Alle Artikel in: Gebete – Tfillot

Adon Imnani

»Adon Imnani« aus dem Jozer für den ersten Tag Schawuot in deutscher Übersetzung. Der Text entstand im 10. Jahrhundert und wurde von »Schimon bar Jitzchak« verfasst. Ich bin ein Zögling des Herrn, seiner Hausgenossen eine; mich gab er dem Menschen zum Erwerb, mein Schöpfer, Gott. Als er sein Weltgebäude entwarf, zog er mich zu Rate, und unter den holden Zöglingen seines Schoßes war ich die vornehmste seiner Unterhaltung. Ihm folgte ich auf dem Fuße, weilte unter seinem Zelt, schmachtete nach ihm, war seiner Werke erstes. Meine Gesetze hat er aufbewahrt, meinen Günstlingen zum Heile; eine geheime Wissenschaft von je, von Ewigkeit her. Begriffe aufzuhellen, die reinste Wahrheit zu ergründen, das Unbegreiflichste zu erforschen, war mein Amt von jeher. Im Himmel halte ich meinen Aufenthalt; meine Anmut war ihm wohlgefällig; mich hat er frühe hervorgebracht, vor der Erde Urzeit. Ich bin der Reinheit Inbegriff, eine Masse von Klarheiten. Ja, ich kann mich rühmen: vor meiner Geburt waren jene Meerestiefen noch nicht. Das eigentümliche der Zeit, des Raums und jener Wölbung hat er wesentlich durch mich bestimmt, …

Das Schma Jisrael im Morgengebet

Zum Hintergrund des Gebets Es ist das erste Gebet, das ein jüdisches Kind lernt, es ist seit Jahrtausenden integraler Bestandteil des jüdischen Gottesdienstes und es sind die letzten Worte vieler jüdischer Märtyrer: Das Schma Jisrael. Im Vergleich zu anderen Teilen des Gottesdienstes ist das Schma Jisrael kein Gebet im eigentlichen Wortsinn, sondern es ist vielmehr das jüdische Glaubensbekenntnis, im weitesten Sinne das Bekenntnis zum Judentum und nach Donin (1986:139) ,,Ausdruck jüdischer Überzeugung“. Daß die Krijat Schma, die Lesung des Schma, von herausragender Bedeutung für den jüdischen Gottesdienst ist, verdeutlicht sich auch dadurch, daß es an mehreren Stellen des Gottesdienstes gesprochen wird, etwa direkt zu Beginn des Gebets nach den Birkot ha Schachar, beim Ausheben der Tora vor dem Aron ha Kodesch oder auch während der Wiederholung der Mussaf-Amida. Aufbau des Schma Jisrael Der Mischna folgend ist das Schma Jisrael in drei Berachot eingebettet; zwei gehen ihm voran, gefolgt von einer weiteren Beracha. Diese Berachot gehen bereits auf die Tempelzeit zurück. Das eigentliche Schma Jisrael besteht aus drei Teilen der Tora: Debarim 6, 4-9; Debarim 11, …

Mussaf für Rosch Chodesch

Der Text des Mussafgebets für Rosch Chodesch (an Werktagen) in deutscher Sprache in der Übersetzung von Rabbiner Selig Bamberger, nach dem Siddur Sefat Emet. Dieser Nussach folgt der deutschen Tradition. Knappe Angaben zu Wiederholungen im Siddur, wurden hier ausformuliert. Der hebräische Text wurde, gegenüber dem ursprünglichen Siddur Sefat Emet, korrigiert. Mit einem Minjan folgt Halb-Kaddisch Der Vorbeter spricht das halbe Kaddisch: יִתְגַּדַּל וְיִתְקַדַּשׁ שְׁמֵיהּ רַבָּא בְּעָלְֿמָא דִּבְרָא כִרְעוּתֵהּ וְיַמְלִיךְ מַלְכוּתֵהּ בְּחַיֵּיכוֹן וּבְיוֹמֵיכוֹן וּבְחַיֵּי דְכָל־בֵּית־יִשְׂרָאֵל בַּעֲגָלָא וּבִזְמַן קָרִיב – וְאִמְרוּ אָמֵן׃ יְהֵא שְׁמֵיהּ רַבָּא מְבָרַךְ לְעָלַם וּלְעָלְֿמֵי עָלְֿמַיָּא יִתְבָּרַךְ וְיִשְׁתַּבַּח וְיִתְפָּאַר וְיִתְרוֹמַם וְיִתְנַשֵּׂא וְיִתְהַדַּר וְיִתְעַלֶּה וְיִתְהַלַּל שְׁמֵיהּ דְּקֻדְשָׁא בְּרִיךְ הוּא ׃ לְעֵֽלָּא מִכָּל־בִּרְכָתָא וְשִׁירָתָא תֻּשְׁבְּֿחָתָא וְנֶחָמָתָא דַּאֲמִירָן בְּעָלְֿמָא וְאִמְרוּ אָמֵן׃ יִתְגַּדַּל Erhoben und geheiligt werde sein großer Name in der Welt, die er nach seinem Willen erschaffen, und sein Reich erstehe in euren: Leben und in euren Tagen und dem Leben des ganzen Hauses Israel schnell und in naher Zeit, sprechet: Amen! Sein großer Name sei gepriesen in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten! Gepriesen sei und gerühmt und verherrlicht und erhoben und erhöht und gefeiert und …