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Die Codes in der Torah – Was ist der Bibelcode?

Eine der bekanntesten Geschichten über den sog. ‘Bibel-Code’ (hebräisch צפנים בתנ”ך) ist vom Vilna Gaon überliefert, einem ‘Talmud-Genie’ aus dem 18.Jahrhundert. Er behauptete: “Alles, was ist und bis zum Ende der Zeiten sein wird, ist in der Torah enthalten.” Als man ihn dann prüfend fragte, wo man denn dann den Rambam (Maimonides-Rabbi Moses ben Maimon 12.Jahrhundert) in der Torah stünde, verwies der Gaon auf Schemot (2.Mosche) 11,9-10:” Und so wie HaSchem zu Mosche gesprochen hatte: Pharao wird auf euch nicht hören, auf daß meiner Wunder im Lande Mizrajim (Ägypten) viel werden, So hatte HaSchem, als Mosche und Aaron alle diese Wunder vor Pharao getan, das Herz Pharaos verhärtet, daß er die Kinder Israels nicht aus dem Lande ziehen ließ.” – Auf hebräisch heißt diese Stelle: Rabot Moftaj B’eretz Mizrajim – und jetzt wird auch RAMBAM(in hebr.Umschrift-RMBM) kenntlich: Rabot Moftaj B’eretz Mizrajim.(Vokale werden im hebräischen nicht als unmittelbarer Buchstabe dargestellt- )

Eine ähnliche Geschichte wird vom Ramban erzählt (Rabbi Mosche ben Nachman), dieser besprach mit anderen Gelehrten den Wochenabschnitt Ha’azinu (5.Mosche Kapitel 32-33) und stellte dort die Behauptung auf, in dem dortigen ‘Lied des Mosche’, sei die gesamte Geschichte Israels dargestellt. Ein anderer Rabbiner -Rabbi Abner- wollte das bewisen sehen und forderte ihn auf, etwas über ihn in diesem Abschnitt zu finden.Er wurde vom Ramban angewiesen Vers 26 zu lesen. Dort heißt es : Ich werde ihr Gedächtnis aufheben unter den Menschen.- Rabbi Abners Namen verbarg sich in den dritten Buchstaben der einzelnen Wörter: amaRti afAjhem ashBjta mayNosch zikRam : AMRTJ AFAJHM ASchBJTH MANVSch ZKRM = R.ABNR – R. Abner (das a entspricht hier dem hebr.Aleph, es steht hier für a, kann aber prinzipiell für jeden Vokal stehen- üblicherweise wird er meit einem ‘ übertragen).

Wie man sehen kann, gibt es die Möglichkeit, durch Intervalle bestimmte andere Worte aus dem Text der Torah herauszulesen.

Rabbi Weissmandel ist einer der wichtigsten Personen in der Neuzeit, durch die dieses Phänomen erst wieder bekannt wurde. Leser mit einfachen Hebräisch-Kenntnissen und einer hebr.Ausgabe der Torah können einige seiner Entdeckungen leich nachvollziehen: Wenn man vom ersten T im Buch Berschit (1.Mosche) , nämlich den des Wortes Berschit (Berschit Bara…) 49 Buchstaben abzählt, dann landet man bei V oder auch O (der Buchstabe Vav kann v,o und u repräsentieren), zählt man von dort aus noch einmal 49 Buchstaben ab, dann erhält man ein R, dann zählt man die nachfolgenden 49 Buchstaben ab und erhält ein H- zusammengelesen ergibt das TORAH ! Dieses Intervall funktioniert auch im 2.Buch Mosche, im 4. und im 5.- im 5.Buch Mosche und im 4. allerdings funktioniert das rückwärts, also mit dem Buchstaben H(im 5.Buch zählt man ab dem 5.Vers des Buches).Im dritten Buch finden wir TORAH nicht, statt dessen finden wir das Tetragrammaton in einem Intervall von 8 Buchstaben , beginnende mit dem ersten J. Wir erhalten eine Symmetrie, die um den Namen G’ttes herum besteht – TORAH -TORAH-HaSchem-HAROT-HAROT-

Vor dem zweiten Weltkrieg entdeckte Rabbi Weissmandel hunderte solcher Beispiele mit Hilfe eines bestimmten Systems, er schrieb den Text der Torah ohne Leerstellen in 10:10 Gitterkästen um so einen besseren Überblik zu haben und besser Zahlenverhältnisse einsehen zu können.

Dieses System wurde von Prof.Daniel Michelson von der Universität von Californien, Los Angeles wiederaufgenommen und er schrieb 1986 seinen Artikel: Reading the Torah with Equal Intervals. In diesem Artikel werden noch weitere Beispiel genannt und ausgeführt und vom Michelson die Wahrscheinlichkeit berechnet, daß so etwas möglich ist und das ganze mathematisch aufbereitet.

Dieser Artikel entfachte so etwas wie ein Feuer, viele andere Forscher widmeten sich diesem Thema und schrieben mathematische Abhandlungen darüber, wie etwa Doron Witztum, Eliyahu Rips, Gerald Schroeder und Eric Coopersmith.

Durch den Einsatz von Computern war es nun auch möglich den Text der Torah nach beliebigen Wörtern und ihren Intervallen zu durchsuchen, so daß man auch erforschen konnte, welche Begriffe in ‘der Nähe’ noch verschlüsselt untergebracht waren.

Erstaunlicherweise stellte man fest, daß man auch zum Beispiel Eichmann und die Begriffe Auschwitz, SS und zerstören in unmittelbarer ‘Nähe’ zu einander finden konnte.

Beispiel für den sog. Bibelcode

Beispiel für den sog. Bibelcode

Beispiel für den Bibelcode für den Begriff Diabetes

Beispiel für den Bibelcode für den Begriff Diabetes

Diese Methode funktioniert aber nur, wenn man die Begriffe kennt, nach denen man sucht, so daß es unmöglich sein sollte, die Zukunft vorherzusagen.

Weiterführende Literatur:
Witztum,D./ Rips,E./ Rosenberg, Y.. Equidistant Letter Sequences in the Book of Genesis,Statistical Science: A Review Journal of the Institute of Mathematical Statistics,Bd.9,Nr.3, August 1994, S.429ff.

Der Autor des Artikels Chajm Guski

Chajm ist Herausgeber von talmud.de, Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet und Autor für diverse Medien. In seinem Blog gibt es aktuelle Informationen über das, was sich in der jüdischen Welt so tut.

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