Kitzur Schulchan Aruch, Pessach

Vorschriften für Erew-Pessach

Aus dem Kizzur Schulchan Aruch von Rabbiner Schlomoh Ganzfried, in der Übersetzung von Rabbiner Dr. Selig Bamberger

§113
1.

אֵין אוֹמְרִים מִזְמוֹר לְתוֹדָה וְלֹא לַמְנַצֵּחַ (תכ“ט).

Man sagt nicht „Mizmor letodah“ in den Versen in den Psukej deSimrah und auch nicht „Lamnazeach

2.

מֻתָּר לֶאֱכוֹל חָמֵץ רַק עַד שְׁלִישׁ הַיוֹם, (וְהַיּוֹם נֶחְשָׁב מִן עֲלֹת הַשַּׁחַר עַד צֵאת הַכּוֹכָבִים). וּבַהֲנָאָה מֻתָּר עוֹד שָׁעָה אֶחָת. וּמֻתָּר לְמָכְרוֹ אָז לְאֵינוֹ יְהוּדִי, אֲבָל אַחַר כָּךְ אָסוּר גַּם בַּהֲנָאָה. וְצָרִיךְ לִשְׂרוֹף אֶת הֶחָמֵץ וּלְבַטְּלוֹ כָּל זְמַן שֶׁהוּא מֻתָּר בַּהֲנָאָה (תל“ד תמ“ג).

Man darf Gesäuertes nur ein Drittel des Tages essen (der Tag wird vom Anbruch des Morgens bis zum Sichtbarwerden der Sterne gerechnet). Nutzen davon zu haben, ist noch eine Stunde länger erlaubt; in dieser Zeit kann man es einem Nichtjuden verkaufen; nachher aber ist auch verboten, Nutzen davon zu haben; man muss es verbrennen und für herrenlos erklären, solange erlaubt ist, Nutzen davon zu haben.

3.

מֵחֲצוֹת הַיּוֹם וָאֵילַךְ אָסוּר בַּעֲשִׂיַּת מְלָאכָה. וְאֵינוֹ מֻתָּר לַעֲשׂוֹת, רַק מַה שֶּׁמֻּתָּר לַעֲשׂוֹת בְּחֹל הַמּוֹעֵד. וְעַל יְדֵי אֵינוֹ יְהוּדִי נוֹהֲגִין לְהַתִּיר. וְיֵשׁ מְקוֹמוֹת שֶׁנּוֹהֲגִין לֶאֱסוֹר כָּל הַיּוֹם בִּמְלָאכָה

Von der Mitte des Tages an und weiter ist verboten, eine Arbeit zu verrichten, und ist nur das erlaubt, das zu tun, was man auch an den Zwischenfeiertagen tun darf; durch einen Nichtjuden pflegt man zu erlauben. Es gibt Orte, an denen man den ganzen Tag die Arbeit verbietet.

4.

לְהִסְתַּפֵּר וְכֵן לִקְצֹץ הַצִּפָּרְנַיִם, צְרִיכִין קֹדֶם חֲצוֹת. וְאִם שָׁכַח, יָכוֹל לִקְצֹץ צִפָּרְנָיו גַּם לְאַחַר חֲצוֹת. אֲבָל לְהִסְתַּפֵּר אָסוּר, כִּי אִם עַל יְדֵי אֵינוֹ יְהוּדִי.

Sich scheren lassen und die Nägel schneiden muss man am Vormittag; wenn man es vergessen hätte, kann man die Nägel auch am Nachmittag schneiden; aber sich scheren lassen, ist nur durch einen Nichtjuden erlaubt.

5. Man darf den ganzen Tag keine Mazza essen; selbst den kleinen Jungen und den kleinen Mädchen, sobald sie die Sache des Auszuges aus Ägypten verstehen, darf man keine Mazza geben. Aber Speisen, die man aus gemahlenen Mazzot macht, darf jeder bis zum Anfang der zehnten Tagesstunde essen, das ist bis zum Beginn des letzten Viertels des Tages. Von da an und weiter darf man nur, wenn es nötig ist, etwa Früchte oder Fleisch oder Fische essen; und man achte darauf, dass man seinen Leib nicht fülle, damit man bei Nacht die Mazza mit Appetit esse.

6. Die Erstgeborenen, sowohl Erstgeborene nur des Vaters als auch Erstgeborene nur der Mutter, fasten am Erew Pessach, auch wenn dieser auf Erew-Schabbat fällt, auch wer nach Fehlgeburten geborgen worden, muss fasten. Solange der Erstgeborene klein ist, fastet der Vater für ihn. Ob sie bei einer Mahlzeit zu Ehren einer heiligen Pflicht essen dürfen, ist vom Ortsgebrauch abhängig.

7. Wenn ein Erstgeborener fastet, sagt er im Mincha-Gebet „Anejnu“. Wenn viele Erstgeborene zugegen sind und mit der Gemeinde beten, trete nicht ein Erstgeborener vor die heilige Lade, da man bei der Wiederholung des Schmone-Essre-Gebetes nicht laut „Anejnu“ sagen soll, weil es im Monat Nissan ist.

8. Die die Gebote besonders genau erfüllen wollen, backen die Mazzot der Mizwa am Erew Pessach nach der Hälfte des Tages, das ist die Zeit der Darbringung des Pessachopfers. Da aber dies schon nach dem Eintritt des Chamez-Verbotes ist, ist gut, dass man ausdrücklich die Krumen für herrenlos erklärt, und man sage in der Sprache, die man versteht, Folgendes: Alle Krumen, die beim Kneten oder beim Formen abfallen, sowie den Teig, der an den Geräten kleben bleibt, erkläre ich für nichtig und herrenlos.

9. Und das Wasser, mit dem man die Geräte abwäscht, muss man an einer schrägen Stelle ausgießen, und es soll kein Steinpflaster sein, damit es schnell in den Boden eindringt; denn, wenn man es nicht an einer schrägen Stelle ausgießt oder selbst an einer schrägen Stelle, wo aber kein Steinpflaster ist, ist zu befürchten, das Wasser könnte sich an einem Ort sammeln und gesäuert werden, bevor es in den Boden eindringt, so dass sich ergibt, dass man Gesäuertes in seinem Besitz hat.



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