
3.Viele Völker werden sich aufmachen und zu einander sprechen: Auf, wir wollen ziehen zum Tempelberg des Herrn, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns seine Wege lehre und wir auf seinen Pfaden wandeln; denn von Zijon geht die [wahre] Lehre aus, und das Gotteswort von Jerusalem.
4.[Gott] wird richten zwischen den Nationen und zurechtweisen die vielen Völker. Dann werden sie umschmieden ihre Schwerter zu Sicheln und ihre Lanzen zu Rebenmessern; eine Nation wird nicht weiterhin erheben gegen die andere das Schwert, und sie werden nicht mehr das Kriegführen lernen.
5.Haus Jakob! Auf, wir wollen [schon jetzt] wandeln im Lichte des Herrn.
6.Denn du hast deine nationale Eigenart aufgegeben, o Haus Jakob; sie schöpfen von den Gebräuchen des Morgenlandes und treiben Wolkendeuterei wie die Philister, und an fremden Sitten finden sie Gefallen.
7.Voll ist sein Land mit Silber und Gold, und endlos sind seine Schätze; voll ist auch das Land von Rossen, und zahllos sind seine Kriegswagen.
8.Aber ebenso voll ist sein Land von Götzen, vor ihrer Hände Werk bücken sie sich, vor dem, was ihre Finger angefertigt.
9.So ist der Mensch gebeugt, so erniedrigt der Mann — erhebe sie nicht mehr!
10.Gehe in den Felsen und verbirg dich im Staube vor dem Schrecken des Herrn, vor der Herrlichkeit seiner Hoheit.
11.Die stolzen Blicke des Menschen werden gesenkt, und gebeugt die Höhe der Männer; erhaben ist der Herr allein an jenem Tage.
12.Denn ein Tag kommt vom Herrn Zebaot über alles Stolze und Hohe und über alles Ragende, dass es sinkt.
13.Über alle hohen und emporragenden Zedern des Libanon und über alle Eichen des Baschan;
14.Über alle hohen Berge und über alle ragenden Hügel;
15.Über jeglichen hohen Turm und über jegliche feste Mauer;
16.Und über alle Tarschisch-Schiffe und über alle köstlichen Schätze.
17.Gebeugt wird des Menschen Stolz, und erniedrigt der Männer Hochmut; erhaben ist der Herr allein an jenem Tage.
18.Die Hoheit der Götzen wird schwinden.
19.[Die Menschen] werden kommen in die Felsenhöhlen und in die Staublöcher vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Hoheit, wenn er aufsteht, die Erde zu schrecken.
20.An jenem Tage wird der Mensch wegwerfen seine silbernen und goldenen Götzen, die man ihm gemacht, sich vor ihnen zu bücken, den Maulwürfen hin und Fledermäusen;
21.Sich zu verbergen in Felsenspalten und Steinklüften vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Hoheit, wenn er aufsteht, die Erde zu schrecken.
22.Lasset nun ab, [eure Hoffnung zu setzen] auf den Menschen, in dessen Nase Odem ist, denn wofür ist er geachtet?

Kapitel 3

Die bevorstehende Not. Gegen den Hochmut.
1.Denn der Herr Zebaot nimmt Jerusalem und Jehuda jede Stütze und Krücke, jede Brotstütze und jede Wasserstütze.
2.Held und Kriegsmann, Richter und Prophet, Wahrsager und Vornehme,
3.Obersten über Fünfzig, Angesehene und Ratgeber, Zauberverständige und Beschwörungskundige.
4.Ich setze Knaben über sie zu Fürsten, und Unmündige sollen sie beherrschen, 5.Das Volk wird bedrückt sein, einer
durch den andern, jeder durch seinen Nebenmenschen; es wird herrschen der Knabe über den Greis und der Geringe über den Geehrten.
6.Dass ein Mann seinen Verwandten aus seines Vaters Hause anfaßt und zu [ihm sprechen wird]: Ein Kleid hast du? Sei uns ein Führer und nimm diesen Verfall unter deine Hand.
7.Aber dieser wird an jenem Tage [seine Stimme] erheben und versichern: Ich kann keinen Verband anlegen [ich kann diese Schäden nicht heilen]; in meinem Hause ist weder Brot noch Kleid. Machet mich nicht zum Volksführer.
8.Fürwahr, so ist Jerusalem gesunken und Jehuda gefallen; denn ihre Zungen und ihre Taten waren gegen den Herrn gerichtet, zu erzürnen die Blicke seiner Herrlichkeit.
9.Die Frechheit ihres Angesichts zeugte gegen sie, und ihre Sünde gestanden sie offenkundig wie Sodom, sie verhehlten nichts. Wehe ihnen, denn sie ziehen auf sich das Verderben.
10.Preiset die Gerechten, ihnen wird es gut gehen; denn die Frucht ihrer Werte werden sie essen.
11.Wehe aber dem Frevler, ihm ergeht es schlecht; denn nach dem Verdienst seiner Hände wird es ihm ergehen.
12.Mein Volk wird von Unmündigen regiert, und Frauen beherrschen es. O mein Volk, deine Leiter führen dich irre und verwirren die Richtung deiner Pfade.
13.Der Herr stehet, Recht zu sprechen, zu richten sein Volk und seine Fürsten.
14.Der Herr geht ins Gericht mit den Aeltesten seines Volkes und mit seinen Fürsten: Ihr habt ja abgeweidet den Weinberg, der Raub des Armen ist in euren Häusern.
15.Welches Recht habt ihr, mein Volk zu zertreten und das Angesicht der Armen zu zermalmen? spricht der Herr Zebaot.
16.Der Herr spricht: Weil sich die Töchter Zijons überheben, dass sie einhergehen, die Hälse gestreckt und die Augen umherwerfend; trippelnden Ganges gehen sie, und mit ihren Füßen machen sie Geklirr:
17.So wird der Herr kahl machen die Scheitel der Tochter Zijons, der Herr wird ihr Gesicht entblößen.
18.An jenem Tage nimmt euch der Herr ab den Schmuck der Fußschellen, die
Netze und die Monde; 19.Die Ohrgehänge, die Ketten und die Flore;
20.Die Kopfzeuge, die Schrittkettchen, die Schnüre, die Riechfläschchen und die Amulette,
21.Die Fingerringe und die Nasenringe;
22.Die Feierkleider, die Mäntel, die Oberkleider und die Taschen;
23.Die Spiegel, die Hemdchen, die Kopfbunde und die Schleier.
24.Statt des Duftes soll Modergeruch kommen, statt des Gürtels ein Strick, statt des Lockenwerks eine Glatze, statt des Festgewandes ein härener Gurt, und Brandfleck statt der Schönheit.
25.Deine Männer werden fallen durch das Schwert, und deine Helden im Kriege.
26.Es werden ächzen und trauern ihre Tore, und ausgeräumt sitzt [die Stadteinwohnerschaft] auf der Erde.

Kapitel 4

Verheißung für die Zukunft.
1.An jenem Tage werden sieben Frauen 4 einen Mann anfassen und sprechen: Unser eigenes Brot wollen wir essen und unser Kleid tragen, [du brauchst für uns
nicht zu sorgen], nur laß uns dein heißen: nimm hinweg unsere Schmach.
2.An jenem Tage wird der Sprößling des Herrn sein zur Anmut und zur Ehre, und die Frucht des Landes zum Stolze und zur Pracht für den Rest Israels.
3.Wer überbleiben wird in Zijon und zurückgelassen in Jerusalem, wird heilig genannt werden, jeder, der zum Leben aufgezeichnet ist in Jerusalem.
4.Wenn der Herr abgewaschen haben wird den Unflat der Töchter Zijons und das Blut Jerusalems abspült aus seiner Mitte, mit dem Wind des Gerichts und dem Wind der Tilgung [der Reinigung]. 5.Dann schafft der Herr über die ganze Wohnstätte des Berges Zijon und über seine Versammlungsorte eine Wolke für den Tag und Rauch und Glanz von Feuerflammen für die Nacht; denn über all der Herrlichkeit wird ein Schutz sein.
6.Und eine Hütte wird sein zur Beschattung am Tage vor der Glut, zum Schutz und zur Zuflucht vor Güssen und vor Regen.

Kapitel 5

Über Vergewaltigung der Armen.
1.Ich will dichten von meinem Freunde; das Lied meines Freundes handelt von seinem Weinberg. Einen Weinberg hatte mein Freund auf einer fetten Bergspitze.
2.Er grub ihn um und reinigte ihn von Steinen; er bepflanzte ihn mit edlen Reben und baute einen Turm darin, und auch einen Keller haute er darin aus. Er hoffte, dass er [gute] Trauben bringen werde, doch er brachte Heerlinge.
3.Und nun, Bewohner Jerusalems und Männer Jehudas, seid doch Richter zwischen mir und meinem Weinberg.
4.Was wäre noch zu tun gewesen für meinen Weinberg, das ich nicht an ihm getan? Warum hoffte ich, dass er Trauben bringen werde, er aber brachte Heerlinge?
5.Nun will ich euch ankündigen, was ich an meinen Weinberg zu tun gedenke. Wegnehmen will ich seine Hecke, dass er abgeweidet werde, einreißen seinen Zaun, dass er zertreten werde.
6.Ich mache ihn zur Oede; er werde nicht beschnitten und nicht behackt, dass Dornen und Disteln aufschießen; den Wolken verbiete ich, auf ihn Regen niedergehen zu lassen.
7.Der Weinberg des Herrn Zebaot ist das Haus Israel, die Männer Jehudas seine liebliche Pflanzung; er hoffte auf
Rechtspruch, aber es ist Rechtsbruch, auf Pflichttreue, aber es ist Klagegeschrei.
8.O über die, welche Haus an Haus rücken, Feld an Feld reihen, bis [für den, der zwischen ihnen ist], kein Platz mehr bleibt, dass ihr allein die Bewohner bleibet im Lande!
9.Vor meinen Ohren [sprach] der Herr Zebaot: Ob nicht viele Häuser zur Öde werden, große und schone von Bewohnern leer!
10.Denn zehn Joch Weinberg sollen nur ein Bat bringen, und ein Homer Aussaat nur ein Efa.
11.O über die, welche am Morgen aufstehen [und] nach berauschendem Getränke jagen, die spät sitzen am Abend, der Wein erregt sie.
12.Zither und Psalter, Pauke, Flöte und Wein macht ihr Zechgelage, aber das Werk des Herrn schauen sie nicht.
13.Wahrlich, mein Volk wird unversehens in die Fremde wandern; sein Adel wird verhungern und seine Menge vor Durst verschmachten.
14.Wahrlich, die Hölle wird ihren Schlund auftun und ihren Rachen aufsperren ohne Maß, dass hinabfährt ihr Adel und ihre Menge und ihr Getobe und alle ihre Fröhlichen.
15.Dann wird der Mensch gebeugt, niedrig der Mann, und die Blicke der Stolzen gesenkt.
16.Erhaben wird sich zeigen der Herr Zebaot im Gericht, und der heilige Gott geheiligt durch Gerechtigkeit.
17.Die Schafe werden wie auf ihrer Trift weiden [die Schwachen werden ruhig leben], aber die Trümmer der Feisten werden Heimatlose verzehren.
18.O über die, welche die Schuld an Banden des Trugs heranziehen und wie am Wagenseile die Sünde!
19.Sie sprechen: [Gott] möge doch beschleunigen sein Werk, auf dass wir es sehen; es möge herankommen und eintreffen der Ratschluss des Heiligen Israels, dass wir es erfahren.
20.O über die, welche das Böse gut nennen und das Gute bös, die Finsternis machen zu Licht und Licht zu Finsternis, die Bitteres machen zu Süßem und Süßes zu Bitterem!
21.O über die, welche sich für weise halten und in ihrer Meinung verständig sind.
22.O über die Helden im Weintrinken und die tapferen Männer, berauschendes Getränk zu mischen!
23.Die um Bestechung den Schuldigen für, gerecht gelten lassen, aber dem Gerechten entziehen sie das Recht.
24.Sicherlich, wie des Feuers Zunge die Stoppel frisst, und Heu vor der Flamme zusammensinkt, so wird ihre Wurzel wie Moder sein und ihre Blüte wie Staub auffliegen; denn verschmäht haben sie die Lehre des Herrn Zebaot, und das Wort des Heiligen Israels haben sie verworfen.
25.Darüber erglüht der Zorn des Herrn über sein Volk; er streckt seine Hand aus gegen dasselbe und schlägt es, dass die Berge zittern und ihre Leichname liegen wie Kehricht inmitten der Gassen. Bei all dem hört sein Zorn noch nicht auf, und seine Hand bleibt noch ausgestreckt.
26.Er, wird ein Panier den Völkern in der Ferne erheben und den Feind vom Ende der Erde herbeirufen. Dieser kommt rasch und eilends.
27.Keiner ermattet oder strauchelt bei ihm; er schlummert und schläft nicht. Es. löst sich nicht sein Hüftengurt, und sein Schuhriemen reißt nicht.
28.Seine Pfeile sind geschärft und all seine Bogen gespannt; die Hufe seiner Rosse gleichen dem Stein und seine Räder dem Sturmwind.
29.Sein Gebrüll ist wie das des Löwen. Wie ein Löwe brüllt und tobt er und packt den Raub und schleppt [ihn] fort; keiner kann retten.
30.Er wird gegen [Israel] toben an jenem Tage wie Meerestoben. Wer auf das Land [Israel] blicken wird, findet da Finsternis der Not, und das Licht verfinstert sich an dem Himmel.

Kapitel 6

Jesajas prophetische Sendung.
1.Im Todesjahre des Königs Usija sah ich den Herrn sitzen auf hohem und erhabenem Thron, und seine Schleppen erfüllten den Tempel.
2.Serafim standen hoch neben ihm, je sechs Flügel hatte ein jeder. Mit zweien bedeckt er sein Antlitz, mit zweien bedeckt er seine Füße und mit zweien fliegt er.
3.Und einer rief dem andern zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaot, voll ist die ganze Erde seiner Herrlichkeit.
4.Da erbebten die Säulen der Pfosten vor der rufenden Stimme, und das Haus wurde vom Rauch erfüllt.
5.Ich sprach: Wehe mir! ich vergehe, denn ein Mann unreiner Lippen bin ich, und ich verweile unter einem Volke unreiner Lippen — den König, den Herrn Zebaot haben meine Augen gesehen.
6.Da flog zu mir einer der Serafim; er hielt in seiner Hand einen glühenden Stein, den er mit der Zange vom Altare genommen.
7.Er berührte damit meinen Mund und sprach: Dies hat berührt deine Lippen, und so weicht deine Schuld und deine Sünde ist gesühnt.
8.Da hörte ich die Stimme des Herrn fragen: Wen soll ich schicken [zu Israel], und wer wird gehen für uns? Ich sprach: Ich bin bereit, schicke mich!
9.[Gott] sprach darauf: Gehe hin und sprich zu diesem Volke: Höret nur immer und sehet nicht ein, sehet nur immer und erkennet nicht.
10.Denn verstockt bleibt das Herz dieses Volkes, seine Ohren schwer und seine Augen stumpf; [es fürchtet wohl], es könnte mit seinen Augen sehen, mit seinen Ohren hören und mit seinem Herzen erkennen und dann wieder genesen.
11.Ich fragte: Wie lange, o Herr, [wird es so bleiben]? Und er erwiderte: Bis dass die Städte verödet und leer von Bewohnern werden und die Häuser menschenleer, und der Boden zur Wüste verödet sein wird;
12.Bis der Herr die Menschen weggeführt haben wird, dass groß wird die Verlassenheit im Lande.
13.Wenn ein Zehntel noch da bleibt — wenn [das Land] der Vernichtung nahe ist, wie jene Terebinthe und Esche [am Tor Salechet]1Die gewöhnliche Übersetzung, »wie die Terebinthe, die ihr Laub abwirft,« gibt gar keinen Sinn, vielmehr hat der Prophet hingewiesen auf eine alte Terebinthe am Tor von Salechet [vergl. 1.Chronik 26, 16 vor dem Heiligtum., an welcher der Stamm geblieben, so bleibt ein Stamm der heiligen Samen.

Kapitel 7

Gegen die Feinde Jerusalems.
1.In den Tagen des Achaz, Sohnes Jotam, Sohnes Usija, Königs von Jehuda, zog Rezin, König von Aram, und Pekah, Sohn des Remalja, König von Israel, gegen Jerusalem, es zu bekämpfen, aber sie konnten es nicht erobern.
2.Dem Hause David war zuvor also gemeldet worden: Aram lagert in Efrajim, [und beide bereiten sich vor, Jehuda anzugreifen]. Da bebte das Herz [des Achaz] und das Herz seines Volkes wie die Waldbäume vor dem Sturm.
3.Der Herr sprach aber zu Jesaja: Gehe doch dem Achaz entgegen, du und dein Sohn Sear-Jasub, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches nach der Straße zum Walkerfelde.
4.Und sprich zu ihm: Sei ruhig und halte dich still; fürchte nicht und dein Herz möge nicht verzagen vor diesen beiden Stümpfen rauchender Feuerbrände, vor dem hassschnaubenden Rezin aus Aram und dem Sohne Remaljas.
5.Darum, weil Aram gegen dich Böses gesonnen, Efrajim und der Sohn Remaljas — also:
6.Wir wollen gegen Jehuda ziehen und es bedrängen und es mit Gewalt uns öffnen, dann wollen wir zum Könige darin setzen den Sohn Tabeals; —
7.Also spricht Gott, der Herr: Das kommt nicht zu Stande und wird nicht sein. 8.Die Residenz Arams bleibt Damaskus und das Haupt von Damaskus Rezin. Binnen fünfundsechzig Jahren ist Efraim gebrochen und kein Volk mehr — [wurde längst geweissagt].
9.Die Residenz Efraims bleibt solange Schomron — in Schomron bleibt der Sohn Remaljas als Oberhaupt. Wenn ihr es nicht glaubt, so ist in euch kein Glauben.
10.Gott ließ Achaz noch folgendes sagen:
11.Fordere dir ein Zeichen von dem Herrn deinem Gotte, [dass alles so eintreffen wird]; fordere es in der Tiefe oder in der Höhe oben.
12.Achaz erwiderte jedoch: Ich fordere nicht und versuche nicht den Herrn [Achaz war Götzendiener und hatte kein Vertrauen weder zu Gott noch zu den Propheten; seine Antwort war kühl ablehnend oder höhnend.].
13.[Jesaja] sprach darauf: Höret doch, Haus David! Ist es euch zu wenig, Menschen zu ermüden, dass ihr auch ungeduldig machen wollt meinen Gott?
14.Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Das junge Weib wird schwanger und gebärt einen Sohn, und du sollst seinen Namen nennen Immanuel [Gott mit uns]!
15.Rahm und Honig wird er essen, wie er erkennt, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen, [wenn er heranwächst, ist Judäa befreit].
16.Aber bevor der Knabe erkennen wird, das Böse zu verwerfen und das
Gute zu wählen, wird entvölkert sein das Land, vor dessen zwei Königen dir graut. 17.Der Herr wird über dich, über dein Volk und über dein Vaterhaus Tage bringen, wie sie nicht waren seit dem Tage, da Efraim von Jehuda abgefallen ist: den König von Assyrien.
18.An jenem Tage wird der Herr locken die Bremse, die am Ende der Ströme Ägyptens, und die Biene, die im Lande Assyrien [die bösen Feinde].
19.Sie werden kommen und lagern allesamt in den öden Tälern, in den Felsenspalten, in allen Dornhecken und auf allen Triften.
20.An jenem Tage wird der Herr abnehmen mit dem, jenseits des Stromes gedungenen Schermesser, mit dem König von Assyrien, das Haupthaar und das der Füße, und auch den Bart nimmt er weg.
21.Nachher aber wird jeder Mann eine Färse und zwei Schafe füttern.
22.Und wegen der Fülle des Milchertrages Rahm essen, denn Rahm und Honig wird jeder Übriggebliebene im Lande essen.
23.Um jene Zeit wird jeder Ort, wo tausend Weinstöcke im Wert von tausend Silberstücken sind, den Dornen und Disteln zu Teil.
24.Mit Pfeil und Bogen wird man dahin kommen; denn zu Dornen und Disteln wird das ganze Land werden.
25.Alle die Berge aber, welche mit der Hacke behackt werden, dahin kommt nicht die Frucht vor Dornen und Disteln; es dient zur Trift der Ochsen und zum Tummelplatz der Schafe.

Kapitel 8

Gegen die Feinde Hiskijas. König Hiskta, der den Götzendienst abgeschafft und den Glauben Israels wiederhergestellt hatte, stieß in Jerusalem auf Gegner, die ihn als schwach verschrien und entthronen wollten.
1.Der Herr sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreibe darauf mit großer Schrift: Schnell Beute, Plünderung eilt.
2.Und ich sollte mir zuverlässige Zeugen nehmen: den Priester Urija und Secharja, den Sohn Jeberechjas.
3.Ich nahte der Prophetin [in jenen Tagen] und sie ward schwanger und gebar einen Sohn. Der Herr sprach zu mir: Nenne seinen Namen Maher-Salal, HasBas. [Schnell Beute, Plünderung eilt].
4.Denn bevor der Knabe wird zu rufen verstehen Vater und Mutter, wird man daher tragen die Schätze von Damaskus und die Beute Schomrons vor dem König von Assyrien.
5.Der Herr verkündete mir weiter:
6.Weil dieses Volk das sanft fließende Wasser des Siloah2Ein Flüsschen in Jerusalem. verschmäht und sich freut des Rezin und des Sohnes Remaljas:3Viele Judäer hielten es mit den Feinden.
7.Darum wird der Herr die mächtigen und vielen Wasser des Stromes über sie bringen, den König von Assyrien und seine ganze Kriegsstarke; er steigt über all seine Behälter und dringt über all seine Ufer.
8.Er wird durch Jehuda streifen, es überfluten und überströmen und bis an den Hals reichen; und seine aufgespannten Flügel füllen die Weite deines Landes; Gott mit uns!
9.Werdet erschüttert, ihr Völker, und verzagt! Höret ihr Fernen! Gürtet euch, aber ihr werdet verzagen; gürtet euch, doch ihr werdet verzagen!
10.Fasset einen Anschlag, er wird zerstört: verabredet Beschlüsse, es kommt nichts zustande; aber mit uns ist Gott.
11.Denn also sprach der Herr zu mir in der Gewalt der Verzückung, um mich zu warnen, zu gehen auf dem Wege dieses Volkes, mit den Worten:
17.Ich harre auf den Herrn, der sein Antlitz verbirgt vor dem Hause Jakob,
ich hoffe auf ihn.
18.Denn ich und die Kinder, die der Herr mir gegeben, sind Zeichen und Vorbilder in Israel vor dem Herrn Zebaot, der auf dem Berge Zijon thront.
19.Sie werden von euch verlangen: Befraget die Beschwörer und Weissager, die da zirpen und flüstern; befragt doch ein jedes Volk seinen Gott, für die Lebendigen die Toten
20.Um Lehre und um Zeugnis. Gewiss werden sie zu euch solch Unsinniges sprechen.
21.Aber der [diesen Weg] betritt, wird dereinst unglücklich und hungern; und wenn er hungert, so ergrimmt er und flucht seinem König und seinem Gott. Er schaut nach oben
22.Und blickt zur Erde, überall sieht er Drangsal und Finsternis, finstere Bedrängnis und weite Dunkelheit.
23.Ist nicht auch der Mächtige [Efraim] ermattet? Einst machte der Erste [der König von Assyrien, der gegen Israel auszog] es leicht; [er eroberte nur] das Land Sebulon und das Land Naftali; aber der Letzte machte es schwer, [er dehnte seinen Siegeszug aus] zum Meer hin, jenseits des Jordan und den Kreis der Stämme.
12.Lasse dich nicht ein in die Verschwörung, wenn dieses Volk Verschwörung anzettelt; fürchtet nicht, was ihm Furcht macht, und erschrecket nicht [euch mit den Feinden einzulassen].
13.Den Herrn Zebaot haltet heilig, er sei eure Furcht und er, der euch Schrecken macht.
14.Er wird zum Heiligtum sein [zum Schutz], aber auch zum Stein des Anstoßes und zum Felsen des Strauchelns für die zwei Häuser Israels, zur Falle und Schlinge für die Bewohner Jerusalems.
15.Viele unter ihnen werden straucheln; sie werden fallen und dabei zerschmettern; sie werden umgarnt werden und gefangen.
16.[Ich sehe, spricht der Prophet], es wäre besser, das Zeugnis geheim zu halten, die Lehre zu versiegeln bei meinen Jüngern;

Kapitel 9

Nach dem Sieg über Sanherib.
1.Das Volk, das im Finstern gewandelt, schaut nun großes Licht, und die
im Lande des finstern Nebels geweilt, über sie strahlt Helle.
2.Du hast groß gemacht das Volk, ihm die Freude erhöht; sie freuen sich vor dir wie Freude in der Ernte, wie man jubelt beim Beuteteilen.
3.Denn sein schwer lastendes Joch und den Stock auf seinem Rücken, den Stecken seines Treibers hast du gebrochen wie am Tage Midjans, [als Gideon die Midjaniten besiegt hatte].
4.Denn alle Rüstung rief Getöse hervor, und das mit Blut besudelte Kriegskleid wurde verbrannt, vom Feuer verzehrt.
5.Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, die Herrschaft ist auf seiner Schulter, man darf ihn nennen: Pele-Joez El-Gibbor-Abiad-Sar-Salom4Dieser Vers ist einer der schwierigsten, an dessen Erklärung sich die jüdischen wie christlichen Bibelforscher vergebens abgemüht haben. Am einleuchtendsten ist die Erklärung Luzzattos, der mit Recht darauf hinweist, dass die Weissagung Jesajas sich oft durch Namensnennung auszeichnet, die einen ganzen Satz enthält. So nannte er (oben K. 8, 3) seinen Sohn: »Schnell kommt die Beute, die Plünderung ein.« Ebenso nennt er den König Hisklja, in dessen Regierungszeit Sanheribs Macht wunderbar vernichtet wurde: »Wundervoll vom mächtigen Gott beraten, vom Vater der Ewigkeit, ein Friedensfürst.«.
6.Seine Macht wird gemehrt und des Friedens ist kein Ende auf dem Throne Davids und in seinem Königreiche; es wird aufgerichtet und gestützt durch Gebühr und Recht von nun an bis auf ewig. Der Eifer des Herrn Zebaot tut solches.

