Owadjah – Das Buch Owadjah

Das Buch Owadjah in der (angepassten) Übertragung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld.

Kapitel 1

Weissagung über Edom.
1. Eine Weissagung Owadjahs: So spricht Gott, der Herr, über Edom: Eine Kunde haben wir vom Herrn vernommen und ein Bote ist unter die Völker gesandt: Auf! daß wir es mit Krieg überziehen.
2. Denn klein habe ich dich unter den Völkern gemacht, sehr verachtet bist du.1Diese und noch einige andere Redewendungen gebraucht auch Jeremia 49, 14 ff.
3. Aber dein trotziger Sinn hat dich verleitet. [Edom] weilt auf hohen Bergfelsen, in der Höhe seines Sitzes, deshalb dachte es: Wer könnte mich zur Erde herabstürzen?
4. Magst du hoch wie der Adler steigen und zwischen Sterne dein Nest anbringen, von da stürze ich dich herab, spricht der Herr.
5. Wie bist du zu Grunde gerichtet worden! Sind Diebe zu dir gekommen, nächtliche Einbrecher — sie hätten ja nur so viel gestohlen, als sie davontragen können! Sind Winzer über dich gekommen, ließen sie keine Nachlese?
6. Wie wurden Esaus Schätze entdeckt und erforscht!
7. Bis an die Grenze haben dich geleitet all deine Bundesfreunde; verleitet und dann überwältigt haben dich deine Freunde; deine Söldlinge legten dir Fallen unter. Keine Einsicht war in ihm!
8. Denn an jenem Tage, spricht der Herr, vernichte ich die Weisen aus Edom und die Einsicht vom Berge Esau.
9. Deine Helden werden zagen, Teman, damit jeglicher ausgerottet werde vom Berge Esau, bei der Niedermetzlung.
10. Ob der Gewalttat gegen deinen Bruder Jakob wird dich Schande bedecken; du wirst ausgerottet sein für ewig:
11. Am Tage, da du ruhig zusahst, am Tage, da Fremde seinen Erwerb plünderten, als Fremde in seine Tore drangen und um Jerusalem das Loos warfen, da warst auch du wie einer von jenen.
12. Du hättest nicht ruhig mit ansehen sollen an dem Tage deines Bruders, am Tage seines Elends, und dich nicht freuen über die Söhne Jehuda am Tage ihres Untergangs, und nicht hochmütige Reden führen am Tage der Not.
13. Du hättest nicht dringen sollen in das Tor meines Volkes am Tage seines Sturzes, nicht ruhig mit ansehen sein Unglück am Tage seines Sturzes und nicht Hand legen an sein Gut am Tage seines Sturzes.
14. Du durftest nicht an der Wegescheide halten, seine Flüchtlinge niederzumachen, und nicht ausliefern seine Uebriggebliebenen am Tage der Not.
15. Denn nah ist der Tag des Herrn über alle Völker, so wie du gethan, wird dir gethan, dein Werk kehrt zurück auf dein Haupt.
16. Denn so wie ihr getrunken habt auf meinem heiligen Berge, werden alle Völker immer trinken; sie werden trinken und taumeln und werden, als ob sie niemals gewesen wären.
17. Aber auf dem Berge Zijon wird eine Zufluchtsstätte, er wird heilig sein, und das Haus Jakob wird sein Erbe in Besitz nehmen.
18. Das Haus Jakob wird wie Feuer und das Haus Josef eine Flamme, aber das Haus Esau zu Stoppeln, und jene zünden sie an und verzehren sie, und es bleibt keiner übrig dem Hause Esau, denn der Herr hat es verheißen.
19. Im Süden werden sie in Besitz nehmen den Berg Esau, und die in der Niederung Philistäa; auch das Gefilde Efraim und das Gefilde Schomron und Benjamin mitsamt dem Gilead werden sie in Besitz nehmen.
20. Und die Verbannten dieses Heeres von den Kindern Israel, die unter den Kanaanitern bis Zarfat, und die Verbannten Jerusalems, die in Sefarad [wohnen], sollen die Stätte des Südens in Besitz nehmen.
21. Es kommen die Sieger auf den Berg Zijon, zu richten den Berg Esau, und des Herrn wird sein das Reich.

  • Die Übersetzung stammt von Rabbiner Simon Bernfeld und wurde geringfügig an den heutigen Sprachgebrauch angepasst.

    CC0

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