Gegen die Hochmütigen in Schomron.
7.Ein Wort entsendet der Herr gen Jakob, und es kommt herab auf Israel,
8.Dass es erfahren soll das Volk allzumal, Efraim und die Bewohner Samarias, die im Stolz und Hochmut sprechen:
9.Ziegel sind gefallen, dafür bauen wir Werkstücke; Maulbeerbäume sind gefällt, Zedern setzen wir dafür ein. [Wir werden uns zu neuer Kraft emporschwingen].
10.Aber der Herr macht stark die Feinde Rezins über dasselbe und seine Widersacher wappnet er.
11.Aram greift es von Osten an und die Philister von Westen und sie fressen Israel ganz auf. Bei all dem wendet sich nicht sein Zorn und noch ist seine Hand ausgestreckt [sie zu strafen].
12.Denn das Volk kehrt nicht zu dem zurück, der es straft, und den Herrn Zebaot suchen sie nicht.
13.Der Herr vernichtet aus Israel Haupt und Schwanz, Palmzweig und Buche an einem Tage.
14.Der Greis und Angesehene ist das Haupt, und der Prophet, der Lüge lehrt, ist der Schwanz.
15.Die Leiter dieses Volkes führen es irre, und seine Geleiteten sind verblendet.
16.Darum hat der Herr keine Freude an seinen Jünglingen, und seiner Waisen und seiner Witwen erbarmt er sich nicht; denn ganz ist es gottlos und vom Argen, und jeder Mund spricht Schändliches. Bei all dem wendet sich nicht sein Zorn, und noch ist seine Hand ausgestreckt.
17.Denn es brennt wie Feuer die Bosheit, sie frisst Dornen und Disteln und zündet in des Waldes Dickicht, dass die Rauchwirbel ihn verhüllen.
18.Vom Grimm des Herrn Zebaot ist das Land durchheizt, dass das Volk wie vom Feuer verzehrt wurde. Einer schont den andern nicht.
19.Es schneidet ab zur Rechten und hungert, und isst zur Linken, aber sie werden nicht satt. Das Fleisch seines Armes isst ein jeder.
20.Manasse [verzehrt] den Efraim und Efraim den Manasse, beide zusammen fallen über Jehuda her. Bei all dem wendet sich nicht sein Zorn, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

Kapitel 10

1.O über die, welche unheilvolle Gesetze erlassen und ungerechte Urteile niederschreiben.
2.Zu beugen das Recht der Armen und zu berauben die Dürftigen meines Volkes, dass Witwen ihre Beute werden, und sie die Waisen plündern.
3.Was werdet ihr tun am Tage der Ahndung und wenn Verderben über euch von fern her kommt? Zu wem werdet ihr flüchten um Beistand, und wo werdet ihr eure Herrlichkeit lassen.
4.Jene, die nicht unter der Fessel gebeugt sind, werden unter Erschlagenen sinken. Bei all dem wendet sich nicht sein Zorn, und noch ist seine Hand ausgestreckt.
Gegen Assyrien.
5.O über Assyrien, die Rute meines Zorns; mein Grimm ist ein Stock in seiner Hand.
6.Gegen ein gottloses Volk lasse ich ihn los, und gegen das Volk, das ich hasse, entbiete ich ihn, zu erbeuten und alles zu plündern und es zu zertreten wie Kot der Gassen.
7.Er aber meint nicht also und sein Herz denkt nicht also, [dass er nur meine Befehle vollstreckt], sondern zu vernichten hat er im Sinne und viele Völker auszurotten.
8.Denn er spricht: Meine Fürsten [mir untertan] sind alle Könige.
9.Ist doch Kalne wie Karkemis, Hamat wie Arpad; und ist nicht Schomron wie Damaskus? [Alle hab ich bezwungen].
10.Wie meine Hand erworben hat jene Reiche, — und ihre Götter waren mehr als die Jerusalems und Schomrons.
11.Nun wie ich getan an Schomron und seinen Göttern, also tue ich an Jerusalem und seinen Bildern.
12.Wenn aber der Herr vollendet haben wird sein ganzes Wert an dem Berge Zijon und an Jerusalem, so werde ich, [spricht der Herr], heimsuchen die Frucht des Hochmutes des Königs von Assyrien und das Prahlen seiner stolzen Blicke.
13.Denn er spricht: Durch die Kraft meiner Hand habe ich es vollbracht und durch meine Weisheit, denn ich hatte die Einsicht. Ich habe verrückt die Grenzen der Völker und ihre Vorräte geplündert und gestürzt die Befestigten.
14.Wie Vogelnester erwarb meine Hand der Völker Reichtum; wie man verlassene Eier aufrafft, habe ich alle Reiche der Erde aufgerafft. Keiner war, der den Flügel dagegen bewegte und den Mund auftat zum Zwitschern.
15.Darf aber die Art gegen den damit Hauenden prahlen, oder die Säge sich erheben gegen den sie Schwingenden? Als schwänge der Stock die, die ihn erheben, als erhöbe der Stab den [Menschen], der kein Holz ist.
16.Darum wird der Herr Zebaot seine Starken schwach werden lassen, und unter seiner Heeresschar entbrennt ein Feuerbrand.
17.Das Licht Israels wird zum Feuer und sein Heiliger zur Flamme und lodert und verzehrt sie samt seinen Dornen und Disteln an einem Tage.
18.Die Herrlichkeit seines Waldes und Fruchtgefildes reibt er völlig auf, und es wird sein wie eine wurmstichige Frucht.
19.Nur sehr wenig Bäume seines Waldes [wenige aus seinem Heere] werden übrigbleiben; ein Knabe wird sie aufschreiben können.
20.An jenem Tage wird der Überrest Israels und das Entronnene des Hauses Jakob sich nicht mehr stützen auf den, der es schlägt, sondern sich auf den Herrn, den Heiligen Israels, mit Zuversicht stützen.
21.Der Überrest kehrt zurück, der Überrest Jakobs [kehrt zurück] zum starken Gott.
22.Denn ist auch dein Volk, Israel, wie der Sand des Meeres, kehrt doch nur davon der Rest zurück; [über die andern] ist die Vernichtung beschlossen, sie flutet einher mit Gerechtigkeit.
23.Denn entschiedene Verheerung vollführt der Herr Zebaot im ganzen Lande.
24.Fürwahr, spricht der Herr Zebaot: Fürchte dich nicht, mein Volk, Bewohner
Zijons, vor Assyrien, der mit dem Stocke dich schlägt und seinen Stab über dich aufhebt nach der Art Ägyptens.
25.Denn ein Geringes, ein Weniges noch, und geschwunden ist der Grimm, mein Zorn ist dann gerichtet auf ihre Schändlichkeit.
26.Der Herr Zebaot schwingt über [Assyrien] die Geißel, wie er Midjan schlug am Felsen Oreb, und seinen Stab streckt er aus über das Meer und erhebt ihn auf dem Wege von Ägypten.5Anspielung auf geschichtliche Ereignisse, als Israel von mächtigen Feinden errettet wurde, vergl. Buch der Richter 7,25.
27.An jenem Tage weicht seine Last von deiner Schulter und sein Joch von deinem Halse; es zerbricht das Joch vor dem Fette.
28.Er kam über Ajat6Der Prophet beschreibt, wie sich Sanherib Jerusalem genaht und welchen Schrecken er in Judäa verbreitet hat. und zog durch Migron, zu Michmas ließ er sein Gepäck. 29.Sie zogen durch den Engpaß, zu Geba übernachteten sie. Rama zitterte, die Einwohner von Gibeat Saul flüchteten.
30.Laß deine Stimme schallen, Bevölkerung Gallims, dass man es höre in Laïs, Anija und Anatot [ganz nahe an Jerusalem].
31.Es fliehet Madmena, Gebims Bewohner befestigen sich.
32.Noch heute soll [der Feind] in Nob verweilen, er schwingt seine Hand gegen den Berg Zijon, den Hügel von Jerusalem.
33.Aber der Herr Zebaot schneidet ab die Laubkrone mit Gewalt, und die von ragendem Wuchse werden gefällt und die Hohen erniedrigt.
34.Es wird umgehauen des Waldes Dickicht mit dem Eisen, und der Libanon fällt durch einen Mächtigen.

Kapitel 11

Verheißung auf Frieden und Glück.
1.Es keimt dann ein Reis aus dem Stamme Isai und ein Sprößling
bricht aus seinen Wurzeln hervor.
2.Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und Gottesfurcht.
3.Er wird richten mit Gottesfurcht. Nicht nach seinem Augenschein wird er richten und nicht nach des Ohres Gerücht entscheiden.

4.Denn er wird mit Gerechtigkeit die Armen richten und zurechtweisen mit Lauterkeit die Sanftmütigen im Land; aber [die Frevler] des Landes mit der Geißel des Mundes schlagen und mit dem Hauch seiner Lippen den Bösewicht töten.
5.Das Recht wird sein seiner Lenden Gurt und die Treue der Gurt seiner Hüften.
6.Dann wird wohnen der Wolf mit dem Lamme, und der Tiger wird lagern neben dem Böcklein, und Kalb und junger Löwe und Masttier zusammen, ein kleiner Knabe wird sie leiten.
7.Kuh und Bär werden weiden und ihre Jungen zusammen lagern, und der Löwe Stroh fressen wie ein Rind.
8.Der Säugling wird spielen auf dem Loche der Natter, in die Höhle des Basilisken wird das kaum entwöhnte Kind seine Hand strecken.
9.Sie werden niemanden ein Leid tun und kein Verderben anrichten auf meinem ganzen heiligen Berge. Denn voll wird die Erde der Erkenntnis des Herrn, wie Wasser die Meerestiefe bedecken.
10.An jenem Tage werden sich die Völker zu dem Stamm Isais wenden, der als Panier der Völker stehen wird, — und seine Ruhe [der Friede] wird ehrenvoll sein [nicht in großen Siegen wird fortan Ruhm gefunden werden].
11.An jenem Tage wird der Herr zum zweiten Male seine Macht zeigen, sich zuzueignen den Rest seines Volkes, der übrig bleiben wird von Assyrien, von Ägypten, von Patros, von Kusch [Äthiopien], von Elam, von Sinear, von Hamat und von den Inseln des Meeres.
12.Er wird ein Panier den Völkern erheben und sammeln die Verstoßenen Israels; die Zerstreuten von Jehuda wird er versammeln von den vier Enden der Erde.
13.Dann wird aufhören die Eifersucht Efraims, und die Feindschaft Jehudas wird schwinden. Efraim wird nicht eifersüchtig sein auf Jehuda und Jehuda nicht befeinden Efraim.
14.Gemeinsam werden sie die Philister angreifen, westlich, vereint plündern die Sohne des Morgenlandes; Edom und Moab werden ihre Habe, und die Ammoniter werden ihnen gehorsam sein.
15.Der Herr wird die Zunge des Meeres von Ägypten trocken machen, und seine Hand in der Glut seines Zornes über den Strom schwingen und ihn in sieben Bäche zerschlagen, dass man ihn in Schuhen beschreiten kann.
16.Es wird eine Bahn für den Überrest seines Volkes, der überbleibt von Assyrien, wie er war für Israel, am Tage seines Auszuges aus dem Lande Ägypten.

Kapitel 12

1.An jenem Tage wirst du sprechen: Ich danke dir, o Herr, obwohl du mir gezürnt hast. Nun wendet sich dein Zorn und du tröstest mich.
2.Der Herr ist mein Heil; ich bin getrost und zage nicht, denn mein Sieg und
mein Sang ist Gott, der Herr, er war mein Heil.
3.Ihr werdet Wasser schöpfen mit Wonne aus den Quellen des Heils,
4 Und werdet sprechen an jenem Tage: Danket dem Herrn, rufet an seinen Namen, verkündet unter den Völkern seine Wundertaten, preiset, denn erhaben ist sein Name.
5.Spielet auf Saiten zu Ehren des Herrn, denn herrliches hat er getan. Kund geworden ist dies auf der ganzen Erde.
6.Juble und jauchze, Bewohnerschaft Zijons, denn groß ist in deiner Mitte der Heilige Israels.

Kapitel 13

Babels Sturz.
1.Vortrag über Babel, den geschaut hat Jesaja, Sohn des Amoz.
2.Auf steilem Berge erhebet ein Panier, rufet ihnen mit lauter Stimme zu, schwinget die Hand, dass sie einziehen in die Tore der Gewaltigen.
3.Ich habe aufgeboten meine Gerüsteten, geladen habe ich meine Helden für mein Zorngericht, meine stolzen Helden.
4.[Horch!] Eine Stimme des Getöses auf den Bergen, wie von zahlreichem Volke, Stimme des Geräusches versammelter Völkerreiche, der Herr Zebaot mustert ein Kriegsheer.
5.Sie kommen vom fernen Lande, vom äußersten Ende des Himmels, der Herr und die Werkzeuge seines Grimmes, zu vernichten, das ganze Land.
6.Heulet, denn nah ist der Tag des Herrn; wie ein Wolkenbruch vom Allmächtigen kommt er.
7.Darüber werden alle Hände schlaff und jedes Menschenherz verzagt.
8.Alle erschrecken sie, Wehen und Schmerzen erfassen sie, wie die Gebärerin kreisen sie. Einer starrt den andern mit flammendem Gesichte an.
9.Der Tag des Herrn kommt grauenvoll, Grimm und Zornesglut; er verwandelt die Erde in Wüsteneien, und ihre Sünder tilgt er weg von ihr.
10.Selbst die Gestirne des Himmels und seine Orione lassen ihr Licht nicht leuchten. Finster ist die Sonne bei ihrem Aufgange, und der Mond lässt sein Licht nicht schimmern.
11.Ich ahnde an dem Erdball die Bosheit, [spricht der Herr], und an den Frevlern ihre Schuld: ich dämpfe den Hochmut der Trotzigen, und die Macht der Tyrannen stürze ich.
12.Ich mache den Sterblichen seltener denn gediegenes Gold und den Menschen denn Ofirs Kleinod.
13.Darüber mache ich den Himmel zittern, und es erbebt die Erde von ihrer Stätte, beim Grimme des Herrn Zebaot und am Tage seiner Zornesglut.
14.Wie das gescheuchte Reh, wie die Schafe, die [kein Hirt] sammelt, so wenden sie sich jeder zu seinem Volke, so werden sie fliehen, jeder nach seinem Lande.
15.Wer sich [auf freiem Felde] finden lässt, wird [mit der Lanze] durchbohrt, und wer sich [in der Stadt] verbirgt, fällt durch das Schwert.
16.Ihre Kinder werden zerschmettert vor ihren Augen, ihre Häuser werden geplündert und ihre Frauen geschändet.
17.Ich rege auf gegen sie das Volk der Meder, die Silber nicht achten und nicht nach Gold verlangen, [sondern schonungslos alles niedermachen werden].
18.Ihre Knaben werden Bogen zerschmettern; der Leibesfrucht erbarmen sie sich nicht, auch Kinder schont ihr Auge nicht.
19.Babel, der Schmuck der Königreiche, die stolze Zierde der Chaldäer, wird sein wie Sodom und Gomorrha, das Gott zerstört hat.
20.Es wird niemals mehr bewohnt sein, und bis in die spätesten Geschlechter wird niemand dort ruhen; der Beduine wird dort sein Zelt nicht aufschlagen und Hirten werden [ihre Herden] dort nicht lagern lassen.
21.Aber es werden dort Steppentiere lagern, und ihre Häuser werden voll von Eulen; Strauße werden dort hausen und Teufel daselbst hüpfen,
22.Schakale werden in ihren Palästen heulen und Waldtiere in den ehemaligen Tempeln der Lust. Es nahet die Zeit
[der Strafe] heran, und es zögern nicht die Tage [ihrer Heimführung].

Kapitel 14

1.Denn der Herr wird sich Jakobs erbarmen und wiederum erwählen Israel und sie in ihr Land einsetzen; der Fremdling schließt sich ihnen an, und sie hängen sich an das Haus Jakobs. 2.Völker werden sie nehmen und an ihre Stätte geleiten; das Haus Israel macht jene sich zu eigen auf dem Boden des Herrn zu Knechten und Mägden; sie werden ihre Zwingherren gefangen halten und über ihre Dränger herrschen.
3.An dem Tage, da der Herr dir Ruhe gönnt von deiner Mühsal und deinem
Ungemach und von der schweren Fronde, die dir aufgelegt worden war.
4.Da wirst du vortragen diese Gleichnisrede über den König von Babel und sprechen: Wie feiert der Treiber, wie feiert die Quälerei.
5.Zerbrochen hat der Herr den Stab der Bösen, den Stock der Herrscher,
6.Der Völker schlug im Grimme, Schläge ohne Unterlass, der mit Zorn über Völker schaltete, verfolgend ohne Einhalt.
7.Jetzt ruhen aus, rasten alle Völker der Erde! Sie jubeln laut auf.
8.Auch die Zypressen freuen sich darüber, die Zedern Libanons: Seitdem du liegst, zieht niemand aus, uns zu fällen7Die babylonischen Eroberer pflegten die Bäume zu fällen, um sie beim Bau der Belagerungswerke zu benutzen..
9.Aber die Hölle darunter erzittert deiner Ankunft entgegen; sie stört dir auf die Abgeschiedenen, all die Mächtigen der Erde, lässt aufstehen von ihren Thronen all die Könige der Völker.
10.Sie alle heben an und sprechen zu dir: Auch du bist zusammengebrochen wie wir, bist uns gleich geworden.
11.Gestürzt in die Hölle ist dein Stolz, das Rauschen deiner Pfalter. Unter dir gebettet ist Gewürm, und Würmer bedecken dich.
12.Wie bist du vom Himmel gefallen, Glanzstern, der du am Morgen gestrahlt; zu Boden geschmettert bist du, der du die Völker bezwungen!
13.Du hattest doch gedacht: In den Himmel will ich steigen, über Gottes Sterne meinen Thron erheben und mich setzen auf den Berg der Versammlung in dem äußersten Norden8Das heidnische Altertum glaubte, der äußerste Norden am Himmel wäre der Sitz der Götter..
14.Steigen will ich auf die Wolkenhöhen, mich gleichstellen dem Höchsten.

15.Aber in die Hölle bist du gestürzt, in die tiefste Gruft.
16.Die dich sehen, blicken hin auf dich und betrachten dich staunend. Ist das der Mann, der die Erde zittern machte, der Königreiche erschüttert?
17.Er machte das Erdenrund der Wüste gleich und riss seine Städte nieder, seine Gefesselten ließ er niemals in die Heimat.
18.Alle Könige der Völker liegen in Ehren, jeder in seiner Gruft;
19.Aber du bist geschleudert aus deinem Grabe, wie ein widerwärtiger Auswuchs, [aufgefunden] in einem Haufen von Erschlagenen, vom Schwerte Durchbohrten, die hinabsinken in die Tiefe der Gruft, ein zertretenes Aas9Bezieht sich gewiss auf ein geschichtliches Ereignis, dass die Eroberer Babels die chaldäischen Königsgräber geplündert und die Leichen der Könige auf die Straße geschleudert haben..
20.Du wirst mit jenen nicht vereint im Begräbnis, denn dein Land hast du zerstört, dein Volk erschlagen; dass in alle Ewigkeit nicht mehr genannt werde die Brut der Übeltäter [dass dir kein Andenken bleibe].
21.Metzelt seine Söhne nieder wegen der Schuld ihrer Väter, dass sie nicht aufstehen und einnehmen das Land, wodurch die Welt sich füllte mit Unruhstiftern.
22.Ich mache mich über sie her, ist der Spruch des Herrn Zebaot, und rotte aus von Babel Namen und Überrest, Kind und Enkel, spricht der Herr.
23.Ich mache es zum Besitztum der Kröte und zu Wasserbächen, und fege es weg mit dem Besen der Vertilgung, spricht der Herr Zebaot.
Über den Sturz Sanheribs.
24.Geschworen hat der Herr Zebaot also: Wo es nicht also geschieht, wie ich gesonnen war und wie ich beschlossen, also bestehet es — !
25.Dass ich Assyrien zerschlage in meinem Lande, auf meinen Gebirgen zerstampf ich ihn; und es soll weichen von [Israel] sein Joch, und seine Last weicht von seiner Schulter.
26.Dies ist der Beschluss der über die ganze Erde gefasste, und dies die Hand, die ausgestreckt über all die Völker.
27.Denn der Herr Zebaot hat beschlossen, wer kann es stören? Und seine Hand ist ausgestreckt, wer kann sie zurückwenden?
Über die Philister.
28.Im Todesjahre des Königs Achaz erging diese Weissagung:
29.Freue dich nicht so ganz, Pleset, ob auch zerbrochen ist der Stock deines Schlägers, denn aus der Wurzel einer Schlange kommt eine Natter und deren Frucht ist ein fliegender Drache.
30.Und es ruhen die Erstgeborenen der Darbenden [die Israeliten], und Durstige lagern sicher; aber deine Wurzel töte ich durch Hunger und deinen Überrest würge ich.
31.Heule, o Tor, schreie, o Stadt, von Angst bist du ganz aufgelöst, Pleset! denn von Norden her kommt Rauch und keiner bleibt zurück unter seinen Aufgebotenen.
32.Und was werden beichten die Gesandten des Volkes, [wenn sie die Rettung Israels vor Sanherib zu begrüßen kommen]? Dass der Herr Zijon gegründet, und darin geborgen sind die Armen seines Volkes.

Kapitel 15

Klage über Moabs Unglück.
1.Vortrag über Moab. In der Nacht wurde Ar geplündert und Moab
verheert; in der Nacht wurde Kir geplündert. Moab deshalb verheert.
2.[Das Volk] ging in das [Götzen]Haus, in Dibon [ging es] auf die Anhöhen zum Weinen; um Nebo und um Medeba jammert Moab auf all seinen Häuptern ist Glatze, jeder Bart abgeschnitten [als Zeichen der Trauer].
3.In seinen Gassen hüllen sie sich ein mit Säcken, auf ihren Dächern und in ihren Straßen jammert alles, es zerfließt in Weinen.
4.Es schreiet Hesbon und Elale, bis Jahaz wird ihre Stimme gehört. Die Kriegsflüchtigen und Kriegsfrohen Moabs sind alle um ihr eigenes Leben besorgt.
5.Mein Herz wehklagt um Moab und um ihre Flüchtigen, die bis Zoar gelangen — diese einst große Macht; denn den Aufgang von Luhit geht man #mit Weinen; auf dem Wege von Horonajim lassen sie Wehgeschrei erschallen.
6.Die Fluten von Nimrin werden verwüstet sein, verdort ist das Gras, dahin das Grüne, Kraut ist nicht da.
7.Darum tragen sie ihren Erwerb [ihre Schafe] und alles, worüber sie schalten, über den Weidenbach hin.
8.Denn das Geschrei umringt das Land von Moab; bis Eglajim [erschallt] seine Klage und bis Beër Elim sein Jammern. 9.Die Gewässer von Dimon sind voll Blut; Dimon wird dadurch großen Zufluss erhalten. Über die Geretteten Moabs kommt ein Löwe und über den Rest des Landes.

Kapitel 16

1.Dann werdet ihr senden die Lämmer, die ihr dem Herrscher im Lande
zu geben pflegtet, von Sela zur Wüste, zum Berge des Volkes Zijon [als Geschenk].
2.Wie ein flüchtiger Vogel, der vom Nest verscheucht, werden die Töchter Moabs an den Furten des Arnon sein, [um vor dem Feinde zu flüchten].
3.[Sie werden mit der Bitte kommen]: Schaffe Rat, übe Recht, gewähre der Nacht gleich deinen Schatten am Mittag, birg die Verstoßenen, den Flüchtigen verrate nicht.
4.Lass bei dir weilen die Verstoßenen Moabs, sei ihnen ein Schirm vor dem Räuber, bis dass aufhört die Erpressung, ein Ende nimmt die Verheerung, geschwunden sind die Zertreter aus dem Lande.
5.Denn gegründet auf Liebe ist [bei euch] der Thron; auf ihm sitzt mit Treue im Zelte Davids ein Richter, der nach Gebühr trachtet und der Gerechtigkeit kundig ist.
6.[Aber Israel erwidert auf diese Bitte:] Wir haben vernommen den Hochmut Moabs, es überhebt sich sehr, [wir kennen] seinen Übermut, seinen Hochmut, sein Auffahren, seinen grundlosen Stolz.
7.Darum jammert Moab, um Moabs gänzliche Vernichtung jammerte; um die Festen von Kir Hareset seufzt ihr, gänzlich zerschlagen.
8.Denn die Fruchtgefilde Hesbons sind welk; der Weinstock Sibmas — die Kriegsmänner von Gojim zerschlugen seine Ranken; bis Jaser reichten sie, erstreckten sich der Wüste zu, ihre Aeste rankten weit über das Meer hin.
9.Darum weine ich mit Jaser um Sibmas Weinstock, ich tränke dich mit meinen Thränen, Hesbon und Elale, denn in deine Fruchtlese und in deine Ernte fällt Schlachtgeschrei.
10.Dahin ist Freude und Fröhlichkeit aus dem Fruchtgefilde, und in den Weinbergen wird nicht mehr gejauchzt und gelärmt. In den Keltern tritt man nicht mehr den Wein, ein Ende machte ich dem Freudengeschrei.
11.Darum ist mein Inneres um Moab bewegt gleich den Saiten einer Zither, ich bin tiefgerührt um Kir Heres.
12.Nachdem es sich gezeigt, dass Moab vergebens auf den [heiligen] Höhen geweint, gingen sie in das Heiligtum um zu beten; aber es vermochte nicht [sein Schicksal abzuwenden].
13.Dies ist das Wort, dass der Herr geredet über Moab seit langem. 10Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass Jesaja, wie hier ausdrücklich gesagt wird, eine ältere prophetische Rede über Moab wiederholt und den Schluss hinzugefügt hat. Auch die Sprache weist auf eine viel frühere Abfassungszeit hin. Im Übrigen befindet sich diese Weissagung auch bei Jeremia.
14.Jetzt aber redet der Herr also: In drei Jahren, gleich den Dienstjahren eines Löhners11In der alten Zeit pflegte sich ein Löhner nur auf drei Jahre zu vermieten; vergl. 5.B. Moses 15, 18., wird gering sein die Herrlichkeit Moabs bei all [seiner] zahlreichen Menge; es bleibt davon nur wenig und unbeträchtlich.

Kapitel 17

Über Aram-Damaskus.
1.Vortrag über Damaskus. Damaskus soll aufhören eine Stadt zu sein,
es wird verfallene Trümmer werden.
2.Verlassen werden sein die Städte Aroërs, den Heerden werden sie [ein Weideplatz]; sie lagern dort und niemand scheucht sie.
3.Es wird zerstört die Feste von Efraim und das Königtum von Damaskus, und der Rest Arams wird gleich der Herrlichkeit der Kinder Israel, ist der Ausspruch des Herrn Zebaot12Aram und Efraim verbanden sich damals gegen Jehuda, vergl. oben 7, 1 ff..
4.An jenem Tage schwindet die Herrlichkeit Jakobs, und das Fett seines Fleisches wird mager.
5.[Der Feind wird mit Israel verfahren] wie der Schnitter bei der Ernte, wie er die stehende Saat zusammenrafft und mit dem Arm die Ähren schneidet; [der Feind wird alles plündern], wie man die Ähren zusammenliest im Tale Refaim [das Tal, welches südwestlich von Jerusalem lag).
6.Es bleiben nur wenige übrig wie die Beeren zur Nachlese, wie beim Olivenschlagen, zwei, drei Beeren an der Spitze des Wipfels, vier, fünf an ihren fruchtreichen Ästen, — ist der Spruch des Herrn, des Gottes Israels.
7.Am selben Tage wird der Mensch seine Hoffnung setzen auf seinen Schöpfer, und seine Augen werden auf den Heiligen Israels emporblicken.
8.Er wird nicht auf die Altäre [des Götzendienstes], seiner Hände Werk, seine Hoffnung setzen, und zu dem, was seine Finger gemacht, nicht emporblicken, noch zu dem Hain und den Sonnenbildern.
9.An jenem Tage werden die Städte seiner Schutzwehr sein gleich dem einsamen Forst und Wipfel, die man verlassen hat, welche [die Einwohner] verlassen haben vor den Israeliten; sie werden eine Wüste sein.
10.Denn du vergaßest den Gott deines Heils, und des Hortes deiner Schutzwehr gedachtest du nicht, darum pflanztest du liebliche Pflanzen und einen fremden Schnittling setztest du darein. 13Du gingst blos deinem Auge nach und folgtest den heidnischen Bräuchen.
11.Am Tage, da du gepflanzt, sahst du es groß werden, und am Morgen sahst du aufsprossen deine Saat. Aber die Ernte verschwindet am Tage der Überschwemmung; welches unheilbare Wehe!
12.O ihr zahlreichen Völker, [Aram und Efraim], die gleich dem Meerestosen toben, ein Geräusch von Volksstämmen, die gleich den gewaltigen Fluten rauschen.
13.Nationen rauschen gleich den mächtigen Gewässern, aber [Gott] schilt es, und es flieht fern hin und wird gejagt wie Spreu der Berge vor dem Wind und wie Staubwirbel vor dem Unwetter.
14.Zur Abendzeit, da ist Bestürzung; aber noch ehe Morgen wird, ist es nicht mehr. Dies das Schicksal unserer Plünderer und das Loos unserer Räuber.

Kapitel 18

Gegen das Bündnis mit Äthiopien.
1.O über das Land, das mit seinen Flügeln dich beschatten soll, jenseits der Ströme Äthiopiens.
2.Du sendest Boten auf das Meer, in schilfenen Fahrzeugen über die Fläche des Wassers. Gehet hin, leichte Boten, zu dem gestreckten und fettglänzenden Volke, zu dem seit jeher gefürchteten Volke, zu
dem sehnigen und niedertretenden Volke, dessen Land Ströme durchschneiden.
3.Alle Insassen des Erdenrundes und
Bewohner der Erde! wenn das Panier erhoben wird auf den Bergen, werdet ihr es sehen, und wenn man in die Posaunen stößt, werdet ihr es hören.
4.Denn also sprach der Herr zu mir,
dass ich still und ruhig hinblicken möge aus meiner Wohnstätte; [es kommt] wie dürre Gluthitze am frühen Morgen, wie schattendes Gewölk bei Ernteglut.
5.Denn vor der Ernte, wenn es vollends ausgeschlagen ist und die Blüte aufknospen und reif werden soll, da wird er abhauen die Ranken mit Rebenmessern, und die Schösslinge schneidet er ab und wirft sie weg.
6.Sie werden sämtlich überlassen den Raubvögeln der Berge und dem Vieh des Landes; es übersommert darauf der Raubvogel, und alles Vieh des Landes überwintert darauf.
7.In jener Zeit wird dargebracht eine Gabe dem Herrn Zebaot vom gestreckten und fettglänzenden Volke, dem von seit jeher gefürchteten Volke, dem sehnigen und niedertretenden Volke, dessen Land Ströme durchschneiden, an den Ort, dem Namen des Herrn Zebaot geweiht, dem Berg Zijon.

Kapitel 19

Ägyptens Niederlage.
1.Vortrag über Ägypten. — Der Herr fährt einher auf leichter Wolke
und kommt nach Ägypten, und es beben die Götzen Ägyptens vor ihm und das Herz der Ägypter schmilzt in ihnen.
2.Ich hetze Ägypter gegen Ägypter, dass sie kämpfen einer mit dem andern, jeder mit seinem Genossen, Stadt gegen Stadt, Reich gegen Reich.14Der Prophet spielt auf einen Bürgerkrieg an, der Ägypten durchtobte.
3.Es wird leer der Geist Ägyptens und ihre Ratschlüsse verwirre ich; sie befragen die Götzen, die Bauchredner, die Beschwörer und die Weissager.
4.Ich liefere dann Ägypten in die Hand eines harten Herrn: ein strenger König soll sie beherrschen, ist der Spruch des Herrn Zebaot.
5.Es versiegt das Wasser aus dem Meere, und der Strom [der Nil] trocknet aus und versiegt.
6.Es faulen die Ströme, seicht werden und trocknen aus die Flüsse Ägyptens; Rohr und Schilf verwelken.
7.Kahl wird es sein am Fluss, an der Mündung des Flusses, denn die Saat am Fluss vertrocknet, sie zerstiebt und ist dahin.
8.Es jammern dann die Fischer und trauern alle, die in den Fluss die Angel werfen; die das Netz ausbreiten im Wasser sind verlassen.
9.Zu Schanden werden auch jene, die buntes Linnen verfertigen, und die Weber erbleichen [vor Gram].
10.Ihre Vornehmen sind niedergeschlagen, auch alle Lohnarbeiter seelenbetrübt.
11.Wie töricht sind Tanis Fürsten, die weisen Räte Pharaos sind ratlos. Wie könnt ihr doch sprechen zu Pharao: Ein Sohn der Weisen bin ich, ein Sohn von Königen der Urzeit?
12.Wo sind sie denn, deine Weisen? dass sie dir doch verkünden, dass sie erfahren, was beschlossen hat der Herr Zebaot über Ägypten.
13.Betört sind Tanis Fürsten, verführt die Fürsten von Memphis, und irregeleitet haben Ägypten seine Vornehmen.
14.Der Herr hat ausgegossen über ihn einen Geist der Zerrüttung, und sie leiten Ägypten irre in all seinem Thun, wie ein Trunkener umherirrt in seinem Gespei.
15.Es gelingt Ägypten keine Tat, was Haupt oder Schwanz, Palmzweig oder Binse vollführt.
16.Am selben Tage werden die Ägypter gleich den Frauen, sie erschrecken und zittern vor dem Schwung der Hand des Herrn Zebaot, die er darüber schwingt.
17.Es wird das Land Jehuda für Ägypten zum Schrecken sein; so oft man es ihm erwähnt, zittert es vor dem Beschlusse des Herrn Zebaot, den er darüber gefasst.
18.Um jene Zeit15Diese prophetische Rede weist auf eine Zeit bin, als sich in Ägypten eine starke jüdische Kolonie befand, die sich ein Heiligtum [nach dem Erbauer Oniastempel benannt] nach Art dem in Jerusalem errichtete. werden fünf Städte im Lande Ägypten sein, die reden werden die Sprache von Kanaan [hebräisch] und schwören bei dem Herrn Zebaot. Sonnenstadt [Heliopolis] wird die eine genannt.
19.Um jene Zeit wird ein Altar des Herrn inmitten des Landes Ägypten sein, und eine Standsäule an seiner Grenze für den Herrn.
20.Er wird sein zum Zeichen und zum Zeugnis für den Herrn Zebaot im Lande Ägypten. Wenn sie flehen zum Herrn vor ihren Drängern, so wird er ihnen einen Retter und Sieger senden, dass er sie errette.
21.Der Herr wird sich den Ägyptern bekannt machen, dass die Ägypter um
jene Zeit den Herrn erkennen, und sie bringen ihm Schlachtopfer und Speiseopfer und tun Gelübde dem Herrn und erfüllen sie.
22.Der Herr wird Ägypten schlagen, aber auch heilen, denn sie kehren zum Herrn zurück und er lässt sich von ihnen erflehen und heilet sie.
23.Um jene Zeit wird ein Weg sein von Ägypten nach Assyrien [Babylonien]. Die Bewohner Assyriens kommen nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien. Assyrer und Ägypter dienen zusammen [Gott].
24.Um jene Zeit wird Israel sein das dritte mit Ägypten und Assyrien, ein Segen inmitten der Erde;
25.Welches der Herr Zebaot gesegnet also: Gesegnet sei mein Volk Ägypten und meiner Hände Werk Assyrien und mein Erbe Israel.16Eine Weissagung auf die Lage Israels in der nachexilischen Zeit, als das Judentum in Palästina, in Babylon und in Ägypten zu so hoher Bedeutung gelangt war.

Kapitel 20

Weitere Weissagung über Ägypten und Aethiopien.
1.Im Jahre, als Tartan nach Aschdod kam, da ihn Sargon, König von Assyrien, sandte und er Aschdod bekriegte und es einnahm;
2.Um jene Zeit verkündete der Herr durch Jesaja, Sohn Amoze, also: Gehe und löse den Sack von deinen Lenden und ziehe deine Schuhe von den Füßen ab; er tat also, dass er [halb] nackt und barfuß ging.
3.Da sprach der Herr: Wie mein Knecht Jesaja [halb] nackt und barfuß ging drei Jahre lang, das ist ein Zeichen und Vorbild für Ägypten und für Äthiopien.
4.Denn so wird wegführen der König von Assyrien die Gefangenen Ägyptens und die Vertriebenen Äthiopiens, Jünglinge und Greise, nackt und barfuß mit entblößtem Gesäß, eine Schmach für Ägypten.
5.[Die Judäer] werden bestürzt sein und sich schämen wegen Äthiopien, auf das sie hofften, und wegen Ägyptens, [mit dessen Bündnis] sie prahlten.
6.Die Einwohner dieser Landschaft [Judäa] werden an jenem Tage sich sagen: Also erging es dem, auf den wir unsere Hoffnung gesetzt, zu dem wir uns flüchten und ihn um Hilfe bitten wollten — wie wird es nun uns ergehen?

Kapitel 21

Über Babels Fall.
1.Vortrag über die große wasserreiche Ebene [Babel]. — Wie Stürme im Süden wird [der Feind] einherbrausen; er kommt von der Wüste, aus furchtbarem Lande.
2.Ein schauriges Gesicht ist mir gezeigt worden: Der Verräter übt Verrat und der Räuber Raub. Ziehe hinauf Elam [gegen Babel], belagere, Madai! Alle Seufzer lasse ich [mit dem Sturz Babels] aufhören.
3.Darum sind meine Lenden ergriffen von Angstzittern, Wehen ergreifen mich, gleich Wehen der Gebärerin. Ich höre nicht vor Krämpfen, vor Bestürzung sehe ich nicht.
4.Es schwindet mein Sinn, Schauer verstören mich, den Abend meiner Lust macht er mir zum Schrecken. 17Israelitische und andere Geschichtsquellen berichten von der Erstürmung Babels mitten in einem Festgelage, welches die Babylonier veranstaltet hatten.
5.Man rüstet die Tafel — [es wäre aber besser], ihr ordnetet die Reihen [zur Schlacht]; man schmaust, zecht — auf ihr Fürsten, salbet den Schild [zum Kampf].
6.Denn also spricht zu mir der Herr: Gehe, stelle den Wächter auf, dass er verkünde, was er sieht.
7.Er wird Wagen, Reitergespann, Reiter auf Eseln, Reiter auf Kamelen sehen; lauschen soll er und gar sehr aufmerken.
8.Er ruft gleich dem Löwen: Auf der Warte, o Herr, stehe ich beständig des Tages, und auf meiner Hut stehe ich alle die Nächte;
9.Da [sehe ich] Wagen mit Männern kommen, mit Reitergespann. Sie sprechen zu einander: Gefallen, gefallen ist Babel, und all seine Götterbilder hat er zur Erde geschmettert.
10.Das ist mein Korn, die Frucht meiner Tenne; [nämlich] was ich vernommen von dem Herrn Zebaot, dem Gott Israels, habe ich euch verkündet.
Weissagung über arabische Stämme.
11.Vortrag über Duma. — Mir ruft man aus Seir zu: Wächter, was von der Nacht, Wächter, was [ist verflossen] von der Nacht?18Der Prophet wird höhnisch gefragt, wann das verkündete Verhängnis kommen werde.
12.Der Wächter spricht: Der Morgen ist angebrochen, doch auch die Nacht bricht bald an. Wollt ihr Antwort, fragt nur, gehet und kehret später wieder.
13.Vortrag über Arabien. Wie in einem Walde werdet ihr in Arabien übernachten, ihr Karawanen der Dedanim.
14.Dem Durstigen bringt Wasser entgegen; Bewohner des Landes Tema kommen mit Nahrung für ihn dem Flüchtigen zuvor.
15.Denn vor den Schwertern flüchten sie, vor dem gezückten Schwert und vor dem gespannten Bogen und vor des Krieges Schwere.
16.Denn also spricht zu mir der Herr: Binnen einem Jahre, gleich den Dienstjahren eines Löhners, wird dahin sein all die Herrlichkeit Kedars.
17.Es bleibt eine geringe Zahl der Bogenschützen, die Helden Kedars werden wenig sein, denn der Herr, der Gott Israels, hat es geredet.

Kapitel 22

Über Jerusalem während der Belagerung durch Sanherib.
1.Vortrag über das Tal der Weissagung [Jerusalem]. Was ist euch
doch, dass ihr sämtlich auf die Dächer steigt?
2.[Ehemals warst du] voll Geräusches, eine tobende Stadt, ein fröhlicher Markt; [jetzt herrscht Bestürzung], obwohl deine Mannschaft nicht durch das Schwert umgekommen und nicht im Kriege gefallen ist.
3.Alle deine Führer sind geflüchtet oder vor dem Bogen [aus Angst] wie gefesselt; alle deine Vorhandenen sind gefesselt, die [andern] von jeher geflohen.
4.Darum sprach ich: Lasset mich, dass ich bitter weine, dringet nicht, mich zu trösten über die Verheerung meines Volkes.
5.Denn einen Tag der Verwirrung und Verstörung und Bestürzung hält der Herr, Gott Zebaot, im Tale der Weissagung. Kir [ein Volk in Sanheribs Gefolge] tobt, und Soa [eine andere Volkschaft] besteigt den Berg.
6.Elam trägt den Köcher samt Wagen mit Mannen und Reitern, und Kir entblößt den Schild [und stellt sich kampfbereit].
7.Deine Täler füllten sich mit Wagen, und die Reiter richten sich gegen das Tor.
8.[Der Feind] zog ab die Hülle Jehudas [er griff dich an]; da setztest du an jenem Tage deine Hoffnung auf die im Waldhause aufgehäuften Waffen.
9.Ihr habt die Risse der Stadt David gesehen, dass sie viele sind, da sammeltet ihr die Wasser des untern Teiches.
10.Auch habt ihr die Häuser Jerusalems gezählt und risset die Häuser nieder, die Mauer damit zu befestigen.
11.Und eine Wassersammlung habt ihr gemacht zwischen den beiden Mauern für das Wasser des alten Teiches; aber ihr schautet nicht nach dem, der es getan [auf Gott); und den, der es gebildet seit ferner Zeit, habt ihr nicht erkannt.
12.Der Herr Zebaot hat jenen Tag bestimmt zum Weinen und zur Trauer und zum Scheren der Glatze und sich mit Säcken zu gürten.
13.Aber siehe da, Wonne und Freude,
Rinderwürgen und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken. Essen und trinken lasst uns, [sprechen sie], denn morgen sterben wir ja!
14.Das ist mir bekannt, [spricht] der Herr Zebaot: Ob euch gesühnt wird diese Schuld, bis ihr sterbet! — schwört der Herr, Gott Zebaot.
15.So spricht der Herr, Gott Zebaot:
Gehe zu dem Schatzmeister Sebna19Während der Belagerung gab es eine Hiskija feindliche Partei, an deren Spitze der Haushofmeister Sebna stand., der über das Haus ist
16.[Und rede ihn also an: Was hast du hier und wen hast du hier, dass du dir hier ein Grab aushauest? du, der sich in der Höhe ein Grab aushauet, in dem Felsen sich eine Wohnung gräbt?
17.Der Herr schleudert dich im Wurfe, o Mann, und wirft dich herum.
18.Zu einem Bündel bindet er dich zusammen, zu einem Ball, hin in ein Land, geräumig nach allen Seiten. Dort wirst du sterben, und dort bleiben deine Prachtgespanne, du Schmach des Hauses deines Herrn.
19.Ich stoße dich von deinem Stande, von deiner Stelle wird man dich verdrängen.
20.An jenem Tage berufe ich meinen Knecht, Eljakim, den Sohn Hilkijas.
21.Ihm werde ich dein Gewand anlegen und deinen Gurt an ihm befestigen; deine Herrschaft gebe ich in seine Hand, er soll ein Vater sein für die Bewohner Jerusalems und für das Haus Jehuda.
22.Ich lege den Schlüssel des Hauses David auf seine Schulter; er wird öffnen und niemand schließen, er wird schließen und niemand öffnen.
23.Ich setze ihn fest ein, einen, Pflock am sicheren Orte, dass er zum Ehrenthron sei für seines Vaters Haus. 24.Dass sich an ihn hängt all die
Herrlichkeit des Hauses seines Vaters, Sprösslinge und Auswüchslinge, all die
kleinen Geräte, von Geräten der Becken bis zu allerlei Schlauchgeräten.
25.An jenem Tage — ist der Spruch des Herrn Zebaot, weicht der am sichern Orte eingeschlagene Pflock und wird abgebrochen und fällt nieder, und zu Grunde geht die Last, die daran [ist]. Denn der Herr hat geredet.

Kapitel 23

Die Weissagung über den Fall von Tyrus.
1.Vortag über Zor [Tyrus.] Heulet, ihr Schiffe von Tarschisch, denn verwüstet ist [Tyrus] im Innern, dass niemand hinkommen kann20Tyrus war bekanntlich ein weltberühmter Hafenplatz, wo die großen Handelsschiffe anzulegen pflegten.; vom Lande der Kittim [Cypern] her ist es ihnen kund geworden.
2.Verstummet, Bewohner der Landschaft [Tyrus]: Zidons Kaufmann, die Meerbefahrer füllten dich [einst].
3.Du, hart am Meere, bekamst früher die Saat des Nils, die Ernte des Stromes [Nil], du warst der Marktplatz der Völker.
4.Beschämt stehe, Zidon; denn es spricht das Meer, die Feste des Meeres, also: Ich habe nicht gekreist und nicht geboren, nicht groß gezogen Jünglinge, nicht aufwachsen lassen Jungfrauen.
5.Wenn die Kunde nach Ägypten [kommt], werden sie beben bei der Kunde von Tyrus.
6.Setzet nun nach Tarschisch hinüber, [wenn ihr es könnt], heulet, ihr Bewohner der Insel!
7.Ist dies die Jubelreiche, deren Beginn aus den Tagen der Urzeit? Ihre Füße tragen sie jetzt in der Ferne zu weilen.
8.Wer hat solches beschlossen über das ruhmreiche Tyrus, dessen Kaufleute Fürsten, dessen Händler Angesehene der Erde waren?
9.Der Herr Zebaot hat es beschlossen, zu entwürdigen das Gepränge alles Schmuckes, zu erniedrigen all die Angesehenen des Landes.
10.Zieh einher durch dein Land, wie durch den Fluss, Nation Tarschisch! Es gibt keinen Gürtel mehr!
11.Seine Hand streckte er aus über das Meer, er erschütterte Königreiche; der Herr gebot über Kanaan, seine Besten zu vertilgen.
12.Und sprach: Nicht sollst du weiter frohlocken, du jetzt vergewaltigte Nation Zidon; auf, zu den Kittim ziehe hinüber; auch dort soll dir nicht Ruhe werden.
13.Das Land der Chaldäer — dieses Volk, das nichts gewesen, Assyrien hat es für Wüstenbewohner gegründet, — es hat seine Warttürme aufgerichtet, zerrüttet ihre Paläste, wandelte sie in Trümmer. 13.Heulet, ihr Schisse von Tarschisch, denn verwüstet ist eure Feste.
15.Seit jenem Tage wird Tyrus vergessen sein siebzig Jahre lang, wie die Zeit einer Königs-[Dynastie]. Nach Verlauf von siebzig Jahren21Die meisten Völker, welche Nebukadnezar unterjocht hatte, erhielten mit dem Sturz des babylonischen Reiches vielfache Erleichterung. Die Babylonierherrschaft dauerte etwa 70 Jahre. ergeht es Tyrus, wie man von der Buhlerin singt:
16.Nimm die Harfe, durchlaufe die Stadt, vergessene Buhlerin. Spiele schön, singe viel, auf dass man sich dein erinnere.
17.Nach Verlauf von siebzig Jahren gedenkt der Herr Tyrus wieder, und sie kehrt zurück zu ihrem Buhlerlohn und buhlt mit all den Königreichen des Landes auf der ganzen Erde.
18.Und es wird ihr Erwerb und ihr Buhlerlohn heilig sein dem Herrn; er wird nicht verwahrt und nicht in den Schatz gelegt, sondern denen, welche sitzen vor dem Herrn, wird ihr Erwerb gehören zur Nahrung in Fülle und zu prächtiger Umhüllung.

Kapitel 24

Weissagung über ein Erdbeben.
1.Der Herr entleert das Land und
verödet es; er wühlt auf seine Oberfläche und zerstreuet seine Bewohner.
2.Es ergehet dem Volke wie dem Priester, dem Knecht wie seinem Herrn der Magd wie ihrer Gebieterin, dem Käufer wie dem Verkäufer, dem Verleiher wie dem Borger, dem Schuldner wie seinem Gläubiger.
3.Leer, entleert wird das Land und ausgeplündert; denn der Herr hat dieses Wort geredet.
4.Es trauert und welkt die Erde, es schmachtet und welkt das All, es schmachten die Vornehmen des Volkes im Lande.
5.Der Erdboden war verrucht unter seinen Bewohnern, denn sie haben die Lehre übertreten, überschritten das Gesetz, gebrochen den ewigen Bund.
6.Darum verzehrt ein Fluch das Land und es büßen seine Bewohner; darum verminderten sich die Bewohner des Landes, und wenige bleiben übrig.
7.Es trauert der Most, es schmachtet der Weinstock, es ächzen alle Herzensfrohen.
8.Es feiert der Jubel der Pauken, aufgehört hat das Getümmel der Fröhlichen, es feiert der Jubel der Zither.
9.Sie trinken keinen Wein mehr beim Gesange, bitter ist der Rauschtrank den Zechern.
10.Zertrümmert ist die Stadt der Öde, geschlossen jedes Haus, unzugänglich.
11.Mitten im Weingelage bricht ein Wehklagen aus auf den Gassen verdüstert ist alle Freude, verwiesen die Wonne des Landes.
12.In der Stadt bleibt Verwüstung zurück, verödet ist das Tor, [das ehemals als Sammelpunkt für die Einwohnerschaft galt].
13.Denn also ergeht es inmitten des Landes, unter den Völkern, — wie beim Olivenschlagen, wie zur Nachlese, wenn vorüber die Weinlese; [es bleiben nur sehr wenige].
14.Diese aber werden ihre Stimme erheben und jauchzen; ob der Herrlichkeit des Herrn jubeln sie vom Meere her.
15.Darum ehret in den [weiten] heißen Zonen den Herrn, in den Eilanden des Meeres den Namen des Herrn, des Gottes Israels.
16.Vom Ende der Erde hören wir Gesänge, Preis dem Gerechten, und ich spreche: Ich verschmachte! wehe mir! Räuber rauben, sie hören nicht auf zu rauben.
17.Grauen und Grube und Garn kommen über dich, Bewohner das Landes.
18.Wer vor dem Ruf des Grauens flieht, fällt in die Grube, und wer heraufkommt aus der Grube, fängt sich im Garn; denn die Schleusen aus der Höhe sind aufgetan und die Grundfesten der Erde beben.
19.Zerschmettert ist die Erde, zersplittert ist die Erde, erschüttert ist die Erde.
20.Es wankt die Erde gleich einem Trunkenen und schwankt hin und her gleich einer Nachthütte; denn es lastet schwer ihre Missetat auf ihr, sie fällt und steht nicht wieder auf.
21.An jenem Tage ahndet der Herr an der Schaar der Höhe in der Höhe und an den Königen des Erdbodens auf dem Erdboden.
22.Sie werden haufenweis versammelt, gefangen in das Gefängnis und im Kerker eingeschlossen, und erst nach langer Zeit sieht man nach ihnen.
23.Es errötet dann der Mond und schämt sich die Sonne; denn es regiert der Herr Zebaot auf dem Berge Zijon und in Jerusalem, und seine Ältesten erreichen hohe Ehre.

Kapitel 25

Der Sieg Israels über seine Feinde.
1.Herr, mein Gott bist du, ich erhebe dich, ich preise deinen Namen;
denn du hast Wunder vollbracht, Beschlüsse aus früher Zeit wurden treu bewahrt.
2.Denn du hast eine Stadt in Steinhaufen verwandelt, die sichere Feste in Trümmer, den Palast der Bösen, dass er keine Stadt mehr sei; ewiglich wird er nicht aufgebaut.
3.Darum fürchtet dich jetzt jedes trotzige Volk, die Stadt übermütiger Völker fürchtet dich.
4.Denn du wurdest eine Feste dem Armen, eine Feste dem Dürftigen in seiner Bedrängnis, Zuflucht vor Regenguss, Schatten gegen die Glut; denn das Schnauben der Übermütigen war wie Regenguss von der Mauer.
5.Wie die Glut in der Steppe, so der Bösen Getümmel. Du aber besiegst die Glut mit Wolkenschatten, der Übermütigen Jubelgesang wird gedämpft.
6.Der Herr Zebaot bereitet allen Völkern auf diesem Berge ein Gelage von fetten Speisen, ein Gelage von alten Weinen, von martigen Fettspeisen, von geläuterten Weinen.
7.Er macht verschwinden auf diesem Berge die Hülle, die alle Völker umhüllet, und die Decke, die ausgebreitet über alle Nationen, [alle Trauer soll aufhören].
8.Denn er lässt aufhören den Tod für immer. Gott, der Herr, löscht die Träne von jedem Angesichte, und seines Volkes Schmach tut er ab von der ganzen Erde, denn der Herr hat dies verheißen.
9.An jenem Tage wird man sprechen: Das ist unser Gott, auf den wir gehofft, dass er uns helfe; der Herr ist es, auf den wir hofften. Lasset uns jubeln und froh sein ob seiner Hilfe!
10.Wenn walten wird die Hand des Herrn auf diesem Berge, so wird Moab zerstampft an seiner Statte, wie ein Strohbund zerstampft wird im Mistpfuhl
11.Er wird seine Hände darin ausbreiten wollen, wie sie der Schimmer ausbreitet, um zu schwimmen [um sein sein Gebiet zu erweitern]; aber [Gott] beugt seinen Hochmut samt der Gelenkigkeit seiner Hände.
12.Die stolze Sicherheit deiner Mauern beugt [Gott] nieder, er erniedrigt, drückt sie zur Erde in den Staub.

Kapitel 26

1.An jenem Tage [nach der Niederlage Sanheribs] wird dieser Gesang im Lande Jehuda gesungen: Eine mächtige Stadt haben wir. [Gott] schafft Sieg, Mauern und Zwinger!
2.Tut auf die Pforte [der bisher belagerten Stadt], dass einziehe das gerechte Volk, das die Treue bewahrt.
3.Den vertrauenden Sinn hütest du [mit] Frieden, Frieden! Denn auf dich vertrauet er.
4.Vertrauet auf den Herrn für und für, denn Gott der Herr ist ein ewiger Hort.
5.Er beugt die Hochthronenden nieder von der ragenden Feste; er erniedrigt sie, erniedrigt sie zur Erde, drückt sie in den Staub nieder.
6.Es zertritt sie der Fuß, selbst die Füße des Armen, die Tritte der Erniedrigten.
7.Der Pfad für den Gerechten ist Redlichkeit, grade richtest du des Gerechten Bahn [lässt seinen Weg gelingen].
8.Auch hoffen wir, dich auf der Bahn der Strafe [gegen die Bösen] zu sehen; dass dein Name und dein Ruhm dadurch verbreitet werde, wünscht unsere Seele.
9.Mit ganzer Seele begehre ich dich auch in der Nacht, mein Geist in meinem Innern verlangt nach dir. Denn wie deine Strafgerichte auf der Erde walten, lernten Gerechtigkeit die Bewohner des Erdenrundes.
10.Wird aber der Bösewicht geschont, so lernt er nicht Gerechtigkeit, er frevelt vielmehr im Lande der Gradheit, [wenn ihm alles gelingt], und sieht nicht die Majestät des Herrn.
11.Herr, deine Macht ist zu hoch, deshalb erkennen sie sie nicht. O, dass sie scheuten, und beschämt würden, den Eifer für das Volk, den Feuerzorn, der deine Feinde frisst!
12.Herr, bestelle Frieden für uns, vergilt uns unser Thun, [dass wir dir stets vertraut haben].
13.Herr, unser Gott, geschaltet haben Herren über uns außer dir! doch nur bei dir schwuren wir [bei] deinem Namen.
14.Sie sind tot, — dass sie nicht aufleben! — abgeschieden, dass sie nicht erstehen! — Wahrlich, du hast geahndet ihnen vertilgt und vernichtet jegliches Andenken.
15.Immer höher um dieses Volkes willen, o Herr immer höher um dieses Volkes willen hast du dich verherrlicht, bis an die entferntesten Teile der Erde
16.O Herr, in der Bedrängnis suchten sie dich; im Stillen schütteten sie ihr Herz vor dir aus, als deine Züchtigung sie traf.
17.Wie eine Schwangere, die dem Gebären nahe ist, kreiset, schreiet in ihren Wehen, also ist es uns ergangen vor dir, o Herr. 18.Wir waren schwanger, haben gekreist — aber als hätten wir Wind geboren. Rettung ist nicht geschehen auf Erden, es stürzten noch nicht die Bewohner des Erdenrundes [Babel].
19.Lass aufleben deine Toten, meine Leichen erstehen! Erwachet und jubelt, die ihr ruhet im Staube; denn wie der Tau auf Gräsern [alles emporsprießen lässt] ist dein Tau [des Lebens]; ebenso soll die Erde die Toten wieder herausgeben.
20.Gehe mein Volk, begib dich in deine Gemächer und verschließe deine Tür hinter dir; verbirg dich einen kurzen Augenblick, bis vorüber ist der Grimm.
21.Denn der Herr tritt heraus aus seinem Orte die Schuld der Erdenbewohner an ihnen zu ahnden; die Erde wird ihr Blut aufdecken und verhüllt nicht mehr ihre Erschagenen. [Das Blut schreiet um Rache und Sühne.]

Kapitel 27

1.An jenem Tage wird der Herr mit seinem harten, großen und starken Schwerte ahnden an dem Leviatan, der flüchtigen Schlange, und an dem Leviatan, der gewundenen Schlange; er wird töten das Krokodil im Meere.
2.An jenem Tage wird man einen Gesang vom guten Weinberge [über Israel] anstimmen.
3.Ich, der Herr, sein Hüter tränke ihn jeglichen Augenblick; dass sich keiner an ihm vergreife, bewache ich ihn Tag und Nacht.
4.Grimm habe ich nicht [gegen Israel]. Wäre ich gegen Dornen und Disteln in den Kampf! Träfe ich auf sie, so verbrannte ich sie insgesamt.
5.O dass [Israel] fest hielte an meiner Macht, Frieden mit mir machte, Frieden mit mir machte.
6.Dann schlüge Jakob in Zukunft Wurzel, dann knospt und blühte Israel auf, und sie erfüllten des Erdballs Fläche mit Pflanzentrieb.
7.Schlug denn [Gott das Volk Israel] wie er seinen Schläger schlug? Oder wurde es gleich dem Morde seiner Gemordeten niedergemacht?
8.In vollem Maße hast du es durch Verstoßen [in die Verbannung] gerichtet, es weggeräumt durch einen gewaltigen Sturm am Tage des Ostwindes.
9.Darum sei die Schuld Jakobs dadurch [dass es so viel gelitten] gesühnt, und dies dessen Frucht — dass er seine Sünde tilge —, indem er die Altarsteine [für die Götzen] wie zerbröckelte Kalksteine mache und nicht mehr Haine und Sonnenbilder errichte.
10.Denn die befestigte Stadt ist einsam, die Wohnstätte entvölkert und verlassen, einer Wüste gleich. Dort weidet und lagert das Kalb und vernichtet dort ihr Laub.
11.Sind ihre Reiser dürr, werden sie abgebrochen; Frauen kommen und zünden sie an. Weil es kein einsichtiges Volk ist, darum erbarmt sich seiner nicht sein Schöpfer, und sein Bildner begnadigt es nicht.
12.An jenem Tage schüttelt der Herr [Früchte] von der Strömung des Stromes [Euphrat) bis zum Bache Ägyptens; ihr aber werdet einzeln aufgelesen, Kinder Israel. 13.An jenem Tage wird in die große Posaune gestoßen, und herbei kommen die Verlorenen im Lande Assyrien und die Verstoßenen im Lande Ägypten und bücken sich vor dem Herrn auf dem heiligen Berge, in Jerusalem.

Kapitel 28

Gegen den Hochmut Efraims.
1.O über das stolze Diadem der Trunkenbolde Efraims und die welke Blume, seinen prächtigen Schmuck, der auf dem Gipfel des Fettthales, der vom Weine Betäubten!
2.Ein gewaltiger, starker, vernichtender Sturm wie Hagelwetter kommt vom Herrn; gleich dem Gusse mächtiger daher flutender Gewässer lässt er es zur Erde stürzen mit Gewalt.
3.Mit Füßen werde es getreten — das stolze Diadem der Trunkenbolde Efraims.
4.Es wird wie eine welke Blume sein prächtiger Schmuck, der auf dem Gipfel des Fettthales; gleich einer frühreifen Frucht im Vorsommer, die, wer sie erblickt, verschlingt, kaum ist sie in seiner Hand.
5.An jenem Tage wird der Herr Zebaot sein zum prächtigen Diadem und zur herrlichen Krone für den Rest seines Volkes [für Jehuda].
6.Und zum Geiste des Gerichtes für den, der zum Gerichte sitzt, und zur Tapferkeit denen, die den Angriff zurückführen am Tore.
7.Aber auch diese [die Judäer] taumeln im Weine und schwanken umher im Rauschtrank. Priester und Propheten taumeln im Rauschtrank und sind vom Weine übermannt; sie schwanken umher vom Rauschtrank, taumeln bei dem [prophetischen] Gesichte, wanken im Richterspruch.
8.Denn alle Tische sind voll Unflatgespei, kein reiner Platz ist mehr.
9.Wem soll man jetzt Einsicht beibringen, wen Kunde lehren? Nur noch der Milch Entwöhnte, der Brust Entnommene [die unverdorbenen Kinder].
10.[Was nützt bei jenen] Gebot an Gebot, Gebot an Gebot, Maß an Maß, Maß an Maß, — hier ein wenig, dort ein wenig?
11.Als ob man in unklarer Rede und in fremder Zunge zu diesem Volke redete!
12.Da man zu ihnen doch nur spricht: Dies ist die Ruhe, gebet Ruhe dem Müden, und dies ist die Rast; sie aber mochten nicht hören.
13.Das Wort des Herrn wurde ihnen Gebot an Gebot, Gebot an Gebot, Maß an Maß, Maß an Maß, hier ein wenig, dort ein wenig, [sie tun alles gedankenlos ohne sittliche Folge], auf dass sie im Gehen stürzen und zerschmettert werden, damit sie umgarnt werden und gefangen.
14.Darum höret das Wort des Herrn, ihr Spötter, ihr Spruchdichter dieses Volkes in Jerusalem.
15.Weil ihr gesprochen: Wir haben einen Bund geschlossen mit dem Tode und mit der Hölle einen Vertrag gemacht; die daherflutende Geißel wird, wenn sie hereinbricht, nicht an uns kommen, weil wir den Trug zu unserer Zuflucht gemacht und in der Lüge uns geborgen.
16.Darum spricht also Gott, der Herr: Ich gründe in Zijon einen Stein, einen kostbaren, wohlgegründeten Eckstein. Wer hört, und es glauben soll — glaubt es doch nicht.
17.Ich mache das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zum Wege. Der Hagel wird hinwegfegen die Zuflucht des Truges, und den Schirm vor den Fluten schwemmen diese fort.
18.Es wird aufgelöst euer Bund mit dem Tode, und euer Vertrag mit der Hölle hat keinen Bestand. Wenn die daherflutende Geißel hereinbricht, werdet ihr von ihr zertreten.
19.Wie sie hereinbricht, faßt sie euch; denn je am Morgen [immer] bricht sie herein, bei Tag und bei Nacht, lauter Schreck wird zu vernehmen sein.
20.Denn zu kurz wird das Lager sein, um sich zu strecken, und die Deckel zu eng, um sich darunter zu bergen.
21.Denn wie am Berge Perazim erhebt sich der Herr, wie im Tale vor Gibeon stürmt er heran, sein Wert zu vollführen, sein nie geschehenes Werk, und seine Arbeit zu verrichten, seine ungeahnte Arbeit.
22.Demnach spottet nicht, dass eure Fesseln nicht noch drückender werden; denn Verheerung, und zwar fest beschlossen, habe ich vernommen vom Herrn Zebaot über die ganze Erde.
23.Merkt auf und höret meine Stimme, horcht auf und höret meinen Spruch!
24.Pflügt wohl der Pflüger immer, um zu säen? Furchet und egget er sein Erdreich [ohne Unterlaß]?
25.Wenn er die Fläche geebnet, so streut er Dill und wirft Kümmel aus und pflanzt Weizen in Reihen und Gerste an den bezeichneten [Ort] und Spelt an der Grenze [des Ackers].
26.Er bearbeitet es nach Gebühr, wie Gott es ihn gelehrt hat.
27.Nicht mit dem Dreschwagen wird Dill gedroschen, des Wagens Rad wird über den Kümmel nicht geführt, sondern mit dem Stocke geklopft wird Dill, und Kümmel mit dem Stecken.
28.Brotkorn wird auch gemahlen; also nicht unaufhörlich wird gedroschen, sondern es treibt darüber seines Wagens Walze, aber nicht seine Rosse zermalmen es.
29.So ist es auch von dem Herrn Zebaot beschlossen. Wunderbar ist er im Beschluss, groß in der Weisheit [dass alles zu der geeigneten Zeit geschieht].

Kapitel 29

Während Sanherib Jerusalem belagerte.

1.O Ariël, Ariël [Gottesberg], Stadt, wo David residierte! Füget Jahr
an Jahr, ihr, die ihr Festopfer darbringt.
2.Ich werde Ariël bedrängen, und es entstehe Jammern und Wimmern, aber am Ende wird es doch Ariël [eine heilige Stätte] bleiben.
3.Ich werde im Kreise um dich lagern und dich einengen, wie ein Posten, und Bollwerke gegen dich errichten.
4.Und du redest gebeugt aus der Erde hervor, tief aus dem Staube kommt deine Rede; deine Stimme wird gleich der eines Schattens aus der Erde, und aus dem Staube zirpt deine Rede.
5.Aber dann wird wie dünner Staub die Menge deiner Feinde, und wie verfliegender Spreu der Übermütigen Menge; dies geschieht unversehens, plötzlich.
6.Vom Herrn Zebaot kommt es, durch Donner und Erdbeben und mächtiges Getöse, Sturm und Wetter und verzehrende Feuerflammen.
7.Wie ein Traum, ein Nachtgesicht wird die Menge der Völker sein, die herangezogen gegen Ariël, und alle, die dagegen mit ihrem Bollwerk herangezogen, die es bedrängen.
8.Wie der Hungrige träumt, dass er esse, er erwacht aber und sein Leib ist leer; wie der Durstige träumt, dass er trinke, er erwacht aber und ist matt und seine Seele lechzt! also soll es ergehen der Menge der Völker, die herangezogen gegen den Berg Zijon.
9.Besinnet euch nur und kommt von Sinnen, stellt euch blind und erblindet! Die ihr trunken seid ohne Wein und taumelt ohne Rauschtrank.
10.Denn der Herr hat über euch einen Geist der Betäubung gebracht und eure Augen zugedrückt, denn er hat die Propheten und eure Häupter, die Seher, verhüllt;
11.Dass die Schau jeglichen Dinges euch geworden ist wie die Worte eines versiegelten Buches, das man einem gibt, der ein Buch versteht, mit den Worten: Lies doch dieses! er aber spricht: Ich kann nicht, weil es versiegelt ist.
12.Wird denn das Buch einem gegeben, der ein Buch nicht verstehet, mit den Worten: Lies doch dieses! Da spricht er: Ich verstehe überhaupt kein Buch.
13.Es spricht der Herr: Darum weil dieses Volk sich mit seinem Munde mir nähert und mit seinen Lippen mich ehrt, aber sein Herz ist fern von mir, und ihre Furcht vor mir blos angelerntes Menschengebot;
14.Darum will ich fort und fort an diesem Volke mich wunderbar erweisen, Wunder über Wunder tun, dass ausgehe seiner Weisen Weisheit, und seiner Einsichtigen Einsicht sich verberge.
15.O über jene die vor dem Herrn ihren Rat tief verbergen, dass im Finstern sei ihr Thun, und sie denken: Wer sieht uns und wer kennt uns?
16.Doch nur zu eurem Verderben! — Denn ist der Schöpfer dem Ton gleich? Kann das Werk zu seinem Verfertiger sprechen: Er hat mich nicht verfertigt? Und das Gebild zu seinen Bildner sprechen: Er versteht nichts?
17.Nur noch kurze Frist, und der Libanon wird zu einem Fruchtgefilde, und das Fruchtgefilde wird für einen Wald geachtet.
18.An jenem Tage werden hören die Tauben die Worte des Buches, und aus Dunkel und Finsternis werden der Blinden Augen sehen.
19.Freude in Fülle werden die Demütigen an dem Herrn haben, und die Dürftigen der Menschen frohlocken mit dem Heiligen Israels.
20.Denn geschwunden ist der Übermütige, dahin der Spötter, ausgerottet sind alle, die Unrecht hegen;
21.Die Menschen strafen wegen Mahnworte, und dem, der sie rügt, am Tore schlingen legen, und in die Öde den Gerechten verleiten.
22.Fürwahr, spricht der Herr, zu dem Hause Jakob, — er, der erlöset den Abraham: Nicht mehr soll Jakob sich schämen, und nicht mehr soll erblassen sein Angesicht.
23.Denn wenn seine Kinder sehen meiner Hände Werk in seiner Mitte, heiligen sie meinen Namen, sie heiligen den Heiligen Jakobs, und den Gott Israels verherrlichen sie.
24.Jene, die irren Geistes waren, lernen Einsicht, und die Aufrührer nehmen Belehrung an.

Kapitel 30

Gegen das Bündnis mit Ägypten. Vor Sanheribs Fall, als die assyrische Kriegsmacht Judäa bedrohte.

1.O über euch, ihr Widerspenstigen!
ist der Spruch des Herrn. Beschlüsse zu fassen ohne mich, Rat zu schaffen ohne meine Eingebung, um Sünde auf Sünde zu häufen.
2.Die sich aufmachen, nach Ägypten zu gehen, aber mich befragen sie nicht; — sich zu schützen durch Pharaos Schutz und sich zu schirmen im Schatten Ägyptens.
3.So soll euch dann der Schutz Pharaos zur Schande werden, und die Beschirmung im Schatten Ägyptens zur Schmach.
4.Denn es waren zu Tanis seine Fürsten, und seine Boten gelangten bis Hanes.
5.Alle werden sie zu Schanden mit diesem Volk, das ihnen nicht frommt; nicht zum Beistand, nicht zum Frommen, sondern zur Schande und zum Hohne.
6.Welche Last auf den Tieren des Südens! Sie durchwandern — auf eigenen Rat — Gebiete der Not und der Drangsal, wo junger Löwe und Löwe, Otter und fliegender Drache lauern. Sie tragen auf dem Rücken der Esel ihr Vermögen und auf dem Höcker der Kamele ihre Schätze zu einem Volke, das nicht frommt.
7.Aber Ägypten, leer und nichtig ist ihr Beistand, darum nenne ich es: Groß und mächtig sind sie im Stillsitzen.
8.Jetzt gehe, schreib es auf eine Tafel für sie und in ein Buch zeichne es ein, dass es bleibe für den spätesten Tag, [als Zeugnis] für immer und ewig.
9.Denn ein widerspenstiges Volk ist es, Söhne des Ableugnens, die nicht hören wollen auf die Lehre des Herrn.
10.Die da sprechen zu den Sehern: Sehet nicht! und zu den Schauenden: Offenbaret uns nicht Wahrheit! Redet zu uns glatte Reden, offenbaret uns Täuschungen!
11.Weichet ab vom [rechten] Wege, führet ab vom [richtigen] Pfade, räumet uns aus dem Angesichte den Heiligen Israels. [Redet nicht in seinem Namen].
12.Darum spricht also der Heilige Israels: Weil ihr verschmähet solches Wort und vertrauet auf Gewalttat und List und stützet euch darauf;
13.Darum soll euch diese Sünde werden, wie der sturzdrohende Riss, heraustretend an einer ragenden Mauer, deren Sturz plötzlich, jählings kommt.
14.Er wird sie zerbrechen, wie man ein irdenes Gefäß des Töpfers zerbricht, ein schonungsloses Zertrümmern, dass man unter seinen Trümmerhaufen keinen Scherben findet, damit Feuer vom Herde zu scharren oder Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen.
15.Denn also spricht Gott, der Herr, der Heilige Israels: Durch Geduld und Ruhe wird euch geholfen, durch ruhiges Vertrauen gewinnt ihr Stärke. Ihr aber wolltet nicht,
16.Sondern ihr spracht: Nein! Auf Rossen wollen wir glänzen — darum sollt ihr fliehen22Ein Wortspiel im Hebräischen, das im Stamm liegt. ; und auf Rennern reiten — darum werden eure Verfolger rennen.
17.Ein Tausend von euch wird fliehen vor dem Dräuen eines Einzigen, vor dem Dräuen von fünf flieht ihr [falle], bis dass ihr übrig bleibet gleich einer Stange auf Bergesspitze und wie ein. Panier auf dem Hügel.
18.Bei dem allen harret der Herr euch zu begnadigen und wird sich erheben, sich euer zu erbarmen; denn ein Gott des Gerichts ist der Herr. Heil allen, die seiner hoffen.
19.Denn du Volk, das in Zijon wohnt, in Jerusalem, weine nicht; er wird dich begnadigen bei der Stimme deines Rufens, wie er ihn vernimmt, erhört er dich.
20.Der Herr wird euch in der Not Brot geben und Wasser in der Drangsal; deine Lehrer werden sich nicht ferner verbergen müssen, sondern deine Augen werden deine Lehrer sehen.
21.Und deine Ohren werden vernehmen das Wort hinter dir her, also: Dies ist der Weg, wandelt auf ihm, ob ihr euch rechts oder links wendet.
22.Ihr werdet verabscheuen den Überzug eurer silbernen Götzen und die Bekleidung deines goldenen Gussbildes; du wirst sie wegwerfen wie Unflat und fort! zu ihnen sprechen.
23.[Gott] wird Regen für deine Saat geben, womit du den Erdboden besäest, und das Brot vom Ertrage deines Erdbodens wird fett und nahrhaft sein. Es weidet dein Vieh an demselben Tage auf geräumigem Anger.
24.Und die Rinder und Füllen, die den Erdboden bebauen, fressen salziges Futter, das geworfelt ist mit der Gabel und der Wurfschaufel.
25.Auf jedem hohen Berge und auf jedem ragenden Hügel werden Bäche und Wasserströme sein, am Tage des großen Würgens, wenn Türme fallen.
Das Licht des Mondes wird wie das Licht der Sonne sein, und das Licht der Sonne wird glänzen siebenfach, gleich dem Lichte von sieben Tagen, an dem Tage, wo der Herr verbindet den Schaden seines Volkes und die ihm geschlagene Wunde heilt.
27.Der Name des Herrn kommt aus der Ferne, es brennt sein Zorn und mächtig sind die Flammen; seine Lippen sind voll Grimmes und seine Zunge wie verzehrendes Feuer.
28.Und sein Odem wie daherflutender Strom, der bis an den Hals reicht, um zu schwingen die Völker in der Schwinge der Vernichtung, und ein Gebiss der Verführung auf die Kinnbacken der Völker [zu legen].
29.Einen Gesang werdet ihr dann haben wie in der Nacht der Festesfeier, und ein frohes Herz wie der, der daherzieht mit der Flöte, um nach dem Berge des Herrn zu wallen, zu dem Hort Israels.
30.Der Herr lässt erschallen seine majestätische Stimme, und wie sein Arm herniederfährt lässt er schauen, im Grollen des Zornes und in der Flamme verzehrenden Feuers, in Sturm und Regenguss und Hagelstein.
31.Denn vor des Herrn Stimme zagt Assyrien, die Zuchtrute, mit der er [bisher] die Völker schlug.
32.Und wo früher die verhängte Geißel — die der Herr verhängt hat — vorüberzog und Krieg führte, wird jetzt ein Fest sein mit Pauken und Zithern.
33.Denn gerüstet seit gestern ist Tofet23Etwa so viel als Hölle oder Feuerschlund; Tofet war aber ein Tal in Jerusalem, wo der Moloch stand., auch dieses ist für den König bereitet, tief, weit. Sein Holzstoß hat Feuer und Holz die Fülle; der Odem des Herrn lodert wie ein Schwefelstrom darin.

Kapitel 31

1.O über jene, die nach Ägypten um Hilfe ziehen; sie stützen sich auf
dessen Rosse, sie vertrauen auf dessen Wagen, weil sie so zahlreich, und auf dessen Reiter, weil ihrer so sehr viel sind. Aber sie blicken nicht auf den Heiligen Israels, und den Herrn suchen sie nicht.
2.Aber er ist weise und bringt doch Unheil und sein Wort nimmt er nicht zurück. Er steht auf wider das Haus
der Frevler, wider den Beistand der
Übeltäter.
3.Denn Ägypten ist nur Mensch und
nicht Gott, ihre Rosse Fleisch und nicht Geist; der Herr streckt aus seine Hand, und es strauchelt der Stützende und fällt der Gestützte, sie alle gehen insgesamt
unter.
4.Aber also sprach der Herr zu mir:
Wie der Löwe brüllt und der junge Löwe über seine Beute, wider den der Hirten Menge sich schart — vor ihrer Stimme zagt er nicht und vor ihrer Menge wird er nicht mutlos; also wird der Herr Zebaot kommen, zu stützen den Berg
Zijon und seinen Hügel.
5.Wie flatternde Vögel, also wird der Herr Zebaot Jerusalem beschirmen, schirmen
und retten, schonen und bergen.
6.Kehret zurück zu ihm, von dem ihr so tief abgefallen, Kinder Israel!
7.Denn am selbigen Tage werden sie verachten ihre silbernen und goldenen Götzen, die eure Hände zum Unglück euch bereitet haben.
8.Assyrien fällt nicht durch eines Mannes Schwert, nicht eines Menschen Schwert wird es vernichten. Und doch wird es fliehen wie vor dem Schwerte und seine Jünglinge werden mutlos.
9.Seine Macht entweicht vor Angst, und es zagen vor dem Panier seine Fürsten, —
ist der Spruch des Herrn, des Feuer ist in Zijon und dessen Herd in Jerusalem.

Kapitel 32

Hiskijas gerechte Regierung.
1.Mit Gerechtigkeit wird der König regieren und die Fürsten nach
Gebühr walten.
2.Jeder wird sich sicher fühlen wie in einer Zuflucht vor Wind und einem Schutz gegen Wetter, gleich Wasserbächen in der Steppe, gleich dem Schatten gewaltiger Felsen im lechzenden Lande.
3.Es werden nicht mehr verblendet sein die Augen der Sehenden, und die Ohren der Hörenden werden aufhorchen.
4.Das Herz der Unbesonnenen wird aufmerken, um zu erkennen; die Zunge der Stammler wird fließend und deutlich reden.
5.Der Niedrige wird nicht mehr ein Edler genannt werden, und den Arglistigen wird man nicht mehr einen Hochherzigen nennen.
6.Der Niedrige redet Niederträchtigkeit, und sein Herz schafft Unheil, Ruchlosigkeit zu üben und vor dem Herrn Falsches zu reden, des Hungrigen Seele schmachten zu lassen und dem Durstigen sein Getränk zu entziehen.
7.Des Arglistigen Sinnen ist verderblich, Tücke ersinnt er, die Armen durch Lügenworte zu verderben, wenn der Dürftige Recht fordert [ihm zu schaden].
8.Der Edle aber ersinnt Edles, er mag als Edler gelten.
9.Ihr sorglosen Frauen, auf! höret auf meine Stimme; ihr euch sicher fühlenden Töchter, vernehmet meine Rede!
10.Über Jahr und Tag werdet ihr erzittern, ihr Sichern, denn dahin ist die Weinlese, die Obsternte kommt nicht.
11.Erbebet ihr Sorglosen, erzittert ihr Sichern! entkleidet, entblößt euch und gürtet [einen Sack] um die Lenden;
12.Um die Brüste [schlagend], jammernd — um die Gefilde der Lust, um den fruchttragenden Weinstock.
13.Auf dem Erdboden meines Volkes schießt Dorn und Distel auf, in all den Häusern der Lust der jubelvollen Stadt.
14.Denn der Palast wird verlassen sein, das Gewühl der Stadt verödet, Hügel und Wartturm werden wie Höhlen auf ewig, — ein Tummelplatz der Maulesel, ein Weideort der Herden.
15.Bis ein Geist aus der Höhe über uns sich ergießt [Gott zu erkennen]; dann wird die Wüste zum Fruchtgefilde, und das Fruchtgefilde wird für einen Wald geachtet.
16.In der [früheren] Wüste in Jerusalem wird Recht wohnen, und Gerechtigkeit nimmt in dem Fruchtgefilde ihren Sitz.
17.Das Werk der Gerechtigkeit wird Frieden sein und der Gerechtigkeit Dienst Ruhe und Sicherheit auf ewig.
18.Mein Volk wird in Friedenswohnungen weilen, in den Wohnplätzen der Sicherheit und in harmlosen Ruhestätten.
19.[Jerusalem] wird sich ausbreiten nach der Waldsenkung, und in der Niederung tieft sich die Stadt.
20.Heil euch, an jedem Wasser werdet ihr säen können, frei laufen lassen den Fuß des Rindes und des Esels.

Kapitel 33

Während der Belagerung Jerusalems durch Sanherib.
1.O du Zerstörer, der noch nicht zerstört ist, Räuber, den man noch nicht beraubt! Wenn du mit deinem Werk fertig bist, Zerstörer, wirst du zerstört, wenn du den Gipfel erstiegen im Rauben, beraubt man dich.
2.Herr, sei uns gnädig! dein harren wir; sei unser Beistand jeglichen Morgen und unsere Hilfe zur Zeit der Not.
3.Vor [deiner] Donnerstimme fliehen die Völker, vor deiner Erhebung zerstieben die Nationen.
4.Aufgerafft wurde eure Beute, [ihr Belagerer von Jerusalem], wie man Grillen aufrafft; wie Heuschrecken sich tummeln, tummelt man sich da, [wo das Lager Sanheribs war].
5.Erhaben ist der Herr; er thront in der Höhe, er hat Zijon erfüllt mit Recht und Gerechtigkeit.
6.Es ist die Sicherheit deines Geschickes, die Dauer des Heils, der Weisheit und Erkenntnis; die Furcht des Herrn ist sein Schatz.
7.Ihre Helden schrien draußen, die Friedensboten weinten bitterlich.
8.Verödet sind die Straßen, es feiert der Wanderer. Er bricht den Friedensbund, hält gering die Städte, achtet nicht des Menschen.
9.Es trauert, verschmachtet die Erde. Beschämt ist der Libanon und abgewelkt. Saron ist einer Steppe gleich, entblättert sind Baschan und Karmel.
10.Jetzt will ich mich aufmachen, spricht der Herr, jetzt mich erheben, jetzt mich emporrichten.
11.Ihr gehet schwanger, [was ihr vorhabt] ist wie Heu, gebäret [was ihr vollbringt sind] Stoppeln — euer Odem ist ein Feuer, das euch frisst.
12.Eure Völker werden zu Kalk verbrannt, wie abgehauene Dornen werden sie im Feuer auflodern.
13.Vernehmet, ihr Fernen, was ich getan, und erfahret, ihr Nahen, meine Stärke.
14.Es zagen in Zijon die Sünder, Zittern ergreift die Bösewöchter. [Sie jammern]: Wer von uns mag weilen bei dem fressenden Feuer? Wer von uns weilen bei den mächtigen Bränden?
15.Wer in Gerechtigkeit wandelt und redlich spricht, wer Gewinn durch Bedrückung verschmäht, wer seine Hände schüttelt, dass sie nicht nach Bestechung greifen, wer sein Ohr verstopft, dass er nicht höre den Blutrat, und sein Auge zudrückt, dass er das Böse nicht schaue;
16.Der wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten sind seine Burg, sein Brot ist ihm gewährt, sein Wasser gesichert.
17.Den König in seiner Herrlichkeit werden deine Augen schauen, sie sehen ihn selbst im fernen Lande.
18.Du wirst an die Schreckenszeit denken: Wo ist, der zählte, wo ist, der wog, wo, der Türme zählte?
19.Das Barbarenvolk siehst du nicht mehr, das Volk dunkler Rede, nicht zu verstehen, stotternder Zunge, ohne Sinn.
20.Schaue Zijon an, die Stadt unserer festlichen Zusammenkunft, deine Augen werden Jerusalem sehen, eine ruhige Heimat, ein Zelt, das man nicht fortrückt, nimmer werden seine Pflöcke herausgezogen und keines seiner Seile losgerissen.
21.Dort vielmehr erweiset der Herr sich uns mächtig, die an der Stätte der Ströme und weit gebreiteter Flüsse, darauf kein Ruderschiff ziehet und kein mächtiges Fahrzeug führt darüber hin. [Kein Feind kommt mehr hin.]
22.Denn der Herr ist unser Richter, der Herr unser Gesetzgeber, der Herr unser König, er wird uns helfen.
23.Deine Seile, [o Assyrien], sind gelöst, sie halten nicht ihres Mastbaumes Schaft, sie spannen nicht das Segel. Alsdann teilt man der Plünderung Beute in Menge, selbst Lahme rauben ihren Teil.
24.Selbst der Bettlägerige spricht nicht: Ich bin krank. Dem Volke, das darin wohnt, ist seine Schuld erlassen.

Kapitel 34

Über Edoms Fall.
1.Nahet her, o Völker, zu hören, und
ihr Nationen, merket auf! Es höre die Erde und alles, was in ihr ist, das Erdenrund samt allen seinen Sprösslingen.
2.Denn der Herr zürnt allen Völkern, er grollt ihrem ganzen Heer, er bannt sie, gibt sie dem Schlachten preis.
3.Und ihre Erschlagenen werden herumgeworfen, von ihren Leichen steigt der Modergeruch auf, die Berge zerrinnen von ihrem Blut.
4.Selbst das ganze Himmelsheer vergeht, wie ein Buch wird der Himmel zusammengerollt; all sein Heer welkt wie das Blatt am Weinstock, wie welke Frucht am Feigenbaum.
5.Denn mein Schwert im Himmel wird gesättigt, wenn es auf Edom niederfährt, auf das Volk, das ich geweiht dem Verderben, zum Gericht.
6.Das Schwert des Herrn ist voll Blut, gemästet mit Fett, vom Blute der Mastlämmer und Böcke, vom Nierenfett der Widder; denn ein Opfer hält der Herr in Bozra und ein großes Schlachten im Lande Edom.
7.Das Rëem24Ein starkes bei den Israeliten sprichwörtlich gewordenes Tier; vergl. 4.Buch Moses 23, 22. stürzt mit ihnen, Stiere samt Masttieren, das Land wird getränkt von Blut und der Staub mit Fett gedüngt.
8.Denn einen Tag der Rache hält der Herr, ein Jahr der Vergeltung, Zijon zu rächen.
9.[Edoms] Ströme verwandeln sich in Pech, sein Staub in Schwefel, die Erde wird zu brennendem Pech.
10.Nacht und Tag verlischt es nicht, ewiglich steigt Rauch davon auf, von Geschlecht zu Geschlecht bleibt es wüst, in alle Ewigkeit zieht niemand hindurch.
11.Pelikan und Kröte werden es in Besitz nehmen, Ibis und Rabe werden darin wohnen; [Gott] spannt darüber die Maßschnur der Verödung und das Lot der Verwüstung.
12.Ihre Edeln werden das Königtum ausrufen, aber es hat keinen Bestand; all ihre Fürsten werden zu nichts.
13.In ihren Palästen wird Gestrüpp aufschießen, Nesseln und Dornen in ihren Festen, und sie wird zur Wohnung der Schakale, ein Gehöft der Strauße.
14.Wildkatzen treffen dort mit Hyänen zusammen, und ein Waldbock ladet den andern; dort rastet nur die Lilit25Ein Nachtgespenst nach der Vorstellung der semitischen Völker. und findet eine Ruhestatt.
15.Dort nistet die Pfeilschlange und legt Eier, sie brütet aus und versammelt [die Jungen] in ihrem Schatten; nur dort scharen sich die Geier, einer zum andern.
16.Forschet in dem Buche des Herrn und leset, nicht eines von ihnen bleibt aus, eines vermisst das andere nicht, denn sein Mund hat es geboten und dessen Hauch hat sie versammelt.
17.Er teilte ihnen ihre Loose aus, seine Hand hat es ihnen mit der Maschnur zugemessen; auf ewig nehmen sie es in Besitz, für alle Geschlechter wohnen sie darin.

Kapitel 35

Die einstige Rückkehr aus der Verbannung.

1.Es frohlockt darüber Wüste und Wildnis, das bisher verödete [Israel], die Steppe jubelt und blühet auf wie eine Narzisse.
2.In voller Blüte stehet sie und jubelt und jauchzt; Libanons Pracht wird ihr verliehen, Karmels und Sarons Schmuck. Sie werden schauen die Herrlichkeit des Herrn, den Glanz unseres Gottes.
3.Stärket schlaffe Hände und kräftigt wankende Knie.
4.Sprechet zu den Mutlosen: Seid stark, fürchtet nicht! Euer Gott kommt mit Rache, mit göttlicher Vergeltung kommt er und rettet euch.
5.Dann werden sich auftun die Augen der Blinden, und die Ohren der Tauben sich öffnen.
6.Dann wird hüpfen wie ein Hirsch der Lahme, und jubeln die Zunge des Stummen; denn es brechen Gewässer hervor in der Wüste und Bäche in der Steppe.
7.Das Sandmeer wird in Teiche verwandelt, die Stätte des Durstes in Wasserquellen. In der Schakale Wohnung, im Lagerort [der wilden Tiere], ist eine Stätte für Rohr und Schilf.
8.Es wird dort eine Bahn und ein Weg sein, den man heiligen Weg nennt. Kein Unreiner zieht darüber hin, dass er ihm gehörte. Wer des Weges zieht, auch der Unkundige, gehet nicht irre.
9.Dort wird kein Löwe weilen, kein reißendes Tier ihn betreten und auf ihm zu treffen sein. Also werden ihn die Erlösten durchwandern.
10.Die durch den Herrn Befreiten werden heimkehren und nach Zijon mit Jubel zurückkommen, ewige Lust wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Lust treffen sie an, es weichen Kummer und Schmerz.

Kapitel 36

Die Belagerung Jerusalems.
1.Im vierzehnten Regierungsjahre des Königs Hiskija zog Sanherib,
König von Assyrien, gegen alle festen Städte von Jehuda und eroberte sie.
2.Der Konig von Assyrien sandte darauf den Rabsake von Lachis gegen den König Hiskija in Jerusalem mit einem großen Heer; [da angelangt], nahmen sie Stellung an der Leitung des oberen Teiches, der auf der Bahn des Wäscher-Feldes war.
3.Der Palastaufseher Eljakim, Sohn Hiskijas, und Sebua, der Schreiber, und der Staatsschreiber Joah, Sohn Asafs, gingen zu ihm hinaus.
4.Rabsake rief ihnen zu: Sagt doch dem Hiskija, so spricht der große König, der König von Assyrien: Was für ein Vertrauen ist das, das du gehegt?
5.Meintest du etwa, es sei ein bloßes Gerede, [wenn es heißt] Rat und Stärke zeigen zum Krieg? Nun, auf wen vertrautest du, dass du dich gegen mich empörtest?
6.Du vertrautest wohl auf jenen geknickten Rohrstab, auf Ägypten, das dem, der sich darauf stützt, in die Hand dringt und sie durchbohrt? Denn so ist Pharao, König von Ägypten, für alle, die auf ihn vertrauen.
7.Oder wollt ihr mir vielleicht sagen: Auf den Herrn, unsern Gott, vertrauen wir. Hiskija hat ja dessen Höhen und Altäre abgeschafft und in Jehuda und Jerusalem angeordnet: Nur vor diesem Altar in Jerusalem werfet euch nieder.
8.Und nun versuche es mit meinem Herrn, dem Könige von Assyrien. Ich will dir zweitausend Rosse geben, ob du dir Reiter darauf setzen kannst?
9.Und wie willst du zurückweisen einen Befehlshaber, einen der geringsten Diener meines Herrn? und du vertrauest auf Ägypten um Rosse und Reiter?
10.Nun, bin ich denn ohne [Billigung] des Herrn herangezogen gegen diesen Ort, um ihn zu verderben? Der Herr hat zu mir gesprochen: Ziehe hinan gegen dieses Land und verdirb es!
11.Da sprachen Eljakim und Sebna und Joah zu Rabsake: Rede doch zu deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen es, und rede nicht mit uns judäisch vor den Ohren des Volkes auf der Mauer.
12.Aber Rabsake sprach: [Glaubt ihr], dass nur zu eurem Herrn und zu euch
mich mein Herr gesandt hat, diese Worte zu reden? Nicht vielmehr zu den Männern, die auf der Mauer sitzen, ihren Auswurf zu essen und ihren Harn zu trinken mit euch?
13.Rabsake trat auf und rief mit lauter Stimme judäisch und sprach: Hört das Wort des großen Königs, des Königs von Assyrien!
14.So spricht der König: Dass euch Hiskija nicht täusche; er kann euch nicht retten von seiner Hand.
15.Dass euch Hiskija nicht vertröste auf den Herrn: Retten wird uns der Herr, und diese Stadt wird nicht fallen in die Hand des Königs von Assyrien.
16.Höret nicht auf Hiskija. Denn so spricht der König von Assyrien: Ergebet euch mir und kommt heraus zu mir, dass
jeder von seinem Weinstock und von seinem Feigenbaum esse und jeglicher das Wasser seiner Grube trinke;
17.Bis ich komme und euch bringe in ein Land, wie euer Land, in ein Land des Korns und des Mostes, ein Land der Brotfrucht und der Weinberge.
18.Sollte euch Hiskija einreden wollen und sprechen: Der Herr wird uns retten. Haben die Götter der anderen Völker ihre Länder vom assyrischen König gerettet?
19.Wo waren die Götter von Hamat und Arpad, wo die Götter von Sefarvajim, oder retteten sie Schomron von meiner Hand?
20.Wer ist unter all den Göttern der Länder, die ihr Land gerettet von meiner Hand, dass der Herr Jerusalem retten sollte von meiner Hand?
21.Sie schwiegen und erwiderten kein Wort, denn ein Gebot des Königs war also: Ihr sollt ihm nichts erwidern.
22.Es kamen der Haushofmeister Eljakim, Sohn Hilkijas, und Sebna der Schreiber, und Joah, Sohn Asafs, der Staatsschreiber, zu Hiskija mit zerrissenen Kleidern und berichteten ihm die Worte Rabsakes.

Kapitel 37

Die wunderbare Rettung.
1.Als der König Hiskija das hörte, zerriß er seine Kleider und hüllte sich in einen Sack und ging in das Haus des Herrn.
2.Er sandte den Palastaufseher Eljakim und den Schreiber Sebna und die Aeltesten der Priester gehüllt in Säcke an den Propheten Jesaja, Sohn Amoz;
3.Dass sie zu ihm sprechen: So spricht Hiskija: Ein Tag der Not und des Schmähens und des Hohnes ist dieser Tag. Gekommen sind die Kinder bis an den Muttermund, aber da ist keine Kraft zum Gebären.
4.Vielleicht hört der Herr, dein Gott, alle Worte Rabsakes, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt, zu lästern den lebendigen Gott. Geschmäht hat er mit Worten, die der Herr, dein Gott, gehört; so erhebe denn ein Gebet für den vorhandenen Überrest.
5.Die Diener Hiskijas kamen zu Jesaja.
6.Jesaja beauftragte sie: Sprechet zu euerm Herrn: So spricht Gott; Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört, womit die Buben des Königs von Assyrien mich gelästert haben.
7.Ich will ihm den Sinn wenden; er wird eine Nachricht erhalten und in sein
Land zurückkehren, und ich lasse ihn durch das Schwert fallen in seinem Lande.
8.Rabsake kehrte zurück und fand den König von Assyrien kämpfend gegen Libna, denn er hatte gehört, dass er aufgebrochen war von Lachis.
9.Er hörte von Tirhaka, König von Äthiopien, also: Er ist ausgezogen gegen dich zu streiten. Da sandte er wiederum Boten zu Hiskija und ließ ihm sagen:
10.So sprechet zu Hiskija, König von Jehuda, mit den Worten: Dass dich nicht täusche dein Gott, auf den du vertrauest, zu glauben: Jerusalem wird nicht gegeben werden in die Hand des Königs von Assyrien.
11.Du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern getan, dass sie sie zu Grunde gerichtet haben, und du willst gerettet werden?
12.Haben denn die Götter die Völker gerettet, die meine Väter zerstört haben: Gosan und Haran und Rezef und die Beni-Eden, die in Telaßar?
13.Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad, der König der Sefarvajim, Hena und Iva?
14.Hiskija nahm die Briefe aus der Hand der Boten und las sie. Hiskija ging in das Haus des Herrn und breitete sie aus vor dem Herrn.
15.Hiskija betete vor dem Herrn und sprach:
16.Herr, Gott Israels, der über den Cherubim thront, du bist allein der Gott über alle Königreiche der Erde, du hast den Himmel und die Erde geschaffen.
17.Neige, Herr, dein Ohr und höre! Tue auf, Herr, deine Augen und schaue! Höre die Worte Sanheribs, der jenen gesandt, zu lästern den lebendigen Gott.
18.Wahr ist es, Herr, zerstört haben die Könige von Assyrien die Völker und ihre Länder.
19.Ihre Götter haben sie in das Feuer geworfen, denn es sind keine Götter, sondern Werk von Menschenhänden, Holz und Stein, und so haben sie sie vernichtet;
20.Und nun, Herr, unser Gott, hilf uns doch von seiner Hand, dass alle Königreiche der Erde erkennen, dass du allein bist der Herr, Gott.
21.Da sandte Jesaja, Sohn Amoz, an Hiskija also: So spricht der Herr, der Gott Israels: Was du zu mir gebetet wegen Sanheribs Königs von Assyrien, [das habe ich erhört].
22.Das ist, was der Herr über ihn ausgesprochen: Es spottet dein, es lacht dein die Jungfrau, Tochter Zijon; hinter
dir her schüttelt das Haupt die Tochter Jerusalem.
23.Wen hast du gelästert und gehöhnt, und wider wen die Stimme erhoben und deine Augen emporgerichtet? Wider den Heiligen Israels?
24.Durch deine Boten hast du den Herrn gelästert und hast gesprochen: Mit der Menge meiner Wagen bin ich hinangezogen die Höhe der Berge, die Seiten des Libanon, und habe umgehauen seine hochstämmigen Zedern, seine auserlesenen Zypressen; nun dring ich in seine vornehmste Wohnung, in seine volle Waldung.
25.Ich habe gegraben und getrunken quellendes Wasser, und will austrocknen mit den Tritten meines Fußballens alle Teiche der Belagerung.
26.So höre denn! Seit fernen Zeiten hatte ich es gemacht, seit den Tagen der Vorwelt, da hatte ich es entworfen. Nun ließ ich es kommen, feste Städte zu öden Steinhaufen zu machen.
27.Deren Bewohner werden machtlos, gebrochenen Mutes und zu Schanden; sie werden wie Kraut des Feldes und sprossendes Grün, Moos der Dächer, und brandig, bevor es zum Halm wird.
28.Dein Sitzen, dein Gehen und dein Kommen [all dein Vorhaben] kenne ich, auch dein Toben gegen mich.
29.Weil dein Toben wider mich und dein Übermut gekommen ist vor meine Ohren, so ziehe ich meinen Stachel durch deine Nase und ein Gebiss in deine Lippen und führe dich [zwangsweise] zurück auf dem Wege, auf welchem du gekommen bist.
30.[Und wenn dies eintrifft], möge dieses dir [dem König Hiskija] als Zeichen dienen: Zu essen gibt es dieses Jahr nur Nachwuchs, im zweiten Jahre nur Wildwuchs, aber im dritten Jahre säet und erntet und pflanzet Weinberge und esset ihre Frucht.
31.Der gerettete Überrest des Hauses Jehuda wird Wurzel ansetzen nach unten und Frucht treiben nach oben.
32.Denn von Jerusalem soll bleiben ein Überrest und Gerettete vom Berge Zijon; der Eifer des Herrn Zebaot wird das tun.
33.Fürwahr, so spricht der Herr von dem König von Assyrien: Er wird nicht in die Stadt dringen, nicht vor sie hintreten mit einem Schild und nicht aufschütten gegen sie einen Wall.
34.Auf dem Wege, auf dem er gekommen, wird er umkehren, und in diese Stadt nicht kommen, spricht der Herr.
35.Schirmen werde ich diese Stadt und sie retten um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.
36.[In derselben Nacht] zog aus ein Engel des Herrn und schlug in dem Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend [Mann]. Als man am Morgen früh aufwachte, da waren sie alle Leichen, Tote.
37.Sanherib, König von Assyrien, brach auf und zog ab; er kehrte heim und blieb in Ninive.
38.Als er sich dort niederwarf im Hause seines Gottes Nisroch, da schlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwerte; sie entkamen in das Land Ararat; sein Sohn Esar-Haddon wurde König an seiner Statt.

Kapitel 38

Die letzten Ereignisse unter Hiskija.

1.In jener Zeit erkrankte Hiskija zum Sterben. Da kam der Prophet
Jesaja, Sohn Amoze, und sprach zu ihm: So spricht der Herr: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht leben.
2.Da wandte Hiskija sein Gesicht zu der Wand und betete zum Herrn:
3.O Herr denke doch, wie ich vor dir gewandelt in Wahrheit und mit ganzem Herzen, und wie ich getan, was gut ist in deinen Augen! Hiskija weinte laut.
4.Da erging das Wort des Herrn an Jesaja also:
5.Gehe hin und sprich zu Hiskija: So spricht der Herr, der Gott deines Ahn David: Ich habe dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen gesehen, ich füge deinen Lebenstagen noch fünfzehn Jahre hinzu.
6.Von der Hand des Königs von Assyrien werde ich dich und diese Stadt retten; ich werde diese Stadt schirmen.
7.Das sei dir das Zeichen vom Herrn, dass der Herr das tun wird, was er gesprochen.
8.Ich lasse umkehren den Schatten der Stufen, wo er hinabgerückt war — an den Stufen der Sonnenuhr, die Achaz errichtet — zehn Stufen rückwärts. Der Schatten der Sonne kehrte auch zehn Stufen um, an den Stufen, die er herabgerückt war.
9.Schrift von Hiskija, König von Jehuda, als er erkrankt war und von seiner Krankheit genas:
10.Ich dachte, in der Mitte meiner Tage soll ich eingehen in die Pforten der Gruft; ich bin beraubt des Restes meiner Jahre.
11.Ich dachte, ich werde nicht mehr Gott [die Herrlichteit des Daseins] schauen, Gott im Reiche des Lebens; ich werde keinen Menschen mehr in dieser Welt sehen;
12.Meine Lebensdauer sei abgebrochen und weggezogen von mir, gleich einem Hirtenzelt; mir sei mein Leben abgeschnitten, wie wenn mir der Weber es vom Faden risse; von Tag zu Nacht vollendest du mit mir.
13.Ich glaubte, bis zum Morgen [sofort] werde er gleich einem Löwen zermalmen mein Gebein; von Tag zu Nacht vollendest du mit mir.
14.Gleich der Schwalbe und dem Kranich also zirpt ich, girrte Tauben gleich, ich erhob meine Augen zur Höhe: Herr, bedrängt bin ich, rette mich!
15.Was soll ich reden? Er hat mir verheißen und er vollführt es auch. Wallen will ich [ins Gotteshaus] all meine Jahre [und dem Herrn danken, dass er mich errettet hat] aus meinem Kummer.
16.Herr, schütze [meine Gebeine], dass sie gesunden, und auch meinen Geist, und stärke mich!
17.Um den Verlust des Friedens war ich sehr betrübt; doch du hast liebend meine Seele gezogen aus der Grube der Verwesung, denn du warfst hinter deinen Rücken all meine Sünden [du verziehst mir alles].
18.Denn nicht die Gruft preiset dich, nicht der Tod lobt dich; es harren nicht, die in die Grube sinken, auf deine Treue.
19.Der Lebende, der Lebende, er preiset dich, wie ich heute; der Vater thut den Kindern deine Treue kund.
20.Der Herr ist da zu meiner Hilfe, und meine Lieder werden wir spielen all unsere Lebenstage im Hause des Herrn.
21.Jesaja sprach: Man bringe Feigenkuchen und lege sie zur Erweichung auf die Geschwulst, und sie wird heilen.
22.Hiskija sprach: Welches ist das Zeichen, dass ich noch gehen werde in das Haus des Herrn?

Kapitel 39

1.In jener Zeit sandte Merodach-Baladan, Sohn Baladans, König von Babel, Briefe und Geschenke an Hiskija; denn er hatte gehört, dass Hiskija erkrankt war und nun genas.
2.Hiskija freute sich mit ihnen und ließ sie sehen alle seine Schatzhäuser, das Silber und das Gold, die Gewürze und das köstliche Oel, sein ganzes Zeughaus und alles, was sich in seinen Schatzkammern fand; es war nichts, was Hiskija sie nicht sehen ließ in seinem Hause und in seiner ganzen Herrschaft.
3.Da kam der Prophet Jesaja zum Könige Hiskija und sprach zu ihm: Was wollten die Männer, und woher kamen sie zu dir? Hiskija erwiderte: Aus einem fernen Lande kamen sie, aus Babel.
4.[Jesaja] fragte weiter: Was sahen sie in deinem Hause? Hiskija antwortete: Alles, was in meinem Hause ist, sahen sie. Es war nichts, was ich sie nicht sehen ließ in meinen Schatzkammern.
5.Jesaja sprach darauf zu Hiskija: Höre das Wort des Herrn.
6.Es werden Tage kommen, wo alles, was in deinem Hause ist, was deine Väter aufgesammelt bis auf diesen Tag, nach Babel weggebracht wird; es wird nichts übrigbleiben, spricht der Herr.
7.Von deinen Söhnen, die von dir abstammen die du zeugen wirst, werden sie nehmen. Sie werden Hofbediente sein im Palast des Königs von Babel.
8.Hiskija sprach zu Jesaja: Gerecht ist das Wort des Herrn, das du geredet. Er sprach weiter: Wenn nur Friede und Bestand sein wird in meinen Tagen.

Kapitel 40

Die folgenden prophetischen Reden beziehen sich auf die Erlösung vom babylonischen Exil.

1.Tröstet, o tröstet mein Volk, spricht euer Gott.
2.Redet zum Herzen Jerusalems und rufet ihm zu, dass erfüllt ist seine Leidenszeit, dass seiner Schuld genug getan, denn es hat empfangen aus der Hand des Herrn doppelt für all seine Sünden.
3.Ich höre eine Stimme rufen: In der Wüste bahnet den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße unserm Gotte!
4.Jedes Tal möge sich erheben, und jeder Berg und Hügel sich senken, dass die Krümmung zur Ebene werde und die Höcker zum Tal.
5.Damit sich die Herrlichkeit des Herrn zeige, damit alle Geschöpfe bekennen, dass also der Herr verheißen hat.
6.Eine Stimme höre ich, die ruft: Sprich! Man fragte sie: Was soll ich sprechen? [und sie erwiderte]: Alles Fleisch
ist wie Gras und — seine Güte wie Feldblumen.
7.Es dorrt das Gras, es welkt die Blume, denn der Odem des Herrn hat es angeweht. Fürwahr, Gras ist das Volk [alle Menschen].
8.Es dorrt das Gras, es welkt die Blume, aber das Wort unseres Gottes besteht ewiglich.
9 Auf hohen Berg steige hinan, Heilbotin Zijons, erhebe kräftig deine Stimme, Heilbotin Jerusalems, erhebe sie, fürchte nicht, sprich zu den Städten Jehudas: Da erscheint euer Gott
10.Gott der Herr zeigt sich mächtig, und sein Arm gewaltig; sein Lohn ist mit ihm und seine Vergeltung vor ihm.
11.Wie ein Hirt der seine Heerde weidet, mit seinem Arm sammelt er die Lämmer, in seinem Busen trägt er sie und die Säugenden leitet er, [so wird Gott die Zerstreuten Israels sammeln].
12.Wer maß mit seiner Handhöhle die Gewässer? und mit der Spanne die Himmel? Wer faßte in ein Maß den Staub der Erde und wog in der Wage Berge, und Hügel in der Wagschale?
13.Wer erforschte den Geist des Herrn? und wem gab [Gott] seinen Ratschluß kund?
14.Mit wem beriet er sich, dass er ihm Einsicht gab und ihn den richtigen Pfad lehrte, dass er ihn Erkenntnis lehrte und den Weg der Einsicht ihm kund machte?
15.Die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer, und dem Staub in der Wagschale gleich geachtet. Die Insel trägt er davon wie ein Stäubchen.
16.Der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz, und sein Wild reicht nicht hin zum Ganzopfer.
17.All die Völker sind wie ein Nichts vor ihm, nichtig und leer sind sie ihm geachtet.
18.Wem wollt ihr nun Gott vergleichen, und welch Gebilde ihm gleichstellen?
19.Vielleicht das Bild, das der Künstler gegossen und der Goldarbeiter mit Gold überzogen, an das der Schmied silberne Ketten [gemacht]?
20.Der zu arm ist für solche Gabe, wählt sich wenigstens Holz, das nicht morsch wird, und sucht sich einen geschickten Künstler, ein festes Bild zu verfertigen, das nicht wankt.
21.Wisset ihr nicht? höret ihr nicht? Ist es euch nicht verkündet worden von Anbeginn an? Habt ihr nicht gemerkt auf die Grundpfeiler der Erde?
22.Er, der über dem Erdkreise thronet, [dem gegenüber] die Bewohner wie Heuschrecken sind, der ausgespannt wie einen Flor den Himmel und ihn ausgebreitet wie ein Zelt zur Wohnung;
23.Der die Fürsten zu nichte macht, die Mächtigen der Erde in Nichts verwandelt;
24.Als ob sie nicht gepflanzt waren, nicht gesäet, ihr Schaft nicht in der Erde wurzelte — nur angehaucht hat er sie, und sie sind verdorrt, und Sturm entführt sie wie Stoppeln:
25.Wem denn wollt ihr mich vergleichen, dass ich ihm ähnlich wäre? spricht der Heilige.
26.Hebt empor eure Augen und sehet: Wer hat diese geschaffen? Er, der herausführt nach der Zahl ihr Heer, alle beim Namen ruft. Vor der Allmacht Fülle und dem Gewaltigen an Kraft bleibt Keines aus.
27.Warum sprichst du, o Jakob, und redest, o Israel: Verborgen ist mein Weg vor dem Herrn, und an meinem Gott geht mein Recht vorüber.
28.Du hast es doch erfahren und gemerkt: Ein Gott für immerdar ist der Herr, der erschaffen die Enden der Erde; er ermattet nicht, er ermüdet nicht, grenzenlos ist seine Einsicht.
29.Er verleiht dem Müden Kraft, und dem Ohnmächtigen gibt er große Stärke.
30.Junge Leute ermatten und ermüden, und Jünglinge straucheln!
31.Aber die auf den Herrn hoffen legen an neue Kraft, treiben Schwingen gleich den Adlern; sie rennen und ermüden nicht, sie gehen und ermatten nicht.

Kapitel 41

1.Schweigt vor mir, ihr [Einwohner der fernen] Insel, und Völker, die neue Kraft schöpfen. Sie mögen herbeikommen, dann reden, zusammen wollen wir hintreten zum Gerichte.
2.Wer hat [Cyrus] von Osten herbeigerufen? Wer ihn mit Sieg in seinem Gefolge berufen, Völker vor ihm niederzuwerfen und Könige zu unterjochen. Zu Staub macht alles sein Schwert, zu wehenden Stoppeln sein Bogen.
3.Er verfolgt sie, er ziehet hin unversehrt einen Pfad, den sein Fuß nie betreten.
4.Wer hat es gewirkt und vollbracht? Der die Menschengeschlechter berief vom Anbeginn. Ich, der Herr, bin der Erste, und bei den Spätesten bin ich derselbe.
5.Es schauen die (Einwohner der] fernen Insel und schauern, die Enden der Erde erzittern; sie nahen und kommen heran.
6.Sie stehen einer dem andern bei, und zu seinen Genossen spricht jeder: Sei stark.
7.Es ermutigt der Schmied den Schmelzer, der mit dem Hammer glättet den, der den Ambos schlägt, er sagt von der Lötung, sie ist gut, und befestigt sie mit Nägeln, dass sie nicht wanke 26Der Prophet spottet über die Götzendiener, die in der Zeit der Not ihre Götzenbilder in Stand setzen, von ihnen Rettung erwartend..
8.Du aber Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt, Nachkomme Abrahams, meines Freundes;
9.Du, den ich erwählt aus den vornehmsten Völkern der Erde, und von ihren Edlen rief ich dich her und sprach zu dir: Mein Knecht bist du, erwählt habe ich dich und nicht verschmäht.
10.Fürchte nicht, denn ich bin mit dir, sei nicht verzagt, denn ich bin dein Gott. Ich kräftige dich, auch steh ich dir bei; ich fasse dich mit meiner siegreichen Rechten.
11.Zu Schanden und Schmach werden alle, die dich reizen, vernichtet und vertilgt werden die mit dir streiten.
12.Du suchst sie und findest sie nicht, die mit dir haderten; zunichte und völlig verschwinden werden die, die dich bekriegten.
13.Denn ich, der Herr, dein Gott, fasse deine Rechte, ich bin es, der zu dir spricht: Fürchte nicht, ich stehe dir bei.
14.Fürchte nichts, Wurm Jakob, Häuflein Israel, ich stehe dir bei, spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels.
15.Ich mache dich zu einem Dreschwagen, einem scharfen, neuen, vielschneidigen; Berge zerstampfst und zermalmst du, und Hügel machst du zu Spreu.
16.Du streust sie hin, und ein Wind entführt sie, ein Sturm zerstiebt sie. Du aber frohlockest in dem Herrn, rühmest dich des Heiligen Israels.
17.Die Armen und die Dürftigen verlangen nach Wasser, und es ist keins da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Ich, der Herr, erhöre sie, ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht.
18.Ich öffne auf kahlen Bergspitzen Ströme und in den Tälern Quellen, wandle die Wüste in Wasserteiche und Land der Wildnis in Wassergüsse.
19.Ich setze in der Wüste Zeder, Akazie, Myrte und Ölbaum, pflanze in der Steppe Zypresse, Fichte und Buchsbaum durcheinander.
20.Auf dass sie alle sehen, erkennen, merken und begreifen, dass des Herrn Hand dies getan und der Heilige Israels es geschaffen.
21.Bringet her eure Rechtssache, spricht der Herr, tretet heran mit euren Streitgründen, spricht der König Jakobs.
22.Mögen sie herantreten und uns sagen, was sich ereignen wird. Was war früher? Saget an, dass wir darauf merken und dessen Ausgang erfahren, oder lasset uns das Zukünftige hören.
23.Saget an, was eintrifft in der Zukunft, dann werden wir erkennen, dass ihr Götter seid, dass ihr auch Gutes tun könnt und Böses, und wir werden darüber alle erstaunen und bestürzt sein.
24.Ihr seid aber nichts und euer Werk ein Hauch. Zum Gräuel wird, der euch erwählt.
25.Ich erweckte [Cyrus) vom Norden her, und er kam, vom Osten den, der meinen Namen anruft; und er trat Fürsten nieder wie Lehm und wie der Töpfer Thon zertritt.
26.Wer hat es verkündet vom Anbeginn, dass wir es erfahren, und vor Zeiten, dass wir sprächen: Recht! Doch da ist keiner, der es verkündet, keiner, der es hören lassen, und keiner, der eure Worte hört.
27.Der erste war ich, der zu Zijon [sprach]: Da sind sie, [die aus der Verbannung heimkehren!] und Jerusalem gab
ich einen Heilboten.
28.Ich sah, dass keiner da ist, kein Ratgeber unter ihnen, dass ich sie fragte und sie Bescheid gäben.
29.Sie alle sind nichtig, eitel ihre Werke, Wind und Leeres ihre Gebilde.

Kapitel 42

1.Du [Israel), mein Knecht, den ich stütze, mein Erkorener, an dem ich
Gefallen habe; meinen Geist lege ich auf ihn, dass er den Völkern Recht verkünde.
2.Er schreit nicht, er erhebt nicht und läßt draußen nicht hören seine Stimme.
3.Geknicktes Rohr zerbricht er nicht und dunkelnden Docht löscht er nicht aus; nach Wahrheit verkündet er das Recht.
4.Er wird nicht müde und nicht entkräftet, bis er das Recht festgestellt auf Erden, und seiner Lehre die Insel harren.
5.So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ihn ausgespannt, die Erde ausgedehnt mit ihren Sprösslingen, der Odem gibt allen Geschöpfen auf ihr und Lebenshauch denen, die auf ihr wandeln.
6.Ich, der Herr, habe dich berufen zum Heile und deine Hand gefasst und dich gebildet und dich eingesetzt zum Volk meines Bundes, zum Lichte von Nationen;
7.Blinde Augen zu öffnen, herauszuführen aus dem Kerker den Gefesselten, aus dem Gefängnishause die Bewohner der Finsternis.
8.Ich, der Herr, das ist mein Name, und meine Herrlichkeit gebe ich keinem andern, noch meinen Ruhm den Götzenbildern.
9.Das Frühere ist eingetroffen, und neues verkünde ich; ehe es hervorkeimt, mache ich es euch kund.
10.Singet dem Herrn ein neues Lied, [verkündet] seinen Ruhm am Ende der Erde, ihr alle, die ihr das Meer befahret und was es füllt, die Insel und ihre Bewohner!
11.Laut jubele die Wüste und ihre Städte, die Gehöfte, die der Araber bewohnt, es jauchzen die Bewohner der Felsen, vom Gipfel der Berge her schreien sie auf.
12.Sie geben dem Herrn die Ehre, und seinen Ruhm verkünden sie in den Eilanden.
13.Der Herr zieht aus wie ein Held, wie ein Kriegsmann facht er den Eifer an, er lärmt, erhebt auch Kriegsgeschrei, gegen seine Feinde erweist er sich mächtig.
14.Ich habe geschwiegen von je, war still, hielt an mich; wie eine Gebärerin will ich aber nur schreien, schnaufen und anschnauben unaufhörlich,
15.Verwüsten Berg und Hügel und all ihr Grün trocknen, umwandeln Ströme in Eilande, und Teiche trockne ich aus.
16.Ich führe Blinde auf einem Wege, den sie nicht gekannt, auf unbekannten Bahnen leite ich sie, wandle Finsternis vor ihnen in Licht und Krümmungen in Ebenen. Das sind die Dinge, die ich oft getan und auch jetzt nicht unterlassen werde.
17.Sie treten zurück, sind beschämt, alle, die auf ein Bild vertrauen, die zum Gusswerk sprechen: Ihr seid unsere Götter.
18.Ihr Tauben hört, und ihr Blinden schauet auf, dass ihr sehet!
19.Wer ist blind, wenn nicht der, der mein Knecht sein sollte, und taub wie mein Bote, den ich gesandt? Wer ist blind
wie der mir ergeben sein sollte, blind wie der Knecht des Herrn?
20.Vieles schauest du, aber beobachtest nicht; bei offenen Ohren hört er nicht.
21.Der Herr begehrt um seiner Gnade willen, dass groß werde die Lehre und herrlich.
22.Aber es ist ein geraubtes geplündertes Volk, verweht in Höhlen liegen sie alle, und in Gefängnissen sind sie versteckt. Sie sind zur Beute geworden und niemand rettet, geplündert und niemand spricht: Gib zurück!
23.Wer unter euch mag solches vernehmen, hören und aufhorchen für die Zukunft?
24.Wer hat Jakob der Plünderung preisgegeben und Israel den Raubenden? Doch nur der Herr, gegen den wir gesündigt und in dessen Wegen sie nicht wandeln wollten und dessen Lehre sie nicht gehorchten.
25.Da schüttelte er die Glut seines Zornes über es aus und des Krieges Gewalt, es flammte an ihm rings, es aber merkte nichts, und es brannte an ihm, es aber nahm es nicht zu Herzen.

Kapitel 43

1.Nun aber spricht also der Herr, dein Schöpfer, Jakob, und dein Bildner, Israel: Fürchte nicht, denn ich habe dich erlöst, dich gerufen beim Namen: Mir gehörst du.
2.Wenn du Gewässer durchschreitest, ich bin bei dir, und wenn durch Ströme — sie fluten dich nicht weg; wenn du durch Feuer gehest, wirst du nicht versengt, und die Flamme brennt dich nicht an.
3.Denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Retter; ich gäbe hin dein Lösegeld Ägypten, Nubien und Abessinien statt deiner.
4.Weil du teuer bist in meinen Augen und geehrt, und weil ich dich liebe, gebe ich [viele andere] Menschen statt deiner hin, Nationen für dein Leben.
5.Fürchte nicht, denn ich bin mit dir; vom Osten bringe ich deine Kinder und vom Westen sammle ich dich.
6.Ich befehle dem Norden: Gib her [die Israeliten], und zum Süden: Halte sie nicht zurück! Bringe meine Söhne aus der Ferne und meine Töchter vom Ende der Erde;
7.Jeden, der sich zu meinem Namen bekennt, den ich zu meiner Ehre geschaffen, gebildet und bereitet.
8.Gib sie heraus, du Volk, das blind ist und Augen hat, ihr Tauben, obwohl sie auch Ohren haben.
9.Alle Völker sind versammelt, zusammengekommen die Nationen, wer unter ihnen kann solches ansagen? Dass sie uns die [kommenden Ereignisse] zuvor verkünden; mögen sie ihre Zeugen stellen und sich rechtfertigen, dann hören und sagen: Wahr!
10.Ihr [Israeliten] seid meine Zeugen, spricht der Herr, und mein Knecht, den ich erkoren, auf dass ihr [alle Völker] erkennet und mir glaubet und einsehet, dass ich es bin. Vor mir wurde kein Gott gebildet und nach mir wird keiner sein.
11.Ich, ich bin der Herr, und niemand außer mir kann retten.
12.Ich habe verheißen und gerettet; ich habe es verkündet, und kein Fremder war für euch. Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, dass ich Gott bin.
13.Auch für ewig bin ich es, und niemand rettet aus meiner Hand; wenn ich wirke, wer will es abwenden?
14.So spricht der Herr, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen sandte ich nach Babel und schlug alle Riegel ab, und den Jubel der Chaldäer verwandelte ich in Wehklagen.
15.Ich, der Herr, bin euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König!
16.Also spricht der Herr, der [beim Auszuge Israels aus Ägypten] durch das Meer einen Weg geschaffen und durch mächtige Gewässer eine Bahn;
17.Der damals Wagen und Rosse, Heer und Macht heranführte, sie aber dann plötzlich liegen ließ, dass sie sich nicht erheben konnten, die verglimmten wie Docht und verlöschten:
18.Gedenket nicht des Früheren, und auf das Vergangene richtet nicht euren Sinn.
19.Ich bereite Neues, jetzt sprießt es hervor, dass ihr es erkennt. Ich mache in der Wüste einen Weg, in der Öde Ströme.
20.Es wird mich ehren des Feldes Tier, Schakal und Strauß, weil ich in der Wüste Wasser schaffe, Ströme in der Öde, zu tränken mein erkorenes Volk. 21.Das Volk, das ich mir gebildet, soll meinen Ruhm verkünden. 22.Wohl hast du mich nicht angerufen, Jakob, als ob du meiner müde wärest, Israel.
23.Du hast mir nicht dargebracht das Lamm deiner Ganzopfer und nicht mit deinen Opfern mich geehrt. Ich habe dich nicht beschwert mit Speiseopfern und dich nicht bemüht mit Weihrauch.
24.Du kauftest mir nicht um Silber Würzrohr, und mit dem Fette deiner Opfer hast du mich nicht gesättigt; aber beschwert hast du mich mit deinen Sünden, mich ermüdet mit deinen Vergehungen.
25.Aber ich, ich bin es, ich will deine Missetaten tilgen um meinetwillen, und deiner Sünden nicht ferner gedenken.
26.Erinnere mich, [ob du Verdienste aufzuweisen hast], lasse uns rechten mit einander. Erzähle nun du, auf dass du dich rechtfertigst.
27.Dein Oberhaupt sündigte gegen mich, und deine Fürsprecher fielen von mir ab.
28.Deshalb entweihte ich die heiligen Fürsten und gab Jakob dem Fluche hin und Israel dem Hohne.

Kapitel 44

1.Nun aber höre, Jakob, mein Knecht, und Israel, den ich erkoren.
2.Also spricht der Herr, dein Schöpfer und Bildner vom Mutterleibe an, der dir beisteht: Fürchte nicht, mein Knecht Jakob, und Jeschurun, den ich erkoren.
3.Denn wie ich Wasser auf dürren Boden gieße und Fließendes auf das Trockene, so gieße ich auch meinen Geist aus auf deine Kinder und meinen Segen auf deine Sprösslinge;
4.Dass sie wachsen wie zwischen Gras, wie Weiden an Wasserbächen.
5.Der wird sprechen: Dem Herrn gehöre ich, und der nennt sich mit dem Namen Jakob, und der verschreibt sich dem Herrn, und mit dem Namen Israel schmeichelt er sich.
6.Also spricht der Herr, der König Israels und sein Erlöser, der Herr Zebaot: Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott.
7.Wer wie ich ruft [alles] und verkündet und stellt es mir dar, seit ich eingesetzt ein Volk der Urzeit? Das, was eintreffen und was kommen wird, mögen sie ihnen verkünden.
8.Zittert nicht und fürchtet nicht; habe ich doch von jeher es dir verkündet und angesagt, und ihr seid meine Zeugen: Es gibt keinen Gott außer mir, und es ist kein Hort, den ich nicht kenne.
9.Die Götzenbilder sind alle eitel, ihre Lieblinge nutzen nichts, sie selbst sind Zeugen dafür, sie sehen nicht und merken nicht, auf dass sie beschämt werden.
10.Wer ist so töricht, dass er sich einen Gott gemacht und ein Bild gegossen, das nichts nützt?
11.Alle Anhänger [des Götzen] werden zu Schanden, obgleich seine Bildner die geschicktesten von allen waren; mögen sie alle zusammenkommen, sie werden doch einen Schreck bekommen und zu Schanden werden.
12.Der Eisenschmied [Der Prophet verspottet die Götzendiener und ihr törichtes Treiben.]) fertigt ein Beil au, er arbeitet es in der Kohlenglut aus und mit Hämmern bildet er es, dann bearbeitet er es mit seinem kräftigen Arme, er hungert sogar dabei und hat keine Kraft mehr, er trinkt kein Wasser und ermattet.
13.Der Zimmermann spannt über das Holz die Schnur, zeichnet mit dem Stifte, fertigt es mit den Hobeln, und mit dem Zirkel zeichnet er es, er macht daraus die Abbildung eines Mannes nach menschlicher Schönheit, dass es ein Haus bewohne.
14.Oft fällt er gar zuerst Zedern, oder er wählt sich Steineiche oder Terebinthe, er bemächtigt sich eines Waldbaumes; mitunter pflanzt er sogar erst eine Esche, die der Regen großzieht.
15.[Das Holz] dient dem Menschen zum Verbrennen, er nimmt davon und wärmt sich, auch heizt er und backt Brot. [Aus demselben Holz] macht er aber auch einen Gott und bückt sich; er hat ein Götzenbild daraus gemacht und kniet davor.
16.Die Hälfte davon hat er im Feuer verbrannt, bei der Hälfte will er Fleisch essen, er bratet nämlich darauf einen Braten, dass er satt werde, wärmt sich auch und spricht: Ha, ich bin warm, ich spüre die Glut!
17.Und den Rest davon macht er zum Gotte, zu seinem Bilde, er kniet davor und bückt sich und betet zu ihm und spricht: Errette mich, denn mein Gott bist du!
18.Sie erkennen nicht [das Törichte dabei] und sehen es nicht ein, weil ihr Auge verklebt ist und nicht sieht, ihr Herz [verstockt], dass es nicht versteht.
19.Er führt es nicht zu Gemüte und hat nicht Erkenntnis und Einsicht zu denken: Die Hälfte davon habe ich im Feuer verbrannt, auch habe ich Brot gebacken über seinen Kohlen, ich brate noch Fleisch daran, dass ich es esse, und das
Übrige mache ich zum Götzen, vor einem Holzblock knie ich.
20.Er geht der Asche nach, ein törichtes Herz hat ihn verführt, er kann sich nicht retten und nicht sprechen: Ist nicht Lug in meiner Rechten?
21.Bedenke dies, Jakob, und Israel, der du mein Knecht bist, ich habe dich mir zum Knechte gebildet; vergiss mich nicht, o Israel!
22.Ich habe verwischt wie Dunst deine Missetaten und wie ein Gewölk deine Sünden; kehre zurück zu mir, denn ich habe dich erlöst.
23.Jauchze, du Himmel, denn der Herr hat es vollbracht; jubelt, ihr Grundfesten der Erde, brechet aus, ihr Berge, in Jauchzen, Wald und alles Holz darin; denn der Herr hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich.
24.So spricht der Herr, dein Erlöser und dein Bildner von Mutterleibe an: Ich, der Herr, vollführe alles; ich spannt aus den Himmel allein und dehnte die Erde aus meiner Macht.
25.Er machte die Zeichen der Lügenredner zunichte und die Wahrsager zu Narren. Er lässt die Weisen [vor Scham] zurücktreten, und ihre Einsicht wird zur Torheit.
26.Er bestätigt das Wort seines Knechtes, und den Beschluss seiner Gesandten erfüllt er; der zu Jerusalem spricht: Es werde bewohnt, und zu den Städten Jehudas: Sie werden erbaut, und ihre Trümmer werde ich aufrichten
27.Der zur Meerestiefe spricht: Versiege! und deine Ströme trockne ich aus.
28.Der Cyrus als Hirt entbietet, dass er all seine Wünsche erfülle und zu Jerusalem spreche: Es werde gebaut, und du, o Tempel, gegründet!

Kapitel 45

1.So spricht der Herr zu seinem Gesalbten Cyrus, den ich bei seiner
Rechten halte, Völker vor ihm niederzuwerfen, und ich entgürte die Lenden der Könige [ich entwaffne sie]; Türen vor ihm zu öffnen und Tore, dass sie nicht geschlossen seien:
2.Ich ziehe vor dir einher, Krümmungen ebne ich, eherne Türen zerbreche ich und sprenge eiserne Riegel;
3.Und gebe dir verborgene Schätze und verborgene Reichtümer, auf dass du erkennest, dass ich, der Herr, es bin, der
dich beim Namen ruft [erwählt], der Gott Israels.
4.Um meines Knechtes Jakob willen und Israels, meines Erkorenen, rief ich dich bei deinem Namen [erkor ich dich], ich ernannte dich, ohne dass du mich kanntest.
5.Ich bin der Herr und keiner sonst, außer mir ist kein Gott, ich rüste dich aus, ohne dass du mich kanntest.
6.Auf dass sie alle erkennen, vom Aufgang der Sonne und von ihrem Niedergang, dass nichts ist außer mir, ich bin der Herr und keiner sonst;
7.Der das Licht bildet und Finsternis schafft, Frieden stiftet und Unheil schafft, ich, der Herr, tue dies alles.
8.Träufle, Himmel, von oben, und es rieseln die Wolken Segen; die Erde öffne sich und trage Heil, und Gedeihen lasse sie emporwachsen zugleich. Ich, der Herr, habe es geschaffen.
9.O über den, der mit seinem Bildner hadert27Diese Worte des Propheten sind gegen die Volksgenossen gerichtet, welche die Wege der göttlichen Vorsehung nicht für richtig finden wollten.), ein Scherben [hadert] mit dem Tonkneter! Spricht denn der Ton zu seinem Bildner: Was machst du? oder: Dein Werk ist nicht handlich!
10.O über den, der zum Vater spricht: Wozu hast du gezeugt? und zum Weibe: Wozu kreisest du [und gebärst]?
11.Also spricht der Herr, der Heilige Israels und sein Bildner: Um die Zukunft mögen sie mich befragen, aber wegen meiner Kinder und des Werkes meiner Hände lasst mich walten.
12.Ich habe die Erde gefertigt und die Menschen auf ihr geschaffen; meine Hände haben den Himmel ausgespannt und all sein Heer habe ich entboten.
13.Ich habe [Cyrus) geweckt zum Heil, und all seine Wege ebne ich. Er soll meine Stadt bauen und meine Weggeführten entlassen, nicht um Kaufpreis und nicht um Geschenk, spricht der Herr Zebaot.
14.Also spricht der Herr: Ägyptens Erwerb und der Verdienst von Äthiopien und der Abessinier, der Männer von hohem Wuchse, wird auf dich [Israel] übergehen und dir gehören, dir nachfolgen; in Fesseln ziehen sie einher und vor dir bücken sie sich, zu dir beten sie: Ja, nur in dir ist Gott, und keiner sonst ein Gott!
15.Aber du bist ein Gott, der zuweilen seine Macht verborgen hält, doch immer Israels Gott und Retter.
16.Beschämt und zu Schanden sind sie alle, sämtlich gehen sie einher voll Schmach, die Bilderschnitzer.
17.Israel wird gerettet durch den Herrn mit ewiger Rettung; ihr werdet nicht beschämt und nicht zu Schanden bis in alle Ewigkeit.
18.Denn also spricht der Herr, Schöpfer des Himmels, er ist Gott, der gebildet die Erde und sie gemacht, er hat sie eingerichtet, nicht zur Einöde hat er sie geschaffen, zum Bewohnen hat er sie gebildet: Ich bin der Herr und keiner sonst.
19.Nicht im Verborgenen habe ich geredet, an einem Orte finstern Landes; ich habe nicht gesprochen zu den Nachkommen Jakobs: Suchet mich im Geheimnisvollen; ich, der Herr, spreche Gerechtigkeit, verkünde Wahrheit.
20.Versammelt euch und kommt, tretet her zusammen, ihr flüchtenden Völker, — ihr, die ihr nichts wisset, die das Holz ihres Götzen tragen und beten zu einem Gotte, der nicht hilft.
21.Saget an und führet [sie] her, auch beraten sollen sie mit einander: Wer hat solches verkündet in der Urzeit, es angesagt von jeher? doch nur ich, der Herr, und kein Gott sonst außer mir. Außer mir ist kein gerechter Gott und kein Retter.
22.Wendet euch zu mir, dass euch Heil werde, all ihr Enden der Erde, denn ich bin Gott und sonst keiner.
23.Bei mir habe ich geschworen, Heil ist aus meinem Munde gegangen, ein Wort, das nicht zurückgeht, dass mir sich beugen wird jedes Knie, bei mir schwören jede Zunge.
24.Nur bei dem Herrn, — werden sie sagen — ist Heil und Macht; zu ihm werden kommen und beschämt sein alle, die gegen ihn entbrennen.
25.In dem Herrn werden sie gerecht werden und sich glücklich preisen alle Nachkommen Israels.

46.Kapitel
Die beiden folgenden Kapitel sind dem Sturz Babels gewidmet.

1.Nel bricht zusammen, Nebo stürzt, die Götzen [Babels] sind [aufgeladen] auf Tiere und Lastvieh; die Ladung drückt sie schwer, eine ermüdende Last.
2.Sie brechen zusammen und stürzen, sie können die Last nicht retten, und sie selbst [die Babylonier] wandern in die Gefangenschaft.
3.Höret auf mich, Haus Jakob, und all die Übriggebliebenen des Hauses
Israel, die [mir] aufgeladenen von ihrer Geburt an, von mir getragen werden, seitdem sie den Mutterschoß verlassen.
4.Bis in euer Alter bin ich für euch derselbe und bis in euer Greisentum ertrage ich euch; ich habe vollbracht, ich werde euch auch tragen, und ich ertrage und rette.
5.Wem wollt ihr mich vergleichen und ähnlich machen oder gegenüberstellen, dass wir uns glichen?
6.Jene, die Gold spenden aus dem Beutel und Silber auf der Waage wägen, einen Schmelzer dingen, dass er einen Gott daraus mache, dann vor ihm knien und niederfallen;
7.Sie tragen ihn auf der Schulter, bürden sich ihn auf und stellen ihn an seinen Platz, da bleibt er stehen, er weicht nicht von seiner Stelle. Er schreit zu ihm, aber er antwortet nicht, aus seiner Not rettet er ihn nicht.
8.Bedenket dies und ermannet euch, nehmet es euch, ihr Abtrünnige, zu Herzen.
9.Gedenket des Vergangenen aus der Vorzeit, denn ich bin Gott und keiner sonst, ich bin Gott und nichts ist mir gleich.
10.Der in früher Zeit die spätere verkündet, und in der Urzeit, was noch nicht geschehen; ich spreche: Mein Beschluss wird bestehen und meinen Willen führe ich aus.
11.Ich rufe vom Osten her den Aar, aus fernem Lande den Mann, den ich verheißen; ich hab es verheißen, ich werde es auch kommen lassen; ich hab es entworfen, werde es auch ausführen.
12.Höret mich, ihr verstockten Herzens, die ihr das Heil so fern glaubt!
13.Meine Gnade lasse ich nahen, sie bleibt nicht fern, und mein Sieg soll nicht säumen; ich gebe Zijon Heil, für Israel, das mein Ruhm ist.

Kapitel 47

1.Steig hinab und setze dich in den Staub, Nation von Babel, sitze
zur Erde ohne Thron, Volk der Chaldäer, denn fortan werden sie dich nicht nennen Weichliche und Verzärtelte.
2.Nimm die Handmühle, mahle Mehl, hebe auf deinen Schleier, streife auf die Schleppe, entblöße die Hüfte, durchwate Ströme.
3.Aufgedeckt werde deine Blöße, gesehen deine Scham; Rache will ich nehmen, und niemand begegnet mir [dich zu retten].
4.Unser Erlöser aber ist der Herr — Gott Zebaot ist sein Name, Heiliger Israels.
5.Sitze stumm und verbirg dich im Dunkeln; Nation der Chaldäer, fortan wird man dich nicht nennen: Herrin der Reiche.
6.Ich zürnte auf mein Volk, ich entweihte mein Besitztum und gab sie in deine Hand; du aber gewährtest ihnen kein Erbarmen, selbst auf den Greis legtest du dein drückendes Joch.
7.Du glaubtest: Ewig werde ich Herrin sein. So lange du dieses [die kommende Strafe] nicht zu Herzen nahmst, gedachtest du nicht des Endes.
8.Nun aber höre solches, Üppige, die sich sicher wähnte, die in ihrem Herzen dachte: Ich bin es und keine sonst! Ich werde nicht verwitwet sein, und Verweisung nicht kennen lernen.
9.So sollen über dich diese beide plötzlich an einem Tage kommen: Verweisung und Witwentum; in ihrer ganzen Fülle kommen sie über dich, trotz der Fülle deiner Zaubereien, trotz des Übermaßes deiner Beschwörungen.
10.Du fühltest dich sicher in deiner Bosheit und dachtest: Niemand sieht mich. Deine Klugheit und deine Einsicht verführten dich, und du dachtest in deinem Herzen: Ich bin es und keine sonst.
11.So soll über dich Unheil kommen, dessen du nicht gewärtigt sein wirst, und ein Unglück über dich fallen, das du nicht loswerden kannst; plötzlich und ungeahnt kommt Verderben über dich.
12.Ob du Bestand haben wirst bei deinen Beschwörungen und der Fülle deiner Zaubereien, womit du dich gemüht von deiner Jugend an? Vielleicht kannst du helfen, vielleicht gewinnst du Kraft.
13.Vergebens mattest du dich mit der Fülle deiner Anschläge ab; lasse sie doch aufstehen und dir helfen, die im Himmel in die Zukunft sehen, die nach den Sternen schauen und kund machen mit jeglichem Monde, alles, was über dich kommen wird.
14.Sie sind wie Stoppeln, Feuer verbrennt sie, sie retten nicht ihr Leben aus der Gewalt der Flamme [und hinterlassen] keine Kohle, sich an ihr zu wärmen, keine Glut, davor zu sitzen.
15.So werden die, mit denen du dich mühtest, die mit dir verkehrten von Jugend auf; jeder zieht jetzt seines Weges, keiner, der dir hilft.

Kapitel 48

1.Höret dieses ihr vom Hause Jakob, die genannt werden mit dem Namen Israel, und ihr, die aus der Quelle Jehudas hervorgegangen seid, ihr alle, die beim Namen des Herrn schwören, und den Gott Israels anrufen, aber nicht in Wahrheit und nicht in Frömmigkeit.
2.Denn von der heiligen Stadt nennen sie sich und auf den Gott Israels stützen sie sich: Herr, Gott Zebaot ist sein Name.
3.Das Frühere habe ich von jeher verkündet und aus meinem Munde ging es hervor und ich tat es kund, plötzlich führe ich es aus und es trifft ein.
4.Weil ich weiß, dass du hart bist und dein Nacken eine Sehne von Eisen und deine Stirne von Erz ist: So verkünde ich dir alles von jeher; bevor es eintraf, ich tat es dir kund dass du nicht sprächest: Mein Götze hat es getan, mein gehauenes oder mein gegossenes Bild hat es angeordnet.
6.Siehe doch, du hast es ganz gehört, ihr werdet es doch eingestehen! Ich tat dir Neues kund, was jetzt geschehen ist, und Verborgenes, das du nicht gewusst.
7.Jetzt ist es entstanden und nicht von jeher und vor Zeiten, du hast früher nichts davon gehört, dass du also nicht sprächest: Ich wusste es ja.
8.Denn weder hörtest du noch wusstest du, noch drang es von jeher in dein Ohr; ich weiß ja, wie du treulos bist, dass du vom Mutterleibe abtrünnig genannt wirst.
9.Um meines Namens willen will ich langmütig sein, und um meines Ruhmes willen zügle ich [meinen Zorn] gegen dich, dass ich dich nicht ausrotte.
10.Ich lautere dich, wenn auch nicht wie das Silber geläutert wird; ich läutere dich im Schmelzofen des Elends.
11.Um meinetwillen, um meinetwillen tue ich es, denn wie würde [meine Ehre] entweiht sein? und meine Ehre gebe ich keinem andern.
12.Höre mir zu, Jakob, mein Berufener Israel, ich bin es, ich der Erste und ich auch der Letzte.
13.Meine Hand hat die Erde gegründet und meine Rechte den Himmel ausgespannt. Ich rufe ihnen zu, sie stellen sich sofort ein, [um meinen Befehlen zu gehorchen].
14.Versammelt euch alle und höret, wer unter ihnen hat dieses verkündet? Der Herr liebt [Cyrus], er wird ausführen seinen Willen an Babel, [Cyrus] wird vollstrecken die Strafe gegen die Chaldäer.
15.Ich habe verheißen und ihn berufen, ihn kommen lassen, und sein Weg wird gelingen.
16.Nahet euch mir, höret solches; von Anbeginn habe ich dies nicht im Verborgenen geredet, seit es geschah, war ich da. Jetzt aber hat Gott, der Herr, mich gesandt, — sein Geist.
17.Also spricht der Herr dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich zu deinem Heil belehrt, der dich leitet auf dem Wege, den du gehen sollst.
18.Hattest du nur immer meinen Geboten gehorcht! Dann wäre wie ein Strom dein Friede, und dein Heil wie die Meereswellen;
19.Dann wäre wie Sand dein Volk, und die Sprösslinge deines Leibes wie seine Körner — nicht ausgerottet, nicht getilgt würde sein Name vor meinem Antlitze.
20.Zieht fort aus Babel, entfliehet aus der Mitte der Chaldäer, mit der Stimme des Jubels meldet, verkündet dieses, traget es hin bis an das Ende der Erde, sprechet: Erlöst hat der Herr seinen Knecht Jakob.
21.Sie dursteten nicht, da er sie durch Steppen führte; Wasser aus dem Felsen ließ er ihnen rieseln, und er spaltete den Felsen und Wasser flossen.
22.Kein Friede hingegen — spricht der Herr — den Frevlern.

Kapitel 49

1.Höret mir zu, ihr Bewohner der fernen Insel, und horchet auf,
ihr Völker in der Ferne. Der Herr hat mich berufen von der Geburt an, von dem Schoße meiner Mutter an meinen Namen ausgesprochen [mich erwählt].
2.Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, mit dem Schatten seiner Hand hat er mich beschirmt und machte mich zu einem geschärften Pfeil, in seinem Köcher verbarg er mich.
3.Und sprach zu mir: Mein Knecht bist du, Israel, an dem ich mich verherrliche.
5.Ich [der Prophet] hatte geglaubt: Für nichts habe ich mich bemüht, für Leeres und Eitles habe ich meine Kraft verzehrt. Aber mein Recht ist bei dem Herrn, und mein Lohn bei meinem Gotte.
5.Nun aber, spricht der Herr, der mich gebildet von der Geburt an ihm zum Knechte, Jakob zurückzuführen zu ihm, dass Israel sich zu ihm sammle; und ich war geehrt in den Augen des Herrn, und mein Gott war meine Macht.
6.Er sprach nämlich: Zu unbedeutend ist es mir, dass du mein Knecht seiest, aufzurichten die Stämme Jakobs, und die Geretteten Israels zurückzuführen; ich mache dich vielmehr zum Lichte de
Völker, dass mein Heil gelange an das Ende der Erde.
7.So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem [Volk], das jetzt von allen verachtet ist, zu dem Abscheu der Völker, dem Sklaven der Herrscher: Könige werden schauen und sich erheben, Fürsten werden sich bücken, um des Herrn willen, der zuverlässig ist, des Heiligen Israels, der dich erkoren.
8.So spricht der Herr: Ich habe dich erhört und dir eine Zeit der Gnade gewährt, in einem Tage des Heils steh ich dir bei; ich habe dich gebildet und dich eingesetzt zum Volke meines Bundes, aufzurichten das Land, verödetes Erbe zu verteilen.
9.Den Gefesselten zuzurufen: Gehet hinaus, zu denen, die in finstern [Kerkern] schmachten: Kommet hervor! Auf Straßen sollen sie weiden, und auf allen Berg spitzen sei ihre Trift.
10.Sie werden nicht hungern und nicht dursten, Glut und Sonne soll sie nicht belästigen; denn der, der sich ihrer erbarmt, führet sie an, und an Wasserquellen leitet er sie.
11.Ich werde alle Berge zu graden Wegen machen, meine Straßen werden geebnet sein.
12.Diese kommen von fern und jene vom Norden und vom Westen und jene vom Lande Sinim [Chinas].
13.Jauchze, du Himmel, und frohlocke, Erde, brechet, ihr Berge, in Jauchzen aus, denn der Herr tröstet sein Volk, und einer Armen erbarmt er sich.
14.Zijon spricht: Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat mein vergessen.
15.Vergisst eine Frau ihren Säugling, aß sie sich nicht erbarmte des Sohnes ihres Leibes? Und ob auch diese solches vergäße — so will ich nicht dein vergessen. 16.Auf den Händen habe ich dich eingegraben, deine Mauern sind mir beständig vor Augen.
17.Deine Kinder eilen herbei, aber deine Zerstörer und Verwüster ziehen fort von dir.
18.Erhebe rings deine Augen und siehe, wie sie sich da alle sammeln und zu dir kommen. So wahr ich lebe! — spricht der Herr, — dass du sie alle wie einen Schmuck anlegen wirst, und sie dir umbinden, wie einen Kranz.
19.Die jetzigen Trümmer, deine öden Plätze und dein zerstörtes Land — bald wirst du es da zu eng haben vor Bewohnern; es werden sich entfernen deine Verderber.
20.Dereinst werden die Kinder, deren du bisher beraubt warst, vor deinen Ohren sprechen: Zu eng ist mir der Ort; mach mir Platz, dass ich mich auch hinsetze.
21.Du wirst dich dann fragen: Wer hat mir diese geboren? Ich bin ja der Kinder beraubt und vereinsamt gewesen, verwiesen und verstoßen, und diese — wer hat sie großgezogen? Ich war allein übrig, und diese da, wo waren sie bisher?
22.Also spricht Gott, der Herr: Ich erhebe zu den Völkern meine Hand, und den Nationen stelle ich auf mein Panier, dass sie deine Söhne dir herbeibringen im Busen, und deine Töchter sollen auf der Schulter getragen werden.
23.Könige sollen deine Wärter sein und ihre Fürstinnen deine Ammen; mit dem Angesicht zur Erde sollen sie sich vor dir bücken, und den Staub deiner Füße lecken; du wirst erfahren, dass ich der Herr bin, der ich nicht beschämt werden lasse alle, die auf mich hoffen.
24.Wird dem Helden die Beute abgejagt, [fragen die Kleinmütigen in Babel], oder wird sich der Gefangene eines Mächtigen freimachen können?
25.Also spricht der Herr: Auch des Helden Fang wird ihm abgejagt und des Gewaltigen Beute entrinnen; mit deinen Widersachern werde ich hadern, und deine Kinder werde ich retten.
26.Deinen Bedrückern gebe ich ihr eigenes Fleisch zu essen, und wie in Most sollen sie in ihrem Blut sich berauschen, alle Geschöpfe werden erkennen, dass ich, der Herr, dein Retter und dein Erlöser. bin, der Schutzhort Jakobs.

Kapitel 50

1.So spricht der Herr: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, dass ich
sie verstoßen hätte? oder wem von meinen Gläubigern habe ich euch verkauft? Nur um eure Sünden wurdet ihr verkauft, und um eure Missetaten eure Mutter verstoßen.
2.Warum kam ich und fand keinen? ich rief und niemand antwortete? Reicht mein Arm nicht, euch zu erlösen, oder ist in mir keine Kraft zum Retten? Durch mein Dräuen trockne ich das Meer aus, wandle Ströme zur Wüste, es faulen ihre Fische aus Wassermangel und sterben im Durste.
3.Ich kleide den Himmel in Dunkel und mache einen Sack zu seinem Gewande.
4.Gott, der Herr, hat mir gegeben eine redegewandte Zunge, dass ich den Müden mit dem Worte zu stärken verstehe; er
erweckt je am Morgen, er erweckt mir das Ohr, zu horchen wie Geübte. [Der Prophet stieß auf Kleinmut und Verzagtheit, doch durch sein prophetisches Wort hoffte er dem Volke Mut und Vertrauen einzuflößen.]
5.Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet, und ich sträubte mich nicht, [auf seine Worte zu hören], ich bin nicht zurückgewichen [von seinem Befehl].
6.Meinen Rücken bot ich den Schlägern und meine Wange den Raufenden, mein Angesicht barg ich nicht vor Schmähung und Speien [derer, welche von der Heimkehr nichts wissen wollten].
7.Aber Gott, der Herr, stehet mir bei, darum werde ich nicht zur Schmach; darum machte ich mein Angesicht gleich dem Kiesel, denn ich wusste, dass ich nicht zu Schanden werde.
8.Nahe ist, der mir Recht verschafft, — wer will mit mir streiten? Lasst uns hintreten zusammen; wer hat eine Rechtssache wider mich, er trete her zu mir.
9.Gott, der Herr, steht mir bei; wer ist es, der mir mein Recht absprechen will? Sie zerfallen alle wie ein [fadenscheiniges] Gewand, Motten fressen sie.
10.Wer unter euch ist ein Gottesfürchtiger, der auf die Stimme seines Knechtes hört? Wer in Finsternis gewandelt und kein Licht hatte, der vertraue dem Namen des Herrn und stütze sich auf seinen Gott.
11.Ihr alle zündet Feuer an, rüstet Brände, gehet hin zu der Glut eures Feuers und zu den Bränden, die ihr gezündet. Von meiner Hand ist euch das geworden, in Betrübnis sollt ihr daniederliegen.

Kapitel 51

1.Höret mir zu, die ihr das Recht wollt und den Herrn sucht! Schauet auf den Felsen, aus dem ihr gehauen seid, auf die Höhle, aus der ihr gegraben.
2.Schauet auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch geboren! Denn als Einen habe ich ihn herbeigerufen, dass ich ihn segne und vermehre.
3.Ja, getröstet hat der Herr Zijon, getröstet all seine Trümmer; er macht seine Wüste wie ein Eden, und seine Verödung gleich einem Garten des Herrn. Wonne und Freude trifft man darin, Danklied und Stimme des Jubels.
4.Merke auf mich, o mein Volk, und du meine Nation, höre mir zu, denn Lehre geht von mir aus, und mein Recht lasse ich hervorbrechen zum Lichte der Völker.
5.Nahe ist mein Heil, meine Hilfe ist bereits ausgezogen, und meine Arme richten die Völker. Auf mich hoffen die Inseln, und auf meinen Arm harren sie. 6.Erhebet zum Himmel eure Augen und blicket zur Erde herunter; denn der Himmel zergeht wie Rauch, und die Erde zerfällt wie ein [fadenscheiniges] Kleid, und ihre Bewohner sterben hin wie Mücken; aber meine Hilfe wird ewig bestehen und mein Heil nicht brechen.
7.Höret auf mich alle, die Gerechtigkeit kennen, du Volk, das meine Lehre im Herzen bewahrt; fürchtet nicht den Hohn der Sterblichen, und vor ihren Schmähungen zaget nicht.
8.Denn wie ein Kleid frisst sie die Motte, und wie Wolle frisst sie die Schabe; aber mein Heil wird ewig bestehen und meine Hilfe für alle Geschlechter.
9.Erwache, erwache, lege Macht an, du Arm des Herrn, erwache wie in den Tagen der Vorzeit, der Geschlechter der Urzeit! Du warst es doch, der zerschmettert hat Rahab [Ägypten], der durchbohrt hat das Krokodil!
10.Du warst es ja, der ausgetrocknet das Meer, das Wasser der großen Tiefe, welcher die Tiefen des Meeres verwandelt in einen Weg, dass darüber die Erlösten zogen.
11.Die Befreiten des Herrn werden zurückkehren und nach Zijon kommen mit Jubel und ewiger Freude um ihr Haupt. Wonne und Freude erreichen sie, es sind gewichen Kummer und Seufzer.
12.[Der Herr erwidert darauf:] Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wofür hältst du dich, dass du dich fürchtest vor dem Menschen, der stirbt, und vor dem Menschensohne, der wie Gras gemacht wird?
13.Dass du vergisst des Herrn, deines Schöpfers, der ausgespannt den Himmel und gegründet die Erde; du zitterst beständig, alle Tage, vor dem Zorn des Bedrückers, der dich verderben will? Wo ist nun der Zorn des Bedrückers?
14.Der Niedergeworfene wird eilends [von seiner Fessel] gelöst, er soll nicht sterben im Kerker und nicht entbehren des Brotes.
15.Denn ich bin der Herr, dein Gott, der aufgeregt das Meer, dass seine Wellen tobten. Herr Zebaot ist sein Name.
16.Und ich legte mein Wort in deinen Mund, und im Schatten meiner Hand barg ich dich, zu pflanzen den Himmel und zu gründen die Erde und zu sprechen zu Zijon: Mein Volk bist du.
17.Ermuntre dich, ermuntre dich, erhebe dich, Jerusalem, die du getrunken aus der Hand des Herrn den Kelch seines Grimmes, den gewölbten Becher des Taumels trankst du bis auf die Neige.
18.Keines von all den Kindern, die sie geboren, versorgt sie, und keines von all den Kindern, die sie großgezogen, fasset sie bei der Hand.
19.Zwiefach ist dein Missgeschick — wer könnte dir Mitleid spenden? Verderben und Untergang, Hunger und Schwert, — wie soll ich dich trösten?
20.Deine Söhne liegen verschmachtet an allen Straßenecken wie ein Büffelochs in der Verstrickung, sie sind voll vom Grimm des Herrn, vom Dräuen deines Gottes.
21.Wahrlich, höre dieses du Arme, Trunkene, aber nicht vom Weine!
22.So spricht dein Eigner, der Herr und dein Gott, der streitet für sein Volk: Ich nehme aus deiner Hand den Kelch des Taumels, den gewölbten Becher meines Grimmes, du sollst ihn nicht mehr trinken.
23.Ich gebe ihn vielmehr in die Hand deiner Quäler, die zu dir sprachen: Bücke dich, dass wir darüber hingehen! Du machtest auch der Erde gleich deinen Rücken, und wie eine Straße, dass sie darüber hinwegzogen.

Kapitel 52

1.Erwache, erwache, lege an deinen Siegesschmuck, Zijon, lege an deine Prachtgewänder, Jerusalem, heilige Stadt! Denn ein Unbeschnittener und Unreiner soll dich hinfort nicht betreten.
2.Schüttle dir ab den Staub, aufrecht setze dich, Jerusalem, löse dir die Fesseln vom Halse, du gefangene Nation von Zijon!
3.Denn also spricht der Herr: Umsonst seid ihr verkauft worden, und auch ohne Lösegeld werdet ihr frei.
4.Denn so spricht Gott, der Herr: Zuerst zog mein Volk nach Ägypten, daselbst als Fremdling zu weilen, und zuletzt hat es Assyrien bedrückt.
5.Nun aber, was habe ich hier, ist der Spruch des Herrn, dass mein Volk umsonst hingenommen worden? Seine Zwingherren prahlen, spricht der Herr; immerwährend, alle Tage ist mein Name verhöhnt.
6.Darum soll mein Volk meinen Namen erfahren, darum an demselben Tage [erkennen], dass ich es bin, der es verheißen; hier bin ich.
7.Wie lieblich sind auf den Bergen die Tritte des Heilboten, der Glück verkündet, gute Botschaft meldet, Hilfe verkündet, der zu Zijon spricht: Dein Gott regiert!
8.Die Stimme deiner Wächter, — sie erheben ihre Stimmen, gemeinsam jauchzen sie; denn Auge in Auge sehen sie, wenn der Herr nach Zijon zurückkehrt.
9.Brechet aus in Freude, jauchzet alle, ihr Trümmer Jerusalems! denn der Herr hat sein Volk getröstet, Jerusalem erlöset.
10.Der Herr hat seinen heiligen Arm gezeigt vor den Augen aller Völker; an alle Enden der Erde wird gesehen die Hilfe unseres Gottes.
11.Entweichet, entweichet, ziehet von dannen, berührt nichts Unreines, — ziehet fort aus ihrer Mitte, säubert euch, ihr Träger der Geräte des Herrn.
12.Ja, nicht mit Hast werdet ihr fortziehen und nicht in Flucht davongehen; denn vor euch her geht der Herr und euren Zug schließt der Gott Israels.
13.Mein Knecht wird dereinst glücklich sein, er wird groß werden, erhöht und sehr hochgestellt. [Mit diesem Vers beginnt eine andere Weissagung, die sich auf Israels einstige Größe bezieht.]
14.Wie über dich viele sich entsetzt haben — denn wahrlich entstellt vor den Menschen war sein Aussehen und seine Gestalt vor den Menschenkindern —
15.Jetzt aber, [durch sein Aufblühen] wird [Israel] Völker in Staunen setzen, Könige werden vor ihm ihren Mund verschließen; denn was ihnen nie erzählt worden, werden sie sehen, und was sie nie zu hören geglaubt, werden sie wahrnehmen.

Kapitel 53

1.[Sie werden zu einander sprechen]: Wer hätte unserer Kunde geglaubt? Über wem hat sich der Arm des Herrn offenbart?
2.Er schoss auf wie ein Reis vor [Gott], wie eine Wurzel aus unfruchtbarem Boden, er, der nicht wohlgeformt und nicht schön war, dass wir auf ihn gesehen hätten, und unansehnlich, dass wir sein begehrten.
3.Verachtet und gemieden von Menschen, ein Mann der Schmerzen, von Leiden heimgesucht und so geschaffen, dass man vor ihm [vor Ekel] das Antlitz verhüllte, wir verachteten und hielten ihn für nichts.
4.Aber unser Leiden trug er und unsere Schmerzen lud er sich auf; wir aber hielten ihn für einen, der von Gott gezüchtigt, geschlagen und niedergebeugt ist.
5.Er war verwundet ob unserer Missetaten, zermalmt ob unserer Sünden. Die Strafe zu unserm Heile traf ihn, und durch seine Wunde sind wir genesen.
6.Wir alle irrten wie Schafe, jeglicher seines Weges wandten wir uns ab; der Herr aber suchte ihn heim für unser aller Schuld.
7.Er war bedrückt, aber er ergab sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zum Schlachten geführt wird, und wie ein stummes Schaf vor seinen Scherer; er tat seinen Mund nicht auf.
8.Ohne Schutz und Recht wurde er hingerafft. Wer sprach für ihn mit seinen Zeitgenossen? Er wurde abgeschnitten vom Leben wegen der Missetat meines Volkes, wegen der Strafe, die diesem gebührte.
9.[Der Feind] bestimmte ihm unter Frevlern sein Grab und gleich dem Bösewicht seinen Tod, ob er auch keine Gewalt geübt, und kein Trug in seinem Munde gewesen.
10.Doch der Herr wollte ihn durch Leiden zermalmen; weil er sich zum Sühnopfer gebracht, erhält er Nachkommen], die lange leben, und des Herrn Wille gelingt durch dessen Hand.
11.Aller Qual ledig soll er [Nachkommen] sehen und satt [an Tagen] werden, durch seine Erkenntnis wird rechtfertigen der Gerechte, mein Knecht, bei den vielen, dass er ihre Schuld sich aufgeladen.
12.Fürwahr, ich will ihm zu Teil geben unter den Großen, und mit Mächtigen soll er die Beute teilen dafür, dass er dem Tode bloßgestellt sein Leben und zu den Missetätern gezählt wurde, da er doch die Sünden der vielen trug und für Missetäter heimgesucht wurde.

Kapitel 54

1.Jubele du, die du wie eine Unfruchtbare bist, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die einer gleicht, die nie gekreist! denn zahlreicher sind die Kinder der Einsamen als die Kinder der Vermählten, spricht der Herr.
2.Erweitere den Raum deines Zeltes, und die Umhänge deiner Wohnung werden auseinandergespannt; spare nicht, ziehe lang deine Seile und befestige deine Pflöcke.
3.Denn nach rechts und links wirst du dich ausbreiten; deine Kinder werden Völker vertreiben und verödete Städte bevölkern.
4.Fürchte nicht, denn du wirst nicht zu Schanden werden, sei nicht verschüchtert, denn du sollst nicht erröten. Die Schmach deiner Jugend wirst du vergessen und der Schande deines Witwentums nicht mehr gedenken.
5.Denn dein Schöpfer ist dein Eheherr, Gott Zebaot ist sein Name, und dein Erlöser, der Heilige Israels, der dereinst der Gott der ganzen Erde genannt wird.
6.Wie ein verlassenes Weib, das deswegen tief betrübt ist, hat dich der Herr zurückgerufen; denn sollte die Frau der Jugendliebe für immer verabscheut sein? spricht dein Gott.
7.Für eine kleine Weile hatte ich dich verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit nehme ich dich auf.
8.In überschäumendem Zorn barg ich mein Antlitz eine Weile vor dir, aber mit ewiger Huld erbarme ich mich dein, — spricht dein Erlöser, der Herr.
9.Denn wie die Noaflut ist mir dies da ich geschworen, dass das Wasser Noas [die Sintflut] nie wieder die Erde überschwemme, so habe ich auch geschworen, über dich nie wieder zu zürnen noch dich zu züchtigen.
10.Die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Huld wird von dir niemals weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der Herr, der sich dein erbarmt.
11.Arme, Beunruhigte, Ungetröstete, ich lege in Bleiglanz deine Steine und gründe dich mit Saphiren.
12.Ich mache Rubine zu deinen Zinnen und deine Tore zu Karfunkelsteinen und dein ganzes Gebiet zu Edelsteinen.
13.All deine Kinder sind Zöglinge des Herrn, und groß ist das Heil deiner Kinder.
14.Durch Gerechtigkeit wirst du aufgerichtet, entschlage dich der Furcht vor Gewalt, denn du hast nichts zu fürchten, und des Schreckens, denn er nahet dir nicht.
15.Nur der hat zu fürchten, der von mir abgefallen ist; wer dir einst Schrecken eingeflößt, wird jetzt zu dir übergehen.
16.Ich habe erschaffen den Schmied, der in die Kohlenglut bläst und ein Werkzeug herausbringt für sein Geschäft, und ich habe erschaffen den Verderber, zu vernichten.
17.Jedes Gerät, gegen dich geschmiedet, richtet nichts aus, und jede Zunge, die gegen dich auftritt vor Gericht, sprichst du schuldig. Dies ist der Anteil der Knechte des Herrn und ihr Verdienst von mir, spricht der Herr.

Kapitel 55

1.O ihr Durstigen alle, gehet nach Wasser, auch wer kein Geld hat;
gehet, schaffet Vorrat und esset, gehet, schaffet Vorrat ohne Geld, ohne Kaufpreis Wein und Milch.
2.Warum wäget ihr Geld her, ohne Brot zu erhalten, und warum gebet ihr euren Erwerb, ohne euch dafür zu sättigen? Höret mir zu, und ihr sollt Gutes genießen, und es soll sich letzen am Marke eure Seele.
3.Neiget euer Ohr und kommet zu mir, hört, und eure Seele soll aufleben, ich will mit euch einen ewigen Bund schließen — die bewährten Gnadenverheißungen Davids.
4.Zum Verwarner der Völker habe ich ihn bestellt, zum Fürsten und Gebieter der Nationen.
5.Ein Volk, das du nicht kennst, wirst du herbeirufen, und ein Volk, das dich nicht kannte, wird auf deinen Ruf zu dir eilen, um des Herrn, deines Gottes, willen und wegen des Heiligen Israels, denn er hat dich verherrlicht.
6.Suchet den Herrn, da er sich von euch finden lässt, ruft ihn an, da er nahe ist.
7.Es verlasse der Frevler seinen Wandel und der Schlechtgesinnte seine Gedanken; er kehre zurück zum Herrn, der sich seiner erbarmen wird, und zu unserm Gotte, denn er wird viel vergeben.
8.Denn meine Gedanken sind nicht wie eure Gedanken, und nicht wie eure Wege sind meine Wege, spricht der Herr.
9.Denn so weit entfernt ist der Himmel von der Erde, so sind meine Wege entfernt von euren Wegen, und meine Gedanken von euren Gedanken.
10.Denn wie Regen und Schnee vom Himmel herabkommt und dahin nicht zurückkehrt, sondern er tränkt die Erde und befruchtet sie und lässt von ihr emporsprossen, dass der Säende Saat erhält und Brot zum Essen:
11.Also wird mein Wort sein, das aus meinem Munde geht, — es wird nicht leer zurückkehren zu mir, sondern es wird vollbringen, was ich will, und ausrichten, was ich verheißen.
12.Denn in Freuden werdet ihr [vor Babel] ausziehen und in Frieden [auf dem Heimweg] geleitet werden. Die Berge und die Hügel werden vor euch in Jubel ausbrechen, und all die Bäume des Feldes in die Hände schlagen.
13.Statt des Dornes wird die Zypresse sich erheben, und statt der Brennnessel erhebt sich die Myrte; es wird für den Herrn zum Ruhme sein, zum ewigen unvertilgbaren Denkmal.

Kapitel 56

1.So spricht der Herr: Wahret Recht und übet Gerechtigkeit, denn nahe
ist meine Hilfe, einzutreffen, und mein Heil, sich zu offenbaren.
2.Heil dem Menschen, der solches tut, und dem Menschensohne, der daran festhält, der den Schabbat wahret, ihn nicht zu entweihen, und seine Hand davon zurückhält, Böses zu tun.
3.Es spreche nicht der Abkömmling der Fremden, der sich an den Herrn anschließt: Der Herr wird mich ausscheiden aus seinem Volke; auch spreche nicht der Verschnittene: Ich bin ja ein dürrer Baum. 28Bezieht sich auf Zeitereignisse. Fremde und Verschnittene dürfen eigentlich nicht in die Gemeinschaft Israels ausgenommen werden. Der Prophet sprach sich indessen unter Berücksichtigung der Zeitumstände für eine mildere Auffassung dieses Verbots aus.
4.Denn also spricht der Herr von den Verschnittenen, die meine Schabbate wahren und wählen, woran ich Gefallen habe, und an meinem Bunde festhalten:
5.Ich werde ihnen in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal stiften und einen Namen, besser als durch Söhne und Töchter; einen ewigen Namen stifte ich ihnen, der unvertilgbar ist.
6.Auch die Abkömmlinge der Fremden die sich dem Herrn anschließen, ihm zu dienen und den Namen des Herrn zu lieben, ihm Diener zu sein, jeder, der den Schabbat wahret, ihn nicht zu entweihen, und alle, die festhalten an meinem Bunde, —
7.Ich bringe sie nach meinem heiligen Berge und erfreue sie in meinem Bethause, ihre Ganzopfer und ihre Schlachtopfer werden gnädig aufgenommen auf meinem Altare, denn mein Haus soll ein Bethaus genannt werden für alle Völker. 8.So spricht Gott, der Herr, der die Verstoßenen Israels sammelt: Zu den bereits Gesammelten sammle ich noch viele andere [Fremde, die sich Israel anschließen werden].
9.Alle Tiere des Feldes, kommt herbei zum Fraße, alle Tiere im Wald! [Auf welches Ereignis diese prophetische Rede Bezug hat, läßt sich nicht mit Sicherheit feststellen.]
10.Die Wächter [Israels] sind alle blind, ohne Einsicht, alle wie die stummen Hunde, sie vermögen nicht zu bellen, Träumer, Schläfer, Freunde des Schlummers.
11.Aber die Hunde sind von unbändiger Gier, sie kennen keine Sättigung, und jene sind Hirten ohne Einsicht; sie alle wenden sich ihres Weges, jeglicher seinem Gewinn nach, aller Enden.
12.[Einer spricht zum andern]: Kommt herbei, lasset mich Wein holen, dass wir berauschendes Getränk zechen, und wie dieser sei der morgende Tag herrlich, in reicher Fülle!

Kapitel 57

1.Der Gerechte [Wer damit gemeint ist, ist nicht bekannt.] ist dahin und niemand
nimmt es zu Herzen; die frommen Männer werden dahingerafft, aber niemand merkt, dass der Gerechte weggerafft wurde, bevor das Unglück kam.
2.Er ging ein zum Frieden, der in seiner Gradheit wandelte, [die Gerechten] ruhen auf ihren Lagerstätten.
3.Ihr aber tretet hierher, Kinder der Zauberin, Brut des Ehebrechers und der Buhlerin!
4.Auf wen stützt ihr euch, dass ihr lustig seid? Dass ihr den Mund aufreißet, die Zunge ausstrecket, ihr Kinder des Abfalls, Brut der Lüge?
5.Die entbrannt sind [nach dem Götzendienst] bei den Terebinthen, unter jedem belaubten Baume, die Kinder schlachten in den Tälern unter Felsenklüften.
6.An den glatten Abstiegen des Baches ist dein Teil, sie sind dein Loos; auch ihnen gossest du Spenden aus, brachtest ihnen Speiseopfer. Soll ich darüber ruhig bleiben?
7.Auf hohem, ragenden Berg schlägst du dein Lager auf, auch dorthin steigst du, Opfer zu schlachten.
8.Und hinter die Tür und Pfoste stellst du dein Erinnerungszeichen [die Götzenbilder], denn von mir hast du dich öffentlich entfernt; du machst breit dein Lager,
und manche von ihnen verbanden sich
mit dir. Du begehrst ihr Lager, bequemen Platz hast du dir ersehen.
9.Du kamst dem König entgegen mit Öl und häuftest deine Salben; du sandtest deine Boten bis in die Ferne und tief bis in die Unterwelt.
10.Ermüdet von deinem Treiben, dachtest du doch nicht, dies aufzugeben; du hast noch einige Kraft behalten, deshalb bliebst du unbesorgt.
11.Und vor wem hättest du dich fürchten sollen, als du treulos wurdest und meiner nicht gedachtest, nicht zu Herzen nahmst? Ich schwieg ja von je, darum fürchtetest du mich nicht.
12.Ich will [aus Gnade] dein Heil verkünden; aber deine Taten können dir nicht helfen.
13.Wenn du schreist, werden sie dich retten, deine Götzenhaufen? — Ja, sie alle entführt ein Wind, rafft ein Hauch hinweg. Wer aber bei mir sich birgt, wird das Land besitzen und einnehmen meinen heiligen Berg.
14.[Der Herr] spricht [Eine Rede, das Volk zur Heimkehr nach Palästina zu ermutigen.]: Bahnet, bahnet, räumet den Weg, hebet jeden Anstoß aus dem Wege meines Volkes.
15.Denn also spricht der Hohe und Erhabene, der ewig Thronende, Heiliger ist sein Name: Hoch und heilig throne ich, — aber auch bei den Niedergeschlagenen und dem, der gebeugten Gemütes ist, zu beleben den Mut der Gebeugten und das Herz der Niedergeschlagenen.
16.Denn nicht ewig will ich hadern, und nicht beständig zürne ich; denn von mir stammt der Geist, dessen Hülle der Körper ist, und die Seelen habe ich geschaffen.
17.Um die Missetat seiner Genusssucht zürnte ich und schlug es, ich zürnte, indem ich mich abwandte, denn es ging abtrünnig den Weg seines Sinnes.
18.Aber ich beobachtete es und will es heilen und es leiten und vollen Trost gewähren, ihm und seinen Trauernden.
19.Die Lippen sollen Dank sprechen! Friede, Friede dem Fernen wie dem Nahen! — spricht der Herr, und ich heile es.
20.Aber die Frevler sind wie ein aufgewühltes Meer, das nicht ruhen kann, seine Gewässer wühlen Schlamm und Lehm auf.
21.Kein Friede, spricht mein Gott, den Frevlern!

Kapitel 58

Diese prophetische Rede ist an einem Fasttag, wahrscheinlich am Versöhnungsfest gehalten, sie richtet sich gegen die Werkheiligkeit.
1.Rufe mit lauter Kehle, halte nicht inne; wie eine Posaune erhebe deine Stimme und verkünde meinem Volke seine Missetat und dem Hause Jakob seine Sünden.
2.Da suchen sie mich Tag für Tag, sie wollen meine Wege kennen; als ob sie ein Volk wären, das das Rechte übt und die Vorschrift seines Gottes nicht verlässt, fragen sie mich nach den Vorschriften des Rechts, die Nähe Gottes suchen sie.
3.Warum fasten wir und du siehst es nicht, kasteien uns, und du merkst es nicht? — An eurem Fasttage geht ihr ja dem Geschäft nach, und all eure Darlehen treibt ihr ein.
4.Zu Hader und Streit fastet ihr, und zu schlagen mit Frevlerfaust. Ihr sollt nicht an solchem Tage fasten, dass nur gehört werde in der Höhe eure Stimme [bloß laut zu beten].
5.Ist das ein Fasten das mir gefiele? Ein Tag, wo sich der Mensch kasteit, dass er wie ein Schilf sein Haupt krümmet und auf Sack und Asche sein Lager bereitet, — das magst du ein Fasten nennen und einen Tag des Wohlgefallens für den Herrn?
6.Solcher Gestalt wäre ein Fasten, das mir gefiele: Dass du die Schlingen des Frevels öffnest, die Bande des Joches lösest und frei entlassest Unterdrückte, auf dass ihr jegliches Joch abreißet;
7.Dem Hungrigen dein Brot brechest und umherirrende [obdachlose] Arme in das Haus bringest; wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckest und deinem Mitmenschen dich nicht entziehst.
8.Dann wird anbrechen gleich dem Morgenrot dein Licht und deine Heilung schnell gedeihen; es ziehet dir voran deine Mildtat, die Herrlichkeit des Herrn schließt deinen Zug.
9.Dann wirst du rufen und der Herr wird es erhören, du wirst schreien und er wird sprechen: Hier bin ich; wenn du aus deiner Mitte Unterjochung entfernst, mit dem Finger drohen und Böses reden.
10.Dass du dem Hungrigen willig spendest, und das gebeugte Gemüt labst, so wird im Finstern scheinen dein Licht und dein Dunkel wird wie Mittagshelle.
11.Der Herr wird dich beständig leiten, laben in der Dürre deine Seele und deine Gebeine stärken; du wirst sein wie ein getränkter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Wasser nicht versiegt,
12.Durch dich werden Öden von jeher aufgebaut, Trümmer vergangener Geschlechter richtest du auf, und du wirst genannt: Rissevermaurer, Wiederhersteller der Pfade zum Wohnsitz.
13.Wenn du zurückhältst um des Schabbat willen deinen Fuß, dein Geschäft zu verrichten an meinem heiligen Tage, und nennst den Schabbat eine Lust, vom Herrn geheiligten, geehrt; ehrst du ihn, dass du nicht verrichtest deine Wege, nicht nachgehest deinem Geschäft und dessenthalben keine Beschlüsse fasst:
14.Dann wirst du dich ergötzen an dem Herrn; ich lasse dich besteigen die Höhen der Erde und dich genießen das Erbe Jakobs, deines Vaters; denn der Herr hat es geredet.

Kapitel 59

1.Wahrlich der Arm des Herrn ist nicht zu schwach zu helfen, auch nicht sein
Ohr schwer zu vernehmen [deine Bitten].
2.Sondern eure Missetaten machten eine Scheidung zwischen euch und eurem Gotte, und eure Sünden haben sein Antlitz verhüllt vor euch, dass er nicht [auf euer Flehen] hörte.
3.Denn eure Hände sind besudelt mit Blut und eure Finger mit Missetat, eure Lippen reden falsch, eure Zunge spricht Betrug aus.
4.Niemand klagt mit Gerechtigkeit, und niemand rechtet mit Treue. Man vertraut auf Tand und redet falsch, gehet schwanger mit Verderben und gebärt Unheil.
5.Basiliskeneier brüten sie aus und Spinngewebe weben sie; wer von ihren Eiern isst, stirbt, und wird eins zertreten, bricht eine Natter hervor.
6.Ihr Gewebe taugt nicht zum Kleide, und hüllen können sie sich nicht in ihre Werke; ihre Werke sind Werke des Unheils, und geraubtes Gut ist in ihren Händen.
7.Ihre Füße laufen zum Bösen, sie eilen, unschuldiges Blut zu vergießen; ihre Gedanken sind Gedanken des Unheils, Verderben und Unglück ist auf ihren Straßen.
8.Den Weg des Friedens kennen sie nicht, und kein Recht ist auf ihren Geleisen; ihre Pfade machen sie sich krumm; wer sie betritt, kennt den Frieden nicht.
9.Darum ist fern von uns das Recht und erreicht uns nicht das Heil; hoffen wir auf Licht, da bleibt Finsternis, auf Helle — im Dunkeln wandeln wir.
10.Wir tappen gleich Blinden an der Wand, und wie einer ohne Augen tasten wir; wir straucheln am Mittag wie in der Dämmerung, bei gesundem Leibe sind wir Toten gleich.
11.Wir brummen alle wie die Bären, und wie die Tauben girren wir; wir hoffen auf Recht, und es ist nicht da, auf Hilfe, aber sie ist fern von uns.
12.Denn viel sind unsere Verbrechen vor deinem Angesicht, und unsere Sünden zeugen wider uns; denn unsere Verbrechen sind vor uns, und unsere Missetaten kennen wir.
13.Wir fielen ab und verleugneten den Herrn und wichen zurück von unserm Gotte, wir redeten Gewalttat und Abfall, das Herz ging schwanger und gebar Worte der Lüge.
14.Zurückgedrängt wurde das Recht und die Gerechtigkeit blieb fern; denn es strauchelte auf der Straße die Wahrheit, und die Rechtschaffenheit fand keinen Eingang.
15.Die Wahrheit wurde vermisst, und wer vom Bösen wich, galt für toll. Der Herr sah es und es missfiel ihm, dass kein Recht da war.
16.Er sah, dass kein [gerechter] Mann da war, er staunte, dass niemand da zurechtwies. Da half ihm seine Macht [Gerechtigkeit einzusetzen], und seine Gerechtigkeit stützte ihn.
17.Er legte Gerechtigkeit an wie einen Panzer und tat den Helm des Heils auf sein Haupt; er legte Rachegewänder an als Kleid und hüllte sich wie in einen Mantel in Eifer.
18.Nach Verdienst wird er vergelten; mit Grimm vergilt er seinen Feinden, zahlt er heim seinen Hassern, auch den [Bewohnern der fernen] Eilande wird er vergelten.
19.Dann werden alle im fernen Westen fürchten den Namen des Herrn, und vom Aufgang der Sonne seine Herrlichkeit; er kommt wie ein brausender Strom, den der Sturm des Herrn forttreibt.
20.Aber für Zijon kommt er als Erlöser, für die, die sich bekehrt von Schuld in Jakob, spricht der Herr.
21.Und ich — dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der Herr — mein Geist, der auf dir ist, und meine Worte, die ich
in deinen Mund gelegt, sollen nicht weichen aus deinem Munde und aus dem Munde deiner Kinder und aus dem Munde deiner Kindeskinder, spricht der Herr, von nun an bis in Ewigkeit.

Kapitel 60

1.Steh auf [israelitische Nation], leuchte, denn es geht auf dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn bestrahlt dich.
2.Denn wohl bedeckt Finsternis die Erde und Wolkendüster die Völker, — doch dich wird der Herr bestrahlen, denn seine Herrlichkeit wird über dir erscheinen.
3.Es werden Nationen wandeln bei deinem Lichte, und Könige bei deinem Strahlenglanze.
4.Erhebe rings deine Augen und siehe, alle sammeln sich und kommen zu dir; deine Söhne kommen aus der Ferne, und deine Töchter werden auf dem Arme getragen.
5.Dann wirst du bangen, aber gleich dich aufheitern, es bebt und freut sich dein Herz; denn um dich sammeln sich die Völker von den fernen Meeresgegenden, mit Reichtum kommen Völker zu dir.
6.Die Menge der Kamelreiter bedeckt dich, die Dromedare von Midjan und Efa; sie kommen alle von Saba, Gold und Weihrauch bringen sie und verkünden das Lob des Herrn.
7.Alle Schafe Kedars sammeln sich zu dir, die Widder Nebajots sind zu deinem Dienst; sie werden mir zum Wohlgefallen geopfert, und das Haus meines Ruhmes schmücke ich.
8.Wer sind jene, die einer Wolke gleich fliegen und wie Tauben zu ihren Schlägen?
9.Denn mir strömen zu die Bewohner der Insel; zuvor die Tarschischschiffe, deine Söhne zu bringen aus der Ferne, ihr Silber und ihr Gold mit ihnen, um den Namen des Herrn, deines Gottes und den Heiligen Israels, denn er schmückt dich.
10.Die Fremdlinge werden deine Mauern bauen, und ihre Könige bedienen dich, denn in meinem Zorn schlug ich dich, und in meiner Gnade erbarm ich mich dein.
11.Deine Tore bleiben beständig offen, Tag und Nacht werden sie nicht geschlossen, dir zu bringen der Völker Reichtum und ihre Könige zugeführt.
12.Denn das Volk und das Königreich, die dir nicht dienen, gehen unter, und die Nationen werden vernichtet.
13.Die Herrlichkeit des Libanon kommt, zu dir, Zypresse und Fichte insgesamt zu schmücken den Ort meines Heiligtums und den Ort, wo meine Füße [ruhen], verherrliche ich.
14.Es kommen zu dir gebückt die Söhne deiner Peiniger, und all deine Lästerer fallen nieder zu den Sohlen deiner Füße und nennen dich: Stadt des Herrn, Zijon des Heiligen Israels.
15.Dafür, dass du verlassen warst, gehasst und unbesucht mache ich dich zur ewigen Pracht, zur Wonne aller Geschlechter.
16.Du wirst saugen die Milch der Völker und von der Brust der Königinnen saugen und erkennen, dass ich, der Herr, bin dein Retter, und dein Erlöser der Schutzhort Jakobs.
17.Statt des Kupfers bringe ich dir Gold und statt des Eisens bringe ich dir Silber, statt des Holzes Kupfer und statt der Steine Eisen, und setze zu deiner Obrigkeit Frieden und zu deinen Vögten Heil.
18.In deinem Lande soll ferner nicht Gewalttat gehört werden, kein Verderben und Untergang in deinen Marken. Du wirst deine Mauern Heil nennen und deine Tore Ruhm.
19.Die Sonne braucht ferner nicht zum Lichte zu sein bei Tag, und der Mond dir nicht leuchten zum Glanze, sondern es wird dir der Herr sein zum ewigen Lichte und dein Gott zu deinem Schmucke.
20.Deine Sonne wird nimmer untergehen und dein Mond sich nicht zurückziehen; denn der Herr wird dir sein zum ewigen Lichte, und vorüber sind die Tage deiner Trauer.
21.Dein Volk wird aus lauter Gerechten sein, für ewig das Land besitzen, ein Sprössling meiner Pflanzungen, meiner Hände Werk zur Verherrlichung.
22.Der Kleine wird zu Tausend und der Geringe zum mächtigen Volk; ich der Herr, zu seiner Zeit werde ich es schnell vollbringen.

Kapitel 61

1.Der Geist Gottes des Herrn ist auf
mir, denn der Herr hat mich gesalbt, den Armen Heil zu künden, mich gesandt, zu verbinden die gebrochenen Herzens sind, den Gefangenen Freiheit und den Eingekerkerten Befreiung zu verkünden.
2.Auszurufen ein Jahr der Gnade vom Herrn, und einen Tag der Rache von unserm Gotte, zu trösten alle Trauernden;
3.Zu erstatten den Trauernden Zijons: ihnen zu geben Schmuck statt der Asche, Oel der Wonne statt der Trauer, ein
freudestrahlendes Gesicht statt des betrübten Gemütes, dass man sie nenne Eichen der Gerechtigkeit, herrliche Pflanzung des Herrn.
4.Sie werden aufbauen alte Öden, Trümmer der Vorzeit richten sie auf und erneuern Städte der Verwüstung, Trümmer vergangener Geschlechter.
5.Fremde kommen und weiden eure Herden, und der Fremden Söhne sind eure Ackerleute und eure Winzer.
6.Ihr aber werdet Priester des Herrn genannt, Diener unseres Gottes werdet ihr geheißen; der Völker Reichtum werdet ihr essen, und in ihre Herrlichkeit werdet ihr eingesetzt.
7.Statt eurer Schande, doppelten [Ersatz], und statt der Schmach, wird ihr Los gepriesen werden —. In ihrem Lande sollen sie das Doppelte besitzen, ewige Freude soll ihnen werden.
8.Denn ich, der Herr, liebe das Recht und hasse freveln Raub. Ich will ihren Lohn getreulich geben, einen ewigen Bund schließe ich mit ihnen.
9.Ihre Nachkommen werden bekannt unter den Völkern und ihre Sprösslinge unter den Nationen. Alle, die sie sehen, erkennen, dass sie ein Geschlecht sind, das der Herr gesegnet.
10.Wonniglich freue ich mich des Herrn, es jauchzt meine Seele bei meinem Gotte; denn er hat mir angelegt Gewänder des Sieges, den Mantel des Heiles mir umgetan, wie ein Bräutigam anlegt den herrlichen Schmuck, und wie eine Braut ihr Geschmeide.
11.Ja, wie die Erde treibt ihre Pflanzen, und wie ein Garten aufsprossen lässt seinen Samen, so wird Gott, der Herr, aufsprossen lassen Heil und Ruhm vor allen Nationen.

Kapitel 62

1.Im Zijons willen schweig ich nicht und um Jerusalems willen ruhe
ich nicht bis wie Lichtglanz hervorgeht sein Heil, und seine Hilfe wie eine Fackel brennt.
2.Dass Völker dein Heil schauen und alle Könige deine Herrlichkeit. Man wird dich mit einem neuen Namen nennen, den der Mund des Herrn ausspricht.
3.Du wirst eine Krone des Schmuckes in der Hand des Herrn sein, und ein königlicher Kopfbund in der Hand deines Gottes.
4.Du wirst nicht mehr Verlassene genannt werden, und dein Land nicht mehr
Öde, sondern du wirst genannt: Meine Lust an ihr! und dein Land: Vermählte; denn seine Lust hat der Herr an dir, und dein Land wird bewohnt.
5.Denn wie der Jüngling sich vermählet der Jungfrau, werden sich dir deine Kinder anschmiegen, und wie sich der Bräutigam an seiner Braut freut, wird sich mit dir dein Gott freuen.
6.Über deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt, alle Tage und alle Nächte, nimmer schweigen sie; die ihr anrufet den Herrn, — euch sei keine Ruhe.
7.Lasst ihm keine Ruhe, bis er aufrichtet und bis er macht Jerusalem zum Ruhm auf Erden.
8.Geschworen hat der Herr bei seiner Rechten und bei seinem mächtigen Arm: Ich gebe fortan dein Getreide nicht zur Speise deinen Feinden; es sollen nicht trinken die Fremden deinen Most, um den du dich gemüht.
9.Sondern die, welche es einbringen, sollen es essen und den Herrn lobpreisen, und die ihn lesen, sollen ihn trinken in den Höfen meines Heiligtums.
10.Ziehet, ziehet durch die Tore, räumet den Weg des Volkes; bahnet, bahnet die Bahn, räumet hinweg die Steine, erhebet ein Panier den Völkern!
11.Der Herr hat es verkünden lassen bis an der Erde Ende, sprechet zur Nation Zijon: Deine Hilfe kommt! sein Lohn ist mit ihm und seine Vergeltung vor ihm her.
12.Und man wird sie nennen: Heiliges Volk, Erlöste des Herrn! Und du wirst genannt: Gesuchte, nimmer verlassene Stadt.

Kapitel 63

1.Wer ist es, der kommt von Edom, in rotem Gewande von Bozra?
Jener, prangend in seinem Kleide, stattlich in der Fülle seiner Kraft? Ich, der ich Sieg verheiße, Macht habe zu helfen.
2.Warum ist Rot an deinen Kleidern und dein Gewand wie des Keltertreters?
3.Die Kelter trat ich allein, und von den Völkern war niemand mit mir; ich zertrat sie in meinem Zorn und zerstampfte sie in meinem Grimm; da spritzte ihr Saft auf mein Gewand, und all meine Kleider besudelte ich.
4.Denn einen Tag der Rache [an Israels Feinden] habe ich im Sinne, und das Jahr der Erlösung [für Israel] ist gekommen.
5.Ich blickte umher, da war kein Beistand, und sah überrascht, dass keine Stütze war; da half mir mein Arm, und mein Grimm stützte mich.
6.Ich stampfte Völker in meinem Zorn und berauschte sie mit meinem Grimm und ließ zur Erde rinnen ihren Saft. —
7.Die Huld des Herrn will ich preisen, den Ruhm des Herrn für alles, was uns der Herr erwiesen hat, und die reiche Güte für das Haus Israel, die er ihm erwiesen nach seiner Barmherzigkeit und nach der Fülle seiner Huld.
8.Denn er sprach: Doch — mein Volk sind sie, Kinder, die nicht treulos werden; und so ward er ihnen ein Retter.
9.Bei all ihrer Bedrängnis tat ihm leid, der Engel, der vor ihm stand, half ihnen, in seiner Liebe und in seiner Milde erlöste er sie und hob sie auf und trug sie immer.
10.Sie aber empörten sich und kränkten seinen heiligen Geist, da wurde er ihr Feind er selbst stritt gegen sie.
11.Aber er gedachte der Tage der Vorzeit, als Mose sein Volk [befreite, und sprach]: Wo ist der, der sie durch das Meer führte? [Er gedachte] des Hirten seiner Schafe [und fragte]: Wo ist der, der in seine Mitte seinen heiligen Geist gelegt?
12.Der wandeln ließ zur Rechten Moses den Arm seiner Herrlichkeit, der Wasser vor ihnen spaltete — sich einen ewigen Namen zu machen;
13.Der sie leitete durch die Tiefen wie ein Ross in der Wüste, dass sie nicht strauchelten?
14.Wie das Vieh in das Tal herniedersteigt, brachte sie der Geist des Herrn zur Ruhe. Also führtest du dein Volk, dir einen herrlichen Namen zu machen.
15.Schaue vom Himmel und siehe aus deiner heiligen und herrlichen Wohnung: wo ist dein Eifer und deine Macht? Die Regung deines Innern und dein Erbarmen halten meinetwegen inne.
16.Du bist ja unser Vater, denn Abraham weiß nicht von uns, und Israel kennt uns nicht; du, o Herr, bist unser Vater, unser Erlöser ist von Ewigkeit her dein Name.
17.Warum lässt du, Herr, uns abirren von deinen Wegen, lässt verstocken unser Herz gegen deine Furcht? Kehre zurück um uns, die wir deine Knechte, die Stämme deines Besitzes sind.
18.Auf kurze Frist hatte dein Volk das Heiligtum im Besitz; unsere Feinde zertraten dein Heiligtum.
19.Wir sind jetzt geworden, als ob du nimmer über uns geherrscht hattest, als ob nimmer dein Name auf uns genannt worden wäre, als ob du niemals den Himmel zerrissen und niedergestiegen wärest, dass die Berge zerschmolzen.

Kapitel 64

1.Wie Feuer schnell Reisig zündet, wie Wasser vom Feuer aufwallet — so schnell kamst du, deinen Namen kund zu machen deinen Feinden, dass vor deinem Antlitz Völker bebten!
2.Als du Wunderbares tatest, was wir nicht erwartet, stiegst du nieder, vor deinem Antlitz erzitterten Berge.
3.Seit ewiger Zeit hatte man solches nicht gehört, nicht vernommen; nie hatte ein Auge gesehen, dass ein Gott außer dir solches dem auf ihn Harrenden tue.
4.Du trafst früher einen, der freudig recht tat, solche, die dich deiner Gnaden wegen erinnerten; zürntest du auch, weil wir sündigten, durch sie [durch ihre Fürbitte] war uns immer geholfen.
5.Aber wir wurden alle wie Unreine und wie ein besudeltes Gewand all unsere frommen Werke; welk wie ein Blatt wurden wir alle, und unsere Sünden entführen uns wie ein Wind.
6.Niemand ist, der deinen Namen anruft, der sich regte, an dir festzuhalten; denn verhüllt hast du dein Antlitz vor uns und lässt uns vergehen durch unsere Missetaten.
7.Und nun, o Herr, du bist unser Vater; wir der Thon und du unser Bildner; deiner Hände Werk sind wir ja alle.
8.Zürne nicht, o Herr, ewig, und nicht für immer gedenke der Missetat. Blicke doch her, dein Volk sind wir alle.
9.Deine heiligen Städte sind zerstört, Zijon ist eine Wüste geworden, Jerusalem eine Öde.
10.Unser heiliges und herrliches Haus, darin dich unsere Väter gepriesen, ist vom Feuer verbrannt, und all unsere Kostbarkeiten sind verwüstet.
11.Willst du ob all dem an dich halten, Herr? Wirst du schweigen und uns für immer beugen?

Kapitel 65

1.[Der Herr erwidert darauf:] Ich war 0 bereit solchen zu erscheinen, die nach mir nicht fragten, mich finden zu lassen von denen, die mich nicht suchten; ich sprach: Hier bin ich, hier bin ich, zu einem Volke, das nicht nach meinem Namen genannt sein wollte.
2.Ich breitete immer meine Hände aus nach einem widerspenstigen Volke, nach solchen, die auf einem bösen Wege wandeln, ihrem Willen nach.
3.Dem Volk, das mich immer kränkt in das Angesicht, solchen, die opfern in den Gärten und räuchern auf den Ziegeln,
4.Die in Gräben sitzen und in Gruften übernachten, die das Fleisch des Schweines essen und die Brühe der Götzenopfer in ihren Geräten haben.
5.Die noch dazu zu andern sprechen: Bleib für dich, nahe mir nicht, denn ich bin für dich heilig. Diese erregen meinen Zorn, wie ein Feuer brennt er immerwährend.
6 Dies ist aufgeschrieben vor mir; ich werde nicht ruhen, ich habe denn vergolten, vergolten in ihren Busen:
7.Eure Missetaten samt eurer Väter Missetaten, spricht der Herr, die geräuchert auf den Bergen und auf den Hügeln mich gelästert, — so will ich zuvörderst ihren Lohn ihnen zumessen in ihren Busen —
8.Also spricht der Herr: Wie der Most gefunden wird in der Traube und man spricht: Verdirb sie nicht, denn ein Segen ist darin, also werde ich tun um meiner Knechte willen, dass ich nicht das Ganze verderbe.
9.Ich lasse von Jakob Samen hervorgehen und von Jehuda einen Erben meines Gebirges, dass es in Besitz nehmen soll meine Erkorenen, und dass meine Knechte daselbst wohnen.
10.Saron soll werden zur Trift der Schafe und das Tal Achor zum Lagerort der Rinder, für mein Volk, das mich aufgesucht.
11.Ihr aber, die ihr den Herrn verlasset, meinen heiligen Berg vergesset, die ihr anrichtet dem Götzen Gad einen Tisch und füllet der Meni Mischtrank —
12.Über euch will ich das Schwert verhängen, auf die Schlachtbank sollt ihr alle niedersinken, darum, weil ich gerufen und ihr nicht geantwortet habt, gesprochen und ihr nicht hörtet, dass ihr das Böse tatet in meinen Augen; woran ich keinen Gefallen habe, das habt ihr gewollt.
13.Darum spricht Gott, der Herr: Meine Knechte werden essen und ihr hungern, meine Knechte werden trinken und ihr dursten, meine Knechte werden sich freuen und ihr beschämt sein.
14.Meine Knechte werden jubeln vor Lust des Herzens und ihr jammern vor Herzleid, und aus gebrochenem Gemüte werdet ihr heulen.
15.Und ihr werdet hinterlassen euren Namen zum Fluch für meine Erkorenen; [der Fluch wird lauten:] Dass dich töte Gott, der Herr, [gleich jenen]. Aber seinen Knechten wird er einen anderen Namen geben.
16.Dass wer sich segnet im Lande, sich segne mit dem wahrhaftigen Gotte, und wer schwört im Lande, schwöre bei dem wahrhaftigen Gotte, weil vergessen sind die früheren Leiden und weil sie verborgen sind vor meinen Augen.
17.Denn ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; es soll nicht gedacht werden des früheren, und es soll nicht in den Sinn kommen.
18.Sondern freuet euch und frohlocket fort und fort, [du Israel], das ich jetzt schaffe! Denn ich erschaffe Jerusalem zum Frohlocken und sein Volk zur Wonne.
19.Ich werde frohlocken über Jerusalem und mich erfreuen an meinem Volke. Fortan soll nicht gehört werden darin Stimme des Weinens und Stimme der Wehklage.
20.Dort soll keiner sein ein Kind an Tagen und ein Greis an Aussehen der nicht ausgelebt seine Tage; denn Knabe wird sein, wer hundertjährig stirbt, und der Sünder wird verflucht, dass er als Hundertjähriger sterbe.
21.Sie werden Häuser bauen und bewohnen und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen.
22.Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnen, nicht pflanzen und ein anderer essen, sondern wie die Tage eines Baumes währen die Tage meines Volkes, und das Werk ihrer Hände sollen meine Erkorenen verbrauchen.
23.Sie werden sich nicht vergebens mühen und nicht zeugen zu jähem Tode, denn ein Same, den der Herr gesegnet, sind sie, und ihre Sprösslinge bleiben ihnen.
24.Bevor sie rufen werden, antworte ich — noch sprechen sie und ich erhöre.
25.Wolf und Lamm werden zusammen weiden und der Löwe wie ein Rind Stroh fressen; der Schlange Speise wird Staub sein. Sie werden nicht schaden und nicht verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.

Kapitel 66

1.Also spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Welches Haus, das ihr mir erbauen könnet, und wo ein Ort zu meiner Ruhestatt?
2.Hat doch meine Hand alles dieses gemacht, und es ward alles dieses auf den Spruch des Herrn. Nur auf solchen blick ich, auf den Armen und Demütigen und der vor meinem Worte zittert.
3.Da schlachtet mancher einen Ochsen [als Opfer], bald darauf erschlägt er einen Menschen; er opfert ein Schaf, bricht aber auch dem Hund das Genick [vor dem Götzen]; er bringt Speiseopfer dar, — aber auch das Blut des Schweines; er lässt Weihrauch duften, preist aber auch das Ekle [den Götzen]. Wie sie ihre Wege gewählt und an ihren Gräueln Lust fanden. —
4.So will auch ich ihren Tand wählen, und wovor ihnen graut, das bring ich über sie, weil ich gerufen und niemand geantwortet hat, geredet und sie nicht gehört haben. Sie taten das Böse in meinen Augen, und das, woran ich kein Gefallen habe, wollten sie.
5.Höret das Wort des Herrn, ihr, vor seinem Worte Zitternden: Es sprechen eure Brüder, eure Hasser, die euch verstoßen: [Sie tun solches] um meines Namens willen, dass der Herr dadurch verherrlicht werde. Wir werden dereinst eure Freude schauen, sie aber sollen untergehen.
6.Stimme des Getöses aus der Stadt, Stimme aus dem Tempel, Stimme des Herrn, der Vergeltung übt an seinen Feinden.
7.Bevor sie gekreist, hat sie geboren; bevor ihre Wehen kamen, ist sie eines Knaben genesen. [Die Befreiung kam überraschend].
8.Wer hat solches gehört? Wer dergleichen gesehen? Wird kreisen gemacht ein Land an einem Tage oder geboren ein Volk mit einem Male? Dass schon Zijon gekreist, und auch geboren hat ihre Kinder?
9.Sollte ich erschließen den Mutterschoß und nicht gebären lassen? spricht der Herr: oder sollte ich, der Zeugende, verschließen? spricht dein Gott.
10.Freuet euch mit Jerusalem und frohlockte darüber, all ihr Freunde, freut euch mit ihr in Wonne, alle, die ihr um sie getrauert habt.
11.Auf dass ihr sauget und euch sättiget an der Brust ihres Trostes, auf dass ihr schlürfet und euch labet an der Fülle ihrer Herrlichkeit.
12.Denn also spricht der Herr: Ich lenke ihr wie einen Fluss den Frieden zu, und wie einen flutenden Strom den Reichtum der Völker, dass ihr sauget. Auf dem Arm werdet ihr getragen und auf den Knien geliebkost.
13.Wie ein Mann, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten, und an Jerusalem werdet ihr getröstet.
14.Ihr werdet schauen und euer Herz wird sich freuen, und eure Gebeine werden aufblühen wie das Grün. Es wird sich kund machen die Hand des Herrn an seinen Knechten, und er schilt seine Feinde.
15.Denn der Herr kommt im Feuer und wie Sturmwind rollt sein Wagen, auszulassen in Glut seinen Zorn und sein Drauen in Feuerflammen.
16.Denn mit Feuer rechtet der Herr und mit seinem Schwert gegen alles Fleisch; viel werden sein die Erschlagenen des Herrn.
17.Die sich heiligen und reinigen für die Gärten, hinter Einem in der Mitte,29Ein götzendienerischer Brauch, auf den der Prophet anspielt. die das Fleisch des Schweines essen und des Gräuels und der Maus, sie alle sollen umkommen, spricht der Herr.
18.Ich kenne ihre Werke und ihre Gedanken; gekommen ist die [Zeit] zu versammeln alle Völker und Zungen, sie sollen kommen und schauen meine Herrlichkeit.
19.Ich werde an ihnen ein Zeichen tun und entsenden von ihnen Flüchtlinge an die Völker, Tarschisch, Pul und Lud, die den Bogen spannen, Tubal und Javan, die fernen Eilande, die nicht gehört meinen Ruf und nicht geschaut meine Herrlichkeit; sie werden kund machen meine Herrlichkeit unter den Völkern.
20.Sie werden bringen all eure Brüder aus allen Völkern als eine Gabe dem Herrn nach Jerusalem auf Rossen und Wagen und in Sänften und auf Maultieren und Dromedaren nach meinem heiligen Berge, spricht der Herr, so wie die Kinder Israel darbringen die Opfergabe in reinem Gefäße in das Haus des Herrn.
21.Und auch von ihnen werde ich zu Priestern und zu Leviten nehmen, spricht der Herr.
22.Denn so wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich schaffe, vor mir bestehen, ist der Spruch des Herrn, so werden bestehen eure Nachkommen und euer Name.
23.Von Neumond zu Neumond und von Schabbat zu Schabbat wird jeder Mensch kommen, sich vor mir zu bücken, spricht der Herr.
24.Man wird dann hinausgehen und schauen die Leichen der Männer, die von mir abgefallen, denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen; sie werden zum Ekel für alle.

  • Die Übersetzung stammt von Rabbiner Simon Bernfeld und wurde geringfügig an den heutigen Sprachgebrauch angepasst.

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